„Kein Waldsterben per Ratsbeschluss!“ Bedburg-Hauer Initiative legt neue Details zu den Bauplänen der Professoren vor

rd | 22. Juni 2020, 12:10 | 21 Kommentare
Nicht alles, was grün aussieht, ist auch grün

Die Bürgerinitiative „Kein Waldsterben per Ratsbeschluss“, mit der einige Bürger aus Bedburg-Hau die Kahlschlagpläne im Klinikgelände stoppen wollen, hat am Wochenende neue Informationen zur Vorgehensweise bekannt gegeben. Bekanntlich möchten die beiden HSRW-Professoren Thorsten Brandt und Dirk Untiedt auf dem nicht mehr als Klinik genutzten Nordteil des Geländes ein Investitionsvorhaben mit Wohnbebauung realisieren.

Hier der Text der Pressemitteilung im Wortlaut:

„Aufgrund der unglaublich hohen Zahl der Anfragen ,Wo kann ich unterschreiben?’ möchte die Initiative Bürgerbegehren ,Kein Waldsterben per Ratsbeschluss’ mitteilen, dass derzeit noch keine Unterschrift geleistet werden kann. Die Gemeinde Bedburg-Hau teilte der Initiative mit, dass mindestens 969 Wahlberechtigte Bedburg-Hauer das Bürgerbegehren unterschreiben müssen. Die Initiative muss jetzt noch warten, bis die Gemeinde die gesetzlich vorgeschriebene Kostenschätzung, was das Begehren mit eventuellem Bürgerentscheid (Wahlgang) kostet, vorgelegt hat. Diese Kostenschätzung muss zwingend auf der Unterschriftenliste eingefügt werden. Sobald diese vorliegt, wird die Initiative über die Medien den Beginn der Unterschriftensammlung bekanntmachen.


Derweil sind noch weitere Details zu Planung bekannt geworden:
Die Straßen im Innenbereich, Zur Mulde, Zur Festwiese und Brückenweg sollen laut Plan privatisiert werden. Die späteren Eigentümer könnten dann diesen Bereich mit ,Privatgelände – Zutritt verboten’ abriegeln und dieser Bereich wäre damit für Bedburg-Hauer nicht mehr zugänglich
Die dunkelgrünen Flächen in der Planzeichnung, die man als Restwald ansehen könnte, sind mit einem fast nicht sichtbarem P und einem weißen Kästchen versehen. In der Legende entpuppt sich das, auch kaum lesbar, als ,Private Grünfläche Park’. Davon ist auch der sogenannte Geschlechtergraben betroffen. Demnach wären auch diese Flächen für Bedburg-Hauer nicht mehr zugänglich. Nun steht fest, dass der gesamte Klinik-Nordbereich nur noch aus Park mit einzelnstehenden Bäumen/Büschen, aus Neubauflächen und Mischgebiet bestehen und zum größten Teil für Bedburg-Hauer nicht mehr zugänglich sein wird. Lediglich eine kleine Fläche (Teilfläche Gärten Ärztehäuser) soll mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden. Auch das ist eher eine Täuschung. Es stehen dort schon jetzt sehr alte Eichen und in den Gärten einige Obstbäume.
Die Initiative fragt sich auch, was eine Planzeichnung vom „Hausarchitekt“ der Investoren in der jetzt vorgelegten Planung zu suchen hat? Ganz eindeutig werden hier die Wünsche, nur die Wünsche der Investoren, berücksichtigt. Das hat Gschmäckle!


Jetzt geht es nicht nur um Wald und Klimaschutz, sondern auch um die Gesamtinteressen der Bedburg-Hauer*Innen.


Die Vertretungsberechtigten für das Bürgerbegehren
Günter van Meegen, Verena Welbers, Theo Janßen“



„Artefakt der Wendehammerkultur“: Klever Bürger wollen Bebauung am Bresserberg verhindern, fordern „grünes Tor zur Stadt“

rd | 22. Juni 2020, 11:59 | 14 Kommentare

Noch bis zum 31. Juli hat die Stadt Kleve den Plan zur Bebauung des Areals, auf dem sich früher Tennishalle und Tennisplätze befanden, zur Einsichtnahme ausliegen. Die Anwohner sind, mit einem Wort, entsetzt und befürchten, dass das Projekt der Einfamilienhausbebauung in bester (klimasicherer) Lage im Rat der Stadt „durchgewunken“ wird. Eine Initiative von Anwohnern nimmt dazu wie folgt Stellung:

Bebauungsplan Königsallee / Friedhof Merowinger Straße Dort befindet sich eine Wiese von ca. 1 ha, Größe, entstanden durch Nicht-Nutzung des Terrains ehemalig Tennishalle und der Tennisplätze. Der 2. Bebauungsplan zu diesem Thema ist jetzt vom 22.06. bis 31.07.2020 offen gelegt worden. Es steht zu befürchten, dass er demnächst im Rat Kleve durchgewinkt wird, wohl einzig gegen die Stimme der Offenen Klever, gewiss aber gegen die Meinung der Anwohner. Die Verwaltung will an dieser Stelle ca. 20 Einfamilienhäuser in einem neuerlichen Artefakt der Wendehammer-Kultur unterbringen.Von welcher Seite man sich auch nach Kleve hineinbewegt, sieht man Einzelhaus-Bebauung.. Kleve ist voll mit Einfamilienhäusern, wahrscheinlich mehr als 80 % der Grundfläche für Wohnbebauung im Klever Stadtgebiet. Daten hierzu fehlen. In den ,Vororten’ Bedburg-Hau, Donsbrüggen, Nütterden und Kranenburg wohl mehr als 90 %. In Kleve herrscht kein Mangel in diesem Segment, sondern im Bereich von Mietwohnungen bis 8 € /Quadratmeter. In dem Schreiben der Verwaltung zur Offenlegung steht zum Verfahrensstand – nach der Erwähnung eines Auftrags-Gutachtens und Stellungnahmen von anderen Behörden – unter Punkt ,Stellungnahmen und Eingaben aus der Öffentlichkeit’ nur folgendes: ,Wegnahme der einzigen frei zugänglichen Grünfläche in fußläufiger Umgebung, Bedeutung von Grünflächen in einer Stadt (Vögel ..Insekten .. Bienen).’ Es wird hiermit der Eindruck erweckt, als hätten die Anwohner lediglich allgemein-ökologische Bedenken, sozusagen zeitgemäß-harmlos. In der Tat wurden bereits vor Ausrufung des Klima-Notstands in Kleve in den Einwendungen der Anwohner zur Ablehnung der Bebauung Königsallee/Merowingerstr. die Biotop-Qualitäten dieses einzigen nicht eingezäunten Wiesenstreifens in der Umgegend hervorgehoben. Und es wurden Argumente ganz anderer Art vorgebracht: ungünstige Verkehrsanbindung, gefährliche Kurve im Anstieg zur Endmoräne, Notwendigkeit der Parkplätze für die Bringe- und Abholaktivitäten an der Marienschule. Vor allem sei aber daran erinnert, dass bereits in der Vor-Friday-for-Future-Ära, nämlich im Herbst 2018, die Anwohner mit ca. 250 Einwendungen und Unterschriften gefordert haben:1. Keine Bebauung zwischen Bresserbergstr., Wendehammer und Königsallee oberhalb des Friedhofs!2. Ausgestaltung der Grünfläche ab Jugendherberge bis Wendehammer Bresserbergstr. zu einem ,Grünen Tor zur Stadt’.“

Unterzeichnet haben das Schreiben die Anwohner Bernhard Fluck, Marlene und Klaus Müller, Inge und Ulrich Kiwus sowie Wolfgang Roesch.



Corona: Nur 21 neue Fälle, aktuell nur 45 Menschen krank, 444 neue Tests bei Schlachthöfen im Kreis, alle negativ!

rd | 21. Juni 2020, 16:07 | 2 Kommentare
Im Kreis Kleve scheint das Schlimmste überstanden, aber bange richtet sich der Blick nach Güterloh, von wo der hiesige Betrachter staunend zur Kenntnis nimmt, dass der Großarbeitgeber von 30 Prozent seiner Angestellten keine Adresse hat.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

(Pressemitteilung des Kreises Kleve) Bei der Sitzung des Corona-Stabs des Kreises Kleve am vergangenen Donnerstag, 18. Juni 2020, wussten alle Anwesenden, dass aufgrund des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in den nächsten Stunden und Tagen einige bereits geplante Aktivitäten der Unteren Gesundheitsbehörde des Kreises Kleve im Kontext der Corona-Pandemie zunächst einmal würden warten müssen. Mit Erlass vom 17. Juni hatte das MAGS – Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen – die Gesundheitsbehörden landesweit aufgefordert, in allen Schlachthöfen und fleischverarbeitenden Betrieben, die mit Werksvertragsnehmern arbeiten, die dort arbeitenden Personen unverzüglich erneut zu testen.

Diese Tests wurden am 18. Juni gemeinsam mit den beiden betroffenen Unternehmen im Kreisgebiet vorbereitet. Landrat Wolfgang Spreen sprach in diesem Zusammenhang von „einer erneut sehr guten, schnellen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Unternehmen“. Am Freitag, 19. Juni, sowie am Samstag, 20. Juni wurden insgesamt 470 anwesende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen getestet.

Am heutigen Sonntag, 21. Juni 2020, 13.15 Uhr, liegen dem Gesundheitsamt insgesamt 444 Testergebnisse vor (94 Prozent). Alle 444 vorliegenden Ergebnisse sind negativ! Die Ergebnisse der verbleibenden 26 Testungen liegen noch nicht vor.

Bereits Mitte Mai waren bei beiden Schlachtbetrieben Mitarbeiter-Testungen auf COVID-19 durchgeführt worden. Auch damals waren alle Labor-Ergebnisse negativ.


Aufatmen in Kleve: Der Kaufhof bleibt! Bürgermeisterin Northing: „Das ist ein ganz großes Glück!“

rd | 19. Juni 2020, 14:24 | 39 Kommentare
Filiale bleibt erhalten!

Gute Nachricht für Kleve: Der Kaufhof in der Stadt gehört nicht zu den 62 Filialen, die der Galeria Karstadt Kaufhof Konzern im Zuge von Sanierungsmaßnahmen schließen wird, die Filiale, deren Anfänge mehr als hundert Jahre zurückreichen, bleibt der Stadt erhalten. „Wir bleiben. Das ist ein ganz großes Glück“, sagte Bürgermeisterin Sonja Northing in einer ersten Stellungnahme zu kleveblog. „Ich freue mich für die Mirarbeitenden, das ist das Allwichtigste.“ Vor zwei Wochen hatte Northing noch die Klever Mitarbeiter des Warenhauskonzerns besucht, die mit einer Menschenkette um das Kaufhaus auf ihre schwierige Lage aufmerksam machten. Northing glaubt, dass der Standort Kleve „die besseren Argumente“ hatte: hohe Zentralitätskennziffer, schwarze Zahlen der Filiale und dazu ein gutes Sortiment. Im Zuge der drohenden Schließungen hatte die Bürgermeisterin auch mit ihrer Amtskollegin in Wesel, Ulrike Weskamp, Kontakt aufgenommen. „Wir haben uns gegenseitig die Daumen gedrückt“, so Northing. Das hat offenbar geholfen: Auch das Kaufhaus in Wesel bleibt.

Filialleiterin in Kleve ist Annette Kraska, deren Freude ebenfalls doppelt war: Bevor sie 2018 als Nachfolgerin von Astrid Vogell nach Kleve kann, leitete sie das Haus in Wesel.

„Unser Warenhaus in Kleve besteht seit nunmehr 91 Jahren mit derzeit insgesamt 51 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Wir glauben sagen zu dürfen, dass wir schon seit langen Jahren ein identitätsprägender Bestandteil der Innenstadt von Kleve sind und als erheblicher Frequenzbringer mit unseren Kunden einen wichtigen Beitrag
für eine attraktive und lebendige Klever Innenstadt leisten. Wir sind davon überzeugt, dass von dem Bestehen unseres Hauses der gesamte innerstädtische Einzelhandel und die vielfältigen gastronomischen Einrichtungen in der Innenstadt profitieren. Dies alles möchten wir auch in Zukunft für unsere Stadt bleiben und leisten”, sagten die Betriebsräte Meike Lönnecke, Magdalena Hillen, Tanja Tenhaef-Stupp, Mara Quinkertz und Fabian Janhsen, als sie am 2. Juni die Menschenkette mit den Mitarbeitern gebildet hatten.

Aufatmen vermutlich auch bei Bernd Zevens. Der Klever Unternehmer, Investor und Großimmobiliensammler kaufte 2012 dem Kaufhof das Gebäude ab (Mom kauft Kaufhof), für einen achtstelligen Betrag, wie damals gemunkelt wurde. Seitdem ist das Warenhaus Mieter in der Immobilie. Zevens kann nun darauf hoffen, dass die Mieteinnahmen weiter fließen.

In Nordrhein-Westfalen schließt der Konzern nach Informationen der Bild-Zeitung die folgenden Standorte: Karstadt Bielefeld, Düsseldorf-Schadowstraße, Dortmund und Bonn; Kaufhof in Brühl, Dortmund, Düsseldorf-Werhahn. Und in Essen kommt das Aus sowohl für die Karstadt- wie auch für die Kaufhof-Filiale. Insgesamt sind also neun Standorte in NRW betroffen. Insgesamt hat der Konzern 172 Warenhäuser. Durch die Schließungen sind rund 6000 Arbeitsplätze gefährdet.

Wie alles begann: Plakat zur Eröffnung im Jahre 1912 (Bild: Stadtarchiv Kleve)
Ein Hauch von großer, weiter Welt: Fassade des Kaufhauses Weyl (Foto: Stadtarchiv Kleve)
Luftaufnahme aus der Vorkriegszeit: Deutlich wird, wie sich das Kaufhaus schon damals von der kleinteiligen Umgebung abhebt (Foto: Stadtarchiv Kleve)
Großbaustelle im Herzen der Stadt: Wiederaufbau nach dem Krieg (Foto: Stadtarchiv Kleve)
Blick von der Marktstraße in die Innenstadt, rechts unten der neue Kaufhof