Original & Fälschung: Das Frühstück im Grünen

rd | 25. Mai 2020, 16:27 | 16 Kommentare
Sehr entspannt: Kühe beim Nachstellen klassischer Gemälde

Der treue kleveblog-Leser Niederrheinstier wird nicht müde zu predigen, dass die in unseren Gefilden immer noch omnipräsenten Wesen der Gattung Bos taurus unterschätzt werden. Man muss aber manchmal auch genau hinschauen, um die besondere Herzensbildung der Tiere zu erkennen: An der Rheinbrücke konnte man heute zum Beispiel eine Gruppe von Rindern sehen, die sich scheinbar doof am Rhein niedergelassen hatten und ihr schwarzbuntes Fell von den noch feuchten Halmen der Uferwiese umschmeicheln ließen. Ein Sinnbild der heiteren Trägheit, möchte man auf den ersten Blick meinen. Doch der klassisch gebildete Mensch erkennt sofort: Diese Tiere liegen nicht nur einfach so da, sie stellen – nahezu perfekt – ein klassisches Gemälde nach, das berühmte Frühstück im Grünen (Le petit déjeuner sur l’herbe). Wer aber mag ihr Lehrmeister gewesen sein? Dass in den Ställen klassische Musik die Milchleistung erhöht, ist bekannt. Aber werden die Herden demnächst womöglich einmal wöchentlich durchs Museum Kurhaus getrieben? Oder durch Schloss Moyland, wo dann ein hinterlassener Kuhfladen womöglich als Kunstwerk gölte? Fragen über Fragen…

Das Original:

Als man noch nackt im Stadtpark sitzen durfte: Edouard Manets Meisterwerk (Von Édouard Manet – wartburg.edu, gemeinfrei)


Die Corona-Sonntagstafel: Es scheint sich einzupendeln, neuer Tiefstwert bei Erkrankten

rd | 24. Mai 2020, 15:23 | 10 Kommentare
27-28-28… weniger scheint’s nicht zu werden
Den Sitznachbarn mal eben in die Rippen stoßen – das geht nicht mehr: Corona-Klassenraum in der Lutherschule
Wie lange werden solche Bilder noch zum Alltag gehören?
Seit dieser Woche alles wie gehabt: Zufriedene Niederländer, campierend vor Ruinen

Drei Wochen mit jeweils knapp unter 30 Fällen im Kreisgebiet liegen nun hinter uns, und es scheint, als würde sich das Vorkommen der Seuche in diesem Bereich einpendeln – was prinzipiell keine ganz schlechte, aber auch keine ganz gute Nachricht ist. Die aktuelle Zahl besagt auch noch nicht, wie sich die Lockerungen aus das Geschehen ausgewirkt haben, das dürfte erst ab der nächsten Woche durchschlagen. Die Zahl der aktuell Erkrankten beträgt 52, ein neuer Tiefstwert. Die sogenannte Inzidenz verharrt seit zwei Wochen bei rund 10 je 100.000 Einwohner, also beispielsweise auf Kleve heruntergerechnet bedeutet dies (rein rechnerisch), dass es fünf neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen gegeben hat. (Die tatsächliche Zahl liegt bei sieben neuen Fällen, aber auch dieser Wert ist sehr gering.)

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve



… und hier der kleine Corona-Service, die neuen Zahlen (+7)

rd | 19. Mai 2020, 18:03 | 16 Kommentare

Die Zahl der Fälle ist um 7 auf 636 gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner auf 10,2. Die Leiharbeiter, die in Kleve leben, aber in den Niederlanden arbeiten, werden ein politisches Thema – weil die im Nachbarland nach Bekanntwerden von Infektionen verordnete Quarantäne jenseits der Grenze nicht überwacht wird (werden kann?). Recherchen dazu laufen.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Häufig wechselnder Begleiter

Flughafen Weeze: Durchaus verwirrende Signale, was genau könnte „intensiver Flugbetrieb“ sein?

rd | 18. Mai 2020, 18:35 | 13 Kommentare
Ein Strich am Himmel – zurzeit schon viel

Während dieser Artikel verfasst wird, befinden sich im Luftraum des Niederrheins drei Kleinflugzeuge und ein Ultraleichtflieger in der Luft, keine Maschine, die den Flughafen Weeze ansteuert oder von dort abfliegt, und auch kein Jet, der in zehn oder zwölf Kilometern Höhe zwischen den Metropolen dieser Welt pendelt. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass der Flughafen Weeze am frühen Nachmittag via Rheinische Post verkünden ließ, bereits ab Juli wieder mit „intensivem Flugverkehr“ zu rechnen.

Auf der Website des Flughafens stehen derweil immer noch die Nachrichten vom 24. März, dass der Flugverkehr ab dem folgenden Tag eingestellt wird. Die letzte größere Flugbewegung war wohl die außerplanmäßige Landung einer Maschine, die den Gesundheitsminister Jens Spahn vor zwei Tagen an den Niederrhein expedierte.

Was „intensiver Flugverkehr“ genau bedeuten soll, bleibt offen, aber als freundlicher Hinweis sei hier an die abendliche Netzwerkveranstaltung der Rheinischen Post im Terminal des Flughafens erinnert, welche nicht durch Fluglärm gestört wurde, da an diesem Tag mit einem (damals) normalen Betrieb die letzte Maschine am frühen Nachmittag abhob. Der damals noch avisierte Sommerflugplan sah rund 50 Starts pro Woche vor, eine durchaus bescheidene Zahl von Flugbewegungen, für die am benachbarten Flughafen in Düsseldorf nur wenige Stunden kalkuliert werden.

Noch verwirrender wird die Nachricht angesichts der ebenfalls vom heutigen Tag stammenden Mitteilung, dass die Fluggesellschaft Ryanair, bekanntlich der einzige Kunde in Weeze, einen Einbruch der Passagierzahlen um nahezu die Hälfte erwartet und über Standortschließungen nachdenkt (dabei fällt allerdings vor allem der Name Wien, Heimat von Lauda Air).

Wie all dies zu der optimistischen Prognose eines „intensiven“ Betriebs passt, das ist eine spannende Frage. Glücklicherweise wird das Publikum nicht allzu lange auf die Folter gespannt, bis zum Juli verbleiben nur noch 43 Tage. Flughafenchef Ludger van Bebber jedenfalls ist vermutlich in der glücklichen Position, die sich daran anschließenden Nachrichten nicht mehr verkünden zu müssen, da er Ende September schon seine neue Stelle als Geschäftsführer des Flughafens in Dortmund antritt.