„Isch over“

rd | 24. September 2019, 14:27 | keine Kommentare
Herbstsonnenlichtgetränkte Kohlweißlingsflügel auf Patagonischen Eisenkrautblüten
Honigverzehrende Wespe am Frühstückstisch
Ziellose Raupe in Denimschluchten
Stubenfliege und ihr Schatten in der tiefstehenden Sonne

OK, das war’s. Ist vorbei, „isch over“, wie Wolfgang Schäuble sagen würde. Das Freibad ist geschlossen, die Kolke erkalten, allerorten in der Natur ein letztes Aufbäumen im sanften Licht der Tage, deren Länge von den Nächten nunmehr übertroffen wird. Die letzten Kohlweißlinge stolpern von Blüte zu Blüte; eine gierige Wespe verschlingt, was den Bienen zuvor von fleißiger Imkerhand weggenommen; eine Raupe fällt auf die Jeanshose und womöglich schon bald einem Singvogel zum Opfer, oder aber sie verpuppt sich noch beizeiten und erwacht im nächsten Frühjahr als erster Schmetterling,; eine Stubenfliege rastet photonentankend auf dem Laptoprücken. Vielleicht hat sie noch einen Tag, vielleicht noch eine Woche, sie weiß es nicht, wie wir alle es nicht wissen. Sie weiß nicht mal, was ein Tag ist. Wir  hingegen sollten es schon verstehen: Carpe diem!

(Soviel zur Einstimmung auf den Herbst. Morgen geht es mit echten Nachrichten weiter.)



Wenn’s so richtig schief läuft (aus dem Polizeibericht)

rd | 20. September 2019, 17:27 | 7 Kommentare

Für die Polizeistreife hörte sich der Einsatz „Verkehrsunfall mit Sachschaden“ zunächst nach einem Routineeinsatz an. Sie war am Freitag, 20.09.2019, gegen 13.15 Uhr, zu dem Auffahrunfall an der Einmündung Tiergarten-/Heldstraße gerufen worden. Auf der Anfahrt teilte die Einsatzleitstelle der Funkstreife jedoch mit, dass der Unfallverursacher, ein 33jähriger Autofahrer aus Emmerich, alkoholisiert sei und sich von der Unfallstelle entfernen will. Den Beamten konnten den Mann jedoch vor Ort antreffen, der bereitwillig mitteilte, dass er vor 3 Stunden eine Flasche Wein getrunken habe. Der Alkoholtest vor Ort ergab dann einen Wert von ca. 2 Promille. Doch nicht genug: Die Beamten fanden heraus, dass der Mann mit Haftbefehl gesucht wird und keine Fahrerlaubnis hat. Den ungültigen Führerschein hatte er noch bei sich. Dieser wurde sichergestellt. Beim Pkw seines Bruders, mit der Autofahrer unterwegs war, war die TÜV-Plakette geschwärzt und es bestand kein Versicherungsschutz. Der Mann wurde festgenommen, auf der Polizeiwache wurde ihm eine Blutprobe entnommen.

(Fehlt eigentlich nur noch, dass er sich im Gefängnis noch ein Bein bricht )



„Hitzetage kommen nur vereinzelt vor“

rd | 20. September 2019, 12:07 | 16 Kommentare
Der ehemalige Diercke-Schulatlas von Dorothee Kiesow, der aus unerklärlichen Gründen auf dem Dachboden meines Elternhauses aufgefunden wurde, sagt für die meisten Teile Deutschlands: „Hitzetage kommen nur vereinzelt vor.“ So steht es noch in der 184. Auflage aus dem Jahre 1974. Hat sich seitdem etwas verändert, außer der Tatsache, dass wir alle älter geworden sind? 

Krankenhaus: Geschäftsführer Ebbers geht, Hagemann Nachfolger

rd | 17. September 2019, 10:55 | keine Kommentare
Hört auf: Bernd Ebbers (Foto: KKLE)
Rückt auf: Holger Hagemann (Foto: KKLE)

Überraschende Personalie: Bernd Ebbers, Geschäftsführer der Katholischen Karl Leisner Trägergesellschaft (KKLE), hört zum Jahresende auf  – so die Information, die die Mitarbeiter am Vormittag erhielten. Seine Aufgaben wird er ab sofort nicht mehr ausüben. Nachfolger wird offenbar Holger Hagemann, bisher Regionaldirektor des St.-Antonius-Hospitals in Kleve. Die KKLE ist die Dachgesellschaft für den Verbund der vier Krankenhäuser in Kleve, Goch, Kevelaer und Kalkar mit mit mehr als 3000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber am unteren Niederrhein.

Wie zu hören ist, führten unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Einrichtung zu dem Wechsel an der Spitze. Bekanntlich stehen die Krankenhäuser in ganz Deutschland unter einem immensen Kosten- und Fusionsdruck, und die Frage ist, wie sich eine dezentral organisierte Einrichtung wie die KKLE GmbH in diesem Wettbewerbsumfeld aufstellt, um einerseits effizient zu arbeiten und andererseits (in einem Landkreis) bürgernahe Versorgung zu gewährleisten.

Vor einiger Zeit hatte kleveblog bereits berichtet, dass für den Standort Goch Veränderungen erwogen werden. Vorgesehen ist offenbar, die stationäre Versorgung mehr und mehr auf Kleve zu konzentrieren. Dies Entwicklung hätte zur Folge, dass die entsprechenden (somatischen) Abteilungen des Wilhelm-Anton-Hospitals ebenfalls in Kleve angesiedelt werden. In Goch befinden sich bisher die Kliniken für Allgemein- und Viszeral (Bauchraum)-Chirurgie, für Anästhesie und Intensivmedizin, für Innere Medizin (Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin), für Innere Medizin (Lungenerkrankungen), für Thoraxchirugie sowie das Institut für Nuklearmedizin. Dafür soll in Goch dort die ambulante Versorgung ausgebaut werden. In Beschlüsse gegossen sind diese Veränderungen allerdings noch nicht.

Bernd Ebbers, Diplom-Verwaltungswirt, war zum 1. Dezember 2015 vom Aufsichtsrat der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft als Hauptgeschäftsführer berufen worden. „Bernd Ebbers ist ein exzellenter Fachmann des Krankenhausmanagements und darüber hinaus tief in der Region verwurzelt“, hieß es damals von Seiten des Aufsichtsrats. Von 1992 bis 2004 war Bernd Ebbers bereits in unterschiedlichen leitenden Funktionen für den Verbund der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve tätig. Vor seiner Rückkehr zur Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft im Oktober 2015 als Regionaldirektor des Marienhospitals Kevelaer war er insgesamt elf Jahre als Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer für die Sankt Marien-Hospital Gmbh in Gelsenkirchen-Buer tätig.