Trump? Biden! Trump? Biden! Bitte hier diskutieren!

rd | 05. November 2020, 18:58 | 187 Kommentare
Aktuell 264:214, laut Fox. Andere sind noch nicht so weit, weil sie Arizona noch nicht Biden zugeschlagen haben. In Nevada liegt Biden knapp in Führung, in Pennsylvania und Georgia ist der Vorsprung von Trump deutlich geschrumpft, je nach Anteil der Biden-Wähler in den Briefwahlstimmen können diese Staaten noch zugunsten von Biden kippen. Nichts für schwache Nerven!

Und die ganze Diskussion dazu bitte hier fortsetzen! Danke für den guten Vorschlag!

Biden, sagt CNN!

Vorsprung in Nevada verdoppelt:

Biden jetzt auch in Pennsylvania vorn:

Wer ganz nah in Georgia dabei sein will: Gerade noch (nur noch) 463 Stimmen Vorsprung für Trump, jetzt meldet eine Journalistin: Biden ahead!

Interessante Einblicke:

917 Vorsprung für Biden im Augenblick!

Dort ist es 3 Uhr morgens, viele Wahlhelfer sind nach Hause gegangen, die restlichen arbeiten immer 300-er-Pakete ab, das letzte hatte 251 zu 49 für Biden, und rund 2000-3000 waren noch auszuzählen.

Die aktuellen Vorsprünge und Prozentzahl der ausgezählten Stimmen (Stand 21:46 Uhr):

Nevada: 11.438 für Biden (ca.89%)

Arizona: 68.129 für Biden (ca. 86%)

Pennsylvania: 108.259 für Trump (92%)

Georgia: 12.768 für Trump (98%)

Gut zu rechnen: 1 Prozent sind rund 70.000 Stimmen. Acht Prozent fehlen, also 560.000 Stimmen. Die Differenz liegt bei 110.000 Stimmen zurzeit. Gehen die im (moderat geschätzten) Verhältnis von 2:1 an Biden, sind das rund 200.000 Stimmen mehr und er gewinnt auch diesen Staat.


Burg Ranzow: 2 Bewohner verstorben, insgesamt 82 neue Fälle, davon 15 in Kleve

rd | 05. November 2020, 15:51 | 2 Kommentare
In allen Klever Seniorenwohnanlagen (wie hier auf dem Foto an der Hagschen Poort) gelten seit dem Ausbruch der Pandemie strikte Schutz- und Besuchsvorschriften. Doch sie konnten nicht verhindern, dass sich Bewohner in der Seniorenresidenz Burg Ranzow mit dem Virus ansteckten

(Korrigiert, einer der Klever Toten wohnte nicht auf Burg Ranzow) Gestern 6 Todesfälle aus einem Gelderner Seniorenheim, heute 3 aus Kleve: Die Kreisverwaltung meldet soeben, dass im Altenheim Burg Ranzow in Materborn zwei Bewohner an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. Die drei Todesopfer (der dritte wohnte nicht im Heim) waren zwischen 80 und 95 Jahre alt. Die Fälle in der Anlage waren am 23. Oktober, also vor knapp zwei Wochen, bekannt geworden. Seitdem galt für die ganze Einrichtung ein Besuchs- und Aufnahmestopp. Ob in der Einrichtung noch weitere Fälle vorliegen, ist derzeit nicht bekannt.

Insgesamt haben sich im Kreis Kleve 82 weitere Menschen eine diagnostizierte Infektion mit dem Coronavirus zugezogen, davon 15 in Kleve. Kreisweit beträgt die Gesamtzahl der Infektionen 2131, in Kleve sind es mittlerweile 324. 40 Personen werden im Krankenhaus behandelt.

An der Gesamtschule im Forstgarten gibt es einen oder mehrere Indexfälle, außerdem an der Brüder-Grimm-Schule in Issum.

Der für die Verhängung oder Aufhebung von Maßnahmen herangezogenen 7-Tage-Inzidenzwert vom Landeszentrum Gesundheit beträgt 128,0. Zur Erinnerung: Der Wert muss sieben Tage in Folge unter 50 liegen, bevor an einer Rücknahme von Einschränkungen gedacht werden kann. Im Zuge des derzeitigen generellen Lockdowns (Variante „light“) sind diese Überlegungen aber ohnehin theoretischer Natur. Ebenfalls zur Erinnerung: Ende September, also vor gut sechs Wochen, lag dieser Wert noch im einstelligen Bereich.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve



Corona: 5 Tote – und viele weitere Höchstwerte!

rd | 04. November 2020, 17:15 | 5 Kommentare

(Aktualisiert, mit weiteren Informationen zum Vorgehen bei Tests) Nur schlechte Zahlen in Sachen Corona! Erstmalig überschritt die Gesamtzahl der (erkannt) infizierten Menschen die 2000er-Marke (2049), mit fünf Menschen sind noch nie so viele an einem Tag als verstorben gemeldet worden (alle Todesopfer waren Bewohner der Senioren-Residenz Bellini in Geldern), die Zahl der Menschen in Quarantäne hat einen neuen Höchstwert erreicht (2372), ebenso die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen (348), die – rechnerisch ermittelte – Zahl der aktuell erkrankten Menschen (307) und auch der Anstieg in Kleve (+22, Gesamtzahl nun 309).

Immer mehr Bildungs- und Betreuungseinrichtungen melden Fälle, in der aktuellen Pressemitteilung des Kreises werden vier Kitas aufgeführt (Mäuseburg in Bedburg-Hau, Heilig-Geist in Emmerich am Rhein, I-Pünktchen in Goch und St.-Josef in Rees), hinzu kommen fünf Schulen (Gesamtschule in Emmerich, Liebfrauen-Grundschule in Goch, Johanna-Sebus-Grundschule in Kleve und Städtische Gesamtschule in der Kevelaer). Der Kreis meldet: „Die betroffenen Personen sowie die ermittelten Kontaktpersonen der Kategorie 1 stehen unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt des Kreises steht im engen Kontakt zu den Einrichtungen.“

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Informationen zu Tests erforderlich? Hier sind sie!

Die Testlabors stoßen derzeit an Kapazitätsgrenzen. Deshalb an dieser Stelle ergänzende Informationen des Kreises Kleve, wann wie wer wo getestet werden kann:

Wer testet? Testungen werden ausschließlich von einem niedergelassenen Arzt oder – bei einem stationären Aufenthalt – in einem Krankenhaus durchgeführt.

Wer kann sich testen lassen? Personen, die keine Covid-Symptome haben, können unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch auf eine Testung haben, beispielsweise, wenn sie gemäß der Definition des Robert-Koch-Instituts enge Kontaktpersonen (Kategorie 1, Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona Warn-App) von positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen sind. Einen Anspruch auf einen Corona-Test haben auch Personen, die sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen internationalen Risikogebiet aufgehalten haben oder in einem Krankenhaus ambulant operiert werden.

Wo wird getestet? Getestet werden können die oben genannten Personen entweder bei einem niedergelassenen Arzt oder beim Testzentrum des Kreises Kleve. Ein Testtermin beim Testzentrum des Kreises Kleve auf dem Gelände des Airport Weeze kann beim Corona-Telefon des Kreises Kleve unter der Telefonnummer 02821 594 950 vereinbart werden.

Wann kommt das Ergebnis? Wann ein Testergebnis vorliegt, ist abhängig von der Anzahl der vorgenommenen Tests sowie den Testkapazitäten der Labore. Wurde ein Test über den Hausarzt ausgeführt, erhalten Bürgerinnen und Bürger dort Informationen über die aktuellen Rücklaufzeiten. Wurde der Test im Testzentrum des Kreises Kleve vorgenommen, können Bürgerinnen und Bürger das Ergebnis über die Corona-Warn-App derzeit innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Testtermin über einen individuellen QR-Code abrufen. Dafür benötigen sie die Corona-Warn-App auf ihrem Smartphone und erhalten einen Abschnitt des Laborscheins mit ihrem persönlichen QR-Code. Über den eingescannten Code werden sie benachrichtigt, sobald das Testergebnis vorliegt.

Wo gibt es weitere Auskünfte? Alle Informationen rund um das Thema „Corona-Virus“ sind auf der Internetseite des Kreises Kleve hinterlegt: Kreis Kleve Coronavirus.


In Amt und Würden!

rd | 03. November 2020, 13:59 | 17 Kommentare
AHA-Ratssitzung: Wolfgang Gebing unter dem projizierten Wahrzeichen der Stadt (Foto: Thomas Velten)
Amtseid vor den Objektiven der Lokalpresse (Foto: Thomas Velten)

Geschafft! Seit gestern ist Wolfgang Gebing der neue Bürgermeister der Stadt Kleve. Der 56 Jahre alte Christdemokrat, von Hause aus Jurist mit eigener Kanzlei direkt neben dem Rathaus, beendete das fünfjährige Interregnum der Nicht-CDU-Bürgermeisterin Sonja Northing. Ihr war es 2015 gelungen war, die Serie der schwarzen Bürgermeister in der Stadt zu durchbrechen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Dr. Josef Stapper begonnen hatte und in deren Folge mehr oder minder klangvolle Namen wie Richard van de Loo, Gert Brock, Josef Joeken, Karl Thelosen und Theo Brauer das Amt innehatten.

Nun also Wolfgang Gebing, der seit vielen Jahren beharrlich auf dieses Ziel hingearbeitet hatte. Gemeinsam mit den Grünen verfügt die CDU im Stadtrat über eine bequeme Mehrheit, sodass Querschüsse im politischen Tagesgeschäft kaum zu befürchten sind. Inhaltlicher Schwerpunkt seiner Arbeit, so hat es Wolfgang Gebing in einem Interview gesagt, sollen die Wirtschaft und die Schulen werden. Bei letzterem hat Kleve bekanntlich viele Baustellen, allerdings hat seine Vorgängerin die erforderlichen Neubauvorhaben bereits samt und sonders in Angriff genommen. Gebing kann auf einem soliden Fundament aufbauen.

Natürlich wird auch Wolfgang Gebing sich mit den Realitäten auseinandersetzen müssen, die infolge der Corona-Pandemie unsere Gesellschaft durcheinanderwirbelt. Gut denkbar, dass viele Sachzwänge den Handlungsspielraum in den kommenden Jahren stark einengen werden. Einfach wird es also nicht, doch es erwachsen in aller Regel ja auch Chancen daraus, wenn man gezwungen ist, ausgetretene Pfade zu verlassen.

kleveblog wünscht dem neuen Ersten Bürger eine glückliche Hand!


Landrat Spreen vor blauem Rolltor (Digitalarbeit, 2020)

rd | 02. November 2020, 21:53 | 23 Kommentare
Der Schaum der Tage: Landrat Spreen (Foto: Kreis Kleve)

Der Kreis Kleve versandte die Pressemitteilung am 30. Oktober um 15:15 Uhr, der Betreff lautete: „Rettungswache Kalkar des Kreises Kleve startet nun vom Oyweg zu den Einsätzen“. Dem Text war zu entnehmen, dass die Mitteilung „nebst Foto“ verschickt wurde, und diesem Foto möchten wir uns nun widmen, denn es handelt sich um das letzte offizielle Foto, welches Landrat Wolfgang Spreen in Diensten zeigt. Da solche Aufnahmen immer auch Inszenierungen sind, schauen wir einmal genauer hin.

Wir sehen also: eine Garageneinfahrt. Das Rolltor ist halb geöffnet. Links vor der Einfahrt liegt auf dem Pflaster Gerümpel, offenbar sind die Handwerker nicht rechtzeitig fertig geworden oder haben vor der Zeit Feierabend gemacht. Beiderseits des Tores dazu zwei blaue Müllsäcke, die wegzuräumen offenbar auch niemand die Zeit gefunden hatte. Wir erwarten an Personal vor einem solchen Hintergrund gewerbegebietsähnlicher Trostlosigkeit entweder Reinigungskräfte oder aber Handwerker.

Es steht aber da: ein Mann im Anzug. Landrat Spreen.

Er trägt braune Schuhe, wie fast immer, eine enge, marineblaue Hose sowie ein farblich darauf abgestimmtes, sehr eng geschnittenes Jackett, dessen Ärmel etwas zu lang sind (auch das kennt man), sowie ein Hemd mit einer grob karierten Krawatte, dessen dominierende Farbe ein weiterer, dritter Blauton ist. Alles in allem scheinen die Blautöne abgestimmt auf das Rolltor und die Mülltüten im Hintergrund. Vielleicht soll hier also eine Einheit von Person und Aufgabe suggeriert werden, soll gesagt werden, dass es keine Entfremdung zwischen der Persönlichkeit der Hauptfigur und den Dingen gibt, mit denen er sich in den vergangenen 16 Jahren beruflich beschäftigen musste.

Der Mann lacht. Nein, er lächelt. Nein, es handelt sich um einen nahezu undefinierbar freundlichen Gesichtsausdruck, dem der Mona Lisa nicht unähnlich. Die Brille, für einen 65-Jährigen kaum vermeidbar, ist randlos und kaum sichtbar. Das Haar erscheint im Vergleich zu früheren Jahren etwas fülliger, mit den gefönten Konturen wirkt die Frisur fast ein wenig großväterlich.

Der Form nach könnte also alles stimmen, doch warum beschleicht uns beim Betrachten der Aufnahme ein Unbehagen? Warum sagt etwas in uns: Hier stimmt was nicht?

Halten wir zunächst einmal fest: Der Mann ist allein. Ein, auf welchem Level auch immer, Herrschender lebt davon, dass Menschen auf sein Wort hören, seine Gedanken zu Taten werden lassen (siehe Trump). Auf diesem Foto, vermutlich mit Corona begründet, aber alle Regeln herrschaftlicher Inszenierung missachtend, steht Wolfgang Spreen ganz alleine da, verlassen von seiner Entourage, verloren in der Welt. Sind wir alle verloren?

Seine Körperhaltung entspricht dem latenten Gefühl, bedroht zu sein. Die Arme wirken wie festgetackert, die Beine sind etwas weiter als schulterbreit gespreizt, so, als bräuchte der beidfüßige Stand in Erwartung des Kommenden zusätzliche Sicherheit. Dadurch aber scheint der ganze Körper nach hinten wegzukippen.

Was erwartet den Mann in seinem Rücken? Der Betrachter sieht das halbgeöffnete Rolltor, mit der Unterkante leicht über Kopfhöhe, der Protagonist aber sieht es nicht. Dahinter nur schwach illuminierte Düsternis, gähnende Leere, ein Höllenschlund.

Menschen, die ein hochgetaktetes Leben geführt haben, berichten immer wieder, dass sie im Ruhestand in ein Nichts gefallen sind. Dass alles um sie herum fad und leer erschienen ist. Dass die beruflichen Freunde sich nicht mehr haben blicken lassen, dass sie nur scheinbar eng verbunden waren. Vielleicht ist es eine Allegorie auf die mentalen Bedrohungen durch den Rückzug ins Privatleben, die der Fotograf aus der Kreisverwaltung hier mit dieser Aufnahme meisterhaft inszeniert hat.

Doch der unbekannte Urheber hat seine Komposition, eine Auftragsarbeit, mit einer zusätzlichen, fast neckischen Brechung versehen, die die vorstehende Deutung in Frage stellt – und zwar mit Hilfe eines winzigen Details. Rechts vom Höllenschlund erblickt der Betrachter (nicht der Protagonist) eine Ampel. Sie zeigt rot. Wir wissen nicht, ob das Tor sich senkt, oder ob es noch nicht weit genug geöffnet ist. Wir wissen also nicht, ob der Weg ins verderben freigegeben wird oder ob sich die Welt der Finsternis hinter der Hauptfigur wieder verschließt.

So wissen wir am Ende mal wieder: nichts.