Corona: 16 neue Fälle, 11 davon Leiharbeiter

rd | 29. Mai 2020, 21:09 | 1 Kommentar
Nicht kaputtzukriegen: Coronavirus

Nach 16 neuen festgestellten Infektionen ist die Zahl der insgesamt vom Coronavirus befallenen Menschen im Kreis Kleve auf 705 gestiegen – ein Zusammenhang mit den am Mittwoch bekannt gewordenen Fällen erkrankter Leiharbeiter aus Osteuropa, die in niederländischen Schlachthöfen arbeiten, liegt auf der Hand. Elf der Neuinfizierten sind laut Kreis Kleve als Zeitarbeiter erfasst. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, die sich zuletzt auf etwa 30 eingependelt hatte, ist auf 58 hochgeschnellt. Die Gesamtzahl der in der Stadt Kleve festgestellten Erkrankungen mit dem Coronavirus beträgt 94.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Gestern vermeldete der Kreis Kleve einen deutlichen Anstieg der Sozialhilfeempfänger (heute wird von Bedarfsgemeinschaften gesprochen). Hier der Text der Pressemeldung:

Die Zahl der Menschen, die im Kreis Kleve auf SGB-II-Leistungen angewiesen sind, ist im Mai deutlich gestiegen. Wies die April-Statistik noch ein Plus von 67 SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (BG) gegenüber dem Monat März aus, so verzeichnete das Jobcenter Kreis Kleve im Mai 264 zusätzliche BG. In den insgesamt 8.094 Bedarfsgemeinschaften leben 14.778 Menschen, davon 10.850 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 3.928 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. „Gut zwei Monate nach Beginn der Corona-Pandemie sind die Folgen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt deutlich sichtbar“, so Landrat Wolfgang Spreen. „Wie lange und in welchem Umfang sie sich auf die SGB-II-Zahlen im Kreis Kleve auswirkt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.“ Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Januar 2020 konnten 160 Personen in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit vermittelt werden. Weitere 84 Menschen arbeiten nun in einem Minijob.



Corona-Kontrollen von Sammelunterkünften: Landrat fordert von Laschet Verstärkung

rd | 29. Mai 2020, 13:34 | 10 Kommentare
Ball zurück ins Düsseldorfer Spielfeld gespielt: Landrat Spreen

Die Diskussion um die Unterbringung der Leiharbeiter hat immerhin einen erfreulichen Nebeneffekt: Endlich einmal wird das Ausmaß dieser Beschäftigungs- und Wohnverhältnisse im Kreis Kleve offenbar! In einer neuen Pressemitteilung aus dem Kreishaus heißt es, in den vergangenen zwei Wochen seien bereits 20 Objekte begangen worden. Sie stehen auf einer Liste mit insgesamt 60 Immobilien, bei denen es sich um Unterkünfte handelt, deren Besichtigung „priorisiert“ worden ist. Das wiederum heißt im Umkehrschluss: Es gibt noch weitaus mehr. Die Überprüfung der 40 noch fehlenden Unterkünfte würde hochgerechnet weitere vier Wochen dauern – und weil das möglicherweise im Gegensatz zur Dringlichkeit der Sache steht, hat Landrat Spreen jetzt das Land NRW um Unterstützung gebeten. Spreen: „Je nach Umfang der gewährten Landes-Unterstützung lässt sich der benötigte Zeitraum für die Kontrollen möglicherweise erheblich verkürzen.“

Interessanterweise muss Spreen ausgerechnet bei dem Thema, bei dem er (als Jurist) mit gutem Grund daran erinnert hat, dass auch die Arbeitskräfte aus Osteuropa Menschen mit Grundrechten sind, massive Kritik einstecken. Das Thema gilt offenbar als wahlkampftauglich, die Klever Ex-Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks (keine Juristin, aber Historikerin) regte unlängst in einem Interview mit der Rheinischen Post die Unterbringung der betreffenden Personen in einem Zeltlager an. Vermutlich ein gut gemeinter Vorschlag (Ansteckungsrisiken minimieren), allerdings hätte ein kurzes Erinnern dem Gespräch vermutlich gut getan.

Hier als Hintergrund die vollständige Pressemitteilung aus dem Kreishaus:

Bekanntlich hatte das Gesundheitsamt des Kreises Kleve aufgrund eines entsprechenden Erlasses des MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW) vom 13. Mai 2020 zum Thema „Überprüfung von Unterkünften von Personen, die in der niederländischen Fleischindustrie arbeiten und in NRW wohnen“ die Kommunen um Übermittlung von aussagekräftigen Informationen gebeten. In den vergangenen Tagen haben mehrere Städte und Gemeinden hinreichend konkrete Daten an den Kreis Kleve gesandt. Daraufhin fanden im Zusammenwirken mit diesen Kommunen, die zum Teil selbst Ordnungs-, Bauaufsichts- und Wohnungsaufsichtsbehörde sind, Überprüfungen der Unterkünfte in Begleitung der Unteren Gesundheitsbehörde des Kreises statt. Auch das Arbeitsschutzdezernat der Bezirksregierung Düsseldorf ist, soweit verfügbar, in diese Kontrollen mit eingebunden. „In der vergangenen und in dieser Woche haben insgesamt rund 20 Begehungen stattgefunden“, so Landrat Wolfgang Spreen. „Weitere Termine in der kommenden Woche sind abgestimmt.“ Inhalte und Ergebnisse der Kontrollen sowie angeordnete Maßnahmen des Gesundheitsamtes werden seitens des Kreises Kleve nicht öffentlich gemacht.

Angesichts der Vielzahl der gemeldeten Objekte und des damit verbundenen hohen Arbeitsaufkommens hat der Kreis Kleve die kreisangehörigen Kommunen darauf hingewiesen, dass sich die sukzessive Begehung aller Objekte mit dem verfügbaren Kreis-Personal auf die nächsten Wochen erstrecken wird. Deshalb hat Landrat Spreen mit Regierungsvizepräsident Roland Schlapka gesprochen und das Land NRW um personelle Unterstützung gebeten. Spreen: „Je nach Umfang der gewährten Landes-Unterstützung lässt sich der benötigte Zeitraum für die Kontrollen möglicherweise erheblich verkürzen“. Stand heute, 29. Mai 2020, wurden von den Kommunen rund 60 Objekte priorisiert, von denen 20 bereits kontrolliert wurden. Der Kreis Kleve erwartet, dass nach weiteren Abstimmungen mit den Kommunen zusätzliche Objekte in einer ähnlichen Größenordnung hinzukommen werden. Deshalb wurde das Land um Unterstützung gebeten. Im Übrigen geht der Kreis Kleve davon aus, dass bei einigen Objekten auch Mehrfach-Begehungen erforderlich sein werden.

Der Landrat betont ferner, dass für die Fachleute des Gesundheitsamtes ein Indexfall in einer Sammelunterkunft schon immer Vorrang hatte und hat. Spreen: „Diese Sammelunterkünfte der fleischverarbeitenden Industrie werden unverzüglich überprüft und erforderliche Maßnahmen ergriffen.“



Hochschule Rhein-Waal erforscht „Klang des Corona-Lockdowns“

rd | 29. Mai 2020, 11:20 | 10 Kommentare
So sieht der Lockdown von oben aus – aber wie klingt er?

Wie eine Blaskapelle wohl nicht, eher wie ein Staubsaugerroboter. Den veränderten Klang des Planeten während der Covid-19-Pandemie zu dokumentieren, das steckt hinter der Idee des Pandemic Silence Project. Dafür sammelt Professor Dr. Andreas von Bubnoff, Professor für Wissenschaftskommunikation an der Hochschule Rhein-Waal, Audioaufnahmen aus aller Welt. Wer sich beteiligen möchte, kann seine eigene Aufnahme einreichen.

Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus liegt in vielen Ländern das öffentliche und auch wirtschaftliche Leben nahezu lahm oder ist stark eingeschränkt. Dass sich dabei auch der Klang unserer Wohnorte, der Natur, ja des ganzen Planeten radikal zu verändern scheint, wird kaum diskutiert. So wird es beispielsweise an vielen Orten deutlich stiller. Was aber bedeutet diese plötzliche Stille für uns? Und was können wir aus dieser Stille lernen über unseren Einfluss auf den Klang zu normalen Zeiten? Professor von Bubnoff ist davon überzeugt, dass das globale Herunterfahren der meisten menschlichen Aktivitäten während der Pandemie eine einzigartige Chance ist, solche Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen.

Einen Klang einzureichen ist einfach: Benötigt werden mindestens ungefähr eine halbe Minute Audio der „Klanglandschaft“; ein Foto des Ortes der Klangaufnahme; Ort, Datum und Uhrzeit der Aufnahme; und schließlich noch ein kurzer Kommentar dazu, was zu hören ist und was an den Geräuschen und der Lockdown-Situation ungewöhnlich ist. Eine genaue Anleitung und das Formular zum Hochladen finden sich unter https://www.riffreporter.de/anthropozaen/corona-pandemie-still-pandemic-silence/. „Was die einzureichenden Klänge angeht, sind wir so ziemlich offen für alles”, betont Professor von Bubnoff. „Nur sollte der Kontext klar sein und der Klang eine besondere Bedeutung für die Teilnehmenden haben.”


Kreis Kleve & Weeze sollen Flughafen mit 6 Millionen Euro unter die Arme greifen

rd | 28. Mai 2020, 21:22 | 19 Kommentare
Terminal in Weeze: Es ist eine Leere (Fotos © Udo Kleinendonk)

Vorlage Nr. 1281/WP 14, nichtöffentliche Sitzung des Kreistages, überschrieben: Finanzierungsangelegenheiten der Flughafen Niederrhein GmbH. Worum es geht, dürfte klar sein. Nicht klar, wie viel. Sechs Millionen! Mit sechs Millionen Euro soll der Kreis Kleve den Flughafen Niederrhein unterstützen – und, um es in eine Perspektive zu setzen, es handelt sich dabei um die 1,6-fache Summe des Betrags, mit dem der Kreis Kleve exakt 951 kleinere Unternehmen unterstützt hat. Kurz vor der Kommunalwahl im September sollen noch einmal ein paar Pflöcke eingerammt werden, um den chronisch kriselnden Flughafen, auf dem seit dem 25. März kein regulärer Flugbetrieb mehr stattfindet, über die nächsten paar Monate zu retten.

„Die Geschäftsführung der Flughafen Niederrhein GmbH (FN GmbH) [also der scheidende Geschäftsführer Ludger van Bebber – Anm. d. Red.] ist aktuell an den Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze herangetreten und bittet um Liquiditätssicherung durch die Bereitstellung von 6 Mio. Euro“, heißt es in der Vorlage. Der Flughafen verzeichne derzeit einen Umsatzausfall von einer Million Euro pro Monat.

Im Gegensatz zum Interview mit der Rheinischen Post, in dem van Bebber im Juli wieder einen regen Flugbetrieb versprach, steht in der Sitzungsvorlage für die Kreistagsmitglieder, „dass in der diesjährigen Sommersaison in Folge der Pandemie keine Passagiere erwartet werden können“. Der Flughafen schätzt, dass – wenn der Flugbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen werden sollte – rund 180.000 Passagiere in der Sommersaison von Weeze abfliegen oder dort ankommen. „Ob diese Entwicklung bzgl. der o.g. Annahmen nachhaltig realistisch ist, kann im derzeitigen volatilen Umfeld nicht final beurteilt werden“, heißt es in der Vorlage.

Interessanterweise traut sich der Flughafen, Voraussagen für die nächsten fünf Jahre zu machen. Demnach geht er 2021 von einem Passagieraufkommen von 80 Prozent des Wertes von 2019 aus, 2022, 2023 und 2024 sollen es dann jeweils 50.000 mehr werden, sodass es insgesamt 1,15 Millionen Passagiere wäre (80.000 weniger als 2019). Eine wichtige Einnahme für den Flughafen ist das Parookaville-Festival. Der Flughafen geht davon aus, dass diese Veranstaltung im kommenden Jahr wieder stattfindet.

Andere Finanzierungsmöglichkeiten wurden als Alternativen geprüft und verworfen – sowohl der Rettungsschirm des Bundes (KfW-Bank) wie auch die des Landes (NRW-Bank) sähen lediglich die Vergabe von Krediten vor. Die aber dürften für den Flughafen nicht zu bekommen sein, denn wie soll er das Geld zurückzahlen? Die Kredite sollen in fünf oder sechs Jahren wieder zurückgezahlt werden, das heißt, bei einer (unterstellten) Normalisierung des Flugbetriebs 2021 bleibt kaum Zeit, zusätzlich etwas zur Rückführung der Darlehen zu erwirtschaften. Der Flughafen lebt von der Hand in den Mund.

Und was macht der Gesellschafter? Ihm sei die weitere Zuführung von Mitteln nicht möglich, so die Vorlage, da er selbst von der Coronakrise wirtschaftlich betroffen sei. Allerdings sei er bereit, auf die Rückführung eines Darlehens in Höhe von vier Millionen Euro zu verzichten. Das klingt großherzig, heißt aber nichts anderes, als dass er darauf verzichtet, sich selbst das Geld zurückzuzahlen. Das bringt dem Flughafen keinen Euro mehr.

Das Geld soll dem Flughafen als Einlage in eine stille Gesellschaft zufließen. Der Kreis Kleve, so ist es vorgesehen, beteiligt sich mit 3,12 Millionen Euro daran, der Rest (2,88 Mio. Euro) soll von der Gemeinde Weeze getragen werden.

In einem Brief an Landrat Spreen, der wie ein Beweisstück der Vorlage angefügt ist, schrieben der IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger und sein Geschäftsführer Ocke Hamann an Landrat Spreen unter dem Betreff „Systemrelevanz des Airports Weeze“: „Angesichts der aktuellen Entwicklung und der Wettbewerbssituation unter den Regionalflughäfen machen wir uns Sorgen um den Erhalt der Flughafeninfrastruktur in unserer Region.“ Der Flughafen in Weeze weise eine der besten Kostenstrukturen bundesweit auf. Einmal mehr wird die Behauptung der 1000 Arbeitsplätze wiederholt. Bemerkenswert aber auch in diesem Brief ist die Betonung, wie bedeutend das Parookaville-Festival ist. Es habe „das Potenzial, wie andere europaweit bekannte Festivals z. B. in Wacken oder Roskilde imagebildend für die gesamte Region zu wirken.Was das aber mit dem Flugbetrieb zu tun hat, wird das Rätsel der beiden Herren bleiben.

***

Unterdessen ist aus Dortmunder Ratskreisen zu hören, dass der üppig dotierte Vertrag mit dem designierten Dortmunder Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber nicht auf ungeteilte Begeisterung stößt – was nicht unerheblich ist, weil der Rat der Berufung van Bebbers zustimmen muss. Was gestört habe, so vermelden Stimmen aus Dortmund, sei, dass der Manager in seinem Lebenslauf seine Beteiligungen an Firmen, die mit dem Flughafen selbst in geschäftlicher Verbindung stehen (z. B. Agello) verschwiegen hat. kleveblog-Leser wissen seit Jahren um die merkwürdigen Zusammenhänge.


Hochschule veröffentlicht Zahlen. Besser gesagt: Malen nach Zahlen

rd | 28. Mai 2020, 15:10 | 11 Kommentare
Offenbar im Spoykanal versenkt: Zahlen der Hochschule, die nicht jeder wissen soll (Foto: Klaus Oberschilp)

Im vergangenen Jahr führte kleveblog der staunenden Öffentlichkeit anhand von hochschulinternen Zahlen vor Augen, dass das Bild der schönen, heilen Hochschulwelt doch so einige Risse aufweist. Angesichts der außerordentlich hohen Abbruchzahlen war der Bericht mit den Worten „Bilanz des Scheiterns“ überschrieben. Der Ärger darüber war so groß, dass die neue Hochschulleitung um Präsident Dr. Oliver Locker-Grütjen postwendend den RP-Redakteur Matthias Grass zum Gespräch bat, in dem man ihm alternative Wahrheiten präsentierte, die dieser in einer Art von Wackeldackeljournalismus an seine Leserschaft weiterreichte („Doppelt so viele Ingenieure im Ziel“).

Dass kleveblog die Zahlen überhaupt veröffentlichen konnte, ist dem Informationsfreiheitsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen zu verdanken, das Bürgern die Möglichkeit gibt, Akten von Institutionen einzusehen (im Idealfall arbeiten die Einrichtungen ja für den Bürger, nicht dagegen). Auch für das neue Jahr hatte kleveblog einen solchen Antrag gestellt, allerdings hat sich die Leitung der Hochschule nun offenbar dazu entschlossen, diese Zahlen gleich in einem Akt der Vorwärtsverteidigung selbst herauszugeben – allerdings in einer für eine Hochschule (aka wissenschaftliche Einrichtung) bemerkenswerten Auswahl…

Die Pressemitteilung dazu liest sich zum Einstieg wie eine Ermahnung an die kleveblog-Redaktion: „Der Bericht basiert auf Daten des Controllings der Hochschule. Die Kennzahlen erfordern zum Teil detailliertes Wissen über die Methoden der Erhebung, um sachgerecht interpretiert zu werden“, heißt es im Text. Übersetzt: Bitte keine anderen Deutungen als die, die die Experten der Hochschule uns dazu geben mögen.

Der Bericht selbst ist online abrufbar (Zahlen der HSRW 2019), es handelt sich um 50 Seiten mit vielen Tabellen und bunten Grafiken. Das wirkt auf den ersten Blick ja mal sehr transparent. Doch warte, lieber Leser!

Einer der zentralen Punkte, auf denen die kleveblog-Berichterstattung des vergangenen Jahres basierte, war die so genannte „Kohortenanalyse“, bei der geschaut wurde, wie groß der Schwund im Verlauf der Semester so ist. Also: Wie viele von denen, die einen Studiengang angefangen haben, sind im nächsten Semester noch da, und so weiter. Der Schwund kann viele Gründe haben (Wechsel des Studiums, Wechsel des Studienorts, Abbruch, Tod). Die Zahlen belegten, dass mehr als die Hälfte der Studenten ihren Studiengang nicht wie vorgesehen zu Ende geführt hatten.

Gespiegelt wurde dieser Umstand in den Übersichten zu den Bachelor-Abschlussquoten, in denen die Zahlen der exmatrikulierten (also: ausgeschiedenen) Studenten mit denen in eine Beziehung gesetzt wurden, die einen Bachelorabschluss erhalten hatten. In der Problemfakultät Technologie & Bionik kamen auf 795 exmatrikulierte Studenten 172 mit einem Bachelorabschluss (22 %).

Zahlen, die es nun nicht mehr geben soll (aus dem Bericht 2018)

Insofern war die kleveblog-Redaktion bei Eingang der Pressemitteilung gespannt, wie die nun frei Haus gelieferten neuen Zahlen so aussehen. Allein: Im aktuellen Bericht fehlen sie – und zwar komplett! Das ist etwa auf dem Niveau von Turkmenistan und Tadschikistan, wo es – den offiziellen Zahlen zufolge – keine Corona-Fälle gibt.

Stattdessen meldet sich der Präsident Oliver Locker-Grütjen zu dem (offenbar immer noch) brisanten Thema zu Wort, allerdings bemerkenswerterweise, ohne eine einzige Zahl zu nennen. Im zehnten und letzten Absatz der Pressemitteilung, also zu einem Zeitpunkt, zu dem der PR-verständige Kommunikator guten Gewissens davon ausgehen kann, dass die Hälfte der Journalisten bereits eingeschlafen ist, heißt es: „Die Hochschule wird die Abschlussquote – also den Anteil eines Jahrgangs, der die Hochschule mit einem Abschlusszeugnis verlässt – weiterhin im Blick behalten. ‚Wir werden ein Bündel von Maßnahmen ergreifen, um die Quote zu erhöhen. Dabei werden wir die sogenannten Studiengangswechsler und ‑zweifler verstärkt in den Fokus nehmen‘, erklärt der Präsident.“

kleveblog meint: Willkommen in der Trump-Hochschule für alternative Realität!

Selektive Wahrnehmung: HSRW-Präsident Locker-Grütjen (2.v.r.) mit lokaler Prominenz in der Klever Sparkasse (Foto: HSRW)

Ein kleines bisschen Nichts, oder: Das Klever Mehrgenerationenplatzfiasko (Bürgerwille, na und?)

rd | 28. Mai 2020, 13:45 | 33 Kommentare
Ein bisschen Boule darf sein
Platz für ein Basketballfeld: Skizze aus dem Workshop
Bürgermeisterin Sonja Northing: „Wir wohnen in einer Stadt, das sollten wir nicht vergessen“

(Aktualisiert, jetzt mit Stellungnahme des Beigeordneten Jürgen Rauer.) Wenn man in der Mitte des sechsten Lebensjahrzehnts steht, sollte man klug genug sein, die Schuld nicht mehr bei anderen zu suchen. Man trägt einen Sack voller Erfahrungen mit sich herum, man hat Lug und Trug gesehen, man war Zeuge von großer Niedertracht und noch größerer Dummheit. Und so bleibt am Ende nur die deprimierende Feststellung: Konnte ich wirklich so naiv sein?

Vielleicht war es blanker Idealismus, vielleicht aber auch Bürgersinn, der mich Ende Oktober 2017 in die Räume der Volkshochschule getrieben hatte. Dorthin hatte die Stadt die Anwohner der Straße Backermatt und das etwas weitere Umfeld (dazu gehöre auch ich) geladen, um über einen Entwurf für die Neugestaltung eines Areals zu diskutieren, das Klevern als Skaterplatz ein Begriff ist und das nunmehr seit gefühlten zehn Jahren nicht mehr ist als eine asphaltierte Fläche. Bürgerbeteiligung nennt sich das, und, weil die Bürgermeisterin sich das auf ihre Fahnen geschrieben hatte, war sie sogar persönlich gekommen und sprach zu Beginn der Veranstaltung ein paar freundliche Worte.

Zunächst stellten die Planer ihr Konzept vor, von dem sie selbst einräumten, dass es möglicherweise ein wenig überfrachtet sei. Aber es sollte ja auch ein „Mehrgenerationenplatz“ werden, auf dem Jung und Alt einander friedlich begegnen. Wobei, das zeigte sowohl der Entwurf wie auch die sich anschließende Diskussion, der Begriff „Jung“ sehr aus der Perspektive von Menschen betrachtet wurde, die wissen, dass die Zahl der Tage, die noch vor ihnen liegt, durchaus begrenzt ist. Als Beitrag zur sportlichen Betätigung war ein Boule-Feld vorgesehen, zweifelsohne ein schöner Sport, allerdings vor allem ausgeübt von Menschen, die Konrad Adenauer noch persönlich gekannt haben.

So nutzte ich die sich an das Plenum anschließenden Workshops, den verwegenen Vorschlag zu machen, dort doch ein Basketballfeld mit einzuplanen, eingedenk der Tatsache, dass schon zu Amtszeiten Theo Brauers Jugendliche, die in der Nähe des Platzes wohnten (und die mittlerweile erwachsen sind) einen Brief mit dem gleichen Wunsch an den damaligen Bürgermeister geschrieben hatten, der immerhin nach drei oder vier Jahren mit einer nichtssagenden Replik beantwortet wurde.

Die Diskussion ergab – meiner Erinnerung nach – keine großen Einwände. Das Titschen der Bälle bereitete etwas Sorgen, die ich aber mit einem Hinweis auf moderne Bodenbeläge zu entkräften vermochte. Und dass zu viele Jugendliche den Platz bevölkern könnten, um ihrem Hobby nachzugehen, ließe sich wohl kaum als Gegenargument anführen, wenn ausdrücklich von einem Mehrgenerationenplatz die Rede ist. Als ich am frühen Abend die Veranstaltung verließ, tat ich dies in dem guten Gefühl, etwas unternommen zu haben, um unser kleines Gemeinwesen ein wenig lebenswerter zu gestalten.

Dann tat sich: nichts. Ein Jahr lang: nichts. Zwei Jahre lang: nichts. Im vergangenen Jahr kam der Kampfmittelräumdienst. Er fand: nichts. Weitere Monate gingen ins Land, in denen geschah: nichts.

Und nun, Mitte Mai 2020, rund tausend Tage nach dem Workshop, zauberte die Stadt Kleve den neuen Entwurf für den Platz aus dem Hut. Der Plan zeigt, was eine Agentur imstande ist zu imaginieren, wenn sie eine Verwaltung beeindrucken will, die wiederum von sich glaubt, den Bürgerwillen imaginieren zu können. Von dem aber, was in der Veranstaltung im Oktober vor drei Jahren angeregt wurde, setzt dieser Entwurf exakt um: nichts. Dort, wo im Rahmen der Bürgerbeteiligung mal probeweise ein Basketballfeld eingezeichnet wurde, befindet sich auch in den neuen Plänen genau das seniorengerechte Boule-Feld, das schon vorher dort war. Die erste Vorstellung des Areals fand übrigens statt in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, dessen Mitgliedern angeraten sei, eventuell noch einmal über das erste Wort im Namen ihres Gremiums nachzudenken.

Natürlich wollte ich als Bürger vom federführenden Planer in Erfahrung bringen, wann und wo im Entscheidungsprozess für die Platzgestaltung das Basketballfeld verloren gegangen ist. Also schrieb ich eine Mail an Herrn Rauer. Hier die Antwort: „Vielen Dank für Ihre Anfrage. Im Rahmen der Diskussionen bei der Informationsveranstaltung zum Mehrgenerationenplatz Backermatt wurde bereits der Punkt der Lärmemissionen, insbesondere auch aufgrund der Nähe zur Seniorenwohnanlage angesprochen. In der vertiefenden Planung wurde die Realisierung der Möglichkeit des Basketballspiels geprüft. Aufgrund der Lärmbelastung kann dies jedoch keine Berücksichtigung finden. Bei Bedarf kann geprüft werden, ob dieses Angebot sich in der näheren Umgebung integrieren lassen kann.“

Wir halten fest: Neue Argumente werden gehört, dann aber wieder verworfen, weil sie die vorgefasste Weisheit stören. Wie gesagt: Wie konnte ich so naiv sein!

Da allerdings, wegen Corona, vermutlich in Zukunft ohnehin kein Cent mehr ausgegeben werden darf (Haushaltssperre!), wird vermutlich auch in den kommenden Jahren dort passieren: nichts.


Corona bei Leiharbeitern: Die meisten Infizierten wohnen in Emmerich

rd | 27. Mai 2020, 16:10 | 1 Kommentar
Das Virus

Von den insgesamt Corona-positiven 26 Leiharbeitern, die beim niederländischen Fleischverarbeiter VION beschäftigt sind und im Kreis Kleve leben, wohnen sechs Personen in fünf Sammelunterkünften. Diese bekamen heute Vormittag Besuch von Mitarbeitern des Kreis-Gesundheitsamtes in Begleitung von Dolmetschern und Mitarbeitern der örtlichen Ordnungsämter, die Verfolgung der Kontakte wurde eingeleitet. Bei den Hausbewohnern wurden Abstriche genommen, ebenfalls wurde eine Quarantäne angeordnet. Personen, die gestern telefonisch nicht erreicht werden konnten, sollen im Laufe des heutigen Tages persönlich aufgesucht werden. Auf die Städte des Kreises Kleve verteilen sich die 26 neu erkannten Infizierten wie folgt: Emmerich 21, Goch 1, Kalkar 1, Kevelaer 1 und Kleve 2.

Wenig überraschend machte die Zahl der Erkrankten heute einen Satz um 27 nach oben.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Chewgum (27.05. 21:48): Geht also....

Corona: 26 Leiharbeiter positiv getestet, kommt jetzt eine zweite Welle?

rd | 26. Mai 2020, 16:49 | 41 Kommentare
Treuer Begleiter

Um 14:04 Uhr verschickte der Kreis seine tägliche Mail mit den aktuellen Corona-Zahlen. Die Inhalte waren wie zuletzt meistens zur grundsätzlichen Beruhigung angetan: Demnach gebe es 660 bestätigte Infektionen, einer mehr als gestern, und nur 24 neue Infektionen in den vergangenen sieben Tagen. Die Meldung war vermutlich schon zum Zeitpunkt des Versands veraltet, denn exakt 108 Minuten später verschickte der Kreis Kleve eine zweite Pressemitteilung – und die berichtete von 26 weiteren Fällen, die dem Kreis nun bekannt geworden seien. Alle Betroffenen sind aus Osteuropa stammende Leiharbeiter, die im niederländischen Schlachthof VION in Groenlo arbeiten und von Wohnsitzen im Kreis Kleve aus zu ihrer Arbeitsstelle pendeln. (Der Originaltext der Meldung findet sich am Ende des Berichts.)

Das verheißt nichts Gutes, denn wer auch nur ansatzweise etwas darüber weiß, wie die Menschen von den (niederländischen) Arbeitsvermittlern in Deutschland untergebracht werden, weiß: Bessere Bedingungen kann das Coronavirus gar nicht finden! Sie leben dicht an dicht in Wohnungen, die für unsere Verhältnisse so überlegt sind, dass vielleicht ältere Mitbürger sich noch an die Zustände nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern, als in vielen Wohnungen zusätzlich Flüchtlinge untergebracht werden mussten. Aber für das billige Schnitzel wird derlei dann ja toleriert, wobei es nicht nur die Arbeitsvermittler aus den Niederlanden sind, die von dem System profitieren, sondern auch die Besitzer der Immobilien, die sie entweder auf diese Weise lukrativ vermieten oder aber teuer verkaufen können.

Staunen lässt auch, dass das Zusammenspiel zwischen deutschen und niederländischen Behörden etwa so gut zu verlaufen scheint wie das zwischen deutschen und afghanischen Ämtern, wir allerdings in einem geeinten Europa leben. Auch der übliche Sammeltransport in Kleinbussen zur Arbeit ist sicherlich eine ideale Möglichkeit, das Virus weiter zu verbreiten.

Nun soll hier aber keine Schwarzmalerei betrieben werden, nur steht zu befürchten, dass mit den nunmehr 26 neuen Fällen nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein wird. Jetzt (mit diesen neuen Informationen) werden die Mitarbeiter des Kreises in die Unterkünfte gehen und weitere Proben nehmen. Dort leben auch Menschen, die in Hotels, im Gartenbau, in der Landwirtschaft usw. arbeiten. Und natürlich sind die Bewohner abends in den Supermarkt gegangen oder am Wochenende in die (gerade wiedereröffneten) Kneipen. Das klingt nicht gut.

Die Kommunen haben die Sammelunterkünfte gezählt und kamen auf die folgenden Zahlen: Emmerich 40; Kranenburg 18; Goch 24; Kleve 51. Vermutlich aber sind es noch mehr, da anzunehmen ist, dass nicht jede Wohnung erfasst worden ist.

Probeweise ist in der Corona-Tabelle eine zusätzliche Zeile für den heutigen Tag eingefügt worden. Sie zeigt, dass die Zahl der aktuell erkrankten Menschen von 52 auf 78 gestiegen ist, die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen auf 45 und die als Richtwert herangezogene Zahl je 100.000 Einwohner auf 14,5. Das ist mehr als doppelt so viel wie auf Basis der ersten Meldung. Ab einem Wert von 50 sollen die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder verschärft werden. Im Landkreis Coesfeld passierte das, nachdem dort wegen einer Infektionswelle unter den (vorwiegend osteuropäischen) Mitarbeitern des Schlachthofs Westfleisch dieser Wert überschritten wurde.

Wegen der angeblich schleppenden Behandlung des Themas steht Landrat Wolfgang Spreen seit Tagen in der Kritik, insbesondere von Bürgermeister Peter Hinze (Emmerich). Die Rheinische Post hat sich dieser Sicht angeschlossen. Spreen erwiderte auf die Vorhaltungen: „Leiharbeiter sind auch Menschen mit Grundrechten.“ Da ist ihm bedingungslos zuzustimmen, auch wenn das einige möglicherweise anders sehen (wollen). Der Fehler liegt ohnehin eher im System, das aber weitestgehend toleriert worden ist (wenn die Leiharbeiter nicht gerade in die eigene Nachbarschaft einquartiert worden sind).

Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Am heutigen Mittag (26. Mai) ist dem Kreis Kleve eine Liste der Personen übermittelt worden, die in dem fleischverarbeitenden Unternehmen VION im niederländischen Groenlo arbeiten, dort auf SARS-Cov2 getestet wurden und im Kreisgebiet Kleve wohnen. Es handelt sich um 88 Mitarbeiter des Unternehmens, von denen 26 positiv getestet wurden. Die Untere Gesundheitsbehörde des Kreises Kleve hat unverzüglich mit den erforderlichen Maßnahmen begonnen

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


Kleiner Hinweis

rd | 25. Mai 2020, 18:10 | keine Kommentare
Coronavirus, von van Gogh skizziert

Auch wenn derzeit nicht mehr täglich eine Meldung zum Corona-Geschehen veröffentlicht wird, die Tabelle wird weiterhin jeden Tag aktualisiert. Das heißt, wer den Link speichert, kann sie jederzeit aufrufen. Oder auf den Link in einem älteren Artikel klicken, das führt auch jeweils zu der neuen Tabelle. Aktuell vier Neuerkrankungen, 30 Fälle in den vergangenen sieben Tagen sowie 55 derzeit als erkrankt geführte Menschen.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


Original & Fälschung: Das Frühstück im Grünen

rd | 25. Mai 2020, 16:27 | 16 Kommentare
Sehr entspannt: Kühe beim Nachstellen klassischer Gemälde

Der treue kleveblog-Leser Niederrheinstier wird nicht müde zu predigen, dass die in unseren Gefilden immer noch omnipräsenten Wesen der Gattung Bos taurus unterschätzt werden. Man muss aber manchmal auch genau hinschauen, um die besondere Herzensbildung der Tiere zu erkennen: An der Rheinbrücke konnte man heute zum Beispiel eine Gruppe von Rindern sehen, die sich scheinbar doof am Rhein niedergelassen hatten und ihr schwarzbuntes Fell von den noch feuchten Halmen der Uferwiese umschmeicheln ließen. Ein Sinnbild der heiteren Trägheit, möchte man auf den ersten Blick meinen. Doch der klassisch gebildete Mensch erkennt sofort: Diese Tiere liegen nicht nur einfach so da, sie stellen – nahezu perfekt – ein klassisches Gemälde nach, das berühmte Frühstück im Grünen (Le petit déjeuner sur l’herbe). Wer aber mag ihr Lehrmeister gewesen sein? Dass in den Ställen klassische Musik die Milchleistung erhöht, ist bekannt. Aber werden die Herden demnächst womöglich einmal wöchentlich durchs Museum Kurhaus getrieben? Oder durch Schloss Moyland, wo dann ein hinterlassener Kuhfladen womöglich als Kunstwerk gölte? Fragen über Fragen…

Das Original:

Als man noch nackt im Stadtpark sitzen durfte: Edouard Manets Meisterwerk (Von Édouard Manet – wartburg.edu, gemeinfrei)

Die Corona-Sonntagstafel: Es scheint sich einzupendeln, neuer Tiefstwert bei Erkrankten

rd | 24. Mai 2020, 15:23 | 10 Kommentare
27-28-28… weniger scheint’s nicht zu werden
Den Sitznachbarn mal eben in die Rippen stoßen – das geht nicht mehr: Corona-Klassenraum in der Lutherschule
Wie lange werden solche Bilder noch zum Alltag gehören?
Seit dieser Woche alles wie gehabt: Zufriedene Niederländer, campierend vor Ruinen

Drei Wochen mit jeweils knapp unter 30 Fällen im Kreisgebiet liegen nun hinter uns, und es scheint, als würde sich das Vorkommen der Seuche in diesem Bereich einpendeln – was prinzipiell keine ganz schlechte, aber auch keine ganz gute Nachricht ist. Die aktuelle Zahl besagt auch noch nicht, wie sich die Lockerungen aus das Geschehen ausgewirkt haben, das dürfte erst ab der nächsten Woche durchschlagen. Die Zahl der aktuell Erkrankten beträgt 52, ein neuer Tiefstwert. Die sogenannte Inzidenz verharrt seit zwei Wochen bei rund 10 je 100.000 Einwohner, also beispielsweise auf Kleve heruntergerechnet bedeutet dies (rein rechnerisch), dass es fünf neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen gegeben hat. (Die tatsächliche Zahl liegt bei sieben neuen Fällen, aber auch dieser Wert ist sehr gering.)

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


… und hier der kleine Corona-Service, die neuen Zahlen (+7)

rd | 19. Mai 2020, 18:03 | 16 Kommentare

Die Zahl der Fälle ist um 7 auf 636 gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner auf 10,2. Die Leiharbeiter, die in Kleve leben, aber in den Niederlanden arbeiten, werden ein politisches Thema – weil die im Nachbarland nach Bekanntwerden von Infektionen verordnete Quarantäne jenseits der Grenze nicht überwacht wird (werden kann?). Recherchen dazu laufen.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Häufig wechselnder Begleiter

Flughafen Weeze: Durchaus verwirrende Signale, was genau könnte „intensiver Flugbetrieb“ sein?

rd | 18. Mai 2020, 18:35 | 13 Kommentare
Ein Strich am Himmel – zurzeit schon viel

Während dieser Artikel verfasst wird, befinden sich im Luftraum des Niederrheins drei Kleinflugzeuge und ein Ultraleichtflieger in der Luft, keine Maschine, die den Flughafen Weeze ansteuert oder von dort abfliegt, und auch kein Jet, der in zehn oder zwölf Kilometern Höhe zwischen den Metropolen dieser Welt pendelt. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass der Flughafen Weeze am frühen Nachmittag via Rheinische Post verkünden ließ, bereits ab Juli wieder mit „intensivem Flugverkehr“ zu rechnen.

Auf der Website des Flughafens stehen derweil immer noch die Nachrichten vom 24. März, dass der Flugverkehr ab dem folgenden Tag eingestellt wird. Die letzte größere Flugbewegung war wohl die außerplanmäßige Landung einer Maschine, die den Gesundheitsminister Jens Spahn vor zwei Tagen an den Niederrhein expedierte.

Was „intensiver Flugverkehr“ genau bedeuten soll, bleibt offen, aber als freundlicher Hinweis sei hier an die abendliche Netzwerkveranstaltung der Rheinischen Post im Terminal des Flughafens erinnert, welche nicht durch Fluglärm gestört wurde, da an diesem Tag mit einem (damals) normalen Betrieb die letzte Maschine am frühen Nachmittag abhob. Der damals noch avisierte Sommerflugplan sah rund 50 Starts pro Woche vor, eine durchaus bescheidene Zahl von Flugbewegungen, für die am benachbarten Flughafen in Düsseldorf nur wenige Stunden kalkuliert werden.

Noch verwirrender wird die Nachricht angesichts der ebenfalls vom heutigen Tag stammenden Mitteilung, dass die Fluggesellschaft Ryanair, bekanntlich der einzige Kunde in Weeze, einen Einbruch der Passagierzahlen um nahezu die Hälfte erwartet und über Standortschließungen nachdenkt (dabei fällt allerdings vor allem der Name Wien, Heimat von Lauda Air).

Wie all dies zu der optimistischen Prognose eines „intensiven“ Betriebs passt, das ist eine spannende Frage. Glücklicherweise wird das Publikum nicht allzu lange auf die Folter gespannt, bis zum Juli verbleiben nur noch 43 Tage. Flughafenchef Ludger van Bebber jedenfalls ist vermutlich in der glücklichen Position, die sich daran anschließenden Nachrichten nicht mehr verkünden zu müssen, da er Ende September schon seine neue Stelle als Geschäftsführer des Flughafens in Dortmund antritt.


Corona: 1. Spuck-Attacke in Kleve

rd | 18. Mai 2020, 11:49 | 16 Kommentare

So etwas hat gerade noch gefehlt! Aus dem Polizeibericht: „Auf äußerst perfide und verachtende Weise hat ein junger Mann am Samstagnachmittag, 16.05.2020, seine Abneigung gegen die Hygieneschutzvorschriften zum Ausdruck gebracht. Nach den bisherigen Erkenntnissen betrat der mit ca. 20 Jahre alt und groß beschriebene Verdächtige gegen 16.00 Uhr eine Bäckerei auf der Wiesenstraße ohne Mund-Nase-Bedeckung. Als eine Mitarbeiterin unter Hinweis auf die geltenden Regeln sich weigerte, dem Mann Brötchen zu verkaufen, bespuckte dieser zunächst sie, dann ihre Kollegin und zum Schluss noch Teile der Backwaren im Auslagenregal. Danach verließ er das Geschäft in unbekannte Richtung. Der Verdächtige trug langes schwarzes Haar, welches er zum Zopf gebunden hatte sowie einen Oberlippenbart. Bekleidet war er mit einer schwarzen Jacke, Bluejeans, roten Schuhen sowie einem orangefarbenen Schal. Zeugen, die Hinweise zur Identität des Mannes geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei Kleve, Telefon 02821-5040, in Verbindung zu setzen.“ 

Ergänzend zur Auftragsnummer 4039912 wird das scheinbare Alter des Verdächtigen auf zwischen 20 und 40 Jahr korrigiert. Zur Größe des Mannes können keine detaillierten Angaben gemacht werden. Die Zeuginnen haben den Mann nur als relativ groß beschrieben. 


Fast schon eine kleveblog-Tradition: die Corona-Kurve zum Sonntag (leicht steigend)

rd | 17. Mai 2020, 16:48 | 5 Kommentare
28 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen…

… womit der Kreis Kleve bei 9,0 Fällen je 100.000 Einwohner liegt. Da erst ab 50 Fällen wieder schärfere Einschnitte drohen, kann man die Lage also noch (vorsichtig) entspannt betrachten. Die Zahl der aktuell noch als infiziert geführten Menschen im Kreis Kleve beträgt 63.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


Corona: Wissen Sie noch, was Sie am 1. Mai getan haben (+ 9 Infektionen)? Trauungen wieder ohne Maske möglich, Sporthallen und Schwimmbäder bleiben vorerst dicht

rd | 15. Mai 2020, 20:56 | 1 Kommentar
Haben wir uns dran gehalten?

Die Inkubationszeit für unser kleines Virus beträgt bekanntlich ca. 14 Tage, sodass der Anstieg von neun Fällen von gestern auf heute, ein deutlicher Ausreißer nach einigen Tagen mit höchstens einer Handvoll neu erkannter Infektionen, weist also zurück auf den Anfang des Monats, als die Leute anfingen, den Lockdown nervig zu finden. Womöglich ist das die Quittung dafür, vielleicht aber auch nur ein einmaliger Ausreißer (hoffen wir’s mal). Die Zahl der Todesopfer ist bei 33 geblieben, die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen beträgt 29 (Tendenz leicht steigend, sie war schon mal auf 19 gesunken). Aktuell krank sind 70, so wenig wie seit Anfang der Pandemie im Kreis nicht mehr. Der Link zur Tabelle am Ende des Textes.

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Unterdessen nimmt die Serie etwas merkwürdig wirkender Entscheidungen kein Ende, diesmal betrifft es beispielsweise die Sporthallen. Erst durften die Vereinssportler rein, aber ohne Kontakt. Der sollte erst ab Ende Mai wieder zum Repertoire gehören dürfen. Bis dahin ging zum Beispiel Werfen und Laufen. Nun hat die Bürgermeisterin Sonja Northing gestern mit der Heimatministerin Ina Scharrenbach telefoniert, und als Ergebnis sind die Sporthallen der Stadt Kleve erst einmal wieder geschlossen.

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Das Freibad im Sternbusch wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch den ganzen Juni noch geschlossen bleiben müssen, entgegen der ursprünglichen Ankündigung des Landes, dass Öffnungen ab Ende Mai erlaubt sind. Allerdings fehlen noch die Handreichungen, wie die Öffnung in Zeiten von Corona umgesetzt werden soll – und deshalb bleibt das neue Bad die nächsten Wochen noch dicht.

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Die Möglichkeit, in den vergangenen Wochen massiv home improvement zu betreiben, hat, wie nicht anders zu erwarten, dem Wertstoffhof einen beträchtlichen Andrang an Heimwerkern beschert, die Krempel und Bauschutt abliefern wollten. Der unlängst bekannt gegebene Verzicht auf Terminvergabe führte nun, bei offenbar zum Zerreißen gespannten Nerven der Kundschaft, zu Eskalationen, insbesondere, als die Bediensteten vor den Wartenden in Pause gingen. Auf Facebook kam nun der Appell, nicht auszurasten: „Leider [gibt es] immer wieder Anfeindungen gegenüber unseren dort tätigen Kollegen, die mit Hochdruck versuchen, jedem Anliegen so schnell wie möglich gerecht zu werden. Bitte bleibt geduldig, geht respektvoll miteinander um und beachtet die Verhaltensregeln.“ Die Resonanz war durchwachsen, aber die meisten Kommentatoren lobten durchaus der Einsatz der USK-Mitarbeiter.

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Das Klever Rathaus öffnet wieder zaghaft, die Kreisverwaltung ebenfalls. Wer aber was zu erledigen hat, sollte vorher sicherheitshalber anrufen – ohne Termin geht wohl die nächste Zeit noch gar nichts. Trauungen im Trauzimmer und im Museum Kurhaus mit bis zu 14 Personen sind wieder möglich, bei der Trauung müssen keine Schutzmasken getragen werden.

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Stadt Kleve verzichtet auch im Mai auf die Elternbeiträge für die Kindergärten.

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10. Videobotschaft der Bürgermeistern, diesmal satte zwölf Minuten:

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Wo Sie gerade bis hier gelesen haben:


Razzien bei mutmaßlichen Coronabetrügern: Oma (81) als Unternehmerin geführt, für die Hilfe gleich Gold gekauft und gebunkert

rd | 15. Mai 2020, 12:40 | 22 Kommentare
Goldbarren, 200-Euro-Scheine: Sichergestellte Corona-Soforthilfen bzw. deren metallisierte Form
Umschlag hinterm Schrank: Dafür war die Corona-Soforthilfe nicht gedacht
In diesem Kran war das Gold versteckt
Ermittelt: Staatsanwältin Christina Lindner
Ermittelt: Staatsanwalt Hendrik Timmer

(Aktualisiert, mit neuem Material zu den Unternehmen und Fällen) Das schnelle Geld rief auch Betrüger auf den Plan, das zumindest vermuten neben dem gesunden Menschenverstand auch die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Kleve und der Polizei aus Kleve und Viersen, die seit Mittwoch sieben Wohnungen und drei vermeintliche Geschäftsräume in Kleve, Kevelaer, Goch, Rees und Viersen durchsuchen.

Die insgesamt sechs Verfahren richten sich gegen sieben Beschuldigte, davon drei, die im Bereich Kosmetik tätig waren (Nagelstudios, Haarentfernung) und die nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft schon vorher in Schieflage geraten waren. Weitere Beschuldigte sind der Betreiber einer Eisdiele sowie der Geschäftsführer eines Kranverleihers, der neben der Zahlung für sein Unternehmen (15.000 Euro) auch noch seine 81 Jahre alte Mutter als Alleinunternehmerin aufgeführt hatte. Sie erhielt eine Zahlung in Höhe von 9000 Euro. Der Geschäftsführer hatte das Geld sofort in Gold investiert, welches er in einem seiner Kräne versteckt hatte. Als die Fahnder kamen, führte er sie zu dem Aufbewahrungsort. Dort fand sich das Edelmetall im Wert von rund 25.000 Euro. Andere hoben das Geld sofort ab und verwahrten es in einem Schrank oder in einem Tresor. Die Banken hatten die Fälle an die Staatsanwaltschaft gemeldet, weil sie Verdacht wegen Verstößen gegen das Geldwäschegesetz geschöpft hatten.

Gegen die sieben Personen wird nun ermittelt, weil sie im Verdacht stehen, gewerbsmäßigen Betrug begangen zu haben. Beim Ausfüllen der Soforthilfeanträge mussten die Antragsteller bestätigen, dass sie nicht zuvor schon in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sind. Die Verdächtigen sollen wahrheitswidrig gegenüber Behörden angegeben haben, als Gewerbetreibende durch die Corona-Pandemie Liquiditätsengpässe erlitten zu haben. Auf diese Weise sollen sie sog. Corona-Soforthilfen in Höhe von 9.000 bzw. 15.000 Euro erschlichen haben.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um fünf Deutsche, eine Libanesin und eine Rumänin im Alter von 22 bis 81 Jahren. Die Maßnahmen, die zurzeit noch andauern, dienen auch der Auffindung von Vermögenswerten, um die aus den Straftaten erlangten Gewinne wieder zu entziehen.

Die sechs Verfahren sind die ersten, die bei der Staatsanwaltschaft in Kleve in Sachen Corona-Soforthilfe eingeleitet wurden. Mittlerweile gibt es nach Auskunft von Staatsanwalt Hendrik Timmer, der gemeinsam seiner Kollegin Christina Lindner die Ermittlungen führt, Dutzende Verfahren mit dem gleichen Hintergrund.


Corona aktuell: Wie viele Klever maskieren sich?, kein Schlachter infiziert, kein Lichterfest

rd | 13. Mai 2020, 17:28 | 12 Kommentare
Gewissenhaft bereitet sich die örtliche Gastronomie auf die Wiedereröffnung vor: Genau definierte Laufwege, Bewirtungszonen, Konversationsflächen und Intestinalpassagen machen den Besuch der Gaststätten fast schon zu einem ausbildungspflichtigen Unterfangen. Wer mehr als zwei Bier getrunken hat, findet vermutlich auch nicht mehr raus und ist für immer in einer Zeitschleife gefangen
Bekanntlich bestimmt die Nachfrage das Angebot. Aber ein Preis von 1,50 Euro, wie er am Self-Baumarkt für ein Produkt im Werte eines einstelligen Cent-Bereichs aufgerufen wird, erscheint angetan, einmal grundsätzlich über die Wirtschaftsordnung nachzudenken

Der Mund-Nase-Schutz, unser neuer Alltagsbegleiter. Man ertappt sich bei dem Gedanken, ob man so ein Teil eingepackt hat, weil sonst der Besuch der Geschäftswelt nicht mehr möglich ist. Einwegteil aus Papier oder Stoffversion mit schrillem oder mit kleinbürgerlichem Design? Man kann nur hoffen, dass das bald ein Ende hat. Pflicht ist der Schutz derzeit nur beim Betreten eines Geschäfts oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wirte und Kellner können ihre Gäste nicht mehr mit einem Lächeln begrüßen (zumindest nicht mehr mit einem sichtbaren), da sie ebenfalls zum Tragen einer Maske verpflichtet sind. Aber auch in der Klever Fußgängerzone wird der korrekt getragene Schutz mehr und mehr zum Standard: Eine Zählung, gestern für die Dauer einer Bratwurst bei Terhoeven am Kaufhof durchgeführt, ergab, dass von 73 Passanten 16 einen Mund-Nase-Schutz trugen (22%), heute (zweimal die Stadt hoch gelaufen) waren es 25 von 80 (31%).

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Die aktuellen Zahlen aus dem Kreishaus: 4 neue Infektionen (608 insgesamt). Weiterhin 33 Todesopfer. Aktuell Erkrankte: 74. Neuinfektionen der letzten 7 Tage: 28.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

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Der Kreis Kleve hat aufgrund eines entsprechenden Erlasses des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW in zwei Schlachtbetrieben im Kreisgebiet Covid-19-Tests durchgeführt. Dem Kreis Kleve gegenüber hat kein Mitarbeitender die Durchführung des Tests verweigert. Es wurden insgesamt 456 anwesende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen getestet. Am heutigen Mittwoch, 13. Mai 2020, 11.30 Uhr, liegen dem Gesundheitsamt 339 Testergebnisse vor (74 Prozent der durchgeführten Tests). Alle 339 vorliegenden Ergebnisse sind negativ! Die Ergebnisse der verbleibenden 117 Testungen liegen noch nicht vor. 

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Adieu, Forstgartenkonzerte und Lichterfest. Hier die Mitteilung der Stadt Kleve im Wortlaut: „Nunmehr hat sich die Stadt Kleve aufgrund der Ereignisse um die Corona-Pandemie dazu entschlossen, neben sämtlichen Forstgartenkonzerten auch das Lichterfest am 5. September 2020 abzusagen. Obwohl Lockerungsmaßnahmen Aufführungen im Freien zulassen, gehen diese dennoch mit strengen Hygienevorschriften und sogenannten geeigneten Maßnahmen (Gestellung von Ordnern etc.) einher, zu denen auch die Steuerung des Zutritts und die Sicherstellung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern zwischen den Besuchern gehört. Zudem sind gemäß der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Corona-Virus (Corona-Schutzverordnung), die seitens der Landesregierung derzeit 14tägig fortgeschrieben wird, dass auch im Freien nicht mehr als 100 Besucher pro Veranstaltung zulässig sind. Vor diesem und dem Hintergrund, dass im Vorfeld eines Konzertes durch das Kontaktverbot keine ordentlichen Proben stattfinden konnten, sowie der Beschränkung der Personenzahl auf der Bühne der Konzertmuschel, hatten bereits einige Musikvereine ihr Forstgartenkonzert im Vorfeld abgesagt. Die Stadtverwaltung Kleve bedauert die Absage der Forstgartenkonzerte sowie des Lichterfestes sehr und hofft, diese Veranstaltungen im nächsten Jahr in gewohnter Manier wieder durchführen zu können.“



Corona aktuell: 2 weitere Menschen aus Kleve (68, 69) gestorben

rd | 12. Mai 2020, 15:08 | keine Kommentare
Achtlos weggeworfen: Mund-Nase-Schutz

Der aktuelle Corona-Überblick aus der Kreisverwaltung: Insgesamt 604 bestätigte Infektionen (genau so viele wie gestern), aber gleich drei neue Todesfälle, darunter eine Frau (68 Jahre alt) und ein Mann (69) aus Kleve. Das dritte Opfer – das 33. während der Pandemie im Kreisgebiet – stammt aus Geldern und ist eine 78-jährige Frau. Insgesamt sind nun aus Kleve 80 Infektionen gemeldet. Nochmals zwei mehr als am Sonntag. (Zu den Hintergründen dieses plötzlichen Anstiegs ist der kleveblog-Redaktion derzeit nichts bekannt.) Insgesamt verharren die Zahlen auf einem relativ niedrigen Niveau, zum ersten Mal seit dem 6. April gibt es keine Neuinfektion zu vermelden. Die Zahl der Neuansteckungen innerhalb der letzten sieben Tage liegt bei 29 Personen. Genesen: 498. Im Krankenhaus: 15. In Quarantäne: 288.

Hier einmal der Überblick über alle Gemeinden des Kreises: 36 in Bedburg-Hau, 48 in Emmerich am Rhein, 85 in Geldern, 41 in Goch, 30 in Issum, 26 in Kalkar, 38 in Kerken, 54 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 80 in Kleve, 10 in Kranenburg, 50 in Rees, 15 in Rheurdt, 59 in Straelen, 7 in Uedem, 11 in Wachtendonk und 14 in Weeze.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


Abitur in den Zeiten von Corona

rd | 12. Mai 2020, 11:28 | 3 Kommentare
Basketball nein, Duden ja: Setting für die Abiturprüfung am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Der Weg zur Matura führt am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium über den Notausgang, der nunmehr als Eingang fungiert, in die Sporthalle. Auf den Treppenstufen dorthin klebt schwarz-gelbes Absperrband, um den Reifeprüflingen die wegen Corona gebotene Distanz anzuzeigen. Gleich am Eingang warten zwei Desinfektionsmittelspender, sowie zwei Tafeln, auf denen die Platzzuweisung geregelt ist. Dann erblicken die Schüler zwei Spielfelder voller Tische, insgesamt neun Reihen mit jeweils sechs Tischen, Platz für 54 Abiturienten also. Damit die Zeremonienmeister der Prüfung, die Lehrer, nicht durch den Sportsaal brüllen müssen, können die Lehrer eine Lautsprecheranlage nutzen, um die Anweisungen für die Prüfung bis in den letzten Winkel der Spielfelder zu übertragen. Auf jedem Tisch befindet sich ein Duden – schön aufgestellt, nicht liegend –, sodass die Schüler auf jeden Fall die Möglichkeit haben, zumindest die Rechtschreibung ihrer Werke in den Griff zu bekommen. Der Rest muss im Kopf sitzen. Und das wird er sicher auch, denn Zeit zum Lernen war in den vergangenen Wochen wohl genug. So ist kleveblog optimistisch, dass alle Abiturienten ihre Prüfungen mit Erfolg absolvieren und wünscht: Gutes Gelingen!


Corona: Fieberzelt wird geschlossen

rd | 11. Mai 2020, 11:59 | 32 Kommentare
Ende der Fieberambulanz am 17. Mai

Wegen rückläufiger Patientenzahlen schließt das Katholische Karl-Leisner-Klinikum am Sonntag, 17. Mai 2020, die Fieberambulanz am St.-Antonius-Hospital Kleve. Das Klinikum stellt damit seine ambulante Corona-Testung ein.

Patienten mit Covid-19-Symptomen, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen, werden auch weiterhin gebeten, sich in ihrer Hausarztpraxis zu melden.

„Unsere Fieberambulanz hat sich vor allem in den Wochen der größten Unsicherheit bewährt“, so Holger Hagemann, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Wir haben als Klinikum für die Menschen der Region eine effektive Diagnostik ermöglicht und durch die räumliche Trennung vom Krankenhaus die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Patienten geschützt.“

Im März waren täglich bis zu 80 Patienten im Fieberzelt am St.-Antonius-Hospital, zuletzt haben sich dort während der Öffnungszeiten von 16 bis 20 Uhr weniger als zehn Patienten pro Tag auf eine Corona-Infektion testen lassen.

Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum hat die Fieberambulanz am 29. Februar 2020 eröffnet. Die Kosten belaufen sich seitdem auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.


Die aktuelle Coronakurve: Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber gleich ein halbes Dutzend neuer Fälle in Kleve

rd | 10. Mai 2020, 14:49 | 14 Kommentare
Nur noch 27 neue Infektionen (erkannt) im Kreisgebiet in dieser Woche

Corona, die Hoffnung: Die positive Entwicklung hat sich in der vergangenen Woche fortgesetzt. Soeben meldet der Kreis Kleve, dass es kreisweit in den letzten sieben Tagen nur noch 27 neue Infektionen gegeben hat, gegenüber der Zahl der Vorwoche (34) nochmals ein deutlicher Rückgang. Doch es gibt nicht nur gute Nachrichten…

Kleverin (95) verstorben, sechs neue Fälle in Kleve

Es hat ein weiteres, das mittlerweile 30. Todesopfer gegeben (eine 95 Jahre alte Frau aus Kleve), und in Kleve hat es gestern gleich ein halbes Dutzend neuer Fälle gegeben: Die Zahl der Erkrankungen ist von 72 auf 78 gestiegen (möglicherweise ein Indikator dafür, dass eine Gruppe betroffen ist). Da gestern insgesamt nur sieben neue Fälle erfasst wurden, ist also fast der gesamte gestrige Zuwachs ins Klever Stadtgebiet zu verorten. Und die 7-Tages-Zahl war im Laufe der Woche auch schon mal niedriger (19), alles nachzuprüfen hier in der Überblickstabelle. Die Gesamtzahl der (erfassten) Erkrankten im Kreisgebiet beläuft sich auf 99, bleibt also knapp im zweistelligen Bereich.


Film zum Sonntag: 60 Jahre B.C. Koekkoek Haus in 671 Sekunden

rd | 10. Mai 2020, 13:40 | keine Kommentare

Seit der Künstler Janusz Grünspek die Heißklebepistole zur Seite gelegt und sich dem Digitalen zugewandt hat, haben die Klever schon einiges an bemerkenswerten Arbeiten zu Gesicht bekommen, unter anderem eine schöne Fotoserie mit verfremdeten Hausfassaden, deren Schönheit erst durch die Grünspeksche Verfremdung wirklich sichtbar wurde. Auch gibt es mittlerweile mehrere Filme aus seiner Werkstatt. Diese sind allerdings eher der Gebrauchskunst zuzurechnen, was aber keinesfalls abwertend zu verstehen ist. In diese Linie gehört auch der von ihm produzierte Film zum Jubiläum des B.C. Koekkoek-Hauses, der heute auf Youtube veröffentlicht wurde, und der – in Zeiten der Pandemie – womöglich die einzige Form ist, in der solch ein Ereignis heute noch gefeiert werden kann, nämlich virtuell. Seit genau 60 Jahren ist das Palais an der Kavarinerstraße ein Museum, nachdem es zuvor (kurz) Rathaus und davor Wohnhaus war. Der erste Bewohner des Hauses war Malerfürst B. C. Koekkoek, der Begründer der Klever romantischen Malerschule. Er lebte, arbeitete und starb in dem Haus. Der sehenswerte Film geht anhand der alten Baupläne durchs Museum und zeigt, wie Koekkoeks Räume erhalten geblieben sind und heute genutzt werden. Ein schöner, virtueller Sonntagsspaziergang!

Genug der Vorrede, hier der Film:

(Wer sich fragt, wem die sonore Sprecherstimme gehört: Es handelt sich um den Antenne-Niederrhein-Moderator Oliver Drucks. Klaus Oberschilp, der gerne auch die kleveblog-Leserschaft mit ausgezeichneten Fotos beschenkt, sind die perfekt ins Licht gesetzten Aufnahmen der Kunstwerke zu verdanken.)

Das Jubiläum als virtuelle Gabe

Corona & die Klever Gastronomie: Das (vorläufige?) Ende der Kneipe, wie wir sie kannten und schätzten

rd | 09. Mai 2020, 15:33 | 50 Kommentare
Gemütlichkeit ade: 1,5 Meter Abstand zwischen den Tischen, Tresenplätze nur bei Plexiglasschutz
Fließt bald mehr Sterillium als Bier?

(Aktuelle Corona-Zahlen unten.) Die mittlerweile neunte Videobotschaft aus ihrem Amtszimmer nutzte Bürgermeisterin Sonja Northing auch dazu, den Gastronomen der Stadt Mut zuzusprechen. „Wichtig ist, dass unsere Gastronomie, dass die Kneipen geöffnet werden“, sagte sie, „einfach auch, weil viele Gastronomiestätten sonst in die Insolvenz gehen würden, und das wollen wir alle wirklich gar nicht.“

Das war am Freitag, als zwar klar war, dass die Landesregierung das Gastgewerbe nicht mehr länger komplett aus dem Geschäft halten würde, nicht aber, wie die Regelungen im einzelnen aussehen werden, die nun von den Betreibern von Lokalen und Restaurants zu befolgen sind. Diese Regularien gab die Stadt am Samstag bekannt, mit einem Link zu einem PDF-Dokument (hier als Service für die kleveblog-Leser komplett nachzulesen: Hygienestandards), dessen erster Abschnitt sich in insgesamt 17 Punkten der Gastronomie widmete. Zusammenfassend ist zu sagen: Für Gäste wird es künftig schwer zu unterscheiden sein, ob sie sich in einen Operationssaal herein bewegen oder in eine Schankwirtschaft.

Die Regelungen im Überblick: Nicht nur in Restaurants, sondern auch in Kneipen herrscht Sitzplatzpflicht. Wer einen gastronomischen Betrieb betritt, muss sich am Eingang die Hände waschen bzw. „bei Bedarf“ (was immer das heißt) desinfizieren. Auf „nicht kontaktfreie Begrüßungsrituale“ ist zu verzichten, das zumindest vermag niemanden zu überraschen.

Auf jedem Tisch muss ein Zettel ausliegen, der nicht nur eine Einverständniserklärung zur Datenerhebung (wir erinnern uns, Datenschutzgrundverordnung) beinhaltet, sondern auch eine Liste, auf der die Gäste ihren Namen und den Zeitraum ihres Besuchs eintragen, für den Fall, dass Kontaktpersonen nachverfolgt werden müssen. Der Gastwirt muss diese Liste vier Wochen aufbewahren und, nicht immer ist das Gewerbe ja frei von pikanten Begegnungen, die Vertraulichkeit wahren.

Nächster Punkt: Tische. Die sind so anzuordnen, dass sich entweder zwischen Tischkante und Tischkante anderthalb Meter Abstand befinden oder aber zwischen den beiden Rückenlehnen sich gegenüberstehender Stühle. An der Theke muss ein Abstand von anderthalb Metern zum Personal eingehalten werden, und, wenn das nicht möglich ist (also in jeder normalen Gaststätte) hat der Betrieb wie im Einzelhandel auch einen Plexiglasschutz anzubringen.

Die Laufwege zum Ein- und Ausgang sowie zur Toilette sind so zu bemessen, dass durchgehend anderthalb Meter Abstand zu anderen Tischen eingehalten werden können. Sind die Bereiche stark frequentiert, sollen Abstandsmarkierungen angebracht werden.

Speisen sind nur als Tellergerichte zulässig, sämtliche Spülvorgänge müssen bei Temperaturen von mehr als 60 °C durchgeführt werden.

Beschäftigte mit Kontakt zu den Gästen (Wirt, Kellner) müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und sich mindestens alle 30 Minuten die Hände desinfizieren oder waschen, worüber Buch geführt werden muss. In Sanitärräumen sind Hände Desinfektionsmittel, Flüssigseife und einmal Handtücher zur Verfügung zu stellen.

kleveblog meint: Eine Diskussion darüber, ob die Maßnahmen angemessen sind, soll hier nicht angestoßen werden. Aber mit Gastronomie, wie sie die Menschen kannten und schätzten, hat ein Betrieb, der diese Regularien beachtet, nichts mehr zu tun.

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Die aktuellen Corona-Zahlen vom Samstag:

592 bestätigte Fälle (2 mehr als gestern); 72 in Kleve; 29 Todesopfer; 467 Genesene; 16 im Krankenhaus; 295 in Quarantäne. Die Zahl aktuell erkrankten Person beträgt im gesamten Kreisgebiet nur noch 96. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen beträgt 22. (Daraus errechnet der Kreis die Inzidenz je 100.000 Einwohner. Sie beträgt 7,0. Das ist recht einfache Mathematik: Die 22 Fälle müssen durch drei geteilt werden, weil der Kreis knapp über 300.000 Einwohner hat. (Alle Zahlen zusammengefasst hier in der Überblickstabelle.)


Corona, das große Aufmachen. Kazmierczak vor Autos. Der Überblick

rd | 08. Mai 2020, 16:30 | 1 Kommentar
Straßenmüll, den es vor zwei Monaten noch nicht gab
Ein Teil des Trainings könnte darin bestehen, um die Tische Slalom zu laufen

Ist das Gegenteil vom Shutdown der Shutup? Wir wissen es nicht, aber einiges wird wieder normaler in den kommenden Tagen und hoffentlich für lange Zeit (heute 6 neue Infektionen, alle Zahlen zusammengefasst hier in der Überblickstabelle). Hey, was geht – hier die Übersicht:

Autokino: Heute erster Live-Auftritt von Ludger Kazmierczak im Autokino. Die Gäste waren begeistert: „Ein besonderes Erlebnis, bei der Weltpremiere Comedy live im Autokino dabei gewesen zu sein. Es war einmalig schön“, so die Meinung eines Gastes. Weitere Veranstaltungen folgen.

Überlebensgroß: Ludger Kazmierczak live

Basketball: (Voraussichtlich) ab Montag, 11. Mai, wieder Hallentraining. Kontaktlos, wenig Ball, vor allem Linienläufe (2 Gruppen, Sets à 3 Stück), beim Training ist permanent ein Arzt zugegen.

Rammstein in Nimwegen: Njet. Die Band hat heute den kompletten zweiten Teil der Stadiontour durch Europa abgesagt.

Stadtbücherei: Seit gestern wieder für Ausleihe und Rückgabe geöffnet. Begrenzte Öffnungszeit montags bis donnerstags und samstags von je 3 Stunden starten! Bücherei nur mit Mund-Nase-Schutz betreten und möglichst alleine kommen.

Restaurants: Dürfen ab Montag öffnen. Hygienekonzept, Platzanweisung, Tischabstand müssen vorliegen, erfolgen, gewährleistet sein. Kneipen noch geschlossen.

Spielplätze: Alle Kinderspielplätze auf dem Gebiet der Stadt Kleve sind seit gestern wieder geöffnet. Bolz- und Skateplätze bleiben weiterhin für den Aufenthalt und der Nutzung für alle Personen (Erwachsene, Jugendliche, Kinder) geschlossen. Auf Kinderspielplätzen ist bei Begleitpersonen untereinander ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten, soweit sie nicht zur Familie oder häusliche Gemeinschaft gehören.

Wertstoffhof: Krempel kann ab sofort ohne Terminvergabe wieder abgegeben werden. Erweiterte Öffnungszeiten: Montag-Freitag, 8-12 Uhr und 13-16 Uhr, Samstag 8-12 Uhr.

Volkshochschule: Ab Montag, dem 11. Mai 2020, öffnet die Volkshochschule der der Stadt Kleve wieder. Um die notwendigen Schutzmaßnahmen einzuhalten, haben die Mitarbeitenden der VHS die Unterrichtsräume und die Flure entsprechend hergerichtet. Da die VHS sehr unterschiedliche Veranstaltungen anbietet, die unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen mit sich bringen, prüft sie sorgfältig, was sie wann und wie anbieten kann. Dazu werden Teilnehmer individuell informiert.

Vater-Kind-Zelten der Kolpingfamilie: In diesem Jahr leider abgesagt.

Night Mover: Steht bis auf Weiteres nicht zur Verfügung, bereits gebuchte Tickets verfallen automatisch.

Tiergarten: Geöffnet. Folgende Tiere haben die Öffnung nicht mehr erlebt: Poitou-Esel Kena und einer derzwei Waschbären, Max, verstarben, während der Park geschlossen war. Da nur 600 Besucher gleichzeitig in den Park dürfen, werden 600 Marken bei Eintritt vergeben. Die werden beim Verlassen in den Briefkasten geworfen und nach einer Desinfektion wiederverwendet.


Themenwechsel, aber es bleibt in der Tierwelt, oder: Was kann der Kammmolch?

rd | 08. Mai 2020, 13:48 | 14 Kommentare
Scheu, glitschig, hochintelligent (vielleicht): der Kammmmolch (Foto: NABU)
NABU-Mitarbeiterin Corinna Barthel bei der Zählung im Kolk (Foto: NABU)

Die Naturschutzgebiete rund um die NABU-Naturschutzstation Niederrhein beheimaten verschiedenste Amphibienarten. Dieses Jahr sind Biologin Ortrun Heine und Praktikantin Corinna Bartel wieder unterwegs, um das Vorkommen der Molche und Frösche zu untersuchen. Bei der Entdeckung eines europaweit streng geschützten Kammmolches ist die Freude besonders groß.

In regelmäßigen Abständen findet die Amphibienkartierung der NABUNaturschutzstation Niederrhein statt. Das bedeutet, die Biologinnen der Station rücken schwer bepackt mit Rucksäcken aus – gefüllt unter anderem mit Molchreusen, Kescher und Wathosen. Ziel ist es, das Vorkommen der Amphibien in den umliegenden Naturschutzgebieten zu dokumentieren, um es mit alten Daten zu vergleichen. Die Informationen werden gebraucht, um Aussagen zur Entwicklung der Gebiete zu machen und Maßnahmen abzuleiten. Zu den Gebieten der Station, die für die Amphibienkartierung relevant sind, gehören das Kranenburger Bruch, die Rindernschen Kolke, die Emmericher Ward und die Moiedtjes-Teiche.

Den Gebieten gilt in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit, da die Biologinnen hofften, Kammmolchfunde der letzten Kartierungen zu bestätigen. Der Kammmolch ist nicht nur wegen seiner Größe oder seiner Seltenheit besonders. Er ist zudem europaweit nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien geschützt. Das bedeutet, dass er nicht verletzt oder getötet werden darf und sein Lebensraum geschützt werden muss. Seine Gefährdung in Europa, aber auch hier am Niederrhein geht vor allem von der Zerstörung der Kleingewässer aus, in denen er zu Hause ist. Diese werden unter anderem zunehmend durch Pestizide verschmutzt oder für Landschaftsnutzung zugeschoben. Diese Kleingewässer trocknen außerdem wegen des Klimawandels mit seinen höheren Temperaturen und geringeren Niederschlägen stärker aus. Auch Verluste durch den Straßenverkehr spielen eine Rolle. „Als wir Anfang April dann tatsächlich den ersten Kammmolch in der Emmericher Ward nachgewiesen haben, war das ein besonders schöner Moment“, sagt Ortrun Heine.

Neben den Kammmolchen kann man in den Naturschutzgebiete rund um Kleve auch auf Teichmolche, Erdkröten und Gras- oder Wasserfrösche treffen. Außerdem begegnet man natürlich nicht nur adulten, also erwachsenen Amphibien, sondern auch Laich und Kaulquappen beziehungsweise Molchlarven. Um all das zu unterscheiden, brauchen auch erfahrene Biologinnen einen Bestimmungsschlüssel.

Bei der Untersuchung, für die die NABU-Naturschutzstation Niederrhein stets eine Ausnahmegenehmigung beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz beantragen muss, steht das Wohlergehen der Tiere natürlich im Vordergrund. Deshalb werden Arbeitsgeräte, Kleidung und Hände vor und nach der Arbeit in den Gebieten gründlich desinfiziert. Dabei geht es vor allem darum, die Amphibien vor dem Chytridpilz zu schützen. Der verursacht die sogenannte „Salamanderpest“. Dieser Pilz wurde vermutlich aus Asien eingeschleppt und befällt die Haut der Amphibien, was zu ihrem Tod führt. „Das Desinfizieren ist zwar ein riesiger Arbeitsaufwand, aber natürlich extrem wichtig für den Schutz der Tiere“, sagt Ortrun Heine. Nach den Untersuchungen vor Ort werden die gefangenen Molche und Frösche selbstverständlich wieder freigelassen.

Wenn Ortrun Heine von ihrer Arbeit spricht, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich von der Begeisterung für die Natur anstecken zu lassen. Wie allen Biologinnen und Biologen gefalle ihr am Kartieren besonders, so viel Zeit draußen verbringen zu dürfen. „Plötzlich springt ein Hase auf, Rehe brechen durch das Gestrüpp, ein Großer Brachvogel ist zu hören oder ein Eisvogel zu beobachten. Das ist alles so schön. Also, wem da nicht das Herz aufgeht …“

kleveblog meint: Und dann erst die Störche, Löffler, Kiebitze, Blaumeisen und Dohlen!


Auf dem Weg zum Avifaunafanatismus? Der Storch darf nicht fehlen

rd | 08. Mai 2020, 12:09 | 1 Kommentar
Kinderreiche Familie im milden Licht der Abendsonne: 3 Nesthocker in Düffelward mit reichlich Appetit. Vater (oder Mutter?) geht anschaffen (Foto: Klaus Neumann)

Die Störche sind natürlich das Imposanteste, was der niederrheinische Himmel im Sommer zu bieten hat (von den Boeing 737 des Unternehmens Ryanair mal abgesehen, die sind größer, aber weniger ästhetisch, und deren Rückkehr ist mehr als ungewiss). Zur Erbauung des Lesers ein Beitrag über das Tier, erschienen im vergangenen Jahr im Magazin Der KLEVER (Ausgabe 2-2019):

Horch, ein Storch! 

Mittlerweile ist das charakteristische Klappern wieder häufiger am Niederrhein zu hören – doch der Zuwachs an Störchen beruht nicht unbedingt darauf, dass die Lebensbedingungen besser geworden sind.

Wenn ein Schwarm am Himmel seine Kreise zieht und gerade nicht eine Windkraftanlage oder eine Überlandleitung ins Blickfeld rutscht, könnte man sich in die Zeit der Dinosaurier zurückversetzt fühlen. Die Weißstörche, die es auf eine Flügelspannweite von mehr als zwei Metern bringen können, gehören zu den eindrucksvollsten Vertretern der niederrheinischen Tierwelt – und zum Glück sind sie am heimischen Himmel immer häufiger zu sehen. 

Einst gehörte der Weißstorch (Ciconia ciconia) zum typischen Bild unserer Landschaft. Die Redewendung, dass der Klapperstorch die Kinder bringe, bezeugt beispielhaft die Verankerung des Vogels in der alltäglichen Wahrnehmung früherer Tage. Doch die Entwicklungen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, die gemeinhin unter dem Wort Fortschritt zusammengefasst werden, machten den majestätischen Vögeln das Leben am Niederrhein schwer. 

Hungrige Jungvögel: 1,2 Kilogramm Kleingetier wird pro Tag verfüttert

Aus Wiesen mit ihrem reichen Angebot an Kleingetier wurden Felder, Feuchtgebiete wurden trockengelegt. Das alles hatte zur Folge, dass den Störchen schlichtweg die Nahrung fehlte, die insbesondere zur Aufzucht der Brut nötig war. Ein Jungvogel im Nest vertilgt, kurz bevor er flügge wird, täglich rund 1,2 Kilogramm an Kleingetier, das ihm die Eltern servieren müssen. Dass das immer schwieriger aufzutreiben war, machte den Niederrhein aus Sicht der Storcheneltern unattraktiv, zusätzlich dezimierten Unfalltode (Überlandleitungen), die Jagd auf die Vögel in Afrika sowie verschlechterten Lebensbedingungen auch dort die Bestände. Spätestens Mitte des vergangenen Jahrhunderts waren sie verschwunden, vielleicht von einigen versprengten Restexemplaren abgesehen. 

Doch1996 kehrten sie an den Niederrhein zurück, vermutlich infolge von Auswilderungsprojekten, die die Wiederbesiedlung einleiteten. Das erste Pärchen brütete in Zyfflich, nachdem dort eine Nisthilfe aufgestellt worden war. „Inzwischen ist die Population deutlich angestiegen“, sagt Bettina Blöß, Diplom-Biologin beim Naturschutzzentrum des Kreises Kleve. In diesem Jahr zählte die Expertin 33 Brutpaare, die insgesamt 73 Jungstörche erfolgreich in die Luft brachten. Der Schnitt pro Brutpaar liegt also bei etwas mehr als zwei Jungvögeln. 

Der Zuwachs an Störchen ist allerdings, trotz vielerorts aufgestellter Nisthilfe, nicht unbedingt den verbesserten Lebensbedingungen am Niederrhein zu verdanken. Bei den Weißstörchen wird zwischen Westziehern und Ostziehern unterschieden. Die Ostzieher fliegen über den Bosporus in afrikanische Gefilde, die Westzieher nutzen die Meerenge von Gibraltar, um den Kontinent im Süden zu erreichen. 

Die Störche, die am Niederrhein sesshaft sind, gehören allesamt zu den Westziehern. Sie überfliegen auf dem Weg gen Süden die iberische Halbinsel und fanden dort zahlreiche Mülldeponien, auf denen sie ausreichend Nahrung finden. Das mag für uns Menschen unästhetisch wirken, aber bei den Vögeln führt es dazu, dass viele von ihnen den anstrengenden Flug bis Afrika abbrachen und einfach in Spanien überwinterten.  

„Vermutlich hat dies zu einer geringeren Wintersterblichkeit geführt“, so Bettina Blöß. „Daher kommen immer mehr Störche zum Brüten zurück.“ Auch der Bruterfolg in anderen Regionen kann zum Anstieg der Bestände beigetragen haben – denn anders, als viele denken, sind Störche nicht sehr brutortstreu. 


Wo wir gerade bei Vögeln sind: Drususdeich, 1. Kolk rechts – ein seltener Löffler

rd | 08. Mai 2020, 11:17 | 10 Kommentare
Besondere Kennzeichen: Schnabel in Form eines Latte-Löffels (Foto: Duck Heek)

Die Serie außerordentlicher Vogelbegegnungen in Zeiten der Pandemie nimmt kein Ende. Diesmal entdeckte kleveblog-Leser Duck (!!) Heek am Drususdeich in Rindern, 1. Kolk rechts, dieses Prachtexemplar aus der Avifauna. Es handelt sich um einen von ca. 59.000 Löfflern, die es noch gibt und die definitiv nicht hier heimisch sind. Wie der Ring am linken Bein zu offenbart, war der weiße Freund mit dem lattelöffelartigen Schnabel und dem Federkamm am Haupt schon Gegenstand ornithologischer Untersuchungen, womöglich hat er auch schon im Sudan oder in Äthiopien Quartier genommen, wohin es ihn und seine Artgenossen in den Winter zieht. Vor der Überquerung des Mittelmeeres machen die Löffler Rast an der Costa da Luz in Spanien (westlich von Cadiz). Und wir? Wir kommen nicht mal bis zur Nordseeküste im Moment! Aber warte nur, balde…


Corona, na und? Neu macht der Mai: Bänke, Blumenladen, L’Osteria, Aldi

rd | 07. Mai 2020, 20:41 | 2 Kommentare
Sichere Bank. Online-Benutzung unmöglich
Fast fertig: Für die italienischen Momente im Leben
Sag’s durch die Blume: Rechtzeitig vor dem Muttertag befriedigt „Flowers & More“ endlich wieder florale Bedürfnisse der Stadtmenschen (Foto: Flowers & More)

Die Kreisverwaltung liefert weiter (dankenswerterweise) die Seuchenzahlen, aber fast schon mit einer Routine, wie einem sonst die Empfänger von Sozialleistungen portioniert präsentiert wurden. Aktuell also ein weiteres Todesopfer, das 29. im Kreisgebiet, ein 65 Jahre alter Mann aus Emmerich. Es gibt vier neue Infektionen (584 insgesamt), und mittlerweile hat der Kreis die Darstellung von kleveblog übernommen, nach der einfach die Infektionen der letzten sieben Tage gezählt werden, weil dies einen besseren Überblick verschafft, wie sich die Krankheit ausbreitet oder eben nicht. Wie schon berichtet, betrug die Zahl am vergangenen Sonntag 34, mittlerweile liegt sie sogar nur noch bei 19. (Alle Zahlen zusammengefasst hier in der Überblickstabelle.)

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Bierleitungen gereinigt

Kein Wunder also, dass sich viele Gewerke darauf freuen, durchstarten zu können. In der Gaststätte Zentrale wurden die Bierleitungen schon gereinigt, allerdings gibt es noch keinen Termin für die Wiedereröffnung von Kneipen. Restaurants dürfen öffnen, allerdings so richtig gemütlich wird es aufgrund der Abstandsregeln noch nicht. Gäste müssen zu den Tischen geführt werden und ihre Namen angeben, und an einem Tisch dürfen höchsten Angehörige zweier Haushalte sitzen.

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Rohbau al dente

Gut ist aber, dass in Kleve bald ein Restaurant mehr zur Auswahl stehen wird: Trotz der schlechten Nachrichten wurde an der Emmericher Straße fleißig weitergebaut, und der Esstempel L’Osteria sieht so aus, als könne er schon bald eröffnen. Hätte man nicht gedacht.

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Kleinstadtblumen

Zweifel äußerten einige kleveblog-Kommentatoren, ob der Gründergeist von Ingo Marks tatsächlich anhält. Unlängst (aber zu einer Zeit, als Corona noch so fern schien) wurde er auf kleveblog mit seinem neuer Tobacco-&-More-Filiale am Fischmarkt vorgestellt. Dabei offenbarte er, dass er am alten Standort des Geschäfts einen Blumenladen zu eröffnen beabsichtige. Wer immer in der Innenstadt ein paar Blumen nötig hatte, sei es als Geste der Dankbarkeit oder für ein überraschend vereinbartes Rendezvous, stand bisher auf dem Schlauch und musste aus Vorgärten etwas wegrupfen. Das ist aber nun vorbei, wie angekündigt hat Ingo Marks sein Geschäft eingangs der Stechbahn eröffnet. Der Name, wenig überraschend: Flowers & More. Wir wünschen allzeit eine Handbreit Wasser in der Vase!

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Ein Ausbund an Grundsolidität

Und, als seien das der guten Nachrichten nicht schon genug, überrascht die Stadt Kleve mit der Aufstellung zweier wertiger Bänke in der Fußgängerzone (eine oben, eine unten). Sie stammen aus den Freudenberg-Werkstätten und strahlen eine Unerschütterlichkeit aus, die in diesem Tagen nicht ganz verkehrt erscheint. Sofort überlegt man sich, wann eigentlich zuletzt etwas für Fußgänger in diesem Abschnitt getan wurde, und es fallen einem nur die mittlerweile so richtig abgeratzten Holzmanschetten um die Platanen ein, die vor ca. 50 Jahren angebracht wurden. Schön, dass sich auch da was ändert.

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Warten auf den Aldipalast

Nicht verschweigen wollen wir auch, dass an der Emmericher Straße der älteste Aldi-Markt der Welt der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist und in den nächsten Monaten durch einen neuen Aldipalast ersetzt wird. Die Welt wird immer perfekter, möchte man jauchzen. Wer sehen will, wie die schöne neue Welt des Discounters bald auch in Kleve aussehen wird, der möge nach Emmerich fahren, da steht gleich links vor der Stadt, in idealer Einflugschneise für die Kunden aus unserem Nachbarland, am alten Bundeswehrgelände ein Konsumschloss für uns Normalverbraucher.


Corona-Zahlen fallen, Kleve macht sich bereit für Lockerungen, Cinque-Sommernacht trotzdem abgesagt

rd | 06. Mai 2020, 16:39 | 37 Kommentare
Wann darf man sich wieder zur Begrüßung um den Hals fallen?

Während Angela Merkel in Berlin erörterte, wie die strengen Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie gelockert werden können, lieferte der Kreis Kleve Zahlen, die dazu passen. Die Infektionswelle scheint zurückgedrängt werden zu können – hoffentlich für immer!

Von gestern auf heute gab es fünf neue bestätigte Infektionen (insgesamt nunmehr 580), doch die Zahl der aktuell Infizierten, die sich rechnerisch aus der Statistik ergibt, beträgt nur noch 112, so wenig wie zuletzt am 20. März. 21 Menschen befinden sich in stationärer Behandlung, auch ein Tiefstwert seit Ende März. Mittlerweile sind 28 Menschen verstorben, das letzte Todesopfer, ein Mann aus Rees, war 86 Jahre alt. 440 Menschen sind seit dem Ausbruch der Pandemie genesen. (Alle Zahlen zusammengefasst hier in der Überblickstabelle.) Es sieht also alles ganz gut aus, und doch musste Bruno Schmitz, der Veranstalter des größten Sommerevents in Kleve, heute eine bittere Entscheidung verkünden: Die Cinque-Sommernacht, veranstaltet vom Kleinkunstverein gleichen Namens, wird in diesem Jahr abgesagt. Sie hätte am 22. August stattfinden sollen, doch nach wie vor sind alle Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Zehn Tage fehlten. Der Verein hatte schon mehr als tausend Karten verkauft, normalerweise kommen rund 2500 Menschen auf der Festwiese am Tiergarten zusammen.


Die Lage des Landes

rd | 06. Mai 2020, 13:49 | 5 Kommentare
Was magst du lesen, kleiner Freund: Blaumeise in kleveblog-Bibliothek

Unlängst war auch die Blaumeise im Ensemble der Untergangsmeldungen vertreten, ein bösartiges Bakterium raffte den zierlichen Vogel dahin. Gleichwohl gilt der Bestand von Cyanistes caeruleus als nicht gefährdet. Insgesamt wiegt der Vögel nur rund zehn Gramm. Wer Uwe Johnsons Jahrestage nicht so mag, könnte sich also auch 126 Blaumeisen und Regal stellen, von Gewicht her kein Unterschied. Interessant aber ist auch die in der Forschung bisher kaum erörterte Frage, wo sich der Vögel selbst sieht, wenn man in ein Regal fliegen lässt. Die Antwort auf dieses Rätsel sehen kleveblog-Leser exklusiv hier: Sie sehen sich schon bei großer amerikanischer Literatur (William Gaddis, Richard Ford), aber auch „Beuys am Niederrhein“ und das „Whisky-Lexikon“ erwecken das Interesse des bildungshungrigen Singvogels. Was der „TopGuideNatur“ sowie das Werk von Richard Panek sind, müsste ich eigentlich selbst erst mal wieder herausfinden. Pro-Tipp für Leute, die nicht wissen, was sie lesen sollen: Locken Sie eine Blaumeise in ihre Bibliothek. Das erste Buch, worauf sich der Vogel niederlässt, ist’s.


Letzter Kiebitz?

rd | 05. Mai 2020, 16:21 | 9 Kommentare
Grenzen der Smartphonefotografie: Kiebitz auf einem Acker in Warbeyen

Nun gut, wo das Herz des Lesers bei den Betrachtungen aus der Welt der Vögel aufzugehen scheint, schieben wir noch schnell einen Kiebitzschnappschuss hinterher. Doch anders als die zuvor erwähnte Dohle sieht es für den Feldvogel namens Vanellus vanellus nicht so gut aus: Seine Neigung, die Gelege relativ unstrukturiert in irgendwelche Ackermulden zu platzieren, bringt ihn in hiesigen Gefilden, leider an den Rande des Aussterbens. Aus seinem ursprünglichen Lebensraum wurde der Kiebitz vertrieben. Hauptfaktoren waren Entwässerung, Grundwasserabsenkung, frühe Wiesenmahd, industrieller Torfabbau, Aufforstung von Mooren sowie landwirtschaftliche Arbeiten. Der Kiebitz ist etwa taubengroß (28 bis 32 cm). Durch den Kontrast zwischen schwarzer Oberseite mit grünlich schimmerndem Metallglanz und weißer Unterseite mit schwarzem Brustband sowie eine abstehende Federholle am Hinterkopf ist die Spezies unverkennbar. Die Kopfseite ist weißlich mit schwarzem Streif unter dem großen dunklen Auge. Das ist auf dem Foto leider alles nicht zu erkennen.


Frühstücksgast Dohle, ohne fremde Federn

rd | 05. Mai 2020, 13:03 | 4 Kommentare
Spekulierte aufs Brötchen: Coloeus monedula

Wenn die Dohle sich zum Frühstück niederlässt, wird einem schnell gewahr, dass einem über die Kreatur, Vogel des Jahres 2012, nur wenig erinnerlich ist, was sehr schade ist, weil der gefiederte Freund einer Gattung angehört, die den Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Also betreiben wir, während der Gast begierig aufs Honigbrötchen spekuliert, ein wenig Dohlenforschung. Erste Erkenntnis: Es gibt zwar im Lateinischen das Wort dolus, doch bedeutet Schmerz und hat mit dem Vogel nichts zu tun, er heißt in der Sprache der Ornithologen: Coloeus monedula.

Dieser aber faszinierte die Menschen seit alters her. Schon Aristoteles widmete sich, wie ich, der Beobachtung der Dohlen. Er ritzte in seine Tontafel folgende Beobachtung: „Man sieht, wie sie sich auf mannigfaltige Weise liebkosen, ihre Schnäbel zusammenstecken, als wenn sie sich küssen wollten.“

Sie gelten als klug. Der römische Geschichtsschreiber Plinius berichtet, die Dohle habe die Menschen die Fertigkeit des Getreideanbaus gelehrt. Sie sei so klug, dass sie die Reste von Getreide, die sie nicht fressen könne, in der Erde verstecke und im folgenden Jahr die inzwischen gewachsenen Ähren einsammle. Die Menschen hätten dieses Verhalten beobachtet und dann begonnen, auch Samen in die Erde zu legen – die Erfindung des Ackerbaus. Allerdings muss man hinzufügen, dass der Name Plinius nicht unbedingt für Zuverlässigkeit steht. Es gibt zwei von ihnen, zu unterscheiden in den Älteren und den Jüngeren, und der Ältere berichtete in seiner Naturalis historia, dass Elche keine Kniegelenke haben. Deshalb, so Plinius, lehnten sich die Tiere zum Schlafen an Bäume. Und die jagenden Germanen hätten diese Bäume heimlich angesägt, sodass mit dem Baum auch das Tier umgefallen sei und sich nicht wieder erheben konnte. So ein Quatsch. Fake news!

Aelian (170-235 n.Chr.) hingegen überliefert, dass bei den Thessaliern und Illyriern Dohlen in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurden. Sie fraßen die Eier der Heuschrecken und vernichteten so die Nachkommenschaft der Insekten, die den Feldfrüchten der genannten Völker Schaden zufügten. Für die Verminderung der Heuschreckenschwärme – und zum Anlocken der Vögel – bedankte man sich mit öffentlichen Fütterungen. Allerdings blieb die abgebildete Dohle jeden Tätigkeitsnachweis schuldig, sodass das Honigbrötchen nicht übereignet werden konnte.

Schon seit der Antike ist auch die Vorliebe der Dohle für gänzende Gegenstände bekannt. Cicero attackiert in einer Rede einen Prozessgegner, man dürfe ihm nicht mehr Gold anvertrauen als einer Dohle. Eine weitere Eigenschaft der Dohle, ihre „Schwatzhaftigkeit“, gab den Menschen des Mittelalters Anlass für allegorische Deutungen. Ihr Verhalten galt als Sinnbild für das leere Gerede der Philosophen oder für den verderblichen Wortschwall der Irrlehrer.

Der mittelalterliche Gelehrte Thomas von Cantimpré (1201-1270) spricht als erster von der Fähigkeit der Dohle, menschliche Stimmen nachzuahmen. Sie werde darin annähernd perfekt, wenn man sie schon im Kükenstadium unterrichte, und besonders in den Morgenstunden lerne sie begierig und nachhaltig. Diese Eigenschaft wird noch von Friedrich Naumann gerühmt, der im 19. Jahrhundert in seiner „Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas“ schreibt: „Wenn man sie jung aus dem Neste nimmt, sie mit Brot, Semmel, Insekten füttert, lernen sie verschiedene Worte ziemlich deutlich nachsprechen und vergnügen durch ihr Betragen, indem sie viel Verstand und Klugheit verraten, ganz ungemein.“ Der spezielle Gast reagierte jedoch nicht auf Ansprache.

Nur den wenigsten bekannt dürfte der Umstand sein, dass das Fleisch der Vögel ein Genuss ist. Naumann berichtete dazu: „Ihr Fleisch schmeckt gut, besonders wenn sie jung sind; viele essen es mit Appetit, viele aber nicht. Da es dem Fleisch der jungen Tauben gleich kommen soll, so soll dies zuweilen von betrügerischen Gastwirten benutzt werden.“ Selbst wenn nun finstere Gedanken in mir erwacht wären, hätte ich mangels Kenntnis betrügerischer Gastwirte keinerlei Möglichkeit gefunden, meine Beute abzusetzen.

Die Dohle ist, nun ja, geben wir’s zu, nicht der schönsten Vögel einer. Dennoch wäre sie mit einer List beinahe zum König der Vögel geworden, wie der berühmte Äsop in einer (historisch allerdings nicht belegten) Fabel berichtet. Darin heißt es, Göttervater Zeus wollte den Vögeln einen König geben und „setzte einen Tag fest, an dem sie vor ihm erscheinen sollten, damit er den schönsten von ihnen zum König einsetzen könnte. Dann versammelten sich die Vögel am Ufer eines Flusses, um sich zu säubern. Die Dohle, die sich ihrer Hässlichkeit bewusst war, machte sich daran, die Federn, die den anderen Vögeln ausgefallen waren, aufzusammeln. Sie verteilte die Federn auf ihrem Körper und befestigte sie. Auf diese Weise gelang es ihr, schöner zu werden als alle anderen Vögel. Der festgesetzte Tag kam, und alle Vögel erschienen vor Zeus. Auch die Dohle präsentierte sich, geschmückt mit Federn von jeder Farbe, und Zeus wollte sie schon wegen ihres glänzenden Aussehens zum König erklären, als ihr die entrüsteten anderen Vögel die jeweils eigenen Federn entrissen. So wurde die Dohle, entblößt, wieder zur Dohle.“

Als Moral fügt der antike Schriftsteller hinzu: „Dieses geschieht auch denen, die von Schulden leben: Solange sie das Geld der anderen haben, scheinen sie jemand zu sein; aber wenn sie es zurückbezahlt haben, sind sie wieder die, die sie vorher waren.“ Die deutsche Redewendung „sich mit fremden Federn schmücken“ geht auf diese Fabel zurück.

Sehr interessant. Hättest du, lieber Leser, es gewusst?

(Mit Material vom Nabu (Karl Wilhelm Beichert))


Die Kurve der Hoffnung: So wenig Corona wie seit Mitte März nicht mehr (nur noch 34 neue Infektionen)

rd | 03. Mai 2020, 18:21 | 7 Kommentare
In den ersten sieben Tagen, in denen die Infektionswelle den Kreis Kleve erreichte, gab es insgesamt 36 (erkannte) Infektionen. Zwischendurch stieg die Zahl der Neuinfektionen pro Woche auf über hundert. In der Woche vom 27. April bis zum 3. Mai schrumpfte der Wert auf 34. Ein Zeichen der Hoffnung!

Das sind aller Wahrscheinlichkeit nach gute Nachrichten: Die Zahl der (erkannten) Neuinfektionen mit dem neuen Coronavirus ist im Kreis Kleve in den vergangenen sieben Tagen auf 34 zurückgegangen! Das sind noch weniger als in der ersten Woche ab dem ersten festgestellten Fall im Kreisgebiet (damals, Mitte März, schnellte die Zahl auf 36 hoch). Zweimal gab es in den mittlerweile acht Wochen, in denen die Pandemie auch am Niederrhein präsent ist, sogar mehr als hundert neue Fälle pro Woche. Davon ist man mittlerweile weit entfernt – und zwar relativ verlässlich. In den beiden letzten Aprilwochen gab es schon nur noch 57 und 59 neue Fälle der Covid-19-Erkrankung. Im Klever Stadtgebiet stieg die Zahl der Fälle in der vergangenen Woche von 61 auf 66, als fünf neue Erkrankte mehr. Ebenfalls eine gute Entwicklung. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 26, die Gesamtzahl aller bisher festgestellten Infektionen beträgt 572. Aktuell als krank gelten 140 Menschen (davon sind 20 im Krankenhaus). 367 Kreis Klever Bürger müssen zu Hause in Quarantäne bleiben. Alle Zahlen zusammengefasst hier in der Überblickstabelle.


Sonntagskontemplation (3): Doch, es wird noch weißer

rd | 03. Mai 2020, 17:51 | 1 Kommentar
Die Handlung des Films geht etwa so: Aus holländischem Genlabor entwichenes Blumenkohlmonster will Klever Wahrzeichen verspeisen

Sonntagskontemplation (2): Weißer wird’s nicht

rd | 03. Mai 2020, 17:47 | keine Kommentare
Niederrhein von seiner schönsten Seite: Weißdorn bei Erfgen

Sonntagskontemplation (1): Flugbetrieb, der nicht ruht

rd | 03. Mai 2020, 17:42 | 2 Kommentare
Kennt man aus Weeze nicht mehr: Flugbetrieb

Verbotene Zahlungsbewegung um 3:27 Uhr: Geldautomat der Sparkasse in Materborn gesprengt

rd | 02. Mai 2020, 12:29 | 52 Kommentare
Um 3:27 Uhr schlug die Brandmeldeanlage Alarm. Doch die Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr Kleve konnten nur noch vereinzelt am Boden herumliegende Geldscheine auflesen (Foto: Feuerwehr Kleve)

Der nächste Knall, und ein Ende der Serie scheint verblüffenderweise nicht in Sicht: Am Samstag Morgen um 3:27 Uhr sprengten unbekannte Täter den Geldautomaten der Sparkasse Rhein-Maas in Materborn. Das Gerät steht im Vorraum der Bankfiliale, der normalerweise bis 5 Uhr morgens verschlossen ist. Offenbar verschafften sich die Täter gewaltsam Zugang zu diesem Raum. Hier die Meldung der Polizei Kleve: „ Am frühen Samstag Morgen gegen 03:27 kam es zu einer vollendeten Geldautomatensprengung bei der Sparkasse in Kleve-Materborn. Zeugen berichteten von mehreren lauten Knallgeräuschen. Der Geldautomat, sowie diverse Scheiben des Schalterraums wurden erheblich zerstört. Am Tatort wurden Geldscheine auf dem Boden liegend vorgefunden. Daher ist davon auszugehen, dass die Täter eine bisher unbekannte Summe Bargeld erbeuteten. Vom Tatort flüchteten 2 Personen auf einem Motorroller in einen angrenzenden Park und 3 Personen in einem roten PKW. Bislang kann zur Höhe der Tatbeute und des Sachschaden keine Aussage gemacht werden.“ In den sozialen Netzwerken wurde der spektakuläre Fall – der Automat steht immerhin in der Ortsmitte von Materborn – sofort eingehend diskutiert. Und insbesondere eine Frage tauchte auf: Warum werden hierzulande die Automaten nicht mit Farbpatronen gesichert, die im Falle einer Detonation die Scheine einfärben und unbrauchbar machen? Offenbar ist das in unserem Nachbarland Standard, weshalb dort nachts auch keine Geldautomaten in die Luft fliegen. Von einigen Tätern – zum Beispiel den Angehörigen der „Audi-Bande“ – ist auch bekannt, dass sie deswegen aus den Niederlanden nach Deutschland „pendeln“, um dann hier ihre Detonationen auszulösen.


Corona-Alltag: Was kommt da auf uns zu?

rd | 01. Mai 2020, 17:36 | 8 Kommentare
Blitzblank präsentiert sich der Regionalexpress Kleve-Düsseldorf. Fast muss man der Pandemie dankbar sein, dass man das einmal erleben durfte
Fahrplanschild ohne Fahrplan: Der Busverkehr ist arg ausgedünnt – wie lang noch?
Mannschaftsport extrem: Nach jedem Wurftraining den Ball desinfizieren, der Rebounder hat Handschuhe zu tragen (Freifeld in Bergamo)
Täglicher Begleiter: der Mund-Nasenschutz
Seit heute am Spoykanal: Hochsicherheitserdbeerstand

Während der Kreis weiter sich moderat entwickelnde Infektionszahlen vermeldet – aktuell eine Gesamtzahl von 568 Infizierten und 26 Toten (Überblickstabelle hier.) –, und während Bürgermeisterin Sonja Northing in ihrer mittlerweile achten Videobotschaft in ihrer Eigenschaft als erste Zeremonienmeisterin der Stadt auf den (Dis)tanz in den Mai sowie die Kabarett- und Grillveranstaltungen für Automobilisten im Tichelpark hingewiesen hat, zeigt der Blick in die maskierte Stadt, dass der Alltag, wie wir ihn einmal kannten und schätzten, noch weit entfernt ist. Es gibt zwar einen Erdbeerstand, aber mit einem Plastikeinsatz in Augenhöhe und strikten Abstandsregeln. Ein Leser schrieb vom Notfahrplan der NIAG mit seinen staunenswerten Einschränkungen: Insgesamt 16 Fahrten der Linie 50 (Brienen-Reichswalde und zurück) pro Tag von Montag bis Freitag fallen derzeit aus. Wer also darauf angewiesen ist, schaut in die Röhre. Die NordWestBahn hingegen präsentiert sich den wenigen Fahrgästen so sauber wie nie zuvor. Das hätten die Fahrgäste eigentlich jeden Tag verdient, zeigt aber, wie desillusioniert man schon war. Während man in Weeze auf dem Bahnsteig auf den Rückzug nach Kleve wartet, ertönt auf dem Gegengleis aus den Lautsprechern das vertraute Lied: „… hat circa 25 Minuten Verspätung“. Jetzt fahren schon nur noch so wenige Züge, und trotzdem die gleiche Leier. Richtig blöd läuft es für die Sportler, die derzeit außer Liegestützen im Wohnzimmer und Waldläufen nicht viel machen dürfen. Gestern veröffentlichte der Deutsche Basketball-Bund, wie er sich den Wiedereinstieg ins Training vorstellt. Hier ein „best of“ der Vorschriften: „Ein Spieler pro Hallenhälfte […] Beim Wurftraining kann ein zweiter Spieler oder Trainer als Rebounder fungieren. Dieser trägt Handschuhe und Mundschutz […] Jeder Sportler nutzt ausschließlich seinen/ihren eigenen Ball, der entsprechend gekennzeichnet wird. Der Ball wird vor und nach der Trainingseinheit desinfiziert […] Duschen und Umziehen erfolgt ausschließlich zu Hause […] Es findet kein Händeschütteln, Abklatschen oder ähnlicher Körperkontakt statt.“ Wir sehen uns dann 2021 oder 2022 oder so.


Uwe Dönisch-Seidel, 1952-2020

rd | 30. April 2020, 19:02 | 13 Kommentare
Uwe Dönisch-Seidel

Als Uwe Dönisch-Seidel vor wenigen Jahren über eine Ausstellung der von ihm geförderten und geschätzten Künstlerin Barbara Schröder schrieb, fiel in dem Beitrag der Satz: „Das Leben ist zu kurz, um schlechtes Essen und schlechten Wein zu konsumieren.“ In dem Text waren die Worte auf die aus Kleve stammende Malerin gemünzt, die bei Bordeaux auf einem Weingut lebt. Doch sie waren auch für den Autor selbst Programm. Er war ein Genussmensch, der die schönen Dinge des Lebens zu schätzen wusste. Gestern nun war es Barbara Schröder, die auf Facebook den überraschenden Tod ihres Freundes vermeldete – Uwe Dönisch-Seidel war am Mittwoch Mittag verstorben, sechs Tage vor seinem 68. Geburtstag.

Die Nachricht zog schnell Kreise. Zunächst in der forensischen Psychiatrie in Bedburg-Hau, wo der Diplom-Psychologe, der als Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug arbeitete, im Dienst zusammengebrochen war und trotz sofortiger Hilfe nicht mehr wiederbelebt werden konnte. Dann in den Kreisen der Künstler und Kulturschaffenden, denen sich Dönisch-Seidel Zeit seines Lebens eng verbunden fühlte. Und schließlich unter den Sportlern der Kreisstadt, die mit seinem Namen das wohl schillerndste Kapitel der Klever Sportgeschichte verbinden.

Psychiatrie, Kunst, Sport – so gegensätzlich die Bereiche auch erscheinen mögen, in der Person von Uwe Dönisch-Seidel fanden sie zusammen. Das Grenzgängerische war sein Element. Seine berufliche Laufbahn begann in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau, und dort war er in seinen frühen Jahren einer Reformer, die entscheidend dazu beitrugen, dass das Bild der „Anstalt“ endlich einem modernen Verständnis eines psychiatrischen Krankenhauses wich. Und so, wie man salopp sagt, dass Genie und Wahnsinn eng beieinander liegen, holte er auch die Kunst in die Landesklinik. Dönisch-Seidel gehörte zu den Initiatoren des Artoll-Kunstlabors, das seit Mitte der 90-er Jahre in einem nicht mehr genutzten Stationsgebäude auf dem Gelände des Krankenhauses viel besuchte Kunstausstellungen organisiert. Von der Gründung des Verein 1994 bis zum Jahre 2011 wirkte Dönisch-Seidel als Vorsitzender und setzte wichtige Impulse.

In den vergangenen zwanzig Jahren war Dönisch-Seidel als Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug dafür verantwortlich, in ganz Nordrhein-Westfalen die Unterbringung psychisch kranker Straftäter zu begleiten. Eine herausfordernde Aufgabe, gerade in Zeiten, in denen die Stimmung zu kippen schien und straffällig gewordene Menschen mit einer psychischen Erkrankung wieder dämonisiert wurden. Dönisch-Seidels Verdienst war es, ausgleichend zu wirken und dafür zu sorgen, dass Einrichtungen wie die Forensik in Bedburg-Hau in der Bevölkerung akzeptiert wurden. Nutzer der Regionalbahn nach Düsseldorf konnten Dönisch-Seidel oftmals frühmorgens oder abends im Zug antreffen, wenn ihn seine Dienstgeschäfte in die Landeshauptstadt führten. Eigentlich hatte er 2017 schon die Altersgrenze erreicht, doch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wollte, dass er das Amt weiter betreute (mit Dank an Johannes Rütten für die ergänzenden Informationen).

Den meisten Klevern jedoch wird Dönisch-Seidel nicht wegen seiner beruflichen Tätigkeit und auch nicht wegen seiner kulturellen Ambitionen ein Begriff sein, sondern wegen der drei Jahre, die er an der Spitze des 1. FC Kleve stand. Von 2007 bis zum 3. November 2010 war er der Vorsitzende des Vereins, und es waren die Jahre, in denen die Verantwortlichen das ganz große Rad drehen wollten und den Verein Liga um Liga in die Höhe puschten.

Der Diplom-Psychologe war in gewisser Weise das Aushängeschild des Klubs, er konnte die Ambitionen seiner Mitstreiter wortgewandt verkaufen. Und wieder versuchte er den Brückenschlag, nicht nur zwischen den Kräften innerhalb des Vereins, sondern auch nach außen. Beispielsweise sorgte er dafür, dass die Mannschaft eine Ausstellung des Künstlers André Lemmens im XOX-Gelände besuchte. Insgesamt gab es viel Trubel, ein bisschen war der Klub der FC Bayern des Niederrheins.

Dann kamen die Steuerfahnder. Sie entdeckten Aktenordner, in denen die Schwarzgeldzahlungen an Spieler feinsäuberlich abgeheftet waren. Im Vereinsrecht haftet der Vorsitzende. Die Staatsanwaltschaft ermittelte jahrelang und förderte staunenswerte Einzelheiten über ein (im Amateurfußball allerdings übliches) System zutage, in dem Steuervorschriften nur am Rande interessierten. Nach langem Ringen stellte jedoch das Landgericht Kleve das Verfahren ein, unter anderem deshalb, weil niemand der Beteiligten handelte, um sich persönlich zu bereichern.

Der Einstellungsbeschluss, der die berufliche Laufbahn Dönisch-Seidels in Diensten des Landes NRW rettete, war jedoch mit einer beträchtlichen Geldbuße verbunden. Dönisch-Seidel musste sein Haus verkaufen. Danach mied er über viele Jahre das Rampenlicht. War er verbittert? Man weiß es nicht. Aber auch in diesen Jahren wird er sicher die Muße gehabt haben, sich an einem guten Glas Rotwein zu erfreuen. Und, auch wenn er vorzugsweise exzellente Weine genossen hat: Sein Leben war zu kurz.

Als Galerist in Kleve (ca.1986, Foto: Udo Kleinendonk)
Große Bühne Fußball: Drei Jahre führte Dönisch-Seidel den 1. FC Kleve
Vorzeigepsychiatrie: Uwe Dönisch-Seidel führt Minister Karl-Josef Laumann durch die neu eröffnete Forensik in Bedburg-Hau (2008). Links Bürgermeister Peter Driessen

Sachen gibt’s: Brütende Ringeltaube stoppt Abriss des Bahnhofsdachs

rd | 29. April 2020, 19:57 | 31 Kommentare
Der Fotograf hält Abstand zu Mensch und Tier: Niemand soll bei seiner Arbeit (Abreißen, Brüten) gestört werden (Foto: Udo Kleinendonk

Auch die Ratten der Lüfte haben etwas Rücksicht verdient – und so wird der Abriss des Bahnhofsdachs in Kleve noch eine Zeitlang hinziehen. Eine Ringeltaubennest unter dem Dach wird solange geschont, bis der Nachwuchs flügge ist. Hier die Pressemitteilung der Stadt Kleve dazu:

„Mitten unter dem Bahnhofsdach, auf einem tragenden Holzträger direkt an der Hauswand, brütet ein Ringeltaubenpärchen und hat zwei Jungtiere in ihrem Gelege. Diese Bruttätigkeit ist in den letzten Wochen unbemerkt geblieben. Mehrere weitere verlassene alte Nester, die auf den Balken der Dachkonstruktion festgestellt wurden, weisen jedoch keine Bruttätigkeit auf. 

Unmittelbar vor Beginn der Abrissmaßnahme wurde der Stadt angezeigt, dass sich dort ein Vogelpaar eingenistet hatte, so dass bereits am Montag die Abrissmaßnahme kurzzeitig gestoppt worden ist. Erst nach Aufklärung der Sachlage und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Kleve konnten die Arbeiten in einem Teilbereich wieder aufgenommen werden. 

Am Dienstag fand ein weiterer Ortstermin mit allen am Bau Beteiligten, Vertretern der Bahn und der Naturschutzbehörde statt, um die artenschutzrechtlichen Belange und die technischen Möglichkeiten zu erörtern. Eine besondere Schwierigkeit besteht durch den laufenden Bahnbetrieb, der nicht gefährdet werden darf. Diese sogenannte Sperrpause des Gleises 1 ist derzeit bis zum 30.4. befristet und kann nicht ohne weiteres verlängert werden.  Da die Bruttätigkeit nicht unzumutbar gestört und das Nest nicht beseitigt oder verlagert werden darf, können die Abrissarbeiten in dieser Woche nicht vollständig abgeschlossen werden. 

Als Ergebnis wurde ein zweiter Abrisstermin für den zu belassenen Teil des Daches abgestimmt. Dazu wird die Sperrpause Ende Mai für einen Tag, nachdem die Jungvögel das Nest verlassen können bzw. haben, erneut angeordnet. Der Abriss kann dann vollständig beendet werden. Zwischenzeitlich können alle anderen Arbeiten auf dem Bahnsteig weitergeführt werden.“

Info Ringeltaube (Wikipedia): Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben (Columbidae). Sie ist die größte Taubenart Mitteleuropas und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir. Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen. Ringeltauben, im deutschsprachigen Raum auch Waldtauben genannt, bewohnen bewaldete Landschaften aller Art, aber auch Alleen, Parks und Friedhöfe, heute auch bis in die Zentren der Städte. Die Ernährung erfolgt wie bei den meisten Arten der Familie fast ausschließlich pflanzlich. Die Ringeltaube ist je nach geografischer Verbreitung StandvogelTeilzieher oder überwiegend Kurzstreckenzieher und verbringt den Winter vor allem in West- und Südwesteuropa. Die Art ist trotz der starken Bejagung in vielen Ländern ein häufiger Brutvogel und in Europa nicht gefährdet.


Corona aktuell: Drive-in-Comedy mit Kazmierczak, Drive-in-Angrillen, noch kein Drive-in-Gottesdienst, dafür Platz für 108 Gläubige in der Stiftskirche (Messe ohne Weihwasser und Gotteslob). 10 neue Infektionen

rd | 29. April 2020, 15:54 | 4 Kommentare
Im Hoodie, im Garten, im Bilde: Kabarettist Kazmierczak tritt demnächst auch vor Menschen in Autos auf

Die Gesundheitsbehörden des Kreises Kleve melden zehn neue Infektionen, keine neuen Todesfälle und weitere 22 genesene Patienten, sodass die Gesamtzahl der aktuell als erkrankt geführten Patienten 149 beträgt. Auf 100.000 Einwohner heruntergerechnet, bedeutet dies 48 Patienten. Diese Zahl ist interessant, weil sie sich mit dem vergleichen lässt, was Gesundheitsminister Jens Spahn in heute in seiner Pressekonferenz gesagt hat. Da wurden Bundesländer mit unter 25 Kranken je 100.000 Einwohner gewissermaßen als leuchtende Beispiele herausgestellt, Landkreise mit mehr als 100 Fälle auf 100.000 Einwohner hingegen als Katastrophenregionen. Der Kreis Kleve liegt mittendrin. (Überblickstabelle hier.) +++ Der Erfolg des Drive-in-Kinos (Donnerstag, 20:15 Uhr: Das perfekte Geheimnis) hat Bruno Schmitz, dessen Kabarett-Business ja auch lahm liegt, auf den Plan gerufen – er schickt Lokalmatador Ludger Kazmierczak auf den Tichelpark-Parkplatz, wo er vor den versammelten Windschutzscheiben ein Coronaprogramm abliefern wird. Die erste Veranstaltung am 8. Mai war vier Stunden, nachdem sie auf Facebook annonciert wurde, ausverkauft. Weitere sollen folgen (verspricht zumindest Kazmierczak). Facebook-Freunde erfreuen sich schon seit einigen Wochen an den launigen Videobotschaften, die der WDR-Redakteur aus dem eigenen Garten an die Welt versendet. +++ Grillgut wird auf Kühlergrill serviert? Sogar das Angrillen von Lothar Quartier soll jetzt im Drive-in-Format stattfinden, und zwar tags darauf, am 9. Mai, unter der Schirmherrschaft von Sonja Northing. +++ Sachsen überlegt, Sport draußen ohne Kontakt wieder zu erlauben. Also Kugelstoßen. Diskuswerfen. Hammerwerfen. (Tennis und Golf allerdings auch.) Als nächstes kommt dann vermutlich Sport drinnen ohne Kontakt: Barren, Reck, Ringe. So was können sich nur 105 Jahre alte Sportlehrer ausdenken. Vielleicht in ein paar Wochen dann alles, was auch Spaß machen könnte (draußen, Kontakt: Fußball – drinnen, Kontakt: Basketball). +++ Die ausgezahlten Soforthilfen aus dem Corona-Programm des Kreises Kleve liegen bei rund 3,2 Mio. Euro, von den bisher 1.155 Anträgen wurden 803 bewilligt und 330 abgelehnt. +++ Klever Lichterlauf abgesagt. +++ Bundesregierung beschließt einmalige Zahlung für Pflegekräfte von bis zu 1000 Euro, die von Ländern und Kommunen auf bis zu 1500 Euro aufgestockt werden kann. +++ Der aktuelle Plan für die Gottesdienste in Kleve, die ab 1. Mai ja wieder erlaubt sind: Samstag, 17.30 Uhr Christus-König-Kirche und Sonntag, 9 Uhr St. Mariä Empfängnis, 10 Uhr St. Lambertus, 11.30 Uhr Stiftskirche. Maximale Besucherzahlen: Stiftskirche: 108 Plätze; Christus-König-Kirche: 78 Plätze; St. Mariä Empfängnis: 42 Plätze und St. Lambertus: 36 Plätze. In den Kirchen ist die Zahl der maximal belegbaren Plätze deutlich sichtbar markiert.  Weihwasserbecken bleiben leer. Das Gesangbuch Gotteslob wird aus hygienischen Gründen nicht ausgelegt. Die Kommunionordnung wird so angepasst, dass die Gläubigen die Kommunion im gebotenen Mindestabstand empfangen können.


Geht’s noch?! Klever zerkratzt 66 Autos

rd | 29. April 2020, 13:23 | keine Kommentare
Dieses Smiley macht keine gute Laune, so viel ist sicher

Was ihn antrieb, ist nicht klar, aber die (vorläufige) Endstation seiner Reise erscheint angemessen: Ein 28 Jahre alter Mann aus Kleve wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, nachdem er in Kleve, Bedburg-Hau und Kalkar insgesamt 66 Autos mit einem Messer und mit Steinen zerkratzt hatte. Sein Motiv: ein Smiley. Der Schaden geht in die Tausende. Hier der Bericht der Polizei im Wortlaut:

Der Polizei gelang es am Dienstag (28. April 2020), einen 28-Jährigen aus Kleve festzunehmen, der kurz zuvor eine Vielzahl von Fahrzeugen in Kleve, Bedburg-Hau (Hasselt) und Kalkar beschädigt hatte. Mit einem Messer und Steinen hatte der Mann in den frühen Morgenstunden an insgesamt 66 Autos den Lack zerkratzt. Auf dem Meisenweg in Kleve startete er seine Tatserie und „verewigte“ sich mit Smileys und Schriftzeichen auf den Motorhauben von zwei Autos. Danach ging es in Bedburg-Hau-Hasselt weiter. Hier verursachte er Schäden an insgesamt 57 Fahrzeugen, davon auf einen Schlag 18 auf dem Gelände eines Autohauses an der Kalkarer Straße. Auf der Klompstraße ging der 28-Jährige einen Nissan Micra an. Die Wagenbesitzerin konnte den Täter noch in der Nähe ihres Autos sehen und stellte kurz darauf die Kratzer auf der Motorhaube fest. Sie lieferte den Polizeibeamten eine erste Beschreibung des Mannes. Doch der hatte sich in der Zwischenzeit auf den Weg nach Kalkar begeben. Er zog eine Spur der Kratzer-Verwüstung durch die Tiller Straße und ritzte Smileys in den Lack von weiteren sieben Fahrzeugen. Eine 36-jährige Zeugin beobachtete, wie er sich an den Autos zu schaffen machte und rief die Polizei hinzu. Die Beamten fahndeten im näheren Umfeld nach dem Täter und wurden wenig später an einem Supermarkt an der Gocher Straße fündig: Hier war der 28-Jährige kurz zuvor auch noch als Ladendieb aufgefallen. Die Polizeibeamten brachten den Mann daraufhin auf die Wache, wo er alle Straftaten zugab. Nach Begutachtung durch einen Arzt wurde er schließlich durch das Ordnungsamt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. (cs)


Dr. Markus Krebber: Ein Klever wird neuer RWE-Chef, wird er den Hambacher Forst abholzen lassen?

rd | 28. April 2020, 18:29 | 10 Kommentare
Der Chef und sein designierter Nachfolger: Rolf Martin Schmitz und Dr. Markus Krebber

Wenn man ein wenig überlegt, welche Klever Persönlichkeiten aus dem Wirtschaftsleben es besonders weit gebracht haben, fallen einem natürlich zwei Namen ein, zum einen der Spectro-Gründer Paul K. Friedhoff, zum anderen der Alltours-Chef Willi Verhuven. Beide waren Gründer, sie fingen in Kellern bzw. in Reisebürokaschemmen an, und sie schafften es, ihre Unternehmen in die Spitze der jeweiligen Branchen zu katapultieren. Spectro gehört mittlerweile zum amerikanischen Ametek-Konzern, ob die Figur des Unternehmensgründers da noch präsent ist, darf bezweifelt werden. Anders Alltours, da mischt Willi Verhuven immer noch persönlich mit, freut sich über 1,45 Milliarden Euro Umsatz und schaut aktuell sicher bange auf die Entwicklung seiner Branche. Aber halten wir fest, zwei Persönlichkeiten. Ganz anders verlief die Karriere von Markus Krebber, der aber künftig in einer Liste der erfolgreichen Klever in der Wirtschaft nicht mehr fehlen darf: Der 47 Jahre alte Mann wird im kommenden Jahr der erste (gebürtige) Klever sein, der an der Spitze eines DAX-Konzerns steht. Heute beschloss der Aufsichtsrat des RWE-Konzerns, dass Krebber im kommenden Jahr den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Rolf Martin Schmitz beerben wird.

An der Spitze von RWE wird der neue Chef noch ganz andere Volumina bewegen als Verhuven und Friedhoff: Der RWE-Konzern machte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 13,125 Milliarden Euro (mir würde schon der Teil nach dem Komma reichen). Krebber kennt diese Zahl wie viele andere auch in- und auswendig, denn seit vier Jahren arbeitet er als Finanzvorstand des Konzerns. Doch Krebber wird nicht nur das Vergnügen haben, seinen Aktionären mehr oder minder voluminöse Zahlen zu präsentieren. Als RWE-Chef wird er auch für die Abholzung des Hambacher Forstes zuständig sein (wenn sein aktueller Chef das Thema nicht noch auf seine letzten Monate erledigt bekommt). Inwieweit die Sozialisation des neuen Chefs inmitten des schönen Reichswaldes dazu zu einer neuen Einstellung führen könnte, wird sich zeigen.

Die Rheinische Post, die Anfang des Jahres erstmals über die Personalie berichtet hat, beschreibt den Manager als „Mischung aus Rheinländer und kühlem Rechner – entspannt im Umgang, hart in der Sache“ (hier der Link zum aktuellen Artikel: Der Kronprinz aus Kleve wird neuer RWE-Chef ). Eine kurze Google-Suche über Spuren, die Krebber bis zu seinem Abitur in Kleve hinterlassen hat, fördert nicht viel Brauchbares zutage. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bank zum Bankkaufmann studierte er  an der Gerhard Mercator-Universität Duisburg und an der Indiana University of Pennsylvania Wirtschaftswissenschaften. Danach arbeitete ab 2000 bei der Unternehmensberatung McKinsey. Seine 411 Seiten starke Dissertation, für die 2007 bei der Humboldt-Universität promoviert wurde, hatte den Titel: „Kapitalmarktorientierte Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen mit überschussbeteiligtem Geschäft“.

Ausweislich des Geschäftsberichts 2019 erhielt Markus Krebber eine Gesamtvergütung in Höhe von 3,356 Millionen Euro. Sein aktueller Chef bekam 4,215 Millionen Euro.

Hier die Pressemitteilung vom RWE im Wortlaut:

Der Aufsichtsrat der RWE AG hat in seiner heutigen Sitzung entschieden, dass Dr. Markus Krebber zum 1. Juli 2021 die Nachfolge von Dr. Rolf Martin Schmitz als Vorstandsvorsitzender der RWE AG antreten soll, dessen Vertrag zu diesem Zeitpunkt planmäßig ausläuft. Der 1957 in Mönchengladbach geborene Schmitz ist seit 2009 Vorstand des Unternehmens und führt den Konzern als CEO seit 2016. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende der RWE AG, Dr. Werner Brandt, erläutert: „Dem Aufsichtsrat war es wichtig, frühzeitig eine Nachfolgeregelung zu treffen. Die Wahl von Herrn Krebber stellt sicher, dass die strategische Neuausrichtung der RWE hin zu einem global führenden Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien langfristig fortgesetzt wird. Herr Schmitz und Herr Krebber haben gemeinsam die Weichen gestellt, um den Konzern zu einem nachhaltigen Unternehmen umzubauen, das bereits 2040 klimaneutral sein wird. Dieser Weg soll konsequent fortgesetzt werden.“

Markus Krebber (47) war nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften zunächst in der Unternehmensberatung und im Finanzdienstleistungssektor tätig. Seit 2012 arbeitet er im 
RWE Konzern, wo er zunächst für die RWE Supply & Trading verantwortlich war und seit 2016 Finanzvorstand (CFO) der RWE AG ist. Gemeinsam mit Schmitz hatte Krebber 2018 die Transaktion mit E.ON vorangetrieben und damit dem Konzern angesichts der weitreichenden Transformation der Energiewirtschaft neue Zukunftsperspektiven eröffnet.

Den formalen Beschluss über die Bestellung von Markus Krebber als Vorstandsvorsitzenden der RWE AG zum 1. Juli 2021 wird der Aufsichtsrat zu einem späteren Zeitpunkt treffen. Über die Nachfolge von Krebber als CFO der RWE AG wird der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden. Das gilt auch für die Entscheidung über die Nachfolge von Rolf Martin Schmitz in seiner Funktion als Arbeitsdirektor der RWE AG, die er bis 30. Juni 2021 in Personalunion ebenfalls innehat. 


Corona: 2 weitere Todesopfer, Hilfsfonds der Hochschule für notleidende Studenten

rd | 28. April 2020, 16:38 | 157 Kommentare

Kurzes Update am Dienstag: Die Gesamtzahl der bisher erfassten Corona-Fälle im Kreisgebiet beläuft sich auf 549 Fälle (Überblickstabelle hier). Zwei weitere Personen sind gestorben, diesmal zwei Frauen aus Wachtendonk (91 und 96 Jahre alt). Nur noch 29 Menschen werden stationär behandelt. 428 Personen befinden sich in Quarantäne. Die Zahl der Klever Bürger, für die die Diagnose gestellt wurde, beläuft sich auf nunmehr 61. Alles im Grunde recht stabil. +++ Die Hochschule Rhein-Waal hat gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und dem „Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.“ den Corona-Hilfsfonds ins Leben gerufen. Dieser soll Studierenden der Hochschule, die in finanzielle Notlage geratenen sind, helfen. Bedürftige Studierende der HSRW können über den AStA unbürokratisch Zuschüsse zum Lebensunterhalt in Form einer Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro beantragen. Verständlicherweise wird dieser Fonds nicht die kompletten Bedürfnisse abdecken können, sondern nur eine kleine Unterstützung in der Not bedeuten. „Wir möchten vor allem jenen helfen, die keine andere Unterstützung erhalten und sich normalerweise mit Nebenjobs über Wasser halten“, so der AStA-Vorsitzende Joshua Lehmann.


Fr-Sa-So-Corona: Cake-to-go, 59 neue Fälle in einer Woche, ist irgendwas noch nicht abgesagt?

rd | 26. April 2020, 20:35 | 26 Kommentare
Vorige Woche 59 neue Fälle im gesamten Kreisgebiet, in dieser Woche 57: Das Geschehen erscheint überschaubar, aber was lernen wir daraus?
Lieb gewonnene Sonntagsrituale werden durch Cake-to-go ersetzt. Der Himbeer-Frischkäse war natürlich einige Kilometer später etwas derangiert, aber hat dennoch ausgezeichnet geschmeckt. (Bestellungen unter 3545 für den Folgetag möglich.)
Das obligatorische Rapsfoto lassen wir natürlich nicht ausfallen: Ganz schön gelb

Gibt es eigentlich irgendetwas, das noch nicht abgesagt ist? Soweit ich den Überblick habe, stehen noch Rammstein in Nimwegen (24.06.), das Klever Oktoberfest (18.-26.09.) und Heiligabend (24.12.), ansonsten kann man das Jahr unter dem Aspekt Geselligkeit wohl weitestgehend abhaken. +++ Aber immerhin, das Seuchengeschehen hat sich im Kreisgebiet stabilisiert, nachzutragen sind noch die neuen Fälle von Freitag (11), Samstag (11) und Sonntag (5), sodass im Wochenverlauf insgesamt 59 erkannte Neuerkrankungen hinzukamen. Das bewegt sich auf dem Niveau der Vorwoche (57), bleibt also stabil, was als gute Nachricht zu werten ist. Die Zahl der Todesopfer hat sich auf 22 erhöht, es handelt sich auch bei den neuen Verstorbenen um hochbetagte Frauen (95, Kleve; 94, Straelen) und Männer (77, Weeze; 82, Kleve). +++ Hier die aktualisierte Gesamttabelle als kleiner kleveblog-Service. +++ Unterdessen rekrutiert der Kreis Kleve offenbar Corona-Kontakt-Teams, deren Aufgabe es sein wird, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Der Personalbedarf liegt, laut einer Pressemitteilung von Barbara Hendricks, bei 75 Mitarbeitern. +++ Gute Idee von Daniel Rütter (Bürgermeisterkandidat der FDP): Wegen Corona die Parkgebühren aussetzen, um zusätzliche Kontakte (in dem Fall mit den Automaten) zu vermeiden. Rütter: „Die momentan wenigen Personen, die in die Stadt fahren, um Erledigungen zu tätigen, sollten mit so wenig Menschen und Gegenständen wie möglich in Berührung kommen.“ Vor allem aber möchte die FDP die schwer gebeutelten Geschäfte in der Innenstadt stärken. „Deshalb wollen wir, dass auch nach weiteren Lockerungen die Parkplätze das gesamte Jahr über kostenlos bleiben sollen und wir recht bald wieder eine belebte Innenstadt bekommen. Kleve soll auch nach Corona eine beliebte Einkaufsstadt bleiben.“ +++ Corona-Fußgängerzonentalk: „Da hat die Coronakrise auch wat Gutes: saubere Luft und wer braucht jetzt ein neues Auto. Und da in Venedig sind die Schwäne und Fische wieder da.“ +++ Aktuelle Flugzeuge am Himmel: keine. +++


Corona aktuell: Nur noch mit Mundschutz ins Rathaus

rd | 23. April 2020, 19:03 | 37 Kommentare
Dieser Busch ist vorschriftsmäßig gekleidet. Er darf ins Klever Rathaus. Aber will er? (Foto gefunden von: Christa van Bebber)

Kein Tag ohne neue Regeln für unser Zusammenleben. Heute, am Reiseblatt-Tag, bekanntlich der Tag vor dem SZ-Magazin-Tag, kam aus dem Klever Rathaus die Mitteilung, dass die Besucher fortan bitte mit einem Atemschutz zu kommen haben. Grundsätzlich ist das Klever Rathaus geschlossen, alles an Behördengängen soll elektronisch oder fernmündlich (was ja eigentlich auch elektronisch ist, aber wir wollen jetzt nicht zu philosophisch werden) erledigt werden. Wenn aber doch ein Besuch vonnöten sein sollte: „… können die Bereiche nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung aufgesucht werden“, schreibt die Stadt Kleve. „Die Termine sind in den jeweiligen Fachbereichen zu vereinbaren. Zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der Beschäftigten wird darum geben, einen Mundschutz zu tragen.“ +++ Gibt es neue Zahlen? Natürlich. Sie sagen: Es bleibt konstant. Hier die Datenlage im Einzelnen: Gesamtzahl der Fälle: 511. In Kleve: 54. Genesen: 308. Im Krankenhaus: 36. Gestorben: 18 (neu ein Mann (88) aus Straelen). In Quarantäne: 455. Hier die Gesamttabelle als kleiner kleveblog-Service. +++ Was ist sonst noch zu beachten? Wer nach einem Aufenthalt im Ausland, der länger als 72 Stunden gedauert hat, in den Kreis Kleve zurückkehrt, muss sich beim Kreis melden und 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbleiben. +++ Näher, mein Gott, zu dir: NRW will Gottesdienste wieder erlauben +++ Win-Win-Situation der kölschen Art: „Wenn München das Oktoberfest absagt, heißt das nicht, dass Köln wackelt oder die Session in Gefahr ist.“ Sagt Christoph Kuckelkorn, der Vorsitzende des Festkomitees Kölner Karneval. Im Hauptberuf: Bestattungsunternehmer.


Schönes Video, spannendes Projekt

rd | 23. April 2020, 14:39 | 17 Kommentare
Gerne, wenn von der kulturellen Überlegenheit des Westens schwadroniert wird, kommt die Sache mit dem Frauenbild in anderen Regionen der Welt. Und dann kommt der Anfang dieses Videos, man hört Sepp Herberger mit einem Zitat und erfährt anschließend, dass Frauenfußball erst seit 1970 in Deutschland erlaubt ist (es hieß damals noch Damenfußball). Um so schöner, dass der Sport mittlerweile auch für Frauen selbstverständlich geworden ist. Und in Warbeyen, einem Dorf, das zum Zentrum des Frauenfußballs in der Region geworden ist, planen die Verantwortlichen nun ein spannendes Projekt, worüber sie in diesem Film informieren. Prädikat: Sehenswert!

Auf diesem Bild fehlen…

rd | 23. April 2020, 14:21 | 7 Kommentare
Acker bei Huisberden

Normal sind für den Monat April in Deutschland Niederschlagsmengen von rund 60 Liter pro Quadratmeter (lt. Deutschem Wetterdienst exakt 58 Liter). Das bedeutet wiederum rechnerisch, dass auf eine Monatshälfte rund 30 Liter entfallen. Nun aber melden die Meteorologen, dass bisher erst drei Prozent der im Monat üblichen Menge tatsächlich niedergeregnet sind – auf diesem Bild fehlen also rund 27 Liter Wasser pro Quadratmeter. (Für die Freaks, die hier alle Rechnungen kontrollieren: 3 % von 58 = 1,74. Dann 29 – 1,74 = 27,26.) Das Foto oben, bei Huisberden aufgenommen, zeigt: So sieht die Landschaft auch aus. Dazu erklärt Wetterbauer Hubert Reyers heute auf seiner Website wetter-niederrhein.de: „In den vergangenen Tagen lagen die Verdunstungsraten am Niederrhein bei 5 bis 6 Litern Wasser pro Quadratmeter und Tag. Für Ende April sind diese Werte ungewöhnlich hoch. Derart hohe Verdunstungsraten finden wir sonst nur bei Hochdruckwetterlagen mit Ostwind in den Sommermonaten. Diese erklärt, warum die Frühlings-Trockenheit am Niederrhein aktuell extreme Ausmaße angenommen hat.“ Es fällt also nicht nur kein Regen, das bisschen Feuchtigkeit, das noch vorhanden ist, wird vom Ostwind mitgenommen.


Corona-Buchhaltung: Nachtrag von gestern

rd | 23. April 2020, 14:05 | keine Kommentare
Tja, das wird wohl noch ein wenig dauern, bis dieser Wunsch (von wem überhaupt? Gott?) erhört wird (Foto: Klaus Oberschilp)

Natürlich wollen wir unsere tägliche Dienstleistung nicht unter den Tisch fallen lassen, nur diesmal kommt sie einen Tag verspätet. Wobei, wie unlängst schon geschrieben, die Unterschiede kaum noch zu erkennen sind. Heute ist jedenfalls Donnerstag, wir erinnern uns, der Tag des Reiseblatts in der FAZ und für mich eigentlich der Tag mit dem fixesten aller fixen Termine, dem Basketball in der Hobbygruppe (20 Uhr, Stein-Gymnasium). Auch schon Lichtjahre weit weg. Selbst als Verletzungen mich aus der Bahn geschossen hatte, trottete ich humpelnd in die Halle, um auf einem Bahn stehend Würfe zu nehmen oder wenigstens den anderen zuzuschauen bei der freudvollen Betätigung, die einem selbst verwehrt blieb. Die Zahlen aber, die jetzt folgen, sind noch von GESTERN. Das war Mittwoch, der Natur-und-Wissenschaft-Tag meiner geschätzten alten Tante. Da also betrug die Gesamtzahl der bisher erfassten Fälle im Kreis Kleve exakt 500, davon 53 in Kleve. 17 Todesfälle (Nr. 17 ist ein 75 Jahre alter Mann aus Rees). 300 genesen, 35 im Krankenhaus, 448 Personen in Quarantäne.

Und jetzt noch ein kleiner Service der kleveblog-Redaktion für alle, die den Überblick behalten wollen: Sämtliche Zahlen des Kreises in einer Tabelle frei abrufbar (allerdings nur Kleve einzeln aufgeführt, die anderen Ortschaft fehlen): Überblick Corona Kreis Kleve. Wenn das so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, müsste sich im Browser eine Google-Docs-Tabelle öffnen.


Angrillen – noch eine Veranstaltung, die dem Coronavirus zum Opfer fällt

rd | 22. April 2020, 13:59 | 6 Kommentare
Eigentlich schon eine Klever Traditionsveranstaltung: das Angrillen der Metzgerei Quartier. In diesem Jahr muss das Event jedoch ausfallen (Foto: Charly Stoffels)

Das Schicksal der Veranstaltung stand im Grunde fest, als die Bundesregierung das Aus für Großveranstaltungen bis zum 31. August verkündete. Denn in den vergangenen acht Jahren mauserte sich das zweitägige „Angrillen“-Festival der Metzgerei Quartier, angeboten in den beiden Musikfarben Schlager und Rock, zu einem Event, zu dem die Klever in Scharen strömten und eng an eng auf Bierzeltgarnituren die ersten Grillspezialitäten des Jahres verköstigten. Soeben meldete Quartier dann auch die Absage. Hier die Meldung im Wortlaut: „,Uns fällt die Entscheidung unendlich schwer. Wir haben wochenlang mit allen Beteiligten um einen Termin gekämpft. Aber nun müssen wir feststellen: Unter den jetzigen Gegebenheiten können wir das Angrillen – Made in Kleve in diesem Jahr nicht stattfinden lassen. Wir müssen die Veranstaltung auf das kommende Jahr schieben, alles andere wäre unvernünftig und verantwortungslos‘, erläutert Veranstalter Daniel Quartier. Bis mindestens zum 31.  August dieses Jahres sind bekanntlich alle Groß-Events untersagt und danach sind die folgenden Wochenenden bereits mit anderen Großveranstaltungen belegt. ,Es war unmöglich, einen Termin für unser tolles Event zu finden. Die Enttäuschung aller Beteiligten ist riesengroß‘, fügt Lothar Quartier hinzu.“

Als neuen Termin haben die Veranstalter den 7. und 8. Mai 2021 ins Auge gefasst. Alle Karten behalten ihre Gültigkeit. Doch so ganz ohne Angrillen-Event sollen die Fans nicht bleiben. Es soll kurzfristig (!) noch eine Überraschung aus dem Hut gezaubert werden. Eine weitere Eventserie aus dem Hause Quartier muss der aktuellen Situation ebenfalls Tribut zollen: Die geplanten Grillseminare werden an neuen Terminen stattfinden.


Das nächste Tatörtchen

rd | 22. April 2020, 12:32 | keine Kommentare

Was ist da nur los, schon wieder waren Sanitäroristen am Werke! Diesmal meldet die Polizei: „Am späten Dienstagabend (21. April 2020) gegen 23:30 Uhr haben unbekannte Täter auf einer Baustelle im Bereich Kerkpad /Hohe Straße ein Toilettenhäuschen angezündet. Die Feuerwehr Rindern löschte den Brand, das mobile Kunststoff-WC wurde aber komplett zerstört. Einer der Einsatzkräfte der Feuerwehr sah nach Abschluss der Löscharbeiten auf dem Gelände einer nahegelegenen Grundschule nach dem Rechten. Dabei sah er, wie jemand mit einer Taschenlampe schnell über den Friedhof in Richtung Drususdeich davonlief. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo Kleve unter Telefon 02821 5040 zu melden.“


Klever Oktoberfest: Wird in diesem Jahr „O’zapft is!“ zu hören sein? Die Veranstalter planen es…

rd | 21. April 2020, 19:05 | 12 Kommentare
Sie kommen zu Tausenden in Lederhosen und Dirndln in das Festzelt am Klever Bahnhof, doch wie wird es in diesem Jahr aussehen: Schunkeln mit Sozialdistanz? (Foto: Kle-Event)

Am Dienstag Mittag kam die Nachricht, dass die Mutter aller Oktoberfeste, die Wies’n in München, in diesem Jahr zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausfällt. Natürlich wegen Corona. Die Frage ist, wie die Veranstalter der äußerst erfolgreichen Nachahmerfeste im Flachland mit dieser Entscheidung umgehen werden– zum Beispiel das Unternehmen Kle-Event von Bernd Zevens, das seit 2015 äußerst erfolgreich die niederrheinische Version des dirndlaffinen Gelages veranstaltet. In diesem Jahr sind laut Website vier Festabende geplant, an den beiden letzten Wochenenden im September, also zur gleichen Zeit wie das Original des Festes in München. Auf den rauschenden Großpartys hatten in den vergangenen Jahren jeweils mehrere tausend Freunde des bayrischen Brauchtums ausgelassen gefeiert. Und 2020? Entschieden ist noch nichts. Christian Nitsch, einer der Mitorganisatoren, sagt: „Eine Absage steht nicht an.“ Auf Facebook heißt es: „Liebe Freunde des Klever Oktoberfestes, ob wir unser Oktoberfest in der Zeit vom 18.- 26. September 2020 feiern dürfen, steht noch in den Sternen. Wir werden die nächsten Tage und Wochen die Entwicklung dieser Pandemie in NRW und in Kleve beobachten und zudem auf klare Signale aus der nordrheinwestfälischen Landesregierung warten. Liebe treue Freunde des Klever Oktoberfestes, egal welche Regelungen letztlich vorgegeben werden, am Ende gilt es jegliche gesundheitliche Gefährdung für unsere Gäste zu vermeiden. Lasst uns gemeinsam die nächste Zeit abwarten und ,Gutes‘ hoffen. Bleibt gesund, Euer Klever Oktoberfest-Team.“

Die Organisation des Events dürfte angesichts der mannigfachen Unsicherheiten ein Ritt auf der Rasierklinge werden: Derzeit sind alle Massenveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen bis zum 31. August untersagt. 18 Tage später dann der Fassanstich in einem Festzelt, das mit 3500 Menschen gefüllt ist? Im Augenblick schwer vorstellbar. Eine Einschränkung der Besucherzahl wäre denkbar, könnte aber wirtschaftliche Verwerfungen auslösen. Und außerdem: Schunkeln mit Sozialdistanz, wie soll das bitteschön gehen?


Corona-Kurzticker: 16. Todesopfer

rd | 21. April 2020, 15:04 | 25 Kommentare

(Heute ist Dienstag.) Eine 99 Jahre alte Frau aus Straelen ist das 16. Todesopfer der Corona-Pandemie im Kreis Kleve. Neun weitere Infektionsdiagnosen wurden gestellt (Gesamtzahl nunmehr 491), abzüglich als „genesen“ geführter Menschen (287) sowie der 16 Verstorbenen ergibt sich somit eine aktuelle Patientenzahl von 188, von denen 34 im Krankenhaus behandelt werden (gestern 193). In der Stadt Kleve hat es bisher insgesamt 51 erkannte Corona-Infektionen gegeben.

Wie sähe die Welt aus, wenn alle Menschen mit einem Reifrock (Radius 75 Zentimeter) durch die Gegend laufen müssten, um den Abstand zu gewährleisten?

Die gaaanz vorsichtige Corona-Öffnung: Bitte noch keine Partys feiern, sagt der Landrat (Klever halten sich weitestgehend daran)

rd | 20. April 2020, 18:37 | 6 Kommentare

(Heute ist Montag.) Die ersten Stunden der vorsichtigen („schrittweisen“) Rückkehr zur Normalität – die Stimmung ist gedämpft, aber immerhin (gefühlt) gedämpft optimistisch. Sollte das Schlimmste tatsächlich überstanden sein?

Drosten sagt nein, und auch Landrat Wolfgang Spreen warnt: „Die Corona-Fallzahlen im Kreisgebiet sind in den letzten Tagen stabil, nicht rückläufig. Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin an die Abstandsgebote und Hygieneregeln halten.“

Doch die Menschen trauen sich wieder in die Stadt, die meisten sind auch auf Distanz zu ihren Mitmenschen bedacht. Die Quote der Mundschutzträger liegt bei gefühlt einem von 20 Menschen. Aber man wird sich wohl dran gewöhnen (müssen). Die ersten Geschäfte haben ihre Warenständer wieder auf die Fußgängerzone gestellt. Der Blick nach drinnen zeigt eine schöne Varietät von Plexiglaskonstruktionen im Kassenbereich, und, wo derlei fehlt, trägt das Verkaufspersonal Mundschutz. Die Buchhandlung Hintzen und einige andere Geschäfte auch haben in ihren Ladenlokalen Laufwege eingerichtet, damit die Kunden sich nicht in die Quere kommen.

An der Hochschule Rhein-Waal hat das Sommersemester begonnen, für das es relativ egal ist, ob die Studierenden vor Ort sind oder nicht – alle Lehrveranstaltungen finden online statt. Womöglich das Modell für die Zukunft, Fernhochschule Kleve. Die Professoren nennen das Halbjahr mit dem ihnen eigenen Wortwitz in einem sechsminütigen Begrüßungsvideo Cemester, und man darf raten, wo das C herkommt. Das übliche Spektakel, Pubcrawl und so weiter, findet nicht statt.

An der Nassauer Allee, in der Kreisverwaltung, werden derweil weiter die Fallzahlen addiert, mittlerweile ist der Kreis bei 482 „labordiagnostisch bestätigten“ Fällen angelangt (drei mehr als gestern), die Zahl der Toten liegt weiterhin bei 15, im Klever Stadtgebiet sind 51 Fälle zu vermelden. Die Nettozahl der Erkrankten beträgt 193 , ein Rückgang gegenüber gestern von 16.

Ob diese Entwicklung anhält, wird sich zeigen. Amtsärztin Dr. Martina Scherbaum befürchtet, dass die Bevölkerung nun nach Wochen der sozialen Isolation unvorsichtig werden könnte: „Nachlassende Vorsicht bedeutet in etwa 10 bis 14 Tagen steigende Infektionszahlen. Dies führt dann auch zu einer steigenden Zahl von Kontaktpersonen, die ermittelt und ebenfalls in Quarantäne geschickt werden müssen.“ Und dann ginge das ganze Spiel von vorne los. Bitte nicht!


Villa Nova: Historisches Klo gestohlen – waren es Sanitäroristen?

rd | 20. April 2020, 13:38 | 4 Kommentare

Handelte es sich um Sanitäroristen? Unbekannte Täter entwendeten aus dem griechischen Restaurant Villa Nova an der Tiergartenstraße eine historische Toilette und weitere Sanitärapparaturen. Um an die Beute zu gelangen, zerstörten die Täter eine Glasscheibe, hinter der die Objekte als Akktraktion ausgestellt waren. Neben der Toilette rissen die Einbrecher auch das Waschbecken und die Armaturen heraus. Nach Erkenntnissen der Polizei ereignete sich die Tat zwischen Donnerstag, 15 Uhr, und Freitag (17. April 2020), 8 Uhr Wie die Täter ins Gebäude gelangt sind und in welche Richtung sie mit der Beute geflüchtet sind, ist derzeit noch unklar. Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen oder Feststellungen machen können. Zeugen sollen sich bei der Kripo Kleve unter Telefon 02821 5040 melden.


Corona-Hoffnungsschimmer: Nur noch 57 neue Infektionen, so wenig wie seit Mitte März nicht mehr

rd | 19. April 2020, 15:09 | 20 Kommentare
Satter Rückgang: Die Zahl der Neuinfektionen ist deutlich gesunken

Soeben vermeldete der Kreis Kleve, dass seit Samstag vier weitere Corona-Infektionen diagnostiziert wurden, also seit Beginn des Ausbruchs im Kreis insgesamt 479 Fälle (mit 15 Toten). Doch die Tabelle zeigt, dass endlich – und passend zur vorsichtigen Rückkehr ins Geschäftsleben – Anlass zur Hoffnung besteht, denn die Zahl der Neuinfektionen pro Woche ist deutlich zurückgegangen. Insgesamt verzeichneten die Ärzte im Kreisgebiet in der Woche vom 13.-19 April nur noch 57 neue (erkannte) Ansteckungen, das sind so wenig wie ganz zu Anfang des Ausbruchs. Der Netto-Krankenstand (Diagnose minus Genese, minus Gestorbene) beträgt am heutigen Sonntag 209 (gestern 205).

Im Tiergartenwald heute nur begrenzt möglich
Ausflug zum Müggelsee: die Klever Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks mit Mundschutz in der Berliner Tram (Foto: Barbara Hendricks)

Rot sehen: Aufmarsch der Erdbeerhütten

rd | 19. April 2020, 13:41 | 3 Kommentare
Aufmarsch in Warbeyen: Die Hütten, die sich um Sozialdistanz nicht scheren müssen, stehen in Reih und Glied, bereit, ausgeliefert zu werden. Aber wie werden es die Kunden halten?

Corona aktuell: 475-(255+15)=205

rd | 18. April 2020, 15:00 | 3 Kommentare
Bitte. Danke.

Will sagen: Sechs neu erkannte Infektion mit dem Coronavirus (insgesamt 475), ein weiteres Todesopfer (sa. 15), vier weitere Menschen, die genesen sind (255). Daraus ergibt sich gewissermaßen eine Netto-Zahl aktuell erkrankter Menschen, die bei nunmehr 205 liegt. Gestern sah die Rechnung wie folgt aus: 469-(251+14)=204.


Klever Bahnhof bis auf weiteres unbenutzbar

rd | 18. April 2020, 14:19 | 23 Kommentare
Liebling, ich habe den Bahnsteig geschrumpft!
Bei der Bahn eine unbekannte Größe: Hygieneabstand

Die gute Nachricht dürfte sein, dass ausnahmsweise einmal nicht die NordWestBahn dafür verantwortlich gemacht werden kann. Die schlechte: Der Klever Bahnhof ist weitestgehend unbenutzbar, zumindest, wenn der Bahnkunde sich an die Corona-Abstandsempfehlungen halten möchte. Der Grund: In Kürze wird bekanntlich das marode Bahnhofsdach abgerissen, und natürlich ist es wünschenswert, dass die Fahrgäste nicht schon vor Fahrtantritt von herabfallenden Trümmerteilen erschlagen werden. Also: Absperrung. Dadurch aber, das Foto zeigt es, sind die je nach Sichtweise hinteren oder vorderen ein bis zwei Wagen der zwei oder drei Zugabschnitte langen NWB-Züge nur noch über einen Bahnsteig zu betreten, der etwas breiter als ein Meter ist. Gleichzeitiges Ein- und Aussteigen, wie sonst gewohnt, wird für die immerhin nicht erschlagenen Passagiere zu einem erheblichen Infektionsrisiko. Wer aber denkt sich so etwas aus?


Unser distanziertes Leben: Bürovermummung, Youtubeerstkommunion, und wie bitte soll Bürgernähe im Wahlkampf möglich sein?

rd | 17. April 2020, 14:00 | 15 Kommentare
Corona-Lagesitzung im Kreishaus (Foto: Kreis Kleve)

(Heute ist ja schon Freitag! Aktualisiert, jetzt mit der Zahl der Neuinfektionen) Zuletzt habe ich so viele Menschen mit Mundschutz gesehen, als Prof. Braun in einer beherzten Aktion mein lädiertes Knie wieder zusammenflickte (die älteren Leser werden sich erinnern: Quadrizepssehnenruptur nach Fahrradsturz). Da aber war nach einer halben Stunde, die zudem ich die Gnade hatte, in Vollnarkose verbringen zu dürfen, alles vorbei.

Jetzt aber scheint die Bedeckung des Gesichts, zum eigenen und zum Schutz anderer, zu einer alltäglichen Erscheinung zu werden. Aktuell meldet der Kreis Kleve in seinen Städten und Gemeinden 22 neue Infektion, die Zahl der Todesopfer ist um einen Menschen, einen 82 Jahre alten Mann aus Kleve, auf 14 gestiegen. Montag sollen die kleineren Geschäfte wieder öffnen (Faustregel für Kleve: alles außer Saturn, H&M, Kaufhof, Woolworth, C&A, Mensing Kavarinerstraße), in einer Woche, am 27. April, will auch die Stadtbücherei wieder öffnen. Von einer Rückkehr zur Normalität zu sprechen, erscheint dennoch vermessen.

„Wir müssen leider davon ausgehen“, sagt Landrat Wolfgang Spreen, „dass diese besonderen Umstände noch für unbestimmte Zeit andauern werden.“ Selbst wenn Montag mit der Öffnung der Geschäft ein wenig Normalität wieder Einzug hält, werden der Hygieneabstand an der Supermarktkasse, der große Bogen um den entgegenkommenden Passanten in der Fußgängerzone, die Begrüßung ohne Handschlag und schon gar nicht mit Küsschen links, Küsschen rechts sowie die großflächige Verhüllung des Gesichts (die noch vor wenigen Wochen in Teilen der Bevölkerung verdammt wurde (da allerdings, weil Zeichen einer Religion)) der Normalzustand unseres Zusammenlebens.

Wird gestreamte Gottesdienst aus einer leeren Kirche der neue Standard für die Ausübung des Glaubens? Youtubeerstkommunion, Skypebeichte? Wie ist der Klever Klaviersommer vorstellbar, wie kann man sich die Kirmes am Montag Abend in Materborn vorstellen. Der VfL Merkur Kleve hat gerade seine lange vorbereiteten Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen abgesagt.

Und, wo wir gerade beim Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August sind, wie sollen Politiker bis zum 13. September, dem Tag der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen, noch Bürgernähe unter Beweis stellen. Klassisches Klinkenputzen, der Kugelschreiberverteilstand in der Fußgängerzone – alles kaum vorstellbar. Wäre es nicht sogar ein Zeichen besonderer Verantwortung, wenn sich Kandidaten als potenzielle Super-Spreader, die sie ja sind, möglichst bürgerfern verhielten? FDP-Mundschutz als Giveaway?

Tennisspieler wollen nun wieder ihren Sport ausüben, ein Ansinnen, das nachvollziehbar erscheint, denn die Kontrahenten kommen sich normalerweise nicht allzu nahe. Aber wann wird auf den Fußballfeldern des Kreises wieder gekickt, wann sind die Sporthallen wieder geöffnet? Und, wenn es so weit ist, welche Einschränkungen wird es geben?

Der Alltag, wie wir ihn über Jahre kannten, hat sich gerade einmal 32 Tage verabschiedet, und er wird, wie es scheint, in seiner früheren, sorglosen Ausprägung erst einmal nicht wiederkehren. Aber hoffen wir, dass das, was vielleicht schon gar nicht mehr genug zu schätzen gelernt hatten, bald zurückkehrt – und unser aller Leben vielleicht bereichert worden ist um ein wenig mehr Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens!


Corona aktuell: 3 JVA-Beamte haben Corona, Parookaville kann nicht stattfinden, Klever Kirmes (Großveranstaltung, oder?) wohl auch nicht, Autokino läuft, 13 Tote, jetzt auch der erste aus Kleve (85), neue Tabelle

rd | 15. April 2020, 15:46 | 30 Kommentare
Gut fünf Wochen nach dem ersten Corona-Fall im Kreis Kleve: Die Tabelle zeigt die Zahl der jeweils diagnostizierten Neuinfektionen pro Woche: 36 in der Woche bis zum 15. März, 85 bis zum 22. März, 115 bis zum 29. März, 68 bis zum 5. April, 118 bis zum 12. April. Idealerweise würde diese Kurve irgendwann wieder verlässlich nach unten gehen. Aber wann?
Wer sich schon immer gefragt hat, wo beim Autokino der Ton herkommt: UKW 106,2 (Foto: Niklas Daute)

(Heute ist Mittwoch, was man zum Beispiel noch daran erkennen kann, dass sich in der FAZ die Beilage „Natur und Wissenschaft“ findet. Dienstag ist der „Technik-und-Motor-“, Donnerstag der „Reiseblatt“-Tag. Alles andere wird zunehmend unauseinanderhaltbarer.) Drei Beamte der JVA Kleve haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Bediensteten wurden am Wochenende positiv getestet. JVA-Sprecher Jörg Neyenhuys: „Sie waren in einem Bereich eingesetzt, der keinen direkten Kontakt mit Gefangenen hat. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve wurden Kontaktpersonen nach RKI klassifiziert und ebenfalls getestet. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Die Inhaftierten wurden zeitnah informiert und allen Beschäftigten und Gefangenen wurden nunmehr OP/Dental-Mundschutzmasken zur Verfügung gestellt.“ +++ Nachdem soeben gemeldet wurde, dass Bund und Länder sich darauf geeinigt haben, alle Großveranstaltungen bis zum 31. August abzusagen, haben nun auch die Parookaville-Organisatoren keine andere Wahl mehr, als ihr Festival für elektronische Musik, eines der erfolgreichsten überhaupt, ausfallen zu lassen oder auf einen späteren Termin zu verschieben (falls das logistisch möglich ist). Das Festival sollte vom 17. bis zum 19. Juli auf dem Gelände des Flughafens Weeze stattfinden. 2019 waren 85.000 Besucher gekommen, das Event war ausverkauft. +++ Wenn die Kirmes in Kleve als Großveranstaltung gelten sollte (wovon wohl auszugehen ist), dürfte sie den Nachrichten aus Berlin zufolge in diesem Jahre auch nicht stattfinden. Geplant war sie vom 11. bis 19. Juli. Erst das Klever Oktoberfest könnte wieder wie gewohnt steigen (ab 18. September). +++ Gutes Zeichen? Die Öffnungszeiten des Fieberzelts am Klever Krankenhaus werden weiter eingekürzt. Ab Donnerstag (16. April) ist die Diagnoseeinheit täglich nur noch von 16 bis 20 Uhr geöffnet (Kriterien: Grippesymptome UND Vorerkrankungen mit besonderem Komplikationsrisiko ODER Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Gesundheitswesen) +++ Erweiterter Rückrufservice: Bisher wurden nur diejenigen informiert, deren Corona-Test positiv ausgefallen ist. Jetzt werden auch die angerufen, deren Test negativ war. Die Regelung: Kreis ruft die positiven Fälle (also die Erkrankten) an. Krankenhaus die negativen. +++ Mittlerweile sind elf Menschen im Kreisgebiet an den Folgen der Pandemie gestorben. Alle Opfer waren hochbetagt. Bei den letzten vier Todesfällen handelte es sich um einen Mann aus Kevelaer (72), eine Frau aus Emmerich (82), eine Frau aus Straelen (80) und den ersten Klever (85). +++ Die Gesamtzahl aller bisherigen Infektionen im Kreisgebiet beläuft sich laut Mitteilung des Kreises Kleve nunmehr auf 438 Menschen. Der Kreis weist darauf hin, dass nun erstmals mehr Menschen genesen (229) als aktuell infiziert (438-13-229=196) sind. kleveblog hat nach fünf Wochen seine Darstellung geändert, weil natürlich in der Zwischenzeit auch Menschen genesen (und leider auch sterben). Die Tabelle oben zählt die neu erfassten Erkrankungen pro Woche. Die Kurve sollte also (am besten so schnell wie möglich) sinken. +++ Gute Resonanz beim Autokino am Tichelpark, viele Vorstellungen sind bereits ausverkauft, so Kinobetreiber Reinhard Berens. Heute 20:30 Uhr: Bohemian Rhapsody. Profi-Tipp: Irgendwas mitnehmen, um die Fenster zu verdecken, sonst scheint die Sonne ins Auto (Treibhaus-Effekt).


Im Porträt: Der Kavarinerpfau

rd | 15. April 2020, 15:02 | 7 Kommentare
Stolzer Vogel: Das neue Wahrzeichen der Kavarinerstraße (Foto: Martin Fingerhut)

Unlängst veröffentlichte kleveblog ein aus großer Entfernung geschossenes Foto eines prächtigen Blaupfaus auf den Dächern der Kavarinerstraße. Die geschätzte Fotografin hatte sich zwar alle erdenkliche Mühe gegeben, doch die nicht gerade magnifiziente Optik der Handykamera beförderte nur eine schemenhaft erkennbare Silhouette des Tieres auf die lichtempfindlichen Pixel des Chips im Inneren der Apparatur, von wo aus sie auch mit ausgefeiltesten Programmen nicht mehr hochzujazzen war. Fake News, hieß es in den Kommentaren sogleich. Doch Anwohner Martin Fingerhut, dessen Dächer der Vogel wohl auch beschreitet, ließ diese Aufnahme keine Ruhe, und in bester grzimekesker (die Älteren unter meinen Lesern werden wissen, was gemeint ist, die noch älteren sagen vielleicht: sielmännlicher) Manier legte er sich auf die Lauer, und: Voilà! Ein geradezu prächtiges Porträt eines stolzen, vielleicht sogar ein wenig eitlen Vogels, der gerade die Abgeschiedenheit des kleinstädtischen Fußgängerzonenlebens für sich entdeckt hat. Kavariner darf nicht sterben!, möchten wir da fast ausrufen.

Rückansicht (Foto: Nicole Verfondern)

Nur keine Umstände, Hygieneabstand zum Blütenstand: kleveblog wünscht frohe Ostern (Instandhaltungsartikel)!

rd | 13. April 2020, 14:57 | 10 Kommentare
Nach Vorschrift
Im Blütenstand: Kirschbaum im Abendlicht
Aus welcher Warte? Alles eine Frage des Standpunkts…
Pflegezentrum Clever Stolz: Gemeinsam schaffen wir das!
Plötzlich ist Selbstabholung möglich: Gelbe Säcke am Rathaus
Weiße Ostereier plus Dinatrium-6-hydroxy-5-[(E)-(4-sulfonatophenyl)diazenyl]-2-naphthalinsulfonat ergibt fast perfekt gefärbte braune Eier
Unbekannte Grüße – Danke!

Ewiges Rätsel deutsche Sprache! Vorgestern wies ich in Plauderlaune angesichts der Neuschöpfung Hygieneabstand auf den bemerkenswerten Umstand hin, dass sich im deutschen Wortschatz zwar die beiden Nomen Anstand und Abstand finden, aber nur eine adjektivische Ableitung, nämlich anständig. Dabei könnte man abständig gut gebrauchen, zum Beispiel für einen dezenten, nicht übergriffigen Verehrer: Er verhielt sich anständig abständig. Allerdings kann unsereins unanständige Bemerkungen machen, die wären gewissermaßen abständig, sind aber oft einfach nur abgestanden, was wiederum ein ganz anderer Schnack ist.

Nun aber bin ich vollumfänglich geständig, lege also ein Geständnis ab (warum nicht: Gestand?): Das obenstehende (obenständige?) Räsonnement war nur der vorläufige Zwischenstand der mählichen Erkenntnis eines augenscheinlich unhaltbaren Zustands, für den aber sich vermutlich auch wieder niemand zuständig fühlt, vermutlich, weil dessen Beseitigung einiges an Umstand mit sich bringt, also umständlich (und warum eigentlich nicht: umständig?) ist – nämlich die scheinbar völlig willkürliche Bestückung des Deutschen mit seinen Wörtern.

Was aber, wenn ich die Redaktion des Duden nun inständig um Ergänzungen und Korrekturen bäte? Handelte es sich um einen Instand? (Nicht zu verwechseln mit Instant(kaffee, zum Beispiel).) Gäbe es Menschen, die meinem Anliegen Beistand zusicherten, sich also beiständig verhielten?

Ich bin natürlich nicht imstande, mich in meinem redaktionellen Unterstand ständig mit derlei Gegenständen zu beschäftigen, hoffe aber seit meinem Einstand bei kleveblog für meine Leser mit Verstand, also für die verständigen unter euch, beständig, dass der Vorrat an derlei kaum verständlichen Betrachtungen über den Tag hinaus Bestand hat, sodass die Instandhaltung des Witzarsenals auf dieser Seite keinerlei Probleme bereit. Denn wir sind standhaft!

In diesem Sinne, liebe Leser: Frohe Ostern und vielen Dank!

Früher gab es in Preußen drei Stände, heute in Deutschland wohl Tausende!

Coronostern: „Hygieneabstand“, 421 Fälle (+20)

rd | 11. April 2020, 19:10 | 7 Kommentare
Kaufen Sie bitte vorsichtig ein!
Sein Name ist Hase, er schaut von rechts auf die Tafel und weiß von nichts, aber wir wissen: plus 20 Fälle
Abstand = halber Tacho gilt an der Kasse nicht

(Heute ist Samstag.) Von einem Abflachen der Kurve kann wohl nicht mehr die Rede sein: Heute meldet der Kreis Kleve 421 erkannte Corona-Erkrankte (plus 20 gegenüber gestern), davon mittlerweile 36 in Kleve (plus 5) und 31 in Bedburg-Hau (konstant). 39 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt, für aktuell 479 Menschen ist häusliche Quarantäne angeordnet. Die Zahl der Todesfälle ist unverändert bei 8 geblieben. +++ Man weiß ja mittlerweile, dass es vernünftig ist, auf Distanz zu bleiben, aber als neugebildetes Kompositum habe ich es heute erstmals bei Edeka in Schneppenbaum erblickt, das Wort: „Hygieneabstand“. Hat gute Chancen, das Wort des Jahres zu werden. Und auch das Antonym funktioniert, ich würde es „Ferkelnähe“ nennen: „Finger weg!“ +++ Die ersten drei Filme im Autokino am Tichelpark: Der Hase (Ostermontag, 14 Uhr), Der König der Löwen (17 Uhr), Das perfekte Geheimnis (20:30 uhr) +++ Cooler Spaß für die ganze Familie: Stell dir vor, dein Vorname (oder der eurer Liebsten) wäre die Bezeichnung eines IKEA-Produkts: Was passt? Lange Diskussionen (und vielleicht der eine oder andere Eklat) sind garantiert. Ich finde zum Beispiel, Ralf ist NICHT die Bezeichnung eines Fußabtreters!

Auch zum folgenden Artikel ist nun der Abstand gewährt. Übrigens: Man kann anständig sein, aber nicht abständig – romantische Semantiker, bitte übernehmen!

Liste der 10 Autos, die der Autor mal besessen hat (6 sind gelogen):

rd | 11. April 2020, 17:26 | 19 Kommentare
Diese seitlichen Verzierungen hießen, so glaube ich, warum auch immer, „Rallyestreifen“
  1. Ford Escort
  2. Lada Samara
  3. 5er BMW Touring
  4. VW Golf
  5. Ferrari Testarossa
  6. Ferrari Testarossa
  7. Ferrari Testarossa
  8. Ferrari Testarossa
  9. Ferrari Testarossa
  10. Ferrari Testarossa

Liste der 10 Dinge, von denen eines grundsätzlich drinnen liegen geblieben ist, während man sich gerade im Garten zum Frühstück hingesetzt hat

rd | 11. April 2020, 11:21 | 14 Kommentare
S. 55: Der Zug ist durch Harlem passiert, die Bänke sind stramm besetzt mit Schlafenden von dunkler Haut.

(Eines ist natürlich gelogen.)

  1. Brot
  2. Nutella
  3. Salz
  4. Käsemesser
  5. Hafermilch
  6. Eierlöffel
  7. Küchenrolle
  8. Kaffeekanne
  9. Smartphone
  10. Uwe Johnson: „Jahrestage“

Oje! Jetzt 401 Fälle und 8 Tote

rd | 10. April 2020, 17:30 | 8 Kommentare

Schock-Zahl aus der Kreis-Verwaltung: Jetzt sind es mehr 400 erkannte Fälle, 58 mehr als gestern – einen so großen Anstieg von Tag zu Tag gab es im Kreis Kleve bisher nicht. Zwei weitere hochbetagte Menschen sind gestorben (eine Frau aus Emmerich (82), ein Mann aus Straelen (93), das sind die Toten Nr. 7/ und 8. Hier die Mitteilung des Kreises im Wortlaut: „Am heutigen Freitag, 10. April 2020, 15.30 Uhr, liegen dem Kreisgesundheitsamt insgesamt 401 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen vor. Davon sind 30 in Bedburg-Hau, 23 in Emmerich am Rhein, 53 in Geldern, 24 in Goch, 27 in Issum, 20 in Kalkar, 32 in Kerken, 31 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 31 in Kleve, 7 in Kranenburg, 40 in Rees, 9 in Rheurdt, 39 in Straelen, 6 in Uedem, 7 in Wachtendonk und 6 in Weeze. In Klärung befinden sich 16 Meldungen. 

coronakonforme Schlange vor der Eisdiele in Kalkar

Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Zahlen nicht den tatsächlichen Sachstand widerspiegeln, da zum einen laufend neue Fälle gemeldet werden und zum anderen mit hoher Wahrscheinlichkeit zahlreiche unentdeckte Infizierte eine schwer zu schätzende Dunkelziffer bilden.

Von den insgesamt 401 bestätigten Corona-Fällen sind 172 Personen genesen, 38 Personen befinden sich im Krankenhaus und 8 Personen sind verstorben. Bei der siebten verstorbenen Person handelt es sich um eine 82-jährige Frau aus Emmerich am Rhein. Die achte verstorbene Person ist ein 93-jähriger Mann aus Straelen. Ob es Vorerkrankungen gab, ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt.

Aktuell befinden sich insgesamt 450 Personen in häuslicher Quarantäne (Stand: 10.04.2020, 15.30 Uhr).“


Länger als 72 Stunden außer Landes? Dann bei Rückkehr erst mal Quarantäne!

rd | 10. April 2020, 15:38 | 14 Kommentare

Die Corona-Einreise-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen verpflichtet alle Bürgerinnen und Bürger, die ab dem 10. April 2020 (Karfreitag) aus dem Ausland nach Deutschland einreisen, sich sofort in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich beim Gesundheitsamt zu melden. Bestimmte Berufsgruppen wie Grenzpendler, medizinisches Personal oder LKW-Fahrer sind von dieser Einreise-Verordnung nicht betroffen. 
Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Kreis Kleve, die mehr als 72 Stunden im Ausland waren, müssen sich beim Gesundheitsamt melden. Hierfür wurde eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: reiserueckkehrer@kreis-kleve.de. Die E-Mail muss folgende Angaben enthalten: Name/Namen, Vorname/Vornamen, Geburtsdatum/Geburtsdaten, Anschrift, Telefonnummer, Reisedaten, Hinweis auf grippeähnliche Symptome (welche, ab bzw. bis wann). Falls die Zusendung einer E-Mail nicht möglich ist, ist eine Kontaktaufnahme über das Info-Telefon der Kreisverwaltung Kleve unter der Rufnummer 02821 594 950 möglich. Die Betroffenen erhalten vom Gesundheitsamt eine Rückmeldung. Weitere Informationen wurden auf der Coronavirus-Internetseite des Kreises Kleve hinterlegt. Auf der Homepage www.kreis-kleve.de gibt es einen Direktlink zu dieser Internetseite. +++ Woher kommt eigentlich das Wort Quarantäne? Bereits 1374 ist eine, allerdings nur zehn Tage dauernde, Quarantäne in Reggio nell’Emilia durchgeführt worden. Zur Isolierung der von einer Seuche befallenen Menschen wurden früher häufig Seuchenhäuser errichtet. Um ihre Stadt vor Pestepidemien zu schützen, beschloss im Juli 1377 die Regierung der Republik Ragusa, dass sich vor dem Betreten der Stadt alle ankommenden Reisenden und Kaufleute dreißig, später dann vierzig (d. h. quaranta) Tage lang isoliert in eigens dafür errichteten Lazaretten aufhalten müssen, darunter in Lazareti bei Dubrovnik. Von dieser Regelung leitete sich der Begriff Quarantäne in der heutigen Bedeutung ab. 1383 wurde zum ersten Mal in Marseille die Quarantäne über ankommende Schiffe verhängt, um sich auch vor der Pest zu schützen, die damals in Europa wütete. Eine andere Quelle spricht davon, dass Beamte aus Venedig 1374 die Quarantäne einführten. Besatzung und Waren wurden zunächst auf der Insel Lazzaretto Nuovo isoliert und durften erst nach dreißig, später nach vierzig Tagen an Land.


Liste von 10 in meinem Garten entdeckten Vogelarten (1 ist gelogen)

rd | 10. April 2020, 12:10 | 10 Kommentare
  1. Amsel
  2. Spatz
  3. Kohlmeise
  4. Blaumeise
  5. Rotkehlchen
  6. Zaunkönig
  7. Saatkrähe
  8. Taube
  9. Eichelhäher
  10. Seeadler
Alles im Blick

Corona aktuell: 343 Fälle, Online-Osterbotschaft von Johannes Mecking und Martin Schell, neues Trampeltier, was ist eigentlich mit Rammstein in Nimwegen?

rd | 09. April 2020, 15:11 | 13 Kommentare
Auch diese Y-Achse ist an ihr Ende gelangt. Hoffentlich ist die nächste Erneuerung die letzte!
Ökumenische Grüße aus der Kirche an der Böllenstege

(Heute ist Donnerstag. Bis einschließlich Ostermontag wird kleveblog die Corona-Berichterstattung auf das Nötigste beschränken. Man muss auch mal durchatmen. Frohe Ostern, und bleiben Sie gesund, liebe Leserinnen und Leser!)

343 bestätigte Corona-Fälle meldet der Kreis Kleve heute (zehn mehr als gestern), jeweils 30 in Kleve und Bedburg-Hau. Die Verdoppelungsrate, rückwärts gerechnet: 14 Tage (179, 26.03.), 7 Tage (83, 18.03.), 2 Tage (40, 16.03) – also eine gute Tendenz! +++ Aus der Evangelischen Kirche an der Böllenstege senden Propst Johannes Mecking und Pfarrer Martin Schell eine Osterbotschaft an die Gläubigen – per Youtube abrufbar. (Die Unternehmensvideoschwurbelmusik stört etwas.) Ostermontag um 9:30 Uhr läuten alle Kirchenglocken eine Viertelstunde lang. +++ Ein virtueller Besuch im Tiergarten Kleve kann auch viel Freude ins Leben bringen. Gerade hat ein Trampeltier Nachwuchs bekommen, die Fotos und Videos dazu sind auf Facebook zu sehen. Link zu allen acht Fotos unten. +++ Eigentlich sollte Ende Mai in Klagenfurt die große Europatournee von Rammstein beginnen, in deren Verlauf auch Nimwegen am 24. Juni in den Genuss eines Konzertes kommen sollte. Viele Klever hatten sich darauf gefreut. Doch ob die Massen in den Goffertpark strömen werden, steht noch in den Sternen. Aktuell gab die Band das folgende Statement heraus: „Wir beobachten die Situation in den einzelnen Ländern sehr genau und sind in engem Austausch mit den örtlichen Partnern der Band. Sobald es verbindliche Informationen gibt, werden diese an jeden, der ein Ticket für die kommenden Shows besitzt, weitergegeben. Bis dahin bitten wir um noch ein wenig Geduld und Verständnis.“ +++


Corona aktuell: 333 Fälle, jeweils 29 in Kleve und Bedburg-Hau, HSRW-Duo baut Tauchermasken um, Wasserfontänen werden gestartet

rd | 08. April 2020, 16:42 | 73 Kommentare
Maske (Prototyp), Prof. Bastian, Sadok ben Salem
„Und die Sonne geht auf, und die Erde geht unter. Ganz oben steht der Mond, und er schaut jeden Tag auf die Erde herunter, von seinem Blick bleibt nichts verschont“, sagt Rocko Schamoni (Der Mond): Aufnahme des gestrigen Supermondes (Foto: Christian Breuer)
Wasser Marsch: Ostergrüße der Bürgermeisterin

(Heute ist Mittwoch. In zwei Tagen ist Karfreitag.) „Am heutigen Mittwoch, 08. April 2020, 13.00 Uhr, liegen dem Kreisgesundheitsamt insgesamt 333 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen vor. Davon sind 29 in Bedburg-Hau, 21 in Emmerich am Rhein, 39 in Geldern, 21 in Goch, 26 in Issum, 19 in Kalkar, 28 in Kerken, 28 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 29 in Kleve, 7 in Kranenburg, 35 in Rees, 8 in Rheurdt, 28 in Straelen, 5 in Uedem, 5 in Wachtendonk und 5 in Weeze.“ So die Mitteilung des Kreises. +++ Stadt Kleve setzt als Zeichen der Hoffnung die Wasserfontänen vorzeitig in Betrieb, so Bürgermeisterin Sonja Northing in ihrer fünften Videobotschaft +++ 16:12 Uhr: Ein Flugzeug überfliegt Kleve – der Wizz Air Flug von Budapest nach Eindhoven. +++ Interessanter Beitrag aus der Rheinischen Post, warum die Zahlen des Kreises Kleve und des Robert Koch-Instituts sich unterscheiden (das RKI ist um gut 50 Fälle höher): Der Kreis erfasst nur nur die positiven Tests, das RKI auch Menschen mit den gleichen Symptomen (Fieber, Husten) im Haushalt eines positiv getesteten Menschen. (kleveblog bleibt bei den Zahlen des Kreises.) +++ Stadt stellt Video online, das zur Förderung des lokalen Handels aufruft, Infos dazu auch unter Innenstadt-Kleve.de, hier die Liste Klever Geschäfte, die Not- und/oder Lieferdienste anbieten +++ Gemeinsam mit dem HSRW-Absolventen Sadok ben Salem, verantwortlich für den Bau von Prototypen bei der Polyoptics GmbH in Kleve, entwickelte Professor Dr. Georg Bastian, Professor für angewandte Optoelektronik und Laserphysik, aus einer Tauchmaske eine Atemschutzmaske. Dafür wurde anstelle eines Schnorchels über einen Adapter ein Filter angebracht. Mit Hilfe eines 3D-Druckers wurde ein Prototyp gefertigt. Ein Eilantrag auf Zulassung als medizinisches Gerät beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist bereits gestellt. „Auch dieses Beispiel zeigt, wie gut die Hochschule Rhein-Waal in der Region und darüber hinaus vernetzt ist und als Hochschule für angewandte Wissenschaften nicht nur dem Transfergedanken gerecht wird, sondern auch ihre Leistung gemeinschaftlich mit anderen in der jetzigen Krise in den Dienst der Sache stellt“, betont Präsident Dr. Oliver Locker-Grütjen. +++ Man kann es nicht anders sagen, bisher sind wir im Kreis Kleve und auch in Deutschland relativ glimpflich davongekommen, aber es gibt eben auch Orte, an denen es ganz anders zugeht. Zum Beispiel im London. Wer des Englischen mächtig ist, kann im – geschätzten – Guardian nachlesen, wie der Alltag auf einer Corona-Station in der britischen Metropole aussieht. Hier der Link zum Beitrag: As an ICU doctor, I see the crisis unfold one person at a time. Here’s what it looks like. Sehr anrührend, aber nichts für zarte Gemüter. +++ „Wie schützt man sich im Alltag am besten vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2? Bei Masken gehen die Meinungen weiter auseinander. Eine andere Sache steht aber fest: Das Tragen von Gummihandschuhen beim Einkaufen ist unsinnig.“ (FAZ)

Schöner Satz auf S. 16
Das Lied zur Bildunterschrift oben

In eigener Sache

rd | 07. April 2020, 10:22 | 24 Kommentare

Liebe kleveblog-Leser,

seit nunmehr 13 Jahren steht kleveblog für engagierten, kritischen und mitunter auch ausgelassenen Journalismus in Kleve, und wie sehr die Seite inmitten einer Vielzahl von anderen Angeboten geschätzt wird, haben insbesondere die vergangenen Wochen, die unser aller Leben auf den Kopf gestellt haben, gezeigt. Es sind herausfordernde Zeiten, die für viele von uns auch finanzielle Auswirkungen haben.

kleveblog beispielsweise war immer auch das Produkt einer Querfinanzierung durch andere Aufträge, die nun aber zu großen Teilen nicht mehr bestehen. Also konzentrieren wir uns aufs Wesentliche – und hoffen auf Ihre Mithilfe. Von heute an besteht die Möglichkeit, die Arbeit von kleveblog direkt zu unterstützen und auf diese Weise womöglich noch besser zu machen. Wenn Ihnen die Seite etwas wert ist, können Sie dies ab sofort nicht nur mit Lob oder Schulterklopfen zum Ausdruck bringen, sondern auch mit Euro!

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Herzlichst, Ihr

Ralf Daute