Coronakurvendiskussion

rd | 18. Januar 2021, 12:10 | 2 Kommentare
Die Linie bleibt irgendwie da oben, ungläubig schaut der Hase in Richtung Berlin

Morgen wollen die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin erneut beraten, was zu tun ist, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Sicher ist, dass etwas zu tun ist. Nun sind sogar schon Ausgangssperren in der Diskussion, um die Zahlen, die auf einem hohen Niveau verharren, endlich wieder in den Bereich des Kontrollierbaren zu drücken. Im Kreis Kleve gab es in der vergangenen Woche 288 neue Fälle; die Inzidenz liegt immer so bei 90-100), angestrebt ist bekanntlich ein Wert von 50 Fällen je 100.000 Einwohner.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Weitere Ergänzung: Das Corona-Info-Board der Stadt Goch führt auf, wie sich die jeweiligen Zuwächse sich auf die 16 Kommunen des Kreises verteilen. Hier der Link: Corona-Info-Board.



Scandi-noir-Flair am Tannenbusch

rd | 17. Januar 2021, 16:53 | 17 Kommentare
Wo ist die finnische Kommissarin? (Foto: Björn Roelofsen)

Wenige Stunden Schneefall am Niederrhein, und schon sind die sozialen Netzwerke mit ca. 50.000 bezaubernden Bildern der Winterpracht geflutet, deren schönstes aber (nach Meinung der Redaktion) Björn Roelofsen zu verdanken ist, der am Tannenbusch im Schneppenbaum eine so zerbrechlich und unterkühlte wirkende, zart vernebelte Ansicht des leicht verschneiten Waldes festgehalten hat, dass einen unweigerlich der Verdacht beschleicht, gleich tritt die finnische Kommissarin von links ins Bild und…



Leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver

rd | 16. Januar 2021, 21:21 | 4 Kommentare
Mal sehen, wie lange der Zauber hält (Foto: Petra Scholz)

3254 Impfdosen für 30 Einrichtungen, Stadt Kleve richtet keine Mitfahrbörse ein, gibt Taxigutscheine aus

rd | 15. Januar 2021, 13:30 | 4 Kommentare
Eine Dosis

Der aktuelle Impfstand im Kreis Kleve: Bis einschließlich 16.01. (also morgen) werden 3254 Impfdosen abgerufen sein (Futur II). 30 der insgesamt 74 Betreuungseinrichtungen sind dann durchgeimpft. Die Zahl der Geimpften entspricht dann wie andernorts auch ziemlich genau einem Prozent der Gesamtbevölkerung.

„Die Stadt Kleve richtet keine Mitfahrbörse sein“, so Bürgermeister Wolfgang Gebing, Die Impfwilligen ab 80, die nicht selbst, durch Dritte oder mit Unterstützung der gesetzlichen Krankenkasse zum Impfzentrum nach Kalkar befördert werden können, werden in Kleve Berechtigungsgutscheine für eine Hin- und eine Rückfahrt mit einem Taxiunternehmen erhalten.

Der aktuelle Krankenstand im Kreis Kleve: 5344 Infektionen (+48), 832 in Kleve (+7), 103 Verstorbene (0), 34 im Krankenhaus (-4).

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Weitere Ergänzung: Das Corona-Info-Board der Stadt Goch führt auf, wie sich die jeweiligen Zuwächse sich auf die 16 Kommunen des Kreises verteilen. Hier der Link: Corona-Info-Board.


Zoff in der FDP: Bitterböse Kritik, Klapdor und Haupt sollen zurücktreten, fordern „kritische Liberale“

rd | 14. Januar 2021, 22:27 | 33 Kommentare

Die FDP des Kreises Kleve – ein brodelnder Vulkan, der kurz vor einer gewaltigen Eruption steht?

Ein Schriftwechsel, der schon Mitte Dezember begann, liefert bemerkenswerte Einblicke in parteinterne Frontlinien und legt den Verdacht nahe, dass eine größere Gruppe von Mitgliedern äußerst unzufrieden ist. Es geht um den aktuellen Kurs der Partei sowie um einige Personalentscheidungen – und am Ende werden sogar die Rücktritte des Kreisvorsitzenden Stephan Haupt und des Fraktionschefs Professor Dr. Ralf Klapdor gefordert, „um den Weg für einen Neuanfang freizumachen“.

„Innerhalb und außerhalb der FDP ist der Eindruck entstanden, dass die FDP-Kreistagsfraktion mehr eine Klapdor-Versorgungseinrichtung ist als eine politische Kraft, die etwas zum Guten für die Menschen im Kreis Kleve bewegen will – und zwar mit Stil und Anstand“, heißt es in dem siebenseitigen Brief, den eine Gruppe unterzeichnet hat, die sich selbst „kritische Liberale“ nennt, und zu der unter anderem Dietmar Gorißen, Dr. Dirk Hammes (Kevelaer) und Thomas Wittenburg (Issum) gehören.

Das Schreiben ist der reine Sprengstoff.

Abgerechnet wird praktisch mit allem, was geschehen ist, seit der Kreisvorsitzende Stephan Haupt vor der Kommunalwahl de facto das Bündnis mit der CDU aufgekündigt hatte, um gemeinsam mit SPD, Grünen und Freien Wählern den Bedburg-Hauer Bürgermeister Peter Driessen als neuen Landratskandidaten durchzusetzen. Driessen sollte der erste Nicht-CDU-Landrat des Kreises Kleve werden, doch dieses Vorhaben erfüllte sich nicht; in der Stichwahl behielt die CDU-Kandidatin Silke Gorißen die Oberhand.

„Seit dem Beginn der neuen Legislaturperiode am 1. November 2020 liefert die FDP-Kreistagsfraktion nur negative Schlagzeilen“, so der Eindruck der „kritischen Liberalen“. Die langjährige Fraktionsgeschäftsführerin Gaby Meinert sei „unter höchst fragwürdigen Umständen“ aus ihrem Amt entfernt worden – bekanntlich zugunsten der Ehefrau des Fraktionsvorsitzenden Professor Dr. Ralf Klapdor (siehe hier: Auf Kollisionskurs). Bei der Besetzung des Vorsitzes im Verwaltungsrat der Sparkasse Rhein-Maas sei es zu einer „handstreichartigen Überrumpelung der Landrätin“ gekommen. Und schließlich noch das Beharren auf der „sehr kostenintensiven Installation eines Kreisdirektors“. Etliche Mitglieder, so der Brief, „fragen sich, ob das noch ihre FDP ist“.

Selbst die Tatsache, dass Klapdors Ehefrau den Posten nun gar nicht mehr antritt, konnte die Kritiker offenbar nicht versöhnen. Dem Brief zufolge hat der Kreisvorstand die Sache entschieden, obwohl dieser formal gar nicht zuständig ist. „Die Tatsache, dass es in der Sitzung keinen Einspruch gegen diese Einmischung des Kreisvorstands vom Fraktionsvorsitzenden gab, dokumentiert erneut seine Führungsschwäche“, so die Ankläger.

Auch hinsichtlich des neuen Postens Kreisdirektor, den die Listenverbindung installieren wollte, kann das Umdenken der Verantwortlichen die Kritiker nicht überzeugen: „vorerst (!!) Auf die Einführung eines Kreisdirektor zu verzichten, ist wohl eher ein Ausdruck des scheinheiligen Nachgebens auf den öffentlichen und medialen Protest und nicht das von Einsicht getragene ehrliche Bekenntnis zu einem fairen Politikstil“, heißt es.

Die Hauptverantwortung für all dies liege beim Vorsitzenden der Kreistagsfraktion, Ralf Klapdor. Mitverantwortlich gemacht wird auch der Kreisvorsitzende Stephan Haupt, dessen Führungsstil massiv kritisiert wird. Die kritischen Liberalen fordern, dass beide von ihrem Posten zurücktreten, dass die Fraktiongeschäftsführung neu besetzt wird und dass die Listenverbindung mit den anderen Parteien aufgekündigt wird.


Sowohl der Kreisvorstand wie auch die Kreistagsfraktion reagierten ihrerseits mit Briefen auf die Vorwürfe.

Stephan Haupt stellte klar, dass die Kandidatur von Peter Driessen nicht über Hinterzimmerdiplomatie festgezurrt wurde, im Gegenteil, es sei kein Gespräch ohne Vertreter der Fraktion geführt worden. Das Ergebnis für Driessen in der Stichwahl – 45,7 % – bezeichnete er als „sehr respektabel“. Der gesamte Vorstand sehe keine unüberbrückbaren Differenzen und hoffe diese im Dialog lösen zu können.

Die Kreistagsfraktion verwahrte sich dagegen, auch den neuen Fraktionsgeschäftsführer Luca Kersjes abzuräumen, da er sich in einem ordnungsgemäßen Auswahlverfahren durchgesetzt habe und es bisher auch keine Kritik an seiner Arbeit für die Fraktion gebe. Die Diskussion um einen Kreisdirektor halte man zwar weiter für inhaltlich richtig, aber „nach einem Gespräch mit der Landrätin sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir ihr Zeit geben sollten, ihre Aussagen zu einer neuen deutlich veränderten Verwaltung Führung zu belegen.“

Das Ralf Klapdor per Überrumpelungstaktik zu seinem Posten im Verwaltungsrat der Sparkasse kam, weisen die Kreistagsmitglieder (Ralf Klapdor, Kay Ehrhardt, Arie Kerkman, Jan-Wellem Neuhaus) ebenfalls zurück. Die CDU selbst sei in einer Besprechung der Fraktionsvorsitzenden „extrem schnell“ über den Punkt hinweggegangen, somit sei der Vorschlag für die CDU nicht überraschend. Der nächste Satz trägt die Handschrift von Klapdor selbst: „Im Übrigen sollte beachtet werden, dass die beamtenrechtlichen Abführungsregeln an dieser Stelle für einen Hochschullehrer strenger sind als für eine Landrätin.“

„Dass der Start hätte besser sein können, ist unstrittig“, wird eingeräumt. Doch künftig möchte die FDP-Kreistagsfraktion wieder „mit konkreten inhaltlichen Forderungen wahrgenommen werden“. Dafür sei alle Erfahrung und alles inhaltliche Know-how vonnöten, weshalb die Rücktrittsforderung gegen den Vorsitzenden zurückgewiesen werde.