Applaus für Klever Jazzfreunde

rd | 10. Dezember 2018, 14:27 | keine Kommentare
Günter Winands, Kulturbeauftragter der Bundesregierung, Elena Kreßin und Christoph
Berens bei der Preisverleihung in Mannheim

Schöne Ehrung für ein beständiges Highlight des Klever Kulturlebens: Die Klever Jazzfreunde erhielten für ihre Konzertreihe den Preis APPLAUS 2018, mit dem das nach Ansicht der Jury „herausragende
Livemusikprogramm“ des Vereins gewürdigt wurde. Der Preis, dem 1,8 Millionen Euro Fördergelder zufließen, ist der höchstdotierte 
Musikpreis des Bundes für unabhängige Musikclubs und Veranstaltungsreihen. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters:
„Der APPLAUS ist vor allem den vielen kleinen Musikclubs gewidmet, die mit ihren ambitionierten und innovativen Rock-, Pop- oder Jazz-Angeboten für eine lebendige und vielseitige Musiklandschaft im ganzen Land sorgen.“


Die Vereinsvorsitzenden Elena Kreßin und Christoph Berens nahmen bei der Preisverleihung in Mannheim die Urkunde entgegen. Begleitet wurden sie von Joachim Marx, der als Mitglied der Klever Jazzfreunde an
der Programmgestaltung beteiligt war. „Dass wir den Preis gewonnen haben, ist für uns ein Ansporn. Auch in Zukunft möchten wir mit einem mutigen und leidenschaftlichen Programmangebot die städtische Kultur bereichern“, sagt Elena Kreßin, Vorsitzende der Klever Jazzfreunde. „Das Preisgeld investieren wir vor allem in die Gagen für die Musiker“,
erklärt Christoph Berens, der sich vor allem beim treuen Publikum bedankt: „Wir haben einen guten Schnitt von 130 Zuschauern pro Konzert. Ein tolles Publikum, vielseitig interessiert, das sich vom Liveerlebnis begeistern lässt und für eine gute Atmosphäre sorgt.“ Und Elena Kreßin ergänzt: „Ohne die 145 Mitglieder des Clubs wären unsere Konzerte gar nicht möglich.“


Mit dem sehr gut besetzten und abwechslungsreichen Programm des Jahres 2017 konnten die Jazzfreunde die Jury überzeugen: Es spielten unter anderem das Johan Leenders Trio, das Ka MA Quartett mit Katharina Maschmeyer, Choo Choo Panini, Tape Five oder StephanMax
Wirth. In insgesamt elf Abendkonzerten konnte die
ganze Bandbreite des Jazz abgebildet werden.

kleveblog gratuliert und sagt: Weiter so!



Der schmale Grat zwischen Wein Peters und Kein Peters

rd | 06. Dezember 2018, 16:13 | 9 Kommentare
Fast kein Durchkommen mehr

Für routinierte Zecher und solche Menschen, die routinierten Zechern eine Freude bereiten wollen, ist die Zeit vor Weihnachten die wichtigste des Jahres – hier mal schnell eine Flasche Wein als Zeichen der Dankbarkeit übergeben, dort mit einer Bouteille Cognac einen Friedenssschluss besiegeln.

Erste Adresse zur Befriedigung dieser Spezialflüssigkeitsbedarfe ist in Kleve natürlich die Schlosssbergkellerei Peters an der Wasserstraße. Nicht zuletzt deshalb hatte Geschäftsführer Franz Peters darauf gedrungen, dass sein Geschäft in der Weihnachtszeit nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist, und von Seiten der Stadt Kleve war auch Verständnis für diesen Wunsch signalisiert worden.

Doch die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Stadthallenumfelds sind so schnell vorangeschritten, dass die Firma Loock sich nun bereits die Wasserstraße hat vorknöpfen können. Das Ergebnis: Für Passanten aus der Innenstadt sieht es so aus, als wenn das Geschäft nicht mehr erreichbar ist – kein Peters sozusagen. Nur einen schmalen Fußgängerpfad gibt es derzeit noch. Über den rückwärtigen Zugang (Königsgarten) ist das Geschäft zwar noch für Autofahrer zu erreichen, allerdings (siehe Foto) müssen sie mit der Gegenwart schwerer Baufahrzeuge rechnen. Nicht gerade verkaufsfördernd!

Der einzige Quell der Linderung für Franz Peters dürfte der Umstand sein, dass er genug Trostspendendes auf Lager hat, z. B. einen formidablen 2014er Domino de Valdepusa Cabernet Sauvignon Vino de Pago des Weinguts Marqués de Griñón Family Estates, mit einem würzigen, aromatischen Bukett roter Früchte (Brombeere, Cassis), konzentriert und vielschichtig (29,95 €/Flasche), falls die Kunden dem Weg zu seinem Geschäft zu beschwerlich finden.



Symbolfoto Politik vs. Bürgerwille

rd | 04. Dezember 2018, 13:14 | 21 Kommentare
Wer, vom Minoritenplatz kommend, das Rathaus an der Nordseite passieren möchte, steht vor einer Entscheidung

Die Daseinsvorsorge ist die vornehmste Aufgabe der Verwaltung unseres Gemeinwesens. Dazu gehört, die Bürger mit Gelben Säcken zu versorgen, in  denen sie Verpackungsmüll sammeln können, und dazu gehört auch Wege zu ebnen, denen man folgen kann, wenn sich nicht die Knochen brechen möchte.

Doch bei all diesen Dingen gibt es widerstreitende Meinungen, aber nicht immer werden die auseinanderdriftenden Ansichten so offenbar wie kurioserweise genau vor dem Rathaus unserer Stadt: Wer vom Minoritenplatz kommt und das Rathaus an der Nordseite passieren möchte, kann dem Verwaltungsvorschlag folgen, erst auf das Rathaus zulaufen und dann scharf rechts abbiegen. Ein kleiner Umweg, dafür aber fester, asphaltierter Untergrund.

Manchmal scheint es der Bürger der Stadt offenbar wild, frei, ungezwungen zu mögen – born to be wild. Ergebnis: Vor dem Rathaus entfaltet sich ein Schisma, wie es schöner nicht zutage treten kann. Dort gehen offenbar so viele Klever abseits des Asphalts geradewegs über den Rasen, dass sich schon ein Weg abzeichnet, der deutlich von dem abweicht, was ursprünglich an dieser Stelle an den Schreibtischen der Planer ersonnen worden war. Es begann als Widerstand, als Akt des zivilen Ungehorsams. Man kann sich den ersten Bürger geradezu vorstellen, wie er, zunächst noch zögerlich, seinen ersten Fuß auf das Grün setzt und dann schnell über den Rasen huscht. Seinem Beispiel folgten weitere mutige Frauen und Männer, und , siehe da!, nun wirkt die Ausweichstrecke schon wie ein ausgetretener Pfad. Eine Abstimmung mit den Füßen.

Damit hat uns die Stadt Kleve ein nahezu perfektes Symbolfoto für die Diskrepanz zwischen Verwaltungshandeln (Politik) und Bürgerwillen beschert. Danke dafür!

(Mit Dank an den Leser, der das schöne Motiv zuerst entdeckte.)


Fachleute nennen es…

rd | 03. Dezember 2018, 17:08 | 7 Kommentare
Laub glitzert im gescheiterten Schnee

Für die meisten Menschen in der Region war gestern ein regnerischer Tag, und vielleicht hat der Eine oder Andere sogar ein wenig geschimpft („Sauwetter“) oder eine lange geplante Radtour abgesagt. Nur für die Klever war es das Wetter, auf das sich schon jeder so richtig gefreut hatte – Weihnachtsmarktwetter! Es hat schon Tradition, dass der Klever Weihnachtsmarkt, am Freitag eröffnet, meteorologisch so eskortiert wird, dass die Betreiber der Stände am Ende in ihren eigenen Tränen ertrinken. Wenn sie nicht schon vorher im Forstgartenschlamm versunken sind. Wer gemütlich von Bude zu Bude schlendert, kann hinterher genauso gut einen Survivalurlaub im Moorgebiet antreten. Die Unterschiede sind nur marginal. Bei den meisten allerdings dürfte die Überlegung, „noch eben“ rauszugehen und einen Glühwein zu trinken, gar nicht erst aufgekommen sein.