„Miss Eiche?“ – Wo steht der schönste Baum der Stadt?

Gute Chancen: Schöner Baum

Die einen erfreuen sich an einem dicken, mächtigen Stamm, die anderen mögen eine üppige, ausladende Krone, wieder andere verlieben sich ins wispernde Rascheln des Laubes, die nächsten haben es gerne saftig grün, die übernächsten bevorzugen die zarten Abstufungen des Brauns im Herbst, sicher gibt es auch welche, die jüngere Exemplare mögen und weitere, die erst dann zufrieden sind, wenn das Alter schon seine Spuren hinterlassen hat, manche werden schwach bei knorrigen Einzelgängern, weitere finden ihr Glück bei zweien oder gar dreien, von ganzen Gruppen ganz zu schweigen. Bäume! Sie können so verschieden sein, manche haben Nadeln, andere Blätter, manche tragen Früchte, andere Nüsse, manche wachsen hoch, andere breit, Buchen sollst du suchen, Eichen sollst weichen, manche stehen im Garten und andere im Wald – und es ist so schwer, da den schönsten zu finden und zu küren. Die Stadt Kleve macht es trotzdem: Ab sofort sind die Klever Bürger dazu aufgefordert, schönsten Baum der Stadt zu suchen!

Die Zeit ist gut gewählt, denn im Frühling putzen sich die Bäume noch mal richtig heraus: „Die Schönheit unserer Stadtbäume kommt gerade jetzt, Anfang Frühling, zum Vorschein“, so die Stadt in einer Pressemitteilung. „Während einige Knospen bilden, blühen andere schon in vollem Glanz.“

Um dieses Naturschauspiel dieses Jahr hervorzuheben, veranstaltet die Stadt Kleve den Wettbewerb „Kleves Schönster Baum“. Für Merle Gemke, Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Kleve, sind Bäume im Stadtgebiet unverzichtbar. „Stadtbäume sind ein zentraler Baustein der Klimaanpassung: Sie kühlen, speichern Wasser und machen unsere Städte widerstandsfähiger, schöner und lebenswerter. Aus diesem Grund lenkt der neue Wettbewerb gezielt Aufmerksamkeit auf unsere Stadtbäume“, so Gemke.

Schlechte Chancen: Efeuumrankte Silberesche

Alle Bürgerinnen und Bürger aus Kleve sind herzlich eingeladen, ihren Lieblingsbaum mit einem Bild sowie einer Geschichte oder einem kurzen Text zu bewerben. Die Teilnahme erfolgt online über das Beteiligungsportal der Stadt Kleve. Ob Eiche, Tanne oder Buche – die Hauptsache ist, dass der betreffende Baum im Vordergrund steht. Die Einreichungsphase beginnt am 01.04.2026 und endet zwei Monate später am 01.06.2026. Anschließend werden die Einreichungen geprüft und alle geeigneten Bilder werden zur Abstimmung auf dem Portal veröffentlicht. 

Dann sind alle Kleverinnen und Klever an der Reihe, ihren Lieblingsbaum auszuwählen. Der Baum mit den meisten Stimmen erhält eine Siegerplakette. Die ersten drei Plätze werden zudem mit einem Geldpreis prämiert. Bilder der Bäume mit den meisten Stimmen werden zudem im Rathaus ausgestellt. Den Link zur Teilnahme und alle Infos finden Interessierte unter www.kleve.de/kleves-schönster-baum oder im Beteiligungsportal unter beteiligung.nrw.de/k/1024630

Keine Chance: Gefällte Linde (Opfer des Straßenverkehrs)

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9 Kommentare

  1. 9

    „Den Link zur Teilnahme und alle Infos finden Interessierte unter http://www.kleve.de/kleves-schönster-baum oder im Beteiligungsportal unter beteiligung.nrw.de/k/1024630.“

    Von den beiden Links da oben funzt nur der Zweite auf Anhieb. Kein Wunder, der kommt ja auch vom Land NRW. Beim Ersten (Klever) Link muss der Leser erst händisch ein „https://“ davorsetzen, dann geht es. Und das machen nur ganz Mutige. Woher soll man denn wissen, dass der Link tatsächlich von der Klever Verwaltung eingerichtet wurde, und nicht von irgendeinem dahergelaufenen Scherzkeks (oder schlimmer).

    Tja, Kleve und die Digitalisierung, ein unendliches Thema. Was könnte ich hier wunderbar lästern, aber ich will es mir nicht gänzlich mit den Mädelz und Junx von der Verwaltung verderben.

  2. 8

    Was soll das?

    Haben wir nicht ein 17 Mio Defizit? Haben wir nicht unendliche Durchlaufzeiten für Bauanträge bis die mal beschieden werden? Ist es mittlerweile so, dass es nicht mehr bis zu 7 Monate (!) dauert, bis die Stadt einen Wohnberechtigungsschein ausstellt? Kämpft mittlerweile mehr als 1 anwesender Mitarbeiter im Gewerbeamt?

    Erinnert mich an die EILMELDUNG hier auf kleveblog, dass man in der Bibliothek jetzt nen Hammer leihen kann. Dort auf dem Pressefoto, ich habe gerade nochmals nachgeschaut:

    Maren Gerle (Mitarbeiterin Bibliothek), Maike Schön (Projektkoordinatorin Bibliothek), Christoph Bors (Klimaschutzmanager Stadt Kleve), Larissa Bertram (Mitarbeiterin Bibliothek), Jonas Lamik (Leiter Bibliothek), Dirk Posdena (Leiter Fachbereich Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Kleve) und Christian Bomblat (Technischer Dezernent Stadt Kleve)

    Es ist nur noch zum Kopfschütteln. FB Klimaschutz Umwelt Nachhaltigkeit.. sofort 2 Stellen streichen und 2 Leute zurück zum Bauamt.

    Wirtschaftsförderung (lachhaft, eine Frechheit dass die diesen Begriff nutzen dürfen) Tourismus, Marketing… Kann ganz weg, verbrennen nur Kohle bringen nix.

    Von mir aus darf die Verwaltung wen einstellen der sich mal mit Effizienz beschäftigt. Gerne die Reihenfolge Kettensäge und danach erst KI und das papierlose, effiziente Büro. Sonst erfindet Verwaltung nur wieder Selbstbeschäftigungsprojekte wie „Kleves schönster Baum“.

    Personalkosten einsparen vor Steuer- und Gebührenerhöhungen. JETZT.

  3. 7

    Zugegeben, wer die Bürgerbeteiligungen der letzten Jahre in Kleve verfolgt hat, darf durchaus eine gesunde Portion Skepsis mitbringen. Doch diese Stadtmarketing-Aktion hat echtes Potenzial – und sie inspiriert dazu, noch einen Schritt weiterzudenken.

    Wie wäre es, wenn das Projekt nicht mit der Wahl des Siegerbaums endet, sondern dort erst richtig beginnt?

    Unter dem Titel „Ein Abkömmling von…“ könnten wir eine einzigartige Tradition begründen: Vom Siegerbaum – und vielleicht sogar von den ehrwürdigen Baum-Persönlichkeiten aus unseren historischen Forstgärten – werden Ableger gezogen. Diese „grünen Botschafter“ könnten dann ihren Weg zurück in die Stadt finden: als Geschenk für engagierte Bürger, zum Kauf für den eigenen Garten oder als symbolische Neupflanzungen im öffentlichen Raum.

    So wird aus einer bloßen Abstimmung eine lebendige Bewegung. Wir pflanzen nicht nur Bäume, wir vermehren die Geschichte und den Stolz unserer Stadt. Ein Abkömmling der Klever Natur, der überall dort Wurzeln schlägt, wo wir gemeinsam Zukunft gestalten.

  4. 4

    Ist wohl dazu gedacht, die Leute für Bäume zu sensibilisieren. Na gut…

    Aber jeder Baum ist wichtig, schön, interessant, beschützenswert.

    Aufgewachsen in direkter Waldnähe gibt es für mich keinen schönsten Baum. Weil sie es alle sind.

  5. 3

    […]
    Kleve hat ewig grünes Blatt,
    Sie ist eine kerngesunde Stadt;
    Mit ihren Eichen, ihren Linden,
    Werd ich sie immer wiederfinden.
    […]