Gedanken anlässlich 1. Hummelsichtung

rd | 15. April 2018, 15:51 | 2 Kommentare
Hummelsichtung in Himmelsrichtung Nord

Hummelsichtung in Himmelsrichtung Nord

In my hummel opinion, könnte es nicht sein, dass unsere zerrüttete Welt eine bessere wäre, wenn die Evolution Hummeln so groß hätte werden lassen wie Nerze oder Zobel, diese dann in Pelzfarmen gehalten werden würden und früher oder später alle Menschen, die etwas auf sich halten, winters in bunten Hummelmänteln durch die Gegend stolzieren würden? Sicher, für die Hummeln wäre das kein erstrebenswertes Schicksal. Sind nur so Gedanken am Sonntag.

Ein schönes russisches Sprichwort wäre übrigens: Вы можете увидеть первых шмелей в зале, Можете ли вы принести шубы в подвал. (Siehst du die ersten Hummeln im Flur, kannst die Pelzmäntel in den Keller bringen.)

Ansonsten können Hummeln nicht fliegen, das ist physikalisch bewiesen. Dass sie trotzdem fliegen können, ist ein Beweis für die Relativitätstheorie.

Auch interessant:

Hummeln wurden im 19. Jahrhundert in Neuseeland eingebürgert. Landwirte kämpften dort mit dem Problem, dass der ausgebrachte Rotklee kaum oder keinen Samen ansetzte, so dass sie gezwungen waren, Samen immer wieder aus Großbritannien zu importieren. Einem Hobby-Entomologen fiel schließlich auf, dass Hummeln in Neuseeland fehlten und dies die Ursache für den nicht samenden Rotklee war. Die ersten Versuche mit der Einführung von Hummeln scheiterten, weil es nicht gelang, die Hummeln lebend per Schiff über den Äquator zu transportieren. Dies gelang erst 1885: 282 überwinternde Jungköniginnen waren in Großbritannien gesammelt und im Dezember 1884 im Kühlhaus der Tongariro, einem der ersten Dampfschiffe mit einer solchen Einrichtung, untergebracht worden. Als das Schiff am 8. Januar 1885 in Christchurch anlegte, lebten noch 48 der Hummelköniginnen. Die Aorangi, ein Schwesterschiff der Tongariro, brachte einen Monat später weitere 49 lebende Hummelköniginnen nach Neuseeland.[2] Die ausgewilderten Hummelköniginnen vermehrten sich in Neuseeland sofort sehr erfolgreich. Bereits 1886 wurden 100 Meilen südlich von Christchurch Hummeln gesichtet, und 1892 waren Hummeln bereits so häufig, dass Imker wegen der Nahrungskonkurrenz zu ihren Bienen besorgt waren. (Quelle: Wikipedia)

Übrigens: Die Lehre von den Krankheiten der Hummel nennt sich Hummeopathie.



Ich möchte mal wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass…

rd | 13. April 2018, 17:49 | 10 Kommentare
Grafique de luxe: Kreuzung Linde mit Baustellen

Grafique de luxe: Kreuzung Linde mit Baustellen

Ein vor nunmehr zwei Jahren verstorbener Freund, Georg Kolberg, pflegte zur Rechtfertigung seiner mitunter desaströsen Skatniederlagen gerne die Ungunst der Kartenverteilung heranzuziehen. Stets begannen seine Versuche mit den Worten: „Ich möchte mal wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass…“ Dann folgten in munterer Aufzählung irgendwelche Kombinationen von Kartenwerten. Meist hatte er aber einfach schlecht gespielt, so dass die Erörterung eher der Vernebelung der wahren Ursachen diente.

Die Einleitung aber hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben und wird für immer mit ihm verbunden bleiben, so dass er sich, wo immer er sich nun auch aufhalten mag, gerne zu folgender Wahrscheinlichkeit Gedanken machen darf: Man nehme eine x-beliebige Kreuzung zweier Straßen, die somit vier angrenzende Flächen bildet. Auf jeder dieser Flächen steht ein Gebäude. Gebäude stehen meistens da so rum, manchmal aber werden sie auch umgebaut oder renoviert. Wie hoch aber mag nun die Wahrscheinlichkeit sein, dass drei der vier Gebäude gleichzeitig Schauplatz von Bauarbeiten sind? Gefühlt dürfte sie ja wohl gegen Null gehen.

Dann aber läuft der Klever Fußgänger zum Markt Linde, dort, wo Hagsche Straße, Lindenallee und Hoffmannallee aufeinandertreffen – und, siehe da, der Discountmarkt netto wird renoviert, an der nächsten Ecke, wo lange Jahre eines der letzten Sonnenstudios in Kleve seinen Dienst anbot, schwingen ebenfalls Handwerker ihre Werkzeuge, und gegenüber, einst Café Zeit, bereitet ein Küchenstudio seinen Einzug vor. Nur die Versöhnungskirche steht unberührt da wie eh und je.

Sollte ich schnell noch ein Lottoschein ausfüllen?



Von Kamp-Lintfort lernen heißt…

rd | 13. April 2018, 13:43 | 23 Kommentare
Stühle wie diese sucht man in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort vergebens. In Kleve auch. Man könnte sich darauf allerdings „Frischfleisch von der Uni“ (siehe vorigen Beitrag) lesend vorstellen. Wer die Stühle für sein Zuhause möchte: Self-Baumarkt, Kalkarer Straße

Stühle wie diese sucht man in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort vergebens. In Kleve auch. Man könnte sich darauf allerdings „Frischfleisch von der Uni“ (siehe vorigen Beitrag) lesend vorstellen. Wer die Stühle für sein Zuhause möchte: Self-Baumarkt, Kalkarer Straße

Es gibt Dinge, die gehen in Kleve einfach nicht. Dazu gehört alles aus Emmerich und aus Goch, wir sind schließlich in Kleve. Ähnlich verhält es sich mit Kamp-Lintfort, einem Gemeinwesen, das seit einigen Jahren mit Kleve zwangsverbunden ist, weil die Hochschule Rhein-Waal dort einen zweiten Standort unterhält. Nie würde ein Klever allerdings freiwillig nach Kamp-Lintfort fahren. Logischerweise vermeiden sämtliche Verantwortlichen seit Jahren die Einrichtung einer direkten Busverbindung zwischen den beiden Städten. Vielleicht sollte man die A57 auch wieder unterbrechen, wie früher.

Insofern brechen die Offenen Klever ein Tabu – sie laden ein zu einer Exkursion nach Kamp-Lintfort! Ist denn das zu fassen?! Und warum? Um von der dortigen Stadtbücherei zu lernen.

Muss das wirklich sein?

(Lieber Klever, nun musst du ganz stark sein.)

Leider ja. Wenn ich meinen Gewährsleuten vertrauen darf (und ich habe allen Grund dazu, dies zu tun), sollte dies ein lohnender Ausflug sein, weil ausgerechnet diese Stadtbücherei auf eine sehr publikumswirksame Art und Weise in der modernen (sprich: elektronischen) Zeit angekommen ist.

Wenn jetzt noch irgendetwas Gescheites aus Goch und Emmerich zu vermelden sein sollte, wäre es möglicherweise an der Zeit sich vom oloarcozentrischen Weltbild (von lat. olo (Schwanen) und arce (Burg)) zu verabschieden. Möge es niemals soweit kommen!

Hier die Einladung der Offenen KLever:

Im letzten Jahr wurde aus der Stadtbücherei Kamp-Lintfort eine Mediathek mit vielen Aufenthaltsbereichen, Lesezonen und Arbeitsräumen. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Besucherzahlen stark gestiegen sind und auch Besucher aus dem Umland gewonnen werden konnten. Die Offenen Klever laden nun alle interessierten Bürger ein dieses Erfolgsmodell zu besichtigen und über eine mögliche Adaption für Kleve zu diskutieren. Treffpunkt ist am Freitag, den 20.04.2018 um 14:45 Uhr am Marktplatz Linde vor dem „Netto“-Supermarkt. Die Rückfahrt ist für ca. 19:00 Uhr geplant. Interessierte melden sich bitte bei Frau Anne Fuchs unter anne.fuchs@offene-klever.de oder unter der Tel. 02821/13332.


Modern(d)er Journalismus

rd | 13. April 2018, 13:18 | keine Kommentare
Die sonst gefürchtete Text-Bild-Schere lässt sich hier jedenfalls nicht nachweisen

Die sonst gefürchtete Text-Bild-Schere lässt sich hier jedenfalls nicht nachweisen

Das Magazin „Niederrhein Manager“ hat seine relative Bekanntheit in Unternehmerkreisen einem obskuren Listenfetischismus zu verdanken, der in willkürlicher Auswahl „Die 30 besten Hundefutterhändler“, „Die 500 besten Gebäudereiniger“ oder „Die 10 größten Eventveranstalter“ der Leserschaft vorstellt. Nur Listen geht aber nicht, und so werden auch ein paar Seiten mit relativ normalem Inhalt gefüllt – allerdings scheint der Redaktion beim zusammenstellen dieser Themen ein wenig Fingerspitzengefühl abhandengekommen zu sein. Der Beitrag „Frischfleisch von der Uni“ in der aktuellen Ausgabe dürfte jedenfalls als klassisches Beispiel für testosterongesteuerte Aufmachung einen Ehrenplatz in jedem Journalistenseminar verdient haben.