Die Schleuse ist untätig, die Verwaltung nicht, sagt die Verwaltung

rd | 05. Juni 2018, 20:58 | 18 Kommentare

Baufällige Schleuse in Brienen: Wenn der Deichneubau kommt, wird sie abgerissen – und wie kommt Kleve dann zu einem Zugang zum Rhein? (Foto: Thorsten Barthel)

Die Schleuse Brienen ist ein Trauerspiel – zumindest für die Visionäre, die vor Jahren die Idee von Kleve als „Stadt am Wasser“ prägten. Die Idee war, dass Segelyachten direkt an der Hochschule oder am Hotel Rilano festmachen. An der Hochschule wurde für teures Geld eine Klappbrücke über den Spoykanal gebaut (hochgeklappt wurde sie meines Wissens noch nie, spätestens an der Eisenbahnbrücke wäre dann aber ohnehin Schluss gewesen).

Nur, wer auch immer damals das Sagen hatte, diesem Verantwortlichen kam nicht Idee, einmal nach der Schleuse Brienen nachzufragen, die Teil des Bundeswasserstraßennetzes war, aber schon längst ihren Sinn verloren hatte, weil kein einziger Frachter mehr im Klever Hafen anlegte und seine Ladung löschte. Man hätte es merken können, denn auf dem Hafengelände steht heute die Hochschule.

Offenbar aber im Gottvertrauen, dass der Bund alles und jedes für immer bezahlt, plante man unbeirrt weiter – und hat seit einigen Jahren die Quittung. Die „Stadt am Wasser“ ist genau davon abgeschnitten, die Schleuse ist so baufällig, dass sie nicht wieder in Betrieb genommen werden kann – und kein Segel ist in der Innenstadt zu sehen.

Am Wochenende brach nun die CDU, die bei der Genese des Schlamassels an vorderster Front zu suchen sein sollte, einen Streit vom Zaun – die aktuell von Bürgermeisterin Sonja Northing geführte Verwaltung sei schuld, dass sich „nichts tut“. Darauf reagierte die Stadt nun mit einer Pressemitteilung. Wenn du, lieber Leser, Spaß an einem Frühsommertheater hast – bittesehr:

Bürgermeisterin Northing begrüßt den Erhalt einer Schleuse in Kleve

Aktueller Sachstand zur Schleuse Brienen

Die Schleuse in Brienen beschäftigt die Stadt Kleve schon seit vielen Jahren. Dem Bund als Eigentümer der Schleuse ist von Seiten der Stadt stets die Wichtigkeit des Erhalts eines funktionstüchtigen Bauwerks deutlich gemacht worden.

Als im Jahr 2014 durch die Bundestagsabgeordnete Frau Dr. Barbara Hendricks vermittelt wurde, dass der Bund sich an bis zu 50 % der Sanierungskosten für eine Schleuse beteiligen würde, sofern ein anderer Träger das Bauwerk und einen Teil der Bundeswasserstraße übernehmen würde, hat die Stadt sich bemüht, weitere Grundlagen zum Zustand der Schleuse vom Eigentümer zu erhalten. Das Gutachten über die Bewertung der Standsicherheit der Schleuse wurde der Stadt Kleve im April 2017 vorgelegt. Dieses beinhaltet, dass eine Schleusennutzung als nicht mehr möglich angesehen und der Einbau einer Sportbootschleuse in die bestehende Konstruktion als fraglich bewertet wird.

Daraufhin hat die Stadt Kleve mit der damaligen Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks Kontakt aufgenommen, um zu klären, ob der entsprechende Haushaltsvermerk und die Mittelzusage im Bundeshaushalt auch den Neubau einer Sportbootschleuse ggf. an einem anderen Standort beinhaltet. Dies wurde bestätigt. Ungeklärt sind allerdings noch die Voraussetzungen, unter denen die Stadt Kleve einen Teil der Bundeswasserstrasse und das Bauwerk übernehmen könnte.

Von Seiten der Stadt wurde daraufhin eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu klären, unter welchen örtlichen, technischen und finanziellen Bedingungen eine Sportbootschleuse zu realisieren ist. Die Ergebnisse hierzu liegen nun vor. Nach interner Abstimmung fand hierzu am 04.06.2018 eine Besprechung mit dem Deichverband statt, um mögliche Lösungen abzustimmen.

Die Ergebnisse der Studie und der Besprechung mit dem Deichverband werden dem Rat in seiner Sitzung am 28.06.2018 präsentiert.

Der Vorwurf, die Verwaltung sei untätig gewesen, wird hiermit durch Bürgermeisterin Sonja Northing zurückgewiesen: „Mir persönlich ist die Schleuse ein großes Anliegen und ich würde mich freuen, wenn wir es gemeinsam schaffen, weiterhin eine Schleuse in Kleve zu betreiben.“



wetter-niederrhein.de wieder online

rd | 05. Juni 2018, 12:19 | 8 Kommentare

Hubert Reyers: Wieder im Netz (Foto: Torsten Barthel für Der KLEVER)

Auf diese Nachricht hat ganz Kleve gewartet: wetter-niederrhein.de ist wieder im Netz. Hubert Reyers sagt, dass im Laufe des Nachmittages die Wolken auflockern, der Abend zeige sich dann oft sonnig und trocken. Damit endet die Kurzvertretung hier – bis zum nächsten Kabelriss zumindest.



Libellissima!

rd | 03. Juni 2018, 15:38 | keine Kommentare

Evolution – oder doch mehr? (Foto: Klaus Oberschilp)

Der Sommer bringt Mücken, Fruchtfliegen und Wespen. Doch mit all diesen Plagegeistern ist der Mensch wieder versöhnt, sobald er aus der Gattung der Insekten einer Libelle angesichtig wird. Sie sind die grazilen Freigeister des Sommers. Meistens aber schweben sie mit hochfrequentem Flügelschlag, rund 30-mal pro Sekunde, um uns herum, sodass uns ihr feines Tragflächenwerk verborgen bleibt. Bis sie sich irgendwann einmal in der Nähe von Klaus Oberschilp ausruhen, der natürlich sofort seine Kamera zückt, ein beeindruckendes Bild des Geschöpfes fabriziert, es an die Redaktion schickt, die es sofort begeistert mit allen Lesern teilt.


Filigrantanke

rd | 03. Juni 2018, 12:34 | 1 Kommentar

Benzin oder Diesel, das war die Frage (Foto: Thomas Arntz)

Als Automobilität noch das Versprechen der individuellen Welteroberung war und nicht der Kampf um den besten Platz im Stau, der eine Rundumversorgung mit Lebensmitteln erfordert, waren Tankstellen noch so etwas wie Kapellen, die dem Kraftfahrer das magische Fluidum bereitstellten – und sonst nichts. Die Überreste einer solchen Anlage finden sich an der Emmericher Straße, im Stadium des fortgeschrittenen Verfalls, wo doch eigentlich – zumindest wenn man den Bau so in Szene setzt wie der geschätzte Fotograf Thomas Arntz – der Denkmalschutz tätig werden müsste!

Markus van Appeldorn (03.06. 20:00): Super, Ingo! Nicht Diesel....