Corona aktuell: 288 Fälle, 4. Northing-Botschaft, Autokino, NL jetzt Risikogebiet – und ein interessanter Ansatz aus der Radboud-Klinik

rd | 03. April 2020, 17:36 | 34 Kommentare
Vierte Videobotschaft
Forscht an einer Impfung, die möglicherweise den Corona-Krankheitsverlauf abmildert: Prof. Netea von der Nimweger Radboudumc

(Heute ist Freitag.) 288 Fälle (plus 10), davon 105 genesen, 25 im Krankenhaus, drei verstorben – und nunmehr 1221 in häuslicher Quarantäne: Das sind die Corona-Zahlen, Stand: Freitag, 13 Uhr . +++ Der Kreis teilt mit, dass die Niederlande vom Robert-Koch-Institut jetzt zum Risikogebiet hochgestuft wurden, woraus sich jedoch keine unmittelbaren  Auswirkungen für Bürger und Berufspendler ergeben. +++ Liste Klever Geschäfte, die Not- und/oder Lieferdienste anbieten (wird im Laufe des Abends noch aktualisiert) +++ Bürgermeisterin Sonja Northing sendet 4. Videobotschaft aus, empfiehlt einen Mundschutz zu tragen (das als Absender angeführte Robert-Koch-Institut drückt sich etwas differenzierter aus), stellt Nähanleitung online; Verwaltung stellt Großfamilien kostenlos eine Haushaltsbescheinigung aus, damit größere Mengen eingekauft werden können +++ Reinhard Berens plant laut Rheinischer Post auf dem Tichelpark-Parkplatz den Start eines Autokinos, es soll Platz für 100 Fahrzeuge sein. +++ Ein interessanter Forschungsansatz, der möglicherweise Auswirkungen auf die Corona-Behandlung hat, wird von der Radboud-Klinik aus Nimwegen vermeldet. Dort forscht der rumänisch-niederländische, 2016 mit dem Spinoza-Preis ausgezeichnete und im gleichen Jahr auch in die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften aufgenommene Mediziner Mihai Netea auf dem Gebiet der Immunologie. Derzeit wirkt der 51 Jahre alte Professor für experimentelle internistische Medizin mit an einem Projekt, das die Impfung gegen einen bestimmten Tuberkulose-Erreger namens Bacillus Calmette-Guérin (BCG) untersucht, denn diese hat offenbar den grundsätzlichen, in diesen Zeiten äußerst wünschenswerten Nebeneffekt, das Immunsystem zu stärken. Die Idee ist, dass die diese Impfung dazu beiträgt, den Verlauf einer Corona-Infektion abzumildern. (Sie schützt also nicht vor der Infektion an sich.) Jetzt wurde eine große Studie mit tausend Teilnehmern genehmigt. Bisher weiß die Forschung nur, dass dieser Effekt bei bestimmten Grippe-Arten tatsächlich zu beobachten ist. Aber bei Corona? „Genau deshalb forschen wir“, sagt Mihai Netea. „Wenn während dieser Epidemie weniger Menschen in der geimpften Gruppe wegen Krankheit ausfallen, wäre dies ein ermutigendes Resultat“ Marc Bonten, Professor für molekulare Epidemiologie am UMC Utrecht, hat die Forschung mit Netea zusammen angestoßen. Das Ethikkomitee hat die Untersuchung bereits genehmigt. Bonten: „Wir sind mitten im Ausbruch, sodass wir die Wrgebnisse der Studie sobald wie möglich vorliegen haben wollen. Insgesamt tausend Beschäftigte der Radboudumc, UMC Utrecht,aber auch in anderen Krankenhäusern können daran teilnehmen. Die Hälfte von ihnen wird das BCG-Serum erhalten, die andere Hälfte ein Placebo. Wenn sich herausstellt, dass das Vakzin einen zusätzlichen Schutz bietet, können wir diesen auch anderen Beschäftigten anbieten.“

(kleveblog dokumentiert) Stellungnahme aller Krankenhäuser im Kreisgebiet und des Kreises Kleve zu aktuellen Berichterstattungen der Medien zum Thema „Krankenhausbetten“: „Den Kreis Kleve erreichen in diesen Tagen im Kontext der derzeitigen Corona-Krise regelmäßig Presseanfragen zum Thema „Krankenhausbetten“. Der Kreis Kleve teilt hierzu keine statistischen Zahlen mit. Alle Krankenhäuser im Kreisgebiet und der Kreis Kleve betonen, dass sie die Veröffentlichung dieser Zahlen für sinnlos halten, da sie für die Bürgerinnen und Bürger keinerlei Erkenntniswert haben. Alle Krankenhäuser bemühen sich nach Kräften, ihre Kapazitäten aufzustocken und die Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen. Deshalb werden weder der Kreis Kleve noch die Krankenhäuser im Kreisgebiet hierzu derzeit und in Zukunft Angaben machen. Die Krankenhäuser haben derzeit Wichtigeres zu tun, als solche Statistikfragen zu beantworten.“

4. Northing-Botschaft: „Seien Sie gesund, bleiben Sie gesund, seien Sie solidarisch und halten Sie durch!“
Bill Withers, 1938-2020


Corona aktuell: 3. Todesopfer, 18 neue Fälle – und Holtfester plant Techno-Club im XOX-Gelände

rd | 02. April 2020, 15:22 | 12 Kommentare
Anstieg von 18 Fällen gegenüber gestern: Entwicklung der registrierten Corona-Infektionen im Kreis Kleve seit dem 10. März
Gerichtsaal A 105 in der Schwanenburg: Platz für nur noch sechs Zuschauer

(Heute ist Donnerstag.) Wieder 18 Betroffene mehr, und ein drittes Todesopfer! Der Anstieg der Corona-Infektionen im Kreis Kleve, der zwei Tage lang relativ schwach ausgeprägt war, ist laut heutiger Meldung aus der Kreisverwaltung wieder stärker: Es gibt nunmehr 278 diagnostizierte Erkrankungen, nunmehr 26 in Kleve und 15 in Emmerich, wo das Virus bisher kaum in Erscheinung getreten war. 100 Personen sind genesen, 23 in stationärer Behandlung. Das nunmehr dritte Todesopfer der Pandemie in dieser Region ist eine 74 Jahre alte Frau aus Rees, die an Vorerkrankungen litt +++ Vielleicht ein kleiner, mathematisch begründeter Hoffnungsschimmer: Die Zahl der Tage, die verstreichen, bis sich die Zahl der Erkrankten verdoppelt hat, vergrößert sich stetig: Am 14. 3. waren 32 Menschen erkrankt, am 17. 3., also drei Tage später schon 70. Bis es dann 140 waren, vergingen fünf Tage (142, 24. 3.). Und erst heute, also acht Tage später, wurde die nächste Verdoppelung erreicht. +++ Liste Klever Geschäfte, die Not- und/oder Lieferdienste anbieten +++ Warum darf man eigentlich kein Tennis spielen, fragt Jörg Streuff (Sportwart TC Kellen) – die Spieler stehen sich in einem Abstand von 25 Metern gegenüber. Sportstätten aller Art bleiben geschlossen, so die Antwort der Stadt Kleve. +++ Neues aus dem Paralleluniversum: Jan Holtfester (XOX) lässt via Rheinische Post verkünden, der Techno-Club im XOX-Gelände solle so schnell wie möglich starten – wer keine anderen Sorgen hat, hat vermutlich andere Sorgen. +++ Das so genannte FabLab Kamp-Lintfort der Hochschule Rhein-Waal entwickelt schnell zu fertigende Visiere zum Schutz vor Ansteckung, die sich am 3-D-Drucker herstellen lassen +++

Cooler Spaß zum Ausdrucken und Ausschneiden (morgen gibt es die nächsten 50 Teile)
Eine Art Symbolbild: Auch unter widrigen Bedingungen kann etwas gedeihen


Corona-Auskunft am Bürgertelefon: „Schauen Sie nach den Osterferien unter www.kleve.de, vielleicht hat sich die Lage dann ja entspannt!“

rd | 01. April 2020, 20:42 | 11 Kommentare

OK, die gegenwärtigen Tage sind natürlich nicht die besten, um in eine neue Bleibe zu ziehen, aber manchmal ergibt es sich eben nicht anders. Und wenn man dann noch auf die Hilfe der Behörden angewiesen ist, macht das die ganze Angelegenheit nicht einfacher. Aber N., eine Neu-Kleverin, die sich in ihrer Verzweiflung bei kleveblog meldete, braucht nun mal dringend eine Meldebestätigung, weil ohne diese weitere Sozialleistungen (z. B. Wohngeld und Kinderzuschlag) nicht zu bekommen sind. Beim Klever Bürgertelefon hatte man allerdings die Ruhe weg. N. berichtet: „Heute habe ich das Bürgertelefon angerufen. Dort bekam ich die wenig beruhigende Info, ich solle doch mal nach den Osterferien auf www.kleve.de schauen, eventuell hätte sich bis dahin ja die Lage entspannt!?“

kleveblog meint: Das müsste besser gehen!


Schau, ein Pfau!

rd | 01. April 2020, 20:07 | 5 Kommentare
Häuserzeile der Kavarinerstraße, in der Mitte ganz oben: Pfau (Foto: Petra Scholz)

Schau, ein Pfau! Der prächtige, blaugefiederte Pfau, der vor einigen Tagen durch die Weberstraße stolzierte, hat sich ein neues Domizil ausgesucht – das Tier konnte nun auf einem Dachfirst in der Kavarinerstraße entdeckt werden! Das wiederum beweist, dass Pfauen (in dem Fall: Männchen) trotz ihrer anderthalb Meter langen Schmuckfedern fliegen können. Hätte ich nicht gedacht. Was mir auch neu war: Pfauen sind polygame Vögel. Sie leben in kleineren Familienverbänden, die aus einem Hahn und mehreren Hennen mitsamt den sie begleitenden Jungvögeln bestehen. Die Fortpflanzungszeit ist je nach Region und Wetter von April bis August. In dieser Zeit schart jeder Hahn drei bis fünf Hennen um sich.