O’Learys Rache? Ryanair halbiert Flughafen Weeze

rd | 02. Oktober 2018, 11:29 | 18 Kommentare
Bald nicht mehr Ryanair-Basis: Eindhoven

Die Abhängigkeit des Flughafens Weeze (NRN) von einer einzigen Airline war immer ein Problem – und seit gestern ist deutlich, welche gravierenden Folgen diese einseitige Ausrichtung haben kann. Die irische Fluggesellschaft kündigte an, die Zahl der Flugzeuge, die in Weeze stationiert sind, von fünf auf drei zu reduzieren – und zwar schon ab November, also in weniger als 30 Tagen.

Das kommt fast einer Halbierung des Standorts gleich, zumindest der Bedeutung des Standorts. Die Flüge selbst sollen allerdings – zumindest weitgehend – von anderswo stationierten Maschinen übernommen werden. Andere Flughäfen erwischte es noch schlimmer: Von den Flughäfen in Eindhoven und Bremen zieht Ryanair alle Maschinen ab.

Die Gewerkschaften werten die überraschende Entscheidung als eindeutige Reaktion auf die Streiks, mit denen die Beschäftigten in den vergangenen Monaten eine Verbesserung ihrer Rechte erreichen wollten. Die Arbeitsniederlegungen hatten dazu geführt, dass Hunderte von Flügen ausgefallen sind. Die Gewerkschaft Ver.di warf der Airline vor, die Verlegung sei „ein Vergeltungsschlag“ für die jüngsten Streiks. „Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen“, so Ver.di-Vorstand Christine Behle mit. 



Noch Fragen? Hochschule lässt kleveblog abmahnen

rd | 28. September 2018, 19:51 | 98 Kommentare
Hochschule: Gesichter, die nicht gezeigt werden wollen

Die Hochschule Rhein-Waal lädt zu einer öffentlichen Sitzung über die Abwahl der Präsidentin ein, hält dafür sogar das Audimax mit seinen 500 Sitzplätzen frei – und möchte aber hinterher nicht, dass darüber mit Bildern berichtet wird. Ein neues Stück aus dem Tollhaus Hochschule, dass diesmal kleveblog selbst betrifft: Die Verwaltung der Hochschule beauftragte die Anwaltskanzlei KBM Legal, kleveblog wegen der Veröffentlichung von drei Bildern abzumahnen. Die Nerven sind offenbar sehr, sehr dünn. Das Fax ging heute in der Redaktion ein, verbunden mit einer Kostennote von 958,19 Euro.

Wer also zum Verständnis von Demokratie und Öffentlichkeit an dieser Hochschule künftig noch etwas kommentiert, wird freundlich gebeten, diesen Vorgang einzuberechnen. Öffentlichkeit ja, aber nur so, wie es der Hochschule in den Kram passt? 

kleveblog wird das Ganze natürlich nicht hinnehmen und im Sinne einer freien Berichterstattung über Ereignisse, zu denen öffentlich eingeladen wurde, für die Pressefreiheit kämpfen.

Fun fact: Zu dem Zeitpunkt, als die Hochschulwahlversammlung tagte, amtierte übrigens noch – de jure, laut Hochschulgesetz NRW, die zurückgetretene Präsidentin Dr. Heide Naderer, die zu diesem Zeitpunkt somit auch noch das Hausrecht hatte. kleveblog vermutet einfach mal, dass diese gegen eine Berichterstattung nichts einzuwenden gehabt hätte.



Bald freie Sicht auf Wein Peters

rd | 28. September 2018, 19:20 | 9 Kommentare
Über allem Treiben wacht die Burg

Seit 85 Generationen verkauft die Familie Peters am Fuße der Schwanenburg Wein und Spirituosen, doch bisher konnten die Bürger das Ladenlokal kaum sehen, weil es hinter zwei Häusern verborgen lag. So viele leckere Getränke in den Auslagen, und niemand nahm sie wahr, außer den wenigen treuen Seelen, die zur Fuß zur Stadtbücherei gingen und aus Trauer darüber, dass das gewünschte Buch immer noch ausgeliehen war, Zuflucht bei einem Fläschchen Grauburgunder aus dem Baden suchten.

Man kann sich vorstellen, dass durch diese Konstellation über die Jahre vermutlich Millionen von Talern verloren gegangen sind. Doch nun beseitigte die Stadt diesen unhaltbaren Zustand im Zuge der Neugestaltung des gesamten Areals auf elegante Weise: Gestern Morgen begann ein Bagger der Firma Loock mit dem Abriss der beiden Wohnhäuser an der Ecke Lohstätte/Wasserstraße, um 13:20 Uhr war das erste Haus bereits in eine Ansammlung von Trümmern verwandelt, die sorgfältig getrennt wurden. Künftig hat der Kunde also freie Sicht auf die Schaufenster des Fachhändlers – Wirtschaftsförderung mit der Abrissbirne!


Auszeichnung für Unternehmen aus Bedburg-Hau: Planwerkstatt gewinnt Iconic-Award

rd | 26. September 2018, 18:47 | 1 Kommentar
Ein Raumschiff im Gewerbegebiet 

Große Auszeichnung für ein Unternehmen aus Bedburg-Hau: Die Planwerkstatt GmbH erhielt jetzt den renommierten Iconic-Award in der Kategorie „Innovative Architektur“ – für den Entwurf des neuen Firmensitzes der K3 Raumkonzept GmbH aus Bedburg-Hau. K3 ist ein holzverarbeitender Betrieb aus Hasselt, der sich auf exklusive Innenraumgestaltung spezialisiert hat. Der Preis wird von der Stiftung Rat für Formgebung verliehen und zeichnet besondere  Gestaltungsideen in Design und Architektur aus.

Hier ein Bericht über das Projekt, der in der ersten Ausgabe 2018 des Magazins Der KLEVER erschienen ist (die neue Ausgabe kommt in wenigen Tagen auf den Markt):

Gewerbegebiet Hasselt, das klingt nach Autohändlern koreanischer Fabrikate und Zweckbauten mit Sektionaltoren. Wer jedoch an der Kalkarer Straße in die Straße An der Molkerei abgelegt, stößt links hinter dem Teamsports-Komplex, das geradewegs einem James-Bond-Film entsprungen zu sein scheint. Es könnte sich auch um ein Raumschiff handeln, das auf einer Produktionshalle zwischengelandet ist.

Bei dem Gebäude handelt es sich um den Firmensitz der K3 Raumkonzept GmbH. Das Unternehmen hat sich auf anspruchsvolle Innenausstattung aus feinen Materialien spezialisiert, die Kunden sind in ganz Deutschland zu finden. Ein „hidden champion“, wie man heute sagt – weil kaum einer vor Ort das Unternehmen kennt.

Ulrich Küppers, Geschäftsführer des Unternehmens, gelangte zu der Erkenntnis, dass auch der architektonische Auftritt seiner Firma zu dem passen sollte, was er bei seinen Kunden abliefert. Bei der Suche nach einem Architekten wurde er in der Nachbarschaft fündig: David Wiederhold von der PlanWerkstatt Walter + Wiederhold aus Bedburg-Hau, ein Unternehmen, das eigentlich auf Event-Architektur spezialisiert ist, entwarf dem Handwerker einen exquisiten Firmensitz.

Zwei bei der Arbeit von Küppers unverzichtbare Elemente, der Keil und die Klammer, chrakterisieren das Gebäude. Die Klammer umfasst die Büroetage, als Dach kragt sie weit aus, in Höhe des Fußbodens ebenfalls und öffnet sich zur umgebenden Landschaft hin. Zur rückwärtigen Seite hin wird sie enger, sodass das Gebäude optisch tiefer wirkt. Die Büroräume selbst – der Keil –  sind gekennzeichnet durch große Glasfronten, die sich ebenfalls verjüngen. Die Stimmung der Natur werde so zum wichtigen, raumprägenden Merkmal des Innenraums, sagt der Architekt.

Roland Walter, Geschäftsführer der Planwerkstatt, sieht in diesem Projekt den Anfang einer Entwicklung: „Wir werden in den kommenden Jahren erleben, dass sich die industrielle Produktion komplett verändern wird. Und dies wird zu einer Renaissance kleiner und wendiger Unternehmen führen.“ Unternehmen, die aber – um am Markt wahrgenommen zu werden – Elemente der Markenbildung, wie sie bisher nur von Großkonzernen bekannt sind, für sich einsetzen müssen. 
Küppers ist von dem Ansatz überzeugt: „Die Menschen haben nur fünf Sekunden Zeit, wenn sie hier vorbeifahren. Da möchte ich auf das Unternehmen aufmerksam machen.“