Kleves älteste Gaststätte macht dicht: Bärbel und Christian Matthias schließen die „4 Winde“

rd | 05. Januar 2021, 23:53 | 1 Kommentar
Die Geldspielautomaten sind schon weg, aber Wirtin Bärbel Matthias steht für ein letztes Foto noch hinter dem Tresen: Blick ins Lokal „Zu den 4 Winden“ (Foto: Tim Tripp/Lokalkompass)

Frische Frikadellen und viel Fußball, dazu das eine oder andere flott gezapfte Pils, das war über die vergangenen Jahre das Markenzeichen der Gaststätte „Zu den 4 Winden“. Doch damit ist es jetzt vorbei: Corona und die angegriffene Gesundheit des Wirtes Christian Matthias, der das Lokal gemeinsam mit seiner Frau Bärbel führte, haben jetzt dafür gesorgt, dass Kleves älteste Gaststätte für immer schließt.

Seit 1934 sind die „4 Winde“, wie die Gäste die Kneipe kurz nannten, im Besitz der Familie Matthias. Doch die Geschichte der Gastronomie an der Kreuzung Römerstraße/Lindenallee/Merowingerstraße reicht noch weit länger zurück. Ein Bauer namens Welbers betrieb an der verkehrsgünstig gelegenen Kreuzung eine Fuhrwerksgaststätte, die die Großeltern von Christian Matthias im Jahre 1934 übernahmen. Dass an der Straßenecke ein Gebäude steht, ist sogar seit 350 Jahren bezeugt.

Das Lokal war ein Fixpunkt des öffentlichen Lebens rund um die Christus-König-Kirche. Zahlreiche Karnevalsvereine trafen sich dort, immer wieder erkoren die Klever Karnevalsprinzen die Gaststätte zu ihrer „Prinzenburg“, und wenn entscheidende Spiele im nationalen oder internationalen Fußball einem zahlenden Publikum vorbehalten waren, waren die „vier Winde“ ein sicherer Anlaufpunkt, um in einem kompetenten Umfeld das Match hochauflösend genießen zu können.

Eine ganze Zeit lang war Christian Matthias sogar Trendsetter, weil er neben der Markenware Bitburger auch ein selbst gebrautes Bier anbot, das Cleefs. Doch Schwierigkeiten bei der Hopfenbeschaffung beendeten das Experiment. Die „4 Winde“, das kann man sagen, waren gewissermaßen der Vorreiter der aktuellen Craft-Beer-Welle.

Im vergangenen Jahr wendete sich das Blatt. Christian Matthias hatte mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und dann kam auch noch Corona. Als die Gaststätte nach dem ersten Lockdown wieder öffnen durfte, kehrten die Kunden zunächst nur spärlich zurück. Vor Weihnachten sagte Bärbel Matthias: „Das ist kein schönes Arbeiten mehr gewesen.“ Die Überlegungen gingen in Richtung Schließen.

„Das ältere Publikum ist ängstlich geworden“, hatte Bärbel Matthias vor dem zweiten Lockdown beobachtet. Und sie hegte die Befürchtung, dass auch nach einem Ende der Zwangspause – das nun frühestens Anfang Februar ansteht – die Geselligkeit sich eher in private Zirkel verlagert. Schlechte Voraussetzungen für einen gastronomischen Betrieb.

Der Entschluss aufzuhören ist dem Wirtsehepaar dennoch schwer gefallen. „Für uns sind unsere Gäste immer ein Teil der Familie gewesen“, sagte Bärbel Matthias Tim Tripp vom Lokalkompass, der die Meldung gestern Abend veröffentlichte. „Wir haben so viel Zeit mit ihnen verbracht, da gehörte jeder einfach dazu.“

Das ist nun Vergangenheit.



Bombe entschärft! Jetzt dürfen wir wieder wegen Corona nicht aus dem Haus

rd | 05. Januar 2021, 16:52 | 2 Kommentare


Bombenfund an der Lindenallee, Evakuierungen, gleich Entschärfung!

rd | 05. Januar 2021, 15:38 | 1 Kommentar
Gut zu erkennen: Der Aufschlagzünder dieser britischen Fliegerbombe
Roter Bereich: Raus aus Haus, ab in die Notunterkunft

Als brächte die Pandemie nicht schon genug Probleme, jetzt musste die Stadtverwaltung auf die Schnelle noch eine coronakonforme Notunterkunft für die Bewohner zwischen Krohnestraße und Mausgarten (grob gesagt) organisieren! Bei Sondierungsarbeiten im Bereich einer Baustelle an der Lindenallee war eine britische 5-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, die Entschärfung soll in diesen Minuten erfolgen. Wer zu nahe an der Einschlagstelle wohnt, musste sein Haus bis 15 Uhr verlassen. In einem weiteren Bereich (gelb markiert) ist es nicht gestattet, sein Haus zu verlassen. Nach der Entschärfung soll eine neue Information erfolgen.


2020 komplett in Quarantäne verbracht: Herzlich willkommen, Jule!

rd | 05. Januar 2021, 11:53 | keine Kommentare
Jule Kröll aus Kalkar beendete die Quarantäne am 4. Januar. Mutter Christina Lohan ist über die Entscheidung sehr glücklich (Foto: KKLE)

Die positive Entwicklung der Geburtshilfe im St.-Antonius-Hospital Kleve hat sich auch 2020 fortgesetzt: 1.242 Babys meldet die die Frauenklinik des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums für die abgelaufenen zwölf Monate, darunter 21 Zwillingsgeburten. Geburtenstärkste Monate waren der August (126), Juni (119) und Oktober (117). Die Jungen waren leicht in der Überzahl (655).

Die beliebtesten Vornamen im St.-Antonius-Hospital Kleve waren im Jahr 2020 Mila, Leni, Mia, Emma und Lotta bei den Mädchen und Oskar, Theo, Jonas, Leon und Leo bei den Jungen.

Als eines der ersten Babys begrüßte Jule Kröll (3.640 Gramm, 50 Zentimeter) aus Kalkar-Niedermörmter am 4. Januar das Jahr 2021. Ausgezählt war sie schon für den 25. Dezember 2020. Aber sie ließ sich die Zeit, die sie brauchte. Gemeinsam mit Mutter Christina Lohan (30) strahlte sie beim Fototermin um die Wette. Und auch Vater René Kröll (33) ist nach einer Bilderbuchschwangerschaft unter Coronabedingungen „stolz wie Oskar“. „Wir sind sehr glücklich“, sagt Mutter Christina. „Und wir sind hier im St.-Antonius-Hospital super aufgehoben. Die Versorgung ist prima. Ein großer Dank an das ganze Team!“

Über die positive Entwicklung der Geburtshilfe freuen sich Dr. Lubos Trnka, Chefarzt der Frauenklinik, und Dr. Jochen Rübo, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Neonatologie am St.-Antonius-Hospital: „Die Mütter und Väter, die Familien fühlen sich bei uns wohl und sicher“, so die erfahrenen Mediziner. Das St.-Antonius-Hospital verfügt über mehrere Entbindungszimmer mit räumlich integriertem Kreißsaal, Operationssaal und einer von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Neonatologie geführten Neugeborenen-Intensivabteilung. Die Neugeborenen-Intensivabteilung liegt in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Kreißsaal, ein erfahrener Kinderarzt ist rund um die Uhr in Minutenschnelle verfügbar. Ein erfahrenes Hebammen-Team steht den Müttern vom ersten CTG bis zur Geburt zur Seite.


Coronakurve 2021, Nr. 1

rd | 05. Januar 2021, 11:44 | 4 Kommentare
Tendenz fallend, aber auf welchem Niveau?

Natürlich wird uns die Kurve auch in diesem Jahr erhalten bleiben. Zurzeit geht’s bergab, allerdings dürfte das mit einigen Unwägbarkeiten der Erfassung zwischen den Jahren zusammenhängen. Außerdem muss sich die Redaktion schon bald eine grundsätzlich neues Layout überlegen, der Raum nach rechts reicht nur bis ca. Mitte Februar.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Weitere Ergänzung: Das Corona-Info-Board der Stadt Goch führt auf, wie sich die jeweiligen Zuwächse sich auf die 16 Kommunen des Kreises verteilen. Hier der Link: Corona-Info-Board.