Es geht um die Wurst

rd | 20. Januar 2020, 14:00 | 9 Kommentare
Klever in Berlin: Barbara Hendricks im Gespräch mit Lothar Quartier. Links Quartier-Mitarbeiter Lukas Jansen (Curry Q Kevelaer) (Foto: Facebook/Barbara Hendricks)

Ein Klever Gipfeltreffen auf der Grünen Woche: Am Stand der Metzgerei Quartier, wo Unternehmenschef Lothar Quartier unter anderem seine Currywurst im Glas bewarb, tauchte Dr. Barbara Hendricks auf. Die ehemalige Umweltministerin informierte sich bei Lothar persönlich über seine weiteren Pläne und rührte dann via Facebook auch gleich die Werbetrommel für den Metzger: „Zu Beginn des Jahres findet in Berlin traditionell die Grüne Woche​ statt“, schrieb Hendricks. „Mit von der Partie sind auch zahlreiche Aussteller aus dem Kreise Kleve mit vielen altbekannten und neuen Gesichtern – und ganz nebenbei der vielleicht leckersten Currywurst dies- und jenseits des Rheins. 😉“



Wer waren die (Klever) Nazis?

rd | 17. Januar 2020, 17:43 | 104 Kommentare
Der Kleine Markt, ca. 1935 (Foto: Dr. Stapper)

In dem legendären Film „Eins, Zwei, Drei“ von Billy Wilder gibt es den berühmten Dialog zwischen dem von James Cagney gespielten Direktor der Berliner Coca-Cola-Filiale, McNamara, und seinem Assistenten Schlemmer (Hanns Lothar). Die Komödie spielt zur Zeit des Berliner Mauerbaus, und der amerikanische Chef möchte von seinem deutschen Mitarbeiter wissen, was dieser im Krieg gemacht habe:

C.R. MacNamara: „Just between us, Schlemmer, what did you do during the war?“
Schlemmer: „I was in der Untergrund: the underground.“
C.R. MacNamara: „Resistance fighter?“
Schlemmer: „No, motorman. In the underground, you know, the subway.“
C.R. MacNamara: „Of course you were anti-Nazi and you never liked Adolf.“
Schlemmer: „Adolf who?“

So amnesisch ging es wohl in ganz Deutschland zu (aus heutiger Sicht leicht gesagt), und erst kürzlich las ich in einem Artikel, dass in in dem Buch „Niederrheinisches Land im Krieg“ die Namen aller Parteifunktionäre geschwärzt wiedergegeben wurden. So genau sollte und wollte es dann doch keiner mehr wissen.

Auf der anderen Seite gibt es dann den berühmten Bildband „1000 ganz normale Jahre“ mit Aufnahmen des Fotografen Otto Weber, der den Alltag des Nationalsozialismus in Kleve dokumentiert hatte und dessen Aufnahmen zeigen, dass es sich dabei zumindest um eine in der Stadt zahlenmäßig gut vertretene Bewegung gehandelt hat.

Vor diesem Hintergrund ist es verdienstvoll, dass sich nun auch der Klevische Verein in seiner Vortragsreihe „Aus heiterem Himmel“ dieser Frage zu nähern versucht. Die Referentin, die Historikerin Helga Ullrich-Scheyda, widmet sich in ihrem Vortrag „Wer waren ‚die Nazis‘?“ den Fragen von Täterschaft und Entnazifizierung am Beispiel niederrheinischer Biografien.

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versuchten die Alliierten, die Verantwortlichen für die nationalsozialistischen Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Neben den Haupttätern, die von Gerichten verurteilt wurden, mussten sich viele Deutsche den Entnazifizierungsverfahren unterziehen und wurden in die Kategorien Minderbelastete, Mitläufer oder Entlastete eingereiht. Aber nach welchen Kriterien wurde hier entschieden?

Die Entnazifizierungsakten ermöglichen nicht nur Einblicke in die NS-Zeit, sondern vermitteln auch die Auffassungen der Siegermächte und der Deutschen in der Nachkriegszeit. Als Nazis galten „üble“ Parteiaktivisten, die ihre Macht brutal ausgenutzt und sich skrupellos bereichert hatten. Aber waren diese wirklich die einzigen, die der „Bewegung“ zum Sieg verholfen und dazu beigetragen hatten, dass das NS-Regime seine Verbrechen verüben konnte?

Helga Ullrich-Scheyda beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Geschichte der Klever Juden und der Zeit des Nationalsozialismus im Klever Raum. Unter anderem hat sie im Rahmen der Stolpersteinverlegungen in Kleve das Leben und Schicksal jüdischer Opfer der NS-Gewalt dokumentiert. Eine Veröffentlichung zur Geschichte Kranenburgs in der NS-Zeit in Buchform ist in Vorbereitung.

Die Vortragsreihe „Aus heiterem Himmel“ ist eine gemeinsame Initiative des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg e.V., des Stadtarchivs Kleve und der VHS Kleve – Wilhelm Frede, die sich vor allem mit dem historischen Kontext der militärischen Ereignisse befasst.

Termin: Freitag, 24. Januar 2020, 18.00 Uhr
Ort: Hochschule Rhein-Waal, Campus Kleve, Hörsaal 1 (01 EG 005)
Eintritt: frei



Hochschule verlängert Fristen – nur für „nationale Bewerbungen“

rd | 16. Januar 2020, 12:42 | 15 Kommentare
Das Bild der HSRW ist mitunter eines der inneren Zerrissenheit – sooo international, aber dann auch mal national

Die Hochschule Rhein-Waal rühmt sich damit, die „internationalste Hochschule Deutschlands“ zu sein – wie aber passt dann diese aktuelle Meldung ins Bild? Heute teilte die Hochschule mit, dass die Bewerbungsfristen für Master-Studiengänge verlängert werden. Davon profitieren aber nicht alle Studenten gleichermaßen. Die zusätzliche Frist von vier Wochen gilt nur für Studenten aus Deutschland, Bewerber aus dem Ausland müssen hingegen draußen bleiben. In der Meldung der HSRW heißt es wörtlich: „Die Hochschule Rhein-Waal hat die Bewerbungsfrist für ihre Masterstudiengänge bis einschließlich 15. Februar 2020 verlängert. Die Verlängerung gilt ausschließlich für nationale Bewerbungen. Für internationale Studieninteressierte, die sich über das Online-Portal uni-assist um einen Studienplatz bewerben, ist hingegen keine weitere Fristverlängerung vorgesehen.“

Zum Stand 29.11.2018 hatte die Hochschule insgesamt 1386 Master-Studierende in ihren Reihen. Die zahlenmäßig am stärksten vertretene Nation war Indien (337), dann kamen Deutschland (318), Pakistan (155), Bangladesh (144), Vietnam (68), Nepal (53) und Nigeria (38). Der Anteil der deutschen Studenten an den Masterstudiengängen der HSRW betrug zum Stichtag 22,9 Prozent.

Angehörige von 72 Nationen belegen an der HSRW Masterstudiengänge

Fehler, die in der Hektik des Redaktionsalltags schon mal passieren können

rd | 16. Januar 2020, 11:34 | 3 Kommentare
Erschossener Gorilla, wo er definitiv nicht hingehört

Fehler passieren, und in der Hektik des Tagesgeschäfts kann es durchaus schon mal so richtig in die Hose gehen. Wie gestern in der Rheinischen Post, die einen Artikel über die Klever Senioren-Union, die sich einen Ausflug aus EU-Fördermitteln hatte bezuschussen lassen, veröffentlichte. Vorsitzender der Vereinigung ist das altgediente Schlachtross Manfred Palmen. Was also liegt näher, als eines der ca. hunderttausend Archivfotos des ehemaligen Klever Stadtdirektors zu nehmen, um den Beitrag der neuen Klever Redaktionsleiterin Julia Lörcks zu illustrieren? Aber irgendwo in den Weiten der Redaktion wurde dann knapp daneben geklickt oder vergessen ein Platzhalterbild auszutauschen oder jemand hat sich einen bösen Scherz erlaubt, und so stand gestern Abend ca. eine Stunde lang über der Bildunterschrift: „Manfred Palmen steht in der Kritik“ das Bild des im Krefelder Zoo nach der Brandkatastrophe erschossenen Gorillas online. Dann bemerkte offenbar jemand den Fehler und tauschte das Bild kommentarlos aus. (Mit Dank an den Hinweisgeber.)