Kahlschlag am Oraniendeich

rd | 18. Februar 2019, 09:49 | 2 Kommentare
Mal eben in die Horizontale gelegt: Straßenbäume am Oraniendeich

Ein schwerer Unfall führte am Montag Morgen zu einer mehrstündigen Sperrung des Oraniendeichs (ein gescheitertes Überholmanöver war die Ursache, zwei Autofahrer erlitten schwere Verletzungen). So blieb Hunderten anderer Kraftfahrer ein verstörender Anblick erspart – der vollständige Kahlschlag am Straßenrand. Zur Vorbereitung der Deichbauarbeiten, in deren Folge die Strecke für die Dauer von zwei Jahren komplett gesperrt wird, fällten Arbeiter rund 50 Bäume entlang der Straße. Die Verbesserung des Hochwasserschutzes wird zwar erst von der Jahresmitte an erfolgen, doch das Naturschutzgesetz verbietet es, nach dem 1. März noch Bäume zu fällen. So gesehen, bekamen die Bäume – von einem Dutzend weiterer möglicher Tage einmal abgesehen – das Maximum an in der Bundesrepublik Deutschland möglicher Lebenszeit. 

Die Kosten für das Projekt betragen laut Deichverband Xanten-Kleve rund 20 Millionen Euro. Davon entfallen rund 16 Millionen Euro auf den Deichneubau, drei Millionen Euro auf den Bau eines neuen Schöpfwerks sowie eine Million Euro für die Errichtung einer Fischtreppe, die den Tieren einen Übergang vom Rhein in die hinter den Deich gelegenen Gewässer ermöglicht. Auf gut zwei Kilometern wird der vorhandene Deich verstärkt, auf einer Länge von gut anderthalb Kilometern wird er komplett neu gebaut und um bis zu zweihundert Meter zurückverlegt. Weitere Informationen hier: Deichverband Xanten-Kleve: Deichsanierung B 220



Klötze am Kermisdahl? Klevischer Verein kritisiert kolossales Konzept

rd | 17. Februar 2019, 20:20 | 51 Kommentare
Wenn man sechs Mal Dirk Nowitzki aufeinanderstellen würde, hätte man die derzeit in den Planungen vorgesehene maximale Gebäudehöhe der ersten drei Häuser (von der Brücke aus gesehen)

Bebauungsplan Königsarten/Kermisdahl – jetzt meldet sich der Klevische Verein/Freunde der Schwanenburg zu Wort: Die in den Augen vieler Bürger etwas üppig dimensionierten Ausmaße der ersten drei Gebäude findet auch in dem Verein, der sich für die Erhaltung des historischen Erbes der Stadt engagiert, keine Gnade. In einer E-Mail, die der Vorsitzende des Vereins, Rainer Hoymann, jetzt an die Bürgermeisterin Sonja Northing, an die Ratsfraktionen und an die lokale Presse sandte, heißt es:

„Die aktuelle Berichterstattung und die Durchsicht der Unterlagen zu den Sitzungen des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung (20.2.19) und des Bau- und Planungsausschusses (6.3.19) bewegen uns zu einer Stellungnahme.

Die Massivität der geplanten Bebauung mit einer Firsthöhe von bis zu 14 m hat uns entsetzt! Auch die in der neuen Vorlage geplanten 12,50 m, die eine dreigeschossige Bebauung zuzüglich Staffelgeschoss ermöglichen, ist nicht angebracht.

Bekanntlich gehört das gesamte östliche Kermisdahlufer zum historischen Parkbereich ,Alter Tiergarten – Galleien‘.

Unsere Anmerkungen im Einzelnen:

Der Erhalt der vor der Stadtsilhouette gelegenen historischen Parkareale ist seit 2003 das zentrale Anliegen des Arbeitskreises Kermisdahl-Wetering im Klevischen Verein. Bereits 2008 ist der gesamte Bereich vom Papenberg bis zur Schwanenburg und von der Nassauer Allee bis zur Kalkarer Straße einschließlich ,Königsgarten‘ im Rahmen einer ,vorläufigen Unterschutzstellung‘ als Denkmalbereich ausgewiesen worden. Das Gutachten des LVR-Amt für Gartendenkmalpflege liegt mit dem Unterschutzstellungsantrag des LVR gemäß Denkmalschutzgesetz NRW seit 2015/16 der Bezirksregierung vor. Das Eigentümer-Beteiligungsverfahren der Bezirksregierung ist u. W. anhängig. In Kürze wird also das gesamte Parkareal einschließlich Galleien in die Denkmalliste des Landes NRW und der Stadt Kleve eingetragen sein. Das ist inzwischen auch der Wunsch der Stadt Kleve. Zur Freude aller Bürger ist hier der Erhaltungswille unseres Kulturerbes deutlich geworden!

Die im aktuellen Bebauungsplanentwurf geplante dichte Bebauung widerspricht jedoch unseren Zielen, am Fuße des Burgberges die reizvolle und damit sehr wertvolle Atmosphäre der ehemaligen Residenzstadt Kleve zu erhalten. Sollte es zu einer Bebauung kommen, müssten sich Baumasse und Höhe der geplanten Baukörper der kleinteiligeren Bebauung in der Umgebung anpassen, da ansonsten die gewohnte Bauweise unserer Stadt nach Realisierung des Bebauungsplanes an dieser sensiblen Stelle vor der Schwanenburg / Stiftskirche und weiteren Sichtpunkten nicht mehr zu erkennen wäre. Die geplanten Einfamilienhäuser östlich der verlängerten Stadtbadstraße sollten diesen Baustil fortsetzen. Dazu gehört auch eine entsprechende Durchgrünung der Bauflächen. Auch deshalb wünschen wir den Erhalt von Spielplatz, Bolzplatz und Kanu-Club. Das geplante allgemeine Wohngebiet WA2 lehnen wir ab, die östliche Seite des Geländes sollte frei bleiben, das Gleiche gilt für WA1 und WA1b. Das WA1c sollte sich den gegenüberliegenden, maximal 8,50 m hohen Doppelhäusern anpassen. Uns ist bewusst, dass auch das alte Hallenbad ein massiver Bau ist. Die Stadt hat hier jedoch eine einmalige Chance, diese Fläche als Eingangsbereich zum natürlichen Verlauf des Kermisdahls für Bewohner, Besucher und Bürger der Stadt zu nutzen. Diese werden dann den Eindruck gewinnen, dass dieses Wohngebiet mit Feingefühl in die historische Parklandschaft entwickelt wurde.

Ein Architektenwettbewerb könnte diese Möglichkeiten aufzeigen.

Um die Natur am bisher unberührten westlichen Teil des Kermisdahls nicht zu stören, sollte der geplante Fuß-/Radweg allenfalls ein schmaler Fußweg werden, die Radfahrer können über die Straße an den Galleien ausweichen.

Wir möchten Sie als gewählte Mitglieder des Rates der Stadt Kleve bitten, Ihren Einfluss geltend zu machen, die jetzt vorliegende Planung in Abstimmung mit LVR Amt für Denkmalpflege zu ändern. Berücksichtigen Sie bitte, dass das, was dort geschieht, immer mit Ihrer Entscheidung verbunden sein wird. Wir sind auch den nachfolgenden Generation verpflichtet!“

Soweit der Klevische Verein. Und es dräut noch mehr Ungemach: Bei einigen Kommentatoren auf dieser Seite hat auch die Planung am Südende des Geländes Verwunderung ausgelöst. Dort wurden die großzügigen Gärten des Hauses von Marlene Linke (eine mittlerweile verstorbene ZDF-Journalistin, die früher einmal das Gesundheitsmagazin „Praxis“ moderierte) und des benachbarten Hauses, das dem oder den Erben des ebenfalls verstorbenen Staatsanwalts Niemers gehört, ebenfalls in den Entwurf einbezogen. Es stehen Baufenster in den jeweiligen Gärten. Fraglich sei, ob die Eigentumsrechte überhaupt geklärt sind. Das Haus von Marlene Linke ist offenbar mittlerweile verkauft, über die daneben liegende Villa gibt es keine Informationen. 



Handlungsbedarf

rd | 17. Februar 2019, 13:02 | 10 Kommentare
Offenbar haben die Eisenatome einiges an Sauerstoff aus der Luft gezogen. WD 40?

Das Rad will – endlich wieder – genutzt werden, und dann das – ein schwerer Fall von Kettenrost! Wenn das mein Bruder sieht…


Hokus Krokus

rd | 17. Februar 2019, 12:57 | 3 Kommentare
Blütenmeer trifft es hier: Ca. 17.000 Frühlingsboten in Zyfflich

Das Wetter zwingt einen raus, weit raus, und dann erblickt der Randwanderer am Ortseingang von Zyfflich eine rekordverdächtige Ansammlung von Krokussen, die den Unbilden des Winters ein zartes Rosé entgegensetzen und uns zeigen: Es geht weiter, immer weiter…

(Ein semiphilosophischer Beitrag aus der Reihe pittoresker Sonntagsbilder)