CCCKK: Kreis richtet Kontakt-Callcenter am Flughafen Weeze ein

rd | 17. November 2020, 16:14 | 5 Kommentare
Die Schreibtische sind schon da, das elektronische Equipment folgt: Corona Callcenter in der Entstehung

Wetten, dass diese 18 Arbeitsplätze demnächst auch in eine Statistik für den angeblichen „Job-Motor Flughafen Weeze“ einfließen? Jedenfalls gab der Kreis Kleve heute bekannt, dass er ein mit 18 Telefon-Arbeitsplätzen bestücktes Callcenter einrichten werde, um bei der wachsenden Zahl der erkannten Corona-Infektionen auch weiterhin so gut es geht die Kontakte der Erkrankten nachverfolgen zu können. Das Corona-Callcenter Kreis Kleve (CCCKK) soll am Flughafen Weeze sein Zuhause finden.

„Derzeit werden bis zu 110 Corona Fälle pro Tag bearbeitet, unzählige Telefonate mit Kontaktpersonen geführt und wöchentlich rund 900 Quarantäne ausgesprochen“, so der Kreis Kleve in seiner Pressemitteilung. Die vorhandenen Arbeitsplätze im Kreishaus an der Nassauerallee seien bereits im 3-Schicht-Betrieb besetzt, und weitere Mitarbeiter seien eingestellt worden. Derzeit werden die Räume eingerichtet, in wenigen Tagen soll die Arbeit beginnen. Zehn der Beschäftigten stammen von der Bundeswehr, die anderen acht aus der Kreisverwaltung, wobei auch Personal eingesetzt wird, dessen Beschäftigung vom Land NRW finanziell gefördert wird. Die Abstimmung mit der Zentrale in Kleve soll regelmäßig mit Videokonferenzen erfolgen.



Letzter Vorhang fürs XOX-Theater? Es sieht danach aus

rd | 17. November 2020, 16:00 | 15 Kommentare
Theater-Chef Wolfgang Paterok auf der Bühne des XOX-Theaters (Foto von der Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen im Juni 2017)

Ganze Bürgermeisterwahlkämpfe sind in Kleve damit bestritten worden, ob den Künstlern in Kleve mehr Raum zur Verfügung gestellt werden soll, um ihr Schaffen adäquat präsentieren zu können. Die Wahrheit ist: Es wird eher weniger.

Heute vermeldeten die Lokalzeitungen, dass an der Stelle des Profitkauf-Marktes an der Briener Straße ein Inklusions-Hotel errichtet werden soll, also eine Herberge, die ähnlich wie das Café Samocca an der Hagschen Straße vor allem das Ziel verfolgt, Menschen mit Behinderungen eine Möglichkeit zu geben, am Erwerbsleben teilzunehmen. Die Nachricht passt in die allgemeine Umtriebigkeit, die zur Zeit auf dem Gelände der ehemaligen Keksbäckerei XOX herrscht: Gebäude werden abgerissen, Mieter erhalten die Kündigung, neue Restaurants werden in Windeseile gebaut und eröffnen (L’Osteria), und Jan Holtfester, der vom XOX-Eigentümer Udo Tjaden engagierte Geschäftsführer des privaten Gewerbeparks, träumt davon, auf dem Gelände auch einen Club für elektronische Tanzmusik zu eröffnen, der dem legendären Berghain in Berlin nacheifern soll.

Nun also Profitkauf. Der Zeitplan, der gestern der Presse vorgestellt wurde, spricht von einer Baugenehmigung im kommenden Jahr, dem Abriss des alten und Bau des neuen Gebäudes im Jahr darauf und einer Eröffnung im Jahre 2023.Die Pläne sind sehr ambitioniert, insbesondere vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Seuchengeschehens.

Aber Profitkauf ist nicht nur Profitkauf. Ganz oben in dem Gebäude befindet sich seit nunmehr 23 Jahren das XOX-Theater, seit seiner Gründung geleitet von Wolfgang Paterok. Auch wenn es da oben im Winter bitter kalt ist, die Räume sind die charmanteste Kulturstätte der Stadt. Manche sagen, allein schon die Pausen seien einen Besuch wert, weil sich von der Etage ein wunderbarer Blick über die Stadt zur Schwanenburg bietet.

Damit wird es auf jeden Fall vorbei sein, wenn das Gebäude abgerissen wird. Der Artikel erwähnt zwar, dass der Besitzer des XOX-Geländes, Udo Tjaden, sich darum bemüht, dass eine andere Spielstätte für das Theater gefunden wird, aber das sind erstens Versprechungen und zweitens wurde die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, denn Wolfgang Paterok sieht die Entwicklung nicht ohne Sorge.

Die Pläne, so Paterok, „bedeuten das Aus, jedenfalls für das Theater am derzeitigen Standort. Ob sich der Vorhang dann später an anderer Stelle des Gebäudes wieder hebt, ist noch nicht entschieden. Tjaden hat zwar angedeutet, dass er am Fortbestand des Theaters in seiner Immobilie interessiert sei, aber funktionieren wird das nur, wenn ich bis dahin einen oder mehrere Theatermacher gefunden habe, die das Theater übernehmen. Angesichts meines Alters (77) kann ich mir einen Umzug und Neuanfang an anderer Stelle nur vorstellen, wenn es eine neue Leitung gibt.“

Auch die Offenen Klever reagierten umgehend. In einer von Ihnen versandten Pressemitteilung sagt der Vorsitzende der Wählervereinigung, Udo Weinrich: „Die Pressekonferenz des Investors hat dessen erfolgreiche Lobbyarbeit belegt. Alles ist offenbar darauf angelegt, alternativlos zu erscheinen, um glatt und rasch über die Bühne zu gehen. Der Projektentwickler sitzt ja als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Stadtgestaltung.“ Und der Künstler Max Knippert (ebenfalls OK) ergänzte: „Auch der schönste Plan für ein Hotel mit fairen Arbeitsverhältnissen für Menschen mit Behinderung muss mit Sorgfalt geprüft werden.“ Der sachkundige Bürger im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung zeigte sich nach eigenem Bekunden „verwundert“ darüber, dass bereits verkündet werde, Eckdaten und Zeitpläne stünden fest, obwohl es noch keine konkreten Pläne gebe.



170 Jahre Kiesow! Das virtuelle Jubiläum

rd | 17. November 2020, 13:41 | 18 Kommentare
Ca. 200 Taschen und Koffer allein im Schaufenster: Kiesow im vergangenen Jahrhundert

Es gibt nicht mehr viele Geschäfte in Kleve, bei denen Branche und Familienname immer noch eine untrennbare Einheit bilden. Foto Dommers war so ein Fall, Wein Peters darf in dieser Aufzählung nicht fehlen, und dann gibt es natürlich noch Leder Kiesow, das heute als Kiesow Bags & Travel firmiert, aber dem älteren Klever noch unter dem ursprünglichen Namen bekannt, genau so, wie er jahrelang als puristische Leuchtreklame über der Fassade in der Großen Straße hing.

Das Geschäft wird nunmehr 170 Jahre alt und gehört damit neben Hut Dreis und Kotters zu den ältesten in der Stadt. Und da Corona verhindert, dass ein solches Jubiläum mit einer schönen Veranstaltung gefeiert werden kann, trägt kleveblog gerne sein Scherflein dazu bei, dass zumindest virtuell der Anlass gebührend begangen werden kann. „170 Jahre sind eine lange Zeit und wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben“, freuen sich Nina und Sebastian Kiesow, die das Geschäft in der fünften Generation führen. Anlässlich des 170-jährigen Firmenbestehens gibt’s bei Kiesow vom 26. November bis zum 19. Dezember einen Jubiläumsverkauf.

Weitere Informationen gibt es hier:

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Corona: Die neuen Zahlen (1. Hoffnungsknick seit 7 Wochen)

rd | 16. November 2020, 22:04 | 12 Kommentare
Nach 7 Wochen steilen Anstiegs der erste Rückgang

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Was müssen Sie wissen? Der Organisator von Parookaville, Bernd Dicks, sagte in einem Podcast: „Wir haben keinen Bock auf ein Festival mit Abstand und Maske – das können wir uns nicht vorstellen.“ Muss man im nächsten Jahr wahrscheinlich auch nicht. In Kleve plant Jan Holtfester einen Klub nach Berliner Berghain-Vorbild – für bis zu 800 Besucher. Auch das eine schöne Nachricht für ein Paralleluniversum, in dem es das Virus offenbar nicht zu geben scheint, das seine Spur der Verheerung durch die Welt zieht.

In der echten Welt hat das Coronavirus im Kreis Kleve mittlerweile sein 67. Todesopfer gefordert. Es gibt 43 neue erkannte Infektionen, Spitzenreiter im Kreisgebiet ist nun die Stadt Kleve mit 417 Fällen (Geldern: 413). Neue Fälle in Schulen gibt in Kranenburg-Nütterden (St.-Georg-Grundschule) sowie (am Sonntag gemeldet) in Kleve in der Gesamtschule am Forstgarten sowie in der Joseph-Beuys-Gesamtschule. Die Zahl der Menschen in Quarantäne liegt stabil über 2000 Menschen. Die Zahl der Infektionen pro Woche ging immerhin etwas zurück, auf nunmehr 350 festgestellte Fälle – ein Hoffnungsknick!

Der Kreis Kleve sagte seine eigene Großveranstaltung, das Jugend-Musikfestival Courage, ab.


In eigener Sache

rd | 15. November 2020, 17:10 | 34 Kommentare

kleveblog erscheint derzeit auf der Startseite ohne die Kommentarlisten unter den Artikeln, auch die rechte Spalte unter dem Logo ist verschwunden, und die Fotos sind in der Vertikale gezerrt. Das Ganze sind die unerwünschten Nebenwirkungen eines noch andauernden Reparaturversuchs, der die Ladezeiten verbessern sollte, indem auf der Startseite nicht mehr automatisch so viele Artikel nachgeladen werden. Ich gehe davon aus, dass schon bald alles wie gewohnt funktionieren wird, um im nächsten Jahr, wenn all das hier überstanden ist, gehen wir dann das neue Layout an.