Darknet-Dealer doch nur der Kurier? Ein interessantes Geständnis…

rd | 08. Oktober 2019, 12:39 | 10 Kommentare
War Chalet Nr. 26 im Ferienpark Reewold das Zentrum des internationalen Drogenhandels oder doch nur für kurze Zeit eine Lagerstätte für allerlei illegale Substanzen?

Die Ermittler waren monatelang auf seiner Spur. Sie beschlagnahmten mehr als hundert Lieferungen mit Drogen aller Art, sie tätigten Scheinkäufe, sie verfolgten das Treiben auf der Handelsplattform „Dreamweb“, sie observierten Paketstationen und werteten Videoaufnahmen aus – und am Ende waren sie sicher: Der Niederländer Richard W., 33 Jahre alt, gelernter Handwerker, ist die zentrale Figur für eine Vielzahl illegaler Drogengeschäfte, die über das berüchtigte Darknet abgewickelt wurden.

Staatsanwältin Lisa Klefisch von der Cybercrime-Abteilung der Staatsanwaltschaft Köln ging von Einnahmen in Höhe von mehr als einer halben Million Euro aus. Sie brachte das Verfahren wegen der diversen Postfilialen in Kleve, Emmerich und Rees, von denen die illegale Ware verschickt wurde, in Kleve zur Anklage. Am Montag war der dritte Verhandlungstag (hier der Bericht vom Prozessauftakt: Drogen für die Welt, der Bericht vom zweiten Verhandlungstag unter diesem Text).

Ein Zollfahnder erklärte am Montag vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts, wie diese Zahl zustande kam. Danach waren auf der Plattform noch rund 700 Transaktionen mit Bewertungen und Kaufsumme sichtbar, weitere Ratings hingegen nicht mehr. Bei der zweiten Gruppe handelte es sich um 2750 Käufe, für die die Fahnder jeweils zugunsten des Angeklagten die niedrigste Summe der 700 bekannten Transaktionen annahmen – und die lag bei gerade einmal 142 Euro.

Ein weiterer Ermittler berichtete zudem, dass der Händler mit dem markanten Namen „berlinmannschaft“ auch auf der Plattform Wall Street Market aktiv war (die von einem Auszubildenden aus Kleve mit betrieben wurde). Dieser Händler habe mehr als eine Million Euro Umsatz gemacht, gleich kiloweise seien dort Kokain und Amphetamine sowie Ecstasy-Pillen vertrieben worden.

Und dafür soll Richard W. allein verantwortlich gewesen sein?

Über seinen Anwalt ließ er gestern eine völlig andere Version der Ereignisse erzählen. Demnach sei er von einem Bekannten, dessen Namen er allerdings nicht mitteilen wollte, zunächst für die Kurierfahrten angeheuert worden. Für jede Fahrt habe er Spritgeld, zweihundert Euro und ein bisschen Kokain bekommen, was ihm als gelegentlichem Drogenkonsumenten sehr entgegengekommen sei.

Also ein großer Unbekannter?

W.s Geschichte ging so: Eigentlich hatte er vor, seinen Lebensunterhalt mit der Vermietung von acht Chalets zu bestreiten, die ihm seine Familie im Ferienpark Putten nördlich der Hoge Veluwe gekauft hatte. Doch das Engagement endete im Desaster, nachdem in der Siedlung Dauermieter nicht mehr zulässig waren. Die Behörden verhängten Bußgeldbescheide und erhoben Steuerforderungen, es gab sogar bereits Pfändungsbescheide. „Ich hatte Angst vor dem sozialen Absturz“, so der Angeklagte.

Da kamen die Kurierfahrten gerade recht. Und Ende vergangenen Jahres habe er das Geschäft sogar komplett übernehmen können. Der Freund, so die Einlassung von W., habe ihm die restlichen Drogen zum Weiterverkauf überlassen und obendrein noch 16.000 Euro als Überbrückungskredit gegeben. Wenn die Drogen komplett verkauft worden wären, hätte er Einnahmen von 20.000 Euro gehabt, und damit, so die Abmachung, wären die beiden Dealer quitt gewesen.

Einige Indizien stützten die Geschichte tatsächlich, gleichwohl strapazierte diese Version mit dem großzügigen Kompagnon die Langmut der Staatsanwältin erheblich. Für die Einlassung sprach beispielsweise, dass es in der fraglichen Übergabezeit des Geschäfts im Oktober/November eine Betriebspause bei „berlinmannschaft“ gegeben hat. Erst am 23. November hieß es auf der Plattform wieder: „Back again!“

Dagegen sprach, dass der Angeklagte sich trotz seiner Finanznöte noch im Oktober 2018 einen neuen 7er BMW kaufte. Angeblich sei das Luxusauto aus dem Verkaufserlös von drei der acht Chalets finanziert worden. „Ich weiß, dass das dumm war“, so der Angeklagte. Der Vorsitzende Richter Jürgen Ruby gab zu bedenken, dass es „hilfreich“ sein könne, den Namen des ominösen Unbekannten zu offenbaren. W. schüttelte den Kopf.

Der Prozess wird am Freitag um zehn Uhr fortgesetzt.

Zweiter Verhandlungstag: 

Darknet-Dealer: Entscheidender Hinweis aus der Postfiliale Rindern

Einer aufmerksamen Mitarbeiterin einer Postfiliale war es zu verdanken, dass die Ermittlungen einen entscheidenden Schritt vorankamen. Wie ein Mitarbeiter der Zollfahndung am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht erzählte, war die Suche nach dem Darknet-Dealer, der über die Plattform Dream Market Drogen in die ganze Welt versandte, auf den Raum Kleve/Emmerich eingegrenzt worden. 

Insbesondere in einer Postfiliale, die zu einem Superrmarkt an der Keekener Straße in Rindern gehört, waren häufig Pakete mit illegalen Substanzen aufgegeben worden. Als die Fahnder mit einer Mitarbeiterin sprachen, erinnerte diese sich an einen „gut aussehenden Niederländer“, der regelmäßig Pakete verschicke.

Dieser „gut aussehende Niederländer“, das zeigten auch die Videoaufnahmen, die später im Gerichtssaal gezeigt wurden, war Richard W. Der 33 Jahre alte Mann aus Hilversum, der jetzt in Kleve angeklagt ist, im Ferienpaark Reewold ein großes Angebot an illegalen Drogen vorgehalten und via Postfilialen in Kleve, Emmerich und Rees in die ganze Welt versandt zu haben. Eine halbe Million Euro, schätzt die Staatsanwaltschaft, soll er mit dem florierenden Onlinegeschäft verdient haben.

Der Zollfahnder, der am zweiten Prozesstag als Zeuge kam, berichtete, wie die Ermittler dem Dealer auf die Spur kamen. Zunächst habe er Hinweise aus dem „Sachgebiet 300, Informationsgewinnung“ erhalten. Die Abteilung hatte im nationalen Postzentrum am Frankfurter Flughafen 69 Briefsendungen mit Drogen abgefangen – und war sich sicher, dass diese einem Absender zuzuordnen waren.

In den Sendungen fanden sich unter anderem Pillen mit der Präfung „F1 Max Verstappen“. Die Fahnder scrollten sich durch die illegalen Marktplätze dieser Welt und fanden schließlich exklusiv bei einem Anbieter namens „berlinmannschaft“ dieses spezielle Produkt. Wer aber steckte hinter „berlinmannschaft“?

Die Sendungen hatten eine weitere Gemeinsamkeit: Sie waren alle in den Postleitzahlbereichen 46 und 47 aufgegeben worden. Die Fahnder klapperten die entsprechenden Packstationen und Filialen ab und bekamen den Hinweis auf den Niederländer, der, so die Mitarbeiterin, trotz der regen Geschäftstätigkeit nie eine Quittung verlangt habe.

Eine „Scheinkaufmaßnahme“, wie es in Fachkreisen heißt, brachte die Gewissheit, dass es in der Tat dieser Händler war, der die Tabletten vertrieb. DNA-Spuren, die – wie sich später herausstellen sollte – zu Richard W. passten, bekamen die Fahnder obendrein. Durch Auswertung der Überwachungskameras gelangten die Fahnder in den Besitz von Fotos.

Die endgültige Identifizierung gelang im August 2018, als eine Packstation am Bahnhof in Kleve überwacht und das Autokennzeichen des Mannes abgelesen werden konnte. Mittels eines zweiten Scheinkaufs setzten die Fahnder den Dealer nochmals in Bewegung zu dem Supermarkt in Rindern, dort erfolgte dann Ende des vergangenen Jahres der Zugriff. 

Wer sich das Profil von „berlinmannschaft“ auf Dream Market ansieht, findet den Hinweis, dass dieser bis zum 10. Dezember 2018 aktiv sei. Mittlerweile, so der Fahnder, handele es sich um einen „Zombie-Account“.

Die Überwachung zeigte zur allseitigen Überraschung der Fahnder auch, dass W. trotz des Nicknames „berlinmannschaft“ keinerlei Komplizen hatte. „Die Ermittlungen ergaben, dass es sich offensichtlich um einen Einzeltäter gehandelt hat“, so dder Fahnder. Die Amphetamine aus seinem Angebot habe er selbst hergestellt, den Rest offenbar zugekauft.



Hochschule kramt Klotz wieder hervor

rd | 07. Oktober 2019, 16:15 | 30 Kommentare
Kauf dir einen bunten Luftballon, nimm ihn fest in deine Hand. Stell dir vor, er fliegt mit dir davon in ein fernes Märchenland: Klotz (2.v.l.) bei ihrer Verabschiedung

Na, da schau an: Zu den Zeichen, die die Hochschule Rhein-Waal unter der neuen Führung so setzt, gehört auch die – nennen wir es einmal etwas salopp – Rehabilitierung der Gründungspräsidentin Professor Dr. Marie-Louise Klotz.

Schon bei den peinlichen Jubiläumsfeierlichkeiten (siehe dazu hier: Die Inszenierung der Wirklichkeit als Friedefreudeeierkuchen) im Mai stand sie wieder in der ersten Reihe, und alle um sie herum taten so, als habe es die sechs Jahre ihres erratischen Wirkens, die schließlich dazu führten, dass sie als Amtsinhaberin nicht wiedergewählt wurde, nie gegeben. Ohne dazu einen Auftrag zu haben, definierte sie die Hochschule neu als eine Art von interkulturellem Kinderkarneval, sie warf mit Steuergeldern um sich, blähte den Betrieb bis zum geht nicht mehr auf, versorgte Günstlinge reichlich – und konnte sich offenbar gewiss sein, dass das Wissenschaftsministerium in Düsseldorf dem wirren Treiben keinerlei Beachtung schenkte.

Die Bilanz von Inkompetenz und Autokratismus zog kleveblog vor wenigen Wochen in einem viel beachteten Artikel zu den tatsächlichen Erfolgszahlen der Hochschule (Bilanz des Scheiterns). Die offiziellen, bis dahin nicht veröffentlichten Zahlen aus der Hochschulverwaltung zeigten, dass es exorbitant viele Studienabbrecher gibt. Und in der Fakultät Technologie und Bionik konnten seit der Gründung gerade einmal 164 oder 172 (in den Unterlagen gibt es beide Zahlen) Bachelor-Ingenieure produziert werden. Als die Hochschule auf den Bericht, der auch in der NRZ erschien, damit reagierte, dass sie in der Rheinischen Post einen Gefälligkeitsartikel platzieren ließ, der nicht mehr den akademischen Abschluss, sondern das Erreichen des achten Semesters als Studienziel ausrief, gab sie sich vollends der Lächerlichkeit preis. 

Nun aber darf die Hochschule fröhlich ihre Entwicklung weiter bejubeln – und das ausgerechnet noch von Klotz persönlich. Mittel zum Zweck ist eine hochschuleigene Verstanstaltungsreihe. Sie heißt Studium Generale, und deren Organisator, Prof. Dr.-Ing. Peter Kisters, Vizepräsident für Forschung, Innovation und Wissenschaftstransfer, hat für das Wintersemester 2019/20 das Schwerpunktthema Wachstum auserkoren. Kisters sagt: „Wachstum erleben wir an uns selbst und es begegnet uns immer wieder in vielen verschiedenen Bereichen. Daher bin ich mir sicher, dass das Thema in all seinen Facetten für spannende Vorträge sorgen wird.“

Gleich die erste Veranstaltung am 15. Oktober bietet Klotz die Möglichkeit, wieder im Rampenlicht zu stehen. Sie hält, begleitet vom Kanzler Michael Strotkemper, einen Vortrag mit dem Titel „Entwicklung der Hochschule Rhein-Waal – Wachstum der letzten zehn Jahre“. Was man da alles erzählen kann! So viele Studiengänge, so viele Studenten, so viele Überweisungen nach Bangladesh, so viele Ausflüge in alle Welt, so viele Scientific Freshers…

Kürzlich erklärte der Präsident der Hochschule, Dr. Oliver Locker-Grütjen, dass es sich bei der Einrichtung, die er seit einigen Wochen führt, nunmehr um eine i4-Hochschule handele. Die ersten drei Vokale stehen bekanntlich für die Wörter international, interdisziplinär und innovativ. Das vierte I, so der Präsident, solle fortan für „in der Region“ stehen. Schon da böte sich ein interessanter Anknüpfungspunkt für den Vortrag seiner Vorvorgängerin – wie es um das Wachstum der in der Region verbliebenen Absolventen ausländischer Herkunft bestellt ist.

Vielleicht aber zieht auch nur schon das fünfte I am Horizont herauf.



Tödliches Autorennen in Moers: Mordanklage beim Landgericht eingegangen – 612 gegen 550 PS…

rd | 04. Oktober 2019, 12:11 | 12 Kommentare

Der Unfall schockierte im Frühjahr die Öffentlichkeit, jetzt ist die Anklage beim Landgericht Kleve eingegangen: Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern (21, 22) die Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge vor, dem 21 Jahre alten Mann zusätzlich Mord. Er war laut Anklage mit einer solchen Wucht auf den Kleinwagen einer Frau aufgefahren, dass diese trotz umgehender Notfallbehandlung verstarb. Judith Gottwald, Sprecherin des Landgerichts: „Die zuständige Kammer (Schwurgericht) wird nach Ablauf der Stellungnahmefrist über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die zwei Angeschuldigten (und über etwaige Termine) entscheiden.“ Der 21-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

In der Anklage finden sich schockierende und verblüffende Zahlen zu der Geschwindigkeit, mit der der Unfallfahrer unterwegs war, sowie zur Leistungsstärke der beiden Fahrzeuge, die bei dem Rennen zum Einsatz kamen – eine Motorisierung, die eigentlich für sich genommen schon ein Skandal ist. Demnach verfügte der Mercedes-AMG E 63 S über eine Motorleistung von mindestens 612 PS, der Konkurrent steuerte einen Range Rover Sport, dessen Maschine laut Anklage mindestens 550 PS auf die Straße brachte. Um sich den Wahnsinn (der auf deutschen Straßen grundsätzlich erlaubt ist) vorzustellen, stelle man sich also am besten eine von 612 Pferden gezogene Kutsche vor und eine weitere, vor der 550 Pferde eingespannt sind. Wer braucht das? Der Unfallfahrer war laut Gutachten mit mindestens 167 km/h unterwegs – innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. 

Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

„Laut Staatsanwaltschaft trugen die beiden Männer am späteren Abend des 22.04.2019 in Moers im Bereich der dortigen Bismarckstraße ein Beschleunigungsrennen aus. Der 21-jährige, der über keine Fahrerlaubnis verfügt haben soll, soll einen Mercedes-AMG E 63 S (Motorleistung min. 612 PS), der 22-Jährige einen Range Rover Sport (Motorleistung min. 550 PS) gesteuert haben. Auf einem Parkplatz eines nahegelegenen Supermarktes sollen sie zunächst die Motoren ihrer Fahrzeuge im Leerlauf in hohe Drehzahlbereiche drehen lassen haben, um dadurch eine möglichst erhebliche Lautstärke zu erzeugen und die Leistungsstärke ihrer Fahrzeuge zu demonstrieren. Anschließend sollen sie das Rennen ausgetragen haben, bei dem sie – trotz Dunkelheit – ihre Fahrzeuge unter Volllast beschleunigten. Der 21-jährige AMG-Fahrer soll hierbei (auch) die linke (Gegen)Fahrspur genutzt und auf über das Dreifache der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (167 km/h) beschleunigt haben. In einem Kreuzungsbereich soll eine 43 Jahre alte Frau sodann mit ihrem Citroen Saxo aus einer untergeordneten Straße in Fahrtrichtung der Angeklagten eingebogen sein. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit soll es dem 21-Jährigen nicht mehr gelungen sein, sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stillstand zu bringen. Vielmehr soll er mit seinem Fahrzeug in das Heck des Citroens der Frau geprallt sein. Das Fahrzeug soll sodann – aufgrund der großen Wucht des Aufpralls – in ein geparktes Fahrzeug und anschließend gegen einen Baum geschleudert, die nicht angeschnallte Frau aus dem Fahrzeug geschleudert worden sein. Trotz umgehender Notfallbehandlung erlag sie ihren schweren Verletzungen schließlich.“


Kölner Architekten planen Kellener Gymnasium

rd | 02. Oktober 2019, 12:45 | 50 Kommentare
Kann sich noch jemand daran erinnern? Die Anfänge des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ca. 1969/70 in Pavillons (Foto: Website KAG/Frau Klett)

Der Neubau des Konrad-Adenauer-Gymnasiums wird von Architekten aus Köln geplant. Die sic architekten gmbh aus dem Kölner Stadtteil Kalk erhielt im Zuge der europaweiten Ausschreibung des Projekts den Zuschlag, das vierzügige Gymnasium sowie eine Sporthalle und die Außenanlagen zu entwerfen. Dies vermeldet das Unternehmen auf seiner Website, weitere Auskünfte waren nach Auskunft einer Sprecherin des Büros „zeitlich nicht möglich“.

Die Anfänge der sic architekten gmbh liegen 36 Jahre zurück, seit 1992 führt Dipl.-Ing. Michael N. Neuendorff das Unternehmen, das auch eine Repräsentanz in China unterhält. Zu den Auftraggebern des Büros zählen viele Kommunen aus dem Rheinland (z. B. die Städte Köln und Bonn) und auch Einrichtungen wie das ZDF und die Universität Köln. Für die Planung der Außenanlagen holten die Kölner ein Unternehmen aus Essen, die DTP Landschaftsarchitekten GmbH, mit ins Boot. Die beiden Unternehmen bildeten eine Bietergemeinschaft. Vier weitere Anbieter nahmen an dem Verfahren teil, kamen aber nicht zum Zuge. Der an sic/DTP vergebene Planungsauftrag hat ein Volumen von rund 3,3 Millionen Euro, die Gesamtkosten des Vorhabens sollen sich auf rund 31 Millionen Euro belaufen.

Die neue Schule soll etwa dort errichtet werden, wo in den vergangenen Tagen noch das Oktoberfestzelt stand, und für 880 Schüler ausgelegt sein. Die Gebäude sollen eine Bruttogrundfläche von 14.355 Quadratmeter haben, wovon 2880 Quadratmeter auf die Dreifach-Sporthalle (mit Tribüne) entfallen. Aus den Ausschreibungsunterlagen geht hervor, dass das Gymnasium spätestens zum 31. März 2024 fertiggestellt sein soll, vom Schuljahr 2024/25 an könnten die neuen Räume also erstmals genutzt werden.

Anfang 2017 hatte der Rat der Stadt die Verwaltung beauftragt, den Neubau des Gymnasiums in die Wege zu leiten. Das bisherige Gebäude am Köstersweg, knapp 50 Jahre alt, erschien nicht mehr sanierungsfähig. Als neuen Standort hatte die Verwaltung das verkehrsgünstig gelegene Gelände nordöstlich der Bahnlinie auserkoren. Die CDU wollte das Projekt damals schon 2021/22 fertiggestellt wissen, was jedoch utopisch war.

Im Gegensatz zu früheren Ausschreibungen der Stadt, bei denen es schon mal kräftig rumpelte, liefen die Vergabeverfahren für das neue Konrad-Adenauer-Gymnasium reibungslos. Bereits am 2. Juli erfolgte der Abschluss. Zwei weitere, ebenfalls mit der Schule zusammenhängende Planungsverfahren, konnten Ende August vergeben werden.