Unbekannte Freunde & Gönner

rd | 14. Januar 2009, 15:10 | 3 Kommentare

Vierfacher Nationalspieler. Mit der SG Wattenscheid 09 in die Oberliga abgestiegen. Trainer bei den Sportfreunden Siegen. Sportdirektor beim griechischen Erstligisten Skoda Xanthi. Zurzeit ohne Engagement. Mal ehrlich, wenn Sie Personalchef eines abstiegsbedrohten Fußballklubs wären und nach einem Retter suchten – wäre das Ihr Mann?

Wie die NRZ kolportiert, ist Hannes Bongartz der Wunschkandidat von Le Mom, der den 1. FC Kleve “bis zum Saisonende” (welche Perspektive!) finanzieren will, und würde ihn gern als Nachfolger von Arie van Lent auf den Trainerposten befördern.

Auch ansonsten wäre das noch junge Jahr schlecht gestartet, wenn nicht wieder das allseitige Staunen über den Verein einsetzen würde. So bezieht die Mannschaft des insolvenzgefährdeten Klubs Anfang Februar ein einwöchiges Trainingslager in Belek (Türkei), finanziert von “Freunden und Gönnern” des Vereins, die natürlich wie immer ungenannt bleiben.

Lustigerweise erklärt auch Manager Klaus Hilpert, es gebe für Neuverpflichtungen kein Geld, schwadroniert sogar von A-Jugendlichen, die zur Not eingesetzt werden könnten, überraschenderweise tauchen beim ersten Training des neuen Jahres gleich vier neue Spieler auf. Erst mal nur zur Probe, aber vielleicht bleiben sie ja auch. Da sind dann neue Freunde & Gönner gefordert, ungenannte natürlich.

War da noch was? Ach ja, die so genannten Hausaufgaben. Die letzten offiziellen Äußerungen zu den geforderten Erklärungen zur finanziellen Situation des Verein, von denen die Stadt die Gewährung eines überlebensnotwendigen Zuschusses abhängig macht, waren: Die Unterlagen werden am 10. Januar eingereicht. 2010?



Was von Deutmeyer blieb

rd | 14. Januar 2009, 13:31 | 41 Kommentare
Eine Treppe, die leere Aktenordner erbrochen hat? Foto &copy G. Kolberg

Eine Treppe, die leere Aktenordner erbrochen hat? © G. Kolberg

Eine der häufigsten Suchbegriff-Kombinationen, die auf diese Seite führt, lautet: Deutmeyer Insolvenz.

Für dieses Publikum hier der ultimative Deutmeyer-Blues: Wo einst kraftstrotzende Karossen Käufer koberten, triumphiert nun in weiß gekachelter, galaktischer Ödnis eine geschwungene Treppe, die einen Schwall geleerter Leitzordner erbrochen zu haben scheint. Selbst im Untergang scheint dem einst stolzesten Autohaus am Platze die bajuwarische Dynamik (“Freude am Fahren”) nicht abhanden gekommen zu sein. Aber was sagt uns der umgeworfene Resopalkonferenztisch? Ein verzweifelter Versuch, die Flut der Leere einzudämmen?



Kleve sagt der Glühbirne adé

rd | 13. Januar 2009, 21:57 | 22 Kommentare

Ein kaltes Licht wird aufgehen

Ein kaltes Licht wird aufgehen


Stolz präsentieren Frank Ruffing, Vorstandschef der Volksbank Kleverland, Theo Brauer, Bürgermeister der Stadt Kleve, und ein namentlich nicht bekannter Mann, der aber kleidungstechnisch zu den beiden Spitzenkräften passt, Severin-Peter Seidel, ebenfalls VoBa-VoSta (v. r.), die letzte Glühbirne der Stadt Kleve nach der feierlichen Demontage im Ratssaal. Das Trio verspricht: “Wir werden Kleve in das eiskalte Licht der Energieeffizienz tauchen.”

Es kommt noch besser: Damit Kleve in der teutonischen Efeuliga mithalten kann, wurde ein Wettbewerb ausgelobt, der insgesamt 10.000 Euro für Ideen verspricht, mit denen der Standort Kleve noch attraktiver für die Heerscharen der anrückenden Studenten gemacht werden kann. Der Wettbewerb läuft zwar noch bis April, hier aber schon die drei Siegervorschläge:

  1. Eine Gaststätte ohne Dekohölle, die länger als 22 Uhr geöffnet hat und mit Musik, die neuer als 1985 ist bzw. nicht RTL-Radio (5000 Euro)
  2. Ein Café, das auch nach 18.30 Uhr noch geöffnet hat und das W-LAN nicht für eine holländische Dessertspezialität hält (3000 Euro)
  3. Verbot für Lothar Quartier, die Bewirtschaftung der Mensa zu übernehmen (2000 Euro)

Das Geld bitte sofort an mich überweisen. Ich verspreche hiermit, es in die Gaststätte zu investieren. (Detlef, halt dich bereit!)


Zarter Schmelz mit Schwanenburg

rd | 12. Januar 2009, 17:30 | 8 Kommentare

Hier noch ein kleines Fotodokument, das allen Exilklevern die Tränen in die Augen treiben wird – zarter Schmelz mit Schwanenburg im Hintergrund. Es taut gewaltig, aber heute (Montag, 12. Januar) hat das Eis noch locker gehalten. Kein Knirschen, nix. Und jetzt die emotionale Wunderwaffe:

Noch mal drei Stunden losgeeist

Noch mal drei Stunden losgeeist

Nachtrag: Ein schöner Artikel über das Faszinosum Elfstedentocht (wird wohl in einem Wort geschrieben) findet sich hier.