Zu den 4 Winden: Österreich – Polen 1:1

rd | 12. Juni 2008, 23:59 | 2 Kommentare

Gaststätte

Die Gaststätte Zu den 4 Winden (“All inclusive feiern zu festen Preisen”) ist eine verlässliche Größe in der Klever Oberstadt. Routinemäßig wird zu jedem Großereignis der Fernseher erneuert, derzeit prangt ein Plasmafernseher in gerade noch passendem Ausmaß in der Südostecke der Kneipe. Alles weitere hier:

Bild & Ton ++ Digitales Signal, brillante Farben – der Plasmafernseher von Panasonic überzeugt
Bier + 0,3 Liter Bitburger, gut gezapft, 1,90 Euro
Fans +- 6, plus die 5 Doppelkopfspieler von der Polizei, die jeden Donnerstag da sind, die sich aber kein Stück für das Spiel interessierten
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum +- Medium: “Wenn wir unentschieden spielen, können wir auch noch rausfliegen” – nein, kann Deutschland nicht. Es zählt bei Punktgleichheit der direkte Vergleich gegen Polen, und den haben wir gewonnen
Ambiente + Bitburger-Deutschlandfahnen links und rechts vom Fernseher, dazu der stets aktualisierte Spielplan hinter der Theke, das ist dezente Präsenz, ohne allzu aufdringlich zu wirken. Wenn nur diese Schalke-Fanecke nicht wäre (nicht im Bild)!
Promis 0 Der Star ist die Thekenmannschaft: Bärbel & Christian
Gesamturteil + Grundsolide Aufstellung mit dem wichtigen Frikadellen-Abwehrriegel


Mittelbar: Portugal – Tschechien 3:1

rd | 12. Juni 2008, 23:31 | keine Kommentare

Mittelbar

Keine Sorge, liebe Leser, so was Elegantes mit Seewasseraquarien zur Beruhigung steht natürlich nicht in Kleve, sondern in der Stadt, die früher unfähige Beamte zum Steuereintreiben in die rheinische Provinz strafversetzt hat (“Ab zur Akzise nach Cleve”) – also in Berlin, dem Nabel der Welt. Dort wirkt Axel Springer, und die machen bekanntlich keine halben Sachen. Also gab es in der und um die Mittelbar, die in der Einkaufspassage in der Berliner Zentrale des Konzerns untergebracht ist, gleich sechs Großbildleinwände – für jeden Fan eine. Hier die Bilanz aus der Hauptstadt:

Bild & Ton +- 6 Leinwände lassen keine Wünsche offen, aber der Ton – viel zu leise (um die Reporter nicht zu stören?)
Bier 0,3-Liter-Flaschen Berliner Kindl, lauwarm, 3 Euro (und erst ab 19 Uhr Ausschank)
Fans +- Platz für 2000, am Ende des Spiels waren ca. 1000 da (aber nicht wegen der EM, die wollten die anschließende Live-Übertragung des Finales der deutschen Basketballmeisterschaft gucken (Bonn – Berlin 81:71))
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum ++ Extrem: “3:1 für Portugal” (Georg Streiter, ca. 25. Spielminute)
Ambiente + Die Seewasseraquarien sind eindrucksvoll – und sicher eine gute Hilfe bei weiteren Griechenlandspielen. Die Verlagswichtigs auf dem Weg in den Feierabend stören minimal
Promis 0 Von der SPD ist schon wieder keiner da. Auch nicht Barbara…
Gesamturteil +- Wer auf fette Optik steht, ist in der Mittelbar gut aufgehoben. Doch es ist im Grunde wie bei der Bild-Zeitung – Masse bedeutet nicht automatisch Klasse




Akropolis: Griechenland – Schweden 0:2

rd | 10. Juni 2008, 22:17 | 1 Kommentar

Akroplis

Das Akropolis ist natürlich der Fußballtempel, wenn es um Spiele mit der griechischen Nationalelf und ihrem charismatischen Trainer Otto “Rembrandt” Rehhagel geht. Dachte ich. Leider war ich mit der Ansicht ziemlich allein, wie das Spiel Griechenland – Schweden (0:2) zeigte:

Bild & Ton ++ Leinwand mit Beamer, 4:3-Format, ausgezeichneter Sound (für Steffen Simon kann die Technik nicht verantwortlich gemacht werden)
Bier ++ 0,3-Liter-Amphoren Carlsberg (!!), gezapft, 2,10 Euro, zwei Ouzo aufs Haus
Fans +- etwa 80 Plätze im Nordtempel, aber nur 7 Besucher (bis 15. Spielminute), 3 (bis 72.) 1 (bis zum bitteren Ende)
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum +- “Das ist bei denen so üblich: So wie dir Leute hier Jansen heißen, heißen die in Schweden Janson” – stärkerer Akzent auf landsmannschaftliche Eigenheiten (solange noch Weisheiten am Nebentisch zu belauschen waren)
Ambiente + Viele antike Dekoelemente – Fußball meets Indiana Jones
Promis 0 Von der SPD ist jedenfalls keiner da. Auch keine Zahnärzte. Oder Ex-Bürgermeister. Oder Touristikunternehmer
Gesamturteil + Die wie immer perfekten Gastgeber wissen geschickt mit riesigen, fleischstrotzenden Grilltellern und benebelnden Beigaben vom mäßig attraktiven Geschehen auf der Leinwand abzulenken

OK: 3, 2, 1 – keins! Brauer soll Mandat entziehen

rd | 10. Juni 2008, 19:01 | 2 Kommentare

Der Kampf um das Ratsmandat von Jeanette Schneeberger-Kröhl eskaliert – und noch ist offen, wer am Ende die Oberhand behält (und was ihm das bringt). Die letzte verbliebene Abgeordnete der einst drei Mitglieder starken Fraktion der Offenen Klever hatte im November einen Schlaganfall erlitten und ist seitdem nicht mehr in der Lage ihr Ratsmandat auszuüben.

Doch alle bisherigen Bemühungen der Wählervereinigung, den Sohn der Politikerin (ihm obliegt die Betreuung) zu einem Verzicht auf das Mandat zu bewegen, scheiterten. Nun überschlagen sich die Ereignisse:

  • Sohn Thomas Schneeberger erklärt “namens und im Auftrag den sofortigen Austritt von Louise Jeanette Schneeberger-Kröhl aus der Wählergemeinschaft Offene Klever (OK). Das Ratsmandat bleibt von diesem Austritt unberührt. Herr Bürgermeister Brauer wurde von diesem Austritt informiert.”
  • Die Offenen Klever erkennen den Austritt nicht an. Der Grund: Auf der beigelegten Vollmacht sind zwar einige handschriftliche Zeichen zu erkennen, die jedoch erheblich von der bekannten Unterschrift abweichen. “Wir bitten durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, dass Frau Schneeberger diejenige ist, die diese Vollmacht unterschrieben hat”, heißt in einem Brief der Offenen Klever an den Sohn.
  • Außerdem stellt die Wählervereinigung jetzt ihrerseits den Antrag, Jeanette Schneeberger das Ratsmandat zu entziehen. Im Brief an Bürgermeister Theo Brauer schreibt sie: “Da Frau Schneeberger jetzt in einem Münchner Pflegeheim untergebracht wurde, ist auch ihr ständiger Wohnsitz nicht mehr in Kleve. Ein Wegzug aus der Stadt beendet automatisch die Mitgliedschaft im Rat.”

Nun muss Theo Brauer entscheiden, ob er sich etwas mehr Opposition in den Rat holt – oder die Sache bis 2009 aussitzt…