Luftkurort Cleve (Lokalpolitik replayed)

rd | 14. Juni 2008, 14:12 | 10 Kommentare

Ausriss

Der Ausriss zeigt uns das Protokoll eines Ratbeschluss vom 21. Mai 2008. Vorangegangen war Folgendes (ebenfalls aus dem Protokoll):

StV. Tobisch (Foto) begründet für die FDP-Fraktion den Antrag. Er verweist dabei auf die historischen Überlieferungen und erklärt, dass ein Klimagutachten rund 45.000,00 Euro kosten würde.

StV Janssen beantragt die Verweisung in den Fachausschuss. Er bittet außerdem zu prüfen, ob man die Schreibweise von Kleve nicht in “Cleve” umwandeln könne.

Wir halten fest: Die aktuelle politische Vision der FPD in Kleve ist es, die Stadt in einen Luftkurort umzuwandeln. Das dafür erforderliche Gutachten, das garantiert große Unterschiede zu Kranenburg, Kalkar, Bedburg-Hau, Uedem usw. usf. zutage fördern wird, soll 45.000 Euro kosten. (U. Janssen halten wir Ironiefähigkeit zugute.)



Zum Kronprinzen: Niederlande – Frankreich 4:1

rd | 13. Juni 2008, 23:24 | keine Kommentare

Gaststätte

Der Wunsch, NL-Freudentaumel einmal authentisch mitzuerleben , trieb mich beim zweiten Gruppenspiel der Niederlande in das vom holländischen Wirt Willi geführte Lokal “Zum Kronprinzen” (Spyckstraße). Leider verließ Willi nach exakt 4 Minuten und 41 Sekunden mit orangefarbenem Schal geschmückt seinen Laden und brauste mit dem Taxi davon. Seine sehr freundliche Thekenkraft tappte gewissermaßen in die Abseitsfalle. Was aber kein Problem war:

Bild & Ton + Samsung-Röhrenfernseher, das ist nicht mehr ganz up to date bzw. state of the art, aber gegen das Bild und den Ton war grundsätzlich nichts zu sagen.
Bier + 0,2 Liter Bitburger, gut gezapft, 1,25 Euro
Fans + 15, die sich auch von einem schnatternden, aber 85-prozentig desinteressierten Frauenstammtisch nicht aus der Ruhe bringen ließen
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum + Klarer Fall von Expertentreff: “Boulahrouz ist in Hamburg jede dritte Woche vom Feld geflogen”; “Wieso bringt der Anelka erst jetzt?”; “Die Holländer spielen nicht im Viertelfinale gegen uns”
Ambiente + Die Deko besteht aus exakt drei Dingen: Holland-Zylinder aus Pappmaché, Deutschlandfahne aus Plastik und eine Fußballkerze aus Wachs – ein Trio, das in Verbindung mit dem auf zwei Getränkekisten optimal positionierten Fernseher ohne große Umschweife für das perfekte Verhältnis von System und Improvisation sorgt
Promis -2 Die beiden Klever Gastronomiekoryphäen Marie-Luise Klar (“Puppa Schmitz”) und Detlef Raeder (“Whisky-Saloon”) sind hier schon mal gesehen worden – diesmal aber nicht
Gesamturteil + Schade, dass Willi der Atmosphäre im eigenen Laden misstraut – aber vermutlich wird die Stimmung jenseits der Grenze noch ein wenig ausgelassener sein


Die Mauer steht richtig: EM-Fieber in der JVA

rd | 13. Juni 2008, 13:17 | 3 Kommentare

Hinter Gittern

Es gibt Probleme, die lösen sich von selbst, wenn man nur lange genug wartet. So war beispielsweise Karl Schwers, Teamchef der Justizvollzugsanstalt Kleve, schwer verärgert, als er unlängst beim Morgenappell feststelle, dass – obwohl die Fußballeuropameisterschaft gerade begonnen hatte – nicht alle teilnehmenden Nationalitäten den Weg in sein gastfreundliches Haus gefunden hatten. Ausgerechnet Griechen und Schweizer fehlten. Doch die ersten sportlichen Entscheidungen haben für Erleichterung an der Krohnestraße gesorgt: “Nach der Vorrunde haben wir alle da”, schmunzelt Schwers. Für eine Amnestie zugunsten der Angehörigen anderer Nationen, die es ebenfalls nicht ins Viertelfinale schaffen, sei es indes zu früh: “So schnell lass’ ich die Ösis und Polen nicht raus”, sagt Schwers lachend und klappert mit seinem 13 kg schweren Schlüsselbund.

Autop.s. Somit konnte auch der Plan, ausgewählte Schweizer und Griechen einzubuchten, um das Bild gewissermaßen abzurunden, wieder fallen gelassen werden – was besonders dem Fahrer des Mercedes mit Schweizer Kennzeichen, der notorisch falsch parkt, eine gewisse Erleichterung verschaffte (und dabei handelt es sich nicht einmal um einen Eidgenossen).


Na was denn nun?

rd | 13. Juni 2008, 12:48 | 4 Kommentare

Wie immer in der praktischen Gegenüberstellung, aus den unendlich fernen Vergangenheiten der letzten Religionsstunden meines Lebens unter dem wangenkneifenden Pastor A. Freistühler (de mortuis…) hallt noch das Wort Synopse nach, die jüngsten Gefühlsregungen unseres erneut als Bürgermeisterkandidaten der CDU aufgestellten ersten Bürgers Theo Brauer:

Rheinische Post Neue Rhein/Ruhr Zeitung
Autor: Matthias Grass Autor: Gaby Boch
Ich bin glücklich, dass ich weitere sechs Jahre Bürgermeister sein darf Er werde gerne für eine weitere Amtszeit von dann sechs Jahren kandidieren:
und die von uns angestoßenen Projekte weiter bringen kann. Weil ich mit Leib und Seele Bürgermeister bin.
Hafen, Unterstadt, gute Bildung für die Klever… Und weil ich für Kleve lebe und arbeite.
… – dafür möchte ich die Zeit nutzen. Das ist mein Ein und Alles.

Offensichtlich finden die Pressegespräche für RP und NRZ getrennt statt. Vielleicht hat Anntenne Niederrhein ja noch einen O-Ton gesendet… (leider nein, nur einen des Stadtverbandsvorsitzenden Jörg Cosar)