Bedburg-Hauer Haltestellendilemma

rd | 07. März 2009, 01:19 | 20 Kommentare
Wer lässt wen im Regen stehen?

Wer lässt wen im Regen stehen?

Links: Haltestelle Kaiser-Wilhelm-Allee, Außenmöblierung rund 5 Monate alt, ca. 10.000 Euro teuer. Vorteil: Regenschutz. Nachteil: kein Bus wird kommen (Folge der Fahrplanumstellung, siehe Fahrplanaushang).

Rechts: Haltestelle Dechtantshof, neu seit NIAG-Fahrplanumstellung, Typ “Pfosten im Schlamm”. Vorteil: Busse kommen (Stundentakt). Nachteil: Gefahr von Moorleichen.



1. FC: Vorstand auf der Flucht? Sieht fast so aus

rd | 06. März 2009, 01:13 | 7 Kommentare

Wer den Bericht von Peter Janssen in der aktuellen Ausgabe der Rheinischen Post liest (hier der Link dorthin), könnte fast den Eindruck gewinnen, beim 1. FC Kleve sei aus der Vorstandssklerose der vergangenen Monate (minus Dr. Christian Wolf, minus Fritz Kup; auch Eric Jansen hatte seinen Rückzug angekündigt) eine Art Fluchtbewegung geworden. Denn nun hat auch Oliver Luerweg (“Luerweg & Brinkmann”) mit sofortiger Wirkung seinen Vorstandsposten niedergelegt. Er hat einen Brief geschrieben, in dem so einiges kritisiert wird (Hervorhebung von mir):

  • Entscheidungen ohne Einbeziehung des gesamten Vorstands (Trainerentlassung in der 80. Minute?)
  • Satzungswidrige Vorstandsentscheidungen ohne erforderliche Mehrheiten
  • “Aus Luerwegs Sicht seien auch bei der Beauftragung Stadionneubau sowie bei den Verpflichtungen für den Kader der Saison 2008/09 nicht immer die richtigen Entscheidungsträger oder Gremien gefragt worden.” (RP)

Das “Beauftragung Stadionneubau” birgt natürlich erheblichen Sprengstoff, vor allem angesichts der laufenden und immer noch nicht geklärten Zuschussdebatte. Oliver Luerweg jedensfalls hat, trotz aller haftungsrechtlichen Unwägbarkeiten, einen dicken Schlussstrich gezogen: Er will, dass er ab sofort nicht mehr auf der Homepage des Vereins erscheint, er wünscht keine Kontovollmacht mehr und möchte, dass eine entsprechende Mitteilung an das Vereinsregister übermittelt wird. Drücken wir es mal vorsichtig aus: Ein geordneter Rückzug sieht anders aus.



48 Sekunden Ludger J.

rd | 05. März 2009, 21:30 | 17 Kommentare

Man kennt den Prototypen des Bauunternehmers, der hypererregt, herzinfarktgefährdet und mit hochrotem Kopf im Mercedes durch die Gegend fährt, um ab und an in eine Kommunikationsform zu verfallen, die vielleicht am besten mit Baustellenbellen beschrieben werden kann. So sind sie, die Männer vom Bau. Abends, beim Bier zum Beispiel im Le Journal, da können sie dann ganz umgänglich sein. Allerdings wollte ich die Ergebnisse meiner Klever Arbeitsplatzumfrage nicht in irgendeiner Kneipe einsammeln, sondern ganz seriös am Telefon – in diesem Fall offenbar ein schwerer Fehler. Immerhin, es kam zu einem 48-sekündigen Gespräch mit Ludger Janhsen, dem aus Kranenburg stammenden Geschäftsführer der Fa. Loock Erd- und Tiefbau GmbH (27 Millionen Euro Jahresumsatz, 70 Prozent öffentliche Auftraggeber).

– “Janhsen.”

– “Guten Tag, Herr Janhsen, schön, dass ich Sie erreiche, mein Name ist Ralf Daute, ich hatte Ihnen heute mittag eine Umfrage zugeschickt…”

– “Die habe ich direkt in den Papierkorb geworfen.”

– “Das ist aber nicht gut.”

– “Was meinen Sie, wie viele Anfragen ich jeden Tag bekomme, meinen Sie, ich habe die Zeit, die alle zu beantworten?”

– “Sie haben also keine Zeit, die Umfrage zu beantworten? Soll ich das so schreiben?”

– “Ja, das können Sie so schreiben.”

Es folgte eine kurze, durchaus frostige Verabschiedung.

Als erstes habe ich mir dann mal die Mitte vergangenen Jahres veröffentlichte Bilanz 2006 besorgt und staunend zur Kenntnis genommen, dass das Unternehmen sogar Baugrundstücke im malerischen Osten besitzt. Zitat: “Im Umlaufvermögen der Heinrich Loock Erd- und Tiefbau GmbH sind Baugrundstücke in Wendisch-Rietz mit T € 1.082 aufgeführt, die durch den Einsatz eines Maklers vor Ort veräußert werden sollen. Verkaufserlöse konnten im Jahr 2006 aufgrund der schwierigen Marktsituationen nicht erzielt werden. Die Grundstücke in 2006 als Gesamtfläche zu veräußern gelang nicht. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen sind nicht auszuschließen.” Wendisch-Rietz liegt am Scharmützelsee (“märkisches Meer”), südostlich von Berlin – was macht ein Klever Tiefbauunternehmen mit Bauland in tiefsten Brandenburg im Wert von einer mehr als einer Million Euro?

Lesen Sie in der nächsten Woche: Wie ich versuche, mit Ludger Janhsen ein sachliches Gespräch über den Ende Februar neu gegründeten Betriebsrat der Fa. Loock zu führen – den ersten in der 29-jährigen Geschichte des Unternehmens…


Reihenfolge der Kommentare geändert

rd | 05. März 2009, 18:53 | 16 Kommentare

In dem unendlichen Bestreben des Verlags, die Leserfreundlichkeit auf Weltniveau zu hieven, ist ein neuer Meilenstein erreicht worden. Mehrere hundert in ihrer Heimat arbeitslose ukrainische Grubenarbeiter haben in den Tiefen der indischen Datenbank für kleines Geld jeden einzelnen Kommentar umgeschichtet. Das eindrucksvolle Ergebnis: Jetzt werden die neuesten Kommentare zuoberst angezeigt. Weniger Scrollarthrosen und Mittelfingerrheuma garantiert! Ich glaube, so ist es angesichts der Massen von Kommentaren, die vor allem zu Themen aus Bedburg-Hau über diesen Blog hereinbrechen, besser – lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren…