Corona: Niederlande verbieten Silvester-Feuerwerk

rd | 13. November 2020, 18:31 | 16 Kommentare
Ist es vorstellbar, dass der Blick vom Aussichtsturm gen Niederlande am 1. Januar 2021 um kurz nach 0 Uhr so aussieht? Ja.

Das dürfte von allen Corona-Maßnahmen in den Niederlanden die grimmigste für das Gemüt unserer Nachbarn sein: Die Regierung verbietet das Silvesterfeuerwerk! Es war bisher ein in NL sehr geschätzter (und für die Händler in Deutschland kurz hinter der Grenze sehr lukrativer) Brauch, das neue Jahr mit Kilotonnen von Schwarzpulver zu begrüßen. Ich erinnere mich an ein Neujahresfest am Klever Aussichtsturm, dass den Grenzverlauf pyrotechnisch abzeichnete – und Deutschland flog hier und da eine Rakete in den Nachthimmel, in den Niederlanden war alles hell erleuchtet. Und die Knallerei hörte nicht auf. Die Discounter wie Aldi und Lidl hatten den Feuerwerksverkauf wegen der großen Mengen, die über die Theke gingen, in Container ausgelagert und für die Kunden Bestellformulare eingeführt, um der großen Nachfrage Herr zu werden. All das wird in diesem Jahr fehlen, wobei der notgedrungene Verzicht auf den Böllertourismus unter seuchenhygienischen Aspekten auch seine Vorteile hat, schließlich kamen die Kunden bis aus den Metropolen an den Niederrhein, um sich einzudecken. Als Begründung führt die Regierung aus, dass die Notaufnahmen von Sprengopfern freigehalten werden sollen. Und die Händler (in den Niederlanden) werden mit 40 Millionen Euro entschädigt (und dürfen ihre Böller im nächsten Jahr trotzdem verkaufen).



Corona konkret: Wie es ist, wenn das Virus in eine Familie kommt – ein Kollege hat’s, die ganze Familie steckt sich an, und dann stirbt der Schwiegervater

rd | 13. November 2020, 17:47 | 18 Kommentare
So kann eine Katastrophe anfangen

Heute meldete der Kreis Kleve, dass es 41 neue erkannte Infektionen mit dem Coronavirus gegeben hat (2606 insgesamt) und dass ein weiterer Mensch daran verstorben ist (65 insgesamt). Man vergisst leicht, dass hinter jeder dieser Zahlen ein Schicksal steht. Das ändert sich schnell, wenn man tatsächlich einen Menschen kennt, der „positiv“ ist – und der einen dann per Whatsapp darüber informiert, welche Verheerungen der Befund anrichten kann. Es begann ganz harmlos:

Samstag, 24. Oktober: „Ich glaube es jetzt nicht… Peters Chef hat sich gerade gemeldet, dass er positiv ist.“

Das geplante Treffen mit der Bekannten am Abend fällt aus. Sie, nennen wir sie Anna, ist berufstätig. Anna hat eine Tochter Sara, die in die Grundschule geht, die Familie lebt in Kleve, und bisher war Corona nur ein Problem, wenn die Mutter im Altersheim besucht werden sollte. Jetzt ist das Virus da – Peter arbeitet mit seinem Chef und einem weiteren Kollegen in einem Büro. Sie sitzen den ganzen Arbeitstag zusammen. Hat er sich angesteckt?

Montag, 26. Oktober: „Hast du eine Idee, wo man sich testen lassen kann? Unser Hausarzt testet nur mittwochs. Der Kollege ist mittlerweile auch positiv getestet…“

Das heißt, von den drei Leuten im Büro sind zwei positiv.

Dienstag, 27. Oktober: „Peter hat Fieber, liegt auf dem Sofa, fühlt sich schwach und sagt, dass ihm das Atmen schwerfällt.“

Mittwoch, 28. Oktober: „Jetzt hat Sara auch Fieber, 39,1°C. Peter wurde bei seinem Hausarzt getestet und dann wieder nach Hause geschickt. Ein paar Ratschläge wären schon ganz nett gewesen. Zum Glück haben wir eine Freundin, die im Krankenhaus arbeitet. Die hat uns Tipps gegeben.“

Die Praxis hatte zuvor bereits eine Woche geschlossen, weil der Arzt sich selber mit dem Coronavirus infiziert hatte. Sara wird auch am Mittwoch beim Kinderarzt getestet, zum Ende der Sprechstunde.

Freitag, 30. Oktober: „Sara ist fit, ich fühle mich nicht gut, aber auch nicht krank, Peter geht es echt bescheiden. Er liegt auf dem Sofa, hat Fieber, hustet und fühlt einen schweren Druck auf der Lunge. Es schlägt aufs Gemüt. Wäre schön, mal ein Ergebnis zu haben. Wir versuchen, das Testergebnis abzurufen, aber es ist noch nicht eingetragen.“

Samstag, 31. Oktober: „Peter: Temperatur 38,4°C, Puls 98, Sauerstoffsättigung 91% – ab unter 90 wird es bedenklich. Ein Ergebnis haben wir immer noch nicht. Erst wird nur mittwochs getestet, und dann auch noch vier oder fünf Tage warten. Ich bin heute die Treppe hochgelaufen und habe dann erst mal keine Luft mehr gekriegt.“

Peter nimmt Paracetamol, die Werte bessern sich etwas.

Sonntag, 1. November: „Jetzt haben wir das Ergebnis: Peter ist positiv, was sonst? Die Sauerstoffsättigung ist zum Glück etwas besser. Ich musste heute Mittag feststellen, dass der Kaffee keinen Geschmack mehr hat.“

Montag, 2. November: „Sara ist auch positiv! Aber sie hat keine Beschwerden und ist fit. Ich habe mich heute Morgen auch testen lassen, aber das Ergebnis dürfte ja klar sein. Meine App zeigt übrigens noch gar nichts an, da ist alles grün – obwohl wir Peters positives Ergebnis sofort eingetragen haben.“

Dienstag, 3. November: „Gerade hat sich das Gesundheitsamt gemeldet. Quarantäne bis zum 7. November für Sara und mich. Sara ist fit, bei mir 50/50, Peter nach wie vor schlecht, er bekommt gleich Medikamente gebracht.“

Mittwoch, 4. November: „Jetzt hat das Amt für Peter angerufen. Die kommen nicht mehr nach. Ihm geht es minimal besser.“

Mittwoch, 4. November, etwas später: „Peters Vater ist heute Morgen mit 39°C Fieber ins Krankenhaus gekommen, ein Krankenwagen hat ihn abgeholt. Er konnte sich kaum bewegen. Drückt bitte die Daumen!“

Mittwoch, 4. November, früher Abend: „Peters Vater ist positiv.“

Donnerstag, 5. November: „Wie zu erwarten, bin ich auch positiv. Sara darf am Montag zur Schule, ich theoretisch arbeiten, aber da bin ich noch weit von entfernt. Peter leider gleichbleibend, keine Besserung.“

Freitag, 6. November: „Peters Vater geht es sehr, sehr schlecht. Er bekommt Morphium.“

Morphium beruhigt die Atmung, lindert die Atemnot.

Sonntag, 8. November: „Peters Vater ist gestern Abend gestorben. Seine Mutter wartet noch auf ihr Testergebnis.“

Die Familie entscheidet, den Vater einäschern zu lassen, um die Beisetzung irgendwann nachholen zu können. Er wurde 80 Jahre alt.

Montag, 9. November: „Sara geht heute wieder zur Schule, endlich!“

Freunde müssen sie hinbringen und abholen, da die Eltern noch Quarantäne sind.

Montag, 9. November, am Abend: „Wir haben soeben die Mail von der Schule erhalten, dass morgen wegen eines Coronafalls im Schulteam die Schule ausfällt.“

Dienstag, 10. November: „Ein Betreuer aus dem Offenen Ganztag ist positiv, alle Kinder sollen 14 Tage in Quarantäne.“

Mittwoch, 11. November: „Viele Telefonate mit dem Gesundheitsamt. Ergebnis: Sara darf ab sofort wieder zur Schule. Peter hat sich noch mal testen lassen, es dauert allerdings ein paar Tage, bis das Ergebnis kommt. Er hofft Montag wieder arbeiten gehen zu können. Ich muss noch bis Montag zu Hause bleiben.“

Donnerstag, 12. November: „Jetzt hat meine Schwiegermutter ihr Testergebnis. Sie ist auch positiv.“

Wir desinfizieren uns die Hände (wenn möglich), wir tragen Schutzmasken – und trotzdem kann es passieren. Und dann ist mit einem Schlag alles anders


Millionen-Einbruch in Emmerich: Warum werden 6,5 Millionen Euro im Zollamt aufbewahrt – und fünf andere, wichtige Fragen

rd | 12. November 2020, 11:35 | 15 Kommentare
Ein Mann mit markanter Nase und einem längeren Spitzbart stand vor dem Hauptzollamt „Schmiere“ und wurde von einem Anwohner fotografiert. Zuvor hatten Nachbarn am Sonntag um 6 Uhr morgens Bohrgeräusche wahrgenommen

Noch immer verwundert der Einbruch in das Emmerich Hauptzollamt, bei dem 6,5 Millionen Euro Bargeld in die Hände der Täter fielen, die kriminalistisch interessierten Menschen am Niederrhein und darüber hinaus. Zahlreiche Hinweise sind bereits bei Polizei und Staatsanwaltschaft eingegangen, darunter nach Auskunft von Oberstaatsanwaltschaft Günter Neifer auch einige Ermittlungsansätze. kleveblog beantwortet hier die wichtigsten Fragen, um kompetent mitdiskutieren zu können:

Warum liegen überhaupt 6,5 Millionen Euro in bar im Tresorraum des Zollamtes?

Von diesen 6,5 Millionen Euro fallen 3,7 Millionen Euro in die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Kleve. Die restlichen 2,8 Millionen Euro wurden für andere Behörden in Emmerich aufbewahrt. Das Geld stammt also nicht aus einer großen Razzia (beispielsweise wurden Ende vergangenen Jahres bei einer Polizeiaktion gegen das Hawala-Banking 6,2 Millionen Euro beschlagnahmt), sondern aus verschiedenen Aufgriffen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Grenzübertritte an der Autobahn Arnheim-Oberhausen, bei denen die angehaltenen Personen zunächst verneint hatten, mehr als 10.000 Euro Bargeld mit sich zu führen, dann aber bei einer Durchsuchung des Autos oder der Person sehr wohl höhere oder sogar deutlich höhere Bargeldmengen aufgefunden wurden, deren Vorhandensein dann nicht erklärt werden konnte. Die Staatsanwaltschaft geht in solchen Fällen davon aus, dass das Geld aus einer Straftat stammt (zum Beispiel Drogenhandel) und leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

Warum wird das Geld nicht auf ein Bankkonto überwiesen?

Die Geldscheine gelten als Beweismittel. Beispielsweise können sich auf den Banknoten Fingerabdrücke finden, Drogenanhaftungen oder – man hat es ja nicht immer nur mit cleveren Ganoven zu tun – sogar Notizen: „Für Willi“. Gleichwohl geht die Staatsanwaltschaft Kleve davon aus, dass der Verlust des Geldes nicht dazu führen wird, dass die Verfahren nicht ordnungsgemäß zu Ende geführt werden können. Sämtliche Verfahren, die die Staatsanwaltschaft Kleve betreffen, waren bisher noch nicht abgeschlossen.

Wie sperrig sind 6,5 Millionen Euro?

Unterstellen wir mal, dass die ganz große Masse der Scheine 50-Euro-Banknoten waren (die Lieblingsbanknote der Unterwelt), so kommen wir auf 130.000 Scheine, die abtransportiert werden mussten. Jeder Schein wiegt 0,92 Gramm. Die Rechnung ergibt rund 120 Kilogramm Geld, das am Sonntag Morgen in den weißen Lieferwagen gepackt wurde.

Was war mit der Alarmanlage?

Die Angaben dazu sind widersprüchlich. Die Bild-Zeitung meldet, die Alarmanlage sei defekt gewesen. Die Rheinische Post hingegen schreibt, es habe überhaupt keine Alarmanlage gegeben. Man habe zwar Kostenvoranschläge für eine bessere Sicherung eingeholt, von der Verwirklichung jedoch aus Kostengründen bislang abgesehen. Der Tatort selbst ist derzeit noch beschlagnahmt und wird von Gutachtern des Landeskriminalamts untersucht. Von der Staatsanwaltschaft gibt es zur Frage der Sicherung des Tresorraums derzeit keinen Kommentar.

Hatten die Täter Insiderwissen?

Im Zollamt Emmerich, das als Nebenstelle des Hauptzollamts Duisburg geführt wird, arbeiten 230 Menschen, die meisten aber in einem Bürogebäude im Industriegebiet. In dem Gebäude am Parkring sind nach Medienberichten nur gut zehn Zollbeamte beschäftigt – und von diesen sollen angeblich nur wenige darüber informiert gewesen sein, dass im Keller des Gebäudes so viel Geld gelagert ist. Oberstaatsanwalt Neifer sagt, dass natürlich auch geprüft wird, ob es einen Maulwurf gegeben hat. Es sind aber auch viele andere undichte Stellen denkbar, beispielsweise Mitarbeiter von Handwerksbetrieben, die einmal vor Ort tätig waren, sonstige Dienstleister oder auch Mitarbeiter anderer Behörden, die an den Geldtransporten nach Emmerich mitgewirkt hatten. Fest steht: Es gibt noch viel Ermittlungsarbeit.

Zollamt Emmerich, war da nicht mal was?

Richtig, doch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall mit dem aktuellen Einbruch zu tun hat, dürfte gegen Null gehen. Vor zwei Jahren sind vor dem Landgericht Kleve zwei Mitarbeiter des Emmerich Hauptzollamts zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten daran mitgewirkt, dass Container falsch deklariert nach Deutschland importiert werden konnten und so einen Steuerschaden in Millionenhöhe verursacht. Beide Beamte sind seit der Aufdeckung der Vorfälle nicht mehr im Dienst.


Corona am Mittwoch: 2 weitere Tote, Fälle im KAG und am Berufskolleg Geldern

rd | 11. November 2020, 16:59 | 39 Kommentare
Lange nicht mehr gezeigt: Das Coronavirus

Ein Abflachen des Seuchengeschehens ist nicht in Sicht, nirgends. Heute meldet die Kreisverwaltung zwei weitere Todesfälle (zwei Personen aus Kalkar und Uedem, Mitte 80 und Mitte 70 Jahre alt, offenbar werden die genauen Altersangaben und das Geschlecht jetzt nicht mehr veröffentlicht), in Goch ist eine Kita betroffen (St. Maria Magdalena), dazu das Konrad-Adenauer-Gymnasium sowie das Berufskolleg in Geldern.

Dass die Schule irgendwann Fälle bekommen werden, ist bei der derzeitigen Ausbreitungsgeschwindigkeit einfach eine statistische Zwangsläufigkeit: Zurzeit infiziert sich rund einer von tausend Einwohnern pro Woche. Zwei Schulen à 500 Schüler haben also eine genügend große Grundmenge, um (rein rechnerisch) einen Fall abzubekommen.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve


Millionenraub in Emmerich, oder: Warum es keine gute Idee ist, Bargeld zu Hause aufzubewahren (und auch nicht im Zollamt)

rd | 11. November 2020, 14:32 | 59 Kommentare
Bart & große Nase: Nach diesem Tatverdächtigen wird gefahndet (Foto: Polizei)

(Korrigiert, jetzt mit dem richtigen Gebäude) In der vergangenen Woche gab es unter den Polizeimeldungen eine, die etwas Stirnrunzeln auslöste: „Einbruch beim Hauptzollamt“, so war die am 4. November versandte, gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Kleve überschrieben. Wer, bitteschön, bricht in eine Behörde ein? Locher und Computer, auf denen Windows NT läuft, mitnehmen?? Im Text hieß es dann, Bargeld sei entwendet worden. Klar, die Kaffeekasse oder Ähnliches.

Einen Tag später gab es erste Hinweise. Die Polizei meldete: „[Eine Person] hat drei dunkel gekleidete Personen beobachtet, die Gegenstände aus dem Gebäude des Hauptzollamtes in einen hellen bzw. weißen Transporter mit Klever Kennzeichen (KLE) gebracht haben. Bei dem Auto soll es sich um ein Modell mit Schiebetür gehandelt haben. Gegen 10 Uhr soll der Pkw vom Parkring in Richtung Industriestraße unauffällig weggefahren sein.“

Nun denn, aber was ist das geschehen? Es dauerte etwas, bis der Kern der ganzen Geschichte durchsickerte, heute aber meldete ihn die Bild-Zeitung auf (Web-)Seite 1:

EMMERICH (NRW): DIEBE BOHRTEN KELLER AUF Einbrecher klauen 6,5 Millionen Euro aus Zollamt

(Hier der Link zum Artikel: Einbrecher klauen 6,5 Millionen Euro aus Zollamt)

Superlative verbieten sich angesichts eines Verbrechens natürlich, aber man darf schon vom Einbruch des Jahres sprechen: In einer neuen Mitteilung der Fahnder heißt es: „Nach den bisherigen Erkenntnissen der beim Polizeipräsidium Krefeld geführten ,Ermittlungskommission Kern‘ wurde der Einbruch professionell geplant und durchgeführt: So sollen drei bislang unbekannte Täter einen Kernbohrer eingesetzt haben, um im Keller des Gebäudes von einem Nebenraum in den Tresorraum zu gelangen. Von dort entwendeten sie etwa 6,5 Millionen Euro Bargeld.“

Zeugen hatten demnach am Sonntag, 1. November, gegen 6 Uhr morgens Bohrgeräusche gehört. Das Hauptzollamt liegt in einer trostlosen Ecke im hinterletzten Winkel Emmerichs an der Albert-Einstein-Straße. Das Hauptzollamt liegt am Hafen, gegenüber befinden sich Wohnhäuser, von denen aus die Tat offenbar zu beobachten war. Weiter heißt es zum Tatablauf: „Gegen 10:45 Uhr [wurde] bemerkt, wie drei dunkel gekleidete Männer mit dunklen Strickmützen das Gebäude am Parkring 6 mehrfach verließen, um einen weißen Transporter mit Schiebetür, an der Beifahrerseite, zu beladen. Anschließend fuhren sie mit dem Fahrzeug mit Klever Kennzeichen (KLE) weg.“

Das Ladegut war offenbar kistenweise Geld!

Ein weiterer Zeuge wurde auf den nunmehr Tatverdächtigen aufmerksam, der zur Tatzeit in der Nähe des Hauptzollamtes auffällig auf- und ablief, weshalb der Zeuge ihn fotografierte. Er war später in ein Auto gestiegen und in die gleiche Richtung gefahren, wie zuvor der weiße Transporter (Parkring Richtung Industriestraße). Nach diesem Mann wird nunmehr öffentlich mit diesen Fotos gefahndet.

Abgründe tun sich auf: Wer wusste, dass in dem Amt so viel Bargeld aufbewahrt wurde. Es sah nicht danach aus (eigentlich die beste Tarnung). Und wer informierte die Täter darüber, welche Wand zu durchbohren ist, um zu den Geldvorräten vorzudringen? Für die Tat hatten die Einbrecher offenbar alle Zeit der Welt: Das Gebäude wurde offenbar am Freitag um 15:30 Uhr verlassen und dann bis Montagmorgen von niemandem mehr betreten – außer den Einbrechern. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll zudem die Alarmanlage des Tresorraums schon seit mehreren Jahren kaputt sein!

Die Zollverwaltung hat für Hinweise, die zur Feststellung, Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters oder der Täter und/oder zur Wiedererlangung der entwendeten Gelder führen, eine Belohnung von 100.000 Euro ausgelobt.