Krankenhaus: Zwei Ärzte kehren zurück!

rd | 09. August 2019, 11:22 | 9 Kommentare
Rückkehrer: Dr. Thomas Bertrams und Christian Philipps

Was eine Personalie so alles auslösen kann – Prof. Christof Braun verkündete es heute morgen der Belegschaft…

Zügig formiert sich die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums neu. Mit Dr. Thomas Bertrams und Christian Philipps verstärken zwei erfahrene Oberärzte das Team um den neuen Chefarzt Prof. Dr. Sebastian Gehrmann, der die Leitung der Klinik zum 1. Oktober 2019 übernimmt.

Dr. Thomas Bertrams, bereits lange Jahre für die Klinik tätig, kehrt zum 1. Oktober 2019 als leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin und leitender Arzt des Endoprothetikzentrums zurück. Der erfahrene Operateur ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Facharzt für Chirurgie mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie und der Zusatzbezeichnung Sportmedizin, zudem zertifizierter Schulter- und Ellbogengelenkchirurg. Bereits am 1. September 2019 kehrt Oberarzt Christian Philipps, Facharzt für Chirurgie mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie, ins Team zurück.

„Es ist uns gelungen, bewährte Oberärzte mit hervorragender klinischer Expertise von den Zukunftsperspektiven unseres Klinikums zu überzeugen“, so Harald Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. „Unser Ziel ist eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau. In den Bereichen Unfallchirurgie und Orthopädie sind wir auf einem sehr guten Weg: Mit der Erfahrung des neu formierten Teams decken wir ein großes Behandlungsspektrum ab und können eine hohe Versorgungsqualität garantieren.“



Kreisverwaltung: Stirnrunzeln über Stellenbesetzung

rd | 08. August 2019, 12:10 | 32 Kommentare
Bettina Keysers (M., bei der Schlüsselübergabe von Theo Brauer an Sonja Northing, Oktober 2015)

Als Vertreter von Grünen, SPD und FDP am Freitag vor zwei Wochen im Hotel Rilano den Bedburger-Hauer Bürgermeister Peter Driessen als möglichen – unabhängig antretenden – Landratskandidaten vorstellten, hatten die Äußerungen der Parteienvertreter einen Tenor: dass im Kreishaus selbstherrlich agiert werde, dass kein echter Austausch mehr stattfinde. „Da muss ein anderer Stil drauf“, sagte Driessen.

Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, hatte ihn das „Team Spreen“ (neben dem Landrat gehören noch Wilfried Suerick und Zandra Boxnick dazu) in den Wochen davor mit einer überraschenden, klandestinen Stellenbesetzung geliefert. Erst vor einigen Monaten war Bettina Keysers aus der Klever Stadtverwaltung ins Kreishaus gewechselt. Im Klever Rathaus war sie „die Hand“ von Theo Brauer, der als Bürgermeister so eine Art Volkstribun gab. Mit Brauers Nachfolgerin Sonja Northing lief es indes nicht so rund, mit der Folge, dass die Verwaltungsbeamtin sich schon frühzeitig nach einer neuen Aufgabe umschaute. Schließlich landete sie in der Kreisverwaltung an der Nassauer Allee.

Dort wurde sie vor kurzem neue Geschäftsführerin der Kreis Klever Bauverwaltung GmbH (KKB). Sie sitzt an der Seite des langjährigen Geschäftsführers Gerhard Koenen. Bei der KKB soll sich die 56-Jährige um den Wohnungsbau kümmern, also – auf Beschluss des Kreistags, der die kreiseigene Gesellschaft um diese Sparte erweiterte – für mehr bezahlbaren Wohnraum im Kreis Kleve sorgen. Allein: Was hatte Bettina Keysers bisher mit Wohnungsbau zu tun? In einer Veröffentlichung in der Rheinischen Post wird als Referenz angeführt, dass Bettina Keysers „nicht zuletzt in der Projektgruppe für den Rathausbau“ tätig war. 

Aus den Kreisen der Politik hört man, Bettina Keysers „sei plötzlich einfach da“ gewesen. Kein Bewerbungsverfahren, keine Stellenausschreibung? Man staunt, wieder einmal.

Die Nachfrage beim Kreis ergibt die Antwort, dass alles seine Richtigkeit habe, wen wundert’s? „Frau Keysers ist eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, die wir unserer Gesellschaft, der KKB GmbH, zugewiesen haben, sodass keine Ausschreibung erforderlich war“, so die Mitteilung aus dem Kreishaus.

Eine hochdotierte Führungsposition beim Kreis Kleve per „Zuweisung“ zu besetzen, so etwas soll möglich sein? Die Bezirksregierung in Düsseldorf benötigte einen Monat, um die Sache zu prüfen. Dann teilte eine Sprecherin mit: „Die Bezirksregierung Düsseldorf hat sich vom Kreis Kleve berichten lassen, auf welcher Rechtsgrundlage die Position besetzt wurde. Der Kreis hat dabei die rechtlichen Voraussetzungen für das Vorgehen nachvollziehbar dargelegt. Er hat sich im Rahmen seiner Personal- und Organisationshoheit bewegt. Eine zwingende rechtliche Verpflichtung zur Ausschreibung einer Führungsposition besteht insbesondere bei der Geschäftsführung privatrechtlich organisierter Gesellschaften nach herrschender Meinung nicht, auch wenn im Regelfall die Ausschreibung sicherlich sinnvoll ist.“

Wer öffentliche Stellungnahmen zu lesen imstande ist, weiß, dass die Ohrfeige im letzten Nebensatz verborgen ist. Was in der Kreisverwaltung geschehen ist, ist also nicht der Regelfall, der offenbar eine ordnungsgemäße Stellenausschreibung vorsieht. Ein solches Vorgehen ist nach Ansicht der Bezirksregierung „sicherlich sinnvoll“ – was wiederum die Frage aufwirft, wie ein Vorgehen bezeichnet werden muss, dass ein solches Verfahren umgeht.

Sicher aber dürfte sein, dass Vorgänge wie diese Munition für einen Wahlkämpfer liefern, den vor zwei Wochen noch niemand auf seinem Zettel hatte.





Prof. Gehrmann neuer Chef der Unfallchirurgie, Prof. Braun leitet kommissarisch

rd | 06. August 2019, 17:29 | 1 Kommentar
Prof. Gehrmann vor „Flur, unscharf, Logo blau“

Schnelle Nachfolgelösung für Prof. Dr. Lars Victor Baron von Engelhardt: Neuer Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums wird zum 1. Oktober 2019 Prof. Dr. Sebastian Gehrmann, sein Vorvorgänger Prof. Dr. Christof Braun leitet die Abteilung bis dahin kommissarisch.

Prof. Dr. Sebastian Gehrmann (41) ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Handchirurgie und war zuletzt leitender Oberarzt der Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Zu seinem operativen Spektrum gehören neben der Unfallchirurgie und Alterstraumatologie auch handchirurgische und arthroskopisch-orthopädische Eingriffe.

Einen besonderen Fokus legt Prof. Dr. Sebastian Gehrmann auf die Versorgung periprothetischer Frakturen. Dabei handelt es sich um Brüche von Knochen, in denen bereits Prothesen wie künstliche Hüft- und Kniegelenke verankert sind. Die Versorgung dieser Art von Frakturen gehört zu den anspruchsvollsten Operationen der Orthopädie und Traumatologie. Wegen der steigenden Lebenserwartung der Patienten gewinnt sie zunehmend an Bedeutung.

Versorgungsqualität und Perspektiven haben beeindruckt

„Die Versorgungsqualität und die Perspektiven des Klinikums haben mich beeindruckt“, sagt Prof. Dr. Sebastian Gehrmann, der den guten Draht von Düsseldorf in den Kreis Kleve betont: Als akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf engagieren sich die vier Krankenhäuser des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums seit 2016 in der praktisch-klinischen Ausbildung von Medizinstudenten.

Als Chefarzt folgt Prof. Dr. Sebastian Gehrmann auf Prof. Dr. Lars Victor Baron von Engelhardt, der das Katholische Karl-Leisner-Klinikum aus persönlichen Gründen verlässt.

„Unser Ziel ist eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau“, betont Harald Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. „Wir sind sicher, dass Prof. Dr. Gehrmann die Patienten fachlich und menschlich überzeugen wird.“ Die Mitglieder des Aufsichtsrates überzeugte der neue Chefarzt bereits in der vergangenen Woche: Sie votierten einstimmig für sein Engagement.

Prof. Dr. Christof Braun leitet kommissarisch

Bis zum 1. Oktober 2019 wird Prof. Dr. Christof Braun kommissarisch die Leitung der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin übernehmen. Er war von 1996 bis 2018 Chefarzt der Klinik. Seit 1.7.2018 betreibt er gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Untiedt in den Räumen des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch die Praxis für Chirurgie des MVZ Karl Leisner.

Niederrheinerin (07.08. 11:50): Eine gute Nachricht....

Hochschule ändert Studienziel: 8. Semester reicht (laut RP)

rd | 05. August 2019, 14:02 | 22 Kommentare
Diese Zahlen gibt es nicht, wenn man die Rheinische Post liest

Im Journalismus gibt es die Regel, dass nur getroffene Hunde bellen. So, wie die Hochschule Rhein-Waal seit etwa einer Woche aufjault, ist anzunehmen, dass der kleveblog-Bericht über die wahren Erfolgszahlen der Einrichtung („Bilanz des Scheiterns“), der in gekürzter Form auch in der NRZ erschienen ist, wohl da getroffen hat, wo es besonders weh tut – bei der Wahrheit.

Nun ist es aber nicht so, dass an der Hochschule nicht das Handwerk der Kommunikation beherrscht wird. Die goldene Regel lautet: Wenn etwas so richtig in die Grütze gegangen ist, gibt es nur noch einen Ausweg – einen Anruf bei Matthias Grass von der Rheinischen Post. Der eilt geflissentlich zur Hilfe. 

Der Redakteur der Rheinischen Post veröffentlichte heute einen Bericht unter der Überschrift: „Doppelt so viele Ingenieure im Ziel“. Man staunt. Wer bisher dachte, das Ziel eines Studiums sei der Abschluss, erfährt in dem Bericht, dass als neues Ziel nun das Erreichen des achten Semesters ausgegeben wird. Zitat: „Dabei gelang es der Fakultät Technologie und Bionik die Zahl der Studierenden zu verdoppeln, die das achte Fachsemester erreichen.“

Selten ist mehr Unsinn im einen Satz gepackt worden.

Es handelt sich um die Verdoppelung einer Prozentzahl, der Artikel vergleicht also Nicht-Vergleichbares. Im Text heißt es: „Vom Jahrgang 2011/2012 erreichten in der Fakultät Technologie und Bionik nur 26 Prozent das achte Semester.“ Nun, so Grass, seien es „57 Prozent“.

Das einzige, was man zu diesen Zahlen sagen kann, ist, dass der Prozentwert um 31 Prozentpunkte angestiegen ist. 

Ein Beispiel: Haben einmal von 1000 Studenten 400 das achte Semester erreicht und bei einem zweiten Vergleichszeitpunkt von zehn Studenten acht, ergibt einmal eine Quote von 40 Prozent und bei der zweiten Gruppe eine Quote von 80 Prozent. Das aber ist keine Verdoppelung, sondern einzig und allein eine Veränderung von 40 Prozentpunkten. Der Blick auf die absoluten Zahlen macht es deutlich: Die ist von 400 auf acht zurückgegangen. Das sollten zumindest die beiden auf dem Foto in der Rheinischen Post abgebildeten Maschinenbau-Professoren Kisters und Nissing wissen, die das Hohelied der Qualität an der HSRW nicht müde werden zu singen.

Noch problematischer ist allerdings die neue Vorgabe, das achte Semester als Referenzpunkt heranzuziehen. Dazu heißt es in dem Artikel: „Das achte Semester wird als Vergleichszahl genommen, weil das die Bindung an die Hochschule aufzeigt und diese Studenten der Regel in die Bachelorprüfung gehen.“

Doch die Hochschule wäre nicht die Hochschule, wenn sie dazu nicht eine Statistik hätte, die genau diese Aussage zumindest in Zweifel zu ziehen imstande ist. Zum 30.11.2018 waren 51 % der Studierenden im Fachbereich Technologie und Bionik im ersten bis einschließlich achten Semester. Weitere 29 % waren schon mindestens ein Jahr über die Zeit (neuntes und zehntes Semester), und 21 % studierten bereits elf Semester oder länger, wobei jeder Hochschulexperte weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, zu einem Abschluss zu gelangen, mit ausufernder Studiendauer deutlich abnimmt.

Weiter schreibt Grass, dass bundesweit mit einem Drittel Abbrechern gerechnet werde. „Darin reiht sich die HSRW ein.“ Dann zitiert er Oliver Locker-Grütjen, den neuen Präsidenten der Hochschule: „Studienwechsler laufen als Abbrecher ebenso, wie jene, die die Hochschule wechseln oder ins Ausland gehen. Deshalb müssen wir mit Erfolgsquoten rechnen.“

Warum zieht er dann nicht die eigene Statistik heran? In der hochschuleigenen Auswertung existiert eine eigene Tabelle, die mit dem Wort Abschlussquoten überschrieben ist (siehe Kopie oben). Demnach gab es zum 16.10.2018 in der Fakultät Technologie und Bionik 795 Exmatrikulation und 172 Bachelor-Abschlüsse. Die Quote, die die Hochschule selbst daraus errechnet, beträgt 22 %. Wohlgemerkt, die Erfolgsquote. Die Abbruchquote liegt also bei 78 %, was dann doch wohl signifikant mehr ist als das von Grass herangezogene Drittel. Wollen sie einen für dumm verkaufen?

Interessanterweise listen die beiden Professoren Kisters und Nissing sowie der Präsident, die den Redakteur wohl zum Gespräch eingeladen hatten, auch eine Fülle von Maßnahmen auf, mit denen, obwohl doch angeblich alles schon so toll ist, die Tollheit noch gesteigert werden soll. Unter anderem durch die Einführung eines „nullten“ Semesters sowie durch bessere Betreuung.

Und, nochmals Locker-Grütjen: „Wer als Studierender erkennt, dass er in der Praxis besser aufgehoben ist, dem müssen wir auch den Weg in die berufliche Ausbildung aufzeigen.“ Was, als Chinese oder Inder ohne Deutschkenntnisse, natürlich am Niederrhein ganz einfach ist.

Spezialist für schräge Töne und Zahlen? HSRW-Präsident Oliver Locker-Grütjen (l.) als Bassist der Band False Color Image (Foto: Arnulf Stoffel)