Herzlichen Glückwunsch! Georg Hoymann ist Kleves neuer Super-Hausmeister

rd | 02. April 2019, 16:10 | 1 Kommentar

(Aktualisiert, korrigiert) Das ging schnell: Schon gestern, am 1. April, saß Georg Hoymann an seinem neuen Arbeitsplatz – als Chef des Gebäudemanagements der Stadt Kleve (GSK). Hoymann, Jahrgang 1981, folgt auf Thomas Mutz, der den Posten geräumt hatte, weil er die Chance hatte, in seiner Heimatstadt Geldern den Geschäftsführerposten einer städtischen Immobiliengesellschaft einzunehmen.

Hoymann ist nun gewissermaßen der oberste Hausmeister der Stadt Kleve. Das Amt ist mit Sicherheit nicht ganz stressfrei, da zum Immobilienbestand auch die Schulen gehören – und da wird allerorten überplant, renoviert und neu gebaut (zum Beispiel die Gesamtschulen, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, das Konrad-Adenauer-Schulzentrum).

Doch es sind nicht nur die Schulgebäude, die ab sofort zu Hoymanns Zuständigkeit gehören. Die Liste der weiteren städtischen Immobilien ist lang: Stadtarchiv, Kindergärten, Stadtbücherei, Wohnhäuser, Stadthalle, Friedhofsgebäude, Begegnungsstätten und Turnhallen. Zum Aufgabenbereich gehören zudem die Vermietung und Verpachtung städtischer Objekte, die Akquise von Grundstücken sowie die Organisation von Hausmeister- und Reinigungsdiensten.

Georg Hoymann stammt aus Kleve. Nach seinem Abitur in Kleve absolvierte Ausbildung bei einer Steuerkanzlei und arbeitete zunächst bei den Kommunalbetrieben der Stadt Goch 2007 wechselte er zurück in seine Heimatstadt und arbeitete als Sachbearbeiter in der Kämmerei unter Willibrord Haas. Später wurde Hoymann Abteilungsleiter und stellvertretender Fachbereichsleiter im Fachbereich Finanzen und Liegenschaften der Stadt Kleve. In dieser Zeit war er verantwortlich für die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements, der Einführung der Software SAP sowie der Aufstellung der Haushaltspläne und Jahresabschlüsse der Stadt Kleve. Des Weiteren war er auch für die Aufstellung der Wirtschaftspläne und der Jahresabschlüsse für das Gebäudemanagement der Stadt Kleve mitverantwortlich.

Im Oktober wechselte er zum Kreisverband Kleve-Geldern des Deutschen Roten Kreuzes, wo er Vorstandsmitglied wurde. Jetzt ist er wieder dort, wo seine berufliche Laufbahn angefangen hatte.

In seiner Freizeit ist Georg Hoymann begeisterter Sportler. Er ist zweiter Geschäftsführer des LV Marathon Kleve und passabler Mittelstreckenläufer (5000 m in 18:44,5 Minuten). Zuvor war er auch für den VfL Merkur Kleve als physisch äußerst präsenter Basketballer aktiv, diesen Weg beendete er aber nach Meinung seiner Mitspieler zu früh.

Kai Fischer (02.04. 18:13): Guter Mann, viel Erfolg Georg....


Leichenschmaus abgesagt: „Echte-Körper“-Schau beim Griechen in Kellen findet nicht statt

rd | 01. April 2019, 14:57 | 4 Kommentare
Bis auf weiteres muss der Klever ins Mauritshuis nach Den Haag gehen, wenn er Muskeln und Sehnen sehen will (Rembrandt: Die Anatomie des Dr. Tulp)

Der Leichenschmaus fällt aus! Die großflächig im ganzen Stadtgebiet plakatierte Schau„Echte Körper“, die nach Art der bekannten Körperwelten-Ausstellung Präparate menschlicher Körper zu zeigen versprach („Von den Toten lernen“), wurde von der Stadt Kleve nicht genehmigt. „Die Ausstellung findet nicht statt“, so Daniel Hendricks, Sprecher der Stadt Kleve, zu kleveblog.

Ursprünglich sollten im „Restaurant Georgios“, wie es auf den Plakaten heißt, 200 Exponate konservierter Körper (oder zumindest von Teilen davon) gezeigt werden. Die Vorstellung, neben Moussaka auch Muskelpartien betrachten zu dürfen, ließ viele Menschen erschaudern, allerdings war mit der Ortsangabe „Restaurant“ wohl eher der Saal des Schützenhauses in Kellen gemeint.

Dass die Ausstellung, die vom 4. bis zum 7. April laufen sollte („nur wenige Tage“) nun trotz der unübersehbaren Plakatierung nicht stattfindet, liegt daran, dass behördliche Vorgaben offenbar überhaupt nicht eingehalten wurden. Als die Plakate bereits hingen, war bei der Stadt Kleve noch gar kein Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung eingegangen.

Denn für die Durchführung der Ausstellung ist nach § 11 Absatz 3 des Bestattungsgesetzes NRW eine Genehmigung durch die Ordnungsbehörde erforderlich. „Der Antrag wurde vom Veranstalter erst am 26.03.2019 hier eingereicht“, so Daniel Hendricks. Was immer dann an Schriftkram übermittelt wurde, wohl nicht so gut in Schuss wie die Leichen, die zur Schau werden sollten. Hendricks: „Die Erteilung der Genehmigung wurde mit Schreiben vom 29.03.2019 abgelehnt, da die eingereichten Unterlagen nicht aussagekräftig waren und somit die Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigung nicht vorlagen.“

Wie kleveblog bereits berichtet hatte, scheiden sich in den Behörden offenbar die Geister. Grundsätzlich muss nach dem Bestattungsgesetz NRW eine Erklärung der Personen vorliegen, dass sie damit einverstanden sind, dass ihr Körper oder Teile davon hübsch aufbereitet der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das ist mit viel Aufwand verbunden. Außerdem ist es untersagt, aus den Überresten verschiedener Menschen ein idealtypisches Exponat zu basteln. In manchen Städten – z. B. Bielefeld – gab sich die Verwaltung allerdings mit der Eidesstattlichen Versicherung eines Rechtsanwalts zufrieden, dass alles seine Ordnung habe. Kleve nimmt es da offenbar genauer.

Mal abgesehen davon, dass auch die Datumsangaben mit heißer Nadel gestrickt waren: Das menschliche Muskelfleisch wird in Kleve nicht gezeigt. 


Während die lieben Kleinen freitags demonstrieren…

rd | 01. April 2019, 14:29 | 12 Kommentare
X7-Basismodell: V6-Diesel mit 265 PS
Tipp der Redaktion: der Diesel mit 150 PS und Allradantrieb

… entführt die FAZ die Eltern dienstags im Teil „Technik & Motor“ in eine Welt, in der sie in Augenschein nehmen können, welches Fahrzeug am besten geeignet ist, um die Kinder von Klimaschutz-Kundgebung abzuholen. Zur Auswahl stehen BMW oder Audi, das Basismodell von BMW bringt es auf stolze 265 PS (zur Erinnerung: die Abkürzung steht für „Pferdestärken“, bildlich gesprochen, haben wir es also hier mit einer Kutsche zu tun, vor die 265 Pferde gespannt werden), bei den verschiedenen Varianten des Audi Q7 empfiehlt die Redaktion den Diesel mit 150 PS. Die Entscheidung fällt schwer. 


Trauer um einen großen Klever: Paul Dirmeier ist tot

rd | 29. März 2019, 01:59 | 1 Kommentar
Grandseigneur des Karnevals, Meister der Mundart: Paul Dirmeier  (Foto: privat)


Der langjährige Geschäftsleiter des Amtsgerichts, Schwanenfunker-Karnevalist, Heimatdichter und Mundartkenner ist im Alter von 89 Jahren friedlich entschlafen – ein Nachruf

Er war jemand“, sagt seine Tochter Claudia Kressin, „dessen Humor uns immer Leichtigkeit geschenkt hat.“ Als langjähriger Geschäftsleiter des Amtsgerichts Kleve, als umjubelter Karnevalist bei den Schwanenfunkern, als gefeierter Heimatsdichter und eben auch als fürsorglicher Familienvater war Paul Dirmeier ein Mensch, der stets zu vermitteln wusste, dass hinter allen Wolken die Sonne scheint.

Doch seine sonore Stimme ist jetzt verstummt. Paul Dirmeier verstarb Anfang der Woche im Alter von 89 Jahren, er ist nach einer schweren Krankheit, die die letzten zwei Jahre seines Lebens bestimmte, friedlich entschlafen. Die Bürger der Stadt trauern um einen großen Klever.

Bis auf die Jahre der Ausbildung verbrachte Dirmeier seine gesamte berufliche Laufbahn am Klever Amtsgericht. Nach dem Abitur am Freiherr-vom-Stein- Gymnasium absolvierte er in Köln eine Ausbildung zum Rechtspfleger. Zurück in Kleve, stieg er am Amtsgericht nach und nach zum Justizoberamtsrat auf, der schließlich viele Jahre die Verwaltungsgeschäfte des Amtsgerichts führte. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Ausbildung junger Menschen in der Justiz, die Dirmeier engagiert und leidenschaftlich (und manchmal mit väterlicher Strenge) durch die Lehrjahre führte.

In der Bütt der Beste: Dirmeier als wortgewaltiger Karnevalist (Foto: Hans Kersting/Archiv Klevischer Verein)

Eine Klever Ikone wurde Paul Dirmeier durch sein Engagement bei den Schwanenfunkern. Als er 1958 dem Verein beitrat, beherrschte er die Klever Mundart noch nicht. Denn, anders als man vermuten könnte, war ihm das Platt nicht in die Wiege gelegt worden. Seine Eltern stammten aus Bayern und waren Anfang der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts an den Niederrhein gezogen, als die neu errichtete Landesklinik in Bedburg-Hau Personal suchte.

Es war der Heimatdichter Karl Groenewald, der den Novizen den Gebrauch der Klever Mundart lehrte – und natürlich seine Frau Gerda. Dirmeier war ein ehrgeiziger Schüler, der die Mundart am Ende beherrschte, als wäre sie seine Muttersprache gewesen. In seinen späten Jahren galt er als eine, wenn nicht gar die Instanz in Sachen Platt.

Die geschliffenen Wortwechsel auf Platt waren das Markenzeichen des Duos „DiSchu“ – die gemeinsamen Auftritte von Paul Dirmeier und Helmut Schumacher galten über Jahre als der Höhepunkt einer jeden Schwanenfunker-Sitzung. „Paul Dirmeier war der beste Büttenredner am Niederrhein“, sagt Wilhelm Lievertz, der jahrzehntelang gemeinsam mit ihm bei den Schwanenfunkern aktiv war. „Er war in jeder Hinsicht ein Vorbild und immer hilfsbereit.“

Anders als die anderen Karnevalisten im Verein, die ihr Programm immer im Vorfeld vorstellen mussten, machte Dirmeier aus seinen Nummern allerdings ein Geheimnis. Er war selbstbewusst genug, um zu wissen, dass er mit seinen feinen Pointen zum Stadtgeschehen meistens goldrichtig lag.

Die Heimatverbundenheit war die eine Seite des Paul Dirmeier, doch sie ergänzte sich bei ihm um eine – nur einem engeren Kreise bekannte – Neugier auf die Welt, die keine Grenzen kannte. Schon mit seinem ersten VW Käfer fuhr Dirmeier mit seiner Frau, der er ein Leben lang innig verbunden blieb, an die italienische Riviera und bis nach Spanien. In späteren Jahren kamen Reisen auf fast alle Kontinente sowie Kreuzfahrten durch alle Weltmeere hinzu.

Zeit seines Lebens war Paul Dirmeier sportlich aktiv, spielte Handball und betrieb Leichtathletik. Bis vor wenigen Jahren war er auch regelmäßig an der Tischtennisplatte anzutreffen, und wenn immer er die Wahl zwischen Aufzug oder Treppe hatte, entschied er sich für die Variante, die ihn auf Trab hielt. Wohl auch deshalb war er fit genug, bis ins hohe Alter bei den Schwanenfunkern aufzutreten;  erst mit 80 Jahren trat er von der Bühne, die ihm so viel bedeutete, ab.

Erst in den letzten Jahren ließ die Gesundheit ihn im Stich, die schwere Krankheit raubte ihm nicht nur die körperliche Stärke, sondern sie ließ auch seinen Witz und seine Geistesgegenwart verstummen. Paul Dirmeier hinterlässt seine Frau Gerda, mit der er im September die Eiserne Hochzeit gefeiert hätte, sowie die Kinder Claudia und Klaus und drei Enkelkinder.

Der Gedenkgottesdienst findet statt in der Stiftskirche am Freitag, 5. April, um 10 Uhr. Anschließend ist um 11 Uhr die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof an der Merowingerstraße (Eingang Welbershöhe).