Robert Böving kandidiert für den Kreistag – in Palmens Wahlbezirk: „CDU jünger machen“

rd | 12. Februar 2020, 18:37 | 22 Kommentare
Ambitionen: Robert Böving

Es passiert so viel, man kommt gar nicht hinterher!

Eben noch hatte Manfred Palmen seinen Rückzug von der politischen Bühne angekündigt, sein Kreistagsmandat darin aber nicht inkludiert (soweit die Presseschau), da meldet sich der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Robert Böving zu Wort – und seine Kandidatur für den Kreistag an. Das Pikante: Er kandidiert im Wahlbezirk von Manfred Palmen!

Hier die Mitteilung des JU-Mannes im Wortlaut:

„Der Chef der Jungen Union im Kreis Kleve, Robert Böving, Mitglied des CDU-Stadtverbandes Kleve, wirft seinen Hut in den Ring für die Kandidatur um den bisherigen Wahlbezirk von Manfred Palmen für den Kreistag. ,Palmen hat viele Jahre Verantwortung in der CDU in verschiedenen Funktionen übernommen, nun ist es an der Zeit für einen Generationenwechsel. Die CDU muss jünger werden, Zukunftsthemen besetzen und einer Überalterung entgegenwirken. Als Kreisvorsitzender der Jungen Union im Kreisverband Kleve ist es mir ein persönliches Anliegen, meinen Beitrag hierzu zu leisten und den Wählerinnen und Wählern eine verlässliche Perspektive zu geben als Kandidat, der im Wort steht für eine moderne, junge Politik‘, so Böving.“



Flughafen auf der Suche nach neuen Kontrolleuren

rd | 12. Februar 2020, 18:18 | 2 Kommentare
Wenn pro Tag nur noch ein paar Maschinen starten und landen, ist nicht mehr viel zu kontrollieren. Die Firma Agello zog jetzt die Konsequenzen

(Aktualisiert, mit neuen Informationen am Ende des Textes)

Als der Kreistag kurz vor Weihnachten dem darbenden Flughafen Niederrhein das größte aller Geschenke machte und einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von rund zwei Millionen Euro durchwinkte, geschah dies wie immer in dem frommen Wunsch, wenigstens wieder eine Zeitlang Ruhe zu haben. Doch wie das bei Patienten auf der Intensivstation so ist, man guckt mal eben nicht hin, und schon tanzt irgend ein neuer Wert aus der Reihe.

Beim Flughafen Niederrhein nun, so vermeldete es Antenne Niederrhein, hat die für die Kontrollen von Personen und Gepäck zuständige Firma Agello den Vertrag vorzeitig – zum 31. Oktober – gekündigt. Das hängt damit zusammen, dass die Zahl der Flüge geschrumpft ist, damit wiederum die Zahl der Passagiere, und damit am Ende der Kette die Arbeitszeit der Kontrolleure. Es hat sich wohl nicht mehr gerechnet.

Der Flughafen erwartet, dass die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf schon für die notwendigen Personen- und Gepäckkontrollen sorgen wird. Wenn aber schon ein Unternehmen mangels wirtschaftlicher Perspektive die Brocken hinwirft, wie hoch wird die Wahrscheinlichkeit sein, dass sich ein zweites meldet?

Interessant ist die kleine Meldung auch vor dem Hintergrund, dass – die älteren kleveblog-Leser mögen sich erinnern – einer der Gesellschafter der Firma der Geschäftsführer des Flughafens selbst ist. Bei der Gründung des Unternehmens beteiligte er sich mit 40 Prozent in gleicher Höhe investierte eine Gesellschaft des Flughafen-Besitzers Herman Buurman, die restlichen 20 Prozent stammen vom Agello-Geschäftsführer Sebastian Gilleßen. Als Geschäftsführer also wird Ludger van Bebber nicht müde, die Erfolgsgeschichte des Flughafens Niederrhein zu erzählen. Als Geschäftsmann aber kehrt er seinem eigenen Laden den Rücken. Wie ist das zu werten?

Nach derzeitigem Stand kann also niemand sagen, ob am 1. November 2020 am Flughafen Weeze noch Personal vorhanden ist, um Koffer zu checken und die Identität der Passagiere zu kontrollieren. Der 1. November, oder, wie man im Kreishaus sagt – 48 Tage nach der Kommunalwahl.

Auf der Website airliners.de findet sich ein ausführlicher Artikel zu dem Thema (Agello steigt vorzeitig aus den Luftsicherheitskontrollen in Weeze aus). Die Bezirksregierung, für die Vergabe der Aufträge zuständig und auch mit der vorzeitigen Kündigung einverstanden, erläuterte dem Artikel zufolge in einer schriftlichen Stellungnahme die Hintergründe des Schrittes: „ Die Firma Agello Aviation Service GmbH hat deutlich gemacht, dass aufgrund rückläufiger Passagierzahlen und dem damit verbundenen geringeren Abruf von Kontrollstunden durch die Bezirksregierung als Auftraggeber eine wirtschaftliche Weiterführung des Vertrags nicht zumutbar sei.“ Der Geschäftsführer der Agello Aviation Services GmbH, Sebastian Gilleßen, sagte, dass bisher während der Winterflugplanperiode Mitarbeiter nachgeschult und weiterqualifiziert wurden. Da jedoch unklar sei, ob man die neue Ausschreibung gewinne, haben man darum gebeten, Vertragsende und Flugplanwechsel zusammenfallen zu lassen. An der neuen Ausschreibung für die Kontrollen wird sich das Unternehmen – Gilleßen zufolge – „höchstwahrscheinlich“ beteiligen.



Mühlhoff-Brand: Mitarbeiter (57) in Untersuchungshaft

rd | 10. Februar 2020, 13:42 | 10 Kommentare
War diese Mütze dem 57 Jahre alten Mitarbeiter des Unternehmens zuzuordnen

Da ist man mal sauer auf die eigene Firma – und richtet einen Schaden von 120 Millionen Euro an! So geht offenbar die Auflösung des Großbrandes beim Uedemer Autozulieferer Mühlhoff, bei dem über Weihnachten mehrere Produktionshallen niederbrannten. Die Werksgebäude waren an mehreren Stellen mit Benzin angezündet worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind sich nun sicher, dass der Brand von einem 57 Jahre alten Mitarbeiter des Unternehmens gelegt worden ist. Auslöser der Tat soll ein arbeitsrechtlicher Streit gewesen sein. Da der aus Uedem stammende Mitarbeiter sich nicht durchsetzen konnte, habe er aus Rache die Brandstiftung begangen. Nach kleveblog-Informationen soll sich um jemanden handeln, der erst entlassen wurde, sich dann wieder einklagen konnte, aber wohl nicht auf den gleichen Job und dem dann Aufgaben übertragen wurden, die ihn frustriert haben. Der Beschuldigte selbst schweigt zu den Vorwürfen. Aber es gibt neben der Motivlage noch belastende Indizien: An einem Rucksack, der am Tatort gefunden wurde, haben die Fahnder DNA-Spuren des Mannes entdeckt. Außerdem gibt es Zeugenaussagen, die ihn belasten. Der Verdächtige befindet sich seit Freitag in Untersuchungshaft, die vor dem Hintergrund der wegen des immensen Schadens bestehenden Fluchtgefahr vom Amtsgericht Kleve angeordnet wurde.


Der Morgen danach: Ein Schrecken, der kaum in Worte zu fassen ist (und was hat AKK damit zu tun?)

rd | 10. Februar 2020, 10:31 | 6 Kommentare
Grünanlagen, öffentliche wie private, präsentieren sich in einem Zustand der Verheerung: Abgerissene Sonnenschirme, vagabundierende Putzeimer, Leergut & Topfpflanzen machen selbst Amseln Angst. Vor dem Betreten wird gewarnt

Sturm Sabine, auf der Kyrill-Skala höchstens eine 3. Der Vollständigkeit halber hier noch die Zusammenfassung der Polizei:

„Das Sturmtief Sabine hat aus Sicht der Polizei im Kreis Kleve zwar zu einer Reihe witterungsgedingter Einsätze geführt, in der Bilanz ist die Region aber recht glimpflich davon gekommen. In der Zeit zwischen Sonntagvormittag und Montagmorgen (10. Februar 2020) wurde die Polizei 38 Mal zu durch den Sturm entstandenen Gefahrenstellen im gesamten Kreisgebiet gerufen. In der Mehrheit waren es auf Straßen umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste, vom Wind verwehte Baustellenmaterialen oder lose Dachziegeln, die die Anrufer gemeldet hatten. Die Gefahrenstellen wurden oftmals durch die hinzugerufene Feuerwehr oder mit eigenen Mitteln der Polizei beseitig. Am Sonntagabend gegen 18:15 Uhr war ein PKW-Fahrer auf der Holtheyder Straße gegen einen umgestürzten Baum gefahren, er blieb jedoch unverletzt. Anlassbezogen war die Polizei im Kreis Kleve personell verstärkt aufgestellt. Die beiden Rheinbrücken im Kreis wurden durch Kräfte des Verkehrsdienstes regelmäßig kontrolliert, mussten aber zu keinem Zeitpunkt gesperrt werden. Auch am heutigen Montag warnt der Deutsche Wetterdienst weiterhin vor Sturmböen. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die Geschwindigkeit der Witterung anzupassen. Nach wie vor kann es zu Gefahren durch herabfallende Äste und ähnlichem kommen.“

MS Cotrans 4 – wird sie heil am Zielhafen Zwijndrecht ankommen? Zweifel sind angebracht