Kleve wächst und wächst und wächst – jetzt schon 53.374 Einwohner!

rd | 15. Februar 2019, 19:24 | 11 Kommentare
Berlin ist noch weit weg, aber: Kleve wächst stürmisch

Werden Goch, Kranenburg und Uedem bald geschlossen? Tatsache ist: Die Einwohnerzahl Kleves geht durch die Decke – mit den bekannten Folgen unter anderem für den Wohnungsmarkt. Wie die Stadt Kleve jetzt mitteilte, leben zum Stichtag 31. Dezember 2018 exakt 53.374 Menschen in der Kreisstadt. Damit ist Kleve jetzt schon 1,4 % von Berlin, der Einwohnerzahl nach gerechnet. (Leider wächst Berlin noch etwas schneller, sodass die Chancen, die Hauptstadt einzuholen, denkbar gering sind.)

Laut letzter verfügbarer Zahl des Landesamtes für Statistik lebten vor zwei Jahren noch rund 3000 Menschen weniger in der Stadt. Der Behörde IT NRW zufolge hatte Kleve 2016 genau 50.301 Einwohner. Interessanterweise findet sich auf der Website der Stadt Kleve eine ganz andere Zahl. Dort wird für das Jahr 2015 eine Einwohnerzahl von 52.037 angegeben. Wikipedia wiederum führt eine Zahl aus dem Jahre 2010 an – demnach lebten vor knapp einem Jahrzehnt 49.477 Menschen in Kleve. Das Überspringen der 50.000-Marke hatte für die Stadt einige Bedeutung, beispielsweise durfte zuvor das gesamte Stadtgebiet zum Sperrgebiet für Prostitution erklärt werden. Dies ist hinfällig geworden, seit mehr als 50.000 Menschen in der Stadt leben (ohne dass allerdings bisher jemand in diesem Sinne unternehmerisch tätig geworden ist).

Für Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve, war unter anderem eine Änderung des Steuerrechts für den sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahl verantwortlich. Boltersdorf: „Mit Einführung der Nebenwohnsitzsteuer im Jahre 2016 ist die Zahl der Nebenwohnsitze deutlich geschrumpft und die Anzahl der Hauptwohnsitze stark gestiegen.“ Er betrachtet den Zuwachs der vergangenen Jahre als normal. Auch die Hochschule habe ihren Anteil an dem beachtlichen Wachstum: „Zuwächse durch Studenten sind aufgrund der gestiegenen Zahl der Studienplätze weiterhin vorhanden. Gespräche mit Studenten zeigen, dass ein Wohnsitz in nächster Umgebung zur Hochschule bevorzugt wird.“

Der Wohnungsmarkt in Kleve ist aufgrund des Zulaufs relativ angespannt. Zwar werden allerorten Gebäude aus dem Boden gestampft und nähern sich auch der Fertigstellung, allerdings bewirken insbesondere die neu entstehenden Mehrfamilienhäuser vor allem eine Wanderungsbewegung aus den Ortsteilen – ältere Menschen lassen ihre übergroßen Einfamilienhäuser mit verwaisten Kinderzimmern und nervigen Gärten in Donsbrüggen oder Materborn zurück und suchen barrierefreie, mit dem Aufzug zu erreichen Wohnungen mit Fußbodenheizung in Obergeschossen. Für andere wird es zunehmend schwieriger und teurer, ein Zuhause in der Stadt zu finden.



Bernd Zevens stößt seine Hotels ab

rd | 14. Februar 2019, 17:30 | 13 Kommentare
Immer für eine Überraschung gut: Bernd Zevens (r., bei einer Pressekonferenz mit dem PR-Berater Markus Bremers)

Das Leben ist nicht viel anders als ein Monopoly-Spiel – am besten steht man da, wenn man Hotels hat. Bernd Zevens, der vielfältig aktive Investor aus Kleve, in der Lokalpresse gerne als „Multi-Unternehmer“ bezeichnet, hatte diesen Grundsatz verinnerlicht. Als vor Jahren die ehemaligen Betreiber des „Hotels Cleve“, denen Zevens die Immobilie am Rande des Industriegebiets vermietet hatte, in die Insolvenz gingen, gründete der ebenso wortkarge wie zupackende Millionär 2011 seine eigene Hotelkette.

Die Unternehmung startete mit einem Haus in Kleve, es kamen Zukäufe in München und Kitzbühel hinzu, in seiner Heimatstadt baute er am Ufer des Spoykanals das Rilano-Hotel, und zuletzt sorgte ein großzügiger Hotelneubau in Kevelaer, der sich der Fertigstellung nähert, für Aufsehen.

Doch nun hat Bernd Zevens offenbar genug vom Betten-Business. Wie die Rilano-Gruppe vermeldet, übernimmt eine bislang nicht In Erscheinung getretene Firma das Hotelgeschäft der Klever. Die Immobilien selbst bleiben allerdings in der Hand von Zevens. Der Deal, der zum 1. März wirksam werden soll, steht zwar noch unter dem Vorbehalt eines laufenden Fusionskontrollverfahrens, doch die Zustimmung dürfte reine Formsache sein, da eine marktbeherrschende Stellung nicht auszumachen ist.

Neuer Eigner der Herbergen wird ein Unternehmen namens GS Star, das zur Gorgeous Smiling Hotels (GSH)-Gruppe gehört. Gründer und Geschäftsführer der GSH sind Heiko Grote und Andreas Erben. Holger Behrens, Mitgründer und Geschäftsführer der Rilano-Gruppe, übernimmt zunächst sämtliche Anteile von Zevens – und gibt dann seinerseits 60 % der Geschäftsanteile an die GSH-Gruppe ab. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt, Behrens soll Geschäftsführer der Rilano-Hotels bleiben, die auch weiterhin unter eigenem Namen firmieren werden. Für die Mitarbeiter des Unternehmens werde sich nichts ändern, betonte Behrens.

Aktuell unterhält die Rilano-Gruppe sieben Häuser in München, Hamburg, Kleve, Wolfenbüttel und Kitzbühel. Das achte Hotel in Kevelaer soll in diesem Jahr eröffnen. Die neuen Eigner planen eine weitere Expansion, im Gespräch sind neue Hotelstandorte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Großbritannien.

Zuletzt war Bernd Zevens als Immobilienaufkäufer kurz vor Weihnachten in Erscheinung getreten, als er die Übernahme des Deutsche-Bank-Gebäudes an der Herzogstraße bekannt gab. Das Bankhaus wollte sich von der Immobilie trennen, ein Großteil des Gebäudes wird langfristig von der Hochschule genutzt. Auch das benachbarte Gebäude, in dem der Modehändler Mensing ansässig ist, sowie die Filiale des Klever Kaufhofs gehören bereits zum Immobilienportfolio von Bernd Zevens.



Nicht vergessen!

rd | 14. Februar 2019, 09:56 | 13 Kommentare
Und mit einer Valentinsrose für 99 Cent von Aldi, soviel sei verraten, wird der Tag bestimmt unvergesslich

Hochschule wählt neuen Präsidenten – einen Rockmusiker aus Duisburg

rd | 13. Februar 2019, 17:25 | 5 Kommentare
Konzentriert vor dem Start: Dr. Oliver Locker-Grütjen mit Prof. Dr. Aloys Krieg (M.)

Zwei Männer mit Wurzeln an der Uni Duisburg-Essen führen künftig die Hochschule Rhein-Waal: Am Mittwoch wählte sich die Hochschulwahlversammlung Dr. Oliver Locker-Grütjen zum neuen Präsidenten der HSRW. Locker-Grütjen stammt aus Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen. Sowohl der zukünftige Präsident wie auch der derzeitige Verwaltungschef, Kanzler Michael Strotkemper, haben an der Universität Duisburg-Essen gearbeitet und dürften sich daher gut kennen. Locker-Grütjen, 47 Jahre alt, soll sein Amt am 1. Juni antreten.

Im vollbesetzten Hörsaal 3 stellte sich der neue Chef in freundlichen Worten als bodenständiger und kompetenter Wissenschaftsmanager vor, der ein weites Verständnis dafür mitbringe, „wie Hochschule funktioniert“. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern, kocht gerne, treibt Sport und musiziert. Er sagte in der Vorstellung tatsächlich „musizieren“, was ein bisschen mehr nach Querflöte und etwas weniger nach dem klingt, was ihn tatsächlich umtreibt: Dr. Locker-Grütjen spielt in der Band False Color Image Bass:

False Color Image: In here

Am 17. Mai spielt die Band in der Gaststätte R(h)einblick in Alt-Homberg. Das Konzert wird so angekündigt: „False Color Image (FCI) ist Zwei-Gitarren-Alternative Rock at its best, mit eigenen Songs. Liebe+Verlust, Freud + Leid, Macht + Ohnmacht: FCI meint es ernst, ihre Musik bewegt, ob man will oder nicht. FCI macht keinen Spaß, wo keiner ist. Ob die Zuhörer tanzen oder einfach nur zuhören wollen: FCI überzeugt, vor allem live. Mit wachsender Fangemeinde gelangt die Band auf den Schirm der Veranstalter.“

In den vergangenen zehn Jahren leitete Dr. Oliver Locker-Grütjen an der Universität Duisburg-Essen das Science Support Center, das für die Förderung der Forschung zuständig war. Seine Doktorarbeit schrieb er über „Rahmenbedingungen für Forschung an deutschen Universitäten – Wissenschaft in Ketten oder entfesselte Hochschulen“.

Programmatisch sagte er nichts, was nicht auch die Vorgängerin gesagt hätte/hatte oder jeder andere Nachfolger sagen würde, also irgendwas mit Internationalisierung, mit Vertrauen und natürlich auch mit Stärkung der Kontakte ins Nachbarland, Teamplay sei ihm wichtig, der Frauenanteil müsse erhöht werden, er bekannte sich zu den zwei Standorten der Hochschule und wurde sogar ein bisschen verwegen, als er der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass „man vielleicht auch irgendwann mit dem Zug nach Kamp-Lintfort kommt“. Der Umstand, dass Locker-Grütjen weder Professor ist noch über besondere Forschungserfahrung verfügt – beides Dinge, die bei der Vorgängerin zu heftigen Attacken geführt hatten –, spielte in den Beratungen über die Berufung des neuen Präsidenten keine Rolle mehr.

„Mit Dr. Locker-Grütjen haben wir einen kompetenten Präsidenten gefunden. Er bringt nicht nur wesentliche Erfahrungen aus dem Hochschulbereich mit, sondern auch die notwendigen Voraussetzungen für die anstehenden Aufgaben an der Hochschule Rhein-Waal“, zeigt sich Prof. Dr. Aloys Krieg, Vorsitzender des Hochschulrats und der Findungskommission, überzeugt.. „Ich freue mich sehr über die Wahl und auf die neuen Herausforderungen als Präsident der Hochschule Rhein-Waal. Hier sehe ich die strategische Koordinierung und Steuerung interner wie externer Prozesse unter Berücksichtigung der Diversität der Fächer, Kulturen und Mitglieder der Hochschule als vorrangige Aufgabe. Ein großes Anliegen ist es mir dabei, nach dem Prinzip Transparenz und Partizipation die Hochschule im Team und mit dem Wissen aller ihrer Mitglieder erfolgreich zu gestalten“, äußert sich Dr. Locker-Grütjen.

Die Vita des neuen Präsidenten (der Seite der Uni Duisburg-Essen entnommen):

1990:Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium Duisburg, Rumeln-Kaldenhausen
1990-1991: Ausbildung bei der Deutschen Bundesbank, Bundesbankinspektor
1991-1993:Zivildienst
1993-1995:Studium des Lehramtes der Sek. I in den Fächern Biologie und Geografie an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Gesamthochschule Essen
1995-1999:Studium der Ökologie an der Universität Essen 
Abschluss zum Diplom-Umweltwissenschaftler mit Auszeichnung
26.1.2012:Promotion zum Dr. phil. mit dem Thema: „Rahmenbedingungen für Forschung an deutschen Universitäten – Wissenschaft in Ketten oder entfesselte Hochschule?“

Berufserfahrung
 

1999-2000:Wiss. Mitarbeiter im Rektorat der Universität Essen – zuständig für die Bearbeitung der Gesamtevaluation der Hochschule
2000-2002:Persönlicher Referent der Rektorin der Universität Essen, 
Mitglied des Rektorates
2002-2003:Assistent des Dekans des Fachbereichs Biologie, Geografie und Landschaftsarchitektur der Universität Essen
2003 – August 2007:Geschäftsführer des Zentrums für Mikroskalige Umweltsysteme (ZMU)
September 2007 – Juni 2008:Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Universität Duisburg-Essen (FFT)
Seit  Juli 2008:Abteilungsleiter des Science Support Centres (SSC) der Universität Duisburg-Essen

Weitere Tätigkeiten
 

1991-1996:Freier Mitarbeiter des Ingenieurbüros Spiekermann GmbH & Co Beratende Ingenieure in Düsseldorf
1998-2001:Freier Mitarbeiter in der Arbeitsgemeinschaft Umweltbewertung und Umweltentwicklung (AUBE) Essen
2000-2002:Vertreter der Universität Essen im Rat der Lokalen Agenda 21
seit 2004:Ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der Umwelt- und Gesundheitswissenschaften (VUG)
seit 2007:Mitglied der Freiherr vom Stein Gesellschaft
seit 2007:Juror der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw)
seit 2009:Aktivist bei common purpose Deutschland

 
Tätigkeiten im Ausland
 

1996:Forschungsaufenthalt zur Erstellung der Diplomarbeit in Zambia, University of Zambia, Lusaka. Afrika.
2003-2007:Verschiedene Aufenthalte an den Partnerinstituten der Radboud Universiteit Nijmegen  im Rahmen der Kooperationsprojekte der Universität Duisburg-Essen
2007 und 2008:Gastaufenthalte am QUESTOR-Center der Queens University Belfast
Gut gefüllt: Hörsaal 3 der HSRW zum Auftakt der Hochschulwahlversammlung