Herrenloses Gepäckstück in Weeze: Hunderte Menschen stundenlang gestrandet

Sieht idyllisch aus, war aber stundenlanges Warten, das an den Nerven zerrte: Evakuierung in Weeze

Ein herrenloses Gepäckstück führte am Donnerstag zur Räumung des Terminals am Flughafen in Weeze – um 9.55 Uhr war das Objekt entdeckt worden, um 12:20 Uhr stand nach Auswertung von Videoaufzeichnungen fest, dass keine Gefahr von dem Gegenstand ausging, um nochmals 20 Minuten später hoben die Sicherheitsbehörden die Sperrung auf. Zwei Stunden und 45 Minuten ging also am Flughafen nichts mehr – was das allerdings konkret bedeutete, blieb offen. Der Flughafen selbst teilte mit, dass rund tausend Passagiere betroffen gewesen seien.

Für rund 300 Personen – Frauen, Männer, Kinder – waren diese Minuten ein einziger Alptraum. Offenbar war in dem ganzen Flughafen niemand auf einen solchen Fall, der eigentlich alltäglich ist, vorbereitet. Eine Kleverin, die am Donnerstag um 10:10 Uhr von Faro (Portugal) nach Weeze zurückgekehrt war, berichtet: „Wir waren gerade aus dem Flugzeug ausgestiegen, als es hieß, dass wir am Flugzeug stehen bleiben sollten. Es gab keine Informationen, warum.“ Rund eine Stunde musste die Frau mit den anderen Passagieren auf dem Vorfeld ausharren.

Dann hieß es: „Ihr müsst weiter weg vom Hauptgebäude!“ Die Gruppe wurde einige hundert Meter weiter bis zum einem Bunkerareal geführt. Dort war dann weiteres Warten unter freiem Himmel angesagt. Eine Erklärung gab es immer noch nicht. Rund dreihundert Personen, darunter auch Angestellte des Flughafens, Security-Mitarbeiter und weitere Passagiere, standen sich auf dem ungeschützten Gelände die Beine in den Bauch, manche hockten sich in Gras oder auf die Betonpiste. Für die Wartenden gab es keine Verpflegung, und auch sanitäre Möglichkeiten standen nicht zur Verfügung – wer nötig musste, war gezwungen, sich in die Büsche zu schlagen. „Wir standen stundenlang in der Sonne, ohne dass wir wussten, was los war“, so die Passagierin.

Wie gut ist der Flughafen auf solche Vorfälle vorbereitet? Dass der Schutz der Menschen Vorrang hat, dürfte außer Zweifel stehen. Aber die Erfahrungen vom Donnerstag zeigen, dass nach der Evakuierung offenbar alles andere egal war, insbesondere die Weitergabe von Informationen und die Versorgung der gestrandeten Menschen.

Um ca. 12:45 Uhr kam die Entwarnung, doch die Botschaft erreichte nicht sofort die wartenden Menschen am Bunker. Erst um 13:10 Uhr konnten die Betroffenen zurück zum Terminalgebäude laufen. Immerhin mussten die Abholer, die auch über Stunden nicht zu ihren Autos durften, keine Parkgebühren zahlen. Die wurden erlassen.

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14 Kommentare

  1. 14

    @ 13

    Manche haben offenbar Zeit genug, im Internet nach denen zu suchen, die Zeit genug für Banalitäten und Absonderlichkeiten haben. Wenn sie dann endlich ein Reizwort – „Glstng“: apage satanas! – gefunden haben, bricht sich eine maskuline Hyperallergie explosionsartig und ungebremst Bahn, die selbst die sehr ironische Sanftheit und verschwörungsferne und wortspielerische Kontextualisierung des Reizes zu bemerken nicht mehr in der Lage ist.

    Wenn diese emotionale Wucht tatsächlich auch „für andere Probleme auf dieser Welt“ eingesetzt würde (z.B. Fragen im Kontext des atomar geschützten Nato-Bunkers von Uedem), wäre die Welt bald eine bessere, würde ich diagnostizieren / prognostizieren!

  2. 13

    @9

    Was für ein FUC**** BULLSH**!!!
    Wer hat so viel Zeit, um sich über so einen SCH*** Gedanken zu machen? Einfach mal so lassen, wie es ist und gut!!! Es gibt andere Probleme auf dieser Welt als diesen Blödsinn der „Gleichstellung“!!! Ich kann nicht so viel essen, wie ich Kot*** möchte, wenn ich von solchen Gedankengängen lese…

  3. 12

    ..zu 11…..
    Der letzte Absatz ist absolut richtig. Wir leben auf einem „Pulverfass“….manches hat sich entschärft..(Schneller Brüter Kalkar…als Beispiel)…..manches verschärft jedoch den Niederrhein als potenzielles Ziel, auch hervorgerufen durch die militärischen Einrichtungen, (z.B. Kalkar, Uedem..) als auch industrielle Fertigungsstellen, für bestimmte militärisch relevanten Dinge…(z.B Rheinmetall Weeze)…Denkpause. Zurück zum Thema: Wenn es so einfach ist der Justiz zu entkommen…..dann ist es im Kontext zu anderen Gefahren, vielleicht übertragbar? Ich weiß es nicht, es ist lediglich ein Gedankenspiel, dabei kommentiere ich wahrscheinlich auch etwas am Thema vorbei 😉.

  4. 11

    Naja, das ist ja nun auch nicht neu. Zu meiner Zeit am Verkehrslandeplatz haben wir auch mal zu vorgerückter Stunde Passagiere mit dem Bus am Luftmopped eingesammelt und diese zur „Frachthalle“ gebracht. Total unspektakulär.

    Aber Ihr wisst schon alle, dass „bedrohte Luftverkehrsfahrzeuge“, also Maschinen die potentiell eine Bombe an Bord haben könnten nach NRN/EDLV umgeleitet werden, weil dort der Kollateralschaden im Ernstfall deutlich geringer wäre?

    Und weil ja Jede und Jeder hier so herrlich am Thema vorbei kommentiert … tu ich’s auch 🙂

    Für den Fall der Ernstfälle ist unser schöner Niederrhein eines der ersten potentiel interessanten Angriffsziele … immerhin haben wir die Nordatlantische Luftraumüberwachung im Keller und Volkel ist auch um’s Eck.

  5. 9

    Wieso heißt es „herrenlos“? Was ist wenn eine Frau ihren Koffer rumstehen lässt. Von einem Frauenlosen Koffer hab ich noch nie gehört. In Zeiten der Gleichstellung, sollte man Begriffe überdenken….

  6. 8

    @ 1

    Da ist seit 2015 – als Deutschland sich einmal um Menschlichkeit bemühte – ein Gepäckstück alleine unterwegs, und wird erst 2026 von einem „guten deutschen Bürger“ (ich erlaube mir die allzu bescheidene auf das partikuläre und provinzielle „Klever“ begrenzte Engagement auszuweiten) seiner tatsächlichen Herkunft und einem Gesamtzusammenhang zugeordnet!

    Was mich nur stört, das ist die Übergriffigkeit in der Rhetorik. Und da gleichen die rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Schreihälse einigen Politikern der von ihnen beschimpften „Altparteien“: Ohne den Anspruch, für „uns alle“ Gefahren zu benennen; Behauptungen, die „uns“ erzählt werden, aber von beunruhigender Verlogenheit sind, aufzudecken; und sich als einer von „wir Bürger“ aufzuspielen, geht es nicht ab.
    Könnte eine Netiquette nicht mal vorschreiben, dass ich(!!) erst gefragt werde, bevor ich einfach so gepackt werde, und in die von Hass und schrillen Ängsten schwitzende völkische Menge von „uns allen“ gestopft werde? – Das wäre es doch, was „uns“ gut täte!? 😉

  7. 7

    Das herrenlose Gepäckstück ist nur Alibi.

    Die Wahrheit: Man hat in Weeze kein Kerosin mehr….

    😀

  8. 6

    diese Fremdenfeindlichkeit ist echt widerlich. Das schlimme ist, da die AfD jünger ihre Lügen immer wieder wiederholen bleiben die halt irgendwann hängen..

  9. 5

    Wetten Dass mal wieder eine(r) das zweite Hangepäckstück nicht zahlen wollte. Urlaub also mal wieder auf Kante genäht, imma dat gleische, oder!?

  10. 4

    @1.
    Was hat denn ein menschenloses Gepackstück mit Ihrer Fremdenfeindlichkeit zu tun?

  11. 3

    Meine Fresse ! 🙄 „GERMAN ANGST“ 😱 😳…at it’s best ! 👍🏼 😇

  12. 2

    Wie kann das sein wo uns doch jeden Tag erklärt wird, das Deutschland sicher ist und auch nach 2015 es keine signifikanten Mehrgefahr besteht.

    Herrenlose Gepäckstücke haben schon lange vor 2015 eine Evakuierung zufolge. Zumal die wenigsten Geflüchteten damals mit dem Flugzeug gekommen sind.

    Hat also alles nix miteinander zu tun, aber Hauptsache sie konnten ihre Fremdenfeindlichkeit irgendwie kundtun.

  13. 1

    Sowas kommt von Sowas.
    Wenn heutzutage irgend ein Schussel was am falschen Ort vergisst, gibt es sofort Terroralarm. Wie kann das sein wo uns doch jeden Tag erklärt wird, das Deutschland sicher ist und auch nach 2015 es keine signifikanten Mehrgefahr besteht. Ich möchte sicher leben ohne die alltäglichen Gefahren die sowieso jeder Mensch ausgesetzt ist.Wenn nicht gegengesteuert wird, werden wir Bürger noch öfter auf der freien Wiese stehen und im schlimmsten Fall noch mehr Einzelfälle geben. Wer sich hier vernünftig benimmt und sich im Arbeitsmarkt einbringt, warum nicht, wer eine Gefahr für uns alle darstellt „auf Wiedersehen.“