Apo’s Welt: Österreich – Kroatien 0:1

rd | 08. Juni 2008, 23:04 | keine Kommentare

Apos Welt

Bei der WM vor zwei Jahren war Apo’s Welt (“Kiosk & more”) an der Römerstraße noch der Geheimtipp fürs Semipublic Viewing. In diesem Jahr ist alles anders – aber auch besser? Der Panasonic-72-Zoll-Bildschirmdiagonale-Fernseher im Gastrobereich ist verschwunden, statt dessen wurde im Nordflügel des Anwesens eine Garage ausgebaut (auch im Vorgriff auf das Nichtraucher-Gesetz, das gerade unter Apos Kundschaft für Verheerungen sorgt). Das neue Apo-Gefühl – hier der Überblick anhand des Spiels Österreich – Kroation (0:1)

Bild & Ton ++ Große weiße Wand, Bild ohne Diagonalausgleich, minimale Abstriche für zwei Lichtschalter im Bild, guter Sound (2 Boxen)
Bier ++ 1,30 Euro, 0,5-Liter-Flaschen, verschiedene Marken
Fans + 1 bis 3 Besucher, Sportdress schwer angesagt, am besten Deutschland-Trikot, sonst geht aber auch alles jenseits von Naturstoffen
Eintritt ++ immer frei, Apo hat ein großes Herz
Fachkenntnis im Publikum ++ “DDR hat heute spielfrei” bzw. “Manmanman, den musser machen!!” zeigen, das sowohl Sachverstand wie auch historische Fachkenntnisse vorliegen
Ambiente +- Nicht ganz die Atmo wie früher im Gastrobereich, aber die Deutschlandfahne an der linken Wand macht einiges wieder wett
Promis 0 Warum auch?
Gesamturteil + Wer Fußball gewissermaßen an der Basis erleben möchte und nicht auf Schickimickigedöns steht, sollte Apo’s Welt einen Besuch abstatten


Höhepunkte des Lokaljournalismus

rd | 08. Juni 2008, 15:02 | keine Kommentare

… und am Ende fliegen einem auch noch die gebratenen Tauben in den Mund. Doch lassen wir erst einmal den Kurier am Sonntag säuseln:

Ausriss

Zweifelsohne ein neuer Höhepunkt des Lokaljournalismus. Es ginge auch durch als “Zitat der Woche” von Andreas Janssen, beginnend mit “Unsere Kunden freuen sich über die Großzügigkeit…”, zwischendurch ein bisschen Gerassel mit “Ein- und Auszahlungen” sowie dem wunderhübsch geblähten Wortmonstrum “Beratungsräumlichkeiten”, um dann mit dem finalen Rettungsrumms “Und für diese Beratung haben wir jetzt noch mehr Platz und Zeit” nach tatsächlichen 87 Wörtern und gefühlten drei Stunden zum Abschuss zu kommen.

Mehr zum Thema:



Strandbar: Portugal-Türkei 2:0

rd | 08. Juni 2008, 13:28 | keine Kommentare

Strandbar

Die Strandbar unter Führung von Alex Polders drehte vor der EM das größte Rad, baute auf dem Sand am Spoykanal ein 1500 Besucher fassendes Beduinenzelt auf und schnatterte (in Gestalt von Ute Schulze-Heiming, Stadtmarketing): “Wir setzen nicht auf Masse, sondern auf Qualität. Es soll ein Public-Viewing der anderen Art sein.” So war es dann aber auch. Hier der Überblick anhand des Spiels Portugal-Türkei (2:0):

Bild & Ton ++ Große Leinwand, gute Qualität (im Zelt ist’s recht dunkel), satter Sound (obwohl einem nicht immer klar ist, ob man z. B. Kerner so gut verstehen möchte)
Bier + 2,50 Euro, 0,3 Liter, Plastikbecher (anderes ist nicht erlaubt), Verzehrmarken
Fans + Waren auch da: ca. 3 Besucher im Ronaldo-Trikot, 2 in türkischer Kluft. Ansonsten etwa 80 Gäste im neutralen Klever Freizeitchic (aktuell im Trend bei den Herrn Bermudas). Zum Jubeln und Getränkeabstellen viel Platz (wird bei Deutschland-Spielen vermutlich anders aussehen)
Eintritt ++ Wenn Deutschland spielt, zwei Euro, ansonsten frei
Fachkenntnis im Publikum “Die Nationalität, die einem sympathischer ist, für die hält man dann. Das ist dann ja logischerweise Portugal.”
Ambiente +- Mit 50 Tonnen Sand, Palmen, Fackeln, Strandkörben und -liegen, Strohsonnenschirmen, Buddhastatue, Strandbuden und einem Promotion-Mini irgendwo im skurrilen Nirwana zwischen Phuket, Malle und Teak24
Promis 1,5 Irgendjemand behauptet, Zahnarzt Dr. Theodor “Zahnwelten” Paessens gesehen zu haben. Und Michael Reintjes (Werbeagentur concept) ist da, aber der gehört mit zu den Veranstaltern und zählt deshalb nur halb
Gesamturteil + Wer Angst vor Massenandrängen hat und Spiele ohne deutsche Beteiligung nicht allein vorm Fernseher genießen möchte, ist in der Strandbar gut aufgehoben

Kleve, (sozialdemokratisches) Sommermärchen

rd | 07. Juni 2008, 13:25 | 3 Kommentare

Volksfest

Es war sicherlich das Top-Event in Kleve zum EM-Auftakt: Mit einem heiteren Volksfest feierte die SPD in der Schwanenstadt den Auftakt der Fußballeuropameisterschaft. Mit dabei: zwei echte Oldtimer! Roland Katzy, der Ferdinand Lasalle der lokalen Sozialdemokratie, war ebenso vor Ort wie ein historisches Automobil in der traditionellen Farbe der SPD (“bebelrot”). Groß war das allgemeine Schmunzeln, als sich später herausstellte, dass das Fahrzeug gar nicht zum Sommerfest gehörte, sondern lediglich etwas zu früh zu einem Oldtimer-Treffen erschienen war. Weiteres Highlight: ein echtes Fußballtor in den Original-EM-Maßen, das mit Hilfe einer grauen Kunststoffplane zu einer Torwand umfunktioniert worden war. Vor allem der Nachwuchs hatte seine helle Freude daran, die Lederkugel in die beiden kreisrunden Löcher zu bugsieren. Das war nicht ganz einfach, war doch die klassische Variante (“links oben”) diesmal gespiegelt worden (“links unten”). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Abgerundet wurde das Programm durch einen rollenden Erfrischungsgetränkestand, an dem verschiedene koffeinhaltige und -freie Erfrischungsgetränke erhältlich waren. Das zufriedene Resümee des Ortsvereinskommunikationsbeauftragten: “Wir sind eine, wenn nicht gar die Volkspartei, da wäre es doch gelacht, wenn wir keine Volksfeste organisieren könnten.”