Schwanenturm: Uhr zeigt wieder, was die Stunde schlägt

Goldene Zeiten
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Exakt 140 Tage mussten die Klever und die Besucher der Stadt auf eine verlässliche Marke der zeitlichen Orientierung verzichten, wenn sie die Stadt hinaufschlenderten. Ein Sturm am 27. Januar hatte – wieder einmal – die Zeiger von der Turmuhr der Schwanenburg abgerissen. Seitdem fühlten sich Menschen, die zu der Uhr an der Nordseite des Turms hinaufblickten, wie in einem Roman von Proust – auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Chronodystopie an der Nordseite des Schwanenturms (Foto: Andreas Schmitz)

Doch dieser chronodystopische Zustand hat seit heute Morgen ein Ende. Eine Spezialfirma befestigte zwei neue goldene Uhrzeiger, die nun in bewährter Manier wie an den anderen drei Seiten des Turmes wieder die relativ genaue Zeit verkünden.

Die ursprünglichen Zeiger wurden verschrottet, es handelte sich um eine relativ anfällige Konstruktion, deren Fragilität bei näherer Betrachtung erstaunte. Die neuen Zeiger sollen erheblich widerstandsfähiger sein und anders als die vorigen Zeiger dann, wenn der Sturm um den Turm streicht, nicht in die gefährlichen Schwingungen verfallen, die zu einer Materialermüdung und schließlich zum Abriss führen.

Hier der Bericht zum Unglück im Januar: Schwanenburg: Zeiger weg (mal wieder)

Wie das Unglück entstand:

Der Wind blies aus Westen, das Material geriet in nicht mehr zu beherrschende Schwingungen (Grafik vom Sturm Friederike, 2018)

Deine Meinung zählt:

9 Kommentare

  1. 9

    Mmuuuh, wer hat an der Schwanenturm an der Nordseite gedreht, mmuuuh, ist es wirklich schon so spät? Mmuuuh, war der rosarote Panther heute in Kleve, mmuuuh oder war es doch Schwarzer Kater? Auf jeden Fall zeigt die doch erst vor kurzem reparierte Uhr an der Nordseite (seit dem gestrigen Gewitter?) fünfzehn Minuten später an als die übrigen drei Uhren, mmuuuh nix synchron, 12 Uhr statt dreiviertel 12. Zu dumm, da werden die ersten Problemkühe schon wieder unruhig ob ihres Melkrhythmus, mmuuuh Sauermilch. Mmuuuh, brandeilig, könnte bitte jemand die Uhr schnell wieder richtig stellen, mmuuuh trotz Schwanenturmschließung wegen Brandschutz?

     
  2. 7

    @1 ! Da ein jeder zumindest (wissen müßte), dass die Totenglocke irgendwann (für einen/uns allen) läutet, wäre ein kleiner Windstoß (kleinen Zeiger -Stundenzeiger) vielleicht „doch“ beruhigend-Spaß:-)))))

     
  3. 6

    Eine Welt, in der eine Turmuhr ausreicht die Uhrzeit anzuzeigen, wäre schön. Die enge zeitliche Taktung, der sich die meisten Menschen unterwerfen müssen, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Tag nach wie vor nur 24h hat. Vermutlich würden auch 30h nicht reichen, um alles zu erledigen.

     
  4. 5

    Rainer) ☝🏽 Dr Brown Hill Valley Cal. 🤔🙄 Delorean DMC -12 1980-81 2.8 / 97 kW 😎 Dem hatte ganz schnell die Stunde geschlagen 😢 Edelschrott aber Kult. 👍🏽

     
  5. 3

    Mmuuuhjjuuuh, na endlich, mmuuuh da hatte ich schon gar nicht mehr mit gerechnet! Hoffentlich pendelt sich nun auch wieder der unrhythmische Melkrhythmus bei den Problemkühen ein, die immer sehr auf die Uhrzeit laut Schwanenturm geschaut haben, mmuuuh Erholung und Entspannung sind nahe!

     
  6. 2

    Wieviel “Schrottwert” konnte man für die ursprünglichen Schwanenturmuhrzeiger erzielen?

     
  7. 1

    Laut Hemingway, der seinen berühmten Roman “For whom the bell tolls”, schreib, schlägt die STunde für jeden von uns. Alles was, geschieht, geht uns etwas an “No Man is an Island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main; […] and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee.” (deutsch: „Kein Mensch ist eine Insel, in sich selbst vollständig; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinentes, ein Teil des Festlands; […] und darum verlange nie zu wissen, wem die [Toten-]Glocke schlägt; sie schlägt dir.“)