Hundesteuerkontrollandrohung: Das Geld sprudelt nur so!

Vorbildlicher Staatsbürger

Wuff, wuff? Klimper, klimper!

Vor drei Wochen kündigte die Stadt Kontrollen bei Hundehaltern an – und seitdem sprudelt das Geld nur so in die Stadtkasse. Mittlerweile kann sich Kämmerer Klaus Keysers bereits über einen sechsstelligen Betrag freuen, der von Hundehaltern, die bisher ihre Lieblinge nicht angemeldet hatten, an die Stadt Kleve überwiesen werden muss. Damit hat sich die Maßnahme schon gerechnet, bevor die Mitarbeiter des kontrollierenden Unternehmens überhaupt ein einziges Mal an irgendeiner Haustür geklingelt haben.

Die Kosten für den Einsatz der Firma werden mit 25.000 bis 30.000 Euro veranschlagt, und ursprünglich waren Zweifel laut geworden, ob sich dieser Aufwand überhaupt lohnt. Die Bedenken waren schnell entkräftet: Unmittelbar nach der Ankündigung hatten sich schon 75 Hundehalter gemeldet. Diese Meldungen sorgen für Einnahmen in Höhe von 50.000 Euro.

Doch dabei blieb es nicht. Ein steter Strom von neuen Anmeldungen – der Vorgang kann bequem online erledigt werden – lässt die Zahl der steuerpflichtigen Hunde unablässig weiter ansteigen. Wie aus der Verwaltung zu hören war, liegt die Gesamtsumme der Meldungen mittlerweile bei 229! Rechnerisch ergeben sich daraus Einnahmen in Höhe von 130.000 Euro. Doch das ist noch längst nicht alles: Erstens melden sich immer noch weitere Hundehalter, zweitens werden außerdem noch Bußgelder fällig, wenn die Haltungsdauer ein Jahr überschreitet, ohne dass der Hund angemeldet wurde.

Die An- und Abmeldung eines Hundes kann ganz einfach online unter www.kleve.de/hundesteuer erledigt werden. Die Übersendung der Hundemarke erfolgt dann in der Regel innerhalb weniger Wochen. Grundsätzlich gilt, dass Klever Bürgerinnen und Bürger einen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme in den Haushalt bei der Stadt Kleve anmelden müssen.

Die Hundesteuer nach der Hundesteuersatzung der Stadt Kleve beträgt zur Zeit jährlich, wenn von einer oder mehreren Personen gemeinsam in einem Haushalt

  • ein Hund gehalten wird 60 Euro,
  • zwei Hunde gehalten werden 90 Euro je Hund,
  • drei oder mehr Hunde gehalten werden 108 Euro je Hund,
  • ein oder mehrere Hunde gemäß Anlage 1 der Landeshundeverordnung sowie § 10 LHundG NRW gehalten werden 480 Euro je Hund.

Gefährliche Hunde im Sinne dieses Gesetzes sind Hunde, deren Gefährlichkeit nach Absatz 2 vermutet wird oder nach Absatz 3 im Einzelfall festgestellt worden ist.

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Politik

Deine Meinung zählt:

25 Kommentare

  1. 24

    Stadt Kleve : Die Kosten für den Einsatz der Firma werden mit 25.000 bis 30.000 Euro veranschlagt, und ursprünglich waren Zweifel laut geworden, ob sich dieser Aufwand überhaupt lohnt.

    Die Kosten pro Haushalt betragen demnach 1,50 € ? Oder kostet eine Kontrolle 250.000-300.000 €, also 15 € inklusiv Mehrfachbesuchen bei Abwesenheit der Bewohner ? Sind nur Stichprobenhafte Kontrollen vorgesehen oder werden nur bestimmte Kieze der Stadt aufgesucht, um das Budget 30.000 € einzuhalten ? Wurde eine Firma bereits zur Kontrolle beauftragt oder sind die 25.000-30.000 € nur die Planungskosten für die Hundezählung gewesen ?

  2. 23

    „Bei manchen „Tierliebhabern‘ kann man die berechtigte Frage stellen, warum sie einen Hund haben?“

    Das gilt ganz unabhängig vom Alter des Hundehalters.

  3. 22

    Man kann auch ohne Hund spazieren gehen …. es bieten sich viele Möglichkeiten.

  4. 21

    @19 Es wäre per Definition keine Diskriminierung, aber ggf. könnte es als Benachteiligung gesehen werden.

    Gegen Einsamkeit helfen natürlich Menschen… wenn Kontakte vorhanden sind.

  5. 20

    @ 12

    „Schminke und Friseure!“ – Nein, doch, oh! Wo denn? – „In den hohen Etagen!“ – Gut, dass das mal endlich einer sagt!

    Viel zu selten gelingt der Beweis, dass man auch ohne Logik „ein Großer“: für misogyne Claqueure werden kann.

    „Wie kommen Sie darauf, dass dahinter Frauen stecken!“ – „Na: Sie! Sie waren es doch! Sie haben doch >Hundesteuerkontrolle< gesagt!“

  6. 19

    @18.
    Ein „Hundesteuererlass“ für eine bestimmte Altersgruppe könnte man auch anderen Altersgruppen gegenüber, diskriminierend verstehen……..
    Da ich im realen Leben stehe, bin ich bestens informiert und habe schon in 17. verstanden, worum es bei Ihnen gedanklich gehen sollte!
    Darf ich Sie beruhigen, ich weiß, dass das Alter auch vor mir keinen Halt macht, und ich absolut keine Angst davor habe.
    Da ich schon früher sehr viele Jahre einen sehr lieben Hund hatte, den ich auch selber gut versorgen konnte, weiß ich, dass eben ein Tier nicht nur als „Mittel zum Zweck“, sein sollte.
    Bei manchen „Tierliebhabern‘ kann man die berechtigte Frage stellen, warum sie einen Hund haben?
    Gegen Einsamkeit können auch Menschen helfen….

  7. 18

    @17 Mit den Gesundheitskosten sind die für die Hundehalter gemeint. Soziale Isolation kommt häufiger bei Menschen vor, die aus dem Berufsleben raus sind und dadurch ggf. weniger Gelegenheiten für soziale Kontakte haben, vor allem, wenn sie alleine leben. Einsamkeit und soziale Isolation sind nachweislich ein Risikofaktor für gesundheitlichen Belastungen.

    Die Realität ist, dass auch ältere Menschen Haustiere haben. Manche haben auch erst einen Hund, wenn sie in Rente sind, weil sie dann mehr Zeit haben, sich um sie zu kümmern.

    Ob jemand einen Hund hat oder nicht (so lange gesetzliche Vorgaben eingehalten werden), fällt unter die Freiheiten, die man in diesem Land hat, und hängt nicht davon ab, ob Sie es für richtig halten.

    Btw: Auch Sie werden älter, unaufhaltsam.

  8. 17

    @15.
    Dann gäbe es mehr Zeit und Geld für Tierarztbesuche?
    Hätten dann Tierarztpraxen Aufnahmestopp?
    ..,.. und wo „landet“ dann das arme Tier, wenn „Frauchen oder Herrchen“ nicht mehr mobil oder Willens sind, es gut zu versorgen?

  9. 16

    Bald kommt noch jemand und fordert die Höhe der Hundesteuer an den BMI des Hundehalters oder das Gewicht und Alter des Hundes zu koppeln.

    Aber mal im Ernst. Ich habe den Eindruck, dass die Verwaltung es jahrelang fahrlässig unterlassen hat die Hundesteuer korrekt zu erheben. In der Gemeinde Uedem wurde die Kontrolle schon 2023 mit Erfolg durchgeführt.

  10. 15

    Ich wäre dafür, Menschen ab 65 die Hundesteuer zu erlassen. Ihre Hunde sparen Gesundheitskosten.

  11. 14

    Interessantes zum Thema Steuer:

    Zurzeit finanziert der deutsche -auch insbesondere autolose!- Steuerzahler die niederländischen Bürger über deren Tanktourismus massiv!

    Merkt irgendwie keiner. Angesichts der Länge der Grenze D-NL nimmt das durchaus signifikante Grössenordnungen an.

  12. 13

    Und ich hatte mich schon so auf die nächste „Achtung Kontrolle!“ Sendung gefreut, wo, mit Profikameras aufgenommen, dann die „Hunde [Stasi]-Spitzel“ im Auftrag der Stadt Kleve da durch die Straßen schleichen und neues Meme Material im Stile von „Da! Der da vorne ist ohne Marke! [Maske]“ produziert wird durch deren Äußerungen!
    Jetzt liefern sich die Menschen alle schon selber freiwillig „ans Messer“ 🙁 (Und das mutmaßlich ganz ohne ggf. von einer Amnestie zu profitieren eben dann keine fette Nachzahlung oder „Strafe“ leisten zu müssen.)

  13. 12

    Widerliche Abzocke!

    Die kleinen Leute werden willkürlich abgezockt und in den hohen Etagen wird das Geld für Schminke und Friseure heraus gehauen.

  14. 10

    Da kann dem Landwirt jetzt ja endlich die Entschädigung gezahlt werden.

  15. 9

    @6

    Der Druck war offenbar groß genug. Es könnten ja auch Nachweise zur Herkunft des Hundes verlangt werden, aus denen hervorgeht, seit wann der Hund im Haushalt ist.

  16. 8

    Einen Hund abmelden geht einfach per Mail?

    Nachdem mein Hund nicht mehr lebte haben wir Versucht diesen abzumelden. Mail kam angeblich nie an, per Post angeblich auch nicht. Erst als man mit Termin hindackelte ging das dann, und die 3 Monate wollte die Stadt Kleve auch erst nicht erstatten, man hätte sich ja früher melden können.

    Ist das überhaupt zulässig das die Stadt irgendeine Firma beauftragt die dann überall klingelt? Ich würd die vom Grundstück jagen…

  17. 7

    @4: wo bleibt eigentlich der Aufschrei wegens de Steuerhinterziehung?

    Wo bleibt eigentlich der Aufschreie gegen die Hunde“steuer“?

    Keiner konnte mir jemals plausibel erklären, was diese Steuer für welche Aufwände beinhalten soll.

    Wer an der Leine läuft, ist der „normale“ Bürger, der zahlt und zahlt und zahlt – sei es noch so absurd.

  18. 6

    @3

    Mehrere Jahre rückwirkend angemeldet? Wie ehrlich sind denn die bisher Unehrlichen geworden. Respekt!

  19. 5

    Wir sollten es so halten wie beim Fernsehen, ob du gust oder nicht, die Kohle ist weg. Dann kann man doch auch 1,5 Hund pro Wohnung rechnen, ob du Ihn hast oder nicht. Ob es da Bellt oder Miaut. Dann kommt noch die Zuckersteuer. Die wird pro Kg an der Supermarktkasse beglichen. Und noch die Vergnügungsteuer. Wenn du des Nachts mit deinem Partner………..! Die Steuer hierfür muss noch per Knobeln von der Administration festgelegt werden. Es ist unbeschreiblich ein voller Erfolg. Frage mich soeben: Wer hat den da vorher gepennt?

  20. 4

    @Wauwau

    die Zahlen passen schon so.

    1 Hund 60 Euro, 2. Hund 90 Euro. sagen wir mal jeder 3. hat einen zweiten Hund, dann wäre es 60+(1/390) = 90 Euro. Sagen wir mal 5 Jahre „vergessen“ den Hund anzumelden = 22990Euro*5Jahre = 103tsd Euro. Geldbußen nicht zu vergessen, und vielleicht der ein oder andere Zweithund mehr….

    Wo bleibt eigentlich der Aufschrei wegens de Steuerhinterziehung? Aber Aufregen, wenn jemand das Grundstück betreten soll, um an der Türe zu klingeln um nach den Hunden zu fragen.

    Aus Gründen der Steuergerechtigkeit wäre ich aber auch für eine Steuer auf Katzen und Pferde. Wo bleibt eigentlich der Protest der Hundebesitzer?

  21. 2

    wenn 229 Meldungen 130.000 € bedeuten, dann hat rechnerisch jeder dieser Hundehalter 5,68 Hunde (vereinfacht 100 € je Hund) neu angemeldet oder wir haben eine sehr hohe Kampfhunddichte mit bisher nicht registrierten 271 Kampfhunden, oder Ralf hat 229* 60 € gerechnet und von 13.740 € auf 130.000 € aufgerundet??? Bei den ersten 75 Meldungen waren es sogar 6,66 Hunde je Hundehalter…

    Ralf, leidest du an Mathematiklegasthenie oder bist du das ungefilterte Sprachrohr der Stadt und verbreitest hier Propaganda?

    Ich würde maximal realistisch 1,5 Hunde/Halter annehmen und das wären dann ca. 10.000 bzw. 30.000 €!

    bitteschön

  22. 1

    Vielleicht könnte man sich dann die finanzielle Investition für Hundekontrollen sparen? Dann wäre der Gewinn noch größer…..