Hochinzidenzfrontbericht

(Quelle: https://www.grenspostdusseldorf.nl/coronadashboard/)

Der Einfachheit halber könnte ich mich damit herausreden, dass das nach mehreren Tagen angestrengten Nachdenkens geborene Wort Brückenlockdown mir die Sprache verschlagen hat. In Wahrheit tat es aber einfach einmal gut, der Pandemie ein paar Tage aus dem Weg zu gehen, soweit das überhaupt möglich ist. Und selbst eine Geschichte wie die von der bevorstehenden Schließung des Tagungshotels Schloss Gnadental führt schließlich auch zu Corona zurück.

Nun aber, am dritten Tag, an dem die neuen Vorschriften an der Grenze gelten, der erste Hochinzidenzfrontbericht hier auf dieser Seite. Er hat, so viel sei vorweggenommen, nicht viel Erfreuliches zu bieten.

Zum besseren Verständnis dessen, was gerade in Kleve und Umgebung so vor sich geht, werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Karte oben. Sie ist der Seite grenspostdusseldorf.nl entnommen, auf der seit neuestem die aktuellen Entwicklungen diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze in einer Übersicht zusammengefasst werden.

Wir sehen, alles jenseits der Grenze (von Deutschland aus gesehen) ist deutlich dunkler eingefärbt als die deutschen Landkreise in Nachbarschaft der Niederlande. Die 7-Tage-Inzidenz in Nimwegen, 20 Kilometer von Kleve entfernt, liegt bei über 300, in Arnheim, 40 km von Kleve entfernt, liegt sie bei über 200. Das heißt, die Fallzahlen betragen ein Vielfaches von denen in Deutschland.

So gesehen, kann man es als Akt der Daseinsvorsorge gelten lassen, den Grenzübertritt, der ohnehin nur noch in notwendigen Fällen erfolgen sollte, nur mit einem negativen Corona-Test zu gestatten. Diese Entscheidung, gefällt im Angesicht von Zahlen, die es seit Wochen schon so oder ähnlich gibt, traf natürlich auf eine gänzlich überforderte Testzentren-Infrastruktur, und dann noch auf unterschiedliche Regelungen beiderseits der Grenzen.

Wenn ein Test in den Niederlanden 150 Euro kostet, der für einen in Deutschland wohnenden Grenzpendler in Deutschland kostenlos ist, warum dann soviel Geld dafür bezahlen? Die Folge waren lange Schlangen in der Kranenburger Innenstadt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt standen die Menschen anderthalb Stunden im Freien an, um den Abstrich vornehmen zu lassen, der ihnen einen Grenzübertritt ermöglichte. Das alles soll sich in den nächsten Tagen bessern.

Doch die Verpflichtung zum Test hat auch die Gelegenheitseinkäufer gehörig abgeschreckt. Die Klever Innenstadt jedenfalls, in der sonst noch vereinzelt Niederländisch gesprochen wurde, präsentierte sich von Dienstag an so richtig leergefegt.

Anpreisung des lokalen Shoppens auf innerstädtischen Litfasssäulen: Ob’s was bringt?

Was auch daran liegt, dass das als Allheilmittel erhoffte „Einkaufen mit negativem Test“ nicht zu der fröhlichen Coronaüberwindungsveranstaltung wurde, zu der das Experiment hochgejazzt wurde. Die Umstände sind offenbar zu groß, das Ergebnis, was sich einem dann offenbart, ist wiederum zu kläglich – der Kunde versteht gar nicht, wann welche Geschäfte überhaupt geöffnet haben (manche gar nicht) und wer das Experiment mitmacht (manche gar nicht).

Mehrspuriges, fiktionales Einkaufen

Das alles hatte kleveblog schon unmittelbar nach Einführung des Angebots geunkt. Gestern noch hingegen verbreitete das Integrierte Handlungskonzept eine Durchhalte-Pressemitteilung („Sicheres Shoppen dank Schnelltests“). Heute streckten die üblichen Verdächtigen wie Waffen: „Kunden bleiben bei Schnelltest-Shopping zurückhaltend“, schrieb die Rheinische Post und zitierte die Citymanagerin Petra Hendricks: „Wir erhalten oftmals die Rückmeldung, dass [die Kunden] erst einen Schnelltest machen müssen, um anschließend die Geschäfte betreten zu dürfen.“ Ach.

Immerhin hat das geringere Testaufkommen über die Ostertage dazu geführt, dass die Inzidenz im Kreis Kleve nun schon drei Tage in Folge unter 100 liegt. Es ist offensichtlich, dass die Zahlen nicht die reale Situation widerspiegeln. Und, selbst wenn sie es tun, sei hier noch einmal der höchste Inzidenzwert aus der ersten Welle zu Beginn des vergangenen Jahres in Erinnerung gerufen. Der betrug am 13. April 2020 exakt 38,7.

Warum aber wird es aktuell nicht weniger? Bekannt ist, dass die meisten Ansteckungen im privaten Umfeld und am Arbeitsplatz erfolgen. Private Kontakte komplett zu verhindern ist ein Ding der Unmöglichkeit (Familien). Wer aber in diesen Tagen in den Feierabendstunden beispielsweise auf der Emmericher Straße oder auf dem Klever Ring unterwegs ist, wird im Straßenverkehr kaum einen Unterschied zu früheren Zeiten feststellen. Das aber ist die Spur der Arbeit.

Dazu wiederum veröffentlichte der bekannte Professor Christian Drosten heute eine gemeinsame Studie der Humboldt-Universität und des Robert Koch Instituts, in der die Mobilität der Menschen im ersten Lockdown mit der im jetzigen „Lockdown“ verglichen wurde. Mal abgesehen davon, dass diese Tabelle zeigt, dass eine Ausgangssperre nur wenig bringt, zeigt sie im Grunde eine Verdreifachung der Bewegungen im Vergleich zum Vorjahr an. So viel zur Wirkung der bisherigen Maßnahmen.

Schwarz: 1. Lockdown. Blau: 2. „Lockdown“

Nun also ist der Ministerpräsident des Landes NRW, Armin Laschet, auf die Idee gekommen, die Sache mit einem Brückenlockdown in den Griff zu bekommen. Es sei absehbar, so Laschet, „dass schon in ganz kurzer Zeit 20 Prozent, danach 30, 40 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft sind.“

Optimismus zu verbreiten ist das eine, aber das ist: einen für dumm zu verkaufen. Für die erwünschte Herdenimmunität, die eine Rückkehr zur Normalität möglich machen würde, sind mindestens 60 bis 70 Prozent erforderlich (manche sagen sogar: mehr als 80 Prozent). Gegenwärtig haben in Nordrhein-Westfalen 13,8 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten.

Zur Zeit werden in Deutschland 319.382 Impfungen pro Tag (Quelle: impfdashboard.de) verabreicht, davon logischerweise die ca. Hälfte Zweitimpfungen. Das bedeutet, dass „in ganz kurzer Zeit“ für Laschet 34 Tage bis zur 20-Prozent-Marke sind und weitere 55 Tage bis zur 30-Prozent-Marke, das gegenwärtige Impftempo zugrunde gelegt. Traut sich jemand, bis zur 60-Prozent-Marke zu rechnen? (Auflösung: 11. Februar 2022.)

So lange soll dann der Brückenlockdown dauern?

Deine Meinung zählt:

42 Kommentare

  1. 42

    @41 – Kaufland Parkplatz heute Mittag leider das krasse Gegenteil… Und gestern Abend gegen 17 Uhr in Kranenburg… Sehr viele gelbe Nummernschilder…

    Aber… Ich kann nur hoffen, dass es sich tatsächlich auswirkt. Und was den von mir angesprochenen echten Lockdown betrifft, natürlich heißt das, dass ALLE ein Opfer bringen müssen und werden und natürlich bedeutet das für ALLE Einschränkungen aber zuletzt in Portugal hat das auch geholfen.

     
  2. 41

    Heute Vormittag auf dem Parkplatz vom EOC: Ein (!) Fahrzeug aus den Niederlanden. Also scheint es sich schon auszuwirken. Ähnliches kann ich auch auf der B9 feststellen…

     
  3. 40

    @36

    Du kannst auch heute noch nachlesen welche Dunkelziffer das Rki im April 20 vermutete und daraus schließen wer näher an der Wahrheit ist. Dass Du keine wissenschaftlichen Artikel schreibst verstehe ich und ist auch gut so aber wenn Du klar auf dem Holzweg bist bist Du klar auf dem Holzweg auch wenn Du formal nichts falsches geschrieben hast.

    Über die Lächerlichkeit der Begrifflichkeit gibt es keine 2 Meinungen.

    Ich bin mir aber noch nicht sicher ob 50% Impfquote nicht doch reichen würden um mit dem Virus zu leben. Man liest zwar überall der Virus wäre auch für jüngere gefährlich aber bisher sagen die Zahlen zwar mehr schwere Verläufe bei unter 50Jährigen aber immer noch im Vergältnis sehr sehr wenige…

     
  4. 39

    @37

    Ich hatte mir auf Empfehlung von Messerjocke das Rezo Video angeschaut. Inhaltlich OK aber es graut mir vor der Sprache.

    Youtube war dann so freundlich mich auf dieses Video hinzuweisen https://m.youtube.com/watch?v=gNPv8Lk-30c

    Die Burschen sind Top und für mich angenehm zu hören und die haben Ihr Thema aufgegriffen, eigene (wirtschaftliche) Interessen hinter an stellen. Laschet kommt auch vor…

    Übrigens toll zu sehen wie klar der Blick dieser jungen Menschen doch ist, hätte ich nicht gedacht.

     
  5. 38

    Wenn man sich die Inzidenz jenseits der Grenze ansieht bringen die angeblichen Einschränkungen im kleinen Grenzverkehr gleich gar nichts… Außer der Tatsache, dass sich vielleicht ein paar Deutsche vom Einkauf in den Niederlanden abschrecken lassen. Der Masse der Niederländer sind die “Empfehlungen” ihrer Regierung völlig schnuppe.

    Nur stichprobenartige Kontrollen, “keiner wird zurück geschickt” lt rp? Was soll das? Dann kann man sich so eine Maßnahme auch sparen.

    4 Wochen harter Lockdown a la Italien oder Neuseeland… Grenzen zu, nur Warenverkehr und Berufspendler erlaubt und einfach mal mit dem Hintern zu Haus bleiben und nicht versuchen jedes noch so kleine Schlupfloch zu finden und auszunutzen.
    Und die Politik verkauft uns weiter für doof…

     
  6. 37

    Ich bin so froh, der Bund gibt ab sofort (10.4.2020) die Richtung vor. Schnelles, pragmatisches Handeln, gebaut auf ein Fundament von Flexibilität, Kompetenz und der Tatsache, daß eigene Interessen der dienenden Politiker zurückgestellt werden.

     
  7. 36

    @pd Die Extrapolierung kann zu dem Ergebnis führen, muss aber nicht. Und was Laschet angeht: Selbst diese 50 Prozent zum 1. Juli würden ja nicht reichen, und die Begrifflichkeit Brückenlockdown ist einfach nur ein Wortgerassel.

     
  8. 35

    Am Ende des Tages bleibt die Frage: Rechtfertigen die potentiellen positiven Auswirkungen eines Lockdowns die damit verbundene Freiheitsberaubung sowie die daraus resultierenden Kollateralschäden. Hat eine adäquate Gefahrenabwehr für oder wider stattgefunden? Ich kann derzeit weder von Seiten unserer Volksvertreter noch von Seiten der Wissenschaft eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Thema erkennen. Aber vielleicht bleibt das auch nur mir verborgen.

     
  9. 34

    “Immerhin hat das geringere Testaufkommen über die Ostertage dazu geführt, dass die Inzidenz im Kreis Kleve nun schon drei Tage in Folge unter 100 liegt. Es ist offensichtlich, dass die Zahlen nicht die reale Situation widerspiegeln. Und, selbst wenn sie es tun, sei hier noch einmal der höchste Inzidenzwert aus der ersten Welle zu Beginn des vergangenen Jahres in Erinnerung gerufen. Der betrug am 13. April 2020 exakt 38,7.”

    Das Zahlenwerk dazu sieht nach RKI wie folgt aus:

    Anzahl Tests beginnend KW3/21 in Mio

    1,11 (KW3) /1,15/1,10/1,06/1,10/1,17/1,15 (KW9)

    dann gibts nen kleinen Sprung

    1,27 (KW10)/1,36/1,41 (KW12)

    1,14 (KW13.. Karfreitagswoche)

    Bin gespannt, ob das Testaufkommen wirklich so gering war wie rd vermutet, bis jetzt erklärts den Sinkflug der Inzidenz nicht alleine.

    Bezüglich April 2020 Inzidenz 38,7… greife ich die Argumentation “Testaufkommen” dann gerne auf:

    Beim Inzidenzwert schaue ich immer auf der Seite vom lzg.nrw nach, der Höchstwert war danach nicht am 13.04.20 sondern am 02.04., Inzidenz 37,01 aber das nur am Rande, es ging mir darum zu schauen, wie oft denn damals getestet wurde, knapp 0,4Mio mal, also etwa 1/3 mal so oft wie in der Karfreitagswoche. Postitivquote 2020 9%, in der KW13/2021 war die Quote 11%.

    Was hier also mal wieder unterschlagen wird ist, hätten wir im April 2020 (0,4 Mio 9% der Tests positiv) genauso viele Leute getestet wie in der 13. KW 2021 (1,14 Mio) wären der Inzidenzwert nicht weit weg von unseren Höchstständen die letzten Wochen.
    Dabei wäre noch zu beachten, dass die Teststrategie 2020 möglicherweise im Vergleich zu 2021 für einer höhere Positivquote sorgte (Test nur bei schweren Symptomen, wie es jetzt ist weiß ich gerade nicht) dafür aber die Schnelltests in 2021, die ja im Positivfall von einem Labortest bestätigt werden müssen, eine Vorauswahl treffen und somit auch die Positivquote erhöhen.

    Der anfangs zitierte Absatz aus dem Artikel ist also mit Vorsicht zu genießen.

    Zum Thema Laschet, für dumm verkaufen, Herdenimmunität Feb 2022

    Ich meine mich zu erinnern, dass auch die Kanzlerin bei Anne will davon sprach, dass bis September jeder ein Impfangebot bekommen haben soll, würde ich jetzt mal mit 75% übersetzten.

    Da ist die Aussage von Laschet ja nicht soooo weit von weg: “Bis 5. Juli sind 50 % in NRW mindestens einmal geimpft.

    Ich will mir nicht vorstellen, dass ein MP und die Kanzlerin, trotz anderem Kenntnisstand, so konkret werden. Lügen, wenn man so will. Deswegen sage ich zum jetzigen Zeitpunkt, unfaires bashing, lieber @rd.

    Schön ist, es wird relativ leicht nachprüfbar sein, wer recht hatte…

     
  10. 33

    @32. rd

    Ich schrieb, dass es unter uns viele Menschen gibt, die seit 1 Jahr im absoluten Lockdown sind.
    Dies ergibt sich, gesetzlich- und coronabedingt, aus verschiedenen Gründen.

     
  11. 30

    @29. rd

    Soweit ich mich erinnere, konnte man letzten Sommer nicht wirklich, von Deutschland aus, großartig verreisen?

    Dass alles an den Nerven zerrt, stimme ich zu. Es ist aber die Konsequenz, auf die langwierige Unfähigkeit der Verantwortlichen, zurück zu führen.

    Wieso fehlt es seit Monaten an den wichtigsten “Werkzeugen” in diesen schweren Zeiten? Man hat viel Zeit verstreichen lassen, ohne irgendwie tätig zu werden.
    Viel lieber streitet und zerrt man an dem Thema der Kanzlernachfolge. Das ist für mich unbegreiflich …….. genau weil es doch um Menschenleben der BürgerInnen geht.

    Es ist doch paradox, wenn man u.a. bekannt gibt, dass im privaten Umfeld, die Ansteckungskette am höchsten ist, dann alle in den studienbelegten Irrsinn, in den “harten Lockdown mit Ausgangssperre, zu “verhaften”.

     
  12. 29

    @„Müt“ Das stimmt ja genau nicht. Erstens gab es den vergangenen Sommer, zweitens ist, was gerade passiert, eine Art Alibilockdown, und drittens ist ein Schrecken ohne Ende wie zurzeit das, was am meisten an den Nerven zerrt (bei den Gesunden, von den Infizierten bis Toten ganz zu schweigen).

     
  13. 28

    12.05 … das könnte gerade so (nicht) hinhauen. Merkel arbeitet ja daran, wie sie die Ministerpräsidenten auf Kurs bringen kann. In Pausen bei MPKs hatten letztens manche nichts Besseres zu tun, als sich über Bildschirmhintergrund-Fragen auszutauschen. Leuten, die Länder führen, fällt nichts Besseres ein … (vom Spezialfall Ramelow sprechen wir da nicht mal). Merkel, bitte übernehmen.

     
  14. 27

    Hat von den erfindungsreichen Ratgebern schon jemand mitbekommen, dass es viele Menschen unter uns gibt, die bereits 1 JAHR!!! im absoluten Lockdown sind?

    Es muss endlich u.a. viel mehr kostenloses Test- und Impfmaterial zur Verfügung stehen. Um dort zu sparen, sollen wir noch mehr und länger von unseren Bürgerrechten einbüßen?

    Jede/r der möchte, kann doch auch im aufgehobenen Lockdown zu Hause bleiben. Es wird niemand gezwungen, die Wohnung zu verlassen.

    Ich verstehe die Menschen sehr gut, die einfach eine Auszeit aus der vorgegebenen Katastrophe, nach Mallorca genutzt haben. Auch wenn Herr Lauterbach, jetzt werbewirksam Astra-geimpft, diese Menschen verteufelt. Diese Menschen haben jedenfalls kein Virus hin und her gebracht!!!

    Dann kann Herr Lauterbach, vor vielen anderen nicht geimpften Menschen, im Sommer verreisen ………. das ist in meiner Betrachtung, Verhöhnung der Menschen, die um ihren Sommerurlaub bangen müssen!

     
  15. 26

    … Hauptsache bis vor dem 12.5., weil ab dann habe ich für einen bestimmt spektakulären Urlaub ein tolles Hotelzimmer gebucht!

    So, verlasse jetzt das Büro. Handwerker, denen ich Mitte August 2020 einen Auftrag erteilte, kommen gleich zur Montage, nachdem diese aus terminlichen Gründen schon 4x verschoben wurde (“wir hatten noch nie so viel zu tun”), Oktober, Dezember, Februar… bis heute…

     
  16. 24

    @21, Neu: “Ich habe das Restvertrauen in Ihre politischen Fähigkeiten verloren”, schreibt Lobo. Dies ist auch Kern von Rezos Aussage. Die Fähigkeit zu handeln ist eine Grundvoraussetzung, ein wesentlicher “Skill” für einen Politiker, insbesondere in Krisen. Genau diese Fähigkeit fehlt allen Schlüsselfiguren der Politik, sei es zur Pandemie, dem noch bedeutungsvolleren Klimaschutz oder anderen auch gesellschaftlichen Themen. Nun wird klar, durch die rasch fortschreitende Pandemie in einem für Menschen überschaubaren Zeitablauf von wenigen Monaten bzw. Wochen, dass all die Jahre des Dahindümpeln, des Nichthandelns, der Ignoranz und Überheblichkeit, dass ein totales politisches Versagen vorliegt.

    @22, Tembaco, ich empfehle dazu das kurzweilige Video von Rezo. Es ist längst alles gesagt! Es fehlt nicht an Vorschlägen, und man kann mit Naturwissenschaften auch nicht diskutieren, wie diese ignoranten, überheblichen, inkompetenten Männer (m.E. sind es hauptsächlich Männer) stetig glauben. Die Wissenschaft hat uns hinsichtlich der Pandemie oder auch dem noch viel größeren Problem Klimaschutz längst den Weg deutlich aufgezeigt. Es geht schon lange nicht mehr darum, Vorschläge zu machen, sondern zu handeln! Und genau das tut die Politik nicht, und deshalb hat sie versagt. Radikalkontinuisten, oder wenn nicht handeln dein Default-Wert ist…

    Viel mehr wie Meckern bleibt uns wegen fehlender Handlungsoptionen (aktuell keine Wahlen!) allerdings im Augenblick nicht, das unfassbar respektlose Verhalten der Politiker gegenüber der Wissenschaft einzudämmen, außer natürlich verantwortungsvolles Verhalten als Arbeitgeber und Mitmensch. Auch hier empfehle ich das Rezo-Video, weil Rezo dies gut deutlich macht, wo das eigentliche Versagen liegt.

     
  17. 23

    @Tembaco Es ist ja eigentlich bekannt. Zwei Wochen hart alles stilllegen (das lässt sich aushalten und es tut weniger weh als fünf Monate halbgarer Unsinn). Dann damit beginnen, alle auf Deuvel komm raus zu impfen. Und vorsichtig wieder öffnen. Und wo dann neue Fälle aufflackern, massiv testen (und sehr begrenzte Lockdowns).

     
  18. 22

    Tja, irgendwie läuft´s momentan so richtig schei…..ich schließe mich den meinsten Meinungen an. Grundsätzlich macht es ja auch Spass, sich über die Fehler, falschen Entscheidungen aufzuregen, zu meckern. Bitte mal um Vorschläge was WIR außer die AHA-Regeln einzuhalten machen können!! Nur meckern bringt UNS nicht weiter, sondern zieht mich jedenfalls verdammt runter!

     
  19. 20

    Über sieben Brücken musst du gehen … bei der wievielten sind wir jetzt? Langsam gehen uns die Brücken aus.

    Mit der ersten Brücke sollten wir letztes Jahr glimpflich in den Sommer kommen, hat weitestgehend funktioniert. Die zweite Brücke sollte Weihnachten ermöglichen, hat nicht geklappt, ebenso wenig die Brücke zu Ostern hin. Jetzt hoffen viele, die aktuelle Brücke, mittlerweile vielerorts zu einem Steg verkommen, transportiert uns in einen erleichternden, fast alles vergessen lassenden Sommer, an dessen Ende Herdenimmunität steht.

    Wir brauchen eine stabile Brücke. Wir brauchen Brückenbauer, die ihr Handwerk verstehen.

     
  20. 19

    Wenn “nicht Handeln” dein Default – Wert ist, dein Grundwert…

    “Diese tief sitzende Respektlosigkeit vor wissenschaftlichen Erkenntnissen, Respektlosigkeit vor den Prinzipien der Logik, vor den Prinzipien des rationalen Denkens, vor Naturgesetzen, dass diese Leute als Default-Wert “Nichthandeln” als Grundwert haben (…) Nicht handeln ist in einer Krise das schlimmste, das radikalste, das destruktivste, was du tun kannst– wie auch in der Klima-Politik”, sagt Rezo in einem erneut hörenswerten Beitrag, in dem Laschet & Co. nicht zu kurz kommen.

    https://youtu.be/o3ksvjoTsgY

    Radikalkontinuisten

    Mario Sixtus liefert auf Twitter ergänzend auch interessante Gedanken:

    “Die radikalste Position, die man angesichts der Pandemie, der Klimakatastrophe, der wachsenden Verteilungsungerechtigkeit etc. einnehmen kann ist “weiter so”. Die #CDU ist die einflussreichste Propagandistin dieser radikalen Ideologie. Sie ist die Partei der Radikalkontinuisten.

    Es wird Zeit, dass wir in dieser Debatte die wirklich Radikalen benennen, und das sind nicht die Klimaschützer, auch nicht die konsequentesten, die tatsächlich mit allen Mitteln die Klimakatastrophe stoppen wollen. Radikal destruktiv sind die Kontinuisten, die das nicht wollen!

    Destruktiv und tödlich ist das Verhalten der Kontinuisten jetzt, hier, jeden Tag, den sie während der Pandemie verstreichen lassen, ohne wirksame Maßnahmen zu ergreifen, weil sie in ihrer Weiter-so-Radikalität konsequent gar nichts tun und auf diese Weise Menschen sterben lassen.

    Die Union ist eine radikale Partei, ihre Politik ist zerstörerisch. Mit ihr darf man nicht koalieren, wenn man unter Zukunft etwas anderes versteht, als die nächsten vier Jahre irgendwie genau so weiterzumachen wie die letzten vierzig. I’m looking at you, @Die_Gruenen”

    Unterdessen kann ich mich persönlich nicht beklagen, denn ich bin ein klarer Gewinner dieser Politik, wie viele andere übrigens auch. Versucht einmal einen Handwerker zu bekommen, einen Fensterputzer, Gärtner…

     
  21. 18

    Es schießen private Testzentren wie Pilze aus dem Boden, es sei den Betreibern gegönnt, damit viel Geld zu verdienen. Aber meine Tochter bleibt im Distanzunterricht, weil es nicht möglich ist, für ausreichende Testkapazitäten zu sorgen. Sie freut sich aber.

     
  22. 17

    Die Brücke.

    Im Altertum ein Mittel, Militärbewegungen und Handel zu beschleunigen. Eine sichere Sache, denn das jenseitige Ufer war bei normalen Wetterlagen immer sichtbar, nicht im Nebel verschwunden. Immer ein positiv besetzter Begriff, auch wenn das gemeine Volk später oft Brückenmaut oder Zoll zahlen mußte.

    Heutzutage: Es kamen die politischen Influencer und entdeckten die Sprache als Mittel, sich positiv besetzt in den Vordergrund zu schieben. Eine Inflation von Worten, in denen die Brücke enthalten ist. Gemeinsames Merkmal: Die Nennung eines konkreten Ziels (das andere Ufer) wird vermieden, stattdessen ist das jenseitige Gebiet die Goldene Zukunft in ihrer prächtigen Allgemeinheit. Wie es nach Überquerung der Brücke weitergeht? Goldig!

    Brückentechnologie – [Erdgaskraftwerke]
    Überbrückungsgeld – [Am Ende eine Ankunft in der Mitte der Gesellschaft]
    Brückenlockdown (kurz) – [gratis Schwimmkurs, am Ende können alle schwimmen]

    und, ganz neu:
    Brückenpolitiker [….]

     
  23. 16

    Wann gibt es in Kleve mehr Ideen, damit die Innenstadt per Gesetz, nicht komplett verwaist?

    Zitiere aus Welt vom 08.04.2021:

    Bad Mergentheim

    Das Modehaus Kuhn hat sich zur Drogerie ummelden lassen, gilt nun als systemrelevanter Betrieb, darf unabhängig von Inzidenzzahlen öffnen – und neben Artikeln des täglichen Bedarfs auch Mode verkaufen.

    “Klopapier-Flagshipstore” mit 60% Drogerie-Artikel, 40% Mode

    Überall sind Desinfektionsstationen aufgebaut, der Abstand wird eingehalten, die Kunden gezählt, aber keine Terminvergabe, keine Erfassung, wer ein- und ausgeht.

     
  24. 15

    Seltsame Grafik. Es werden 21 Tagen im Jahr 2021 mit 7 Tagen im Jahr 2020 verglichen. Wie sähe das mit vergleichbaren Zeiträumen aus? Wie sehen Zahlen aus 2019 aus?
    Der Straßenverkehr in den Morgen- und Nachmittagsstunden hat nach meiner Beobachtung auf Materborner Allee/Ringstr./Gruft/Klever Ring auch in 2021 rapide abgenommen. Wo früher oft 20 Autos an den Ampeln vor mir standen, sind es heute maximal 3-5. Meine Fahrzeit zwischen Arbeit und zu Hause hat sich morgens und abends halbiert. Ich bin froh, dass ich jeden Tag arbeiten gehen darf. Alle Kollegen und Kolleginnen sind vorsichtig und halten die AHA-Regeln genaustens ein. Ergebnis: kein einziger Corona-Fall. Wenn es so bleibt, halten wir das gemeinsam durch bis zur ersehnten Impfung.

     
  25. 14

    Wir in NRW können uns froh und glücklich (ver)schätzen,
    mit unserem Brücken-MinisterPräsidenten Laß’et einen FachMenschen zu haben,
    der über praktische Erfahrung verfügt,
    wie verschütte oder erst gar nicht geschriebene Klausuren
    alternativ benotet werden.
    Da ist eine innovative Lösung sicher, wie Abi-Prüfungen als abgehalten verbucht werden können,
    selbst wenn viele davon eher abgehalten werden.

     
  26. 13

    Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen…. alles weitere kann sich jeder ein bisschen normal Denkende denken…

     
  27. 12

    Dieser MuSöLa (Mutti, Söder, Laschet)-Wahlkampf auf Kosten und Lebensqualität der BürgerInnen, ist schon seit einiger Zeit unverantwortlich.

    Auch Lauterbach ist nur noch nervend ……….

    Es bescheinigt immer mehr und deutlicher, die völlige Unfähigkeit der Verantwortlichen. Anstatt konkrete erfolgsbringende Lösungen zu bieten, sperrt man die Menschen einfach weg. Ja, das ist die einfachste Handhabung, da die Menschen so und so schon nur noch “mütend” sind.
    Glückwunsch!

     
  28. 11

    Mein Laschet-Moment: Er sagte in seiner Rede zur zurückgenommenen “Osterruhe”, dass er ja vorher gar nicht wusste, dass Babynahrung taggenau ausgeliefert werden muss. Nicht, dass er das wissen müsste, aber ich hoffe, er sieht noch ein paar andere Gründe, warum das nicht funktionieren konnte.

     
  29. 9

    Ist natürlich im Kontext der Frage was kommt denn nach dem Brückenlockdown Herr Laschet wenig nachhaltig was er da von sich gegeben hat. Allerdings ist das inhaltlich genau das was Frau Dr. Priesemann („wir müssten 3 strenge Wochen Lockdown aushalten“) und auch Herr Lauterbach („wir brauchen 14 Tage harten Lockdown als Wellenbrecher“) vor wenigen Wochen bei Lanz von sich geben haben. Beide Aussagen lösten bei mir ein Raufen der noch spärlich vorhanden Haare aus, weil Herr Lanz so unfassbar begeistert war von diesen Plattitüden, dass er sich (oder den beiden) die kritische Frage was den wohl danach passieren solle erspart hat.

     
  30. 8

    @6_Peter B.: “Laschi” ist klasse, dass merke ich mir. Bei uns heißt er in der Regel “der Karnevalsprinz” 😉

    @3_Lohengräm: Der war mal richtig gut :-))

    Meinen Kollegen und mir – tätig bei einem überregionalen, sozialen Träger – wurde auf Nachfrage wann unser Arbeitgeber endlich seine MA (also uns) testen lässt mitgeteilt, dass wir die öffentlichen Teststationen nutzen können …, natürlich außerhalb der Dienstzeit.
    Und zu den Corona-Zahlen in der Region: Ich hatte hierzu schon einmal erwähnt, dass es sich meiner Meinung nach um “kreative Buchführung” handelt…

     
  31. 6

    Nun ja. Was das Impftempo betrifft, hat Laschet doch konkrete Aussagen gemacht: Bis 5. Juli sind 50 % in NRW mindestens einmal geimpft. Und er hat Recht, das Impftempo steigt exponentiell. 1. Million = 2 Monate / 2. Million = 1 Monat / 3.Million = 2 Wochen …
    Hoffentlich kümmert er sich jetzt um eine ausreichende Impfstoffmenge und Kapazitäten personeller, räumlicher und organisatorischer Art in den Impfzentren.
    Und zu klären ist noch, womit Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren geimpft werden. Dafür gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.
    Aber das löst Laschi während des Brückenlockdowns.

     
  32. 5

    Als Pendler frag ich mich aber, warum jetzt. Die Zahlen in Holland sind schon immer ganz anders als in Deutschland.

    Ich kann für mich Sagen, Wir haben eine Grosse Eigenverantwortung, und passen Gut auf. Dan steht mann auf einmal Dienstagmorgen im Schnee, in der Schlange, in der Warte Zimmer, soviel Fremdkontakten hatten wir schon ein ganzes Jahr nicht mehr. Mir kam irgendwie ein ganz mulmiges Gefühl, so Zweitrangs Burger halt.

    2 mal in der Woche Testen, Ist machbar, fühlt sich aber echt blöd an.

    Positive: Die Teststations Laufen, dank der freie Wirtschaft.

     
  33. 4

    Ehrlich gesagt, in momentan redet doch jeder Politiker (ausser Lauterbach) inhaltsleeren Optimismus.

    Rainer Haselhoff, von dem auch wenig verwertbare Substanz kommt, lockerungsschwurbelte doch vor 4 Wochen bei Anne Will noch was von “Ostern geht schon ein bischen was, Pfingsten noch mehr”.

    Und Olaf Scholz vollverarschte bei Lanz die deutsche Bevölkerung mit “Wir werden in ganz wenigen Tagen 20 Millionen Dosen verimpft haben” So ähnlich jedenfalls.
    Und auch der will Kanzler werden. witzkommraus

     
  34. 3

    So lange soll dann der Brückenlockdown dauern?

    Laschet orientiert sich am Sanierungszeitraum der Rheinbrücke Emmerich.
    😀

     
  35. 2

    Mit der Teststrategie wurde das Todesurteil für den Handel ausgesprochen.Aber Hauptsache es wird weitergearbeitet ohne Tests.

     
  36. 1

    “Traut sich jemand, bis zur 60-Prozent-Marke zu rechnen? (Auflösung: 11. Februar 2022.)”

    Mit Verlaub – ich habe schon vor Wochen auf die Täuschung “…bis Ende Sommer 2021” hingewiesen. Dafür bedarf es keines Studiums der Mathematik, Virologie, Immunologie o. Ä. – einfach nur gesunden Menschenverstand.
    Der nächste Faux-Pas:
    Die Kreisverwaltung liess verlauten, dass auch Vorerkrankte ( dazu gehöre ich) sich impfen lassen könnten ( Überschuss von ca. 4.400 Impfdosen) und verwies zur Anmeldung an die KV – dort aber wird technisch rein nach
    Alter, ohne jede Abfrage/ Parameter von/ für Vorerkrankungen, ein Termin vergeben…Somit war ich raus, obwohl an für sich berechtigt…

    Mal ehrlich – mittlerweile ist das System “Corona-Impfung” vlt. kränker als es dieser Virus machen kann…?