Rathaus-Ecke adé! Klever Marketing-Gesellschaft WTM (Tourist-Info) zieht in die City

Orange kündet Veränderung

Als 2017 des Klever Rathaus fertiggestellt wurde, schrieb kleveblog: „Schon gemerkt? Wahrscheinlich nicht, wie denn auch! Mit der Fertigstellung des Rathauses hat auch das Kleve Marketing ein neues Zuhause bekommen – in eben diesem Neubau. Damit kann Kleves sich rühmen, die wahrscheinlich am besten versteckte Touristen-Information der Welt zu betreiben.“ Die Einrichtung, die Besuchern helfen soll, sich in der Stadt zurechtzufinden, war für die Besucher selbst nicht zu finden – versteckt hinter der Fußgängerzone an der Kavarinerstraße, in düsteren Nordwestecke des Ratshauses, mit Blick aus der Stadt heraus auf den Parkplatz an der Hafenstraße.

Die eherne Immobilienregel „Standort! Standort! Standort!“ war vernachlässigt worden zugunsten einer Anbindung ans Rathaus, was zwar behördenintern kurze Wege versprach, aber an den Grundströmen der Stadtbesucher nahezu perfekt vorbeigeplant war.

Vorher war das Kleve-Marketing noch in dem Arden-Gebäude an der Ecke Herzogstraße/Opschlag untergebracht gewesen, schrammelig zwar, aber für die Bedürfnisse einer Touristeninformation ausreichend. Allerdings versammelte die Stadt mehr und mehr Aufgaben in dieser Gesellschaft, die schließlich zur Wirtschaft Tourismus Marketing GmbH der Stadt Kleve hochgezüchtet wurde und somit die Verantwortung bekam für alles, was irgendwie Geld und Menschen in die Stadt bringen sollte. Da war natürlich der Standort am Opschlag deplaziert (heute findet sich darin das Café Anytime).

Nun aber, neun Jahre nach dem Umzug vom Opschlag ins Rathaus, scheint die Stadt für die Gesellschaft, seit einem Jahr unter der Führung von Verena Rohde, den idealen Standort gefunden zu haben: Sie zieht in die Räumlichkeiten der ehemaligen Adler-Apotheke an der Ecke Große Straße/Kavarinerstraße. Zentraler geht’s nicht!

WTM-Geschäftsführerin Verena Rohde bestätigt die Veränderung: „Ich freue mich auf deutlich mehr Frequenz in der Touristeninformation, eine höhere Sichtbarkeit sowie ansprechende Räumlichkeiten für unsere Gäste. Außerdem haben der City-Manager und ich dann stets einen direkten Blick auf die Einkaufsstraße und gehören mehr zum Einzelhandel dazu.“ Und, das mag noch ergänzt werden, füllt sich einer der innerstädtischen Leerstände. (Nebenbei bemerkt: Auch der nunmehr neun Jahre währende Leerstand im ehemaligen Café Lust soll nach dem Sommer ein Ende finden – die schönen Räume sollen wieder für ein Café genutzt werden.)

Zevens Grundbesitz lässt das Gebäude gerade entkernen und entsprechend den Wünschen der neuen Mieter umbauen. Ein orangefarbener Pietsch-Container zeigt den Passanten an, dass schon gearbeitet wird. Spätestens im November sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden, zum 1. Dezember soll das WTM dann das neue Domizil beziehen.

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13 Kommentare

  1. 13

    #3, Zitat: „Was geht in Kleve eigentlich ohne Zevens?“

    Antwort: Auf der Ebene humoristischer Highlights nicht viel; Einfluss ( =Geld ) macht es möglich. Niemand hat bisher Kleve (Rat + Verwaltung) gekonnter und publikumswirksamer am Nasenring durch die Manege geführt.

    Ein Höhepunkt natürlich die Posse um das zusätzliche Stockwerk auf dem Rilano-Hotel.

    Oder vorher schon: Beim Bau der Neuen Mitte gab es eine denkmalpflegerische Auflage, dass die historische Fassade nicht geändert werden sollte (oder so ähnlich, ich wohnte damals noch nicht wieder hier). Mom hielt sich selbstverständlich daran. Die Fassade wurde erst Plastikweiß gestrichen, später wurde der größte und leuchtstärkste LED-Bildschirm am Linken Niederrhein zwischen Rotterdam und Köln davorgehängt.

    Bewundernswert. Nur Kleingeister wünschen sich eine derartige Gestaltungsmacht !

  2. 12

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: An welcher Stelle meines ersten Kommentars schrieb ich bitte von der LAGA gGmbH? Ich schrieb vom Förderverein – und das ist eine völlig andere Baustelle.

    Aber ???, Sie haben recht: In einer idealen Welt arbeiten alle Hand in Hand. Die finanzielle Realität sieht aber anders aus. Die vom Förderverein gesammelten Mittel sind laut Satzung (§ 2 Abs. 1) strikt zweckgebunden. Sie dürfen ausschließlich für Kultur und Landschaftspflege an die LAGA gGmbH fließen. Ein Zugriff durch die WTM ist rechtlich absolut ausgeschlossen.

    Will die WTM also eigene Events oder Kampagnen zur Innenstadtstärkung finanzieren, darf sie keinen Cent der Vereinsgelder nutzen. Sie muss selbst losziehen und Sponsoren suchen. Da die Marketingbudgets der Klever Wirtschaft im Zuge von Krisen und der kommenden Gewerbesteuererhöhung aber nicht unendlich groß sind, entsteht genau hier der von mir beschriebene Ressourcen-Wettbewerb oder anders gesagt Sponsoren-Kannibalismus. Ein Euro kann von den Unternehmen nur einmal ausgegeben werden.
    Von wegen ‚enge Verbundenheit‘ – die räumliche Trennung der Akteure ist ja bereits in Vorbereitung.

    Und zum Thema Lokalpolitik: Dass Stadtverordnete angeblich nur im Sinne der Bürger handeln, klingt schön. Aber Zitronenfalter falten auch keine Zitronen. Wenn die SPD auf Facebook schreibt, es sei viel wichtiger, dass die Menschen für die LAGA ‚brennen‘, anstatt den Erfolg des lokalen Handels in den Fokus zu rücken, setzt das klare politische Prioritäten. Und da genau diese Politiker im Stadtrat über das Budget der WTM entscheiden, befindet sich die WTM hier ganz offensichtlich in extrem schwerem Fahrwasser.

    Ich hab´s durchschaut!

  3. 11

    Mmuuuh, der Bauer bekommt seit Jahren sogenannte Flächenprämien, (unter anderem auch) damit er die Landschaft pflegt und Kleve wunderbar in saftigen, grünen Weiden (und Wald) eingebettet belässt. Ob analog dazu in Zukunft mmuuuhtmaßlich auch einmal Forderungen von Geschäften vor Ort aufkommen, mmuuuh, von denen, die dem Wettbewerb mit Online-Geschäften besonders ausgesetzt sind? Also Vor-Ort-Prämien für Geschäfte in Städten, mmuuuh, um dort überhaupt ein Konkurrenzangebot zum Internet aufrecht zu erhalten?

  4. 10

    Nur so ne Idee: Romanautoren nicht mit jedem Kommentar Konkurrenz machen wollen….. 😉 @8

  5. 9

    @8.
    Eigentlich ging und gehe ich davon aus, dass die WTM Stadt Kleve GmbH und die Landesgartenschau Kleve 2029 gGmbH, bezgl. Kommunikation, Planung, touristische Vermarktung sowie innerstädtisches Leben, sehr eng miteinander verbunden sind und sehr gute Erfolge für Kleve und der Bürgerschaft erzielen werden. Die finanziellen Mittel dafür, kommen von der Bürgerschaft.

    Was kommunale, politische Parteien von der Bürgerschaft hinsichtlich der LAGA 29 erwarten, ist uninteressant. Die Stadtverordneten der politischen Parteien haben vereidigt zugesichert, dass sie im Sinne der Bürger handeln werden.

  6. 8

    @6 ???

    Was wollen Sie denn anderes gesehen haben, als das, was ich doch ausführlich beschrieben habe?

    Oder anders gefragt: Welchen Gespenstern jagen Sie denn jetzt schon wieder nach?

  7. 7

    @5
    Eine Mammutaufgabe steht bevor:
    Der geplante Umbau der Klever Fußgängerzone ist ein 14-Millionen-Euro-Projekt, das die Stadt zukunftsfähig machen soll. Doch je näher die bauliche Hauptphase in den Jahren 2027 und 2028 rückt, desto lauter werden die Sorgen im lokalen Einzelhandel. Die zentrale Frage lautet: Ist die Wirtschaft, Tourismus & Marketing Stadt Kleve GmbH (WTM) überhaupt personell und finanziell stark genug aufgestellt, um das versprochene, engmaschige Baustellenmanagement zu leisten?

    Das Citymanagement der WTM gilt als die entscheidende Schnittstelle zwischen Händlern, Gastronomen und der Stadtverwaltung, es stellt den „Kümmerer“. Doch hinter den Kulissen wachsen die Zweifel an den personellen Kapazitäten. Ein Dauerprojekt dieser Größenordnung erfordert tägliche Präsenz auf der Straße, schnelles Krisenmanagement und permanente Kommunikation. Viele Händler befürchten, dass das kleine Team rund um das Citymanagement die massive Doppelbelastung aus Baustellenbetreuung und regulärem Tagesgeschäft kaum ohne Qualitätsverluste stemmen kann. Zwar optimiert die WTM mit dem Umzug ihrer Tourist-Info direkt in die City ihre Erreichbarkeit, doch rein physische Nähe schafft noch keine neuen Vollzeitstellen.

    Zusätzlich verschärft wird die Situation durch die angespannte Haushaltslage der Stadt Kleve und damit verbundene Spardiktat. Angesichts drohender Sparzwänge und harter politischer Einschnitte – wie der beschlossenen Erhöhung der Parkgebühren ab 2027 – sind auch die Budgets der WTM eng gedeckelt. Ein finanzielles Polster für aufwendige Marketingkampagnen, Events zur Belebung der verbleibenden Einkaufsstraßen oder unbürokratische Soforthilfen bei existenzbedrohenden Umsatzeinbußen ist derzeit schlicht nicht vorhanden.

    Offiziell betont die Stadt, dass die WTM nicht auf verlorenem Posten stehe. Die technische und verkehrslenkende Federführung liegt beim städtischen Tiefbauamt, während sich die WTM auf die Vermittlung und Händlerbetreuung konzentrieren soll. Ob diese Aufgabenteilung in der Praxis ausreicht, um ein jahrelanges Baustellen-Chaos zu verhindern, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung aus bisherigen Baustellen in Kleve gibt Anlass für Zweifel. Für die Klever Händler steht jedenfalls fest: Ohne eine spürbare Aufstockung der Ressourcen droht das Baustellenmanagement zum zahnlosen Tiger zu werden.

  8. 5

    Gute Idee aber wenn die Fußgängerzone saniert wird auch wieder ein schwieriger Standort. Vielleicht nicht leicht zugänglich.

  9. 4

    Es droht ein Wettbewerb um die Spenden- und Sponsorengelder der lokalen Wirtschaft (die sich schon bald einer politisch verordneten Gewerbesteuer-Erhöhung entgegen sieht)

    Immer mehr und mehr und mehr muss an die Kommune bezahlt werden.

    Die Hauptsache mehr – bis immer mehr die Schnauze davon voll haben.

  10. 2

    Ein echtes Aufbruchsignal für Kleve!?

    Einmal mehr beweist Verena Rohde eindrucksvoll, dass sie aus einem ganz anderen, weitaus robusteren Holz geschnitzt ist als ihre Vorgänger. Diese Frau versteht ihr Handwerk meisterhaft: Sie denkt visionär, handelt strategisch und blickt mutig nach vorn. Endlich packt jemand die Aufgaben an, die im Rathaus viel zu lange liegengeblieben sind!
    Trotz politisch verordneter Budgetkürzungen hält sie den Kahn auf Kurs – und beweist mit ihrer Fundraising-Strategie echte Macher-Mentalität.

    Doch der Weg wird steiniger. Mit dem Förderverein LAGA Kleve 2029 betritt ein mächtiger Mitbewerber die Bühne. Es droht ein Wettbewerb um die Spenden- und Sponsorengelder der lokalen Wirtschaft (die sich schon bald einer politisch verordneten Gewerbesteuer-Erhöhung entgegen sieht) – ein regelrechter Sponsoren-Kannibalismus. Dass die Vereinsvorsitzende Ute Marks es bitterernst meint, hat sie kürzlich in der Stadthalle anlässich einer Informationsveransltung zur LAGA unmissverständlich klargemacht: Sie will diese historische Chance für Kleve nicht „verkacken“.In diesem harten Ringen um Ressourcen drücke ich Verena Rohde und ihrem Team von ganzem Herzen die Daumen! Mögen sie die nötige Ausdauer, den langen Atem und die unerschütterliche Durchsetzungskraft besitzen, um diesen Sturm erfolgreich zu meistern und die WTM in eine glänzende Zukunft in der Klever Innenstadt zu führen. Der Erfolg sei ihr absolut gegönnt
    .
    Zudem wünsche ich Verena Rohde und ihrem Team auch den uneingeschränkten Rückhalt der Klever Einzelhändler. Das ist wichtiger denn je! Denn wenn es nach der Klever SPD geht, scheint deren wirtschaftlicher Erfolg im Schatten der LAGA Kleve 2029 nachrangig zu sein – als zähle für die Politik vorzugsweise das emotionale „Feuer“ in der Bevölkerung für das LAGA-Großprojekt, statt der vielleicht eintretende Erfolg des lokalen Handels, wie die SPD im facebook neulich erklärte. Keine Frage: Die WTM nimmt hier Kurs auf ein extrem schweres Fahrwasser!