NIAG, oder: Nie ans Gute glauben

Nichts auf die Reihe kriegen als System

Gleich vorab sei gesagt, dass die vielen Fahrerinnen und Fahrer keine Schuld trifft, die tagtäglich versuchen zu retten, was noch zu retten ist von dem, was in den oberen Etagen des Unternehmens verbockt wurde, und zudem sei gleich versichert, dass das nun folgende Geschehnis ein Einzelfall ist, aber eben doch einer, der vom Konkreten auf das marode Ganze schließen lässt, und so sei nun der Versuch geschildert, am frühen Abend eines normalen Werktags mit dem Bus von Bahnhof in die Oberstadt zu gelangen, was offenbar in einer Stadt mit immerhin 53.000 Einwohner und einem noch viel größeren Selbstbewusstsein ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Wie die meisten modernen Menschen es tun, wird der Fahrplan per App ausgekundschaftet, in diesem Fall war es die Anwendung, die der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr seinen Kunden bereitstellt, und die für die Anfrage Bahnhof bis Richard-van-de-Loo-Straße eine akzeptabel anmutende Verbindung auswarf: 20:46 Uhr ab Bahnhof, Linie 57, über Koekkoekplatz, Römerstraße und DRK, am Ende noch vier Minuten Fußweg bis zum Ziel. Am Bahnhof angekommen, noch mal der Boomer-Check: der ausgedruckte Fahrplan an der Haltestelle. Auch der besagte: 20:46 Uhr, die letzte Verbindung des Tages. (Wir sind am Ende doch auf dem Lande.)

20:46 Uhr: kein Bus da. 20:47 Uhr: kein Bus da. 20:48 Uhr: kein Bus da. 20:49 Uhr: Ein Taxi fährt an der Haltestelle vor. Der Fahrer spielt kurz am Display seines Wagens und braust wieder ab. 20:51 Uhr: Die Haltestelle ist wieder verwaist. 20:53 Uhr: Nun doch etwas nervös, schaut der Fahrer nochmals auf die App, die auch die Verspätungen ausweist. Nichts, alles pünktlich. Was ist da los?

Plötzlich fällt der Blick auf ein Wort, relativ unauffällig in der Ergebnisauswahl untergebracht: Taxibus. Und daneben ein Button: „Beim Anbieter buchen“. Es schwant einem Böses, und der Klick bestätigt es: „In der Vergangenheit liegende Fahrten können nicht mehr gebucht werden.“ Das Taxi war also der Bus! Der Taxibus! Ein Mercedes-Kombi, durch nichts und wieder nichts zu erkennen als „Taxibus“ oder „Linie 57“, mit einem (aus welchen Gründen auch immer verspäteten) Fahrer, der, obwohl mehrere Menschen an der Haltestelle warteten, es nicht für nötig hielt, mal auszusteigen und darauf hinzuweisen, dass er der „Bus“, und mal ganz abgesehen davon, dass dieser Bus natürlich weder eine Fahrradmitnahme ermöglicht hätte noch einen Rollstuhlfahrer hätte transportieren können, worauf natürlich auch nirgendwo hingewiesen wurde.

Es ist einfach so gedankenlos armselig und schlecht. Dass zu vorgerückter Stunde – wenn man 20:46 Uhr denn dafür hält – keine Riesenbusse mehr durch die Landschaft gejagt werden müssen, dafür kann vermutlich noch jeder Fahrgast Verständnis aufbringen. Aber dass dann so erkennbar ohne jede Lust an einem vernünftigen Service einfach nur Taxi dorthin beordert wird, warum? Und warum kam das Taxi überhaupt, wenn doch niemand offenbar die Fahrt „gebucht“ hatte? Was soll das?

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23 Kommentare

  1. 21

    Dann gibt es ja noch für ausgewählte Bereiche das AST = Anruf-Sammel-Taxi zu einem Extra-Tarif. Da wird man dann aber bis vor die Haustür gefahren, wenn gewünscht. Immer noch viel preiswerter als ein normales Taxi.

    Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?

  2. 20

    Die Zeitberechnung stimmte nicht ganz, die Fahrt von der Hoffmannallee bis Heraklion dauert mit Schiffspassage gut 63 Stunden. Also Ankunft erst am dritten Tag. Ob man das will, ist eine andere Frage.

  3. 19

    @16 Es geht um Usability – und da ist die VRR-App einfach nicht so gut. Die Oberfläche wirkt auch wie aus den Anfängen des Internets.

    Einfach die DB Navigator App benutzen. Damit kann man Fahrten bis in den hintersten Winkel der Europas planen.

    Wenn ich morgen gegen 14.00 Uhr an der Hoffmannalle einsteige, bin ich übermorgen gegen 7.00 Uhr in Heraklion/Kreta, Schiffsverbindung ab Piräus inclusive. „Schiff“ in blau gut sichtbar.

    @14 Peter Brückner. So was habe ich mir schon gedacht. Ist auch spätabends ungünstig.
    Kann natürlich nicht sein wie in der Großstadt, wo an jeder Ecke eine Haltestelle ist.

  4. 18

    Die Behandlung der Fahrgäste durch die NIAG Busfaher ist unter aller Sau. Das wirft kein gutes Licht auf die Fahrerausbildung und ganz generell die Personalpolitik. Ich möchte mich respektiert fühlen, aber werde angeschnauzt und behandelt wie ein Untergebener. Höflich zu bleiben nutzt nichts.
    Ich habe jetzt Sorge vor den Rechtsanwälten der NIAG, aber wer Beispiele hören möchte (mehrere eigene Erlebnisse, sowie Beobachtungen), der spreche mich persönlich an.

  5. 17

    @14. Chewgum: „Die Bus-Linie 56 fährt durch die halbe Oberstadt.“

    Danke für den Hinweis. Das nutzt dem Materborner (rund 15.000 Einwohner) aber wenig. Denn der Bus biegt am EOC in Richtung Triftstr. ab und fährt dann über das „Weiße Tor“ nach Bedburg – Hau.
    Aber 2-3 km Fußweg am späten Abend an der frischen Luft sind natürlich kein Problem.

  6. 16

    Das war aber keine journalistische Sternstunde. Statt die eigene Unwissenheit breitzutreten, hätte der Autor vor der Veröffentlichung mal einen Blick auf die Website der NIAG werfen oder die Pressestelle kontaktieren können. So was soll früher mal guter journalistischer Brauch gewesen sein.

    Taxibusse sind weder ein neues noch ein rurales Phänomen. Auch unsere niederländischen Nachbarn im Gelderland setzen in nachfrageschwachen Zeiten Taxibusse ein, und auch die muss man vorbestellen. Auch z.B. die Wiener Linien setzen Taxibusse ein, wenn auch besser und komfortabler organisiert als im Kreis Kleve.

    Und wer einen Blick auf https://taxibus.niag.de/ansatportalauskunft/ wirft, sieht dort, dass man verschiedene Services anfordern kann, u.a. Rollstuhl oder Kinderwagen. Dann kommt ein Wagen, der für diese Services geeignet ist.

    Vieles kann man am ÖPNV im Kreis Kleve zu Recht kritisieren. Das Procedere der Taxibusse gehört eher selten dazu.

  7. 15

    @ÖPNV Nutzerin

    Also in Zeiten wo wir auf 10Sek Aufmerksamkeitsspanne trainiert werden noch auf das Kleingedruckte und/oder Hinweisbuttons zu verweisen….naja.

    Ich bin ja bei Ihnen und normalerweise ein großer Verfechter von Eigenverantwortung aber was verflucht nochmal ist in diesem Fall so schwer daran, irgendwo gut lesbar ein „ACHTUNG, NUR RUFBUS“ zu platzieren? Da sitzt in den Chefetagen die typische Beamtenmentalität, die Innovation und Verbesserung wegen Trägheit nicht hinbekommt. Wie hier geschehen die Öffentlichkeit zu suchen ist nach meiner Erfahrung fast der einzige Weg der hilft. Leider selten genug, siehe RE10.

  8. 14

    @12 Peter Brückner

    Die Bus-Linie 56 fährt durch die halbe Oberstadt. Sonntags allerdings erst ab ca. 9.45/10.00 Uhr, je nachdem, wo man einsteigt, dann allerdings stündlich bis Mitternacht. Wochentags fährt sie auch früher.

    Veranstaltungen in der Stadthalle, Kino oder Rathaus-Sitzungen müssten sich damit machen lassen.

  9. 13

    Heute noch die Linie 58 hinter mir gehabt: Fahrerseite Fernlicht – andere Seite Standlicht.
    An 8: Klimaanlage? Erwarte(te) ich nicht..
    Ja, ich sehe auch dass die Nutzer ihre Quadratlatschen samt Hundekacke gerne auf dem gegenüberliegenden Sitz ablegen. Spreche ich sie an? Nein, ich möchte gerne ohne weitere körperliche Blessuren nach Hause kommen…

  10. 12

    Es stimmt schon, dass der ÖPNV an den Tagesrandzeiten in Kleve nur sehr wenig Angebote bereithält. Wenn ich aus der Oberstadt am Sonntagmorgen zum Bahnhof möchte, habe ich keine Chance einen Bus zu bekommen. Genauso ist es, wenn ich am Abend vom Bahnhof nach Hause möchte.
    Veranstaltungen in der Stadthalle, Kino, oder gar Sitzungen im Rathaus können nicht besucht werden, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist.

    Eine Lösung vieler Probleme könnte die Verlängerung des City-Busses bis nach Kellen und Materborn sein. Wenn der abends länger und morgens früher fährt (vielleicht dann im Stundentakt), so könnten Nachschwärmer oder mobilitätseingeschränkte Menschen das Klever Nachtleben unbeschwert genießen.

    Ich kann verstehen, dass sich für Gelegenheitsnutzer des ÖPNV die kleingedruckten Regularien nur schwer erschließen. Wünschenswert wäre das System für Alle leicht händelbar zu machen?

    Und beim Bus on Demand – welcher ein tolles Angebot wäre- hat sich die Stadt Kleve sehr schwergetan und der Kreis ist wohl auch noch nicht weitergekommen. Ein großes Hemmnis ist es, dass man nicht bereit ist oder war, das mit dem ÖPNV-Angebot zu verknüpfen. Es funktioniert nicht, wenn ich hier meine Tickets nicht nutzen kann, die Reichweite nicht kundenorientiert ist, und die verfügbaren Zeiten -insbesondere in den Morgenstunden- nicht praxistauglich sind.

    Ja es gibt in Kleve Verbesserungsbedarf im ÖPNV- nur sehe ich leider niemanden, der sich hier zielführend mit beschäftigt.

  11. 11

    Habe jetzt auch mal die VRR-App ausprobiert. Wenn ich nur ein Wort eingegeben habe, wollte sie sofort wissen, ob ich meinen Gerätestandort mitteilen möchte. Nach Ablehnen kommt irgendwie immer wieder diese Frage. Also bin ich im Internet auf die Website vom VRR gegangen und da zur Reiseauskunft, wo um 20.46 Uhr der nicht erschienene Niederflurbus ausgegeben wird, und ja, es ist ziemlich unüblich, dort auf den Info-Button zu drücken, wo der TaxiBus auftaucht, oder beim Anbieter zu bestellen. Da kommt man erst mal nicht drauf.

  12. 10

    Ich benutze auch für Busverbindungen die Reiseauskunft in der Bahn-App. Da steht der TaxiBus um 20.46 Uhr Richtung Römerstraße fett gelb als „RUF 57“ drin. Wenn man die Verbindung aufklappt, sind da alle notwendigen Infos hinterlegt.

    Vielleicht hat jemand den TaxiBus bestellt und hat ihn dann doch nicht gebraucht, aber nicht abgesagt. Der Fahrer hat wahrscheinlich (nicht zum ersten Mal) gedacht, ok, dann halt nicht und ist abgefahren.

    Die Leute an der Haltestelle wussten offenbar alle nichts von der Option TaxiBus.

    Die Frage, die bleibt: Warum ist die Bahn-App so selbsterklärend gut und die NIAG-App nicht?

    Vermutung: Die Bahn-App ist ein Aushängeschild und sie ist wirklich sehr benutzerfreundlich, weil wohl sie wohl mit entsprechendem Etat konzipiert ist und gepflegt wird.

  13. 9

    @ÖPNV Nutzerin Ich möchte jetzt keine „battle“, aber mein Ansatz ist – vereinfacht gesagt –: Es muss fluppen, so wie bei einer guten App, bei der man auch nicht nachdenken muss, wie es weitergeht. So wie zb beim Deutschlandticket, das das Nachdenken über Tarifwaben und deren Grenzen und Ausnahmen zu bestimmten Uhrzeiten und und überflüssig gemacht hat. Was ist daran so schwer?

  14. 8

    @rd

    Das praktizierte ist wie ich erläutert habe nicht neu. Und selbst wenn sie in andere Städte gehen, ist das Vorgehen identisch oder es gibt Tag/Nachtfahrpläne.

    Ich fahre seit über 20 Jahren mit dem ÖPNV und die kleinen Ziffern wurden mir tatsächlich schon sehr früh beigebracht.

    Ich bin da eigentlich guter Hoffnung, dass auch nicht Klever eigentlich einen Busplan verstehen können.

    Das der ÖPNV hier nicht immer zuverlässig ist, das kenne ich selbst wobei es oft an den zu langen Linien und der vom Stadtverkehr geprägten Verspätungen liegt. Wenn die angesammelte Verspätung zu groß wird, fällt leider dann auch mal eine Linie aus.

    @3
    Ich möchte sie nicht enttäuschen, aber die hier eingesetzten Busse verfügen idR über keine Klimaanlage außer dem Fenster. Selbst die Fahrer haben somit das identische Hitzeproblem. Das kann man bei einem netten Gespräch mit diesen erfahren.

    Und das hier nicht die neusten Fahrzeuge eingesetzt werden, liegt leider ein wenig an der dörflichen Lage. Die Busse haben ihre Abschreibungsjahre zeitlich voll aber kilometermäßig nicht, wenn sie vorher in größeren Städten für kürzere Strecken eingesetzt werden. Die Kilometer sammeln sie dann noch auf dem Land… ist reines wirtschaftliches Denken. Und das manche Busse aussehen wie sie aussehen liegt leider auch oft an den Nutzern, da ich kaum Glaube, dass ein Fahrer den Bus mutwillig zerstört oder anmalt…

    Zudem wenn bei der Bevölkerung augenscheinlich kein Interesse am ÖPNV liegt, dann wird sich auch nicht ändern, da bekanntlich Angebote auch von der Nachfrage abhängig sind. Leere Busse kann sich kein Unternehmen auf Dauer leisten, auch nicht mit Hilfe der Zuschüsse.

  15. 7

    @ÖPNV Nutzerin Es ging ja nicht darum, blamestorming zu betreiben, sondern die strukturelle Gedankenlosigkeit anzuprangern. Das Angebot sollte schon so konstruiert sein, dass ein Kunde nicht vorher das Kleingedruckte studieren muss, um zu wissen, ob er einen Bus bekommt oder nicht. Kein Tourist, der mit der Bahn zum ersten Mal in Kleve ankommt und noch etwas weiter muss, wird das gestern praktizierte System verstehen.

  16. 6

    @5.
    Wie immer! allwissend? 😉

    Aus der Praxis:
    z.B.: Stadt und ÖPNV sollten eng zusammen arbeiten.
    Die Stadt sollte eigentlich als Aufgabenträger den Rahmen für den ÖPNV vorgeben.
    Der ÖPNV ist normalerweise das wirtschaftliche und soziale Rückgrat einer Stadt.
    Es sollte die Lebensader für den Alltag, die Mobilität der Menschen möglich machen.

    Also, wenn man mit den Gedanken nur im „Mittelalter“ schwelgt, kann man eventuell in der Realität auf die Gegenwart vergessen? 🙂

  17. 5

    @4 Das ist konstruierter Unsinn.

    Probleme bei der NIAG haben nichts mit irgendwelcher Werbung in Sachen Stadtgeschichte zu tun.

  18. 4

    Wenn man für Kleve sehr viel mit der geschichtlichen Mittelalterzeit Werbung betreibt und sich überhaupt nicht für Neuerungen öffnet, muss man sich nicht wundern, wenn man in dieser Zeit „stecken geblieben“ ist.
    Touristen finden so etwas in ihrer Ferienzeit vielleicht „lustig“ und hinterwelterisch, während man in anderen Städten auf die Gegenwart und Zukunft hinarbeitet.
    Junge Menschen finden hier keinerlei Bindungspotenzial und gehen einfach.

  19. 3

    Auch der Zustand der Busse signalisiert schon „Willkommen im Hippeland“. Displays, Haltewunsch-Taster, Griffe, Sitze, es knirscht und knarzt. Die malträtierte Technik ruft viel tausendfach: “ wir sind am Arsch „.
    Das Polen der frühen 90er. Alles was einigermaßen aufgenudelt ist, kommt an den untersten Niederrhein. In Moers ist es schon erheblich besser. Aber da ist ja auch die Zentrale – also die mit den Bussen…

  20. 2

    Die Niag erlaubt sich jeden Tag neue Späße. Man muss nur oft genug auf den Bus angewiesen sein um einige davon zu erleben. Das Eindrucksvollste in der letzten Zeit: die Klimaanlage im Bus. Funktioniert nicht weil kaputt, funktioniert nicht, weil Sprit gespart werden muss, funktioniert nicht, weil Busfahrer nicht weiß, wie.

  21. 1

    Dass der beauftragte Taxifahrer, häufig handelt es sich dabei um ein Subunternehmen, sich nicht entsprechend kenntlich gemacht hat, ist natürlich nicht in Ordnung und sollte so auch angesprochen werden.

    Allerdings ist dem Fahrplan sowohl in der App (über den Hinweis-Button) als auch in der gedruckten Ausgabe, wie seit Jahrzehnten üblich durch entsprechende Kleinbuchstaben bzw. Hinweise, zu entnehmen, dass zu dieser Uhrzeit lediglich ein vorher zu bestellender Taxibus bzw. Rufbus fährt. Dieses Angebot ist keineswegs neu, sondern gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten.

    Ich habe diesen Service selbst vor einigen Jahren genutzt. Bei der Bestellung, mindestens 30 Minuten vor der Abfahrt, wie es sowohl in der App als auch im gedruckten Fahrplan angegeben ist, kann und sollte man die Anzahl der Personen sowie besondere Anforderungen mitteilen. So habe ich damals beispielsweise mit einem Kleinkind den Service genutzt und bereits bei der telefonischen Bestellung angegeben, dass ein Kinderwagen mitgenommen werden muss und ein Kindersitz benötigt wird. Das war überhaupt kein Problem.

    Wenn sich für eine Fahrt bzw. Strecke mehrere Personen anmelden, wird aus dem zunächst eingesetzten Taxi gegebenenfalls auch ein Großraumtaxi oder Kleinbus. Ebenso kann und sollte man bei der Bestellung darauf hinweisen, wenn beispielsweise ein Rollstuhl, ein Fahrrad oder andere größere Gegenstände mitgenommen werden müssen.

    Natürlich ist es ärgerlich, wenn eine solche Fahrt nicht wie erwartet funktioniert. Aber vielleicht sollte man in einem solchen Fall zunächst auch hinterfragen, ob bei der Buchung alle notwendigen Angaben gemacht wurden und ob es möglicherweise ein Kommunikationsproblem zwischen Fahrgast, Vermittlung und ausführendem Unternehmen gab.

    Auch ein an einem Bussteig wartendes Taxi kann, gerade zu den entsprechenden frühen oder späten Zeiten, ein Hinweis darauf sein, dass hier kein regulärer Linienbus, sondern ein bestellter Taxibus eingesetzt wird. Eine eigene kurze Nachfrage beim Fahrer kann in solchen Situationen ebenfalls helfen.

    Das Taxi-/Rufbussystem ist jedenfalls keineswegs neu und wird gerade in den frühen Morgenstunden, beispielsweise von Pendlern in Richtung Industriegebiet, regelmäßig genutzt.

    Ärgerlich ist es natürlich, wenn es im konkreten Fall nicht funktioniert hat. Trotzdem wäre es meines Erachtens sinnvoller, zunächst mit den beteiligten Akteuren das Gespräch zu suchen und gemeinsam nach der Ursache und einer lösungsorientierten Verbesserung zu suchen, anstatt den gesamten ÖPNV aufgrund eines einzelnen Vorfalls grundsätzlich infrage zu stellen oder schlechtzureden.