Ende einer Ära: Volksbank Kleverland verabschiedet Influencer Theo Brauer

Theo, Maskottchen Eddy, Volksbank-Mitarbeiter

Das Word-Dokument, das die Volksbank Kleverland zu diesem Anlass als Pressemitteilung versandte, hieß „Abschied Theo.docx“, und vielleicht besser als alle 184 Wörter, die das Dokument enthielt, sagte womöglich genau dieser Titel etwas darüber, was der ehemalige Bürgermeister nach seinem Ausscheiden aus dem Amt für die Bank war.

Der Bürgermeister a.D. war einfach Theo, der Schulterklopfer und Händeschüttler, der Duzfreund und Döntjeserzähler. Offiziell war sein Titel „Markenbotschafter“. Man weiß gar nicht, ob die Volksbank Kleverland irgendwas in den sozialen Netzwerken macht, aber wirkmächtiger als alle technischen Konstrukte im virtuellen Raum war das Netzwerk, das Theo Brauer in Diensten der Bank von Handschlag zu Handschlag weiter ausbaute, ein Besuch hier, ein Besuch da, ein Lächeln für die Kamera im Tiergarten und noch eines bei einer Scheckübergabe für wohltätige Zwecke.

Theo Brauer war schon Influencer, bevor es den Begriff überhaupt gab. Doch alles hat seine Zeit, und bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte – der Trendguide-Niederrhein-Party im Hotel Elaya im vergangenen Juni im Elaya – war zu zu sehen, dass die Zeit auch nicht spurlos an dem gelernten Sonderpädagogen vorbeigegangen war. Dass Theo Brauer nach seinem Amt überhaupt zur Volksbank kam, war Frank Ruffing zu verdanken, dem ehemaligen Vorstandschef der Bank, der im vergangenen auf Beschluss der Vertreterversammlung seinen Posten räumen musste (dazu mehr in Kürze). Die beiden verstanden sich, wohl auch, weil der eine dem anderen in seiner Extrovertiertheit nicht viel nachstand.

Das Ende der Ära Ruffing läutete bei der Volksbank Kleverland auch intern einen Prozess des Aufräumens ein, und in diesem Zusammenhang kamen die Leitung der Bank und der ehemalige Bürgermeister überein, das Engagement nicht weiter zu verlängern. Brauer, nunmehr 77 Jahre alt, darf seinen Ruhestand nun ohne weitere Verpflichtungen genießen. Ein Wohnmobil hat er sich gerade gekauft, offenbar steht ein Lebensabend als Vagabund bevor.

Hier noch der Text der Pressemitteilung im Wortlaut:

Volksbank Kleverland verabschiedet Theo Brauer als langjährigen Markenbotschafter

Fast zehn Jahre lang war Theo Brauer ein bekanntes und geschätztes Gesicht der Volksbank Kleverland. Als Markenbotschafter hat er die Bank mit großer Leidenschaft, viel Herzblut und echter Überzeugungskraft nach außen vertreten. Ob bei Veranstaltungen, Begegnungen in der Region oder im persönlichen Gespräch – Theo Brauer verstand es wie kaum ein anderer, Menschen mit seinen Worten zu erreichen.

Mit seiner offenen, bodenständigen Art sowie seiner spürbaren Verbundenheit zur Bank und zur Region hat er das öffentliche Bild der Volksbank Kleverland in besonderer Weise geprägt. Für seinen unermüdlichen Einsatz, seine Verlässlichkeit und seine wertvolle Arbeit über all die Jahre hinweg gilt ihm ein ganz besonderer Dank der Volksbank Kleverland.

Nun verabschiedet sich Theo Brauer im Alter von 77 Jahren aus dieser Aufgabe. Für die kommende Zeit wünscht ihm die Volksbank Kleverland von Herzen alles Gute, Gesundheit und viele schöne Momente. Seine „freie Zeit“ wird er dabei ganz bestimmt zu nutzen wissen – vermutlich auf Reisen und mit vielen schönen Erlebnissen in seinem neuen Wohnmobil.

Die Volksbank Kleverland sagt herzlich Danke für fast zehn Jahre großartigen Einsatz in der Region.

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12 Kommentare

  1. 12

    @11: Es geht in meinem Kommentar nicht allein um Theo Brauer. Dann hätte ich geschrieben „dieses Menschen“! Im Übrigen stimme ich mit Ihnen darin überein, dass die Lebensleistung der meisten Menschen kaum Erwähnung findet. Und wenn, dann wird nach irgendeinem Haar in der Suppe gesucht. Ist doch schade, oder nicht?

  2. 11

    @10 Michael Bay „Warum kann man nicht einfach die Lebensleistung eines Menschen anerkennen?”

    Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Lebensleistung fast aller Menschen nicht anerkannt, sondern als selbstverständlich genommen oder schlicht und einfach gefordert wird? Ich weiß nicht, ob ich es ärgerlich, ignorant oder borniert finden soll, dass bei Menschen, die prominent sind oder waren, offenbar ein anderer Maßstab angelegt wird als bei dem Rest der Menschheit.

  3. 10

    Warum kann man nicht einfach die Lebensleistung eines Menschen anerkennen?
    Auch wenn man persönlich andere Schwerpunkte gesetzt hat oder setzt.

  4. 9

    Als langjähriger ehemaliger Mitarbeiter der Fa. National (vielen bekannt als Organchemie) ist mir Theo Brauer als häufiger Gast bei Ausbauphasen oder Erweiterungen in Erinnerung. Sektglas in der Hand, Schnittchen futtern und in die lokale Kamera grinsen.
    Als nach der Übernahme von Henkel der Laden dichtgemacht wurde, habe ich von Herrn B. nix mehr gesehen – weder auf einer Kundgebung, noch auf einer Versammlung noch auf einer Krisensitzung. Da lobe ich mir Frau B. Hendricks, die zumindest durch ihre Anwesenheit und Anteilnahme moralischen Beistand geleistet hat – gegen die „Heuschrecken“ konnte sie natürlich auch nichts tun. Aber es war zumindest eine Geste – unabhängig, wer gerade wann in welcher politischen Position war.

  5. 8

    Ein beneidenswerter ,nahezu heroischer Nachruf ,der den alten Nibelungen Fan Richard W. evtl. zu einem neuen Helden Epos motiviert hätte .😁 ☝🏼…es gibt sich halt noch die 😳….. 🍻 🥳

  6. 7

    @6 Steez
    Befragen Sie doch einmal eine KI, ob es eine Verbindung zwischen dem Aufsichtsratvorsitzenden der Volksbank Kleverland und dem früheren Geschäftsführer der Firma Wolters Nutzfahrzeuge (bzw. dem heutigen Geschäftsführer Herrn Schulte) gibt … Möglicherweise fällt dann die 10 Cent-Münze betreffend des Hintergrunds für die Frage unter @1.

  7. 5

    …….Das Ende der Ära Ruffing läutete bei der Volksbank Kleverland auch intern einen Prozess des Aufräumens ein, und in diesem Zusammenhang kamen die Leitung der Bank und der ehemalige Bürgermeister überein, das Engagement nicht weiter zu verlängern. Brauer, nunmehr 77 Jahre alt, darf seinen Ruhestand nun ohne weitere Verpflichtungen genießen. Ein Wohnmobil hat er sich gerade gekauft, offenbar steht ein Lebensabend als Vagabund bevor. ……

    Besser hätte man es nicht ausdrücken könne, Danke Ralf Daute

  8. 4

    Ein Schritt, um nach der „Ära“ Ruffing wieder Vertrauen in die VoBa aufbauen zu können.

  9. 2

    Es wäre schon hilfreich, wenn T.Brauer das Grauwasser aus dem Wohnmobil nicht in den Gully schüttet, von wo aus es ungefiltert in den Kermisdahl fließt, sondern, wie vorgeschrieben, in eine Entsorgungsstation für Grauwasser aus Wohnmobilen. Aber er ist bestimmt lernfähig.