Es ist eines dieser Projekt, das gefühlt nie zu Potte zu kommen scheint – das Haus des Gedenkens und Erinnern, das der vor drei Jahren gegründete Verein gleichen Namens auf dem Synagogenplatz an der Schwanenburg errichten möchte. Drei Millionen Euro soll das Gebäude kosten, das dann zwei Zwecken dienen soll. Zum einen soll darin die Klever Geschichte in Bezug auf Rassismus und Antisemitismus aufgearbeitet werden, zum anderen aber soll mit verschiedenen Formaten aufgearbeitet werden, wie Ausgrenzung entsteht und wie eine Gesellschaft sich gegen diese Tendenzen zur Wehr setzen kann.
„Wissen mit Identitätsbezug“, so nennt Verbeet das Konzept. Beispielsweise soll ein Raum der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl gewidmet werden, die in der Nazizeit als Kind mit ihren Eltern aus Kleve vor der Verfolgung flüchtete. „Das Haus vermittelt die Geschichte von Verfolgung, Unterdrückung, Besatzung sowie Befreiung und wird zu einem lebendigen Ort grenzüberschreitenden Nachdenkens über Gegenwart und Zukunft unseres Zusammenlebens“, so heißt es in dem Flyer des Vereins.

Am Dienstag lud nun Edmund Verbeet, der Vorsitzende des Vereins Haus des Erinnerns und Gedenkens (HdEuG), zu einer Pressekonferenz, denn gleich zwei Meilensteine auf dem Weg zur Errichtung des Gebäudes konnten vermeldet werden. Die Finanzierung der planerischen Voraussetzungen steht. Dazu reichten bisher eingeworbenen Spenden aus, zudem gab es einiges an Pro-bono-Leistungen, etwa der beteiligten Architekten Hülsmann Thieme Minor, die die Idee zu der markanten Faserverbundfassade hatten. Nun muss nur noch die Stadt Kleve den Bebauungsplan ändern, doch da wurde bereits Entgegenkommen signalisiert. Die Liegenschaft selbst, der Standort der Synagoge, die in der Progromnacht 1938 von den Nazi abgebrannt wurde, soll von der Stadt Kleve in eine (noch zu gründende) Stiftung eingebracht werden.
Für den zweiten Abschnitt gelang es dem Verein nun, einen starken Partner für die Sache zu begeistern – die Bethe-Stiftung, von den Unternehmern Roswitha und Erich Bethe 1996 ins Leben gerufen, erklärte sich bereit, das Projekt mit der „Aktion 1 = 2“ zu unterstützen. Das heißt: Für jeden Euro, den der Verein als Spende eintreibt, legt die Stiftung einen weiteren dazu. Das gilt bis zu einer Summe von 25.000 Euro, sodass maximal 25.000 Euro gefördert werden. Die maximale Höhe der Einzelspenden beträgt 2000 Euro. Die Aktion läuft vom 1. September bis zum 30. November.
Die Rechnung des Vereins geht wie folgt: Ziel ist es, insgesamt etwa 300.000 Euro zusammenzubekommen – der Rest soll dann wiederum durch existierende Förderprogramme aufgebracht werden (diese sehen üblicherweise einen Eigenanteil von zehn Prozent vor). Einen konkreten Zeitrahmen konnte der Verein noch nicht benennen, allerdings ist geplant, bis zur Landesgartenschau schon die Fundamente der Synagoge freigelegt und mit Glasplatten abgedeckt zu haben. Auf diese Weise sollen sie für die Besucher des Ortes bereits begehbar sein. Bis zur Fertigstellung des Hauses des Erinnerns und Gedenkens können aber noch zehn Jahre vergehen, „aber wenn man nicht anfängt, passiert gar nichts“, so Edmund Verbeet.
Rückendeckung erhielt das Projekt von Sylvia Löhrmann, der Antisemitismusbeauftragten in Nordrhein-Westfalen, die das Konzept ausdrücklich lobte. Sie kannte das Projekt aus Kleve und vermittelte den Kontakt zu der Stiftung, in dessen Beirat sie ebenfalls vertreten ist. Schon gestern vermeldete der Verein den Eingang einer ersten Spende in Höhe von 450 Euro.
Wer Spenden möchte, überweise seinen Betrag bitte an:
Haus des Erinnerns und Gedenkens e.V.
Kontonummer: DE24 3245 0000 0030 0941 71
Stichwort: Verdoppelung Bethe-Stiftung



@57. pd
So einiges, was zum Thema gehört, haben wir in diesem Thread noch nicht mal gestreift. Aber ich will jetzt nicht ein oder zwei Fässer aufmachen, wenn die Diskussion offenbar schon ihr Ende erreicht hat.
@53 Danke.
Faszinierend. Ich kriegs btw immer noch nicht hin… ausser dass ich das jetzt zum 10x runter geladen habe. Aber lassen wir das, ist ja peinlich.
@56
Amen.
Damit klinke ich mich dann auch aus. Zuviel Meinungsgleichheit für mich, langweilig 😉
@51. pd
Zitat aus Post 29:
„Deutlicher kann die Tatsache nicht beschrieben werden: Der Antisemitismus des radikalen Islamismus ist genozidal. D.h. radikal islamistische Terrororganisationen und Menschen, die sich dem radikalen Islamismus verschrieben haben, wollen Israel und alle Juden vernichten.
Ich glaube 100%ig, dass dem so ist. Somit ist m.E. der Antisemitismus des radikalen Islamismus zur Zeit die größte Gefahr für Juden in Israel und überall auf der Welt. Ich vermute, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind.”
https://www.kleveblog.de/haus-des-erinnerns-und-gedenkens-ploetzlich-kommt-bewegung-in-die-sache/#comment-463171
Wenn ich nicht dieser Meinung gewesen wäre, hätte ich es nicht geschrieben. Gefahr ist aber nicht etwas, was endlich ist. Die Tatsache, dass radikal islamistischer Antisemitismus zur Zeit die größte Gefahr ist und höchstwahrscheinlich auch in den nächsten Jahrzehnten sein wird, schließt nicht aus, das es weitere Gefahren gibt, die an Gefährlichkeit (u.U. stark) zunehmen. In welchem Maße dies der Fall sein wird, wird sich in Zukunft zeigen. Wir haben heute einen enormen Wissensvorsprung. Es ist viel zu den Themen Holocaust und Nationalsozialismus geforscht worden. Dieser Wissensvorsprung bringt uns aber nur etwas, wenn wir nicht von vornherein gewisse Bereiche ausblenden. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
@53 Merci!
„Direktlink zum download bin ich zu blöd für.“ 😉
Für zukünftige Quellen: Wenn Sie das PDF geöffnet haben, einfach die Adresszeile oben kopieren (egal wie lang sie ist).
Letzter Absatz: Ist wohl so. Glaube aber, es geht vor allem um Israel.
Wenn ich es richtig sehe, dann geht es bei den Posts 42 bis 44, 46 und 48 bis 50 um folgendes Dokument:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/2025PMKFallzahlen.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Das Factsheet mit dem Titel „Bundesweite Fallzahlen 2025 Politisch motivierte Kriminalität”, das vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht worden ist, enthält unter 5. Hasskriminalität, welches ein Oberthemenfeld (OTF) ist (ab Seite 13) mit dem Unterthemenfeld (UTF) Antisemitismus wozu es auf Seite 16 eine Tabelle gibt.
Des Weiteren enthält das Factsheet unter 10. Straftaten im Kontext des Nahost-Konfliktes (Seite 32 und 33) mit der Tabelle „Tabelle 30: Entwicklung der politisch motivierten Straftaten unter Nennung der UTF „Israel“ und „Palästina“ in den einzelnen Phänomenbereichen im Vergleich des Berichtszeitraums zum Vorjahr (2025 zu 2024)”
und der Tabelle „Tabelle 31: Entwicklung der politisch motivierten Straftaten unter Nennung des UTF „Hamas“ in den einzelnen Phänomenbereichen im Vergleich des Berichtszeitraums zum Vorjahr (2025 zu 2024)”
🙄 ! 😂 👍🏼 🤣 🤣 🤣 🤣 👏🏼👏🏼 👋🏼 … 🍻 🥳
@49 Chewgum
Sie verstehen mich falsch und interpretieren zuviel in meine Worte.
Ich habe nirgendwo geschrieben dass Sie mein Argument abtun wollen. Im Gegenteil, ich finde es gut wenn man Dinge hinterfragt.
Was die Statistik, die ich zitiere sagt ist, dass die große Mehrzahl der Gewalttaten im Bereich Hasskriminalität, der aus einer antijüdischen Haltung heraus begangen wird, nicht von rechts kommt. Das schrieb ich doch schon wiederholt und btw.. ich hatte so eine Ahnung aber ich war verwundert.
Quelle ist eine Tabelle die das BKA als pdf zur Verfügung stellt. Direktlink zum download bin ich zu blöd für.
Aber wir können es gerne gut sein lassen. Wir sind uns ja einig dass es auf Fakten ankommt.
Ich kann ja in ähnlichem Stil bei
@47 Eine lange Geschichte
weitermachen. Sie schreiben:
„In Anbetracht dessen und der Tatsache, dass die AfD 43,8 % bei der Wahl erzielt hat, gibt es in Deutschland ganz real einen Antisemitismus, der NICHT importiert ist.“
Egal ob das in meine Richtung ging, ich habe nie etwas anderes behauptet. Es bleibt aber bei meinem o. b. Fakt bezüglich der Ausführungen des BKA die im übrigen auch ganz reale Folgen haben. Gibt es bspw. etwas realeres als Gewaltdelikte oder sogar Tötungsdelikte? Bei den politisch motivierten Tötungsdelikten auch 2/3 nicht von rechts, Steigerung bei den Tötungsdelikten wegen religiöser Ideologie +100% (von 5 auf 10(!)). Ob hier auch Juden betroffen sind, wurde nicht ausgewiesen aber aus der Presse kenne ich zumindest den Messeangriff auf einen jüdischen Touristen am Holocaust Mahnmal.
Und einen weiteren Punkt bezüglich Ihrer Aussage möchte ich zu bedenken geben. Bei der Bundestagswahl 2025 hatten ca. 20% der Afd Wähler Migrationshintergrund. Zu Sachsen-Anhalt sind noch keine Daten veröffentlicht.
Die Gleichung Antisemitismus der AfD Wähler/Anhänger = deutsch = nicht importierter Antisemitismus
stimmt so also nicht oder ist zumindest ungenau.
Alles in allem finde ich zumindest für mich hier keine Argumente, die den Post @29 entkräften. Hier nochmal die Kernaussage, der ich zu 100% zustimme:
Der Antisemitismus des radikalen Islamismus ist genozidal. D.h. radikal islamistische Terrororganisationen und Menschen, die sich dem radikalen Islamismus verschrieben haben, wollen Israel und alle Juden vernichten. Somit ist m.E. der Antisemitismus des radikalen Islamismus zur Zeit die größte Gefahr für Juden [auch in Deutschland]
Ergänzung
„Was glauben Sie, wieviele % Ihrem Link gefolgt sind geschweige denn, die Seite durchgearbeitet haben.“
Das war ja nicht nötig, weil ich das Zitat gepostet habe. Der Link war nur die Quellenangabe.
@48 pd Ich war keineswegs verwundert (woraus wäre das zu schließen?), aber jetzt wundere ich mich.
Es ist doch so, dass ich ihr Argument prüfen wollte statt es abzutun.
Ich habe nur keine Zeit, PDFs „durchzuarbeiten“ (vor allem nicht, wenn ich nicht weiß, welches genau), um die Stelle zu finden. Ich werde jetzt auch keine KI einsetzen, um ihre Kommentare nachzuvollziehen 😉 Es ist einfach immer sehr angenehm (und nett, ja), wenn man die entsprechende Stelle schon als Zitat mit Quellenangabe mitgeliefert bekommt. Das vereinfacht einen Austausch.
Wenn es objektive Fakten gibt, dann ist es so. Sich dagegen zu verschließen, halte ich grundsätzlich für nicht zielführend.
Ich weiß nun nicht, was die Statistik, die Sie meinen, sagt. Ich habe nur noch eine Anmerkung zu der Statistik, die ich in 13 verlinkt hatte: „Ausländische Ideologie“ bedeutet in der PKS nicht unbedingt „Ausländer“.
Vielleicht belassen wir es im Moment beim Stand der Diskussion.
@46 Chewgum
Nett? Ist das nicht die kleine Schwester von …
Jetzt haben Sie sich erstens gewundert, dass Sie mit Ihrer Skepsis falsch lagen und ich Recht in der Sache hatte. Zweitens haben Sie gemerkt, dass ich mit einer weiteren Kleinigkeit richtig lag, die Information war schwer zu finden. Was glauben Sie, wieviele % Ihrem Link gefolgt sind geschweige denn, die Seite durchgearbeitet haben. Ob man aus dem versteckt sein der Info Schlüsse zieht und welche, ist zum Glück individuell.
Wenn Sie sich weiter hinterfragen wollen: es gibt Kritik an der Statistik bezüglich der Zuordnung rechter Propagandadelikte. Die KI hilft da gerne. Mein Tipp: direkt nur auf seriöse Quellen konzentrieren, bspw. die Antwort der Regierung auf die kleine Anfrage.
Müssen Sie alles selber wissen. Leichter wird das Leben jedenfalls nicht wenn man viel hinterfragt. Ist ein komisches Hobby.
Achso, und wer lässt sich schon gerne manipulieren. Erst Recht nicht von der vermeintlichen Gegenseite. Und was soll das hier gerade sein? Etwa Manipulation?
Nicht nett aber Immerhin bin ich ehrlich. Schließlich habe ich eingangs schon geschrieben, was ich von nett halte 🙂
ABER gerne im Hinterkopf haben: auch für mich gilt, was ich 99% der Schreiberlinge zugestehe: ich meine es gut.
Nicht verwechseln mit, ich liege richtig, lieber hinterfragen… 😉
Eine Korrektur zu Post 45: Im verlinkten Text ist nicht von AfD-Wählern die Rede, sondern von AfD-Angängerinnen und -Anhängern.
https://www.kas.de/documents/d/guest/keine-alternative_afd-und-israel
Auszug aus der Studie „Studie: „Erschreckend viele Wähler der AfD teilen Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen“”
„Konkret fanden die Forscher heraus, dass AfD-Anhänger nicht nur mehrheitlich chauvinistischen und ausländerfeindlichen Aussagen zustimmten, sondern viele von ihnen auch eine rechtsautoritäre Diktatur bevorzugten und Demokratie ablehnten. Die Wissenschaftler, unter ihnen auch ein Forscher der Universität Siegen, bescheinigten ihnen zudem ein hohes Maß an Antisemitismus, Sozialdarwinismus sowie einen „ausgeprägten Hang zur Verharmlosung des Nationalsozialismus“. 80,6 Prozent der AfD-Wähler hätten angegeben, sich durch „die vielen Muslime“ fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent finden, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Ein Großteil stellte triftige Asylgründe wie Verfolgung im Heimatland infrage.
Zudem war der Umfrage zufolge jeder fünfte AfD-Anhänger bereit zur Anwendung körperlicher Gewalt, um eigene Interessen durchzusetzen. Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler findet Ressentiments gegen Juden mindestens teilweise verständlich. „Bei keiner anderen Partei nutzen die Anhänger so offen die Möglichkeit, ihren Antisemitismus zu äußern“, erläutert der ebenfalls an der Auswertung beteiligte Soziologe Dr. Johannes Kiess von der Universität Siegen. Über ein Drittel der AfD-Wähler befürchteten, dass hinter politischen und sozialen Ereignissen in der Welt geheime Organisationen mit großem Einfluss stecken. Decker betont, dass „erschreckend viele Wähler der AfD diese Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen teilen“.
„Dass diese Motive in einigen Teilen der Bevölkerung geteilt werden, diese eine parlamentarische Repräsentanz haben und damit auch als legitim erfahren werden, macht das Risiko weiterer rassistischer Terroranschläge groß“, warnt Decker.”
https://idw-online.de/de/news732040
In Anbetracht dessen und der Tatsache, dass die AfD 43,8 % bei der Wahl erzielt hat, gibt es in Deutschland ganz real einen Antisemitismus, der NICHT importiert ist.
Zumindest der Link zum konkreten PDF wär nett gewesen.
Den Link hatte ich übrigens eingestellt.
Sachen-Anhalt nach der Wahl und was das Ergebnis mit uns und dem Antisemitismus zu tun hat.
https://www.kas.de/documents/d/guest/keine-alternative_afd-und-israel
Ja, wir sind hier in NRW. Ist klar, aber vielleicht trotzdem diese Analyse
„Keine Alternative: Die AfD und Israel
Ausprägungen, Funktionen und Wahrnehmungen der „Israel-Solidarität“ der AfD” von Andreas Jacobs, Felix Bäuml lesen. Ich glaube, das ist sehr aufschlussreich. Dazu auch Erkenntnisse über AfD-Wähler bezüglich Antisemitismus.
@43 Chewgum
Der link zum BKA ist im Kommentar 13 gepostet worden. Dort das zum download bereitgestellte pdf durcharbeiten.
@pd
„Die PKS bezüglich Gewalttaten besagt, dass die große Mehrzahl der Angriffe auf Juden in D NICHT von rechts kommt.“
Haben Sie dazu einen Link?
@41 Chewgum
“ Sie folgern daraus implizit, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dass man Palästinenser aus den palästinensischen Gebieten und Israelis nur in einem Staat mit einer Art Grundgesetz zusammenbringen muss, dann wird sich der Nahostkonflikt erledigen. “
Wenn es doch nur so einfach wäre. Das ist es nicht. Leider.
Ich wollte mit etwas Hoffnungsvollem schließen. Es könnte Verbesserungen geben wenn alle wollten und am Ende des Weges darf von mir aus gerne ein Staat Palästina stehen der friedlich mit Israel koexistiert.
Es wollen nicht alle. Und Fakt ist und bleibt: palästinensisches Leben in Israel ist möglich. Jüdisches Leben im Gazastreifen ist nicht möglich. Erkennbare Juden in Gaza, egal ob Frauen, Kinder, Greise… würden direkt massakriert oder unter bestialischen Bedingungen eingekerkert.
Um wieder zum Thema zu kommen: der Arm der Hamas reicht weit. Für Juden wird es in Europa immer gefährlicher. Die PKS bezüglich Gewalttaten besagt, dass die große Mehrzahl der Angriffe auf Juden in D NICHT von rechts kommt.
@39 pd
„Es gelang ihnen, Stereotype und Vorurteile gegenüber Palästinensern in Israel in Frage zu stellen und abzubauen.“
Die palästinensischen Lehrer im Schuldienst in Israel sind israelische Staatsbürger und leben in Israel.
Sie folgern daraus implizit, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dass man Palästinenser aus den palästinensischen Gebieten und Israelis nur in einem Staat mit einer Art Grundgesetz zusammenbringen muss, dann wird sich der Nahostkonflikt erledigen.
Das glaube ich nicht. Hauptgrund: Für Israelis war ein solcher Gedanke schon vor dem 07.10.2023 kaum vorstellbar und danach erst recht nicht, auch wenn natürlich die Hamas für die Angriffe verantwortlich war. Und die Palästinenser streben nach politischer Unabhängigkeit.
Es ist im Laufe der Jahre und Jahrzehnte einfach zu viel vorgefallen. Da reicht der Abbau von Stereotypen (auf beiden Seiten) nicht, auch wenn das natürlich trotzdem sinnvoll wäre.
Der zugrunde liegende Konflikt lässt sich auch nicht einfach auflösen, solange Israel in der Region nicht vollständig akzeptiert wird. Wer mit einer latenten Bedrohung leben muss, wird keine Sicherheitsmaßnahmen wie z. B. Grenzanlagen einfach aufgeben und sich öffnen.
„Die Gewalt muss enden
Der Politologe Ivo Scherrer hat familiäre Bande nach Israel und ist dem Judentum stark verbunden. Den Krieg in Gaza und die Handlungsweise der Netanyahu-Regierung verurteilt er aufs Schärfste. Den Vorwurf, das sei eine Form des jüdischen Selbsthasses, findet er inakzeptabel.”
Ein Essay von Ivo Scherrer, 19.07.2025
https://www.republik.ch/2025/07/19/ivo-scherrer-die-gewalt-muss-enden
@34 Chewgum
Sorry, noch vergessen. Ich würde noch einen Gedanken teilen wollen, der sich auf Ihren Absatz:
“ Die Politik der israelischen Regierung… lassen jedenfalls erkennen, dass es um viel mehr geht: um eine dauerhafte Kontrolle über palästinensische Gebiete und um eine Fortsetzung bzw. Intensivierung der Siedlungspolitik, die die Perspektiven der Palästinenser auf einen eigenen Staat weiter einschränkt.“
Mein Gedanke ist, selbst wenn dem so ist (und ich teile ihr Unwohlsein und ihr Gerechtigkeitsempfinden zu gunsten der Palästinenser beim Thema 2-Staatenlösung) wäre das nicht mittelfristig wenigstens eine gewaltige Verbesserung für die Menschen im Gazastreifen und somit ein Schritt in die richtige Richtung?
Wie ich darauf komme?
Es gibt ca. 1.75Mio muslimische Palästinenser, die in Israel unter israelischer Kontrolle leben. Bei allen Anfeindungen, die diese nicht erst seit dem 07.10.23 über sicher ergehen lassen müssen und bei allen Ungerechtigkeiten die palästinensiche Israelis erleben, möchte ich trotzdem auf etwas positives hinweisen, Ausnahmsweise auch mal ein Zitat.
Multikulturalismus Forscherin Dr. Wurud Jayusi:
„Seit mehreren Jahren erforsche ich die Integration palästinensischer Lehrerinnen – Bürgerinnen Israels – im jüdischen Schulwesen (über 3000 palästinensische Lehrerinnen sind an jüdischen Schulen beschäftigt). Ich konnte feststellen, dass diese Lehrerinnen mit ihrer Arbeit an jüdischen Schulen und mit ihren Beziehungen zu den Schülern zufrieden waren. Sie erzählten von großer Unterstützung durch ihre Kollegen und Schulleiter. Es gelang ihnen, Stereotype und Vorurteile gegenüber Palästinensern in Israel in Frage zu stellen und abzubauen.“
Ein Hoffnungsschimmer. Würde es den unter palästinensicher Kontrolle auch geben? Ich hoffe ja, ich befürchte nein.
@ 36
In der Tat: „eine konkrete rechtliche und tatsächliche Begründung“ für die Mittäterschaft kann ich normaler Bürger nicht liefern, da bräuchte ich juristische und forensische Befugnisse und Erkenntnisse, die ich nicht habe!
Aber zwischen der vagen, ungenauen, aber umso mehr (im Gewissen?) brennenden Erkenntnis „Wir machen uns mitschuldig! Wir machen uns zu Mittätern! Wir können Beiträge leisten, wir haben Mittel, zur Beendigung des Mordens beizutragen!“ und dem tatsächlichen Ausmaß der Komplizenschaft wird immer eine riesige Lücke des Wissens bleiben, die uns aber in meiner (!) Auffassung nicht der Verantwortung enthebt!
Diese wird – hoffentlich – einmal durch internationale Untersuchungen, durch die internationalen Gerichtshöfe aufgearbeitet werden!
Wir wissen aber doch, dass wir Waffen liefern!? – Das sei aber keine „automatische Beteiligung“, lese ich, und wundere mich über diese ziemlich schnelle Selbstberuhigung! („Die werden nur umgesiedelt“, hat sich mancher deutscher Mitbürger gesagt, als sie die Abtransporte beobachteten!)
Schon wenn man nur den Verdacht hätte, man könnte zum Mittäter werden, wäre es ein Leichtes, sein Wissen zu erweitern! Über die deutschen Motoren, die in israelischen Kampfpanzern stecken, über die Schiffe, die wir liefern, über israelische Rüstungsfirmen, die in Deutschland produzieren, und mit denen deutsche Unternehmen Kooperationen planen. Über die internationalen Strafbefehle, die „wir“ nicht umsetzen wollen! Über das EU-Assoziierungsabkommen, dessen Kündigung – ein politisches „Druckmittel“ – „wir“ verhindern wollen! Über die politische Dummheit, einen Boykottaufruf gegen israelische Produkte aus den „Besetzten Gebieten“ mit dem Nazi-Aufruf „Kauft nicht bei Juden!“ gleichzusetzen(!!!). Mit der jahrelangen faktischen deutschen Gleichgültigkeit, dass in den „Besetzten Gebieten“ israelische Siedler mit den brutalsten Mitteln die Einheimischen vertreiben, wodurch die Palästinenser-Gebiete immer kleiner und zerstückelter werden, um trotzdem noch zu bestimmten Anlässen mit ernster Miene zu behaupten, man sei ja für die „Zwei-Staaten-Lösung“!
Ob „Deutschland“ erst zur Besinnung kommt, wenn die Klage Nicaraguas wegen völkerrechtlicher Verstöße zur Verhandlung wird?!
@34 Chewgum
Kennen Sie die Gründungscharta der Hamas? Wissen Sie, dass die Hamas Teile der palästinensischen Opposition bestialisch massakriert hat? Wissen Sie, wie groß die Unterstützung für die Terrortruppe unter den Palästinensern ist?
Diese Parallele wollte ich aufmachen. Das Sie die Begrifflichkeiten schwierig finden, akzeptiere ich und natürlich kann ich auch anders formulieren, ich möchte ja niemanden verletzen. Sie haben den Kontext aber völlig falsch verstanden.
Im übrigen sind wir gar nicht so weit auseinander. Ich bin kein großer Netanjahu Fan. Allerdings befürchte auch ich, dass eine 2 Staaten Lösung auf absehbare Zeit nicht mehr möglich ist. Die Schuld dafür ist nicht ausschließlich bei Israel zu suchen, im Gegenteil. Wünschenswert bleibt eine Lösung natürlich, ich hatte Ihnen bereits geantwortet, dass ich den Menschen dort blühende Landschaften wünsche. Leider ist dies aber eine Utopie und in meinen Augen sind die Hamas und ähnliche Terrorgruppen dafür hauptverantwortlich.
Im Übrigen halte ich es auch für strittig, dass in Gaza ein Genozid geschieht. Ich vermute, dass die Juristen des IGH zu dem Ergebnis kommen, dass kein Völkermord begangen wird. Ich könnte aber auch ankerkennen, wenn ich falsch liege und anders entschieden wird. Gleichzeitig bin ich mir sehr sehr sicher, dass das für die extrem linke bubble die hier mitschreibt, nicht gilt für den umgekehrten Fall. Sie würde sich sicher für den besseren Völkerrechtler halten und Verschwörung vermuten oder im Zweifel hatten die Richter halt simpel keine Ahnung. Wir werden sehen, ich mag mich irren.
Das möchte ich aber eigentlich nicht diskutieren. Genau dahin versucht ein anderer Kommentator ja die ganze Zeit die Aufmerksamkeit zu lenken. Das Thema ist aber nicht das Leid der Palästinenser sondern Judenverfolgung (!)
@35
Dass Deutschland Israel politisch unterstützt und Rüstungsgüter liefert, ist unstrittig. Daraus folgt aber nicht automatisch eine deutsche Beteiligung an einem Genozid. Gerade für den Begriff „Mittäterschaft“ wäre eine konkrete rechtliche und tatsächliche Begründung erforderlich.
@ „Leerstelle“
Auf die Ausstellung von Entwürfen zur Gestaltung des Platzes zwischen Marstall und Schwanenburg wird hier im Kleveblog am 1. September hingewiesen. Studenten des aus Kleve stammenden Architektur-Professors Peter Krebs machen sich diesbezüglich Gedanken, und dem fragenden Blick auf die Entwürfe fällt auf, dass die meisten Vorschläge das Haus des Erinnerns und Gedenkens NICHT auf den Platz der Gedenkstätte setzen – offensichtlich als bewusste Entscheidung!
Eingangs des genannten Kleveblog-Beitrags sieht man Peter Krebs auch vor einem der Entwürfe mit dieser Eigenschaft: Das Haus ist einige Meter vor der Gedenkstätte platziert (auch als Pendant zu einem Haus auf der anderen Straßenseite), die Stätte bleibt offen und frei zugänglich!
@ 33
Was heißt denn „Vergleichen“?!
Es gibt das Vergleichen, das Gemeinsames (und Unterschiedliches) beobachtet, sich an Merkmalen und Ähnlichkeiten orientiert. (Diese gegebenenfalls auflistet. Ein wichtige Methode zur Gewinnung von Erkenntnissen!)
Und es gibt das „Vergleichen“ im Sinne des „Gleichsetzens“, insbesondere in moralischer Hinsicht! (Das ist oft der Hintergrund einer Empörung: „Wollen Sie /willst Du etwa das mit … vergleichen!?“)
Das Fatale an unserer Erinnerungskultur ist, dass da oft nicht unterschieden wird, und aktuelle Verantwortlichkeiten durch ein vermeintliches „Tabu“ nicht ergriffen, also vernebelt werden. Dies hat wohl etwas (etwas!) dazu beigetragen, dass wir die deutsche Mitschuld und Mittäterschaft am Genozid in Gaza und den Genozid als solchen zu spät oder nicht erkannt haben!
@30 Ja, Sie haben wohl Recht.
Aber selbst wenn mit dem „Endsieg“ tatsächlich die Hamas gemeint ist, bleibt der Vergleich historisch falsch und sprachlich völlig unpassend.
@24 pd
Letzter Absatz: Sie übernehmen hier ohne Kennzeichnung Nazi-Vokabular.
„Endsieg“ ist kein neutraler Begriff für einen militärischen Sieg. Er bezeichnete in der NS-Propaganda den erhofften endgültigen Sieg Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und damit den Sieg eines Regimes, das Europa erobern und seine rassistische und antisemitische Herrschaft durchsetzen wollte.
Für Juden ist dieser Begriff besonders belastet. Gerade deshalb ist es problematisch, ihn heute im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen Israel und Hamas zu verwenden.
Man kann die Hamas entschieden bekämpfen und ihre militärische Zerschlagung fordern. Aber ausgerechnet den Begriff „Endsieg“ dafür zu verwenden, ist keine historische Einordnung, sondern eine völlig unnötige und irreführende Gleichsetzung.
Für einen militärischen Sieg gibt es viele Begriffe. Ausgerechnet „Endsieg“ ist dafür der denkbar schlechteste.
Ja, ich weiß, dass Sie das vermutlich nicht so gemeint haben. Aber Sie haben an dieser Stelle zu wenig über die historische Bedeutung des Begriffs nachgedacht. Und deshalb muss ich es erwähnen.
Hinzu kommt aber noch ein viel grundsätzlicheres Problem: Ein möglicher Sieg Israels über die Hamas lässt sich nach dem bisherigen Verlauf des Krieges kaum noch isoliert von der Frage betrachten, was dieser Sieg für die palästinensische Bevölkerung insgesamt bedeutet. Die palästinensische Bevölkerung ist nicht die Hamas. Die sehr große Mehrheit der Palästinenser hat weder den Angriff vom 7. Oktober 2023 begangen noch kann man ihr deshalb eine kollektive Verantwortung zuschreiben.
Es bräuchte für ein Grundgesetz einen Staat.
Und genau deshalb passt auch der Vergleich mit den Alliierten und Deutschland nicht. Deutschland war ein Staat, der einen Angriffskrieg begonnen hatte und dessen nationalsozialistisches Regime für diesen Krieg und für die beispiellosen Verbrechen verantwortlich war. Einen vergleichbaren palästinensischen Staat, den man militärisch besiegen und anschließend zu politischen Bedingungen zwingen könnte, gibt es schlicht nicht.
Das deutsche Grundgesetz ist auch nicht im luftleeren Raum entstanden. Es entstand unter der Kontrolle und maßgeblichen Einflussnahme der westlichen Alliierten nach der militärischen Niederlage Deutschlands, aber eben auch in einem klar definierten politischen und institutionellen Rahmen.
Es geht hier auch nicht nur um die militärische Zerschlagung der Hamas. Die Politik der israelischen Regierung und insbesondere die Äußerungen Netanjahus lassen jedenfalls erkennen, dass es um viel mehr geht: um eine dauerhafte Kontrolle über palästinensische Gebiete und um eine Fortsetzung bzw. Intensivierung der Siedlungspolitik, die die Perspektiven der Palästinenser auf einen eigenen Staat weiter einschränkt.
Das passt kein Grundgesetz. Von wem für wen?
Und es gibt ja auch noch andere Akteure im Hintergrund.
Belassen wir es vielleicht dabei.
Nichts für ungut.
@31. Verantwortung durch Erinnern
Sie vermischen in Ihrer Antwort zwei Sachen miteinander:
Das eine ist die Kritik am Vergleich von Israelis und mit Deutschen während des Nationalsozialismus.
Das andere ist die Kritik an der israelischen Regierung und ihrer Kriegsführung, dem israelischen Militär und an Teilen der israelischen Gesellschaft. Sie hatten Wissenschaftler darunter mehrere Holocaustforscher und einen Journalisten genannt, die diese Kritik üben.
Letzteres habe ich aber in Post 27 gar nicht kritisiert. Mein Unbehagen oder wenn Sie so wollen meine Kritik bezog sich auf den Vergleich den Sie indirekt in Post 25 angestellt haben:
„Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”
Sie vergleichen indirekt durch den Teil, den Sie in Klammern geschrieben haben, Deutsche in den Jahren 1933 bis 1945, die sich die NS-Ideologie zu eigen gemacht haben, mit Israelis.
@29 Eine lange Geschichte
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Bezüglich der angekündigten wertschätzenden Gegenrede muss ich zurück rudern denn ich bin zu 100% auf einer Linie mit Post 29.
@24 Chewgum
„Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.“
Selbstverständlich! Sind Sie sicher, dass das an mich ging und nicht an die mit Zitaten getarnte Propaganda in @27?
Mein letzter Absatz soll doch nicht Israel mit dem NS-Regime vergleichen?! Es geht mir um den Fanatismus der Hamas und deren Unterstützer. Daraus folgt meine zugegeben radikalen Meinung, dass aus der totalen Niederlage vielleicht in einigen Jahrzehnten blühende Landschaften entstehen könnten. Wenn Sie so wollen wünsche ich den Palästinensern unsere Erfolgsgeschichte: Wohlstand, Frieden, Freiheit.
@25 Verantwortung durch Erinnern
„… die Mehrheit der israelischen Bevölkerung… kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)“
„If one attack on October 7 pushed so many Israelis to become inhuman – imagine what it did to Palestinians who’ve lived under those attacks for decades.“
Sie wissen sehr genau, warum Sie Zitate nutzen, um ihr Gift zu vertröpfeln. So kann man Sie nicht juristisch belangen.
Sie versuchen von der Gefahr für europäische Juden abzulenken. Sie und ihresgleichen gehören bekämpft. Zu Ihnen nur noch so viel: NIE WIEDER!
@ 27
„Diese Traumata sind von einer Generation zur nächsten übergegangen. Das ist etwas, was wir Außenstehenden nicht in Gänze begreifen können. Deswegen bitte nicht diesen Vergleich mit oder Verweis auf Deutsche in den Jahren 1933 – 1945.“
Diesem „Verbot des Vergleichens“ konnte man auch in all den Jahren an anderer Stelle begegnen, aber ich finde dies wirklich seltsam, ohne Logik, unreflektiert, und insbesondere verantwortungsblind!
Sie sind bestimmt einig mit meiner Feststellung, dass Deutschland mit dem Holocaust, dem Mord an Sinti und Roma, der Blockade von Leningrad, der Behandlung gefangener Sowjetsoldaten Genozide begangen hat!?
Gegenüber diesen von Deutschen ermordeten, massakrierten und dem Hungertod preisgegebenen Menschen hat Deutschland, haben „die Deutschen“, haben „wir“ damit eine Verantwortung – ihr Tod soll gewissermaßen nicht „umsonst“ gewesen sein – , die oft kurz mit der Parole „Nie wieder!“ auf den Begriff gebracht wird.
Der polnisch-jüdische Jurist Raphael Lemkin formulierte einen Genozid-Begriff, der Basis einer UN-Konvention wurde! Lemkin wollte damit zur Prävention beitragen, also dafür sorgen, dass Genozide möglichst frühzeitig erkannt, und dann mit allen verfügbaren Mitteln gestoppt werden! Dazu dient eine Liste von Merkmalen, die typisch für Genozide sind.
Es war der jüdische Holocaustforscher Raz Segal, der schon wenige Tage nach dem 7. Oktober 2023 in der Zeitung „Jewish Currents“ angesichts der unbarmherzigen, niemand schonenden „Antworten“ der israelischen Militärs vor einem beginnenden Genozid warnte. Er sah den Fall eines
„Völkermord(s) aus dem Lehrbuch“!
In der Klageschrift Südafrikas, die beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht wurde, werden einige verantwortliche israelische Politiker zitiert, die die Einwohner Gazas entmenschlichen und ein unbarmherziges Vorgehen befürworten – Merkmale für Völkermord-Absichten und -Rechtfertigungen, wie von Lemkin beschrieben. („Merkmale“, die offensichtlich auch den deutschen Völkermorden vorausgingen und sie begleiteten!)
Dass diese „Entmenschlichung“ funktionierte, kann man entsetzt und angeekelt beobachten, wenn man sich mal selbst aufgenommene Videos israelischer Soldaten und Soldatinnen über ihren Einsatz in Gaza anschaut! (Gibt’s auf YouTube zuhauf!)
Was also ist demgegenüber eine spezifische deutsche Verantwortung?! Wo wird hier unzulässig „verglichen“?!
@26 Chewgum
„@24 pd
Zum letzten Absatz:
Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.”
@24. pd
„Nicht sofort ja. Ich habe aber die Hoffnung, man kann die Hamas zumindest weitestgehend ausrotten. Damit verschwindet nicht sofort der Hass aus der Gesellschaft, welcher eine Ursache für Radikalisierung ist aber vielleicht hat die 3. Generation dann eine Chance auf ein halbwegs normales Leben. Allein schon wenn die jährlichen Milliarden an Hilfsgeldern in zivile Infrastruktur fließen anstatt in Korruption und Terrormiliz. Wohlstand bringt Frieden.
Vielleicht ein wenig so wie 1945. Auch hier gab es bis zuletzt Glauben an den Endsieg und den Nationalsozialismus. Erst die totale Niederlage brachte für viele ein Erwachen, für einige ein Umdenken und nur 4 Jahre später unser wunderbares Grundgesetz.”
Natürlich kann ich den Post (24.) von pd falsch verstanden haben, aber ich glaube nicht, dass pd Israel meinte, sondern die Hamas. D.h. pd hat nicht Israel mit dem NS-Regime verglichen.
@20. pd
„Ich hatte bereits erwähnt, dass Sie mich richtig verstanden haben. Unter anderem aus der Statistik gegen Gewalttaten, folgere ich genau das. Darüber hinaus höre ich (Juden) zu und interessiere mich für den Staat Israel und auch jüdisches Leben generell.
Was ich denke weiß ich, teilen Sie mir lieber mit, was Sie denken, interessiert mich viel mehr denn möglicherweise irre ich mich ja. Aber bitte klare Sprache.”
Yehuda Bauer verwendet in seinem Essay „Islamistischer Antisemitismus” im letzten Absatz folgende Worte:
„Radikalen Islamismus und seinem genozidalen Antisemitismus”
Deutlicher kann die Tatsache nicht beschrieben werden: Der Antisemitismus des radikalen Islamismus ist genozidal. D.h. radikal islamistische Terrororganisationen und Menschen, die sich dem radikalen Islamismus verschrieben haben, wollen Israel und alle Juden vernichten.
Ich glaube 100%ig, dass dem so ist. Somit ist m.E. der Antisemitismus des radikalen Islamismus zur Zeit die größte Gefahr für Juden in Israel und überall auf der Welt. Ich vermute, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind.
Wo sich unsere Meinungen wahrscheinlich unterscheiden, ist bei folgendem: Ich glaube nicht, dass Menschen muslimischen Glaubens grundsätzlich antisemitisch eingestellt sind. Genauso wenig glaube ich, dass Menschen mit einer der christlichen Konfessionen grundsätzlich antisemitisch sind. Es gibt Muslime, die antisemitisch sind, genauso wie es Christen oder Religionslose gibt, die antisemitisch sind. Wie hoch der Anteil der Antisemiten jeweils ist, lässt sich kaum erfassen. Die wenigsten Menschen werden offen zugeben oder erkennen lassen, dass sie antisemitisch eingestellt sind und nicht wenige sind antisemitisch, halten sich aber selbst nicht für antisemitisch. Ich denke, dass die Hemmung sich offen antisemitisch zu zeigen unterschiedlich ausgeprägt ist und es dadurch schwieriger bis unmöglich wird zu erkennen wo Antisemitismus häufiger vorkommt.
Die Frage ist, wie weit würden die unerkannten antisemitisch eingestellten Menschen in unserer Gesellschaft gehen? Und was muss passieren bzw. wie muss sich das Klima in unserem Land verändern damit sie offen agieren.
Gewalt kann tödlich sein. Geistige Brandstiftung auch. Nur dass dann die Ausführenden i.d.R. nicht identisch mit den geistigen Brandstiftern sind.
https://www.blz.bayern.de/islamistischer-antisemitismus.html
@ pd
Nachtrag!
Eigentlich bin ich nicht nachtragend, aber ich möchte hiermit „mein pd-Kapitel“ zum Abschluss bringen!
Die ganze Argumentation von „pd“, dieses Arbeiten mit Pauschalisierungen, Verdacht und Ängsten, diese (gewollten oder ungewollten) Verdrehungen; die Sprache, die er benutzt, insbesondere seine faschistoiden Ausrottungs-Vorstellungen und -Phantasien, lassen m.E. den berechtigten Eindruck zu, dass ich es mit einer zutiefst rassistischen Persönlichkeit zu tun habe.
(Typisch, die Unfähigkeit und Unbeirrtheit, auf meinen Hinweis zu „Amsterdam“ einzugehen! etc.)
Damit ist „pd“ aber auch Repräsentant eines „interessanten“ Phänomens: Es gibt seit einiger Zeit gerade im rechten und populistischen Lager Europas und der USA große „Freunde“ Israels. In den USA auch die in Phantasien einer Endzeit schwelgenden „Evangelikalen“.
Diese Rechten und Rechtspopulisten sind offensichtlich gerade deswegen zu „Freunden“ Israels geworden, weil eine „Solidarität“ mit Israel ihnen die herrlichsten Berechtigungen zu geben scheint, einen Anti-Muslimischen Hass, eine Islamophobie auszuleben! (Mit dem ganzen Rattenschwanz von Politiken, Migranten und Flüchtlinge als „feindlich“ zu behandeln, Forderungen nach „Remigration“ usw. usf.)
Umgekehrt setzt auch die rechte Regierung Netanjahu auf diese „Freunde“ Israels, und hat sogar vor einiger Zeit eine hochrangige „Delegation“ europäischer Rechtspopulisten nach Israel eingeladen (Meloni, Orban,…).
Dass diese Gruppe auch in die Gedenkstätte Yad Vashem geführt wurde, hatte den jüdischen Philosophen Omri Boehm so empört, dass er eine „Verschmutzung“ dieser Erinnerungsstätte konstatierte.
Darüber war der hiesige israelische Botschafter, ein enger Freund Netanjahus, so sauer, dass er darauf drängte, Boehm als Redner bei einer Gedenkfeier in Buchenwald auszuladen. (Omri Boehm ist Autor eines Buches über den Zusammenhang zwischen Universalismus, Kant und Judaismus.)
Logischer Schluss: Mit Mitgliedern dieser rechten Bubble von „Israelfreunden“, Herr pd, möchte ich nichts zu tun haben!
@25. Verantwortung durch Erinnern
„Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”
Herr Zimmermann hat jedes Recht mit der Regierung seines Heimatlandes und seinen Landsleuten hart ins Gericht zu gehen. Aber er weiß um die Traumata der Menschen, die Israel gegründet und aufgebaut haben. Menschen, die den Holocaust überlebt haben oder vor den Nazis fliehen mussten und die oftmals sehr viele ihrer Verwandten verloren hatten, weil diese ermordet worden waren. Diese Traumata sind von einer Generation zur nächsten übergegangen. Das ist etwas, was wir Außenstehenden nicht in Gänze begreifen können. Deswegen bitte nicht diesen Vergleich mit oder Verweis auf Deutsche in den Jahren 1933 – 1945.
Zitat: „(Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”
@24 pd
Zum letzten Absatz:
Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.
Dass Israel von den USA nicht fallen gelassen wird, dürfte ziemlich sicher sein. Trump hat mehrfach durchblicken lassen, dass er die palästinensischen Gebiete eher als potenzielles touristisches Entwicklungsprojekt sieht, verbunden mit entsprechenden Immobiliengeschäften.
Ich bin überzeugt, dass langfristig nur eine Zwei-Staaten-Lösung eine Lösung sein kann. Die gegenwärtige israelische Regierung und große Teile der politischen Rechten lehnen diesen Weg jedoch weiterhin ab. Stattdessen werden durch Gewalt, Perspektivlosigkeit und Entrechtung immer neue Voraussetzungen für die Radikalisierung junger Palästinenser geschaffen.
@ pd
Sehr verehrter Herr pd: Ich vertraue voll und ganz auf Argumente! (Das ist doch „unsere“ – der Menschheit – einzige Chance!) Und ich glaube auch, dass jeder Mensch das Recht auf partielle Unwissenheit hat!
Das Recht auf Böswilligkeit sollten wir aber einander absprechen, da gehe ich mit der großen jüdischen Philosophin Hannah Arendt!
Was Sie machen: Sie kratzen all das, was Sie an Vorwürfen gegen „Linke“ kennen, zusammen, und werfen Sie einem an den Kopf! – Sie scheinen nicht zu merken, dass diese Vorwürfe in Ihren Händen nur leere Worthülsen sind!
Da in praktisch allen Ihren Einlassungen eine Verstand und Ehre verletzende Unterstellung steckt, verbleibe ich bei einer einzigen Sache!
Dass „Die Juden“(!?) einen „Apartheidsstaat führen“, der „Kriegsverbrechen begeht“, soll ich geäußert haben? (Sie haben eigene und meine Textteile so zusammengestümpert, dass es wie ein Zitat aussieht!)
Das ist eine Unterstellung, die entweder aus Böswilligkeit oder Unverstand geschieht! – Die Motivation können Sie selber aber am besten beurteilen!
Man könnte nun vermuten, dass Sie nichts von dem begriffen haben, was die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zum „israelbezogenen Antisemitismus“ sagt? (Vermutlich war es das, was Sie mit „Wortklauberei“ meinten?)
Wissen Sie, wer Raz Segal, Omer Bartov, Peter Beinart, Molly Crabapple sind?! Das sind „Juden“ bzw. eine Jüdin! Es sind jüdische Holocaustforscher oder bekannte jüdische Publizisten!
Was diese jüdische Menschen eint: Sie alle beschuldigen Israel des Genozids in Gaza!
(Ich könnte noch einige andere, auch deutsche Juden wie Wieland Hoban nennen….)
Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)
Gideon Levy ist der bekannteste Journalist der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ (Offenbar die einzige „linke“/“linksliberale“ Zeitung Israels). Vor kurzem wurde er vom britischen Journalisten Owen Jones interviewt, und Levy sagte in diesem Gespräch:
„If one attack on October 7 pushed so many Israelis to become inhuman – imagine what it did to Palestinians who’ve lived under those attacks for decades.“
Nein: Israel – das sind nicht „Die Juden“! (Wenn auch die Gefahr zunimmt, dass dies von manchen Menschen geglaubt wird!) Genauso wenig, wie ein Herr pd für „Die Deutschen“ steht!
Viele jüdische Denker und Rabbis weltweit meinen, dass durch Israel eine zentrale Botschaft des Judaismus verletzt wird, die im Universalismus bestehe, dass alle Menschen gleiche Rechte und Würde haben.
Dass Juden und Muslime, Israelis und Palästinenser (einige Palästinenser sind Christen), gleiche Rechte haben sollen, ist auch eine „linke“ Auffassung, zu der ich voll und ganz stehe!
@23 Chewgum
Ihr Post ist der differenzierte Blick auf die Dinge.
Einen Punkt sehe ich etwas anders:
„Die Hamas kann man meiner Meinung nach nicht so, wie Netanyahu es sich vorstellt, „ausrotten“. Selbst wenn es gelänge, ihre heutigen Strukturen weitgehend zu zerstören, wird man damit die Ursachen der Radikalisierung nicht beseitigen. “
Nicht sofort ja. Ich habe aber die Hoffnung, man kann die Hamas zumindest weitestgehend ausrotten. Damit verschwindet nicht sofort der Hass aus der Gesellschaft, welcher eine Ursache für Radikalisierung ist aber vielleicht hat die 3. Generation dann eine Chance auf ein halbwegs normales Leben. Allein schon wenn die jährlichen Milliarden an Hilfsgeldern in zivile Infrastruktur fließen anstatt in Korruption und Terrormiliz. Wohlstand bringt Frieden.
Vielleicht ein wenig so wie 1945. Auch hier gab es bis zuletzt Glauben an den Endsieg und den Nationalsozialismus. Erst die totale Niederlage brachte für viele ein Erwachen, für einige ein Umdenken und nur 4 Jahre später unser wunderbares Grundgesetz.
Nach dem 7. Oktober 2023 konnte wohl niemand Israel das Recht absprechen, sich zu verteidigen und zu versuchen, die Geiseln zu befreien. Das hätte vermutlich jeder von seinem Staat erwartet, außer vielleicht überzeugte Pazifisten.
Die Frage ist eher, wie man dieses Recht ausübt.
Wenn jemand wie Rabin die Dinge gelenkt hätte, wären möglicherweise weniger Palästinenser getötet und weniger Häuser zerstört worden. Vorstellbar ist jedenfalls, dass eine andere politische Strategie auch zu einem anderen Verlauf des Krieges geführt hätte.
Die Hamas kann man meiner Meinung nach nicht so, wie Netanyahu es sich vorstellt, „ausrotten“. Selbst wenn es gelänge, ihre heutigen Strukturen weitgehend zu zerstören, wird man damit die Ursachen der Radikalisierung nicht beseitigen. Aus der Hamas kann etwas anderes entstehen, oder eine neue Organisation übernimmt ihren Platz. Das hängt auch davon ab, wie sich die Dinge im Iran
weiterentwickeln.
Vielleicht hilft es in dieser Diskussion, ein wenig genauer hinzusehen und nicht ständig ganze Gruppen miteinander gleichzusetzen: die israelische Regierung mit der jüdischen Bevölkerung, die Hamas mit den Palästinensern.
Die jüdische Bevölkerung wurde am 7. Oktober 2023 auf unfassbare Weise retraumatisiert. Die Berichte über den Terrorangriff der Hamas wären schwer zu ertragen, und auch das, was über die Geiselhaft der entführten Israelis bekannt geworden ist.
Auf der anderen Seite haben viele palästinensische Kinder und Jugendliche Familienangehörige und ihr Zuhause verloren. Auch sie werden mit dem Erlebten weiterleben müssen. Es gibt Überlebende auf beiden Seiten.
Die Feindbilder sind aktualisiert.
Dabei ist das Kräfteverhältnis asymmetrisch. Israel verfügt über einen gut ausgestatteten Staat und ein hochgerüstetes Militär. Die palästinensische Zivilbevölkerung hat keinen vergleichbaren Schutz. Wenn Häuser zerstört werden, Menschen fliehen müssen und zeitweise selbst Hilfsorganisationen nicht zu ihnen gelangen können, werden Zivilisten zu Opfern eines Krieges. Hier geschehen vor der Weltöffentlichkeit in täglichen Berichten aus dem Kriegsgebiet.
Und die Folgen reichen weit über Israel und die palästinensischen Gebiete hinaus.
Juden in Deutschland und anderswo erleben seit dem 7. Oktober verstärkt Anfeindungen und Hass, der sich häufig als Kritik an Israel präsentiert. Das ist natürlich nicht automatisch Antisemitismus. Kritik an der israelischen Regierung und an ihrem Vorgehen muss möglich sein.
Aber für manche Menschen war der 7. Oktober offenbar auch ein Anlass, ihren Antisemitismus wieder offen zu zeigen. Jüdische Einrichtungen wurden angegriffen, und im Internet finden sich antisemitische Äußerungen, die ganz unverhohlen Bezüge zur NS-Zeit herstellen. Und das sind nicht nur Menschen mit arabisch klingenden Namen bzw. Nicks.
Das alles ist eine schwierige Gemengelage.
Vielleicht beginnt eine vernünftige Diskussion deshalb schon damit, diese Unterscheidungen auszuhalten:
Die Hamas ist nicht die palästinensische Bevölkerung.
Netanjahu ist nicht Israel.
Die israelische Regierung ist nicht „die Juden“.
Und ein Jude in Deutschland ist nicht verantwortlich für die Politik der israelischen Regierung.
Genauso wenig ist ein Palästinenser in Deutschland verantwortlich für die Verbrechen der Hamas.
Man kann das Leid der israelischen Opfer anerkennen, ohne deshalb jedes Vorgehen der israelischen Regierung gutzuheißen. Und man kann das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung sehen, ohne deshalb die Verbrechen der Hamas zu relativieren.
Ich glaube, genau diese Gleichzeitigkeit auszuhalten, ist inzwischen vielleicht das Schwierigste an dieser ganzen Diskussion.
@21 Verantwortung durch Erinnern
Argumente? Auf dem Niveau… Die Juden sind selber Schuld … Sie führen einen Apartheidsstaat der Kriegsverbrechen begeht“? (siehe Ihr Post @18)
Als Antwort auf meine Frage nach der jüdischen Fluchtbewegung aus Frankreich, Jagdszenen auf Juden in Amsterdam und Gewalttaten gegen Juden in Deutschland.
In einem Blogbeitrag zum Haus des Gedenkens ?!
Ist das sicher eine linke Bubble in der Sie meinen sich zu bewegen oder doch eher stramm rechts?
Ohne mich, tauschen Sie untereinander Ihre „Argumente“ aus und versichern Sie sich dabei gegenseitig, wie wahnsinnig viel Ahnung sie haben. So lange sie bei 3% bleiben könnte ichs ignorieren.
@ pd
Sie waren bisher unfähig oder unwillens, auf ein einziges Argument einzugehen (Ich kann also auch nicht beurteilen, was Sie überhaupt verstanden haben).
Ferndiagnose:
Sie haben null Ahnung, aber eine umso festere Meinung!
@16 Eine lange Geschichte
Ich hatte bereits erwähnt, dass Sie mich richtig verstanden haben. Unter anderem aus der Statistik gegen Gewalttaten, folgere ich genau das. Darüber hinaus höre ich (Juden) zu und interessiere mich für den Staat Israel und auch jüdisches Leben generell.
Was ich denke weiß ich, teilen Sie mir lieber mit, was Sie denken, interessiert mich viel mehr denn möglicherweise irre ich mich ja. Aber bitte klare Sprache.
@17 Die Leerstelle bleibt
Ich darf Ihnen versichern, dass Sie Ihre Wahrnehmung nicht täuscht. Ich bin wirklich sehr glücklich darüber und weiß es einzuordnen, dass ich ein gutes Leben führe welches es mir erlaubt, nicht zu hassen.
@ 18 Verantwortung durch Erinnern
? ich halte Sie auf eine Art für ein bisschen dumm aber doch nicht für heimtückisch oder böse?!
Sie meinen es gut, dessen bin ich mir sicher.
Bezüglich der Wortklauberei: keine Lust / bin ich Leid. Lenkt nur vom rosa Elefanten ab.
Zu die Juden [in Amsterdam] sind selber Schuld, Apartheidsstaat, Kriegsverbrechen:
Ich sehe es so: wenn die Hamas ausgerottet ist, wird es vielleicht in 2-3 Generationen weniger Hass und somit ein besseres Leben für alle geben.
Islamistischer Antisemitismus
Ein Essay von Yehuda Bauer.
https://www.blz.bayern.de/islamistischer-antisemitismus.html
Ein Auszug:
„So wichtig auch der Antisemitismus als programmatischer Bestandteil des Radikalen Islamismus ist, so ist er doch nur ein Teil von dessen Ideologie. Der Radikale Islamismus ist eine Gefahr nicht nur für Juden, sondern als destabilisierender Faktor für die gesamte menschliche Gesellschaft. Ein wesentlicher Schlüssel, ihn erfolgreich zu bekämpfen, liegt im Umstand, dass die ganz überwältigende Mehrheit seiner Opfer selbst Muslime sind, dass er also eine Bedrohung auch der muslimischen Welt darstellt. Eine ganze Reihe von anti-radikalen Muslimen in verschiedenen Ländern erkennt diese Situation und versucht gegen den Radikalismus ihrer eigenen Religionsgemeinschaft anzukämpfen. Manchmal werden diese anti-radikalen Muslime vom Staat unterstützt, so z.B. in Marokko, teilweise auch in Tunesien.
[]
Um eine pragmatische Allianz mit liberalen Muslimen herzustellen, muss man, auch z.B. im deutschsprachigen Bereich, Islamophobie bekämpfen und sich dagegen wehren, den Radikalen Islamismus mit dem Islam im Allgemeinen gleichzustellen. Mit Militär, Polizei, Gesetzgebung usw. allein, so wichtig und so unersetzlich diese auch sind, kann man dem Radikalen Islamismus und seinem genozidalen Antisemitismus nicht beikommen. Ob die westliche und nicht-muslimische Welt zu dieser Erkenntnis und zu dieser Allianz fähig ist, muss zum jetzigen Zeitpunkt dahingestellt bleiben.“
@ pd
„Ich habe darauf gewartet.“
Typisch für Menschen, die glauben, dass nur heimtückische oder dumme Agenten der ultrabösen „Anderen“ die „Wahrheit“ verdecken oder beschimpfen und unterdrücken wollen.
„Der Begriff „israelbezogener Antisemitismus“ ist also unseriös. So so.“
Zumindest Ihre Argumentation und Ihr Vernebelungsversuch ist gewaltig unseriös! So was von!
Sie schrieben doch von „israelbezogenen Rassismus“!? – Das ist nicht dasselbe wie „israelbezogener Antisemitismus“!
Ihre Formulierung „israelbezogener Rassismus“ impliziert, dass JEDE Kritik an Israel rassistisch bzw. antisemitisch ist. Die IHRA-Definition spricht von „israelbezogenem Antisemitismus“ als eine Form des Antisemitismus, WENN mit der Kritik an „Handlungen des Staates Israel“ alle jüdischen Menschen „als Juden“ gemeint sind! Die IHRA-Begrifflichkeit hat also schon im Auge, dass „Kritik an Israel“ prinzipiell „erlaubt“ ist, andererseits von Antisemiten missbraucht werden kann und wird!
(Die Autoren der JDA-Definition befürchteten diesbezügliche Missverständnisse, und lehnten wegen dieser und anderer Unklarheiten und Ungenauigkeiten die Definition der IHRA ab. Einer der Hauptautoren der IHRA-Definition hat sich dann auch bald von dieser distanziert, vielleicht als er beobachten musste, dass Trumps Schwiegersohn meinte, „Anti-Zionismus“ und „Antisemitismus“ seien doch dasselbe!)
„Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?“
Da müssten Sie im selbst gewählten Anspruch der Benennung „klarer Fakten“ eventuell etwas konkreter werden….
„Wer greift Juden in Amsterdam an?“
Meinen Sie mit „Juden“ die Hooligans eines israelischen Fußballvereins, die mit Gesängen wie „In Gaza gibt’s keine Schulen mehr, weil die Kinder fehlen“ durch die Amsterdamer Innenstadt zogen, um Amsterdamer Bürger zu provozieren, die sich um die Menschen in Gaza sorgten?
„Wer in Deutschland?“
In Berlin wächst die jüdische Community durch Auswanderer aus Israel, die das Leben in einem Kriegsverbrechen begehenden Apartheidsstaat nicht mehr ertragen können!
@14 Verantwortung durch Erinnern
„Um uns zu erinnern, sollte meines Erachtens die „Wunde“ als „Leerstelle“ offen gehalten und nicht verschlossen werden!“
Ja. Die Wunde darf vielleicht vernarben, aber die Narbe sollte sichtbar bleiben. Sie ist Teil unserer Geschichte, auch wenn einige das vergessen wollen.
Es gibt auch immer noch Menschen, deren Wunde des Verlusts nie verheilt ist oder die mit ihrem transgenerationalen Trauma beschäftigt sind. Es hat ja auch die Nachfahren von Überlebenden betroffen. Es gibt viele Berichte von der Unmöglichkeit mitzuteilen, was einem passiert ist. Diese Sprachlosigkeit hatte erheblichen Einfluss auf nachfolgende Generationen einer Familie.
Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie viele Holocaust-Überlebende ihr Leben in den Dienst des Erlebten gestellt haben.
So wurde z. B. der französische Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik, der als Kind den Holocaust überlebte und seine Eltern verlor, zu einem renommierten Resilienzforscher. Dieses Jahr habe ich einen Vortrag von ihm gehört. Die Leere, die in seiner Kindheit durch den Verlust seiner Eltern entstanden ist, ist nicht einfach verschwunden mit der Zeit, er trägt sie weiterhin in sich.
Was man übrigens nie machen sollte, Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben, sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt. Oder jemandem, der ein Kind verloren hat, damit trösten, dass er oder sie ein weiteres Kind haben kann. Die Vorstellung, die Leerstelle zu überdecken, tröstet nicht.
Zu Ihrem Austausch mit pd: Ich nehme nicht wahr, dass pd von Hass gegen Andere erfüllt ist.
@15. pd Ihre bisherigen Posts lassen darauf schließen, dass Sie hauptsächlich Menschen, die muslimische Religionsangehörige sind, für die Gefährdung der Menschen, die dem jüdischen Glauben angehören, verantwortlich machen. Antisemitismus aus der wie Sie es nennen Mehrheitsgesellschaft scheint aus Ihrer Sicht weniger relevant zu sein.
@11 Eine lange Geschichte
Zunge abgebissen.. wie ich vermutete. Wenn Sie ehrliche Antworten wünschen, eiern Sie nicht rum. Sie hatten meinen Post ja verstanden. Auf eine klare Antwort ihrerseits gibt es eine meinerseits. Darauf würde ich mich noch einlassen, für alles andere möchte ich nur noch ein Minimum an Zeit investieren.
@ 12 Verantwortung durch Erinnern
Ich habe darauf gewartet.
Der Begriff „israelbezogener Antisemitismus“ ist also unseriös. So so.
Und ich bin natürlich Rassist bzw. äussere mich rassistisch weil ich nicht „aus welcher Gruppe kommt…“ geschrieben habe. Danke für den Hinweis, war kein Absicht.
Leider ändert mein rassistisches Verhalten nichts an den Fakten und ich stelle die klaren Fragen gerne nochmals:
Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?
Wer greift Juden in Amsterdam an?
Wer in Deutschland?
@Statistik 2025
Hakenkreuz Schmierereien und Beleidigungen sind kacke (etwas 80% der rechts zugeordneten Fälle) aber worauf ich mit meiner Frage „Wer [greift] in Deutschland [Juden an]“ hinaus wollte, sind die Gewalttaten.
Hier kommen 2/3 nicht (!) von rechts. Quelle hier ist dieselbe die Sie posten man muss aber suchen.
Und ich möchte nicht wissen, wie diese Statistik explodieren würde, wenn sich Juden nicht verstecken würden.
Übrigens, hinter mir könnten sie das bei 3/3.
Hinter den Worten von @Verantwortung und Erinnern wirds eher schwierig. Die helfen nicht. Gar nicht.
@ 9
Ich kann das Unbehagen nachvollziehen!
Die „Leerstelle“ zeigt uns an, erinnert uns, das hier etwas fehlt: etwas, was gewaltsam beseitigt wurde – eine Synagoge, Teile der deutschen Bevölkerung, „Betroffene“, die in ihrer Mehrheit Opfer des Holocaust wurden, die also in der Shoa „verbrannten“. Die „Leerstelle“ erinnert an dieses schreckliche Verbrechen, eventuell auch an das Mitmachen oder an die Gleichgültigkeit von deutschen Menschen, als ihre Mitbürger vertrieben und „nach Osten“ abtransportiert wurden. Die „Leerstelle“ zeigt eine „Wunde“ an, die von „uns Deutschen“ geschlagen wurde, die „wir“ also der Menschlichkeit und der Menschheit zufügten. – Daran sollte IMMER erinnert werden!
Ein „Haus des Erinnerns und Gedenkens“, der Begegnung von Kulturen AUF(!) – geht’s nicht irgendwo daneben? – diesen Platz zu setzen, hätte in mehrfacher Hinsicht eine sehr unglückliche und missverständliche Symbolik!
Dass sich verschiedene Kulturen und Religionen begegnen können, dass an die lokale Geschichte von Verfolgung und Unterdrückung erinnert wird , ist ungeheuer wichtig; und zu begrüßen ist es, wenn sich eine Gemeinde eine solche „Stätte“ schaffen würde.
„Erinnern, Gedenken, Begegnen und Versöhnen“ kann aber kein „Schlusspunkt“ unter unsere Verantwortung für den Holocaust sein, was für manche – gewollt oder ungewollt – das Haus AUF dem Platz der zerstörten Synagoge symbolisieren könnte! (Ein – scheinbar – gelungener Abschluss eines Kapitels unserer Geschichte?!)
Der Holocaust hat relativ wenig damit zu tun, dass Christentum und Judentum sich nicht verstanden hätten – mindestens nicht als „gegenseitiges“ Problem. Der Holocaust war Folge einer nationalistisch und rassistisch begründeten Vertreibungsideologie, die dann in die Vernichtungsabsicht mündete!
Der Antisemitismus war jahrhundertelang eine Begleitung christlicher Erzählungen; im christlichen Europa erlebten Juden Aussonderung und Verfolgung, „durften“ bestimmte Dienste verrichten, für die sich Christen nicht „die Hände schmutzig“ machen wollten. Dieser „christliche“ Antisemitismus wurde im 19. Jahrhundert durch „wissenschaftliche“ Begründungen ergänzt, die dann auch immer dominanter und zum „Selbstverständnis“ in der Bevölkerung, aber besonders in Kreisen der politischen und ökonomischen Eliten wurden. Begründung fand diese Form des Antisemitismus in der in „Akademikerkreisen“ entwickelten Rassenlehre und in eugenischen Theorien „gesunden Erbes“. Ein Rassismus, der mit seiner Behauptung von Herren- und Untermenschen auch kolonialistische und imperialistische Pläne legitimierte, und den „Lebensraum“ anzielenden Vertreibungs-, Vernichtungs- und Versklavungs-Krieg aufgrund des Plans Barbarossa!
Als im November 1938 die Klever Synagoge brannte, waren Konzentrationslager schon voll mit Menschen, die die Nazis aus der „Volksgemeinschaft“ aussonderten: Kommunisten und Sozialisten, Homosexuelle, „Asoziale“, den Kriegsdienst ablehnende Mitglieder der Zeugen Jehovas. Die Tötungsmethoden, die dann in den industriell betriebenen Tötungsfabriken praktiziert wurden, wurden zuerst an Behinderten ausprobiert, die als „unwertes Leben“ deklariert wurden. In den Vernichtungslagern hinter der „Front im Osten“ starben nach 1941 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, aber auch Hunderttausende Sinti und Roma – die erlitten ihr „Porajmos“.
Es gibt also genug Grund, die Erinnerung an den Holocaust durch eine unübersehbare „Leerstelle“ uns immer wieder vor Augen zu führen, sie möglichst auch „breiter“ zu gestalten, und beim „Erinnern und Gedenken“ jeden Reduktionismus zu vermeiden!
Um uns zu erinnern, sollte meines Erachtens die „Wunde“ als „Leerstelle“ offen gehalten und nicht verschlossen werden!
https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKZahlen/PMKZahlen_node.html#doc272486bodyText5
„Fast die Hälfte aller antisemitischen Straftaten stand im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.
Besonders stark stiegen die Fallzahlen im Bereich PMK -ausländische Ideologie- (+18,2 %); dies sind Straftaten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass eine aus dem Ausland stammende, nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war.
Gleichzeitig bleibt PMK -rechts- weiterhin der fallzahlenstärkste Phänomenbereich bei antisemitischen Straftaten. In diesem Bereich wurden rund 46 % aller Fälle erfasst.
Eine zentrale Rolle spielt erneut das Internet: Rund 40 % der antisemitischen Delikte wurden online begangen oder verbreitet.
Die Zahlen machen deutlich, dass antisemitische Einstellungen in Teilen der Gesellschaft verankert sind und sich strafrechtlich relevant äußern.“
@ 10
Eine „klare Sprache“ wünscht sich der Poster und benutzt den Begriff „israelbezogenen Rassismus“, den man in keiner seriösen Publikation finden kann! Die bekanntesten Antisemitismus-Definitionen sind die der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IRHA-Definition, 2016) und die in der „Jerusalemer Erklärung“ (JDA-Definition, 2021).
In der IRHA-Definition heißt es unter anderem, dass Antisemitismus auch sei „das kollektive Verantwortlichmachen von Jüdinnen und Juden für Handlungen des Staates Israel“! Also im Umkehrschluss: Wer behauptet, dass eine Kritik an Israel gleichzusetzen sei mit einem „Kollektiv-Verantwortlichenmachen“ aller jüdischen Menschen, der ist es doch, der eine Form von Antisemitismus betreibt!
Schon im November 2023 demonstrierte in Berlin ein jüdisches (Sieh an) Mitglied der „Jüdischen (Sieh an) Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ mit dem Schild „Jews against genocide“! Das war gegen das Vorgehen des israelischen Militärs in Gaza gerichtet. War das im Sinne von „pd“ „israelbezogener Rassismus“?
Die „klare Sprache“ von pd besteht darin – ohne einen Namen zu nennen: „jeder“ weiß aus seiner Sicht, wen er meint – , Ängste, Hass und Verdacht gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe und Menschen zu richten, die nur Kultur, Religion und „Herkunftsländer“ (wenn man mehrere Generationen einbezieht) eint. – DAS erfüllt aber glas-klar die Definition von Rassismus!
Die Argumentation von pd besteht darin, aus der jüngsten Menschheitsgeschichte nur ganz bestimmte Verbrechen und Schrecken herauszupicken, andere aber zu verschweigen und Zusammenhänge zwischen Geschehnissen außer Acht zu lassen!
Ihm sei es leid?! – Das kann ich widerwillig nachvollziehen: Manche Menschen fühlen sich ohne den Hass gegen den oder die „Anderen“ völlig leer.
@4. pd
„Der Schulterschluss zwischen Links und dem mehr oder minder radikalen Islam, bei parallelem Wegsehen der Mehrheitsgesellschaft, DAS ist unser Problem.“
Und was erwarten Sie ganz konkret von der Mehrheitsgesellschaft?
@8. pd
„Ihre Meinung? Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?“
Falls mit „Gruppe” eine Terrororganisation gemeint sein sollte, dann ist das die Hamas. Ja, auch in Europa und ganz konkret in Deutschland.
Ich verstehe Ihre Frage allerdings so, dass Sie mit „Gruppe“ Menschen meinen, die selbst in Europa leben und somit Teil der Gesellschaft in einem europäischen Land wie z.B. Frankreich, Deutschland o.ä. sind. Vielleicht beantworten Sie erstmal selbst in klaren Worten Ihre eigene Frage.
Und ja, ich weiß, Sie sind es leid. Ich kann mir denken welche Antwort Sie auf die Frage „Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?“ lesen möchten. Aber ich vielleicht schätze ich Sie auch falsch ein und deshalb bin ich auf eine aussagekräftige Antwort von Ihnen gespannt.
@9 Die Leerstelle bleibt
„…Ein kurzer Aufenthalt an diesem Platz bei vollem Bewusstsein der Umstände bestärkt nur darin, dass das nie wieder passieren darf.“
!
@8 Eine lange Geschichte
Ich erwähnte doch, dass ich es Leid bin.
Darüber philosophieren dass es israelbezogenen Rassismus genau so gibt wie islamistischen oder rassistischen. Wie wäre es mit klarer, verständlicher Sprache?
Wer war am 07. Oktober in Berlin auf der Straße und feierte ein Massaker an Frauen und Kindern?
Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?
Wer greift Juden in Amsterdam an?
Wer in Deutschland?
Ihre Meinung? Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?
Ich bin mir sehr sicher ich weiß was jetzt kommt… es wird sich lieber die Zunge abgebissen. Oder Überraschung @Eine lange Geschichte … Na?
Begegnungsstätten und Häuser der Erinnerung sind immer gut. Sie schaffen Orte, an denen Geschichte zusammengetragen, vermittelt und gemeinsam erinnert werden kann.
Mich persönlich berühren aber andere Erinnerungsformen stärker, die Stolpersteine zum Beispiel oder das Stelen-Feld in Berlin. Ich hätte mir den Synagogenplatz an der Schwanenburg grundsätzlich leerbleibend gewünscht, als Symbol für das Fehlen von Generationen von jüdischen Mitbürger/innen, die nicht leben durften, weil die Nazis das so entschieden haben. Familien, deren Linien in der NS-Zeit einfach endeten oder nur wenige Menschen übrig ließen, die unter widrigsten Umständen überlebten. Eine Leerstelle mitten in der Gesellschaft, die nachwirkt und mit der wir leben müssen. So wie die Juden mit diesem Verlust leben müssen. Temporäre Veranstaltungen und Zusammenkünfte dort gehören natürlich dazu. Aber immer wieder die Herstellung der Leerstelle.
Diese Leerstelle ist immer auch mit Trostlosigkeit verbunden, selbst an einem sonnigen Tag. Diese Trostlosigkeit wollen heute viele nicht mehr spüren, auch weil sie sich dann schuldig fühlen. Darum geht es aber nicht. Ein kurzer Aufenthalt an diesem Platz bei vollem Bewusstsein der Umstände bestärkt nur darin, dass das nie wieder passieren darf.
In Berlin ist es für Juden aber schon wieder gefährlich geworden, und wahrscheinlich nicht nur dort.
@7. pd Welche Arten von Antisemitismus gibt es denn Ihrer Meinung nach?
@5 Eine lange Geschichte
Unsere Texte widersprechen sich nicht, im Gegenteil.
Ihrer ist die politisch korrekte Variante von meinem. Und DAS bin ich leid.
Unklare Sprache verschärft Probleme und löst diese nicht.
Ich könnte mir das Geld besser aufgehoben durch Präsenz in Schulen, Auftritten in sozialen Medien, Vorträgen, Aktionen, Unterstützung der jüdischen Gemeinde etc etc. vorstellen.
@4 pd Antisemitismus ist vielfältig. Eine Gesellschaft, die sich gegen den Antisemitismus stellen möchte, muss alle Formen und deren Wurzeln kennen, um Antisemitismus wirksam bekämpfen zu können.
Heute fliehen europäische Juden bereits wieder. Diesmal geht es in Frankreich los.
In Deutschland gibt es noch keine größere Fluchtbewegung allerdings feiern auch in Deutschland Mobs das Massaker vom 07. Oktober. Juden zeigen Ihren Glauben angesichts dieser „Menschen“ nicht mehr offen, da sie Gefahr für Leib und Leben fürchten. Leider zurecht.
Trägt das Haus des Erinnerns zu einem „Nie wieder“ bei?
Ich denke nicht. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Das Haus des Erinnerns trägt dazu bei, dass die größte Gefahr für europäische Juden, weiter nicht klar benannt wird. Das man sich weiter die vermeintlich politisch korrekten Schultern klopfen kann und weiter den Kopf in den Sand stecken kann.
Nazis sind scheiße. Das sehen 97% so und die 3% bekommt man in den Griff.
Der Schulterschluss zwischen Links und dem mehr oder minder radikalen Islam, bei parallelem Wegsehen der Mehrheitsgesellschaft, DAS ist unser Problem.
Klever Bürger setzten schon seit seit Jahrzehnten viele Zeichen gegen den Antisemitismus (Stichwort: Synagogenplatz, Gedenksteine, alljährliches Gedenken an die Reichspogromnacht 1938) und Rassismus (Stichwort: Pink gegen Rassismus, Caritas Internationale Woche gegen Rassismus). Dazu kommt noch eine seit vielen Jahren gelebte Willkommenskultur und Unterstützung (Stichwort: Klever Tafel).
Wozu jetzt noch zusätzlich ein Gebäude mit teuren Fassadenelementen im beschaulichen Kleve notwendig ist, verstehe ich nicht. Mal abgesehen davon, das trotz langjährigen Bemühungen bisher nur Bruchteile der benötigten Mittel zusammengekommen sind, wer soll später die jährlichen Betriebskosten tragen?
Sehe ein gutes kleines Zeichen für Kleve gegen den aktuellen ⏫ Antisemitismus , der in ALLEN gesellschaftlichen Kreisen incl. Politik 👍🏼 fröhliche Urständ, Auferstehung, feiert, + der sich hinter einer verqueren “ Netanjahu Politik “ heimlich zu verstecken versucht. 😠
Da sehe ich leider innerhalb kürzester Zeit -dauerhaft- Sachbeschädigung und Vandalismus im Bereich des EG, was die filigrane Außenfassade angeht.