Haus des Erinnerns und Gedenkens: Plötzlich kommt Bewegung in die Sache

Lichtdurchflutete Stätte der Begegnung

Es ist eines dieser Projekt, das gefühlt nie zu Potte zu kommen scheint – das Haus des Gedenkens und Erinnern, das der vor drei Jahren gegründete Verein gleichen Namens auf dem Synagogenplatz an der Schwanenburg errichten möchte. Drei Millionen Euro soll das Gebäude kosten, das dann zwei Zwecken dienen soll. Zum einen soll darin die Klever Geschichte in Bezug auf Rassismus und Antisemitismus aufgearbeitet werden, zum anderen aber soll mit verschiedenen Formaten aufgearbeitet werden, wie Ausgrenzung entsteht und wie eine Gesellschaft sich gegen diese Tendenzen zur Wehr setzen kann.

„Wissen mit Identitätsbezug“, so nennt Verbeet das Konzept. Beispielsweise soll ein Raum der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl gewidmet werden, die in der Nazizeit als Kind mit ihren Eltern aus Kleve vor der Verfolgung flüchtete. „Das Haus vermittelt die Geschichte von Verfolgung, Unterdrückung, Besatzung sowie Befreiung und wird zu einem lebendigen Ort grenzüberschreitenden Nachdenkens über Gegenwart und Zukunft unseres Zusammenlebens“, so heißt es in dem Flyer des Vereins.

Förderer, Freunde, Macher: Sylvia Löhrmann (Antisemitismusbeauftragte NRW), Dr. Martin Hamburger (Bethe-Stiftung), Hedwig Meyer-Wilmes, Wolfgang Gebing, Edmund Verbeet (alle drei vom Verein HdEuG)

Am Dienstag lud nun Edmund Verbeet, der Vorsitzende des Vereins Haus des Erinnerns und Gedenkens (HdEuG), zu einer Pressekonferenz, denn gleich zwei Meilensteine auf dem Weg zur Errichtung des Gebäudes konnten vermeldet werden. Die Finanzierung der planerischen Voraussetzungen steht. Dazu reichten bisher eingeworbenen Spenden aus, zudem gab es einiges an Pro-bono-Leistungen, etwa der beteiligten Architekten Hülsmann Thieme Minor, die die Idee zu der markanten Faserverbundfassade hatten. Nun muss nur noch die Stadt Kleve den Bebauungsplan ändern, doch da wurde bereits Entgegenkommen signalisiert. Die Liegenschaft selbst, der Standort der Synagoge, die in der Progromnacht 1938 von den Nazi abgebrannt wurde, soll von der Stadt Kleve in eine (noch zu gründende) Stiftung eingebracht werden.

Für den zweiten Abschnitt gelang es dem Verein nun, einen starken Partner für die Sache zu begeistern – die Bethe-Stiftung, von den Unternehmern Roswitha und Erich Bethe 1996 ins Leben gerufen, erklärte sich bereit, das Projekt mit der „Aktion 1 = 2“ zu unterstützen. Das heißt: Für jeden Euro, den der Verein als Spende eintreibt, legt die Stiftung einen weiteren dazu. Das gilt bis zu einer Summe von 25.000 Euro, sodass maximal 25.000 Euro gefördert werden. Die maximale Höhe der Einzelspenden beträgt 2000 Euro. Die Aktion läuft vom 1. September bis zum 30. November.

Die Rechnung des Vereins geht wie folgt: Ziel ist es, insgesamt etwa 300.000 Euro zusammenzubekommen – der Rest soll dann wiederum durch existierende Förderprogramme aufgebracht werden (diese sehen üblicherweise einen Eigenanteil von zehn Prozent vor). Einen konkreten Zeitrahmen konnte der Verein noch nicht benennen, allerdings ist geplant, bis zur Landesgartenschau schon die Fundamente der Synagoge freigelegt und mit Glasplatten abgedeckt zu haben. Auf diese Weise sollen sie für die Besucher des Ortes bereits begehbar sein. Bis zur Fertigstellung des Hauses des Erinnerns und Gedenkens können aber noch zehn Jahre vergehen, „aber wenn man nicht anfängt, passiert gar nichts“, so Edmund Verbeet.

Rückendeckung erhielt das Projekt von Sylvia Löhrmann, der Antisemitismusbeauftragten in Nordrhein-Westfalen, die das Konzept ausdrücklich lobte. Sie kannte das Projekt aus Kleve und vermittelte den Kontakt zu der Stiftung, in dessen Beirat sie ebenfalls vertreten ist. Schon gestern vermeldete der Verein den Eingang einer ersten Spende in Höhe von 450 Euro.

Wer Spenden möchte, überweise seinen Betrag bitte an:

Haus des Erinnerns und Gedenkens e.V.

Kontonummer: DE24 3245 0000 0030 0941 71

Stichwort: Verdoppelung Bethe-Stiftung

Synagogenplatz aktuell

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33 Kommentare

  1. 33

    @31. Verantwortung durch Erinnern

    Sie vermischen in Ihrer Antwort zwei Sachen miteinander:

    Das eine ist die Kritik am Vergleich von Israelis und mit Deutschen während des Nationalsozialismus.

    Das andere ist die Kritik an der israelischen Regierung und ihrer Kriegsführung, dem israelischen Militär und an Teilen der israelischen Gesellschaft. Sie hatten Wissenschaftler darunter mehrere Holocaustforscher und einen Journalisten genannt, die diese Kritik üben.

    Letzteres habe ich aber in Post 27 gar nicht kritisiert. Mein Unbehagen oder wenn Sie so wollen meine Kritik bezog sich auf den Vergleich den Sie indirekt in Post 25 angestellt haben:

    „Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”

    Sie vergleichen indirekt durch den Teil, den Sie in Klammern geschrieben haben, Deutsche in den Jahren 1933 bis 1945, die sich die NS-Ideologie zu eigen gemacht haben, mit Israelis.

  2. 32

    @29 Eine lange Geschichte

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Bezüglich der angekündigten wertschätzenden Gegenrede muss ich zurück rudern denn ich bin zu 100% auf einer Linie mit Post 29.

    @24 Chewgum

    „Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.“

    Selbstverständlich! Sind Sie sicher, dass das an mich ging und nicht an die mit Zitaten getarnte Propaganda in @27?

    Mein letzter Absatz soll doch nicht Israel mit dem NS-Regime vergleichen?! Es geht mir um den Fanatismus der Hamas und deren Unterstützer. Daraus folgt meine zugegeben radikalen Meinung, dass aus der totalen Niederlage vielleicht in einigen Jahrzehnten blühende Landschaften entstehen könnten. Wenn Sie so wollen wünsche ich den Palästinensern unsere Erfolgsgeschichte: Wohlstand, Frieden, Freiheit.

    @25 Verantwortung durch Erinnern

    „… die Mehrheit der israelischen Bevölkerung… kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)“

    „If one attack on October 7 pushed so many Israelis to become inhuman – imagine what it did to Palestinians who’ve lived under those attacks for decades.“

    Sie wissen sehr genau, warum Sie Zitate nutzen, um ihr Gift zu vertröpfeln. So kann man Sie nicht juristisch belangen.

    Sie versuchen von der Gefahr für europäische Juden abzulenken. Sie und ihresgleichen gehören bekämpft. Zu Ihnen nur noch so viel: NIE WIEDER!

  3. 31

    @ 27

    „Diese Traumata sind von einer Generation zur nächsten übergegangen. Das ist etwas, was wir Außenstehenden nicht in Gänze begreifen können. Deswegen bitte nicht diesen Vergleich mit oder Verweis auf Deutsche in den Jahren 1933 – 1945.“

    Diesem „Verbot des Vergleichens“ konnte man auch in all den Jahren an anderer Stelle begegnen, aber ich finde dies wirklich seltsam, ohne Logik, unreflektiert, und insbesondere verantwortungsblind!

    Sie sind bestimmt einig mit meiner Feststellung, dass Deutschland mit dem Holocaust, dem Mord an Sinti und Roma, der Blockade von Leningrad, der Behandlung gefangener Sowjetsoldaten Genozide begangen hat!?

    Gegenüber diesen von Deutschen ermordeten, massakrierten und dem Hungertod preisgegebenen Menschen hat Deutschland, haben „die Deutschen“, haben „wir“ damit eine Verantwortung – ihr Tod soll gewissermaßen nicht „umsonst“ gewesen sein – , die oft kurz mit der Parole „Nie wieder!“ auf den Begriff gebracht wird.

    Der polnisch-jüdische Jurist Raphael Lemkin formulierte einen Genozid-Begriff, der Basis einer UN-Konvention wurde! Lemkin wollte damit zur Prävention beitragen, also dafür sorgen, dass Genozide möglichst frühzeitig erkannt, und dann mit allen verfügbaren Mitteln gestoppt werden! Dazu dient eine Liste von Merkmalen, die typisch für Genozide sind.

    Es war der jüdische Holocaustforscher Raz Segal, der schon wenige Tage nach dem 7. Oktober 2023 in der Zeitung „Jewish Currents“ angesichts der unbarmherzigen, niemand schonenden „Antworten“ der israelischen Militärs vor einem beginnenden Genozid warnte. Er sah den Fall eines
    „Völkermord(s) aus dem Lehrbuch“!

    In der Klageschrift Südafrikas, die beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht wurde, werden einige verantwortliche israelische Politiker zitiert, die die Einwohner Gazas entmenschlichen und ein unbarmherziges Vorgehen befürworten – Merkmale für Völkermord-Absichten und -Rechtfertigungen, wie von Lemkin beschrieben. („Merkmale“, die offensichtlich auch den deutschen Völkermorden vorausgingen und sie begleiteten!)

    Dass diese „Entmenschlichung“ funktionierte, kann man entsetzt und angeekelt beobachten, wenn man sich mal selbst aufgenommene Videos israelischer Soldaten und Soldatinnen über ihren Einsatz in Gaza anschaut! (Gibt’s auf YouTube zuhauf!)

    Was also ist demgegenüber eine spezifische deutsche Verantwortung?! Wo wird hier unzulässig „verglichen“?!

  4. 30

    @26 Chewgum

    „@24 pd

    Zum letzten Absatz:
    Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.”

    @24. pd

    „Nicht sofort ja. Ich habe aber die Hoffnung, man kann die Hamas zumindest weitestgehend ausrotten. Damit verschwindet nicht sofort der Hass aus der Gesellschaft, welcher eine Ursache für Radikalisierung ist aber vielleicht hat die 3. Generation dann eine Chance auf ein halbwegs normales Leben. Allein schon wenn die jährlichen Milliarden an Hilfsgeldern in zivile Infrastruktur fließen anstatt in Korruption und Terrormiliz. Wohlstand bringt Frieden.

    Vielleicht ein wenig so wie 1945. Auch hier gab es bis zuletzt Glauben an den Endsieg und den Nationalsozialismus. Erst die totale Niederlage brachte für viele ein Erwachen, für einige ein Umdenken und nur 4 Jahre später unser wunderbares Grundgesetz.”

    Natürlich kann ich den Post (24.) von pd falsch verstanden haben, aber ich glaube nicht, dass pd Israel meinte, sondern die Hamas. D.h. pd hat nicht Israel mit dem NS-Regime verglichen.

  5. 29

    @20. pd
    „Ich hatte bereits erwähnt, dass Sie mich richtig verstanden haben. Unter anderem aus der Statistik gegen Gewalttaten, folgere ich genau das. Darüber hinaus höre ich (Juden) zu und interessiere mich für den Staat Israel und auch jüdisches Leben generell.

    Was ich denke weiß ich, teilen Sie mir lieber mit, was Sie denken, interessiert mich viel mehr denn möglicherweise irre ich mich ja. Aber bitte klare Sprache.”

    Yehuda Bauer verwendet in seinem Essay „Islamistischer Antisemitismus” im letzten Absatz folgende Worte:
    „Radikalen Islamismus und seinem genozidalen Antisemitismus”

    Deutlicher kann die Tatsache nicht beschrieben werden: Der Antisemitismus des radikalen Islamismus ist genozidal. D.h. radikal islamistische Terrororganisationen und Menschen, die sich dem radikalen Islamismus verschrieben haben, wollen Israel und alle Juden vernichten.
    Ich glaube 100%ig, dass dem so ist. Somit ist m.E. der Antisemitismus des radikalen Islamismus zur Zeit die größte Gefahr für Juden in Israel und überall auf der Welt. Ich vermute, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind.

    Wo sich unsere Meinungen wahrscheinlich unterscheiden, ist bei folgendem: Ich glaube nicht, dass Menschen muslimischen Glaubens grundsätzlich antisemitisch eingestellt sind. Genauso wenig glaube ich, dass Menschen mit einer der christlichen Konfessionen grundsätzlich antisemitisch sind. Es gibt Muslime, die antisemitisch sind, genauso wie es Christen oder Religionslose gibt, die antisemitisch sind. Wie hoch der Anteil der Antisemiten jeweils ist, lässt sich kaum erfassen. Die wenigsten Menschen werden offen zugeben oder erkennen lassen, dass sie antisemitisch eingestellt sind und nicht wenige sind antisemitisch, halten sich aber selbst nicht für antisemitisch. Ich denke, dass die Hemmung sich offen antisemitisch zu zeigen unterschiedlich ausgeprägt ist und es dadurch schwieriger bis unmöglich wird zu erkennen wo Antisemitismus häufiger vorkommt.

    Die Frage ist, wie weit würden die unerkannten antisemitisch eingestellten Menschen in unserer Gesellschaft gehen? Und was muss passieren bzw. wie muss sich das Klima in unserem Land verändern damit sie offen agieren.

    Gewalt kann tödlich sein. Geistige Brandstiftung auch. Nur dass dann die Ausführenden i.d.R. nicht identisch mit den geistigen Brandstiftern sind.

    https://www.blz.bayern.de/islamistischer-antisemitismus.html

  6. 28

    @ pd

    Nachtrag!

    Eigentlich bin ich nicht nachtragend, aber ich möchte hiermit „mein pd-Kapitel“ zum Abschluss bringen!

    Die ganze Argumentation von „pd“, dieses Arbeiten mit Pauschalisierungen, Verdacht und Ängsten, diese (gewollten oder ungewollten) Verdrehungen; die Sprache, die er benutzt, insbesondere seine faschistoiden Ausrottungs-Vorstellungen und -Phantasien, lassen m.E. den berechtigten Eindruck zu, dass ich es mit einer zutiefst rassistischen Persönlichkeit zu tun habe.
    (Typisch, die Unfähigkeit und Unbeirrtheit, auf meinen Hinweis zu „Amsterdam“ einzugehen! etc.)

    Damit ist „pd“ aber auch Repräsentant eines „interessanten“ Phänomens: Es gibt seit einiger Zeit gerade im rechten und populistischen Lager Europas und der USA große „Freunde“ Israels. In den USA auch die in Phantasien einer Endzeit schwelgenden „Evangelikalen“.

    Diese Rechten und Rechtspopulisten sind offensichtlich gerade deswegen zu „Freunden“ Israels geworden, weil eine „Solidarität“ mit Israel ihnen die herrlichsten Berechtigungen zu geben scheint, einen Anti-Muslimischen Hass, eine Islamophobie auszuleben! (Mit dem ganzen Rattenschwanz von Politiken, Migranten und Flüchtlinge als „feindlich“ zu behandeln, Forderungen nach „Remigration“ usw. usf.)

    Umgekehrt setzt auch die rechte Regierung Netanjahu auf diese „Freunde“ Israels, und hat sogar vor einiger Zeit eine hochrangige „Delegation“ europäischer Rechtspopulisten nach Israel eingeladen (Meloni, Orban,…).

    Dass diese Gruppe auch in die Gedenkstätte Yad Vashem geführt wurde, hatte den jüdischen Philosophen Omri Boehm so empört, dass er eine „Verschmutzung“ dieser Erinnerungsstätte konstatierte.

    Darüber war der hiesige israelische Botschafter, ein enger Freund Netanjahus, so sauer, dass er darauf drängte, Boehm als Redner bei einer Gedenkfeier in Buchenwald auszuladen. (Omri Boehm ist Autor eines Buches über den Zusammenhang zwischen Universalismus, Kant und Judaismus.)

    Logischer Schluss: Mit Mitgliedern dieser rechten Bubble von „Israelfreunden“, Herr pd, möchte ich nichts zu tun haben!

  7. 27

    @25. Verantwortung durch Erinnern

    „Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”

    Herr Zimmermann hat jedes Recht mit der Regierung seines Heimatlandes und seinen Landsleuten hart ins Gericht zu gehen. Aber er weiß um die Traumata der Menschen, die Israel gegründet und aufgebaut haben. Menschen, die den Holocaust überlebt haben oder vor den Nazis fliehen mussten und die oftmals sehr viele ihrer Verwandten verloren hatten, weil diese ermordet worden waren. Diese Traumata sind von einer Generation zur nächsten übergegangen. Das ist etwas, was wir Außenstehenden nicht in Gänze begreifen können. Deswegen bitte nicht diesen Vergleich mit oder Verweis auf Deutsche in den Jahren 1933 – 1945.

    Zitat: „(Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)”

  8. 26

    @24 pd

    Zum letzten Absatz:
    Ein Vergleich Israels mit dem NS-Regime ist nicht nur historisch falsch, sondern verbietet sich auch, gerade aus deutscher Perspektive.

    Dass Israel von den USA nicht fallen gelassen wird, dürfte ziemlich sicher sein. Trump hat mehrfach durchblicken lassen, dass er die palästinensischen Gebiete eher als potenzielles touristisches Entwicklungsprojekt sieht, verbunden mit entsprechenden Immobiliengeschäften.

    Ich bin überzeugt, dass langfristig nur eine Zwei-Staaten-Lösung eine Lösung sein kann. Die gegenwärtige israelische Regierung und große Teile der politischen Rechten lehnen diesen Weg jedoch weiterhin ab. Stattdessen werden durch Gewalt, Perspektivlosigkeit und Entrechtung immer neue Voraussetzungen für die Radikalisierung junger Palästinenser geschaffen.

  9. 25

    @ pd

    Sehr verehrter Herr pd: Ich vertraue voll und ganz auf Argumente! (Das ist doch „unsere“ – der Menschheit – einzige Chance!) Und ich glaube auch, dass jeder Mensch das Recht auf partielle Unwissenheit hat!
    Das Recht auf Böswilligkeit sollten wir aber einander absprechen, da gehe ich mit der großen jüdischen Philosophin Hannah Arendt!

    Was Sie machen: Sie kratzen all das, was Sie an Vorwürfen gegen „Linke“ kennen, zusammen, und werfen Sie einem an den Kopf! – Sie scheinen nicht zu merken, dass diese Vorwürfe in Ihren Händen nur leere Worthülsen sind!

    Da in praktisch allen Ihren Einlassungen eine Verstand und Ehre verletzende Unterstellung steckt, verbleibe ich bei einer einzigen Sache!

    Dass „Die Juden“(!?) einen „Apartheidsstaat führen“, der „Kriegsverbrechen begeht“, soll ich geäußert haben? (Sie haben eigene und meine Textteile so zusammengestümpert, dass es wie ein Zitat aussieht!)

    Das ist eine Unterstellung, die entweder aus Böswilligkeit oder Unverstand geschieht! – Die Motivation können Sie selber aber am besten beurteilen!
    Man könnte nun vermuten, dass Sie nichts von dem begriffen haben, was die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zum „israelbezogenen Antisemitismus“ sagt? (Vermutlich war es das, was Sie mit „Wortklauberei“ meinten?)

    Wissen Sie, wer Raz Segal, Omer Bartov, Peter Beinart, Molly Crabapple sind?! Das sind „Juden“ bzw. eine Jüdin! Es sind jüdische Holocaustforscher oder bekannte jüdische Publizisten!
    Was diese jüdische Menschen eint: Sie alle beschuldigen Israel des Genozids in Gaza!
    (Ich könnte noch einige andere, auch deutsche Juden wie Wieland Hoban nennen….)

    Kennen Sie Moshe Zimmermann? – Das ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der schon seit Jahren mit gewissem Entsetzen und ziemlicher Traurigkeit beobachtet, wie die Mehrheit der israelischen Bevölkerung – seiner Mitmenschen also – kalt und gleichgültig gegenüber dem Elend und Schicksal der Palästinenser geworden ist! (Wir Deutsche sollten es ja wissen: Wenn man andere Menschen als Untermenschen oder als „keine Menschen“ betrachten kann, ist man auch zu einem Genozid fähig!)

    Gideon Levy ist der bekannteste Journalist der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ (Offenbar die einzige „linke“/“linksliberale“ Zeitung Israels). Vor kurzem wurde er vom britischen Journalisten Owen Jones interviewt, und Levy sagte in diesem Gespräch:
    „If one attack on October 7 pushed so many Israelis to become inhuman – imagine what it did to Palestinians who’ve lived under those attacks for decades.“

    Nein: Israel – das sind nicht „Die Juden“! (Wenn auch die Gefahr zunimmt, dass dies von manchen Menschen geglaubt wird!) Genauso wenig, wie ein Herr pd für „Die Deutschen“ steht!

    Viele jüdische Denker und Rabbis weltweit meinen, dass durch Israel eine zentrale Botschaft des Judaismus verletzt wird, die im Universalismus bestehe, dass alle Menschen gleiche Rechte und Würde haben.

    Dass Juden und Muslime, Israelis und Palästinenser (einige Palästinenser sind Christen), gleiche Rechte haben sollen, ist auch eine „linke“ Auffassung, zu der ich voll und ganz stehe!

  10. 24

    @23 Chewgum

    Ihr Post ist der differenzierte Blick auf die Dinge.

    Einen Punkt sehe ich etwas anders:

    „Die Hamas kann man meiner Meinung nach nicht so, wie Netanyahu es sich vorstellt, „ausrotten“. Selbst wenn es gelänge, ihre heutigen Strukturen weitgehend zu zerstören, wird man damit die Ursachen der Radikalisierung nicht beseitigen. “

    Nicht sofort ja. Ich habe aber die Hoffnung, man kann die Hamas zumindest weitestgehend ausrotten. Damit verschwindet nicht sofort der Hass aus der Gesellschaft, welcher eine Ursache für Radikalisierung ist aber vielleicht hat die 3. Generation dann eine Chance auf ein halbwegs normales Leben. Allein schon wenn die jährlichen Milliarden an Hilfsgeldern in zivile Infrastruktur fließen anstatt in Korruption und Terrormiliz. Wohlstand bringt Frieden.

    Vielleicht ein wenig so wie 1945. Auch hier gab es bis zuletzt Glauben an den Endsieg und den Nationalsozialismus. Erst die totale Niederlage brachte für viele ein Erwachen, für einige ein Umdenken und nur 4 Jahre später unser wunderbares Grundgesetz.

  11. 23

    Nach dem 7. Oktober 2023 konnte wohl niemand Israel das Recht absprechen, sich zu verteidigen und zu versuchen, die Geiseln zu befreien. Das hätte vermutlich jeder von seinem Staat erwartet, außer vielleicht überzeugte Pazifisten.

    Die Frage ist eher, wie man dieses Recht ausübt.

    Wenn jemand wie Rabin die Dinge gelenkt hätte, wären möglicherweise weniger Palästinenser getötet und weniger Häuser zerstört worden. Vorstellbar ist jedenfalls, dass eine andere politische Strategie auch zu einem anderen Verlauf des Krieges geführt hätte.

    Die Hamas kann man meiner Meinung nach nicht so, wie Netanyahu es sich vorstellt, „ausrotten“. Selbst wenn es gelänge, ihre heutigen Strukturen weitgehend zu zerstören, wird man damit die Ursachen der Radikalisierung nicht beseitigen. Aus der Hamas kann etwas anderes entstehen, oder eine neue Organisation übernimmt ihren Platz. Das hängt auch davon ab, wie sich die Dinge im Iran
    weiterentwickeln.

    Vielleicht hilft es in dieser Diskussion, ein wenig genauer hinzusehen und nicht ständig ganze Gruppen miteinander gleichzusetzen: die israelische Regierung mit der jüdischen Bevölkerung, die Hamas mit den Palästinensern.

    Die jüdische Bevölkerung wurde am 7. Oktober 2023 auf unfassbare Weise retraumatisiert. Die Berichte über den Terrorangriff der Hamas wären schwer zu ertragen, und auch das, was über die Geiselhaft der entführten Israelis bekannt geworden ist.

    Auf der anderen Seite haben viele palästinensische Kinder und Jugendliche Familienangehörige und ihr Zuhause verloren. Auch sie werden mit dem Erlebten weiterleben müssen. Es gibt Überlebende auf beiden Seiten.

    Die Feindbilder sind aktualisiert.

    Dabei ist das Kräfteverhältnis asymmetrisch. Israel verfügt über einen gut ausgestatteten Staat und ein hochgerüstetes Militär. Die palästinensische Zivilbevölkerung hat keinen vergleichbaren Schutz. Wenn Häuser zerstört werden, Menschen fliehen müssen und zeitweise selbst Hilfsorganisationen nicht zu ihnen gelangen können, werden Zivilisten zu Opfern eines Krieges. Hier geschehen vor der Weltöffentlichkeit in täglichen Berichten aus dem Kriegsgebiet.

    Und die Folgen reichen weit über Israel und die palästinensischen Gebiete hinaus.

    Juden in Deutschland und anderswo erleben seit dem 7. Oktober verstärkt Anfeindungen und Hass, der sich häufig als Kritik an Israel präsentiert. Das ist natürlich nicht automatisch Antisemitismus. Kritik an der israelischen Regierung und an ihrem Vorgehen muss möglich sein.

    Aber für manche Menschen war der 7. Oktober offenbar auch ein Anlass, ihren Antisemitismus wieder offen zu zeigen. Jüdische Einrichtungen wurden angegriffen, und im Internet finden sich antisemitische Äußerungen, die ganz unverhohlen Bezüge zur NS-Zeit herstellen. Und das sind nicht nur Menschen mit arabisch klingenden Namen bzw. Nicks.

    Das alles ist eine schwierige Gemengelage.

    Vielleicht beginnt eine vernünftige Diskussion deshalb schon damit, diese Unterscheidungen auszuhalten:

    Die Hamas ist nicht die palästinensische Bevölkerung.

    Netanjahu ist nicht Israel.

    Die israelische Regierung ist nicht „die Juden“.

    Und ein Jude in Deutschland ist nicht verantwortlich für die Politik der israelischen Regierung.

    Genauso wenig ist ein Palästinenser in Deutschland verantwortlich für die Verbrechen der Hamas.

    Man kann das Leid der israelischen Opfer anerkennen, ohne deshalb jedes Vorgehen der israelischen Regierung gutzuheißen. Und man kann das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung sehen, ohne deshalb die Verbrechen der Hamas zu relativieren.

    Ich glaube, genau diese Gleichzeitigkeit auszuhalten, ist inzwischen vielleicht das Schwierigste an dieser ganzen Diskussion.

  12. 22

    @21 Verantwortung durch Erinnern

    Argumente? Auf dem Niveau… Die Juden sind selber Schuld … Sie führen einen Apartheidsstaat der Kriegsverbrechen begeht“? (siehe Ihr Post @18)

    Als Antwort auf meine Frage nach der jüdischen Fluchtbewegung aus Frankreich, Jagdszenen auf Juden in Amsterdam und Gewalttaten gegen Juden in Deutschland.

    In einem Blogbeitrag zum Haus des Gedenkens ?!

    Ist das sicher eine linke Bubble in der Sie meinen sich zu bewegen oder doch eher stramm rechts?

    Ohne mich, tauschen Sie untereinander Ihre „Argumente“ aus und versichern Sie sich dabei gegenseitig, wie wahnsinnig viel Ahnung sie haben. So lange sie bei 3% bleiben könnte ichs ignorieren.

  13. 21

    @ pd

    Sie waren bisher unfähig oder unwillens, auf ein einziges Argument einzugehen (Ich kann also auch nicht beurteilen, was Sie überhaupt verstanden haben).

    Ferndiagnose:
    Sie haben null Ahnung, aber eine umso festere Meinung!

  14. 20

    @16 Eine lange Geschichte

    Ich hatte bereits erwähnt, dass Sie mich richtig verstanden haben. Unter anderem aus der Statistik gegen Gewalttaten, folgere ich genau das. Darüber hinaus höre ich (Juden) zu und interessiere mich für den Staat Israel und auch jüdisches Leben generell.

    Was ich denke weiß ich, teilen Sie mir lieber mit, was Sie denken, interessiert mich viel mehr denn möglicherweise irre ich mich ja. Aber bitte klare Sprache.

    @17 Die Leerstelle bleibt

    Ich darf Ihnen versichern, dass Sie Ihre Wahrnehmung nicht täuscht. Ich bin wirklich sehr glücklich darüber und weiß es einzuordnen, dass ich ein gutes Leben führe welches es mir erlaubt, nicht zu hassen.

    @ 18 Verantwortung durch Erinnern

    ? ich halte Sie auf eine Art für ein bisschen dumm aber doch nicht für heimtückisch oder böse?!

    Sie meinen es gut, dessen bin ich mir sicher.

    Bezüglich der Wortklauberei: keine Lust / bin ich Leid. Lenkt nur vom rosa Elefanten ab.

    Zu die Juden [in Amsterdam] sind selber Schuld, Apartheidsstaat, Kriegsverbrechen:

    Ich sehe es so: wenn die Hamas ausgerottet ist, wird es vielleicht in 2-3 Generationen weniger Hass und somit ein besseres Leben für alle geben.

  15. 19

    Islamistischer Antisemitismus
    Ein Essay von Yehuda Bauer.

    https://www.blz.bayern.de/islamistischer-antisemitismus.html

    Ein Auszug:

    „So wichtig auch der Antisemitismus als programmatischer Bestandteil des Radikalen Islamismus ist, so ist er doch nur ein Teil von dessen Ideologie. Der Radikale Islamismus ist eine Gefahr nicht nur für Juden, sondern als destabilisierender Faktor für die gesamte menschliche Gesellschaft. Ein wesentlicher Schlüssel, ihn erfolgreich zu bekämpfen, liegt im Umstand, dass die ganz überwältigende Mehrheit seiner Opfer selbst Muslime sind, dass er also eine Bedrohung auch der muslimischen Welt darstellt. Eine ganze Reihe von anti-radikalen Muslimen in verschiedenen Ländern erkennt diese Situation und versucht gegen den Radikalismus ihrer eigenen Religionsgemeinschaft anzukämpfen. Manchmal werden diese anti-radikalen Muslime vom Staat unterstützt, so z.B. in Marokko, teilweise auch in Tunesien.
    []
    Um eine pragmatische Allianz mit liberalen Muslimen herzustellen, muss man, auch z.B. im deutschsprachigen Bereich, Islamophobie bekämpfen und sich dagegen wehren, den Radikalen Islamismus mit dem Islam im Allgemeinen gleichzustellen. Mit Militär, Polizei, Gesetzgebung usw. allein, so wichtig und so unersetzlich diese auch sind, kann man dem Radikalen Islamismus und seinem genozidalen Antisemitismus nicht beikommen. Ob die westliche und nicht-muslimische Welt zu dieser Erkenntnis und zu dieser Allianz fähig ist, muss zum jetzigen Zeitpunkt dahingestellt bleiben.“

  16. 18

    @ pd

    „Ich habe darauf gewartet.“

    Typisch für Menschen, die glauben, dass nur heimtückische oder dumme Agenten der ultrabösen „Anderen“ die „Wahrheit“ verdecken oder beschimpfen und unterdrücken wollen.

    „Der Begriff „israelbezogener Antisemitismus“ ist also unseriös. So so.“

    Zumindest Ihre Argumentation und Ihr Vernebelungsversuch ist gewaltig unseriös! So was von!
    Sie schrieben doch von „israelbezogenen Rassismus“!? – Das ist nicht dasselbe wie „israelbezogener Antisemitismus“!
    Ihre Formulierung „israelbezogener Rassismus“ impliziert, dass JEDE Kritik an Israel rassistisch bzw. antisemitisch ist. Die IHRA-Definition spricht von „israelbezogenem Antisemitismus“ als eine Form des Antisemitismus, WENN mit der Kritik an „Handlungen des Staates Israel“ alle jüdischen Menschen „als Juden“ gemeint sind! Die IHRA-Begrifflichkeit hat also schon im Auge, dass „Kritik an Israel“ prinzipiell „erlaubt“ ist, andererseits von Antisemiten missbraucht werden kann und wird!

    (Die Autoren der JDA-Definition befürchteten diesbezügliche Missverständnisse, und lehnten wegen dieser und anderer Unklarheiten und Ungenauigkeiten die Definition der IHRA ab. Einer der Hauptautoren der IHRA-Definition hat sich dann auch bald von dieser distanziert, vielleicht als er beobachten musste, dass Trumps Schwiegersohn meinte, „Anti-Zionismus“ und „Antisemitismus“ seien doch dasselbe!)

    „Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?“

    Da müssten Sie im selbst gewählten Anspruch der Benennung „klarer Fakten“ eventuell etwas konkreter werden….

    „Wer greift Juden in Amsterdam an?“

    Meinen Sie mit „Juden“ die Hooligans eines israelischen Fußballvereins, die mit Gesängen wie „In Gaza gibt’s keine Schulen mehr, weil die Kinder fehlen“ durch die Amsterdamer Innenstadt zogen, um Amsterdamer Bürger zu provozieren, die sich um die Menschen in Gaza sorgten?

    „Wer in Deutschland?“

    In Berlin wächst die jüdische Community durch Auswanderer aus Israel, die das Leben in einem Kriegsverbrechen begehenden Apartheidsstaat nicht mehr ertragen können!

  17. 17

    @14 Verantwortung durch Erinnern

    „Um uns zu erinnern, sollte meines Erachtens die „Wunde“ als „Leerstelle“ offen gehalten und nicht verschlossen werden!“

    Ja. Die Wunde darf vielleicht vernarben, aber die Narbe sollte sichtbar bleiben. Sie ist Teil unserer Geschichte, auch wenn einige das vergessen wollen.

    Es gibt auch immer noch Menschen, deren Wunde des Verlusts nie verheilt ist oder die mit ihrem transgenerationalen Trauma beschäftigt sind. Es hat ja auch die Nachfahren von Überlebenden betroffen. Es gibt viele Berichte von der Unmöglichkeit mitzuteilen, was einem passiert ist. Diese Sprachlosigkeit hatte erheblichen Einfluss auf nachfolgende Generationen einer Familie.

    Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie viele Holocaust-Überlebende ihr Leben in den Dienst des Erlebten gestellt haben.

    So wurde z. B. der französische Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik, der als Kind den Holocaust überlebte und seine Eltern verlor, zu einem renommierten Resilienzforscher. Dieses Jahr habe ich einen Vortrag von ihm gehört. Die Leere, die in seiner Kindheit durch den Verlust seiner Eltern entstanden ist, ist nicht einfach verschwunden mit der Zeit, er trägt sie weiterhin in sich.

    Was man übrigens nie machen sollte, Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben, sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt. Oder jemandem, der ein Kind verloren hat, damit trösten, dass er oder sie ein weiteres Kind haben kann. Die Vorstellung, die Leerstelle zu überdecken, tröstet nicht.

    Zu Ihrem Austausch mit pd: Ich nehme nicht wahr, dass pd von Hass gegen Andere erfüllt ist.

  18. 16

    @15. pd Ihre bisherigen Posts lassen darauf schließen, dass Sie hauptsächlich Menschen, die muslimische Religionsangehörige sind, für die Gefährdung der Menschen, die dem jüdischen Glauben angehören, verantwortlich machen. Antisemitismus aus der wie Sie es nennen Mehrheitsgesellschaft scheint aus Ihrer Sicht weniger relevant zu sein.

  19. 15

    @11 Eine lange Geschichte

    Zunge abgebissen.. wie ich vermutete. Wenn Sie ehrliche Antworten wünschen, eiern Sie nicht rum. Sie hatten meinen Post ja verstanden. Auf eine klare Antwort ihrerseits gibt es eine meinerseits. Darauf würde ich mich noch einlassen, für alles andere möchte ich nur noch ein Minimum an Zeit investieren.

    @ 12 Verantwortung durch Erinnern

    Ich habe darauf gewartet.

    Der Begriff „israelbezogener Antisemitismus“ ist also unseriös. So so.

    Und ich bin natürlich Rassist bzw. äussere mich rassistisch weil ich nicht „aus welcher Gruppe kommt…“ geschrieben habe. Danke für den Hinweis, war kein Absicht.

    Leider ändert mein rassistisches Verhalten nichts an den Fakten und ich stelle die klaren Fragen gerne nochmals:

    Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?

    Wer greift Juden in Amsterdam an?

    Wer in Deutschland?

    @Statistik 2025

    Hakenkreuz Schmierereien und Beleidigungen sind kacke (etwas 80% der rechts zugeordneten Fälle) aber worauf ich mit meiner Frage „Wer [greift] in Deutschland [Juden an]“ hinaus wollte, sind die Gewalttaten.

    Hier kommen 2/3 nicht (!) von rechts. Quelle hier ist dieselbe die Sie posten man muss aber suchen.

    Und ich möchte nicht wissen, wie diese Statistik explodieren würde, wenn sich Juden nicht verstecken würden.

    Übrigens, hinter mir könnten sie das bei 3/3.

    Hinter den Worten von @Verantwortung und Erinnern wirds eher schwierig. Die helfen nicht. Gar nicht.

  20. 14

    @ 9

    Ich kann das Unbehagen nachvollziehen!

    Die „Leerstelle“ zeigt uns an, erinnert uns, das hier etwas fehlt: etwas, was gewaltsam beseitigt wurde – eine Synagoge, Teile der deutschen Bevölkerung, „Betroffene“, die in ihrer Mehrheit Opfer des Holocaust wurden, die also in der Shoa „verbrannten“. Die „Leerstelle“ erinnert an dieses schreckliche Verbrechen, eventuell auch an das Mitmachen oder an die Gleichgültigkeit von deutschen Menschen, als ihre Mitbürger vertrieben und „nach Osten“ abtransportiert wurden. Die „Leerstelle“ zeigt eine „Wunde“ an, die von „uns Deutschen“ geschlagen wurde, die „wir“ also der Menschlichkeit und der Menschheit zufügten. – Daran sollte IMMER erinnert werden!

    Ein „Haus des Erinnerns und Gedenkens“, der Begegnung von Kulturen AUF(!) – geht’s nicht irgendwo daneben? – diesen Platz zu setzen, hätte in mehrfacher Hinsicht eine sehr unglückliche und missverständliche Symbolik!

    Dass sich verschiedene Kulturen und Religionen begegnen können, dass an die lokale Geschichte von Verfolgung und Unterdrückung erinnert wird , ist ungeheuer wichtig; und zu begrüßen ist es, wenn sich eine Gemeinde eine solche „Stätte“ schaffen würde.
    „Erinnern, Gedenken, Begegnen und Versöhnen“ kann aber kein „Schlusspunkt“ unter unsere Verantwortung für den Holocaust sein, was für manche – gewollt oder ungewollt – das Haus AUF dem Platz der zerstörten Synagoge symbolisieren könnte! (Ein – scheinbar – gelungener Abschluss eines Kapitels unserer Geschichte?!)

    Der Holocaust hat relativ wenig damit zu tun, dass Christentum und Judentum sich nicht verstanden hätten – mindestens nicht als „gegenseitiges“ Problem. Der Holocaust war Folge einer nationalistisch und rassistisch begründeten Vertreibungsideologie, die dann in die Vernichtungsabsicht mündete!

    Der Antisemitismus war jahrhundertelang eine Begleitung christlicher Erzählungen; im christlichen Europa erlebten Juden Aussonderung und Verfolgung, „durften“ bestimmte Dienste verrichten, für die sich Christen nicht „die Hände schmutzig“ machen wollten. Dieser „christliche“ Antisemitismus wurde im 19. Jahrhundert durch „wissenschaftliche“ Begründungen ergänzt, die dann auch immer dominanter und zum „Selbstverständnis“ in der Bevölkerung, aber besonders in Kreisen der politischen und ökonomischen Eliten wurden. Begründung fand diese Form des Antisemitismus in der in „Akademikerkreisen“ entwickelten Rassenlehre und in eugenischen Theorien „gesunden Erbes“. Ein Rassismus, der mit seiner Behauptung von Herren- und Untermenschen auch kolonialistische und imperialistische Pläne legitimierte, und den „Lebensraum“ anzielenden Vertreibungs-, Vernichtungs- und Versklavungs-Krieg aufgrund des Plans Barbarossa!

    Als im November 1938 die Klever Synagoge brannte, waren Konzentrationslager schon voll mit Menschen, die die Nazis aus der „Volksgemeinschaft“ aussonderten: Kommunisten und Sozialisten, Homosexuelle, „Asoziale“, den Kriegsdienst ablehnende Mitglieder der Zeugen Jehovas. Die Tötungsmethoden, die dann in den industriell betriebenen Tötungsfabriken praktiziert wurden, wurden zuerst an Behinderten ausprobiert, die als „unwertes Leben“ deklariert wurden. In den Vernichtungslagern hinter der „Front im Osten“ starben nach 1941 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, aber auch Hunderttausende Sinti und Roma – die erlitten ihr „Porajmos“.

    Es gibt also genug Grund, die Erinnerung an den Holocaust durch eine unübersehbare „Leerstelle“ uns immer wieder vor Augen zu führen, sie möglichst auch „breiter“ zu gestalten, und beim „Erinnern und Gedenken“ jeden Reduktionismus zu vermeiden!

    Um uns zu erinnern, sollte meines Erachtens die „Wunde“ als „Leerstelle“ offen gehalten und nicht verschlossen werden!

  21. 13

    https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKZahlen/PMKZahlen_node.html#doc272486bodyText5

    „Fast die Hälfte aller antisemitischen Straftaten stand im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

    Besonders stark stiegen die Fallzahlen im Bereich PMK -ausländische Ideologie- (+18,2 %); dies sind Straftaten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass eine aus dem Ausland stammende, nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war.

    Gleichzeitig bleibt PMK -rechts- weiterhin der fallzahlenstärkste Phänomenbereich bei antisemitischen Straftaten. In diesem Bereich wurden rund 46 % aller Fälle erfasst.
    Eine zentrale Rolle spielt erneut das Internet: Rund 40 % der antisemitischen Delikte wurden online begangen oder verbreitet.

    Die Zahlen machen deutlich, dass antisemitische Einstellungen in Teilen der Gesellschaft verankert sind und sich strafrechtlich relevant äußern.“

  22. 12

    @ 10

    Eine „klare Sprache“ wünscht sich der Poster und benutzt den Begriff „israelbezogenen Rassismus“, den man in keiner seriösen Publikation finden kann! Die bekanntesten Antisemitismus-Definitionen sind die der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IRHA-Definition, 2016) und die in der „Jerusalemer Erklärung“ (JDA-Definition, 2021).

    In der IRHA-Definition heißt es unter anderem, dass Antisemitismus auch sei „das kollektive Verantwortlichmachen von Jüdinnen und Juden für Handlungen des Staates Israel“! Also im Umkehrschluss: Wer behauptet, dass eine Kritik an Israel gleichzusetzen sei mit einem „Kollektiv-Verantwortlichenmachen“ aller jüdischen Menschen, der ist es doch, der eine Form von Antisemitismus betreibt!

    Schon im November 2023 demonstrierte in Berlin ein jüdisches (Sieh an) Mitglied der „Jüdischen (Sieh an) Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ mit dem Schild „Jews against genocide“! Das war gegen das Vorgehen des israelischen Militärs in Gaza gerichtet. War das im Sinne von „pd“ „israelbezogener Rassismus“?

    Die „klare Sprache“ von pd besteht darin – ohne einen Namen zu nennen: „jeder“ weiß aus seiner Sicht, wen er meint – , Ängste, Hass und Verdacht gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe und Menschen zu richten, die nur Kultur, Religion und „Herkunftsländer“ (wenn man mehrere Generationen einbezieht) eint. – DAS erfüllt aber glas-klar die Definition von Rassismus!

    Die Argumentation von pd besteht darin, aus der jüngsten Menschheitsgeschichte nur ganz bestimmte Verbrechen und Schrecken herauszupicken, andere aber zu verschweigen und Zusammenhänge zwischen Geschehnissen außer Acht zu lassen!

    Ihm sei es leid?! – Das kann ich widerwillig nachvollziehen: Manche Menschen fühlen sich ohne den Hass gegen den oder die „Anderen“ völlig leer.

  23. 11

    @4. pd

    „Der Schulterschluss zwischen Links und dem mehr oder minder radikalen Islam, bei parallelem Wegsehen der Mehrheitsgesellschaft, DAS ist unser Problem.“

    Und was erwarten Sie ganz konkret von der Mehrheitsgesellschaft?

    @8. pd

    „Ihre Meinung? Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?“

    Falls mit „Gruppe” eine Terrororganisation gemeint sein sollte, dann ist das die Hamas. Ja, auch in Europa und ganz konkret in Deutschland.

    Ich verstehe Ihre Frage allerdings so, dass Sie mit „Gruppe“ Menschen meinen, die selbst in Europa leben und somit Teil der Gesellschaft in einem europäischen Land wie z.B. Frankreich, Deutschland o.ä. sind. Vielleicht beantworten Sie erstmal selbst in klaren Worten Ihre eigene Frage.

    Und ja, ich weiß, Sie sind es leid. Ich kann mir denken welche Antwort Sie auf die Frage „Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?“ lesen möchten. Aber ich vielleicht schätze ich Sie auch falsch ein und deshalb bin ich auf eine aussagekräftige Antwort von Ihnen gespannt.

  24. 10

    @9 Die Leerstelle bleibt

    „…Ein kurzer Aufenthalt an diesem Platz bei vollem Bewusstsein der Umstände bestärkt nur darin, dass das nie wieder passieren darf.“

    !

    @8 Eine lange Geschichte

    Ich erwähnte doch, dass ich es Leid bin.

    Darüber philosophieren dass es israelbezogenen Rassismus genau so gibt wie islamistischen oder rassistischen. Wie wäre es mit klarer, verständlicher Sprache?

    Wer war am 07. Oktober in Berlin auf der Straße und feierte ein Massaker an Frauen und Kindern?

    Vor wem fliehen die Juden in Frankreich?

    Wer greift Juden in Amsterdam an?

    Wer in Deutschland?

    Ihre Meinung? Welche Gruppe ist die gefährlichste für jüdisches Leben in Europa?

    Ich bin mir sehr sicher ich weiß was jetzt kommt… es wird sich lieber die Zunge abgebissen. Oder Überraschung @Eine lange Geschichte … Na?

  25. 9

    Begegnungsstätten und Häuser der Erinnerung sind immer gut. Sie schaffen Orte, an denen Geschichte zusammengetragen, vermittelt und gemeinsam erinnert werden kann.

    Mich persönlich berühren aber andere Erinnerungsformen stärker, die Stolpersteine zum Beispiel oder das Stelen-Feld in Berlin. Ich hätte mir den Synagogenplatz an der Schwanenburg grundsätzlich leerbleibend gewünscht, als Symbol für das Fehlen von Generationen von jüdischen Mitbürger/innen, die nicht leben durften, weil die Nazis das so entschieden haben. Familien, deren Linien in der NS-Zeit einfach endeten oder nur wenige Menschen übrig ließen, die unter widrigsten Umständen überlebten. Eine Leerstelle mitten in der Gesellschaft, die nachwirkt und mit der wir leben müssen. So wie die Juden mit diesem Verlust leben müssen. Temporäre Veranstaltungen und Zusammenkünfte dort gehören natürlich dazu. Aber immer wieder die Herstellung der Leerstelle.

    Diese Leerstelle ist immer auch mit Trostlosigkeit verbunden, selbst an einem sonnigen Tag. Diese Trostlosigkeit wollen heute viele nicht mehr spüren, auch weil sie sich dann schuldig fühlen. Darum geht es aber nicht. Ein kurzer Aufenthalt an diesem Platz bei vollem Bewusstsein der Umstände bestärkt nur darin, dass das nie wieder passieren darf.

    In Berlin ist es für Juden aber schon wieder gefährlich geworden, und wahrscheinlich nicht nur dort.

  26. 7

    @5 Eine lange Geschichte

    Unsere Texte widersprechen sich nicht, im Gegenteil.

    Ihrer ist die politisch korrekte Variante von meinem. Und DAS bin ich leid.

    Unklare Sprache verschärft Probleme und löst diese nicht.

  27. 6

    Ich könnte mir das Geld besser aufgehoben durch Präsenz in Schulen, Auftritten in sozialen Medien, Vorträgen, Aktionen, Unterstützung der jüdischen Gemeinde etc etc. vorstellen.

  28. 5

    @4 pd Antisemitismus ist vielfältig. Eine Gesellschaft, die sich gegen den Antisemitismus stellen möchte, muss alle Formen und deren Wurzeln kennen, um Antisemitismus wirksam bekämpfen zu können.

  29. 4

    Heute fliehen europäische Juden bereits wieder. Diesmal geht es in Frankreich los.

    In Deutschland gibt es noch keine größere Fluchtbewegung allerdings feiern auch in Deutschland Mobs das Massaker vom 07. Oktober. Juden zeigen Ihren Glauben angesichts dieser „Menschen“ nicht mehr offen, da sie Gefahr für Leib und Leben fürchten. Leider zurecht.

    Trägt das Haus des Erinnerns zu einem „Nie wieder“ bei?

    Ich denke nicht. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Das Haus des Erinnerns trägt dazu bei, dass die größte Gefahr für europäische Juden, weiter nicht klar benannt wird. Das man sich weiter die vermeintlich politisch korrekten Schultern klopfen kann und weiter den Kopf in den Sand stecken kann.

    Nazis sind scheiße. Das sehen 97% so und die 3% bekommt man in den Griff.

    Der Schulterschluss zwischen Links und dem mehr oder minder radikalen Islam, bei parallelem Wegsehen der Mehrheitsgesellschaft, DAS ist unser Problem.

  30. 3

    Klever Bürger setzten schon seit seit Jahrzehnten viele Zeichen gegen den Antisemitismus (Stichwort: Synagogenplatz, Gedenksteine, alljährliches Gedenken an die Reichspogromnacht 1938) und Rassismus (Stichwort: Pink gegen Rassismus, Caritas Internationale Woche gegen Rassismus). Dazu kommt noch eine seit vielen Jahren gelebte Willkommenskultur und Unterstützung (Stichwort: Klever Tafel).
    Wozu jetzt noch zusätzlich ein Gebäude mit teuren Fassadenelementen im beschaulichen Kleve notwendig ist, verstehe ich nicht. Mal abgesehen davon, das trotz langjährigen Bemühungen bisher nur Bruchteile der benötigten Mittel zusammengekommen sind, wer soll später die jährlichen Betriebskosten tragen?

  31. 2

    Sehe ein gutes kleines Zeichen für Kleve gegen den aktuellen ⏫ Antisemitismus , der in ALLEN gesellschaftlichen Kreisen incl. Politik 👍🏼 fröhliche Urständ, Auferstehung, feiert, + der sich hinter einer verqueren “ Netanjahu Politik “ heimlich zu verstecken versucht. 😠

  32. 1

    Da sehe ich leider innerhalb kürzester Zeit -dauerhaft- Sachbeschädigung und Vandalismus im Bereich des EG, was die filigrane Außenfassade angeht.