Treibgut am Althrein: Schuhsohlen aus Ahrweiler

Viel Holz, viel Plastik: Altrheinufer bei Düffelward

Die Hochwasserwelle ist weg, zurück bleibt Treibgut. Holz, Unmengen von Bruchholz, aber auch Bauholz, und dazwischen alles, was die Zivilisation so an leicht davontreibenden Sachen hervorgebracht hat, aus Ahrweiler vielleicht, oder aus Bad Münstereifel, Erftstadt, Schuld, oder wie die betroffenen Städte und Dörfer auch heißen mögen. Man erblickt Schuhsohlen aus Kunststoff, Wasserflaschen aus Plastik, Insektenspraydosen, Einwegfeuerzeuge, Shampooflaschen, Kunststoffteile, die einem zertrümmerten Auto entrissen worden zu sein scheinen, Deckel, Rohre, alles in einem gigantischen Mahlstrom geschreddert und nun, am Ende der Reise, mit sanftem Wellenschwung an einem Althreinzaun sedimentiert.

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5 Kommentare

  1. 5

    @4 Stier: Vielen Dank für deine Muuuhe, die Dinge mal mit ein paar Zahlen zu unterlegen. Auch wenn ich nun nicht alle Rechnung überprüft habe, zeigt auch dein Kommentar sie latente Gefährdung auf. Mit einem “schnell weg” lasse ich es am Ende jeder Diskussion nicht bewenden.

    Inzwischen hat der Klever Schleusen- und Spoy-Förderverein Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. einen auffordernden Appell mit einer umfangreichen Begründung an die Stadt Kleve gesendet, sich der Thematik anzunehmen und möglicherweise erforderliche Sicherungsmaßnahmen bei den Unterhaltungspflichtigen der Gebäude einzufordern.

     
  2. 4

    @3 (Herr Plecker)
    Mmuuuh, Herr Plecker, wenn der Altrhein bei stark steigendem Spoy-Pegel schon voll ist, könnte doch eine noch viel kritischere Situation entstehen, mmuuuh vegane Wurst Sojamilch-Käse Szenario. Als das Wasser im Altrhein vor zwei Wochen höher als in der Spoy stand, konnte der Spoy-Pegel nicht mehr über den Bypass-Kanal reguliert werden, sondern nur noch über die Pumpen, mmuuuh Kapazitätsangaben siehe https://www.dvxk.de/de/inhalt/spoy-schoepfwerk/&nid1=02743 Zusätzlich war zu beobachten, dass etwas Wasser vom Altrhein aus durch die Spalte der Verrammelung des altrheinseitigen Schleusentors in die Schleuse floss, mmuuuh visuelle Dichtheitsanalyse.
    Wenn bei einer solchen Hochwasserlage aber nicht die Sonne über Kleve, der Eisenbahnbrücke und der Schleuse scheint, sondern langanhaltener Starkregen mit vielleicht 10 mm/h herunterprasselt, dann passiert wohl das, mmuuuh Pegelstandsvorgersage: Auf die rund 67 km², die die Spoy entwässern muss (mmuuuh, Herr Schuster, schon inklusive des Beitrags der Oberstadtentwässerung über Kaskade und Co.???), fallen dann 186.111 Liter Regenwasser pro Sekunde herunter, mmuuuh Vollwaschgang. Die beiden Pumpen im Spoy-Pumpwerk können zusammen aber nur 4.200 Liter pro Sekunde in den hochstehenden Altrhein pumpen, mmuuuh plus noch einmal knapp 2.000 l pro Sekunde, die über verbundene Wasserläufe im Bereich des Deichverbands Kleve-Landesgrenze eventuell mit in die Rechnung einbezogen werden können. Bei – wegen des lang anhaltenen Regens und durch Versiegelung oder das wiederholte Befahren mit viel zu schweren Maschinen recht wasserundurchlässigen – schon gesättigten Böden lägen dann Pegelanstiege der Spoy von über 100 cm/Stunde im Bereich des Vermmuuuhtlichen, mmuuuh 25 cm/Stunde nach starken Regenfällen sind ohnehin des öfteren zu beobachten. Schlimm genug, mmuuuh vermmuuuhtlich gibt es dann schon kurz später auf der niedriger gelegenen Audimaxseite der Hochschule sogenannten Science-Schlamm. Wenn dann aber noch wegen des langanhaltenden Starkregens die kaskastrophale Kaskade samt Untergrund zum Schrecken von Herrn Schuster ihren Geist aufgibt und mehrere hundert m³ Endmoräne (plus ein paar Häuser) auf einmal in den Kermisdahl herunterscheppern, dann freut das allenfalls noch ein paar Crazy Surfers, mmuuuh Jahrhundertwelle. Vermmuuuhtlich ist dann eh egal, ob da noch irgendetwas gepumpt wird oder nicht, mmuuuh nur noch schnell weg von da.

     
  3. 3

    Am 31. August 2021 geht es im Planfeststellungsverfahren um die Deichsanierung und des Rückbaus der Schleuse Brienen weiter: Der Erörterungstermin steht an. Zur Stadthalle Kleve läd die Bezirksregierung Düsseldorf schriftsätzlich alle ein, die im Zusammenhang der Offenlage der Planunterlagen im Jahr 2019 ihre Einwändungen vorgelegt haben. Das dürften einige sein, vorwiegend Einwände, die sich gegen den Abriss des Schleusendenkmals richten.

    Die Bezirksregierung hat letztlich im Verfahren die Aufgabe, die heterogenen Interesses für und gegen das Planziel oder Teile daraus abzuwägen.

    Im Erläuterungsbericht des Ingenieurbüros, dass die Planunterlagen für den federführenden DVXK erstellt hat und sich darin auch auf weitere Sachverständigen u.a. bezieht, erklärt u.a., dass von der Schleuse derzeit eine latente Gefährdung im Hinblick auf den Hochwasserschutz aufgrund ihres baulichen Zustands ausgehe und auch das Spoy-Pumpwerk trotz vorgenommener Reparaturen, die jedoch erfolglos gewesen seien, nicht mehr den Ansprüchen entspreche.

    Alle diese Einschätzungen erfolgten im Jahr 2019 und davor.

    Nun, in 2021, hat das Wetter neue Maßstäbe gesetzt, mit verheerenden Folgen im Süd-Westen unseres Landes sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz. Die weiteren Folgen der Katastrophe beschreibt dieser Kleveblog-Artikel.

    Erfordert diese Tatsache nicht auch einer Neueinschätzung der Gefährlichkeit, die von den Gebäuden ausgeht? Wären die Wassermassen nicht im Süd-Westen unseres Landes, sondern bei uns niedergegangen – wie hätte sich die Situation in Brienen dargestellt? Ist hier nicht unbedingt eine Nachbesserung der Expertiesen erforderlich und u.U. daraus resultierende weitere Sicherungsmaßnahmen an den Bauwerken bis zu einer Entscheidung durch die Behörden über die Zukunft in Brienen? Es geht hierbei nicht alleine um den Schutz gegen das Rheinhochwasser, sondern um die Aufrechterhaltung der Vorflut-Funktion des Spoykanals und der Wasserhaltung durch den Umlaufkanal der Schleuse einerseits und dem Pumpwerk (bei Rheinhochwasser) andererseits.

    Die Flutkatastrophe hat und vor Augen geführt, wie schnell aus “niedlichen” kleinen Bächen plötzlich innerhalb kürzester Zeit reißende Ströme mit zerstörerischer Wirkung werden können. Kann der Spoykanal bei solch gleichen Niederschlagsmengen in Anbetracht der Situation in Brienen als sicher angesehen werden??? Erst recht, wenn der Pegel des Kanals durch Unwetter rasant ansteigen würde, während der Wasserstand im AltRhein noch niedrig ist (der Pegel würde zeitverzögert ansteigen) und das Pumpwerk noch nicht zweckbestimmt arbeitet, sondern die Wassermassen alleine durch den Umlaufkanal der Schleuse abgeleitet werden müssten, der allerdings einen begrenzten Querschnitt besitzt und durch die spoyseitig davor montierten Fangkäfige durch aufstauendes Treibgut zusätzlich verringert würde?

    Eins ist klar: Es wird noch eine ganze Zeit vergehen, bis in Brienen eine neue Situation entstanden sein wird – ganz gleich ob mit oder ohne neue Sportbootschleuse. Nach der Genehmigung müssen nämlich erst die Ausführungsplanungen durch die Ingenieure erstellt werden, danach europaweite Ausschreibung der Bauleistungen, Vergabe usw. Und dann beginnt erst der Bau des neuen Pumpwerks mit 3 neuen Pumpen. Währenddessen müssen der alte Deich, die Schleuse und das alte Pumpwerk ihre Dienste im Bereich des Hochwassers erfüllen.

    Die Sachverständigen haben dem Schleusenbauwerk attestiert, dass sie unter der Prämisse der latenten Gefährdung eine Standsicherheit bis spätestens zum Jahr 2025 zuschreiben. Danach wäre aus sachverständlicher Sicht “Game over”.

    Im Anbetracht der sich verändernden Klima- und Wettersituation darf und sollte die Erörterung der Frage erlaubt sein, ob akute weitere Sicherungsmaßnahmen an den Bauwerken vorzunehmen sind.

     
  4. 2

    Naja, es erscheint schon naheliegend, dass das Zeug irgendwie vom Mittelrhein stammt, da es halt Unmengen von Dingen sind, die normalerweise nicht im Treibgut zu finden sind.

     
  5. 1

    Mmuuuh, ist das Rheinhochwasser denn überhaupt über die Überlaufschwelle zwischen Emmerich und Griethausen geströmt, mmuuuh oder sind da nur ein paar Fische drüber gehoppst? Offensichtlich handelt es sich bei dem Treibgut doch “nur” um rückwärts über die Altrheinmündung bei Bimmen in den Altrhein gepülten Kram, mmuuuh oder um Bruchholz und Unrat, der da schon vorher zwischen Normalufern und Deichen herumlag. Mmuuuh, vermmuuuhtlich nicht ganz richtiger Alarm.