Wiedersehen macht Freude: Stadt holt ehemaligen Rechtsdirektor Goffin zurück

2013 hielt Rechtsdirektor Wolfgang Goffin noch den Abriss seiner alten Arbeitsstätte fest

Oldie but goldie! Vor sechs Jahren verabschiedete die Stadt Kleve ihren Rechtsdirektor Wolfgang Goffin nach einer Jahrzehnte währenden Karriere, in deren Verlauf er so etwas wie die graue Eminenz der Verwaltung geworden war. Auf den Juristen wartete der verdiente Ruhestand, in dem er seitdem die Zeit ohne Arbeit genießen und sich seinen Hobbys widmen konnte. Doch damit ist es seit kurzem vorbei – Goffin, mittlerweile 70 Jahre alt, ist wieder auf den Fluren des Rathauses anzutreffen!

„Auf Ersuchen der Stadt Kleve steht der ehemalige Leitende Rechtsdirektor Wolfgang Goffin der Stadtverwaltung seit Februar auf Honorarbasis zur Verfügung“, teilt Stadtsprecher Niklas Lembeck mit. „Er unterstützt die Stabsstelle Rechtsangelegenheiten während einer Elternzeit für die Dauer eines Jahres bei Bedarf zu einzelnen juristischen Sachverhalten.“

Zurück auf Anfang also gewissermaßen. Goffin war Ende 2020 nach 42 Jahren in Diensten der Stadtverwaltung in den Ruhestand gegangen. Sonja Northing, damals noch Bürgermeisterin und mittlerweile verstorben, wählte seine Nachfolgerin aus. Die Wahl fiel auf Trudis Jans, die damals von Wesel, wo sie ebenfalls als Rechtsdirektoren tätig war, nach Kleve wechselte. Doch lange blieb sie nicht auf dieser Stelle.

2021 löste Wolfgang Gebing Sonja Northing als Bürgermeister ab. Trudis Jans, die ein SPD-Parteibuch besaß, befand sich noch in der Probezeit und erhielt die Kündigung.

Die Stelle musste neu besetzt werden. Die Wahl fiel auf Marie-Theres Hermsen, die Anfang 2022 ihr Amt antrat. Sie ist die Ehefrau eines ehemaligen CDU-Stadtverordneten, doch stets wurde beteuert, dass dieser Umstand keinerlei Einfluss auf ihre Berufung gehabt hat. Das Paar lebt in Bedburg-Hau, 2023 legte Benedict Schröers wegen des neuen Lebensmittelpunkts sein Ratsmandat nieder. Marie-Theres Hermsen, zum Zeitpunkt der Berufung 29 Jahre alt, war zuvor als Richterin tätig. Sie befindet sich zur Zeit in Mutterschaft.

Also musste wieder ein Ersatz her. Wer die Website der Stadt Kleve aufruft, findet unter der Stabsstelle I – Rechtsangelegenheiten den Namen von Daniela Rennecke, die zuvor Leiterin des Schulamtes gewesen war. Sie war als Übergangslösung vorgesehen, so ist aus dem Rathaus zu hören. Über ihr steht allerdings schon – so als sei nie etwas gewesen – der Name von Wolfgang Goffin. Beide Personen werden schlicht als „Mitarbeiter“ geführt.

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7 Kommentare

  1. 7

    @Andy da hat jemand das Bedürfnis seine völlige Unkenntnis von Stellenbesetzungen öffentlich mitzuteilen.
    Kein Einsteiger kann mit A16 anfangen, auch erfolgte die Einstellung sicherlich weit darunter.
    Die Qualifikation war unstrittig, es gab eine Bestenauswahl, wie immer bei solchen Besetzungen. Inwiefern das Alter gegen Qualifikation sprechen sollte, bleibt offenbar auch dein Geheimnis und viel mehr über dich aus.

    Herr Daute blamierte sich schon bei Besetzung mit wildesten Vermutungen, viel Geschreibsel ohne Substanz, wie so häufig.
    Das übliche Empöriantentum war befriedigt.

  2. 5

    Aus ren sachlichen Gründen kann ich diese Entscheidung nicht nachvollziehen:
    Zwei mal stand ich Hr. Goffin im Gericht gegenüber…
    Einmal beim LSG Essen- wobei er eine krachende Niederlage hinnehmen mußte, keine Argumente und schon mal gar nicht Belege oder Etwas Ähliches hatte…
    Mehr oder weniger wurde er auch hier der Unwahrheit, Manipulation von Dokumenten überführt – wo ich darauf verzichtete Strafntrag zu stellen; Weshalb die Angelegenheit nicht weiter vom Gericht verfolgt wurde…
    Beim Zweiten Mal vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf wg. der Gesamtschule – Ich hatte schon Mitleid mit dem Rechtsdirektor der Stadt Kleve; So schlecht vorbereitet und allein auf Verschwörungstheorien begründet war sein Auftreten!

    Muss man sich mal vorstellen! Ein angeblich ausgebildeter Jurist und “ Rechtsdirektor“ – gegen einen (juristischen) Nobody wie mich – und versagt auf ganzer Linie!!!

    Und – SO Einer wird von Steuergeldern bezahlt???`!
    Pardon – 42 Jahre im Dienst sind kein Leistungsnachweis, lediglich der Nachweis von Anwesenheit!

  3. 4

    Frau Rennecke als Übergangslösung geplant? Aber nein!!! Der damalige BM Gebing hatte ja im Rat deren juristische Kompetenz ausdrücklich hervorgehoben. Und jetzt soll wieder Herr Goffin als juristischer Ratgeber agieren? Für kleines Geld, nehme ich an? Oder wurde ein Erfolgshonorar vereinbart? Mit wem? Wurde diese Dienstleistung ausgeschrieben oder freihändig vergeben, also ohne öffentliche Ausschreibung? Und der Vergabeausschuss nickte das ab? Brave Untertanen!

  4. 1

    Interessante Biographien der Rechtspertinnen. Ein Parteibuch hier, eine Parteinähe dort. Erstaunlich auch das Alter einer der Stelleninhaberinnen. 29 Jahre bei Dienstantritt. Alle Achtung. Eine A 16 müssen sich andere Juristen im öffentlichen Dienst erst über einige Jährchen „erdienen“. Heißt aus dieser Warte nicht umsonst öff. „Dienst“. Die haben dann so ganz nebenbei auch zwangsläufig einiges „erfahren“. Da wären wir bei der Qualifikation „Erfahrung“. Eigentlich für so eine herausgehobene Stelle , bei allem vielleicht vorhandenem juristischen und performancetechnischen Genie , unverzichtbar. Wie geht das mit 29? Mal kurz überlegen. Studium der Rechtswissenschaften, 1. Juristisches Staatsexamen, Referendariat, 2. Jur. Staatsexamen. Dann erste Anstellung als Richterin und als solche ein, zwei Jahre Praxis auf einem anderen Berufsfeld. Erfahrung im Hinblick auf die Leitung eines kommunalen Rechtsamts sieht für mich anders aus. Man führe sich nur die entsprechenden Stellenprofile aus anderen Bereichen der öff. Verwaltung zu Gemüte.