Natursonntag (3): Mohn, mach’ mir die 7! Mohn: Geht auch 2 x 7?

Pure Mathematik

(Nach einem Check im Mathematikressort wurde dieser Artikel völlig neu berechnet.)

Gut, es gibt die 2 in der Natur. Eine Zelle teilt sich, schon haben wir 2. Die teilen sich brav weiter, und so verwundert es wenig, dass auch die Zweierpotenzen (2, 4, 8, 16, 32…) in der Schöpfung allgegenwärtig sind. Kann aber die Natur bis 3 zählen? Offenbar ja, man muss nur genau hinschauen, dann ließe sich beispielsweise feststellen, dass die Protonen aus drei Quarks aufgebaut sind und die symmetrisch aufgebauten Tiere sich aus drei Keimblättern entwickeln (Entoderm, Mesoderm und Ektoderm). Springen wir zur 5, die in diesem Angebot in der Pflasterung des Bahnhofs schon eingehend behandelt wurde, die sich aber auch bei Äpfeln und Birnen wiederfindet, deren Früchte fünfstrahlig strukturiert sind. Auch die 6 ist allgegenwärtig, beispielsweise bei der Zahl der Beine der Fliege, die gerade um meinen Bildschirm kreist und so was von nervt, oder beim Aufbau der Waben in einem Bienenstaat (der Grund: ein nahezu optimales Verhältnis von Wandmaterial zu Raum-Volumen). Aber die 7? Womöglich nimmt sie eine Sonderstellung (7 Schöpfungstage etc.) ein, weil es sie eben in der Natur nicht gibt, denkt unsereins. Dann aber fällt der Blick auf die Samenkapseln der Mohnblumen, die hier ebenfalls schon Gegenstand der Berichterstattung waren – und was sieht das Auge des zahlenwütigen Hobbybiologen: Darauf befinden sich exakt 14 Samenleisten, die sternförmig von der Mitte ausgehen und die Fläche in exakt 14, also 2×7 Segmente unterteilen. Was hat sich die Natur oder der womöglich dahinter stehende Schöpfer dabei gedacht?

Es ist schlimm, wenn man seine eigenen Artikel trotz Volltextsuche nicht mehr wiederfindet, aber ich bin mit recht sicher, hier vor gar nicht allzu langer Zeit einen Beitrag über die natürlichen Zahlen, was in dem Fall aber meint: die Zahlen der Natur, geschrieben zu haben. Logischerweise sind die 2 und deren Vielfache (4, 8, 16 usw.) drin, die perfekte Zellteilung lässt grüßen. Die Fibonacci-Folge (1, 1, 2, 3, 5 usw.), bei der die jeweils letzte Zahl die Summe der beiden Vorgänger ist, passt auf einige natürliche Phänomene wie beispielsweise den spiraligen Aufbau von Muscheln. Die 6 findet sich im sechseckigen Aufbau der Bienenwaben, und so lassen sich noch einige Beispiele mehr finden. Aber was um alles in der Welt bringt eine Mohnpflanze dazu, die Samenkapsel mit Hilfe von exakt 14 Samenleisten in 15 Segmente zu unterteilen, die von der Mitte aus dann in einem Winkel von ziemlich genau jeweils 24° nach außen verlaufen??

Und, nur am Rande, wussten Sie, lieber Leser, dass das 1000-Korn-Gewicht von Mohnsamen 0,11 bis 0,125 Gramm beträgt. Also praktisch nichts! Die Körner sind einen Millimeter groß, in jeder Kapsel befinden sich zwischen 2000 und 5000 davon, und sie fliegen problemlos bis zu vier Meter weit, bei starkem Wind noch viel weiter.

Deine Meinung zählt:

8 Kommentare

  1. 6

    Kann ich mich nicht mehr zählen – oder hat die Natur bei der Kapsel unten links gepfuscht und 15 (also 2 x 7 +1) Samenleisten untergebracht?
    Und damit auch 15 Segmente.

     
  2. 2

    Wenn es 14 Samenleisten gibt, dann liegen auch genau 14 (nicht 15) Segmente dazwischen.

     
  3. 1

    und sie fliegen problemlos bis zu vier Meter weit, bei starkem Wind noch viel weiter.

    Ganz schon ansteckend, diese Mohndinger. 😀