Der Tag des gelben Passes: Hoch die Tassen

Wenn der 1. Cappuccino unter freiem Himmel ein Thema für die Lokalpresse (NRZ) wird…

Die Inzidenz, die der Kreis Kleve am Sonntag um 13:03 Uhr vermeldete, betrug 64,3, und es handelte sich um 13. Tag in Serie, an diesem dieser Wert gefallen ist. Dass gleichzeitig 38 neue Fälle erfasst wurden und immer noch 44 Menschen wegen einer Corona-Infektion in den Krankenhäusern des Kreises behandelt werden, ging fast schon unter.

Der ersehnte Eintrag lässt noch auf sich warten

Der Sonntag stand im Zeichen des gelben Impfausweises, der immer wieder, nicht ohne Stolz, vorgezeigt wurde, sobald vor allem ältere Semester ihre Plätze an den Außentischen der Cafés einnahmen. An anderen Tischen tauschten sich die Gäste mit vorbeilaufenden Passanten über die Möglichkeiten aus, sich testen zu lassen („da kannste so mit dem Auto vorbeifahren, nach ‘ner Viertelstunde biste durch“), über die Tücken des QR-Codes und die neuen Freiheiten, auf die alle so sehnlich gewartet haben (und die hoffentlich nicht dazu führen, dass nun allen die Sicherungen durchbrennen).

Diverse Regenschauern am Nachmittag trübten die Feiertagsstimmung dann allerdings erheblich ein.

Aber was ist überhaupt erlaubt und was nicht?

Hier der Überblick über die wichtigsten Regelungen:

Grundsätzlich ist der Impfpass mit dem Nachweis einer Impfung vonnöten, ein aktueller Test mit einem negativen Ergebnis (das manchmal 24, manchmal 48 Stunden zählt) oder der Nachweis einer überstandenen Infektion, die nicht mehr als sechs Monate zurückliegen darf. (Vor diesem Hintergrund ist der vom Kommentar „4. Welle“ angesprochene Umstand, dass junge Menschen sich absichtlich eine Infektion zuziehen, um wieder in den unkomplizierten Genuss aller Freiheiten zu kommen, nicht sonderlich abwegig, wenn auch keinesfalls empfehlenswert. Jedenfalls werden junge Menschen in nächster Zeit für jeden Kneipenbesuch einen Test benötigen, während die alten von drinnen mit dem Impfausweis winken.)

Wer darf sich wie treffen? Zwei Haushalte mit maximal fünf Personen, aber nicht nur Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren, sondern auch Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt. Das schafft zum Beispiel bei Familienfeiern (Hochzeiten, Beerdigungen) beträchtliche Spielräume. Wichtig: Die Ausgangssperre fällt weg.

Museen dürfen wieder öffnen, auch andere kulturelle Einrichtungen wie die Stadtbücherei. In Kleve öffnet auch der Tierpark wieder, ohne das vor dem Einlass ein Test erforderlich ist. Schön ist dieser Umstand beispielsweise für den Klever Künstler Günther Zins, zu dessen 70. Geburtstag das Museum Kurhaus ab dem 21. Mai eine Ausstellung zeigt, die nun tatsächlich auch von Menschen besucht werden kann. (Allerdings ist eine Terminbuchung erforderlich, und die Rückverfolgbarkeit muss sichergestellt sein.) Konzerte unter freiem Himmel sind mit festem Sitzplan und bis zu 500 Besuchern (geimpft, genesen, getestet) möglich.

Individualsport unter freiem Himmel ist nunmehr auch auf Sportanlagen (z. B. Freiluftbasketballfeldern) gestattet. Kontaktfreier Sport (also nicht die Art von Basketball, wie sie beim VfL Merkur Kleve praktiziert wurde) darf mit bis zu 20 Personen ausgeübt werden. Kindertraining unter freiem Himmel ist erlaubt – eine wichtige Information für alle Fußballvereine. Kontaktsport (z. B. Basketball) darf unter den Bedingungen der allgemeinen Kontaktbeschränkung (siehe oben, 5 Personen aus 2 Haushalten plus Geimpfte und Genesene) praktiziert werden.

Der Einzelhandel darf öffnen, Kunden müssen eine FFP2-Maske tragen und die Auflagen bezüglich der maximalen Kundenzahl beachten (1 Kunde je 20 Quadratmeter Ladenfläche). Sie müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Die Pflicht, einen Termin zu buchen, entfällt. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Außengastronomie steht Menschen, die geimpft, getestet oder genesen sind, frei. Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Hotels lassen wieder wieder private Übernachtungen zu, die Auslastung der Herbergen ist allerdings auf 60 Prozent begrenzt. Auch hier: Natürlich nur für Geimpfte, Getestete und Genesene.

Deine Meinung zählt:

5 Kommentare

  1. 5

    Ich lebe hinter dem Deich. Den Fluss sehe ich also nicht. Es gab in den letzten Jahrzehnten in Kleve keine Überflutung. Deshalb ist es völlig übertrieben den Fluss einzudeichen.

    Was ich nicht sehe, nicht selbst erlebt habe, kann es nicht geben.

    Genauso ist es auch mit der Pandemie.

     
  2. 4

    3.) K.T. zu Guttenberg hat sie 2010 abgeschafft. Im Rahmen der ” Alle Welt hat sich lieb ” Zeit, wurde der dabei so sehr wichtige Zivildienst von der beschränkten Politik völlig unterschätzt.😠 Als Ausgleich wurden Brunnen in Afganistan gebohrt +meine Freiheit am Hindukusch verteidigt.👍🏽🍻 (☝🏽 59 Tote Bw Militärangehörige) 😥

     
  3. 3

    Generationen von männlichen Deutschen haben bis zur Abschaffung der Wehrpflicht Zivildienst und dadurch wertvolle Arbeit in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, integrativen Kindertagesstätten und Alten- und Pflegeheimen geleistet. Aus verschiedenen Gründen und besonders seit der Pandemie frage ich mich, ob es nicht doch ein Fehler war die Wehrpflicht und damit auch den Zivildienst abzuschaffen.

     
  4. 2

    38 neue Fälle, gemeint sind positiv Getestete, identifiziert mit einem untauglichen PCR-Test. Vermutlich haben die Meisten nicht mal einen Schnupfen. Und handelt es sich bei den 44 um Patienten, die wegen Corona stationär behandelt werden, oder um Patienten bei denen zusätzlich zum Grund für den Krankenhausaufenthalt ein positives Testergebnis vorliegt? Könnte vielleicht ein kleiner Unterschied sein!? Nebenbei hat das Bundesgesundheitsministerium, leise und von den Massenmedien unbemerkt, in einer Pressemitteilung vom 30. April verkündet, dass im Pandemiejahr 2020 die flächendeckende Versorgung in den Krankenhäusern zu keinem Zeitpunkt gefährdet war, der Anteil der Coronapatienten auf den Intensivstationen betrug im Jahresdurchschnitt 4 % ! Was war noch mal die Begründung für die Verbotsorgien und den Maßnahmen-Mumpitz? Aber wir ziehen den Schwachsinn alternativlos durch, koste es was es will, bis zum Endsieg über das Virus.

     
  5. 1

    Und noch immer nichts zum Thema Schulen! Wann wird der komplette Präsenzunterricht gestartet ? Nix-unsere Kinder werden VERGESSEN ! Ich habe das Gefühl mit fallender Inzidenz werden die Auflagen „konfuser“ und noch weniger nachvollziehbarer. Ich will nicht mehr jeden Tag schauen wann man was, wie man was darf oder nicht darf aber könnte wenn man dieses welches tut/macht/testet usw !!! Auf gut Deutsch :Ich habe es satter als satt. Alle in meinen Umfeld denken das gleiche- wir haben es satt.
    Die Politik versagt was das Thema Schule betrifft – ein Desaster (auf dem Rücken der Kinder und Eltern). Und das ist kein „Gejammer“-das ist die Realität!
    Und nur mal so als Beispiel: Internet Schulseite öffnen und „erstarren“ was man denn (Kinder und „Elternlehrer“ alles so machen soll bis zur nächsten Woche)…auf jeden Fall neues Papier kaufen/Druckertoner…und sich ärgern über diese Politik, die Schulen usw.