2:48 Uhr, und die Aggregate wummern – das ist (vorerst) vorbei

Es wummert rund um die Uhr: Auflieger an der Van-den-Bergh-Straße

Der Zorn der Anwohner über Dutzende Kühlaggregate von Aufliegern, die an der Van-den-Bergh-Straße abgestellt waren, wird vorerst gelindert. Ab heute gilt auf dem entsprechenden Abschnitt der Straße, auf der ein niederländischer Spediteur seine Auflieger abgestellt hatte, ein absolutes Halteverbot – allerdings zunächst einmal nur, weil die Firma Loock dort eine Baustelle eingerichtet hat. 2:48 Uhr, und die Aggregate wummern – wie es das verlinkte, von einem 250 Meter entfernten Balkon aufgenommene Video zeigt – das gibt es ab heute nicht mehr, die Anwohner haben erst einmal ihre Ruhe.

Vor zwei Wochen hatte kleveblog erstmals über das Lärm-Ärgernis berichtet, schon damals hatte die Stadt Kleve mitgeteilt, dass Lärmmessungen andauerten. „Wir sind da dran“, sagt Ralph van Hoof, Leiter des Ordnungsamts. Die Messungen hatten teilweise ergeben, dass die zulässigen Grenzwerte deutlich überschritten wurden. In einem ersten Schritt hatte die Verwaltung das Unternehmen Upfield angeschrieben, das die Speditionen für den Abtransport der Waren engagiert. „Danach ist es auch schon besser geworden“, berichtet van Hoof.

Doch nicht alle Speditionen folgten den Empfehlungen für Ausweichparkplätze, oder sie sind schlichtweg noch nicht informiert gewesen. Außerdem hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamts auch bemerkt, dass die Lastwagen mitunter direkt auf dem Werksgelände parkten. Für den dann erzeugten Lärm ist die Stadt Kleve nicht mehr zuständig, sondern eine Landesbehörde – die aber auch schon über den Fall informiert wurde.

Für die beauftragten Speditionen sind die Parkplätze van der van-den-Bergh-Straße doppelt praktisch: Sie sind direkt am Werk gelegen, und die Fahrer können auf dem benachbarten Wohnmobilstellplatz nächtigen.

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15 Kommentare

  1. 15

    @13. anwohner
    „Irgendwie ist das doch passend für die Klever Mentalität und den Diskussionsstil hier auf Kleveblog“

    „Es ist halt die Doppelmoral die mir so aufstößt…….“

    Es fallen immer Leute auf, die sich sofort und vehement beschweren sowie irgendwer ihre Rechte gefühlt oder tatsächlich verletzt. Nicht auffallen tun die Leute, die den Störungen im Alltag, die unvermeidlich im Miteinander von mehreren bzw. vielen Menschen auftreten, mit Gelassenheit begegnen. Das ist aber die große Mehrheit und auch das sind Klever.

     
  2. 14

    @anwohner Das Phänomen ist unter dem Kürzel NIMBY (not in my backyard) hinlänglich bekannt. Der Konsument und Bürger verhält sich widersprüchlich. Aber trotzdem muss niemand Regelübertretungen dulden. Dass die Stadt Kleve sich mit dem Mischgebiet möglicherweise selbst ein Problem geschaffen hat, dürfte auf der Hand liegen.

     
  3. 13

    @11
    nein ganz sicher nicht, ich habe aber mal einen kurzen beruflichen Ausflug in diese Welt geacht, die unter anderem dafür sorgt das ihr Prime Packet rechtzeitig da ist . Und könnte ihnen eine Liedchen singen von Lenkzeitüberschreitungen, weil man keinen geigneten Schlafplatz findet.
    Aber das wollen sie doch gar nicht hören…
    Im übrigen glaube ich nicht, das es eine der beteiligten Speditionen auch nur im geringsten juckt was hier geschrieben steht.

    Krbg hat das schon richtig geschrieben:

    “Das ist ja nach hinten heraus da stört es mich nicht, da meine Wohnung nach vorne raus ist..”

    Irgendwie ist das doch passend für die Klever Mentalität und den Diskussionsstil hier auf Kleveblog
    Beispiele wären noch:

    “Klar bin ich für studentisches Leben in Kleve…..aber doch nicht abends mitten in der Stadt”

    “natürlich dürfen Mountainbiker auch den Reichswald nutzen, aber dann sollen sie ihr Gefährt fälligst schieben”

    “Atomausstieg jetzt und sofort….Was? Windräder im Reichswald????auf keinen Fall….kriegt man den Strom nicht irgendwo aus dem Ausland???????

    Es ist halt die Doppelmoral die mir so aufstößt…….
    Und in diesem Fall ist es doch so klar das dieses Wohngebiet alles andere nur keine Ruhe verspricht.

    Naja wahrscheinlich wird eh schon der Protest gegen den Baustellenlärm vorbereitet…..

     
  4. 12

    Haben das Thema im Bekanntenkreis auch diskutiert, auf meinen Einwand dass er den Lärm ja auch hört sollten die Auflieger zukünftig auf dem Werksgelände von Upfield stehen (einer aus unserer Gesprächsrunde wohnt dort ..), war seine Antwort : Das ist ja nach hinten heraus da stört es mich nicht, da meine Wohnung nach vorne raus ist..

    Meiner Meinung nach beschreibt das dass eigentliche Problem ganz gut, Die meisten möchten es für sich selbst ruhig haben und sind gar nicht an generellen Lärmvermeindung interessiert.
    Somit wird von öffentlicher Seite nur dort was unternommen wo sich die meisten beschweren und Problem verlagert sich bloß an einen anderen Ort.

    Sicher ist es wichtig solche Flächen zu entwickeln, Wohnraum zu schaffen etc aber ist halt schwierig mitten im Stadtzentrum und unmittelbarer Nähe von Bahnhof , Hochschule und großen Industrieberieben ( Upfield und Winkels) + viel Durchgangsverkehr ein ruhiges Wohngebiet zu erschaffen.
    Gepaart mit dem Blick auf wahlweise Industriebrache , Wohnmobile , den 2t schönsten Bahnhof Deutschlands 😉 nen Schrottplatz oder mit viel Glück die Schwanenburg.
    Mein Ding ist sowas nicht, aber kann diesem Trend möglichst ins Zentrum einer Stadt zu ziehen zu wollen, am besten bei geringer Miete und mit wenig Lärm, eh nichts abgewinnen.
    Möchte zum einen nicht in der Stadt leben und halte die oben genannte Konstellation ( van den Bergh Str und ruhige Wohngegend ) auch für nicht realistisch

     
  5. 11

    @10 Anwohner Gehören Sie nicht vielleicht eher zu einer der Speditionen oder Firmen dort?

     
  6. 10

    @9
    Auch hier muss ich widersprechen:
    Zum einen sollte man den Klever Bahnhof und den Weezer Flughafen nicht als Maßstäbe nutzen. Es gibt durchaus Flughäfen die einen Non Stop Betrieb fahren.

    Ihre “Wahrheit” ist, und das ist ja das schöne im deutschen Paragraphendschungel ganz klar gesetzlich geregelt.
    In diesem Fall ganz klar unter §12 der STVO…ich glaube es war Absatz 4 ….
    Und da es sich zumindest um ein ausgewiesenes Mischgebiet handeln dürfte, ist das Parken dort gestattet.
    Ob dies die optimale Lösung ist, wage auch ich zu bezweifeln, dennoch ist das Halten und Parken dort legitim.

    Städtische Ausweichfläche wäre im Überfluss vor Ort vorhanden ………

    In dem Video, lässt sich übrigens weder der Standort, noch die Entfernung zu den besagten Aggregaten feststellen….für mich sehr fragwürdig …erinnert eher an die Beweisführung eines vor kurzem abgewählten Staatsführers……

    Vermutlich Teil einer Deep City Verschwörung ……..

     
  7. 9

    @Husky u. a. Die Lautstärke der Aggregate lag teilweise deutlich über den gesetzlichen Grenzen, und das rund um die Uhr. Selbst Flughäfen haben nicht rund um die Uhr Betrieb, auch nicht Bahnhöfe. Die Wahrheit ist, dass hier Speditionen und Unternehmen öffentlichen Raum ausnutzen (lassen), um ihre Betriebskosten zu senken.

     
  8. 8

    Was würden Leute die sich über 60db Beschweren eigentlich neben einem Flughafen und Güterbahnhof machen?

     
  9. 7

    @5 dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
    Die Bedingungen in dem Gewerbe sind hart genug, und können nicht oft genug thematisiert werden.

    Im übrigen erinnert mich die ganze Sache an den Stadtbewohner, welcher auf Land zieht und gegen lärmende Hühnergeräusche prozessiert.
    Und ganz ehrlich keine 50 Meter weiter ist der Bahnhof, sollen die Bahnangestellten die Züge demnächst lautlos reinschieben?

    Man sollte sich die potentiellen Wohnorte halt genauer ansehen und dann erst entscheiden.
    Ruhe und zentrale Stadtlage im Gewerbe/Mischgebiet ……..ja ne is klar ……und als nächstes ist es dann der Kinderspielplatz derzu laut bespielt wird ……

    Aber man kann sich halt sein Leben auch schechter reden als es eigentlich ist ……typisches first world problem

     
  10. 6

    @ 5 (Andreas)
    Mmuuuh, Andreas, in der (umweltfreundlichen) Verkehrsplanung ist es inzwischen Common Sense, dass der Straßengüterverkehr keineswegs weiter zunehmen soll, sondern mehr Verkehr auf Binennschiffe und vor allem mit der Bahn abgewickelt werden soll, mmuuuh außer bei einem gewissen Herrn Andreas (B. Scheuer(t)). Fern-LKWs haben doch schon jetzt ein Problem mit der Verfügbarkeit von geeignetem Personal, schlechte hygienische und soziale Standards, noch immer viel zu viele CO2-, Feinstaub- (durch Bremsen) und Mikroplastikemissionen (durch Reifenabrieb), den Bedarf an für hohe Lastwagengewichte (und -längen) teuer gebaute Straßen, mmuuuh und so weiter und so weiter. Hinzu kommt noch das Energieeffizienzproblem, mmuuuh wer soll das bezahlen. Angeblich sollen Fern-Lkw in naher Zukunft mit Brennstoffzellen oder eFuel betrieben werden, um sie (angeblich) CO2-mäßig reinzuwaschen, mmuuuh das wird teuer. Wenn Sie so wie ich von Natur aus faul wären, hätten Sie schon bemerkt, dass langfristig immer weniger Leute gewillt sein werden, dafür aufzukommen, mmuuuh Fern-LKWs sind binnenkurz ein Auslaufmodell. Glauben Sie nicht, mmuuuh? Die Tanks der besagten LKWs sind auf jeden Fall schon mehrfach ausgelaufen, mmuuuh leck geschlagen. Mehr Stellplätze und Rasthöfe für Fern-LKW verursachen nur noch mehr Umweltschädigung, mmuuuh, die möchte ich aber nicht. Ich fordere keine weitere Versiegelung meiner grünen Wiesen und mehr Umweltschonung, mmuuuh Land grabschen verboten!

     
  11. 5

    Ja, es ist ein Kreuz, ein satanistisch anmutender Rattenschwanz…
    Auf der einen Seite erwarten wir die stetige Versorgung mit Waren aller Art – zu jeder Zeit. Auf der anderen Seite erachten wir Teile der notwendigen Lieferkette als störend.
    Klar, als Betroffene(r) kann man schnell steil gehen wenn man sich um die Nachtruhe gebracht fühlt. Dafür habe ich volles Verständnis! Betroffen sind hier im Übrigen die Berufskraftfaher(innen) selber, denn auch diese werden häufig von den Kühlaggregaten um den Schlaf gebracht.
    Eine gute Lösung wäre die Schaffung geeigneter Park- und Abstellflächen. Hier fühlt sich leider kein Mensch, kein Unternehmen und keine staatliche Instanz verantwortlich.
    Wenn das indirekt verursachende Unternehmen nun gegen die geltenden Vorschriften hinsichtlich des Lärmschutzes verstösst, wird es in erster Konsequenz wohl den BKF den Aufenthalt auf dem Betriebsgelände untersagen … also keine sanitären Anlagen, keine Kantine, kein … für die BKF.
    Der betroffene, dort wohnen- und nächtigende Mensch hat dann seine wohlverdiente Nachtruhe zurück und das ursächliche Problem wird verlagert. Wohin kann den betroffenen Menschen ja erstmal egal sein.
    Ist übrigens kein Thema das Kleve allein betrifft … es gibt in Deutschland schlicht und ergreifend zu wenig geeignete Park- und Abstellmöglichkeiten für das Transportgewerbe.

     
  12. 4

    Das gilt grundsätzlich immer, auch wenn keine meckert. Kontrolliert wird ggf. erst dann. Aber eine Überschreitung ist immer illegal.

    Die Auflieger standen dort heute morgen übrigens trotz Baustelle noch. Nur etwas weiter Richtung Westen.

     
  13. 3

    Und das gilt auch erst sobalt jemand rumplärrt…

    Frag mal diverse Kneipen wo dann irgendwann “der eine Nachbar” zugezogen ist und sich sofort über Lärm beschwert obwohl er genau wusste das er gegenüber einer Kneipe einzieht…

     
  14. 1

    Das wird lustig wie die Anwohner reagieren werden wenn da mal wieder Oktoberfest ist, oder eine Schule gebaut wird, oder bei dem anderen Neubaugebiet was Gegenüber vom Radhaus liegt wenn das Radhaus mal wieder Party hat, was hoffentlich bald ist ..