Spritzen im Pappelwäldchen: Wo sich die Drogensüchtigen künftig treffen sollen

1000 Meter nach rechts

In Frankfurt/Main liegen sie in der Innenstadt auf den Bürgersteigen herum, in Dortmund lässt die Stadt in einem Versuch mit dem Betreiber eines Konsumraumes eine aktuell unbebaute Fläche als Aufenthaltsbereich für die Szene herrichten, und in Kleve bekommen die Drogensüchtigen demnächst Wartehäuschen, das idyllisch in einem Pappelhain liegt – nur rund tausend Meter vom bisherigen (mehrfach in die Schlagzeilen geratenen) Drogencontainer am Bahnhof entfernt. So beschloss es der Rat der Stadt Kleve gestern mit großer Mehrheit, nach vorangegangener langer Diskussion, die, wie alle Diskussionen zu diesem Thema, ebenfalls nicht in der Lage war, das Problem zu lösen. Es ist ja auch nicht zu lösen. Wie auch?

Die „Szene“ traf sich seit Jahren in einem abgewrackten Container am Bahnhof, bis dieser vor einigen Monaten nach einigen Zwischenfällen entfernt wurde. Er stand wohl auch der Aufwertung des Bahnhofsumfelds – zum Beispiel mit der Radstation – im Wege. Für die drogensüchtigen Menschen aus Kleve (und aus der Umgebung) fiel damit aber ein verkehrsgünstig gelegener Treffpunkt weg.

Der Drogencontainer am Bahnhof ist weg, die Szene nicht
Blick in den nicht mehr existierenden Drogencontainer am Bahnhof (Foto: Udo Kleinendonk)

Etwas ziellos trafen sich die Betroffenen an verschiedenen Orten, bis sich ein Haus an der Spyckstraße als neuer Anlaufpunkt herauskristallisierte. Dass die Anwohner dem neuen Treiben nicht positiv gegenüberstanden, lässt sich verstehen, ebenso war wohl auch die Leitung der Spyckschule wenig begeistert darüber, dass sich in der Nachbarschaft Konsumenten und Verkäufer von Drogen ein Stelldichein gaben. Eine Razzia von Polizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungsamt sorgte Anfang Juni dann für Ruhe, die Drogensüchtigen zogen zurück zum Bahnhof, wenngleich es dort keinen festen Anlaufpunkt mehr gab.

Um den Menschen einen Treffpunkt zu geben, hob der Rat der Stadt Kleve das Thema gestern noch einmal auf die Tagesordnung – und holte einen Vorschlag hervor, der eigentlich schon verworfen worden war. Die Idee, die Süchtigen zum Pappelweg zu transferieren, gab es schon einmal. Diesmal allerdings fand sie eine Mehrheit. Der neue Standort ist über den Radweg, der nördlich am Bahnhof vorbeiführt und der den Klever Ring unterquert, zu erreichen. Er liegt rund einen Kilometer vom Bahnhof entfernt. Also eigentlich nah genug, um aufgesucht zu werden – obwohl sich das in der Praxis noch bewähren muss. Sicher ist: Die einzigen Lebewesen, die sich dort gestört fühlen, dürften ein paar Kröten und Singvögel sein.

Deine Meinung zählt:

22 Kommentare

  1. 22

    …und die Drogen Karawane zieht weiter, ☝🏼 zurück zu den Roots. „HOME SWEET HOME “ ⏩ KLEVER BAHNHOF. 😠

     
  2. 21

    @18.
    Ja, die suchtkranken Menschen, wissen alles.
    Das Problem ist nur, dass immer mehr drogenabhängige Menschen von außerhalb nach Kleve kommen, weil es hier anscheinend unproblematisch zu sein scheint, zu dealen und zu konsumieren.

    Aus dringlichen Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen, muss diesbezüglich anders vorgegangen werden.

    Mir kommt das ganze Thema mittlerweile eher als kommunalpolitisches Wahlkampfthema vor ……..

     
  3. 20

    @18 Gute Frage.

    @17 DM

    Ich meinte die föderale Struktur in Deutschland mit den auf Bund und Bundesländer aufgeteilten Zuständigkeiten. Der Bund regelt viel, aber nicht alles. Jedes Land erlässt in bestimmten Bereichen eigene Gesetze. Dänemarkt hat keine föderale Struktur.

    Lehrer, Streetworker, Psychologen, Ehrenamtliche, Drogenberater haben aus meiner Sicht ein gutes gesellschaftliches Ansehen in Deutschland. Aber woran will man das schon messen? Dazu müsste man eine repräsentative Umfrage starten.

    Die von mir beschriebenen Einrichtungen/Programme etc. kommen von staatlichen Einrichtungen/Öffentlicher Dienst, aber auch von anderen Stellen/Organisationen.

    Dänemark hatte Probleme mit aggressiven Bettlern. 2017 wurde ein Gesetz gegen aggressives Betteln erlassen.
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/daenemark-verdoppelt-strafmass-fuers-betteln-in-der-oeffentlichkeit-15061496.html

    Das ist eine Politik, die über das Ziel hinaus schießt und zu Diskriminierung und Stigmatisierung beiträgt.

     
  4. 19

    CDU: das christliche C steht u.a. für : Nächstenliebe, Toleranz, fair., Gerechtigkeit.
    „Wir treten für eine offene Gesellschaft ein. “ Zitat Grundsätze der CDU.
    Nichts von dem trifft auf die Drogen Problematik und deren Umgang damit, auf unsere Stadt zu. Ich sehe schwarz……

     
  5. 18

    Wissen eigentlich die Drogenabhängigen, wo sie wann und welche Unterstützung bekommen können?Oder ist hier mehr Aufklärung gefragt🤔?

     
  6. 17

    @16

    Leider genau so unbestimmt und vage wie Ihr erster Artikel.
    Offensichtlich haben Sie immer noch nicht gelesen, was ich geschrieben habe, denn ich habe ebenfalls mit keinem Wort von irgendeiner Sorge meinerseits geschrieben.
    Sarkasmus finde ich hier fehl am Platz.

    @7

    Ich glaube, das wir ähnlich denken – Sie jedoch mehr die positiven Seiten sehen.
    Der Begriff Föderalismus beschreibt ja eigentlich die Teilung von Staat und Gesellschaft, was die zu bewältigenden Aufgaben angeht – das ist in Dänemark nicht wesentlich anders und die Größe eines Staates ist weniger relevant als der politische Wille.
    Ebenfalls weitaus positiver in DK etc. (Stichwort Anerkennung) ist der gesellschaftliche Status aller, die sich um die Problematik bzw deren Vermeiden kümmern.
    Lehrer, Streetworker, Psychologen, Ehrenamtliche, Drogenberater und und und haben gesellschaftliches Ansehen und sind nicht nur die Deppen, die gegen Windmühlen kämpfen.
    Die von Ihnen beschriebenen Aktionen (Streetworker, Einrichtungen etc) in D sind kein staatliches Konzept, sondern der Versuch von Städten und Kommunen, dem Problem Herr zu werden.
    Die Fälle von Aggressivität in diesem Zusammenhang im Stadtbild von skandinavischen Ländern ist minimal, weil die Grundversorgung (med./Unterkunft/Nahrung/Kleidung) anders geregelt ist und der Druck bei diesem Personenkreis dadurch viel niedriger ist.

     
  7. 16

    @15. DM

    Ja, ich habe Ihren Beitrag mehrfach gelesen!
    Warum meinen Sie, dass ich so reagiere?
    Und machen Sie sich keine Sorge um stille sofortige, notwendige, wirkliche Hilfe und zukunftsorientierte Hilfsangebote zur Selbsthilfe ………..

     
  8. 15

    @4

    Hallo, haben Sie meinen Beitrag überhaupt gelesen?
    Mit keinem Wort habe ich geschrieben, das keine Hilfe angeboten wird!?!?!?!
    Meine „großen Worte“ beschreiben den Ist-Zustand bzw. hinterfragen ihn.
    Was halten Sie denn für realitätsfremd? Selber mal zu helfen?

     
  9. 14

    In Kleve leben ca. 2.000!!! Kinder in Armut oder sind von Armut bedroht.

    Dieses Problem und der Kinder- und Jugendschutz, sind auf jeden Fall vorrangig hervor zu heben und zu bearbeiten!

     
  10. 13

    Im Grunde habe ich dazu eine ganz einfache Meinung. Wer sich helfen lassen will ,mit all dem Aufwand der nötig ist + wissend was da auf ihn zukommt hat meinen Respekt +.PASST. Wer Hilfe verweigert nun,
    …“Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“ und “ Vaja con Dios“ 👋👋 By the way ! Strafen für Narcos / Dealer wie z.b.in Asien haben meine vollste Sympathie .👍😎

     
  11. 12

    was bieten die kirchlichen und weltlichen sozialvereine an? Caritas, Lebenshilfe, AWO, CDA usw.

     
  12. 11

    @Günther: Was tust du denn, was machst Du denn, gehen die unfähige ,gleichgültige politische +gesellschaftliche, Klever Welt, damit sie Deiner würdig ist?

    Als ehemaliger Konsument darf ich behaupten, dass es nicht einfach für Drogenabhängige ist Hilfe anzunehmen. Das liegt nun mal in der „Natur der Sache“ – Sucht – die verblendete Sicht, die tägliche Depression, die Angst, die Hoffnungslosigkeit.

    Das Drogenproblem von außerhalb für den Betroffenen zu lösen, scheitert i.d.R. an ihm selbst.

    Wenn es dieses ganze Dreckzeug nicht gäbe, dann würde unsere Welt, inkl. dem angeblich „unwürdigen Kleve“ (sorry, was´n Scheiss…), komplett anders aussehen.

    Man könnte am Drogenzufluss durch die Häfen in Europa sicher viel ändern. Drakonische, lange Haftstrafen für Dealer (damit jeder weiß was ihn erwartet, wenn er Menschen kaputt macht) könnten das Blatt zum Teil wenden. Ob das aber politisch wirklich gewollt ist, wage ich zu bezweifeln.

     
  13. 10

    Die Stadt Kleve hat ja schon Etliches unternommen um die Suchties zu vergrämen.
    Hightlight: Sowohl am Lindenmarkt als auch vor der Post am OEC wurden die Sitzbänke abmontiert.
    Bedeutet der neue Standort am Pappelwald, dass die Sitzbänke jetzt wieder aufgebaut werden? Auch mit Rückenlehne? Vielleicht sogar mit Dach gegen den Regen?

    Falls nicht, dann wünsche ich allen Lokalpolitikern einen Hüftschaden, damit die sich ebenfalls mal an Krücken fortbewegen müssen, und in der Stadt keinen Platz finden, um mal die Beine auszuruhen.

     
  14. 9

    In der Klever Diskussion, sei es hier im blog, in der Presse oder auch im Sozialausschuss, sind einige Aspekte zum Umgang mit Abhängigen angerissen worden aber es ergibt dennoch für ‚Niemanden‘ ein Gesamtbild.

    Komplexe Probleme darzustellen ist eine enorme Herausforderung weil wir Menschen zu Ausschnittsdenken neigen. Das dann Entscheidungen getroffen werden die zum Scheitern verurteilt sind ist demnach naheliegend bzw. unausweichlich.

    Hier haben wir die zusätzliche Herausforderung das dass Problem nicht zu lösen ist denn es wird letztlich ‚nur‘ zu verwalten sein. Für die Motivation nicht gerade förderlich.

    Aber es sollte ein menschlicher Umgang mit kranken Menschen gefunden werden der vergleichbar dem Hospiz- oder Palliativ Ansatz ist und der Würde jedes einzelnen Menschen gerecht wird.

    ZuEnde Gedacht ist der Umgang mit Schwerstabhängigen auch längerfristige Sterbebegleitung.

    Diese an einen Ort vor den Toren der Stadt ‚auszulagern‘ empfinde ich abstoßend und widerlich.

    Diese Entscheidung basiert auf der Aussage des Arbeitskreises der durch die Verwaltung einberufen wurde und dem Frau Kortland von der Caritas vorsaß.

    „…Nach Einschätzung der Mitarbeiterinnen der Caritas sei ein neuer Container nicht geeignet. Ein Wartehäuschen, ähnlich einer Bushaltestelle, sei eher geeignet…“

    Diese Aussage war aber mitnichten als ein Idealvorschlag gedacht, sondern das Ergebnis der Vorgabe der Verwaltungsspitze eine Lösung zu finden die nichts kosten dürfe! Die Caritas macht einen guten Job aber eben ‚nur‘ im Rahmen der Möglichkeiten die durch Politik & verwaltung ermöglicht werden.

    Kurz um, einen Drogenkonsumraum kostet (anfänglich) grob 400.000€ und ein Drogenmobil 250.000€. Das ist die Entscheidungsgrundlage auf der sich für die jetzige Lösung entschieden wurde.

    Ein Unterstand am Arsch der Welt kostet keine 10.000€ (meine Schätzung).
    Ein Wartehäuschen ist laut Definition ein Aufenthaltsort der bis zur Weiterreise dient.
    Wohin geht die Reise – frage ich mich…?

    Ich möchte hier meinen Vorschlag wieder aufgreifen der im Sozialausschuss mehrheitlich abgelehnt wurde.

    Ich habe vorgeschlagen ‚Jürgen Graff‘ vom Diakonisches Werk des Evangelischen Kirchenkreises (Sieg und Rhein) ergebnisoffen einzuladen und ihm einfach mal zuzuhören. Er hat für Klein- und Mittelstädte ein Konzept über Jahrzehnte hinweg entwickelt das in Deutschland als Vorbildhaft gilt. Aber das kostet Geld – soviel ist jetzt schon klar.

    Wir sollten uns in Kleve ehrlich machen.
    In Kleve lassen wir, wie im Mittelalter die Pestkranken, (schwerstabhängig aber nicht ansteckend) Menschen vor den Toren der Stadt vegetieren und verrecken weil wir die Kosten für menschenwürdige Betreuung nicht aufbringen wollen.

     
  15. 7

    @1

    Aggressives Betteln kommt auch in Dänemark vor. In manchen Städten gibt es vielleicht strengere Regeln dagegen.

    Ehrenamtliche Helfer finden natürlich Anerkennung, aber nicht von allen Menschen. Wie immer, das trifft für jeden Bereich von ehrenamtlichen Tätigkeiten zu.

    Staatliche Konzepte gibt es einige. Aber im kleineren, nicht föderalen Dänemark ist manches einfacher zu organisieren. Hier in Deutschland gibt es z. B. Beratungsstellen und Frühintervention (z. B. die FreD-Frühinterventionsprogramme), Housing-First-Modelle, Streetworker, Drogenkonsumräume, Notunterkünfte, sozialpsychiatrische Dienste, aufsuchende Gesundheitsdienste. Ländliche Gebiete sind aber unterversorgt.

    Problematisch ist, wenn Drogensucht, psychische Erkrankungen und Wohnungslosigkeit zusammen kommen.

    Es gibt doch viele Reportagen/Berichte, die die Situation von Drogenkranken sensibel darstellen. Ich weiß nicht, welche Sender Sie schauen… Viele öffentlich-rechtliche Sender (ARD, ZDF, Arte, 3sat) produzieren differenzierte Reportagen über Armut, Obdachlosigkeit und Sucht.

    Aber im Ansatz haben Sie natürlich Recht. Es gibt immer noch eine tiefgreifende Stigmatisierung von Drogenkranken, vor allem, wenn sie ihre Sucht im öffentlichen Raum leben (müssen). Während Alkoholmissbrauch fast akzeptiert ist. Das hängt auch mit den negativen Begleiterscheinungen von Drogenkonsum in der Öffentlichkeit zusammen, hinzu kommen ggf. Dealen und Beschaffungskriminalität.

    Es gibt auch sehr viele „unsichtbare“ Drogenkranke, die die Stigmatisierung vermeiden wollen.

    Ein Freund ist Suchttherapeut, mittlerweile im Ruhestand. Er hat mal gesagt, dass der längerfristige Umgang/Therapie mit Suchtkranken psychische Schwerstarbeit sei. Wenn man ihnen helfen will, muss man sie durchschauen, wenn sie die Therapeuten belügen etc. Man muss ihre Rückfälle bemerken, einordnen und aushalten, ohne sich persönlich gekränkt zu fühlen. Man muss empathisch bleiben, auch wenn es einen fast überfordert. Man muss sie konfrontieren und gleichzeitig Beistand leisten. Man muss Krisensituationen richtig einschätzen und ggf. eine geeignete Maßnahme einleiten. Man muss es aushalten, wenn sie einen beschimpfen und gleichzeitig wollen, dass man eine Art Elternteil ist.

    Auf die Frage, wie er das alles bewältigte, sagte er: weil mein Vater Alkoholiker war und Suchtverhalten für mich so vertraut ist.

     
  16. 5

    Immerhin besser als nichts. Mal sehen, wie der neue Standort angenommen wird.

    Suchtkranke sind oft nicht sehr mobil und meist physisch angeschlagen.

     
  17. 4

    @1.
    Große Worte, aber realitätsfremd!

    Es wird speziell in Kleve sehr, sehr viel kostenlose, professionelle Hilfe angeboten. Man muss sie eben nur annehmen!!!

     
  18. 3

    DM ) Gute Diagnose, die einer unfähigen ,gleichgültigen politischen +gesellschaftlichen, Klever Welt würdig ist. 👍🏼 Sie wird sich hier massiv verstärken ,wetten 👍🏼..🤔 ,den das nächste Drogen „High Light“ besonders aus den Niederlanden 👏🏼👏🏼..heißt FENTANYL .. billig ,zerstörend ,Tödlich .🥀 …da schauen wir doch mal .😠 😎

     
  19. 2

    Geschrieben wird immer (auch hier von rd), dass der neue Anlaufpunkt für die Drogensüchtigen irgendwo am Ende des Alleenradwegs nahe der Einmündung in den Pappelweg liegen solle (also an einem der zukünftigen Hauptschulwege zum KAG, der aber auch von vielen Leuten für die Naherholung genutzt wird). So wie ich das aber bisher verfolgt habe, geht das auf einen Irrtum eines RP-Redakteurs und unklaren Aussagen seitens der Stadt Kleve zurück. Denn das Foto mit dem vorgeschlagenen Anlaufpunkt, das seinerzeit in der RP stand, zeigte einen Ort auf der anderen Seite der Bahngleise. Dorthin gelangt man, wenn man der B 57 stadtauswärts folgt, den Klever Ring unterquert und sich dann direkt links hinter der Unterführung unter den Klever Ring hindurch in die dortige Zufahrt begibt (Koordinaten = 51.781313, 6.157144). Es wäre schön, wenn diesbezüglich mal jemand für Klarheit sorgen könnte.

     
  20. 1

    Es ist immer eine Gratwanderung, einen menschenwürdigen und trotzdem diskreten Platz für diesen Personenkreis zu finden. Zum Einen eine Ghettoisierung zu vermeiden, zum Anderen kaufkräftige Kundschaft nicht zu verprellen. Dieses Problem wird sich mit der Laga noch verstärken.
    Ist eine Integration wirklich nicht möglich? Schwieriges Thema. In den Großstädten Dänemarks kann man den Menschen über einen Barcode Geld zukommen lassen – das Geld wird verteilt. Aggressives Betteln oder Belästigung kommt dort so gut wie garnicht vor.
    Einen Bankrott unserer Drogenpolitik müssen wir uns eingestehen.
    Ehrenamtliche Helfer finden kaum Anerkennung.
    Ein staatliches Konzept zur Hilfe gibt es nicht.
    Fernsehsender unterstützen mit ihrer plakativen Darstellung das Bild vom schmarotzenden Nichtstuer, der oft „selbst schuld ist“ – ich denke, das sich kein Mensch freiwillig in diese Lage begibt.
    Und wenn wir problemlos Milliarden für Mautprojekte, überflüssige Masken und weitere Steuerverschwendung ausgeben, dann sind vielleicht ein paar Millionen für professionelle Hilfe auch drin.
    Und vielleicht auch bei dem Einen oder Anderen ein Euro in den Kaffeebecher.
    Sie meinen, das Geld wird eh nur versoffen oder kommt organisierten Banden zugute? Dann schenken Sie einfach mal ein belegtes Brötchen und schauen, wie sich die Menschen freuen 👍