Spoykanal: Brückensanierung dauert elf Monate länger als geplant

Des Pudels Kern

„Wir bauen für Sie“, so die Straßenbauverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen auf den Schildern eingangs der Brücke, mit der der Klever Ring über den Spoykanal geführt wird. Meistens allerdings sehen Auto- und Radfahrer keine Aktivitäten auf der Baustelle, und, wenn sie noch etwas genauer hinschauen, sehen sie, dass zumindest auf dem Schild eine Veränderung stattgefunden hat. Die Angabe, bis wann auf dieser Brücke gearbeitet werden soll, wurde erneuert. Ursprünglich stand dort „bis Dez. 2021“, nun können die Verkehrsteilnehmer dort staunenderweise lesen: „bis Nov. 2022“. Eine Verlängerung der Bauzeit um satte elf Monate!

Zuschlag: 11 Monate!

Was ist da schief gelaufen?

Bekanntlich ist der Stahlbeton der in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Brücken marode und muss erneuert werden. Das alles aber verläuft nach Plan. Doch wie immer bei solchen größeren Projekten steckt der Teufel im Detail. In diesem Fall in den Dehnungsfugen. Da Bauwerke dieser Größenordnung sich bei Hitze ausdehnen und bei Kälte zusammenziehen, befinden sich an den Enden der Betonkonstruktion jeweils Zwischenräume, die mit einer Metallkonstruktion überbrückt werden.

Wie ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW jetzt mitteilte, stellte sich erst im Laufe der Bauarbeiten heraus, dass diese Verbindungsstücke nicht so beschaffen sind wie gedacht, sodass sie neu in Auftrag gegeben werden mussten. Es handelt sich um Spezialanfertigungen, die nicht mal eben so in einem beliebigen Brückenbaumarkt gekauft werden können. Deshalb die Verzögerung, so Straßen.NRW. Für den Verkehr sind die Auswirkungen allerdings tolerabel – die Fahrbahn verläuft leicht verschwenkt normal zweispurig weiter.

Weitere Brückensanierungen sind vorerst nicht geplant. Bekanntlich führt eine baugleiche Brücke über die Spyckstraße.

Deine Meinung zählt:

8 Kommentare

  1. 8

    Hierzu hätte man Materialproben nehmen können

    Sogar mit in Kleve entwickelten und gefertigten Geräten. 🙂

     
  2. 7

    Klassische Fehlplanung. Zu einer ordentlichen Planung gehört, dass man sich die sensiblen Bauteilen welche einem Verschleiß unterliegen im Vorfeld anschaut. Hierzu hätte man Materialproben nehmen können. Richtig spannend wird es wenn dann noch die Ringstraße saniert wird. Da lob ich mir mein Fahrrad. Unschlagbar im innerstädtischen Verkehr 🤗

     
  3. 6

    Sollte man die für die andere Brücke dann nicht gleich mitbestellen? So auf Vorrat? Weil man eh davon ausgehen kann das man die braucht.

    Wird man natürlich nicht tun, stattdessen wenn die andere Brücke dran ist „ups… „

     
  4. 4

    Vielleicht lesen hier Verantwortliche mit und denken mal darüber nach…

    Klugheit bedeutet auch, gute Ideen Anderer aufzugreifen.

     
  5. 1

    Alles halb so wild, aber Ringstraße, 18 Monate???? Man hätte damals auf Paterok hören sollen; dieser Mensch gehört aus Kleve vertrieben