Prinz Johann-Moritz von Nassau-Siegen, der alte Sklaventreiber?

rd | 17. Januar 2018, 15:14 | 54 Kommentare
Prinz Johann-Moritz als Statue im Mauritshuis – abmontiert, um auf die Zeit des Sklavenhandels aufmerksam zu machen

Prinz Johann-Moritz als Statue im Mauritshuis – abmontiert, um auf die Zeit des Sklavenhandels aufmerksam zu machen

Zeitgenössische Darstellungen, vermutlich leicht romantisierend

Zeitgenössische Darstellungen, vermutlich leicht romantisierend

Er ist der Schöpfer der Stadt Kleve in der Form, die wir alle lieben. Im 17. Jahrhundert erkannte der niederländische Feldmarschall Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen die natürliche Schönheit der Landschaft um Kleve und ließ das Parksystem anlegen, das bis heute gepflegt und geschätzt wird. Auch in den Niederlanden genießt er einen besonderen Ruf – als Kriegsheld im Goldenen Zeitalter des Nachbarlandes.

Vor seiner Zeit in Diensten des preußischen Königs war der Adelige für die Niederländische Krone Westindien-Comnpagnie unterwegs, die meiste Zeit in Brasilien, weshalb er im Nachbarland auch immer noch den Beinamen „der Brasilianer“ hält.

Doch das Wirken des hochrangigen Soldaten in Südamerika ist jetzt in den Niederlanden in der Diskussion – im Mauritshuis in Den Haag, früher der Wohnsitz des Fürsten und heute ein sehenswertes Museum, wurde kürzlich eine Statue von Johann-Moritz entfernt, um auf seine zumindest zwiespältige Rolle in seiner Zeit in Übersee aufmerksam zu machen.

Johann-Moritz war 1636 zum General-Gouverneur der Besitzungen der Niederländischen Westindien-Compagnie in Brasilien ernannt worden und hatte den Auftrag, das Land vor den Portugiesen in Schutz zu nehmen. Diesen Auftrag erledigte er, militärisch gesehen, mit Bravour und konnte sogar weite Teile des Landes erobern.

Schon frühzeitig allerdings kümmerte er sich auch um die Bedürfnisse der Plantagen-Besitzer – und ließ sich diesbezüglich vom Vorgehen der Portugiesen inspirieren. Im Buch „Geschichte Brasiliens“ von Hans-Joachim König heißt es dazu: „Moritz von Nassau dehnte den Einfluss sogar bis nach Afrika aus. Schon 1637 schickte er eine Expedition nach Afrika, die den portugiesischen Stützpunkt Elmina (Ghana) eroberte und damit für den Nachschub von afrikanischen Sklaven für die Zuckerplantagen sorgte.“

1641 gab es eine weitere „Expedition“ – Feldzug wäre wohl die richtigere Formulierung –, in deren Verlauf die angolanischen Städte Luanda und Benguala erobert wurden. Sie waren zuvor ebenfalls unter portugiesischer Hoheit. Zudem wurden die Inseln São Tomé und Annobón eingenommen. Damit habe Moritz der Westindischen Compagnie Zugang zum lukrativen Sklavenhandel verschafft, so König. „Diese Expeditionen standen im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Prinzen, die Wirtschaft, konkret die Zuckerproduktion, zu sanieren, für die er Arbeitskräfte brauchte.“

1644 kehrte Johan-Moritz in die Niederlande zurück, 1649 ernannte ihn der preußische Kurfürst Friedrich-Wilhelm zu seinem Statthalter in Kleve und Mark. Mit seiner großzügigen Gestaltung der niederrheinischen Landschaft ist er eine der prägenden Gestalten der Region geworden und genießt in Kleve eine überschwengliche Verehrung, die nur gelegentlich von Alfons A. Thönnissen in Leserbriefen konterkariert wird. Er sei im Grunde eine gescheiterte Existenz gewesen, bevor er nach Kleve kam, so die Meinung des streitbaren Niederrhein-Experten.

Im Mauritshuis wird nun auf das Wirken des Edelmanns in den Jahren davor aufmerksam gemacht. Neben der Tatsache, dass die Statue des früheren Bewohners entfernt wurde, wird nun auf zwei Wänden über die Zeit Johann-Moritz in Brasilien und Afrika informiert, „und damit lebt die Diskussion über die Rolle der Niederlande zu Zeiten des Sklavenhandels wieder auf“, so der Fernsehsender AVROTROS in einem Beitrag – und die ist mit Sicherheit kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Landes.

Hier der Link zum TV-Beitrag: Beeld Johan Maurits weg uit foyer van Mauritshuis

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54 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 54. Elvira Rohra

    @ papuzil

    Wenn Sie sich in Alagoas niedergelassen haben, dann kennen Sie vielleicht auch die Geheimnisse um die Eroberung der “Vestung Povacon” zu Porto Calvo aus 02/1637 und Colonel Christoff Artischowsky?

     
  2. 53. Max Knippert

    @ 45. Thomas Velten

    Ich besitze beide Bücher und war bei Hildegard zu Besuch in Köln. Der Nachlass besteht aus ca. zwei Europaletten und das 1m hoch.
    Meine beispielhaft erwähnten Bilder zeigen 12 Nazis vor der noch rauchenden Synagoge. Diese Bilder kennt Niemand (weder Stadtarchiv noch die Museen) und ohne es mit 100%iger Gewissheit zu wissen, gehe ich davon aus, das noch tausende Bilder ungesichtet sind. Und das eigentliche Thema ist, wie Otto es sagt, die NICHT Auseinandersetzung in Kleve zu diesem Thema. Der Bildersturm, wobei ich in diesem Fall auf die Bilder zu stürmen meine, geht in die Klever Seele und dies wird unerfreulich sein. Darum vergammeln zwei Europaletten voller Zeit-Dokumente.

    Ich wiederhole mich gerne, wenn ich Ralf oder jeden Anderen auch ermutige, die Bilder nach Kleve zu holen und mit Hildegard eine einvernehmliche Lösung zu finden.

    zu @48.
    Es zeigt sich, das die Themen vor Ort reichhaltig und kontrovers genug sind um künstlerisch ein Museum zu füllen, aber in erster Linie diskutiv ausgetragen werden sollten und letztlich egal wo – Hauptsache öffentlich und in gesellschaftlicher Breite.

     
  3. 52. Elvira Rohra

    @51.papuzil

    Entschuldigung, wenn ich Ihnen widersprechen muss.

    Ich brauche hierfür kein Wiki!

    Ich habe u.a. persönlich vor vielen Jahren, auf Spurensuche des unmenschlichen Sklavenlebens, auch die beiden “neuzeitlichen” traditionellen Capoeira-Schulen (Mestre Pastinha und Mestre Bimba) in
    Salvador da Bahia, besucht…….. es hat nichts mit Religion zu tun, es stammt aus der Kultur des Widerstandes.

    Die Naturreligion oder Spiritismus, die die Sklaven aus Afrika nach Brasilien mitbrachten, aber das wissen Sie ja bestimmt, ist auch u.a. der Candomblé. Ich denke, dann hatten Sie bestimmt auch die Ehre, persönlich
    Mae Beata de yemanjá oder auch Mae Beata de lemanjá in ihrem Candomblé-Tempel,
    Candomblé terreiro Ilê Omiojuarô, zu besuchen.

    Sie war eine sehr großherzige, kluge, imposante Frau. Ich bin sehr dankbar, dass ich zu ihr eingeladen wurde. Sie hatte sehr viel über dieses schmerzhafte Thema der Kolonialisierung und Sklavenzeit zu sprechen und zu dokumentieren.
    Ich habe sie sehr bewundert, denn sie hat sich für viele gravierende, nachhaltige, menschenrechtliche Themen eingesetzt und verdient gemacht.

     
  4. 51. papuzil

    Ganz kurz (sorry Max, wieder knapp am eigentlichen Thema vorbei), und nur für Elvira:

    Folklore (engl. folk „Volk“ und lore „Überlieferung“ oder „Wissen“) ist der sichtbare Ausdruck des immateriellen kulturellen Erbes einer ethnischen oder religiösen Gemeinschaft (Wikipedia). Kann ja nix dafür, dass Alphornblasen und Kirschkernweitspucken in den gleichen Sack passen. Dass die Capoeira einen namentlich benennbaren ursprünglichen Gründer hat, wie sie schreiben, ist falsch.
    Um zuletzt auch noch Zweifel bzgl. der Authentizität zu zerstreuen:
    Durfte seit Anfang der 80’er immer wieder ein bisschen für’s Geld und ganz viel für die Seele, aber grundsätzlich abseits touristisch ausgetretener Pfade auch Bahia entdecken. Hab’ Jahre später in Alagoas fern von Straße und Telefon ein „Paradies“ gefunden, ganz ohne Malaria, Dengue, Cholera, Cokejunkies und allwissende Traveller.
    Land erworben, Generator installiert, Brunnen gegraben, Haus gebaut.

     
  5. 50. Nasenbär

    nebenbei:
    Hat sich in Kleve z.B. an den Gymnasien schon mal jemand intensiver mit der Haltung des Freiherrn vom Stein zu den Juden beschäftigt?
    An Adenauers Globke können sich vermutlich einige sogar noch persönlich erinnern und Goethe war bekanntermaßen für die Todesstrafe. Turnvater Jahn auch nicht ohne, von Luther mal zu schweigen usw.

    Ich weiß, dass ich mich damit unbeliebt mache, aber ich war schon immer dafür, Straßen, Plätze, Gebäude oder Institutionen entweder nur nach ihrem Zweck oder mit unverfänglichen Namen zu belegen, derer gibt es immer genug:
    Holzstraße, Holzallee, Holzpfad, Holzweg, Holzgasse, Holzplatz.
    Benennung nach Personen und sei es fiktiven (z.B. Rechts- und Dienstverständnis des Kommissar Schimanski) führt immer zu der Gefahr, dass man sich gewaltig verrennt.
    Historische Aufarbeitung kann es übrigens nie genug geben. (Beuys war doch in der Wehrmacht, oder?)
    Dazu gehört dann am Anfang eine akkurate, quellengeleitete, reflektierte Darstellung und dann eine – per se immer zeitgebundene – Bewertung. Letztere ändert sich z.T. massiver und schneller als erstere, von der Überformung durch das gewählte Narrativ mal zu schweigen.
    Zur Bewertung diese Falls hier: Das ein vordemokratischer, eigentlich noch vormoderner Aristokrat nicht unseren Standards von heute genügt, überrascht mich nicht. Umgekehrt wäre es eher der Fall. In der ethischen Dimension entschuldigt das nichts, in der historiographischen Dimmension dient es der Einordnung. Und beides zusammen kann uns zu einem Lernprozess und hoffentlich Lernerfolg führen, damit wir es besser machen können, wenn wir so reflektiert sind, dass auch wir heute nicht perfekt sind, zumindest aber immer danach streben sollten, dass aus unseren Fehlern kein allzu großer Schaden sowohl am Nächsten als auch an uns selbst erwächst. (Mal sehen ob jetzt einer “Amen” kommentiert.)

    Das von hier mehrfach erwähnte Buch “Tausend ganz normale Jahre” kann man übrigens in der Stadtbücherei ausleihen. – Habe ich schon mal gemacht.

     
  6. 49. otto

    @45 Thomas Velten,

    1000 ganz normale Jahre erschien im Greno-Verlag. Es wurde in Kleve nicht gerne
    gesehen, auch sprach man lange nicht über dieses Buch.

    Einige Klever erkannten sich in diesem Fotoband, bzw. wurden erkannt, deshalb
    damals das große Schweigen.

     
  7. 48. Thomas Velten

    Die Rheinische Post in Kleve hat heute das Thema aufgegriffen. Das wichtigste: Matthias Grass führte ein Interview mit Prof. Kunde vom Museum Kurhaus. Der Leiter des Museums wies darauf hin, dass das Thema in der Vergangenheit bereits behandelt worden sei. In der Gruppenausstellung „Weltchaos und Idylle“ habe Ana Torf in ihrer Einrichtung unter anderem das Thema Moritz und der Sklavenhandel behandelt. Prof. Kunde stellt eine weitere Beschäftigung mit dem Thema in Aussicht.

    Zitat aus der RP vom 20.01.2018

    „Das Thema soll nicht verschwiegen werden. Wir wollen auch die Schattenseiten dieses Mannes aufzeigen“, sagt Kunde und stellt sich gegen voreilige Bilderstürmerei. Man müsse Moritz, dessen Städtebau Kleve bis heute prägt, von allen Seiten beleuchten, sein von barocken Denken geprägtes Handeln diskutieren.
    „Vielleicht sollten wir ein großes Moritz-Projekt in Angriff nehmen, mit Blick auf seine Arbeit in Recife in Brasilien und in Kleve, mit Blick auf die Geschichte Brasiliens, die er schreiben ließ und die wir angekauft haben, mit Blick auf die Maler, die in seinem Auftrag Brasilien dokumentiert haben, mit Blick auf seine mögliche Rolle als Sklavenhändler“, sagt Kunde. Eine gute Idee.

     
  8. 47. otto

    Max,

    gerne, einverstanden🌞

     
  9. 46. otto

    @40 jean baptiste,

    ………..non possum mihi in filium, multa sunt nimis🌑

     
  10. 45. Thomas Velten

    @ 39 Max Knippert

    Zur Fotosammlung von Otto Weber über die Jahre des Faschismus in Kleve:

    Lieber Max, die Fotos, die angeblich in Köln verschimmeln, sind seit über 30 Jahren bekannt. Herausgegeben wurden sie seiner Tochter Hildegard Weber in zwei Büchern.

    Hier die Titel, damit Dein Wissensdurst gestillt wird:

    1. Tausend ganz normale Jahre. Ein Fotoalbum des gewöhnlichen Faschimus von Otto Weber. Die andere Bibliothek, hsg. Von Hans Magnus Enzensberger, Nördlingen 1987

    2. Aufgehoben – Aufbewahrt. Bilder und Dokumente aus Deutschland 1833-1948. Hrsg. von Hildegard Weber. Mit einem Vorwort von Alfred Grosser, Fischer Taschenbuch Verlag 1995.

    Beide Bände sind im Antiquariat für ein paar Euro zu beziehen.

    Es gab damals Rezensionen in den größeren Tageszeitungen. Soweit ich mich erinnere, hat auch eine Ausstellung mit Fotos im Museum Koekkoek stattgefunden. Frage dazu mal Guido de Werd.

    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

     
  11. 44. Max Knippert

    @ 42. jean baptiste

    Glauben Sie wirklich – ich hätte auch nur einen Moment mit Ihrem Mut gerechnet?

    Ihr Selbst scheint unfähig zur Erkenntnis, da Ihre Monologe einen Dialog und geistigen Zugewinn (Erfahrung und/oder Rückkopplung)
    unmöglich machen und sie dies von vornerein asschließen. Ich habe Ihnen wiederholt nahezulegen versucht, das dies wie alles in der Welt eine Ursache hat. Aus diesem Grund sind Sie nicht zu beneiden, auch, und da schließt sich der Kreis, Sie das nicht so empfinden.

    (Otto du wusstest es natürlich 😉 und ich würde gerne ein paar Gläschen mit dir trinken…)

     
  12. 43. otto

    ….kann doch stehen bleiben!!!!’mmmmm

     
  13. 42. jean baptiste

    @38 Max Knippert.
    Nein, lassen wir das lieber bleiben.
    Wenn ich in die Zentrale gehe, möchte ich bestimmt nicht de hele dag aan mijn hoofd gezeurd krijgen.
    Das einzige, was mir dort Kopfschmerzen bereiten dürfte, ist der Wein, obwohl, zu dem Zeitpunkt wäre längst Ebbe in meinem Portemonnaie.
    Und übrigens, wenn ich de volkskrant lesen möchte, täte ich das gerne im Original, und nicht im Plagiat ohne Gänsefüsschen und Quellenangabe.
    Und E. G. * ändert sich nicht, nur weil die Selbsterkenntnis sagt, dass es anderen too much ist.

    *cocq imaginaire en langue allemand

     
  14. 41. otto

    @38. Max Knippert,

    gehe zwar selten aus, mit euch zu mehreren Gläsern Wein käme ich gerne mit, eins reicht mir
    leider nicht, lieber Max ich fürchte er kneift🍷🙈

     
  15. 40. jean baptiste

    @25 otto ,
    wie sprichst Du denn über Menschen, die shon in der Bibel genannt werden ? Luk. K23 V34
    Pater, dimitte illis, non enim sciunt, quid faciunt …

     
  16. 39. Max Knippert

    35. Thomas Velten

    Hallo Thomas

    „Mogen wij nog wandelen in Kleef?“ Oder, müssen wir Kleve jetzt abreißen (?) sind schöne Aufhänger, aber dies ist letztlich genau s absurd wie seinerzeit der Abriss des Ehrenmals. Geschichte kann nicht ausgelöscht werden aber diese inhaltlich zurecht zu rücken sollte die Aufgabe für Historiker, Lehrer und Eltern schon sein. Deine Beschreibung von Johann Moritz ist unaufgeregt und zeigt eine/die andere Seite eines Sklavenhändlers. Als Kind seiner Zeit sind auch WIR Teil von Abläufen, die in der Zukunft als unmoralisch und desaströs gelten werden und der Witz ist natürlich, das wir dies auch Heute schon wissen. Die Meere sind leer und es über Elektrofischen debattiert und so weiter.

    Aber Thomas, gerade durch deine unaufgeregte, sachliche Art und Weise würde mich interessieren – wie in Kleve dieser Mehrdeutigkeit Johann Moritz oder dem Adler oder oder angemessen Rechnung getragen wird?

    Ein Satz noch zum Nachlass von Otto Weber (Fotograf der 1933iger Jahre in Cleve). Dieser unglaubliche BilderSchatz vergammelt seit Jahrzehnten in Köln. Meiner Meinung nach, ist dies die wichtigste Fotosammlung zu Kleve überhaupt. Das Kurhaus zeigt sich zur Zeit stolz die Fotografische Sammlung durch Arbeiten von Man Ray usw. ergänzt zu haben. Aber ich wurde 100 Man Rays sofort eintauschen um die Sammlung aus Köln nach Kleve zurück zu holen. Was hat dies mit dem Bilderstreit um Johann Moritz zu tun?

    Diese Fotosammlung zeigt das Cleve der braunen Jahre. Nazigrößen vor der gerade ausgebrannten Synagoge sind darunter und viel mehr ist leider Niemanden bekannt. Es geht um die Akzeptanz der Geschichte, bei Moritz wie unter dem Nazi-Bürgermeister Puff. Da aber Moritz keine nachkommen in Kleve hat und dies bei den ‚Aktiven‘ der 1933 anders aussehen dürfte ist dies nach wie vor ein heißes Eisen. Und genau dieser Grund ist es, warum man die Fotosammlung Otto-Weber in Köln verschimmeln lässt…

    (Ralf – es wäre ein journalistisches Glanzstück – wenn du ein paar Fotos ausgraben könntest?)

     
  17. 38. Max Knippert

    Ach Jean Baptist,
    nehmen Sie doch mal all Ihren Mut zusammen, und wir sprechen in der Zentrale, bei einm Glas Wein, über deutsche Rechtschreibung. Legasthenie, Größenwahn, Adlersymbolik, über alte weiße Männer und ihre zementierten Meinungen sowie über das Handwerk und Ihren längst vergessenen Beruf des Schreiners und Ralf schenkt gelegentlich nach und passt auf, das ich mich Ihnen gegenüber auch benehme.

    Sie haben Eva Jinek auf kro-ncrv gesehen, das ist schön und einige Andere auch, Sie haben wissentlich vergessen zu erwähnen, das besagter Historiker durch einen Rotkreuz Mitarbeiter überzeugt und letztlich mit seiner Meinung über das Mittelmeer zurückgerudert ist. Soviel zur eigenen Wahrheit und Wahrnehmung.

    Elvira Rohra und Niederländerin zeigen zu Recht und als Einzigste hier im Block, das die Sicht der Dinge eine der Perspektive ist. Ein aus Afrika stammender, seine Familie sowie seinen ursprünglichen Namen nicht kennend hat eine etwas andere Meinung zu Sklavenhändlern – als jemand der ein paar Möbel im Kolonialstil mit Patina sein stolzes europäisches Eigen nennt. Das sie, wie vermutlich auch 28. Athene-Minerva Frauen sind ist leider nicht überraschend aber sehr sehr wohltuend.

    Warum haben weiße (alte) Männer so oft eine Meinung über das Leid von Anderen? Als Sonnebankgänger der Geschichte schreiben sie diese auch und maßen sich dann noch an, die Welt in Ihren kleinen Köpfen in Farben oder Schubladen einzuteilen.

    @ 32. Otto ‚ohne Aufforderung‘ ist wunderbar formuliert

    30. papuzil sagt es sehr trefflich, aber ein wenig am Thema vorbei. Wenn wir über den Bildersturm um Johann Moritz sprechen, passt es nicht ganz zum Thema das wir selbst zu neuen Bildern beitragen. Vordergründig geht es hier und jetzt um alte Bilder. Aber unsere Welt war noch nie so voll mit Bildern und darum ist die Auseinandersetzung mit der innewohnenden Symbolik so wichtig.

    Was mir gerade an kleveblog so außerordentlich gefällt, ist, das wir ein Gespräch führen, was ich bisher in Kleve noch überhaupt nicht wahrgenommen habe. In diesem Sinne ein Link für das weiter Gespräch von unseren Nachbarn, die eigentlich gar keine sind. Die Niederländer gehören zu Kleve wie die Schwanenburg!

    Allemaal reacties van lezers op de „beeldenstorm”

    https://www.volkskrant.nl/opinie/lezers-over-de-beeldenstorm-in-het-mauritshuis~a4558868/

    „Ongeveer 20 km ten oosten van Nijmegen ligt net over de grens de stad Kleef/Kleve. Deze plaats wordt door Nederlanders druk bezocht om te winkelen, maar ook vanwege de natuur en de cultuur (o.a. Haus Koekkoek en Museum Kurhaus). In 1649 werd Johan Maurits van Nassau-Siegen voor zijn bijdrage in de strijd tegen de Spanjaarden door zijn vriend de keurvorst van Brandenburg benoemd tot stadhouder van Kleef.

    Zijn stadhouderschap was voor de stad Kleef een economische en culturele bloeiperiode. Tevens voerde Johan Maurits een politiek van religieuze tolerantie. Hij haalde de architect Jacob van Campen (van het Paleis op de Dam) naar Kleef voor de aanleg van schitterende parklandschappen in classicistische stijl.

    Ook legde hij de Nassauerallee, omzoomd met 600 Hollandse lindebomen, aan, die diende als voorbeeld voor Unter den Linden in Berlijn. De goed onderhouden parken en de Nassauerallee zijn er nog steeds en nodigen iedereen, maar juist Nederlanders, uit voor een boeiende wandeling. Wellicht is het een idee voor Het Mauritshuis in Den Haag het beeld van Johan Maurits uit het depot te halen en in bruikleen te geven aan het Kleefse Kurhaus-museum. Zij zullen er vast en zeker heel blij mee zijn en er ook een geschikte plek voor weten. Jo Bormans, Wijchen“

     
  18. 37. otto

    @36. Athene-Minerva,

    ………….wenn du meinst (gestatte bitte das du)!

     
  19. 36. Athene-Minerva

    @33. otto

    ….das ist sein Problem, nicht das, der allen anderen …….

     
  20. 35. Thomas Velten

    Natürlich war Johann Moritz ein Kind seiner Zeit und in mancher Hinsicht nicht zimperlich. Schließlich war er im Auftrag der Westindischen Kompanie in Brasilien und dessen Gewinn-Interessen hatte er in einem bestimmten Maße zu verfolgen. Oft kam es allerdings zu Konflikten, weil die Westindische Kompanie durch seine städtebaulichen, landschaftsgestaltenden, künstlerischen und naturhistorischen, toleranten und menschenfreundlichen Neigungen ihren Profit geschmälert sah. In vielen Auffassungen war er fast revolutionär. Dazu ein Beispiel.

    Die zeitgenössischen Darstellungen, die Ralf Daute unter der Büste von Johann Moritz abgebildet hat, sind von Moritz selbst in Auftrag gegeben worden. Gemalt hat sie (in Lebensgröße!) der niederländische Maler Albert Eckhout. Dieser gehörte , Gruppe von Künstlern und Forschern, die Moritz nach Brasilien mitnahm.

    Was war nun der Auftrag für diesen Maler? Er setzte keineswegs – wie sonst üblich – den Prunk und die Macht der Herrschenden in Szene, sondern malte die Lebensumstände und den Alltag der indianischen Ureinwohner. Absolut außergewöhnlich für das Zeitalter des Absolutismus! Indios, Schwarze, Mulatten und Mestizen – sonst als „Barbaren“ oder „Bastarde“ verächtlich gemacht – wurden von Eckhout in prächtigen Farben und stolzer Pose in Szene gesetzt. Von jedem Volksstamm übrigens jeweils ein Mann und eine Frau – für die damalige Zeit ebenfalls sehr ungewöhnlich.

    Zusammen mit seinen aufsehenerregenden Brasilia-Ausstellungen im Maurits-Haus, geografischen Karten, ethnografischen Mitbringseln und der unter seinem Einfluss herausgebrachten Historia Naturalis Brasilia usw. usw. prägte er ein neues Bild vom südamerikanischen Kontinent.

    Die humane Behandlung der Bewohner Niederländisch-Brasiliens wird in der Literatur übrigens übereinstimmend gelobt. Er sorgte für angemessene Bezahlung der Indios und setzte sich für ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen ein. „Er wollte diese Barbaren als Menschen behandelt wissen und gewann dadurch ihre Zuneigung in hohem Maße,“ schreibt Ludwig Driessen in seiner Biografie von 1849, übrigens beauftragt von dem bekannten Klever Dr. Beuth, der zur technologischen Revolution in Preußen beitrug und dessen Name noch heute der Verlag trägt, in dem die DIN-Normen veröffentlicht werden.

     
  21. 34. Elvira Rohra

    Vielleicht hatten schon einige Leser, die Möglichkeit, sich selbst an den Orten der Unmenschlichkeiten, realistisch zu informieren.

    Capoeira ist keine, wie eventuell angenommen, Sklaven-Folklore…..

    Der Afro-Brasilianische Kampftanz Capoeira ist Weltkulturerbe. Capoeira wurde von der UNESCO als
    Immaterielles Kulturerbe Brasiliens, in die Liste aufgenommen.

    In Brasilien selbst begann ca. ab 1814 die Unterdrückung und Verfolgung der ursprünglichen „Capuera“.
    1890 wurde sogar per Gesetz im ersten Strafgesetzbuch der Republik, Kapitel XII, Artikel 402, offiziell verboten.

     
  22. 33. otto

    @28 Athene-Minerva,

    ………………ses suggestions pour penser ne peuvent pas
    plaire a tout le monde!!!!!!!!!!

     
  23. 32. otto

    @ 22 jean baptiste/@ 30 papuzil,

    was können wir ändern -nichts- nur uns selbst. Jean baptiste, in nahezu allen Dingen brauchen
    wir nicht in der dumpfen Masse mit zu schwimmen, dazu gehört auch, papuzil, der moderne
    Tourismus in nahezu allen Facetten.

    Bewußtsein mit Achtsamkeit zeigen uns den Weg. Der Weg beginnt in der Leere, damit wir selbst in der Lage sind, ihn zu finden, abseits unserer vorgefaßten Ansichten (siehe u.a. Prof. R.Elberfeld)
    zeigt er sich ohne Aufforderung.

     
  24. 31. Martin Fingerhut

    Johann Moritz stand auch über 1649 hinaus in Diensten der NiederLande.
    ( bis 1676, 3 Jahre vor seinen Tod )
    KurBrandenBurgischer StattHalter war er PARALLEL dazu.
    beide „DienstHerren“ waren damit einverstanden.

     
  25. 30. papuzil

    Es lässt sich hier bequem darüber diskutieren, ob jemandem der möglicherweise unverdiente Glanz genommen werden soll, weil er eine aktive Rolle in der Sklaverei gespielt hat. Nach der Zugabe einer Prise Kupferner Knopf und ungenügend recherchierter Sklavenfolklore hat zumindest jean bapiste im 22. Kommentar mal angedeutet, dass in vielen bisherigen Beiträgen eine wichtige Sache der eigenen Selbstgefälligkeit zum Opfer gefallen ist.

    Mit Blick auf diese Tatsache und auf den ehemaligen Herrschaftsbereich eines Johann-Moritz bleibt festzustellen, dass sich nicht so viel für die mittellosen Arbeiter auf dem Land geändert hat, seit er dort im Nordosten Brasiliens das Sagen hatte.

    Im Hinterland entlang der Küstelinie der Bundesstaaten Sergipe, Alagoas, Pernambuco, und auch weiter nördlich, ziehen auch heute, im Jahr 2018, morgens siebenjährige Kinder mit der Machete in die abgeflämmten Zuckerrohrfelder, um bis zum Sonnenuntergang für einen Hungerlohn das Überleben der Familie (und uns die Caipirinha) zu sichern. Diese meist landlosen Familien leben heute noch in armseligen Behausungen aus Lehm und Holz -ohne Chance auf gerechten Lohn, Bildung und menschliche Arbeitsbedingungen. Die staatliche Gesundheitsversorgung ist kaum vorhanden in abgelegenen Gegenden, wo deshalb sogar eine Blinddarmentzündung immer noch den Tod bedeuten kann.

    Alte Familienclans mit gigantisch großen Ländereien, die sie seit dem 15. Jh. ihr Eigen nennen, sprechen auf ihrem Grund und Boden „Recht“, besetzen die wichtigsten Ämter, betreiben die profitabelsten Läden.
    Landlose werden oft nur als rechtlose Arbeiter auf dem eigenen Land geduldet. Naht nach Jahren der Zeitpunkt, wo ihnen lt. Gesetz zumindest theoretisch der Flecken Land zusteht, auf dem sie ihre Hütte errichtet haben, stehen nicht selten Räumkommandos mit dem Benzinkanister in der einen und der Pumpgun in der anderen Hand vor der Türe (wenn denn eine existiert). Der Donno beansprucht mancherorts immer noch das Recht der ersten Nacht mit der Braut seiner untergebenen Arbeiter. An schneeweißen Traumstränden der Küstenorte flanieren weiße Europäer fortgeschrittenen Alters für die Zeit ihres Urlaubs Hand in Hand mit kaum zwölfjährigen Mädchen, welche kaum eine Wahl haben …

    Der Übergang von der vergangenen in die moderne Sklaverei war im bettelarmen Nordosten Brasiliens nahtlos.

    Nicht nur beim Kauf des Rohrzuckers und der Flasche Pitu für die nächste Caipirinha sollten wir eines nicht vergessen:

    Wir alle sind Moritz.

     
  26. 29. Chewgum

    @26 Niederländerin

    Es ist wichtig, dass jedes Land sich mit seiner eigenen Geschichte auseinander setzt. Warum der Zweite Weltkrieg in den Niederlanden ein großes Thema war/ist, liegt natürlich auch daran, dass das Land von einem Nachbarland besetzt und drangsaliert wurde, dass das alles noch nicht so weit in der Vergangenheit liegt wie manche gerne glauben machen wollen und daran, dass die Verbrechen des NS-Regimes unfassbar systematisch geplant und durchgeführt wurden und unfassbar grausam waren, ohne einen Funken von Mitgefühl für die Opfer, aus welchem Land auch immer. Und vor allem daran, dass Deutschland auch danach noch Nachbarland blieb. Die NS-Zeit wird immer ein ganz eigenes Thema zwischen Deutschland und den Niederlanden (und vielen anderen Ländern) bleiben. Deshalb sollte man das meiner Meinung nach nicht zum Vergleich ranziehen.
    Auch Deutschland war ja Kolonialmacht und hat diese Geschichte auch nicht wirklich verarbeitet. Ein Stichwort: Herero in Namibia.
    Es wäre also gut, wenn alle mal genauer hinschauen. Aber ich glaube, das meinten Sie im Grunde auch, oder?

     
  27. 28. Athene-Minerva

    @. jean baptiste

    Mit Ihrem Charme und Ihrer friedliebenden Zuvorkommenheit und Gelassenheit, Ihrem unbändigem Allgemeinwissen und -weisheit, Ihrer Elegance in Ihrer Wortwahl, sind Sie unübertrefflich, viel zu schade für Kleve und für kleveblog.
    Man sollte Ihnen mit geneigtem Haupt, demütigst zu Füßen fallen und Ihre Hand küssen………

     
  28. 27. rd

    @Niederländerin Gut gesagt!

     
  29. 26. Niederländerin

    „Plunderen de wereld noemen het de gouden eeuw„ Dieser Satz kommt aus ein Lied – Het land van – aus 2005: https://www.youtube.com/watch?v=5G8AfGYyhZ0 .

    Und so ist es meiner Meinung nach. Viele Niederländer sind sehr kritisch über zB Deutschland und deren schwarzen Teil der Geschichte aber leider kaum über sich selbst und deren eigene Geschichte. Ich denke also das die Diskussion ganz nötig war. Ich habe vor 30 Jahre in der Schule auch nur über Seehelden und „gouden eeuw” gelernt. Sklaverei war kein Thema bei Geschichte. Ein ganz grosses Thema bei uns war der zweiter Weltkrieg.

    In der Niederlande leben sehr viele Menschen deren Vorfahren aus ehemaligen Kolonien stammen. Diese Vorfahren sind aus Afrika geholt, und zB nach Suriname verkauft worden. Sklaverei wurde in Suriname erst in 1863 abgeschafft. Es gibt also sehr viele Menschen wo Sklaverei ein wichtiger Teil deren Familiengeschichte ist, das hat deren Familie geprägt. Das es für andere vielleicht weit weg ist heisst nicht das das für alle so ist. Also sollten wir diese Geschichte von Sklaverei und Unmenschlichkeit auch erzählen und nich herunterspielen. Der Reichtum kam irgendwo her. Der fehlte irgendwo anders.

    In den Deutsche und Niederländische Medien sieht und liest man viele weisse Männer (eine Feststellung) die gerne hätten das alles bleibt sowie es ist. Aber es gibt nicht nur weisse Männer auf der Welt. Es gibt auch andere Menschen. Menschen die man zu recht verletzt wenn nur eine Seite der Geschichte erzählt und gezeigt wird. Man kann das Leid andere Menschen nicht spüren, und man darf es nicht verurteilen.
    Das heisst nicht das wir jetzt alle Skulpturen aus der Zeit abreissen sollen, sowie der „Grachtengordel” in Amsterdam und halb Kleve, aber wir sollten schon die ganze Geschichte erzählen, auch die Kehrseite.

     
  30. 25. otto

    jean baptiste,

    welche fragwürdigen Gestalten haben wohl bei @20/21 auf -ich mag nicht- gedrückt?
    (das könnten vielleicht auch heute noch Schellekeszieher sein!)

     
  31. 24. ???

    @. jb

    – nicht nur die Niederlande……….
    u.a.
    – Deutsche Geschichte – Deutsche Kolonien

    – Frankreich – „Pakt zur Fortsetzung der Kolonialisierung“ aus den 1950er und 60er Jahren –
    ca. 440 Milliarden Euro per anno aus 14 afrikanischen Ländern,
    zuzüglich verschiedender Klauseln zur Ausbeutung der afrikanischen Länder

     
  32. 23. jean baptiste

    @13. Max Knippert „Ralf ist oft sehr streng mit mir“

    stand das nicht in der aktuellsten Edition der neudeutschen Bibel ?
    Seit streng zu euer selben, und der Daute wird euch (fast) immer passieren lassen.
    Ich hab fast 0 % afkeuringen …. Halleluja halleluja ha le ju jah

     
  33. 22. jean baptiste

    @14 Elvira Rohra schrieb “ Leider wird der reiche Kontinent Afrika, noch immer, deshalb bewusst kolonisiert und ausgeblutet, und die Menschen bekommen immer noch nicht ihre Rechte, ……. auch in Europa nicht!“

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah. ? Was ist denn mit den deutschen Minimalverdienern?
    Jetzt hat man endlich eine Minimalrente beschlossen … mal sehen wie das in der Praxis aussieht.

    Aber der honorige Mittelständler ist doch Mister Gutmensch, der gibt 20 seiner 25 Angestellten Arbeit — nach der 450 Euro Job- Regelung.
    Aber das macht er nicht, weil er 20 Leuten die Möglichkeit geben will, etwas zu verdienen, nein, ich sag´s mal ganz offen, weil er lieber 20 Leute ausbeutet, die dann alle nichts zum f..essen haben und zum Amt gehen müssen, sondern weil ihn das erheblich billiger zu stehen kommt, als wenn er 5 von denen im Vollzeitjob bei redlicher existenzsichernder Bezahlung in Dienst nimmt, die kosten ihn pro Nase schon schnell 2000 + monatlich.
    Ein böswillender Filosoph könnte jetzt den Umkehrschluss ziehen, eigentlich lebt der Mister Gutmensch vom Amt.

    Und noch ne Schote zusätzlich : in der Landwirtschaft gilt 2017 wie auch 2018 ein Minimumlohn von €9,10 .
    Der allgemeine Minimumlohn liegt bei € 8,84 /h . Das Alles gilt auch für polnische, estnische, lettische und andere Erntehelfer.
    Wie sagt Radio Eriwan so schön ? Im Prinzip ja.
    Aber weil der Konsument gerne erdbeeren für €2,80 das Pfund haben möchte, der Bauer wenigstens € 2,- pro Pfund haben möchte, um einen ordentlichen Deal zu machen, bleiben an Pflückkosten nur € 0,80 pro Pfund, inklusive Pausen, Rüstzeiten, Krankheitstagen und was noch alles über.
    Da passen die € 9,10 pro Stunde nicht ins Konzept . Also wird kreativ nachgedacht. Die Leute bekommen Verpflegung und Unterkunft. Wie waren noch mal die Preise im Rilano Hotel Kleve ?
    Na ja, in miesen Barakken mit miesem Essen auf dem Bauernhof zwangsweise untergebracht zu werden, dasist doch bestimmt mit 70% vom Rilanopreis nicht überbezahlt ?
    Schwupps, ziehen wir den Leuten das vom Lohn ab, und (fast) jeder ist z6ufrieden … na ja, wer fragt schon den Ukrainer.
    Und weil dem Konsumenten zwar eine Coiffure für 60,- oder 80 ,- nicht zu teuer ist, die Erdbeeren von € 2,80 aber schon, kauft die schlaue Hausfrau Erdbeeren aus Spanien oder Italien.
    Die haben zwar keinen Geschmack, sind durch 3/4 Europa mit dem LKW gefahren (bonjour Ecologie) , kosten aber nur € 1,40 pro Pfund.
    Gepflückt durch illeale afrikanische Arbeitsmigranten, aber sei´s drum, hauptsache wir haben dem sozialen System des Mindestlohns ein Schnippchen geschlagen.

    Und jetzt sollen wir mit unserem Steueraufkommen afrikanische Arbeitsmigranten finanzieren …. ich weiss nicht , I c h habe total den Überblick verloren.

    Da brauche ich, Frau Rohra, nicht mal > o mais negro de todas as cidades <, nicht die niedliche capoueira , das letzte Stückchen eigene Identität dass die Sklaven sich zu erhalten wussten, und nicht das virtuell reiche Afrika, das alle zusammen schändlich ausgeraubt haben.
    Das alles geschieht mitten in Deutschland. Und Christen wie Demokraten, Grüne und Gelbe fühlen sich wohl dabei. Da braucht es schon den Prügel des Rechtsradikalismus, damit die honrige Gesellschaft ihr mildes Herz öffnet, und kleine Almosen in die Runde schmeisst, damit die unterste finanzielle Schicht nicht mal gesamt das braune Pack nach vorne bringt.
    Ich seh´die Züge und Aufmärsche schon wieder von der Linde bis an den Kirmesplatz ziehen …. obwohl … stop ….
    hab´ich jetzt ein deja vue …. oder hab´ich das schon wieder in nicht all zu ferner Neuzeit gesehen ?

     
  34. 21. jean baptiste

    @ 13. Max Knippert

    war et nich „streng mit mich“ ?

     
  35. 20. jean baptiste

    @15. otto
    quelblamage , mon cher, wir manipulieren doch nicht,
    au plus, on corrige la fortune.
    allez, vas laver tes dents et ta bouche,

    so, jetzt, lieber otto, können wir wieder normal miteinander kommunizieren,
    aber manipulieren , nä , pfui deubel , ons in kleef toch niet.

     
  36. 19. Elvira Rohra

    @18. Peter Geven

    Bitte……Sie brauchen sich auf keinen Fall zu schämen!

    Das Afrika Museum wurde vor ein paar Jahren neu konzipiert und modernisiert. Es lädt ein, zur Ruhe und zur Gedankensammlung zu kommen.

    Aber auch vorher war es für mich persönlich, schon sehr interessant.

     
  37. 18. Peter Geven

    @Elvira Rohra

    Sie kennen sich da sehr gut aus.
    Zufällig bin ich 2006 zwei Tage mit ein sehr nettes Ehepaar aus Salvador de Bahia auf einem Boot unterwegs gewesen.
    Das Afrika Museum -shame on me- ich habe das noch nicht besucht. Ich sollte definitiv daran arbeiten um diesem Versäumnis (und nicht wenige mehr) nach so holen, denn interessieren tut Geschichte mich schon sehr.

    @Max Knippert
    Ich danke Ihnen für die schöne Worte. Ich habe mittlerweile ein email geschickt.

     
  38. 17. jean baptiste

    @rd
    völlig off-topic , aber ich wollte doch eben kundtun, dass Peter Scholten aus Millingen / Rijn , Rotarier in Nijmegen , der auch hier im blog seine Beiträge geliefert hatte, gerade einmal 71 Jahre alt, unerwartet am 1. Januar verstorben ist.
    Just an dem Tag, als sein Autohandel in neue Hände übergehen sollte.
    Mein Beileid an die Familie
    https://henkbaron.nl/2018/01/01/peter-scholten-uit-millingen-aan-de-rijn-overleden/

     
  39. 16. jean baptiste

    @13. Max Knippert
    goed geprobeerd jochie ,
    maar daar trappen wij nie in.

     
  40. 15. otto

    Jean Baptiste,

    selbstverständlich darf Geschichte nicht manipuliert werden, mit dem Versuch schwarze Flecken auszuradieren.
    Mir ging es mehr um die undifferenzierte Glorifizierung von Menschen beiderlei Geschlechts.

     
  41. 14. Elvira Rohra

    @8. Peter Greven

    Unter den Menschen, die seit vielen Jahren die Nachfahren der afrikanischen Sklaven in Brasilien und Europa
    unterstützen, ist Recife seit jeher bekannt.

    Man findet unter anderem verschiedene Capoeira-Gruppen, die das unermessliche Leid der afrikanischen Sklaven, überliefern.
    Der ursprüngliche Gründer der Capoeira, war Mestre Pastinha für Capoeira de Angola, in Salvador da Bahia und später Mestre Bimba für Capoeira Regional.
    Leider wird heute auch von vielen selbsternannten europäischen Gruppen, nicht mehr der historische und kulturelle Hintergrund überliefert, sondern einfach nur als Hobby und wiederum als Einnahmequelle, gesehen.

    Die „schwärzeste Stadt“ (so nennt sich Sao Salvador da Bahia de Todos os Santos selbst) Brasiliens ist auch Weltkulturerbe Brasiliens.
    Diese Stadt mit dem Pelourinho, war der hauptsächliche „Umschlagplatz“ für afrikanische Sklaven in Brasilien überhaupt.

    Leider wird der reiche Kontinent Afrika, noch immer, deshalb bewusst kolonisiert und ausgeblutet, und die Menschen bekommen immer noch nicht ihre Rechte, ……. auch in Europa nicht!

    Einen kleinen Teil der Sklavengeschichte kann man auch seit vielen Jahren im Afrika Museum, im nahe gelegenen Berg en Dal, NL, studieren.

     
  42. 13. Max Knippert

    @5. jean baptiste

    Kleiner Nachtrag.
    Auch ich will Ihnen nichts böses unterstellen und die sprachliche Auseinandersetzung braucht, meiner Meiner Meinung nach, manchmal ein paar würzige Bilder oder Formulierungen. Ralf ist oft sehr streng mit mir, aber ich bin fast sicher, das Sie diese Art von Austausch mittragen (?).

    Auch wenn ich Sie zu kennen glaube, posten Sie doch mal unter Echtnamen.

     
  43. 12. Max Knippert

    @ 8&9

    Herr Geven, ich bin ganz Ihrer Meinung. Kleve ist ein tolle Stadt, aber unglaublich viel Potenzial liegt brach. Vermutlich ist dies es augenfälliger wenn man oder Frau von außen kommt. Mir hat eine (halbe) brasilianische Familie, in Kleve lebend, erzählt, das Familie, aus Recife stammend, nach Kleve gekommen ist um auf den Spuren von Johann Moritz zu wandeln. Sie wurden leider enttäuscht, sagten sie…

    Ich habe Ihren Beitrag vom 16.Mai 2016 (http://www.kleveblog.de/das-ende-des-marksismus-stadtmarketingchefin-ute-marks-hoert-auf-schon-ende-juni/) gelesen. Dort beschreiben sie eindrucksvoll die liegen gebliebenen Potenziale und es gibt eine D/NL Studie aus 2009 in der vieles zusammengetragen wurden. Diese Studie liegt seit 9 Jahren in der städtischen Schublade. Meine halbe Familie stammt aus Nijmegen und ich würde mich gerne mit Ihnen austauschen. Sollten Sie Interesse haben schicken Sie bitte eine Mail an info@kunst-acker.de

     
  44. 11. Max Knippert

    @5. jean baptiste

    Herr Unbekannt, ich rücke den Goldenen Knopf nicht in den Fokus sondern blicke lediglich kurz zurück. Den die Parallele ist doch offensichtlich das zu führende Gespräch und nicht das Totschweigen an sich. Was meinen Sie damit das ‚verständige Menschen dorten auch als nicht angemessen empfunden‘ (die Formulierung gefällt mir sehr gut, der Inhalt nicht)?

    Ich habe deutlich zu machen versucht, das Bilder abgetragen oder mit ergänzendem Text (zu Otto sagen Sie richtigerweise „korrigierende Kommentare“) versehen, kenntlich gemacht werden sollten und die Bürger der Stadt entscheiden sollten. Aaber, und das ist der Dreh und Angelpunkt, nach einem Inhaltlich zu führendem und vor allem öffentlichen Gespräch. Und wenn Sie kategorisch Nein zur Abtragung sagen, so ist dies lediglich Eine Meinung unter womöglich sehr Vielen.

    Bei dem Schulnamen widerspreche ich Ihnen sehr gerne und sehr energisch. Eine Schule nach einem Menschen benannt zu lassen der auf Menschenrechte, aus heutiger Sicht, geschissen und mit den Füßen tritt ist ein Nogo. Sorry, aber das ist Eine Meinung von (zu) alten Männern und keine Umschreibung der Geschichte sondern eine Richtigstellung, GröFaZ, die Bezeichnung höre ich zum ersten Mal. Bei diesem Vergleich kommen Sie ins stolpern auch wenn der Vergleich schon ordentlich hinkt.

    Was wird denn damit ausgesagt, das Hitler in so mancher Stadt nur schwer seine Ehrenbürgerschaft zu nehmen war?
    Ein Standbild wäre am 3.September 1945 sowieso gefallen, und warum unterstreichen Sie derart, das es in Kleve kein Standbild gab?

    Für jeden Rat einer Stadt ist es unaussprechlich peinlich, wenn dieser nicht in der Lage ist – Hitler geschichtlich einzuordnen und dies unabhängig davon ob es ein Standbild von diesem Wahnsinnigen gab oder nicht.

    Ihr letztes Argument beziehungsweise Vergleich ist interessant, aber hinkt leider ebenso. Ich habe zugestimmt den Adler zu restaurieren wie 100% der Mitglieder des Kulturausschuss auch. Aber und nochmals aber, widersetzte ich mich eine Kopie aus Plastik dort hin zu setzen, weil die kunsthistorische Wertigkeit dieser Skulptur gleich Null ist. Bei der Minerva oder Pallas Athene auf dem Atelier von Koekkoek, ebenfalls aus Plastik, ist die Symbolik etwas ganz anderes und ebenso bei dem zerstörten menschlichen Kulturgut in Syrien oder anderen Orten wäre ich für eine Wiederherstellung – egal aus welchen Material.

    Ein Bild, was heutzutage Wertschätzung oder gar Verehrung zu Teil wird muss auf seine Symbolik hinterfragt werden, das ist doch sinnfällig & naheliegend oder etwa nicht?

     
  45. 10. Peter Geven

    Ich möchte zufügen

    wie kann es z.B. sein das in einem Stadt der damals gar gleichberechtigt gewesen ist an Berlin, wo der großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm gar seine Jugend verbracht hat, im 21. Jahrhundert nicht mal vom Bund das Geld zur Verfügung gestellt wird um ein alte Schleuse in Stand zu halten. Und gar die älteste Deutschlands!
    Der Pracht und Prahl der zum Großteil auch mit Steuergelder finanzierte Museumsinsel lässt grüßen, aber Kleve verliere zu gleicher zeit ihr Verbindung zum offenes Wasser!
    Aber letztendlich hat es imo vor allem damit zu tun dass von den Klever (z.B. Politik) nicht in Berlin getrommelt wird.

     
  46. 9. Peter Geven

    Relativ unbekannt ist dass Moritz Gründer der Brasilianischen Metropole Recife ist, dass damals Moritzstadt hieß.
    Es wäre vll. ein Idee mit Recife ein Städtepartnerschaft an zu streben, um der Vergangenheit zu bewältigen, aber zudem würde es den Tourismus nach Kleve einigermaßen fördern. Immerhin hat Recife derzeit nahezu 4 Mio. Einwohner, etwa wie Berlin.
    Dann den historischen Bezug von Kleve zu Berlin selber. Und zu den Niederlanden selbstverständlich.
    Was für ein riesige Geschichte Kleve überhaupt hat, um zu vermarkten!
    Ich frage mich schon lange weshalb die Klever Stadtmarketing in dem Bereich vollkommen zu schlafen scheint.

    (ich bin Niederländer, verzeihe mir bitte meine Rechtschreibfehlern)

     
  47. 8. Markus van Appeldorn

    Die Negerkussiesierung der Geschichte. Wir sollten keinesfalls versäumen, alle Städte abzureißen, deren Gründermütter nicht den Grünen oder der Linken angehörten.

     
  48. 7. jean baptiste

    @4. otto
    otto, ich habe gerade die Sendung von Eva Jinek auf kro-ncrv angeschaut.
    Herman Pleij , angesehener Historiker sagt sehr zurecht, „Geschichte muss nicht neu geschrieben werden“ sondern wo nötig/möglich durch korrigierende Kommentare ergänzt werden.

    Alle Namen geben Markierungspunkte unserer Geschichte. – Geschichte um-schreiben ist immer Geschichte verfälschen.
    Und Hugo Borst , bekannter Schriftsteller mit einem Büro auf der Witte de Wit Strasse fügt an : Ich muss nicht daran denken, dass ich demnächst an der Königin Maxima Strasse residiere, weil man Witte de Wit ins „verdomhoekje“ steckt.
    Auch er meint, guter Geschichtsunterricht ist angesagt, nicht Geschichtsunterdrückung, nur weil uns heute nicht passt, was viele Jahrhunderte unkommentiert als Heldenepos gefeiert wurde.

     
  49. 6. jean baptiste

    @2 Max Knippert
    Herr Knippert, das ist fürwahr der meist unglückliche Zeitpunkt, den Kupfernen Knopf jetzt in den Fokus zu rücken.

    Ich will Ihnen bestimmt nichts böses unterstellen, aber die aktuelle Diskussion bei unseren Nachbarn wird durch verständige Menschen dorten auch als nicht angemessen empfunden.
    Diskussion über heutige Erkenntnisse gegenüber historischen Personen … JA , aber diese aus dem Strassenbild entfernen …. NEIN.
    Kritischer Geschichtsunterricht … JA , aber einer 100 Jahre alten Schule ihren angestammten Namen zu nehmen … NEIN.
    Erinnern Sie sich mal wie schwer sich der klever Rat getan hat, dem GröFaZ seine Ehrenbürgerschaft abzuerkennen, das war k e i n Standbild, das war eine Ehrenbezeugung !!! und die war schon seit 1945 untragbar.
    Und das ist meine Meinung, gilt auch für Ihren „Schrottadler“ .
    Wie sonst erklären wir unsere totale Abscheu über die Zerstörung von Kulturgütern wie Hatra und Petra durch DAESH (hiezulande auch IS genannt) wenn wir selbst unsere Kulturgüter auf den Schrott geben ?

     
  50. 5. otto

    Die Niederländer sind in der Begleichung von Altschulden, so oder nicht so, wenig zimperlich. Neben den
    Erfolgen in kriegerischen Auseinandersetzungen, der Landschaftsgestaltung und dem Handel befasste sich Prinz
    Moritz von Nassau mit der Sklaverei auf Zuckerrohr Plantagen, für sein Heimatland heute kein Ruhmesblatt
    mehr. Alles und noch mehr einfach nachzulesen.

    Bei uns befassten sich im Mittelalter hohe Religionsfürsten mit der Zeugung ihrer Nachkommen, ebenfalls alles
    nachzulesen. Nur hier bleiben diese Tugenden ungeahnt, ja diese Fürsten genießen nach wie vor höchstes religiöses
    Ansehen.

     
  51. 4. Joseph Johann

    Damit wird ein Kapitel angesprochen, welches alle Seefahrernationen betrifft. Es ist nicht nur diese eine angesprochene Person.

     
  52. 3. Alfons A.Tönnissen

    Was hat Moritz in der Zeit von 1644- 1649 gemacht? Und warum hat die Companies ihn aus Brasilien gefeuert? Ach , man sollte den polnischen Colonel Christoff Artischowsky mal fragen!

     
  53. 2. Max Knippert

    Die Diskussion wird in den Niederlanden schon länger geführt. Ob ein Standbild abgebaut oder mit ergänzendem Text versehen wird sollte, die Bürger jeder Stadt für sich entscheiden. Aber das Entscheidende ist doch, das überhaupt darüber nachgedacht und öffentlich gesprochen wird. Im September habe ich mit meinem Gastbeitrag genau das versucht anzustoßen (http://www.kleveblog.de/stand-nicht-auf-der-tagesordnung-der-klever-schrottadler/) weil zum fragwürdigen Adler am goldenen Knopf eine Diskussion vehement verhindert wurde.

    Die Auseinandersetzung mit ‚alten’ Kunst und Denkmälern im öffentlichen Raum sollte gelegentlich geführt werden und sei es ‚nur‘ im Ausschuss für Kultur. Den Ansichten ändern sich mit der Zeit. Wer weiß schon etwas über das Reiterdenkmal, das vor der Schwanenburg steht und steht. Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg kann man googeln und das er in geistiger Umnachtung und ohne Kinder starb und nicht der schönste Mann unter der Sonne war ist zu lesen. “Zur Feier der 300jährigen Verbindung des Herzogtums Kleve mit Brandenburg-Preußen (1609 bis 1909) reiste Kaiser Wilhelm II. in die Schwanenstadt, um das Denkmal des Großen Kurfürsten zu enthüllen.“ steht auf der Klever Website. Aber was war dies für ein Mann aus heutiger Sicht? Wieviel ‚Hexen‘ hat er verbrennen lassen und was hat er möglicherweise in der Zeit der Inquisition noch zu verantworten?

    Seit tausend Jahren wird über Bilder gestritten, weil Einige anfingen diese zu verehren. Und zum Dogma wurde es 843 durch die Wiederherstellung des Bilderkults und damit zum Triumph der christlichen Hardliner. Bilder sind Kinder ihrer Zeit und haben kein naturgegebenes Recht auf Ewigkeit. Der öffentliche Raum, auch in Kleve, sollte sich ab und zu daraufhin befragt werden, wem und was gehuldigt wird. Und vor allem sollten Neue Bilder zu Wort kommen.

     
  54. 1. Willi winzig

    Untragbar der Mann! Habe gehört er soll auch kein Demokrat gewesen sein und eine feudalistische Attitüde an den Tag gelegt haben. Zudem sollte mal recherchiert werden, ob Moritz nicht auch sexuell belästigt hat. #metoo