Das Ende des Marksismus: Stadtmarketingchefin Ute Marks hört auf – schon Ende Juni!

Nach dem Ende des Marxismus nun auch das Ende des Marksismus! Wie die Rheinische Post heute berichtet, wird Ute Marks (ehemals Schulze-Heiming) ihren Posten als Geschäftsführerin der Kleve Marketing GmbH aufgeben. Bekanntlich hat die Stadt die Zusammenlegung von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing ins Auge gefasst, um Überschneidungen zu vermeiden und Kosten zu sparen. Im Rennen um die verbleibende Spitzenposition setzte sich dann offenbar Dr. Joachim Rasch, Leiter der Wirtschaftsförderung, gegen die Konkurrentin durch – sie wechselt dem Blatt zufolge in die Privatwirtschaft und wird dort als Dienstleistung für Kommunen das anbieten, was sie zuvor in Kleve auch schon gemacht hat.

Ute Marks war lange Jahre Chefredakteurin von Antenne Niederrhein, bevor sie 2002 Chefin der neu gegründeten Kleve Marketing GmbH wurde. Das Unternehmen gehört in Teilen der Stadt Kleve, der Sparkasse Kleve und der Volksbank Kleverland. Da ihr Wirken nicht immer unumstritten war, um es vorsichtig auszudrücken, wollte der Klever Stadtrat den Vertrag mit der Geschäftsführerin 2011 nicht mehr verlängern, doch dieses Ansinnen scheiterte am Widerstand der Banken. Sie erhielt einen neuen Fünfjahresvertrag bis zum 31. Juli 2017, den sie nun allerdings vorzeitig kündigt.

Ihr letzter PR-Coup war, als verlängerter Arm der Banken, die Story von der angeblichen Abschaffung des Kleingelds in Kleve. Dadurch kam Kleve weltweit in die Schlagzeilen, und man kann nur hoffen, dass keiner der Reporter, die damals darüber berichteten, auf die Idee kommt, eine Nachdrehe nach dem Motto „Was wurde eigentlich aus…“ zu machen – das Urteil würde relativ vernichtend ausfallen. Allerdings ist da auf den Medienbetrieb Verlass, insofern kann man Ute Marks nicht nachsagen, sie habe die Gesetze der Branche nicht verstanden. Besonders stolz war die Geschäftsführerin immer auf ihren „Mädelsclub“: Die Kleve Marketing GmbH war vermutlich die einzige Gesellschaft in Deutschland, der Mitarbeiterschaft zu hundert Prozent aus Frauen besteht – von Nonnenklostern mal abgesehen.

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31 Kommentare

  1. Mir ist bewusst, das Ute eine große “Ich bin kein Fan von ihr”-Gemeinde hat. Sie ist eben etwas speziell und das kommt bei vielen nicht gut an. Da ich doch schon einige Male mit ihr zu tun hatte, sehe ich sie nicht so negativ.
    Egal

    Ich sehe diese Veränderung unabhängig von der Person aber mit großer Sorge. Bin ja sehr im Bereich Kultur, Kunst & Veranstaltungen aktiv und befürchte, das die Förderung dieses Bereichs in Zukunft noch weiter zurück gestellt wird, wenn das Stadtmarketing der Wirtschaftsförderung untergeordnet ist.

    Da hat dann wahrscheinlich die Betreuung und Entwicklung der Klever Unternehmen Vorrang vor so weichen Wirtschaftsfaktoren, wie Kultur/Veranstaltungen/Nachtleben usw.

     
  2. @3

    Wir hatten als Klever Unternehmen 3 mal mit der Wirtschaftsförderung zu tun. 2 mal ein Ansinnen unsererseits, heraus gekommen ist gar nichts und der Einsatz fürs Klever Unternehmen hielt sich wohl in engen Grenzen. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich nicht genau beurteilen kann wieviel Schweiß für uns investiert wurde ich befürchte aber bis auf 5 Min telefonieren war da nicht viel, auf zugesagte Information warte ich jedenfalls bis heute. Der 3. “Kontakt” war die Ansiedlung eines Geschäftspartners, in der Zeitung stand dann interessanterweise die Wirtschaftsförderung hätte das Unternehmer nach Kleve geholt.

    Ich wüsste gerne was die Leute da ganz konkret und nachhaltig für die Klever Wirtschaft machen. Hat da jemand ein positives Beispiel?

    Ich kann mir schwer vorstellen dass für die weichen Wirtschaftsfaktoren noch weniger (als gar nichts) gemacht wird, hier und da gibt’s doch mal ne Veranstaltung

    Das Problem der Wirtschaftsförderung ist die Abhängigkeit von der Politik. Letztendlich scheut man den Konflikt mit dem Brötchengeber, da verärgert man lieber das Klientel welches man doch eigentlich fördern soll. Im Zweifel tut man also? Gar nichts! aber das dann wenigstens immer öfter 🙂

     
  3. Ich bin ein seit 12 Jahre in Kleve lebende Niederländer der (neben die tolle wirtschaftliche Entwicklung) sehr begeistert ist über so vieles das Kleve und das Kleverland zu bieten hat. Die reizvolle Topographie und Landschaften, die phänomenale Geschichte, und für einem Stadt in dieser Größenordnung so viele herausragende Persönlichkeiten hatte, und natürlich auch tollen Künstler, wie z.B. Flinck, Koekkoek, Beuys. Stadtmarketing made easy, denn wo gibt es in der Konstellation solchen „unique selling points“ beisammen??
    Aber ich weiß aus eigener Erfahrung dass an der andere Seite der Grenze kaum jemand sich auch nur ein bisschen über die Klever Merkmale und Geschichte auskennt.
    Warum hat es in der Zeitung der Gelderlander noch Niemand lesen können über die tolle Entwicklungen in Kleve und Kreis Kleve, wo genau diese Region sich derzeit doch so absetzt von Schumpf-Regionen wie „das Land von Cuijk“ und „die Achterhoek“ (Region Doetinchem).
    Dabei könnten Marketeere und Wirtschaftsförderer es kaum einfacher haben können als genau in diesem Standort! Alleine schon die einmalige Topologie wegen der Endmoräne hat so was von ein touristisches Potenzial. Mann müsse in Kleve entweder in massiver Art und Weise das Reichswald oder die prächtige Aufenthalts- und Lebensqualität in das Umfeld vernichten, wie das skrupellos in Kranenburg bevor zu stehen scheint (und gar in einer Kommune der finanziell nicht zwingend am Ende ist!).
    Auf der Endmoräne in Kleve müsse man nur ein Paar Bäume fällen dürfen um hier prächtigen Vermarktungsmöglichkeiten zu bewirken. Es bietet sich im Kleves Teil der Reichswald auch ein prächtiger „Gipfelwanderweg“ an mit ebenso phantastischen Ausblicke in die Niederung und nach Holland. Holländische Naturgenießer müssen für diesem Zweck dann nicht mehr unbedingt zumindest nach Eifel oder Sauerland fahren. Das spart im übrigen auch viel Sprit (somit Umwelt).
    Ebenso gibt es in der Klever Umgebung auch enorme Potenziale um mit relativ wenig finanziellen Aufwand eine deutliche Erweiterung des Radwegenetzes zu schaffen.
    Es braucht aber speziell auch in diesen Bereiche Kreativität (und Begeisterung!) um was mehr zu stände zu bringen als Stadtfesten nach aus-gekautem Drehbuch für ein bestimmte Zielgruppe.
    Wer in den Niederlande auf Kleve googelt trifft als erste Orientierung schnell auf eine NL-Wikipedia-Seite der nur die Niedergang und Pleiten der Vergangenheit dokumentiere. . Und wer erfährt dann dass Kleve nichtsdestotrotz Heim ist für solchen bedeutenden Unternehmen wie z.B. Colt, KHS, MKS, Spectro, Ipsen, Winkels, Medline oder das Phönix-Werk von Unilever.
    Ich finde von daher dass auch die Wirtschaftsförderung einiges verpasst um die so tollen Standortfaktoren speziell in Holland zu vermarkten. Und dass die so aufstrebende Hochschule (mit teilweise ein Holländische Name!) ausgerechnet aus dem Nachbarland kaum Studenten hat.. man glaubt es gar nicht.

     
    1. @Peter Geven Viele gute Hinweise. Zum letzten Punkt (NL-Studenten an der HRW) sei angemerkt, dass die aktuelle Präsidentin versucht, diesen Fehler der Vorgängerin zu beheben, was aber nicht ganz einfach ist.

       
  4. @5. Peter Geven

    Das trifft genau auf meinen Kommentar vom 14. Mai 2016, 20:01, der (noch) nicht veröffentlicht wurde…….

     
  5. @ 5: gut so. Frau Klotz, ehemalige Präsidentin hat wohl Indien (spezielle Kontakte dort hin) mit den Niederladen vertauscht 🙂

    Benno

     
  6. @7. rd

    ….. ich verstehe, wenn man die Realität realistisch darstellt und in Frage stellt, ist das gleichbedeutend mit “pauschaler Aggressivität”……. 😉

     
  7. Hallo, möglicherweise sollten kommunale oder staatliche Verwaltungen sich etwas zurück ziehen aus der Bespaßung der Bürger. Das hat irgendwie immer sowas von verallgemeinerter Geschmacksvorstellung vom ahnungslosen Beamtenstuhl. Zuschüsse ja, reinquatschen nicht!

     
  8. Hoffentlich haben die Banken (welche?) dann auch ihre Gehaltskosten für die letzten 5 Jahre übernommen wenn sie den Stadtrat überstimmt haben? Dürften wohl geschätzte 400.000,- € gewesen sein.

     
  9. @ 3 pd

    Wir hatten als ehemaliges Klever Unternehmen ähnliche Erfahrungen gemacht:
    2x ahtten wir mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Kleve im Jahr 2009 und 2012 zwecks Gewerbeumsiedlung innerhalb von Kleve zu tun. Heraus gekommen ist rein gar nichts und der Einsatz für unser Unternehmen hielt sich wohl in sehr engen Grenzen. Wieviel Engagement und Eifer für uns unter der damaligen Leitung nun letztlich investiert wurde, kann ich nicht beurteilen, aber ich befürchte bis auf 1-2 Telefonate und uns Seiten von Immobilienfirmen auszudrucken war da eh nicht viel, auf die damals zugesagten weiteren Information warten wir jedenfalls bis heute noch immer.
    Aus der damaligen Zeit weiß ich noch, dass mindestens 5 Klever Firmen in diesem Zeitraum mit mehr als 60 Arbeitsplätzen in die Nachbargemeinden oder Nachbarstädte um Kleve dann letztendlich abgewandert sind.
    Auch wir wurden bei unserem Entschluss dem Standort Kleve damals den Rücken zu kehren mit offenen Armen und persöhnlicher Betreuung gerne empfangen, man kümmerte sich sowohl um große / kleine Firmen.
    Das es dann doch für uns größer wurde als gedacht war nicht vorherzusehen und die Wirtschaftskraft hätten wir nur zu gerne in Kleve gelassen, aber von dieser Seite kam ja keine Unterstützung.
    Man hatte bei der Klever Wirtschaftförderung immer das vermittelte Gefühl das man ein kleiner Bittsteller war der froh sein durfte, dass man sich gnädigerweise mit “Diesem” dann auch mehr als lästig beschäftigte.

    Persönliche Betreuung wurde und wird auch heute noch am neuem Standort groß geschrieben, direkte Durchwahl zum zuständigen Sachbarbeiter bei Problemen ist immer noch gewünscht.
    So stellt man sich Wirtschaftsförderung und Betreuung vor.

     
  10. @13. Thomas Beler:

    Wenn man Ihren Text ließt, kann man nur sagen: „unfassbar“!

    Würde so etwas in der freien Wirtschaft geschehen, hätte dies umgehend Konsequenzen.

    ****

     
  11. @13 Frau Marks ist für die Wirtschaftsförderung ja nicht zuständig und Herr Dr. Rasch ist meines Wissens erst vier Jahre im Amt. Insofern muss gefragt werden, ob hierfür nicht Leute verantwortlich waren, die heute nicht mehr an verantwortlicher Stelle sitzen. Falls doch, so besteht tatsächlich Handlungsbedarf.

     
  12. Naja, eigentlich ging es ja bei dem Hauptthema um das Ausscheiden von Marks, die Wirtschaftsföderung wurde ja nur im Nebensatz zwecks der geplanten Zusammenlegung von beiden Bereichen des Stadtmarketings und der Wirtschaftsförderung erwähnt.
    Komischerweise ähneln sich aber @3 und @13 ziemlich in ihrer Aussage, zumindestens was die empfundene Arbeitsleistung der Klever Wirtschaftsförderung für ortsansässige Unternehmen in der Vergangenheit wohl angeht.
    Ich weiß auch noch aus den Printmedien, dass zum Beispiel sich die damalige Klever Firma ASE wegen besserer Standortbedingungen so zwischen 2008 / 2010 dann schließlich von Kleve nach Goch umsiedelte.
    Auch zogen in den letzten 3-7 Jahre diverse Unternehmen, früher in Kleve ansässig, von Kleve zum Beispiel nach Bedburg-Hau in die dortigen Industriegebiete um und auch das ist Faktum.
    Es stellt sich nur die Frage warum wohl nimmt ein Unternehmen so einen finanziellen Kraftakt auf sich und lässt seinen Kundenstamm in einer anderen Stadt zurück.

     
  13. @16
    Der Kopf mag ja gewechselt haben, aber arbeitende Rumpf ist ja wohl der selbe wie vorher! Es sind die Mitarbeiter die machen ein Unternehmen in der Wahrnehmung der Menschen aus, nicht der alle paar Jahre wechselnde Kopf oben drauf.

     
  14. Interresanter Bericht aus dem Thema aus dem Netz,
    Teilauszug:
    Das Frau Ute Marks geht, ist inzwischen ja in Kleve bekannt. Die studierte Biologin und einstige Chefin von Antenne Niederrhein Frau Marks leitete das Stadtmarketing in Kleve 14 Jahre lang, jetzt wechselt sie Ende kommenden Monats zu einer Agentur, die “landesweit” Städte und Kommunen in Sachen Marketing berät.
    “Sie werde künftig nicht mehr an einem Standort arbeiten so Marks, sondern NRW-weit Städte und Kommunen zum Thema Marketing beraten, sagte Sie gestern in einem Interview.
    Sie habe in Kleve einfach keine Perspektiven mehr für sich gesehen und in dem aus ihrer Sicht guten Angebot dieser Agentur eine gute Perspektive für ihre Ideen von gutem Stadtmarketing gesehen…………….

     
  15. @13

    Vielen Dank für den Erfahrungsbericht. Wenn ichs nicht besser wüßte würde ich vermuten der ist vom Nachbarschreibtisch getippt, könnte ich nahezu 1:1 übernehmen.

    Darf man fragen in welche Gemeinde es ging?

     
  16. zu 19.

    Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Kleve, nie wieder unser (Klein-) Geld für diese
    NRW-weiten “Beratungen für gute Stadtmarketing-Ideen”, ausgeben.

    Wie ich u.a. in meinem, nicht veröffentlichtem Kommentar vom 14. Mai 2016, bemerkte, hat sich das
    “Kleve-Stadtmarketing” bzw. der, von Frau Marks immer mit Stolz zitierte “Mädelsklub”, personenbezogen, namentlich medial, selbstvermarktet………

    @7. rd
    Ich hoffe, dieser Teil war nicht “pauschal aggressiv”……. 😉

     
  17. Tja, damit wäre dann das vielfach in verschiedenen Artikeln beschriebene Thema um die Person von Frau Marks / dem Klever Stadtmarketing, dann ja wohl für Kleve durch und auch abgeschlossen.
    Interessant sind nur die weiter unten im Threat stehenden Ausführungen, bedingt wohl durch die Arbeit des Klever Stadtmarketing in der Fläche, wie sonst käme es wohl zu einer solchen Wahrnehmung der Stadt Kleve bei unseren niederländischen Nachbarn wie sie @4 Peter Geven hier so treffend ausführte.

    Und, um hier zitierend mit den Worten des deutschen Schriftstellers Johannes Richard zur Megede erschienen erstmalig im Roman “Modeste” aus dem Jahr 1907 dann abzuschließen:
    “Nun denn, lebet wohl, Reisende soll man nicht aufhalten”

     
  18. @26. Klaus

    Das war auch eine, meiner Fragen, in meinem nichtveröffentlichten Kommentar vom 14. Mai 2016, wie hoch die einvernehmlichen Abfindungssätze ausgehandelt wurden? 😉

     
  19. Der Marksismus war gestern, das Thema ist für Kleve ja bekanntlich durch!

    Nun hat Kleve mit Anke Haun und Nina Hangebruch gleich zwei neue City-Managerinnen.
    Die benannten Damen begleiten im Rahmen des “Integrierten Handlungskonzeptes Kleve (IHK)” bis Ende 2018 die weitere Entwicklung der Klever Innenstadt.

     
  20. @29. Manuela Verra

    Das Thema ist nicht durch!

    Man kann vermuten, es geht “Hand in Hand” mit “Noch-Klevemarketing”, mit der kleinen Absplitterung Kleve-Tourismus (wurde schon medial vorbereitet) und natürlich mit der Wirtschaftsförderung.

    Also das Mitarbeiterteam bleibt unter anderer “Firmierung”, und Frau Marks “dirigiert” NRW-weit, somit auch in und für Kleve. 😉

     
  21. @30 Nobody: Das darf doch wohl nicht wahr sein? Mit anderen Worten: Vor dem zu erwartenden “Shitstorm” hat man die Entgeltform einfach abgewandelt? Weiterhin fließt Steuergeld in diese Richtung? Nur nicht mehr über die Payroll, sondern geschickt über die Sachkosten im Bereich der Beratung? Wieder mal geschickt durch die Hintertüre manövriert? Also Ruffing, Marks – alles die gleiche Sorte Mäuse. Mit List, Tücke und Beziehungen, dafür mit äußerst zweifelhafter Leistung, Seilschaften ausgenutzt und sich eigene Vorteile gesichert. Die Made im Speck. Ekelhaft.

    Wenn das wahr ist, entziehe ich mich der Steuer, egal wie. Unerträglich so ein “Geschmiere”.

     

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