Lokalpolitik (replayed)

rd | 04. Juni 2008, 11:11 | 10 Kommentare
Vignette

Politik, das ist das langsame Bohren dicker Bretter. Das selbstlose Ringen um die besten Lösungen. Der offene Schlagabtausch mit den Gegnern. Harte Überzeugungsarbeit an der Basis. Oder anders ausgedrückt: Politik ist eine Sitzung des Sportausschusses der Stadt Kleve in Zimmer 117 des Rathauses (Auszug aus dem offiziellen Protokoll der Sitzung vom 12. 11. 07):

16 Uhr, Beginn der Sitzung

Sachkundiger Bürger Nitsch verweist auf ein Schreiben der Klever Fußballsportvereine vom 21.07.2007. In diesem Schreiben sei deutlich gemacht worden, dass der nur einmal pro Woche durchgeführte Rasenschnitt den Vereinen große Probleme bereite. Durch das schnelle Wachstum komme es dazu, dass der Rasen zu den Spielterminen am Wochenende in der Regel zu lang sei und außerdem führe das lange Schnittgut dazu, dass die Rasenflächen zu sehr abgedeckt und damit teilweise erstickt werden.

Erster Beigeordneter Haas erwidert, dass er diese pauschale Aussage für nicht angemessen halte. Das schnelle Rasenwachstum im Frühjahr dieses Jahres sei auf die ungünstige Witterungslage zurückzuführen. Hinzu gekommen sei, dass wegen eines technischen Defekts ein Mäher ausgefallen sei und es somit zu Engpässen gekommen sei.

StV. Ricken stellt fest, dass die angesprochene Problematik nicht Thema des Tagesordnungspunktes 1. der Tagesordnung sei.

StV. Bungert teilt diese Auffassung nicht.

StV. Vink möchte wissen, wie viele Maschinen für Platzpflegearbeiten im Einsatz seien.

Erster Beigeordneter Haas erwidert, dass hierfür zwei Mäher bei den Umweltbetrieben zur Verfügung stünden. Ergänzend stellt Erster Beigeordneter Haas fest, dass er die Platzsituationen im Stadtgebiet Kleve sehr gut kenne. Eine Standardänderung mit zusätzlichen Maschinen und zusätzlichem Personal komme für ihn nicht in Betracht. Er werde die Angelegenheit allerdings noch einmal aufgreifen und bei den Umweltbetrieben prüfen lassen, wie man den Einsatz der Mäher optimieren könne.

Bürgermeister Brauer stellt fest, dass ihm der Vorgang nicht bekannt sei. Er werde jedoch bei nachvollziehbaren Argumenten für eine schnelle Abhilfe sorgen. Im Übrigen sei festzuhalten, dass die Stadt Kleve gerade im Bereich der Sportförderung ein hohes Niveau leiste.

16.45 Uhr, Ende der Sitzung



Die aktuelle Milch-Anekdote

rd | 03. Juni 2008, 16:27 | 8 Kommentare

Ein sedativer Trick verhinderte die Eskalation vor den Werkstoren der Molkerei Friesland in Kalkar-Appeldorn:

Mit vereinten Kräften für den Milchpreis: Deutsche und niederländische Landwirte blockierten Montagmorgen gemeinsam die Tore zur Molkerei Friesland. Sie fordern 43 Cent pro Kilogramm Milch. Der Geschäftsführer der Molkerei, die ausschließlich niederländische Milch verarbeitet, zeigte sich solidarisch und spendierte den Bauern Trinkpäckchen mit niederländischer “Chocomel”.

So stand’s in www.derwesten.de. Zum Abschluss der Aktion reichten sich alle Beteiligten die Hände und versprachen schmunzelnd, am 11. November gemeinsam einen Käse zum Bahnhof zu rollen.



Optische Katastrophen (4)

rd | 03. Juni 2008, 13:33 | 5 Kommentare

Gebäudeansicht

Ein Blick auf das Turmcafé am Koekkoekplatz in der Klever Unterstadt, und nun muss Ortsfremden die bittere Wahrheit gesagt werden: Es handelt sich mitnichten um ein historisches, irgendwie “nett herausgeputztes” Gebäude, sondern um einen etwa 1980 errichteten (und also in der Neuzeit von einem echten Architekten geplanten und von Zeitgenossen so gewünschten) Neubau (siehe Kommentar von W.M.H.!) um die danebenste Renovierung der 80-er Jahre in Kleve. In dem Gebäude mit dem pseudopittoresken Türmchen als Reminiszenz an das Klever Wahrzeichen (oder war da schon Hybris im Spiel?) hatte lange die Volksbank Kleverland ihren Sitz, bevor die Immobilie im Zuge einer Sanierung verkauft werden musste. Das einzige, was heute noch an die Voba-Vergangenheit erinnert, ist das Klingelschild am Zugang zur Penthouse-Wohnung: Tunnissen. Das ist der ehemalige Chef, von dem sich The next generation gerne öffentlich distanziert – der aber im Dachgeschoss seines ehemaligen Verwaltungsgebäudes wohnen bleiben durfte/musste (zur Strafe?). Übrigens verkündete der aktuelle Voba-Chef Frank Ruffing kürzlich, die Zentrale seines Hauses wieder in die Unterstadt verlegen zu wollen…

Mehr zum Thema:


Weihnachtsdeko

rd | 30. Mai 2008, 23:30 | 9 Kommentare

Kein böses Wort gegen den engagierten, offenbar bienenfleißigen und hochgebildeten Nachwuchsjournalisten Thomas M., aber ist die Behauptung zu vermessen, dass es sich hier um den nutzlosesten TV-Beitrag aller Zeiten gehandelt hat?