Nationalpark Reichswald: Kreis Kleve startet Bürgerdialog

Von oben sieht's schon wie ein Dschungel aus: Der Reichswald ist als Kandidat für einen Nationalpark genannt worden (Foto: Torsten Barthel)

Sollen wir? Oder sollen wir nicht? Die NRW-Landesregierung hat bei ihrer Suche nach einem zweiten Nationalpark in Nordrhein-Westfalen unter anderem den Reichswald im Kreis Kleve vorgeschlagen. Der Klever Kreistag wird in den ersten Monaten des Jahres 2024 darüber entscheiden, ob sich der Kreis Kleve am weiteren Verfahren zur Nationalpark-Findung beteiligt. Erste Argumente „Für“ und „Wider“ sind bereits in den politischen Gremien des Kreises Kleve vorbesprochen worden. Vereinfacht gesagt, sind die Jäger und Waldbesitzer dagegen, die Naturschützer dafür. Natürlich gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Um die finale Entscheidung auf Grundlage einer möglichst breiten und ausgewogenen Informationsgrundlage beschließen zu können, erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürgern sowie Vereine, Organisationen und Interessensgruppen die Möglichkeit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und Stellung zu beziehen. So sieht es der vom Land NRW initiierte Prozess vor. Dies geschieht in einem virtuellen Bürgerdialog. 

Der Kreis Kleve nutzt dazu das Beteiligungsportal des Landes NRW. Dort ist ab sofort (04. Dezember 2023) eine erste Zusammenstellung von Informationen einsehbar. Darüber hinaus wurde ein Onlinedialog mit Fragen und Antworten speziell zum Gebiet Reichswald eingerichtet. Dieses Format bietet der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich einzubringen.

Neben den bereitgestellten Informationen können die Nutzer über ein freies Textfeld selbst Informationen einbringen oder Fragen stellen, auf die Mitarbeitende des Kreises Kleve und des NRW-Landesumweltministeriums dann antworten. So vergrößert sich nach und nach der zur Verfügung gestellte Informations-Pool. 

Interessierte erreichen das Portal über www.nationalpark.nrw.de/reichswald. Die Teilnahme ist bis einschließlich Freitag, 22. Dezember 2023, möglich. Im Anschluss bereitet die vom Land NRW beauftragte Agentur die auf diese Weise zusammengekommenen Informationen auf und stellt diese Übersicht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Zudem wird diese Zusammenfassung elementarer Teil für den Beschluss des Kreistags sein, ob der Kreis Kleve sich um einen Nationalpark Reichswald bewerben wird.

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14 Kommentare

  1. 13

    Letzte Meldung der WDR-Lokalzeit zum Nationalpark Reichswald:
    https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-duisburg/lokalzeit-aus-duisburg-oder-29-01-2024/wdr-duisburg/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNmViZmQ4N2UtNjkyOC00ZDk4LThhNTktMDY3N2FiYTNhZjZi
    Im Sprachtext wird Kleves Bürgermeister Wolfgang Gebing schnell zum Oberbürgermeister erkoren. Bis Ende März soll (im Kreistag?) entschieden werden ob JA oder NEIN. Das Thema „Trinkwasser in der Region“ müsste aber unbedingt vorher geklärt sein! (sonst beziehen wir demnächst das Wasser womöglich aus Holland, die mindere Qualität aus Emmerich oder das Abwasser des Braunkohlentagebau Garzweiler was hier in der Niers ankommt) …

     
  2. 11

    Im Kolpinghaus wurde am 4.1.24 von unterschiedlichen Referenten nun endlich einmal glasklar formuliert, wobei es beim Projekt „Nationalpark Reichswald“ in Wirklichkeit mal wieder geht, nämlich um sehr viel Geld, wie so oft auch hier mit dem Synonym Wirtschaftlichkeit umschrieben.
    Wobei Diese nun von der real produktiven Forst- und Holzwirtschaft in die fiktive Tourismus Branche umgeleitet werden soll; – und Jedem, der nicht mit Tomaten vor den Augen durch die Gegend „eiert“, augenblicklich unmissverständlich klar wurde, wer bei Alledem (mal wieder!) den Löwenanteil der Profite einstreichen wird, nämlich der, die oder das NABU mit seinen „Ranger“ geführten „Im Frühtau zu Berge“ Kohorten.
    Dessen Kreisverbands- Vorsitzender Cerf wußte zwar zu beruhigen, dass ein Nationalpark zunächst einmal „wenig“ verändere, allerdings werde man sich bemühen, möglichst viele Flächen innerhalb seiner Grenzen in „Naturschutzgebiete“ umzuwandeln. Hierin aber dürfen dann beispielsweise selbst ausgebildete Baumpfleger zur Gewährleistung der „Verkehrssicherheit“ über Wegen und anderen Flächen kein Totholz mehr entnehmen oder Sturmschäden beseitigen und zügig verhängt das (vom NABU?) herbeizitierte Ordnungsamt doch noch die (erwünschten?) Betretungsverbote.
    Diese aber gelten selbstredend nicht für „die Guten“; – und NABU, Jäger; – oder aber auch gerne Leute vom Deichverband oder Wasserbau, welche gerade mal wieder den Auwald am Rhein (auch ab Salmorth komplett unter Naturschutz) bis hoch zur Deichkante roden.
    Bezüglich eines ökologisch sinnvollen Waldmanagements überzeugt mich hingegen u.A. das 2015 von Robings über den Baumfreund David Millarch verlegte Buch „The man, who planted trees“. Dieser hatte sehr richtig beobachtet, dass nach einigen Durchforstungen, wo immer nur die stärksten und am schnellsten wachsenden Bäume entnommen werden, in „unseren Wäldern“ nur noch kümmerliche Reste mit schwachen Genen und demoliertem Immunsystem übrig bleiben würden.
    Ähnlich wie die Mammutbaum- Pioniere Sillett und Taylor in Kalifornien, welche auf ihrer klettertechnischen Suche nach den „höchsten Bäumen“ ja mit den „Gärten Eden“, oft 100 m über Grund gelegen, wie Jaques Cotsteau 30 Jahre vorher am Meeresgrund, eine bis dahin biologisch völlig unbekannte Welt entdeckt hatten, plädiert auch Millarch dafür, relativ kleine Haine (oft nur wenige Hektar groß) mit alten; – und zukünftig uralten Baumriesen bei der Durchforstung auszusparen, damit deren „Erfahrungen“ im Umgang mit beispielsweise den Klimaveränderungen in ihrer DNA und ihren Saatgut für die Nachwelt erhalten werden könnten.
    Stattdessen nun aber 5000 ha Waldfläche (plus evtl. noch weitere 4000 ha jenseits der Grenze) nach Wunsch vom NABU komplett aus der regionalen, forstlichen Bewirtschaftung heraus zu nehmen, halte ich für einen gefährlichen Irrweg. Danach müsste ja dann das Holz für Deren „ach so Klima- neutralen und nachhaltigen Holzhäuser“ von weit weg aus den Karpaten, dem Mekong- Delta oder gleich von den Regenwaldrodungen aus Brasilien herbei gekarrt werden; – Kolonialismus 2024!
    Der Ex- Vorsitzende vom NABU Kleve, Volkhart Wille, hatte sich nach dem durch „Fridays for Future“ befeuerten Hype noch schnell einen sicheren Listenplatz für die NRW-Wahl bei den Grünen besorgt und dann kaum im Landtag zügig den Etat der „Biologischen Stationen“ im Land (sämtlich in Trägerschaft „seiner Organisation“, also dem NABU) verdoppelt.
    Und angeblich liegt der NABU inzwischen auf Rang 10 bei den EU- Subventionen für die Landwirtschaft im Land!
    Beinahe „rührend“ mutete es da an, als eine Referentin vom Podium herunter das Bild von Ferienwohnungen auf umliegenden Bauernhöfen „malt“ und dann auch noch von einem möglichen Caffee schwadroniert. Als Schönstes seiner Art hatte dereinst eine andere NRW- Umweltministerin, Bärbel Höhn, das Cafe-Haus Niederrhein im Kranenburger Bahnhof gepriesen, welchen sich damals auch „Willes NABU“ unter den Nagel gerissen und Zuschüsse in Millionen- Höhe in Ausstellung usw. verbraten hatte.
    Den „Wirt“ obigen Cafes allerdings hat Wille über unsaubere Verträge in den Ruin getrieben, fragen Sie doch beispielsweise mal den Kranenburger Bürgermeister Günter Steins.
    Aber das ist natürlich lange her und wird sich beim „Nationalpark Reichswald“ sicher nicht wiederholen…

    Heiner Szubries, Kleve

     
  3. 10

    Kritik an Falschinformationen zur Nationalpark-Debatte

    Pressemitteilung: Kleve. In der laufenden Diskussion um eine mögliche Nationalparkausweisung des Reichswaldes mahnt der Klever Landtagsabgeordnete der Grünen Dr. Volkhard Wille eine Versachlichung der Diskussion an: „Es werden Behauptungen aufgestellt, die jeder Grundlage entbehren und offenkundig nur das Ziel haben, zu verunsichern und Ängste zu schüren.“
    Beispiele unter: https://volkhard-wille.de/2023/12/kritik-an-falschinformationen-zur-nationalpark-debatte

     
  4. 9

    @5

    Können Sie sich vorstellen wie es hier aussehen würde ohne Naturschutz? Alles wäre nur auf Gewinnmaximierung ausgelegt ohne einen Gedanken an eine wenigstens halbwegs intakte Umwelt zu verschwenden. Übrigens stehen hinter den Naturschutzverbänden ebenfalls Bürger. „ die Politik als Instrument gegen die Bürger zu missbrauchen „ was unterstellen Sie eigentlich den Naturschutzvereinen ? Ist das Ihrer Meinung nach so etwas wie die Mafia?
    „ die tätigen Naturschützer sind die Grundbesitzer …… für die nächsten Generationen bewirtschaften „ bewirtschaften bedeutet nicht erhalten und schützen sondern Gewinn erwirtschaften. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, sie setzen das gleich, das trifft nicht zwangsläufig zu!

     
  5. 8

    @6 Glaube, Sie wissen, wie ich es meinte. Ich habe nichts gegen Bahnhofsdächer, auch nicht gegen Blumenbeete etc.

    Im Gegenteil. Aber in 3 klingt es so, als sollte man sich damit dann zufrieden geben.

     
  6. 7

    @5 Der Reichswald ist ein Staatsforst und bliebe das auch, wenn er Nationalpark würde.

     
  7. 6

    @4

    (gibt es auch nur noch selten an kleineren Bahnhöfen)

    In den Niederlanden fast überall !

    Und da Sie rchtig schreiben dass bis 2023 eh nicht mit verlässlicehen Zügen zu rechnen ist, machen Bahnhofsdächer Sinn.

    Sonst könnte man sich ja auch fragen warum es sie überhaupt mal gegeben hat.

    Blumenbeete und Bahnhofsrestaurants braucht auch kein Pendler. Zeigen aber, was uns das System Bahn damals wert war.

     
  8. 5

    Kein Nationalpark!
    Nachdem die Naturschutzvereine und deren Ideologie sich immer mehr zu verselbständigen scheinen und die Politik als Instrument gegen die Bürger versuchen zu missbrauchen, würde ich als Bundesland das Heft nicht aus der Hand geben. Tätige Naturschützer sind die Grundbesitzer, die diese Flächen seit Generationen und für weitere Generationen bewirtschaften und nicht diejenigen, die sich kurzfristig versuchen mit „revolutionären“ Ideen in den Vordergrund zu spielen um dann, wenn’s (vorhersehbar) schief geht, die Hände in Unschuld zu waschen. Kein Nationalpark!

     
  9. 4

    @3 Zug-gereist

    Den ICE Halt Emmerich gab es schon.

    Pendler brauchen keine überdachten Bahnsteige (gibt es auch nur noch selten an kleineren Bahnhöfen), sondern Züge, die sie verlässlich zum Arbeitsplatz bringen.

    Damit ist laut NRZ-Bericht bis 2030 nicht zu rechnen.

     
  10. 3

    Naja, ICE-Halt Emmerich natürlich wünschenswert, aber da sollte man auf dem Teppich bleiben, der wird nicht kommen…allein die alte Überdachung der Bahnsteige wiederherzustellen in Kleve und Emmerich wär ja schon mal n Fortschritt, zusätzlich pünktliche Züge, und dann kann man ja weiter gucken.

     
  11. 2

    Eine funktionierende RE10-Strecke und ein ICE-Halt Emmerich wären schön.

    Und ein Nationalpark Reichswald.