Ingo Marks: Gründergeist hoch acht im Herzen der Stadt – die Erfolgsgeschichte von Tobacco & more (&more)

rd | 04. März 2020, 16:43 | 16 Kommentare
Ingo Marks (Mitte) mit seinen Mitarbeitern Kaja Nintkewitz und Peter Kromwyk
Neuer Standort: Nach dem Umzug ist die Filiale direkt am Elsabrunnen zu finden, gleich neben der Eisdiele

Die mit Abstand schönste Gründer-Geschichte aus der Stadt: Ein Zeitschriftenladen zieht um, ein Blumenladen kommt, eine Poststelle eröffnet – und dahinter steckt ein Mann!

Vielleicht braucht man einmal das Gefühl, dass alles vorbei ist, um die Energie zu entwickeln, die nötig ist um ein Geschäft zu gründen. Und noch eins. Und noch eins. Das ganze bis, je nach Zählweise, sieben oder acht. Ingo Marks, der eigentlich Bauzeichner werden wollte und studierte, sah sich vor einigen Jahren mit der Diagnose Krebs konfrontiert. 2011 galt der Mann aus Kleve dann als geheilt. Man sieht das Leben mit anderen Augen. „Ab da“, so sagt Marks, „hatte ich immer Bock auf mehr. Ich habe einfach nicht mehr aufgehört.“ Weiter, immer weiter – Geschäftstüchtigkeit als Ausdruck von Lebenshunger.

30 Jahre war er alt, als er die Krankheit überstanden hatte, und seit 2006 schon betrieb er in Kleve ein Geschäft für Spiele. Genauer gesagt für fantasievolle Gesellschaftsspiele, die auf Spielfeldern so groß wie Tischplatten betrieben werden können. „Table top“ heißt das Genre, und das schöne daran ist, dass diese Spiele (z. B. Warhammer 40.000) keinen Computer benötigen, sondern die Menschen zusammenbringen. Nicht nur virtuell, sondern tatsächlich. Die Spieler sitzen an einem Tisch.

Sich selbst Konkurrenz machen – besser nicht!

Zunächst hatte das Geschäft mit dem Namen Playmore Fantasy seinen Sitz an der Hoffmannallee, gleich vorne links, dort wo heute das Lebensmittelgeschäft Damascus seine Waren anbietet. 2008 erfolgte der Umzug in die Hagsche Straße in das Ladenlokal neben der ehemaligen Metzgerei Schroer. In seinem Metier ist Marks am Niederrhein ein Unikat, er betreibt das einzige auf Spiele dieser Art spezialisierte Geschäft bis rheinaufwärts nach Krefeld. Eine Filiale zu eröffnen, das jedoch wollte er nicht – warum sich selbst Konkurrenz machen?

Die Möglichkeit, die seinem unbändigen Wachstumsdrang eine neue Richtung gab, eröffnete sich 2016. Damals wollte Christel Loock ihren Zeitschriftenladen an der Stechbahn aufgeben und suchte einen Nachfolger. „Das kann ich“, sagte sich Marks und übernahm das Geschäft, das sich fortan Tobacco & more nannte. Zwei Jahre später kamen der Zeitschriftenladen von Astrid Bossmann („Pfeifenstube“) in der Unterstadt und ein weiterer Kiosk in Kalkar am dortigen Rewe-Markt hinzu. Im vergangenen Jahr eröffnete Marks eine Tobacco-&more-Filiale im Action-Markt an der Emmericher Straße. Stand Ende 2019 also: fünf Geschäfte. Aber noch lange nicht genug.

Mit dem Kiosk an den Fischmarkt

Zu Beginn des Jahres fällte Marks die Entscheidung, mit seinem ersten Zeitschriftenladen aus der versteckten Ecke eingangs der Stechbahn mitten ins Zentrum an den Fischmarkt überzuwechseln. Dort hatte ein Geschäft für Handyreparaturen die Segel gestrichen. Seit gestern ist das Geschäft geöffnet, derzeit werden die Regale noch befüllt. In der Filiale arbeiten Peter Kromwyk (33) und seine Lebensgefährtin Kaja Nintkewitz (27) – die beiden sind Ingo Marks seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden und haben sich beim Besuch einer Spielemesse kennengelernt.

Domino-Effekt

Der Umzug löst in der Stechbahn und in der Folge auch in der Hagschen Straße einen regelrechten Domino-Effekt aus. Zunächst einmal stand das Ladenlokal des Kiosks an der Stechbahn leer – doch Marks behält die Geschäftsräume, um dort Anfang April ein Blumengeschäft zu eröffnen. „So etwas fehlt in der Stadt“, hat er erkannt – und damit sicherlich eine Marktlücke entdeckt. Es ist anzunehmen, dass viele Stadtmenschen ihm diese Entscheidung danken werden.

Ebenfalls im Frühjahr wird Marks auch seinen Spieleladen „Playmore Fantasy“ näher ans Zentrum rücken. Für dieses Geschäft hat der Unternehmer die leer stehenden Räume, in denen sich früher Apollo-Optik befand und zuletzt ein BMW-Mini-Pop-up-Store, angemietet. Mehr Platz für ein florierendes Geschäft. Für die Hagsche Straße wäre dieser Wechsel ein Nullsummenspiel, wenn Marks nicht auch schon für den ursprünglichen Standort neue Pläne hätte: Dort soll eine vollwertige Postfiliale eröffnen, die zugleich auch Souvenirs aus Kleve vertreiben wird.

„Mal was anderes als ein Nagelstudio“

„Das ist mal was anderes als ein Nagelstudio“, sagt Marks und lacht. Selbstbewusst schiebt er hinterher: „Ich mache einiges für die Stadt.“ Stimmt – und das alles komplett aus Eigeninitiative.

Doch der Gründergeist beschränkt sich nicht allein auf den stationären Handel, wo der Klever bald – alles eingerechnet – sieben Geschäfte betreibt. Auch ein online-Shop, über den Teile des Sortiments in alle Welt verschickt werden können, ist in Vorbereitung. „Wir haben gemerkt, dass gerade in diesen Wochen der Online-Versand stark zugenommen hat“, so Marks.

Womit wir dann bei acht geschäftlichen Unternehmungen angelangt wären. Und es beschleicht einen das Gefühl, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.

kleveblog wünscht Ingo Mark und seinem Team viel Erfolg und meint: Solche Geschäftsleute müssten aufs Podium, wenn Unternehmerpreise verliehen werden – und nicht die üblichen Verdächtigen!

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16 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 16. Martin Fingerhut persönlich

    den 3 von der (Tabak)TankStelle :
    viel Erfolg !

     
  2. 15. Andreas Bulkens

    [@A.B. Auch dieser Kommentar enthält nicht beweisbare und falsche Tatsachenbehauptungen. Beispielsweise mag es zwar auch eine Kette namens Tobacco & more geben, die aber hat nichts mit den Unternehmungen von Herrn Marks zu tun.]

     
  3. 14. Steve Bay

    Nun ja: geraucht, getippt und Pakete und sonstiges wird immer verschickt. Warum auch nicht noch einen Blumenladen. Man sollte das Lied “Schenk’ mir keine Rosen (wenn ich Liebe brauch’) zu wörtlich nehmen 🙂

    Der Hr. Marks scheint ja objektiv betrachtet, gut Kohle zu haben, wenn er das alles allein ohne Fremdkapital, gestemmt bekommt. Allerdings muss man langfristig denken und man muss, einen langen Atem haben. Das geht unter Umständen, nur bei Nichtrauchern. Kleiner Scherz. Nun ja: Jeder hat sein Päckchen im Leben zu tragen: Vielleicht bis nach Tobacco in Kleve ? Viel Erfolg.

    Meine Meinung!

     
  4. 13. Joseph Johann

    Bravo, Herr Marx hat Mut und Ideenreichtum. Diese kleinen Dienstleister sind die Würze in einer Stadt mit hauptsächlich Kettenfilialen; die dann zum Teil auch noch krank sind. Es sind schon reichlich unternehmergeführte Geschäfte weggefallen. Die Gründe sind vielfältig. Ob der Einsatz einer Citymanagerin Erfolg bringt, ist sehr zweifelhaft.

     
  5. 12. T&M

    @rd

    Ja, kann man. 😉

     
  6. 11. Klever

    @ 10
    Sicher sind andere Geschäfte für die Klever Innenstadt wichtiger als ein Kiosk. Aber fragen Sie mal die Betreiber der Geschäfte…. Jeder will kleinteilige schöne individuelle und am besten Inhabergeführte Geschäfte für ein gewisses wohlfühlgefühl in der Stadt. Die Realität sieht hier leider andes aus. Horrende Mieten von raffgiereigen Eigentümern (z.B. ehemals Cafe Lust / 30€ qm), eine Stadtverwaltung die mehr Steine in den Weg legt als in der Chinesischen Mauer verbaut sind (Parkplatzablöse, Genehmigungen, Gestaltungssatzung, Gewerbesteuerhebesatz etc….), ein an penibilität kaum zu übertreffender Kreis (z.B. Vorraussetzzungen für das zubereiten von Speisen in Kleinstgewerben), einem Wirtschaftsförderer der von t…. und bl…. keine Ahnung hat und sich blindlings auf die IHK (die nächsten Geldgeier) Gutachten verlässt und dessen Lieblingssatz “Kleve braucht mehr Gastronomie um attraktiver zu werden” lautet.
    diese beispielhaften Faktoren, und natürlich auch noch viele andere führen langsam dazu, das Kleve nach und nach vor die Hunde geht.
    Nicht zu vergessen die immer größer werdende Internetkonkurrenz. Die vielgelobte Zentralitätskennziffer wird nur mit Schnaps, Lebensmitteln und Böllern erreicht.

    Demnach kann man vor jedem Unternehmer der IM EIGENEN RISIKO (MIT EIGENEM GELD) (OHNE KONZERN IM RÜCKEN) nur den Hut ziehen das er sich diesen Wahnsinn antut.

    Ich glaube nicht das sich einer der Leser hier nur im entferntesten vorstellen kann was es heutzutage kostet (Auch an Nerven) ein Einzelhandelsgeschäft zu führen. Neben den exorbitant gestiegegenen Personalkosten (hauptsächlich Lohnnebenkosten… und…. der Chef ist niemals krank) und den seit Jahren wachsenden buchhalterischen Aufwand ist es inzwischen auch eine Zumutung wie viele Kunden mit den Mitarbeitern in den Geschäften (auch in der Gastronomie) umgehen.

     
  7. 10. Lohengräm

    @6rd

    Ganz unrecht hast Du sicherlich nicht. Aber ich halte andere Geschäfte als Kioske in der Innenstadt für wesentlich wichtiger. Und ein Kiosk im Zentrum ist nicht unbedingt ein Aushängeschild für die Lebensqualität in einer Stadt.

    Kann man da wenigstens Pakete abgeben und annehmen und Briefmarken oder Fahrkarten kaufen?

     
  8. 9. ???

    Auch als Nichtraucher kann man Eigeninitiative in und für Kleve nur als positiv sehen.
    Der Mut, nicht aufzugeben und sich selbst etwas aufzubauen, soll auch belohnt werden!

    Jeder Raucher raucht, meines Wissens die “Sargnägel” freiwillig ……… 😉

     
  9. 8. Guenther Hoffmann

    3.) Rauchen ist tödlich ? Na und 🙄 …das Leben auch. 👍🏼 😁..🍻

     
  10. 7. Mäuschen

    Das ist ein schön zu lesender Artikel und ich freue mich über die neuen Geschäfte. Als Werbung bezeichne ich diesen Artikel nicht, sondern als Portrait über einen fleißigen Geschäftsmann.

     
  11. 6. rd

    @Lohengräm Ich halte es für eine gute Sache für die Stadt, wenn sich jemand engagiert. Wohlgemerkt, auf eigenes Risiko und nicht mit anderer Leute Geld.

     
  12. 5. Nathalie Hurkens

    Immer wieder belustigend, wenn nicht sogar traurig das dieser Artikel als Plattform genutzt wird.

    Vielleicht erstmal überlegen, bevor man lügen verbreitet. 😉
    @Herr Bulkens

     
  13. 4. pietje puh

    @1 Ist das nicht Rufschädigung?

     
  14. 3. Lohengräm

    Dieser ungewöhnlich werbende Artikel wundert mich auch für den kleveblog….da kann man sich über RP-Veranstaltungen in Weeze wohl nicht unbedingt mokieren….

    BTW: Rauchen ist tödlich.

     
  15. 2. Rainer

    Und? @rd + 1. Ist jetzt Ingo gut oder böse? Ich find man sollte Ihn lassen. Ungereimtheiten im Beschäftigungsverhältnis können geregelt werden. Keiner muss (sollte) sklavischuntertan sein Brot für sich und die seinen verdienen. Das ist einem demokratischen Kapitalismus unwürdig

     
  16. 1. Andreas Bulkens

    [… Diesen Kommentar schaue ich mir noch mal etwas genauer an. @Andreas Bulkens Es gibt auch eine andere Darstellung des Sachverhalts…]