Ganz schön grasslich: Die allmähliche Verhülsmannisierung der RP

rd | 12. November 2018, 09:52 | 17 Kommentare
Immer da, immer innovativ, immer charmant – und mittelfristig auch ein paar „Aqua-Solar-Dörfer“: Friedhelm Hülsmann (Foto: Thomas Velten)

Die Volltextsuche bringt es an den Tag: Alle Architekten in Kleve heißen Friedhelm Hülsmann – und sie leisten immerzu Außerordentliches, Hervorragendes, Spannendes und Innovatives, und dies auch noch im Zeit- und Kostenrahmen. Eine kleine Blütenlese der Veröffentlichungen in der Rheinischen Post über die in Kleve tätigen Friedhelm Hülsmänner, anlässlich des jüngsten Berichts (Rauer: „Wir haben den Mut“):

… für die innovative Anlage, die das Architekturbüro HülsmannThiemeMinor gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal und Investor Loo[c – Anm. d. Red.]k Erd- und Tiefbau GmbH entwickelt hat (RP, 09.11.18); eine Innovation, die der Klever Investor Udo Tjaden hier zusammen mit seinem Projektentwickler Jan Holtfester und den Architekten Hülsmann-Thieme-Minor geschaffen hat (RP, 18.09.18); Architekt Friedhelm Hülsmann hat für einen Holzprofi in Schneppenbaum ein Holzhaus geplant – fern jeder Blockhausromantik (RP, 22.07.17); das Klever Architekturbüro Hülsmann/ Thieme/Minor hat neu geplant (RP, 11.05.17); wie berichtet, haben die Architekten das einst von Hülsmann als „Fünffingermodell“ vorgestellte Gedankenkonstrukt für den Minoritenplatz weiterentwickelt (RP, 01.04.17); ein Haus mitten auf dem See. Dieser Wohntraum könnte sich in Kleve erfüllen. Architekt Friedhelm Hülsmann stellte bei der Zukunftswerkstatt von RP und Volksbank Kleverland dieses Projekt vor (RP, 18.03.17); mit dem Fünf-Finger-Modell für den Minoritenplatz gelang es den Klever Architekten Hülsmann und Thieme zusammen mit ihrem Hamburger Kollegen Ekkehard Voss, die verfahrene Diskussion um den Minoritenplatz aufzubrechen (RP, 11.03.17); von Hülsmann&Thieme Architekten Penthouse-artige Lofts gebaut, die jetzt über den Ateliers der dortigen Künstler liegen (RP, 14.10.16); Grundlage der Diskussionen über diese mögliche künftige Bebauung des Minoritenplatzes bleibt das Fünffingermodell von den Architekten der Hochschule (die auch mit ihren städtebaulichen Qualitäten überzeugen) Hülsmann & Thieme und Ekkehard Voss (RP, 01.07.16); freut sich über den Erfolg natürlich Architekt Friedhelm Hülsmann, der hofft, dass es mittelfristig in Kalkar und auch in Kleve zu „Aqua-Solar-Dörfern“ kommen wird (RP, 20.06.16); ein konkretes Investoren-Konzept, das Bernd Zevens als Lösung nach dem Fünffingermodell von Hülsmann&Thieme dem Rat unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf der Wasserburg vorgestellt hatte (RP, 11.06.16); holte sich Zevens den Mann ins Boot, der vor dem Wirtschaftsforum Kreis Kleve die Diskussion um die Bebauung des Platzes in halbwegs ruhiges Fahrwasser brachte: den Klever Architekten Friedhelm Hülsmann (RP, 06.06.16); „Kleve entwickelt sich […]“, sagt Friedhelm Hülsmann von Hülsmann & Thieme Architekten in Kleve (RP, 31.05.16); „mit dem Klever Büro Hülsmann&Thieme haben wir eine charmante Idee für den Klever Minoritenplatz entwickelt – ganz ohne Investorendruck“ (RP, 28.05.16); der Klever Architekt Friedhelm Hülsmann geht einen Schritt weiter: Er macht in einem Neubau einen Wohnversuch für neue Wohnformen mit der Caritas als Partner (RP 25.05.16); ursprünglich hatte Friedhelm Hülsmann einen Plan mit fünf dieser „Punkthäuser“ vorgestellt (RP, 01.02.16); Architekturbüro Hülsmann&Thieme bekam für die Passivhaus-Studentenwohnheime der Hochschule in Kleve auf der anderen Kanalseite die Anerkennung als Klimaschutzsiedlung (RP, 12.11.15); immerhin wurde der erste Bauabschnitt mit dem bunten Kubus vom damals planenden Klever Büro Hülsmann&Thieme umgesetzt (RP, 21.03.15); gemeinsam stellten Voss und Hülsmann in einem reich bebilderten Vortrag vor knapp 100 Zuhörern im Hörsaalzentrum der Hochschule Rhein-Waal ihre Ideen vor (RP, 12.12.14); „die Lage ist perfekt[…]“, schildert Friedhelm Hülsmann vom Architekturbüro Hülsmann & Thieme (RP, 19.11.14); für die Realschule an der Hoffmannallee gibt es Planungen von Hülsmann&Thieme, die nach und nach umgesetzt werden könnten (RP, 30.06.14); im Vorfeld hatte auch der Klever Architekt Friedhelm Hülsmann spannende Ideen-Eckpunkte für eine Bebauung des Platzes gesetzt (RP, 09.0514); ausgeführt haben die Klever Architekten Hülsmann und Thieme den Bau, die Zeit- und Kostenrahmen eingehalten haben (RP, 27.03.14); Architekt Friedhelm Hülsmann begrüßt die Senkung der Gebühren: „Grundsätzlich ist das gut“ (RP 12.02.14); das hatte auch […] der Klever Architekt Friedhelm Hülsmann […] so gesehen: „Der Umweg hat sich gelohnt. Das ist sehr ansprechend, was wir heute hier sehen“

Einen Kommentar schreiben





17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. ???

    @16. Martin Fingerhut

    Herr Fingerhut, das haben Sie gut erkannt! 😉

     
  2. 16. Martin Fingerhut

    @ 10. ???
    ### wer für die nächste Kommunalwahl gefördert, befördert, befeuert, wirkungsvoll und werbewirksam für die vermeintliche Mehrheit, hervorgehoben wird ###
    Sie brauchen nicht länger zu warten,
    eine Reichlich Peinliche Zeitung liefert grassliches täglich :
    https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleverland-manfred-palmen-fuehrt-die-senioren-union_aid-34462673

    Wird auch bei Ihnen mitten im Text ein GruppenFoto der SU angezeigt
    – als „ANZEIGE“
    sprich : „WERBUNG“
    Bezahlt die SU dafür ?
    ( Stand „SU“ nicht mal für “ Suff jet Union “ [ Konrad Adenauer ] ? )

     
  3. 15. Niederrheinstier

    @6 Klaus – zu Ihrer Pferdestärke, äähhh zu Ihrem Postscriptum, mmuuuuhh
    Wundert Sie das, dass bei an eine bestimmte Fakultät der HSRW gerichtete Anfragen, die lukrativ zu sein und die Möglichkeit für Zusatzverdienste zu haben scheinen, sich stets die gleichen Protagonisten als ausgewiesene (nein, ich meine nicht aus ihren vorherigen Beschäftigungsverhältnissen, mmuuuuh) Fachleute in den Vordergrund drängen, mmuuuuuh? Scheint so, als dass es in dieser Fakultät ein Klüngelgrüppchen gibt, das weiss, wie es ich die Bälle zuspielen muss, um an die Sahne zu kommen, die ja bekanntlich aus Kleve kommt (altes Unilever-Werbesmotto), mmuuuuh. Für manche Anfrager kann das leider zu der unerfreulichen Nebenwirkung führen, dass sie nicht den bestmöglichen Rat von den tatsächlichen Knoff Hoff-Trägern erhalten, aber dafür trotzdem Ressourcen verwenden müssen, mmuuuubuuuuh. Auch hier lohnt es sich, wie auch sonst so oft, etwas genauer hinter die Fassaden zu schauen, mmuuuuuh. Sonst kann es später zu ganz schön viel Frust kommen, wie bei dem recht vertrauenswürdigen Anfrager, der mir genau das gesteckt hat, mmuuuuhh.

     
  4. 14. Kleefse Jong

    „Grasslich“, welch wunderschöne Wortcreation.

    Architekten dürfen keine Werbung betreiben.
    Aber sie können natürlich nicht verhindern, dass die örtliche Presse nur über sie berichtet.

    In der Klever Sportberichterstattung gibt es ebenfalls ein großes Ungleichgewicht zugunsten von Fußball und Tischtennis.
    In der wievielten Liga spielt eigentlich der FC? Weiß der Durchschnittsklever die Antwort?
    Selbst über die Kreisliga B wird zeitnah montags berichtet und Tischtennis folgt meist am Dienstag.
    Das hat Kleve einem anderen großen Sportjournalisten und Karnevalsprinzen zu verdanken.

    In anderen Disziplinen sieht es dagegen eher mau aus.
    Da kann man große Erfolge erreichen, internationale Titel gewinnen, Profis und Olympiateilnehmer besiegen.
    Die RP berichtet nicht zeitnah, sondern Wochen später.

    Vergleichen wir mal Kleve mit Bocholt.
    Die Bocholter Presse berichtet bei einem großen Erfolg auf Seite 1 im Lokalteil, nicht hinten im Lokalsport.

    In Bocholt bekommt man nach einem großen internationalen Erfolg einen mehrstündigen Festakt mit Ehrung auf einer Bühne auf dem Rathausplatz, eine Eintragung ins goldene Buch der Stadt, Ansprachen vom Bürgermeister, den zuständigen Amtsleitern der Stadt, vom Kreis und auch einem Dezernenten aus dem NRW-Ministerium, abgewechselt mit Auftritten von einem Chor und Jazzband vor ca. 3.000 Besuchern.

    Kleve ist aber unsere Heimatstadt. Hier erhielten wir einmal (!) eine Einladung zum Kaffeetrinken mit dem Bürgermeister. Dauerte ungefähr ne halbe Stunde und fühlte sich am Ende peinlich an.

    Die Bocholter Presse berichtet spätestens 3 Tage später über Erfolge.
    In Kleve dauert es aktuell voraussichtlich mehr als einen Monat bis die RP Platz für einen Artikel hat.
    Und der Journalist entschuldigte sich heute noch dafür.

    In Bocholt gibt es in unserer Sportart wenige Tage später Radiointerviews, auch für Erfolge wie den Aufstieg in die zweite Liga (nicht Fußball) und die Qualifikation zur WM.
    In Kleve? Fehlanzeige.
    Sportberichterstattung sonntags auf Antenne Niederrhein.
    Ich höre immer nur Fußball…

     
  5. 13. Chewgum

    @12 JJ Nee, mit der Bildzeitung kann man die RP nicht vergleichen

     
  6. 12. Joseph Johann

    Ich gehe davon aus, dass Herr Grass die hier beschriebene Angelegenheit verfolgt. Somit sollte er meiner Empfehlung folgen und das Buch „Architektur ist Glücksache“ von Professor Gerhart Laage lesen. Es ist im Beton-Verlag erschienen und 1997 bei B.o.s.s Druck und Medien, Kleve gedruckt worden.

    Seine journalistischen Ergüsse in der RP mag ich nicht beurteilen. Jeder kann für sich entscheiden, welches Geschreibsel er lesen will. Ich empfinde, dass die Qualität der RP gewaltig nachgelassen hat. Allein die Aufmachung erinnert manchmal an die Zeitung mit den großen Buchstaben. Große Bilder, wenig sagende Texte.

     
  7. 11. Chewgum

    @5 Benno Sie meinen also Journalisten, die auf der ‚richtigen‘ Seite stehen und investigativ vorgehen, die Wahrheit ans Licht bringen wollen … so wie CNN-Korrespondent Jim Acosta. Der darf nun nicht mehr ins Weiße Haus. Ich sehe es genau wie Sie, solche Leute brauchen wir … leider bewegen wir uns in Zeiten, in denen Journalisten mit immer mehr Anfeindungen konfrontiert sind. Ok, das bräuchte man in Kleve wohl nicht zu befürchten.

    @8 Sollte Matthias Grass das wirklich gesagt haben, war es nicht besonders schlau

     
  8. 10. ???

    Ich bin schon gespannt, wie durch wen, wer für die nächste Kommunalwahl gefördert, befördert, befeuert, wirkungsvoll und werbewirksam für die vermeintliche Mehrheit, hervorgehoben wird ……….. 😉

     
  9. 9. otto

    @6.Klaus,

    innovativ waren, als die erwähnten Personen noch den Kindergarten besuchten, die schwimmenden Häuser
    bei unseren niederländischen Nachbarn.

    Es fehlt diesen Leuten nicht nur der Weitblick, auch die Nähe zu beachten bleibt ihnen auf Grund ihrer
    starken Kurzsichtigkeit anscheinend verwehrt.

     
  10. 8. Jens-Uwe Habedank

    Bereits 2010 erzählte mir Hr. Grass auf Nachfrage ins Gesicht: “ Ich schreibe das, was die Mehrheit meint“ – Gemeiint waren Ratsmehrheit und Verwaltung.

     
  11. 7. rd

    @Klaus Danke für diese ergänzenden Informationen!

     
  12. 6. Klaus

    Zum RP-Artikel vom 09.11.2018 über die Zukunftswerkstatt der Volksbank Kleverland ( https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-wohnhaeuser-am-wasser-auf-auskiesungsflaechen_aid-34391537 ) sei folgendes angemerkt.

    Die Ratsvertreter und Ausschußvorsitzenden Bay und Gebing sollten explizit darauf achten, dass hier ausschließlich eine Wohnraumnutzung für den langfristigen EIGENBEDARF zugelassen wird. Das hochgejubelte Projekt („innovative Anlage“, „Keimzelle für etwas Großes“, „Forschungsprojekt“, „nahezu unbestelltes Feld“, „bundesweit Vorreiter“) ist technisch gesehen ein alter Hut. Hier muss lediglich ein Baurecht auf Wasser gewährt werden. Die schwimmenden Häuser kann man bereits kaufen, da muss nichts mehr erforscht werden, da ist nichts innovativ.

    Sehr beliebt ist die Nutzung dieser Wohnform zu gewerblichen Freizeitzwecken, sprich FERIENHÄUSER. Für Investoren eine lukrative Investition und im Falle von Baggerseen ein doppelter Gewinn. Erst den Rohstoff ausbeuten und dann am Hausverkauf oder der Ferienhausvermietung profitieren. Aber wollen wir tatsächlich eine Ferienhaussiedlung? Damit entsteht keine EinfamilienhausWohnraum für Klever Bürger!

    Für die Kommune übrigens auch ein lukratives Geschäft, kassiert sie doch 6,5% Grunderwerbsteuer und jährliche Grundsteuern und Abgaben, für eine Gebiet das eigentlich nicht mehr nutzbar war.

    Dazu ein interessanter Artikel:
    https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article145818741/Schwimmende-Ferienhaeuser-sind-der-neue-Anlage-Hit.html

    P.S. Auch hier wieder eine interessante Nähe der beiden ScientificFresher-Gründer Brantiedt zu gewerblichen Projekten.

     
  13. 5. Benno

    @ 4 Chewgum: Es gibt Journalisten, die sich nicht in Ihr Handwerk reden lassen und solche, die einen auf „guten Kumpel“ machen.

    Presse heißt für mich, unabhängige und OBJEKTIVE Berichterstattung und Mut auch mal mit seinem Bericht anzuecken. Vielleicht als Beispiel die Pressekonferenz zu den Midtherm-Wahlen in den USA. Ein Reporter ließ nicht locker, Trumpy-Humpy nach einem Zwischenergebnis der Russland-Untersuchungen zu fragen. Das Resultat konnten wir auf den Bildschirmen verfolgen und später in der Zeitung nachlesen.

    Ich wüsste nicht, welcher RP-Mitarbeiter so hartnäckig bei irgendwelchen Themen, die die Klever Bürger bewegen, nachgeforscht und darüber kritisch berichtet hat. Sei es Rathausbau, Minoritenplatzbebauung, Sontowski, CDU-Geplänkel Gebing/Jansen, Hotel 130 versus Hausbau in Keeken-130cm gegen 20cm höheres Dach, aktuell Hochschule… Es waren in meinen Augen „Weichspüler“-Berichte, sorry…

    Benno

     
  14. 4. Chewgum

    @Benno Von wem soll die RP diesen Auftrag haben?

     
  15. 3. Cleverer Klever

    @2 otto

    Ist der Verfasser dieses Blogs hier ja auch nicht… 😉

     
  16. 2. otto

    @1.Benno,

    unabhängig war gerade die Klever-Lokalpresse noch NIE.

     
  17. 1. Benno

    Wenn ich diese Auflistung lese, kommt es mir wirklich so vor, als hätte die Kreisstadt Kleve nur einen Architekten.

    Wenn ich nun noch das Interview von Prof.Krieg zu den Vorkommnissen in der Hochschule in der RP lese, die ganze Geschichte vom Rathausbau sowie Sontowski, bekommt der Begriff Fake-news einen ganz neuen Begriff.

    In meinen Augen verkommt die RP zur PR-Maschinerie verschiedener Interessengruppen aus Kleve und entfernt sich immer mehr von dem eigentlichen Auftrag einer unabhängigen Presse.

    Benno