Evangelische Stiftung: Betreuungsassistentinnen klagen gegen Heimleitung

rd | 13. November 2018, 16:06 | 34 Kommentare
Termin in der Burg: Acht Betreuungsassistentinnen der Evangelischen Stiftung klagten vor dem Arbeitsgericht gegen die Veränderung der ihrer Arbeitszeiten

„Der Arbeitgeber ist der Chef. Punkt.“ Sätze wie dieser, gesprochen von der Arbeitsrichterin Gabriele Terfrüchte, fielen an diesem Mittag gleich mehrfach im Saal B 207 der Klever Schwanenburg. Sie machten deutlich, dass die Juristin den Fall an sich für so klar beurteilt, dass schon ein Jurastudent in frühen Semestern zu einer richtigen Lösung käme. Der Arbeitgeber hat das Recht, die Lage der Arbeitszeit zu bestimmen. Der Arbeitgeber hat das Recht, ein Organisationskonzept zu ändern. Und der Arbeitgeber hat das Recht, auch weniger gute Entscheidungen zu fällen. Ist zwar blöd, darf er aber. 

Dennoch dauerte der Sitzungstermin am Dienstag unter dem Dach der Schwanenburg mehr als eine Stunde, es wurde diskutiert und widersprochen, es wurden Vermittlungsversuche erwogen und verworfen. Insofern war die Verhandlung weniger eine juristische Lehrstunde und vielmehr die Dokumentation einer schleichenden Entfremdung, die sich wie ein Gift in eine Organisation gefressen hat. Und sie bot zugleich einen Einblick darin, wie es am Ende der Wertschöpfungskette in der Seniorenbetreuung zugeht, dort, wo „am Menschen“ gearbeitet wird.

Die Kläger waren acht der zwölf so genannten Betreuungsassistentinnen der Evangelischen Stiftung an der Hagschen Straße. Sie verrichten mit den 120 Bewohnern der Einrichtung Tätigkeiten, die nicht in den pflegerischen Bereich gehören, das heißt, sie unternehmen beispielsweise Spaziergänge mit den Senioren, sie singen und spielen, backen und kochen mit ihnen. Morgens gab es früher eine Zeitungsrunde, am Wochenende standen Besuche auf dem Markt oder in der Kirche auf dem Programm.

Vieles davon sei nun nicht mehr möglich, klagten die Betreuungsassistentinnen – seit die Leitung der Evangelischen Stiftung die Arbeitszeiten verlegt habe. Ursprünglich waren die Dienste der Frauen, die allesamt in Teilzeit arbeiten, über die gesamten Tagesstunden verteilt. Im Zuge einer Neukonzeption teilte der Leiter der Einrichtung, Holger de Lange, seinen Mitarbeiterinnen am 19. September mit, von November an erfolge die Betreuung der Senioren nur noch in den Nachmittagsstunden zwischen 15 und 19 Uhr.

Der Richterin erklärte der Rechtsvertreter der Evangelischen Stiftung, Dr. Werner Neyen, warum dies nötig gewesen sei. Es habe Beschwerden von Angehörigen und vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) gegeben, dass zu viele Betreuungsangebote ausgefallen seien. Mit der Bündelung auf den Nachmittag habe die Leitung versucht, wieder Verlässlichkeit herzustellen. Als die Veränderung auf der Teamsitzung angekündigt worden sei, habe es auch keinen Widerspruch gegeben. Dass man sich nun vor Gericht begegne, darüber sei sein Mandant „verwundert“.

Unmittelbar nach der Entscheidung hatte de Lange allerdings einen mehrwöchigen Urlaub angetreten. Seine Vertreterin bekam sehr wohl etwas von dem Unmut in der Belegschaft mit, wollte diesen aber lediglich in Einzelgesprächen abarbeiten. Daraufhin gingen die Betreuungsassistenten zum Anwalt Helmut Mühlenbäumer, der für die acht Assistentinnen Klage beim Arbeitsgericht einreichte.

Denn mit der Neufestlegung der Arbeitszeit brach für die Mitarbeiterinnen, die alle schon seit vielen Jahren in der Evangelischen Stiftung arbeiten, ein wohlaustariertes Modell zusammen. Beispielsweise ließen sich die neuen Arbeitszeiten nicht mit weiteren Teilzeit-Jobs unter einen Hut bringen. Eine alleinerziehende Mutter klagte: „Meine Kinder sehen mich überhaupt nicht mehr. Ich arbeite nun schon seit 25 Jahren hier, aber jetzt weiß ich nicht mehr weiter.“

Die Schilderungen weiterer Mitarbeiterinnen legten zumindest auch den Verdacht nahe, dass die Ursachen für die häufigen Ausfälle, die zu der Veränderung der Arbeitszeiten geführt hatten, weitestgehend hausgemacht sind. Man habe zusätzlich Küchendienste verrichten müssen, wodurch Überstunden angefallen seien, die dann eben während der Betreuungszeiten mit Freizeit vergolten worden seien.

Heimleiter Holger de Lange rechnete vor, dass die Kostenträger für 120 Bewohner nur sechs Stellen genehmigten, aus denen man dann die zwölf Halbtagsstellen gemacht habe. Diese seien für zehn Bereiche zuständig, „das geht mathematisch nicht mehr auf“. Durch die Konzentrierung der Stunden auf den Nachmittag falle weniger aus.

Die Assistentinnen entgegneten, dass sich das Angebot für die Bewohner dennoch verschlechtert habe. Die Zeit für wirkliche Betreuung sei auf eine Stunde pro Tag geschrumpft, „ab fünf Uhr stehe ich doch wieder in der Küche und schmiere Brote“, berichtete eine Mitarbeiterin – da dies gemeinsam mit den Bewohnern geschehe, werde dies ebenfalls der Betreuungszeit zugeschlagen. Eine andere Mitarbeiterin erzählte sogar, dass sie gemeinsam mit einer Kollegin 16 Stunden damit beauftragt worden sei, einen Keller auszuräumen – „da fiel auch die Betreuung aus“. Zudem könnten Vormittagsangebote wie Markt- und Messebesuche nicht mehr stattfinden.

„Vielleicht hat [der Heimleiter] ein falsches Konzept. Vielleicht auch nicht“, resümierte die Richterin. Mit den Beschwerden jedenfalls seien die Betreuungsassistenten bei ihr an der falschen Stelle. „Ich kann für Sie nichts tun.“

Richterin Terfrüchte riet den beiden Parteien dringend, noch einmal das Gespräch zu suchen. „Sie haben motivierte Damen hier sitzen – das sehe ich“, sagte sie in Richtung de Lange. Und den Assistentinnen gab sie mit auf den Weg: „Ich würde versuchen, den Arbeitgeber zu überzeugen.“ Eine der Klägerinnen schließlich stellte klar: „Unsere Bewohner liegen uns am Herzen.“

Das Verfahren ruht nun erst einmal. 

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34 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 34. otto

    @32.jb,

    noch besser!

     
  2. 33. Fassungslos

    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/zusaetzliche-betreuungskraefte.html

    @30???

     
  3. 32. jean baptiste

    @24. otto
    das ist ja mal eine relevante Frage.
    Aber man kann die Frage auch ummünzen, wer darf sich glücklich preisen, ihn nach wenigen Jahren wieder losgeworden zu sein? https://www.caritas-duisburg.de/newsarchiv10.html

     
  4. 31. Egal

    Also es wird ja eh eher dort in der Angst gelebt seinen Job zu verlieren. Es wurde leider nicht erwähnt, dass der Nachsatz zu der Dienstzeiten Veränderung lautete „Wer geht diesen Weg mit und wer nicht “ Ich finde, dass die Heimleitung damit wenig Diskussionsspielraum zugelassen hat.
    Desweiteren lag diese Veränderung darin begründet, dass genau 1 Person durch krank längerfristig fehlte. Dadurch entstehen natürlich Lücken.
    Die grössere Lücke gibt es jetzt im Vormittagsbereich. Da sitzen jetzt ca. 100 Bewohner morgens nur noch rum. Die Berufsgruppe, die das vormittags auffangen soll besteht aus 3 Menschen.
    Ich finde damit zeigt sich,dass die Priorität leider nicht auf den Bewohnern liegt. Schade.
    Desweiteren zeugt es nicht von ausgeprägten Leitungskompetenzen so etwas zu verkünden und dann in den Urlaub zu gehen und die kurz vorher eingesetzte „Leitung der Betreuungskräfte“ allein zu lassen. Sie konnte sich auch nicht an eine PDL zur Unterstützung wenden, denn leider bekleidet Hr. de Lange diesen Posten auch.

    Ich bin gespannt wie er irgendwann mit viel Geld aber ohne Personal die Bewohner versorgen möchte.

    Ich wünsche dem dortigen Personal viel Kraft und eine gute Selbstfürsorge

     
  5. 30. ???

    @ 29. Fassungslos

    Eine gesetzlich perfekt ausgebildete Alltagsbegleitung für demenziell und psychische erkrankte Menschen (nicht nur betagte Menschen!) muss alles auch alleine bewerkstelligen können. Auch die objektive Dokumentation ist auf den zeitlichen Zustand anzugeben.

    NUR: Medikamentenverabreichung ist ausdrücklich verboten!

    Deswegen ist eine verantwortungsvolle und perfekt ausgebildete Basis mit zusätzlichen Bildungsmaßnahmen unumgänglich.

    Wie schon geschrieben, in der Ausbildung mit Praktikumszeiten, erfährt man, was kommt.

    Wenn von der zusätzlichen Betreuung nur Gesellschaftsspiele und etwas Singen, ev. Spazierengehen und dergleichen angeboten werden, dann sind nicht die gesetzlichen Voraussetzungen, die man von einer zusätzlichen Betreuung, die übrigens auch in Privathaushalten eingesetzt werden, gegeben.

     
  6. 29. Fassungslos

    Schade ist es das Betreuungskräfte für ihre Anerkennung so kämpfen müssen. Ich bin der Meinung das Pflegepersonal und Betreuung auf einer Ebene gestellt werden müssen. Jeder sollte den anderen akzeptieren und respektieren. Leider sieht es so aus das Betreuungskräfte in diesem Haus alles machen müssen. Sowie pflegerische Tätigkeiten als auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten und das bezahlen unsere Pflegekassen. Die geben dieses Geld aber für die Betreuung. Dokumentiert werden muss dann aber Betreuung. Muss ja alles richtig aussehen. Wenn ich dann mal überlege wieviel eine Betreuungskraft verdient und vieviel eine Pflegekraft oder eine Hauswirtschaftkraft. Ja da kann man als Leitung ja besser eine Betreuungskraft nehmen, die ist billiger. Wenn ich dann lese was die Heimleitung da von sich gibt, kann ich nur hoffen dass das MDK so langsam mal wach wird.

     
  7. 28. ???

    Es ist sehr schade, dass man zum Anwalt und vor Gericht geht, anstatt konstruktiv, im Hinblick für alle eine positive Lösung zu finden, miteinander zu sprechen.
    Gerade für diesen Beruf ist das sehr, sehr wichtig.

    Wer sich für den Beruf (Berufung!) in der Pflege für hilfsbedürftige Menschen entscheidet, erfährt doch während der Ausbildung genau, auf was man sich einlässt. Da braucht man doch hinterher nicht jammern.

    Auch wenn es nun hart klingt, aber mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ich kenne aus Alltagssituationen, Menschen und Familien, die härter und zeitintensiver arbeiten müssen, um ohne staatliche Unterstützung, ihre Miete und das Lebensnotwendigste bezahlen zu können.

     
  8. 27. Chewgum

    @26 Wenn man Ihren Post liest, könnte man meinen, die BetreuungsassistentInnen sind die wichtigsten Personen im Altenheim. Natürlich ist das, was die BetreuungsassistentInnen machen wertvolle Arbeit und werden gebraucht. Es ging darum, den Unterschied zum Pflegepersonal bezüglich Verantwortung und Arbeitsbedingungen zu beschreiben. Der ist nun mal da. Man kann es auch noch mehr zuspitzen: Ohne das Pflegepersonal würden die älteren Menschen nicht überleben. Dies wird leider viel zu wenig gewürdigt. Das sind außerdem keine 450-Euro-Jobs, sondern Jobs, von denen viele leben müssen und von denen es sich auch schwerer erholen lässt auf Dauer. Schön wäre es, was die BetreuungsassistentInnen angeht, wenn sich eine Lösung im Sinne der älteren Menschen finden lassen würde, die gleichzeitig für das Altenheim funktioniert.

    @25 War auch falsch, mit dem Wehrdienst den verpflichtenden Zivildienst abzuschaffen. Das FSJ fängt das nicht auf. Mein Neffe hat noch Zivildienst im Altenheim gemacht und sagte nachher, dass es richtig gut für ihn gewesen sei, mit den alten Menschen umzugehen.

    Aber letztendlich ist es so, dass vor allem Frauen in der Altenpflege arbeiten.

     
  9. 26. K. Rot

    Betreuungskräfte leisten wertvolle Arbeit, entgegen der Meinung einiger Personen ( spielen, basteln, spazieren gehen). Natürlich gehört das zu den Aufgaben, Hintergrund hier ist aber die Ressourcen der oft demenziell veränderten Menschen möglichst lange zu erhalten, bestenfalls zu verbessern. Und es sollten nicht die vielen Menschen vergessen werden, die bettlägerig sind und nicht/ kaum mehr in der Lage sind, sich zu äußern oder sich zu bewegen , die durch Betreuungskräfte, wertvolle Hilfe , Zeit und Zuneigung erfahren dürfen. Diese alten Menschen haben ein Recht darauf wertvolle Betreuung den ganzen Tag über zu erhalten. Auch das Pflegepersonal erhält Unterstützung durch die Betreuungskräfte in vielen Situationen, die tagtäglich passieren und oft sehr zeitintensiv sind, wie Betreuung bei Unruhe, Trauerbewältigung, Hinlauftendenz usw. Diese vielfältige Arbeit kann nicht nur am Nachmittag zu leisten sein , der Mensch schaut nicht auf die Uhrzeit, um festzustellen wann er Unterstützung erfahren darf. Bei alldem sollte nicht vergessen werden, dass Betreuungskräfte auch Familie und Freunde haben und ein Recht darauf haben auch an Nachmittagen am sozialen Leben teilhaben zu können, daraus wird viel Kraft getankt für den kommenden Arbeitstag.

     
  10. 25. Guenther Hoffmann

    22.) Also, für mich grundsätzlich ,wer Menschen im Alter versorgt und pflegt müsste min.10 X besser bezahlt werden wie jemand der z.B. Schrott auf 4 Rädern zusammen schustert. Wenn die mit anderen Problemen aber auch fachlich überforderte Politik bereit wäre junge Leute mit Ambitionen und Liebe zu dem Beruf der Pflege/Altenpflege finanziell passend aus zu statten,so das sie Zukunft planen und gestalten könnten, müsste nicht in der ganzen Welt nach (natürlich billigem) Pflege Personal für Deutschland suchen (IRRE) Das z.Z. diskutierte Thema gäbe es dann sicher nicht.

     
  11. 24. otto

    Welche Qualifikation hat Herr de Lange für seine jetzige Position vorzuweisen, damit man ihn besser verstehen kann?
    Kommt er aus dem Rechnungsesen oder aus dem sozialen Bereich, oder hatte er Fürsprecher?

    Die Angaben im Blog sind zum Teil doch sehr befremdlich!

     
  12. 23. Guenther Hoffmann

    Nur mal by the way, die Qualität eines Staates erkennt mann daran wie er zu seinen Kindern und alten Menschen ist. Für ein reiches Land wie unseres sieht es damit mehr wie duster aus.

     
  13. 22. Chewgum

    @??? Ernsthaftes Interesse am Job der BetreuungsassistentIn und Geld verdienen wollen schließen sich aus meiner Sicht nicht aus. Ich glaube, dass BetreuungsassistentInnen natürlich Interesse am Wohl der älteren Menschen haben. Aber zwischen ihrer tatsächlichen Verantwortung und der des Pflegepersonals liegen nun mal Welten. Und ich finde, die BetreuungsassistentInnen bewegen sich mit ihrer Klage vor Gericht (!) in der Illusion einer Komfortzone, von der das Pflegepersonal oftmals nicht mal zu träumen wagt. Trotzdem finde ich, dass sich in dem Fall zwei Seiten aufeinander zu bewegen sollten. Denn natürlich werden auch die BetreuungsassistentInnen gebraucht.

     
  14. 21. ???

    @18. Chewgum

    Zusätzliche Betreuungskräfte nach §43b (bisher §87b) und 53c SGB XI.

    Nach meinen, mir bekannten Informationen, beträgt nach Hinterfragung über die Vorbildung und Eignung, die eigentliche Grundausbildung mindestens 6 Monate in Vollzeit oder 12 Monate in Teilzeit (mit Abschlußprüfungen). Danach müssen regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen gemacht werden.

    Man sollte diese Arbeit mit Menschen schon in absoluter Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein ausüben, und nicht weil man gerade Zeit hat, oder etwas dazu verdienen möchte. Es handelt sich um Menschen und nicht um irgendeine Ware.

    Aber vielleicht gibt es ja noch andere Betreuungsformen, die nicht so anspruchsvoll gestaltet sind.

     
  15. 20. Bildungsferner

    @J.b.

    Aus meiner Erfahrung als Angehöriger und jemand der die Dinge auch schon mal hinterfragt möchte ich Ihnen sagen das sedierende Psychopharmaka in der Altenpflege eine Große Rolle spielen.

    Ich wage es Verständnis für jemanden aufzubringen der sich dahingehend äussert das ein verschreibungsfreudiger Arzt solcher Dauer bzw bedarfsabhängier Medikamentation ehr als Heimarzt durchsetzt als einer der sedierende Maßnahmen zur Entlastung des Personals ablehnt.

    Mit meinen Erfahrungen mit Einrichtungen aus dem Bereich der Altenpflege und Neurorehabelitation halte ich es für vorstellbar das so manche Orientierungslosigkeit und verwirrtheit von der Höchster Schlachtplatte herrührt.

    Verwundert hat mich allerdings nie das allen Beteiligten Personen die Formulierung „zum Patientenwohl “ leicht und schnell und beiläufig über die Lippen ging.

     
  16. 19. Chewgum

    BetreuungsassistentInnen nach § 87b SGB XI machen ca. 4 Monate lang Kurse, Vorbildung spielt keine Rolle, Freude am Umgang mit älteren Menschen sollte vorhanden sein. Deshalb ist der Job auch gefragt bei Frauen, die wegen Kindern ihren Job aufgegeben hatten oder lange raus waren und jetzt was dazuverdienen wollen. Kochen, Basteln, Singen und Einkaufen mit alten (dementen) Menschen, schön und gut, keinerlei pflegerische Verantwortung. Den viel härteren und absolut unverzichtbaren Job machen aber die AltenpflegerInnen, die einen eigenständige Ausbildung durchlaufen haben, im Schichtdienst arbeiten und viel Verantwortung tragen. Die kurzfristig einspringen (müssen), egal an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit, wenn eine KollegIn krank wird. Deren Verdienst entspricht nicht der Leistung und der Verantwortung. Meiner Meinung nach hätten sie wesentlich mehr Grund zu klagen. Meine Mutter hat jedenfalls nicht geklagt. Wir haben sie dann halt Heiligabend um 22 Uhr am Altenheim abgeholt. Einmal hatte mein Vater die Weihnachtsente verbrennen lassen.

     
  17. 18. Andreas Bulkens

    @16: jean baptiste,
    unsere Tochter ist sehr sozial eingestellt, offenherzig und geht auf die Menschen zu. Sie hatte bereits eingehenden Kontakt mit Menschen unterschiedlichster körperlicher und/oder geistiger Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten.
    In diesen Kontakten geht sie förmlich auf, es gelingt ihr immer wieder auf für uns unbegreiflich faszinierende Art, mit diesen Menschen zu kommunizieren und sodann nach besten Kräften auf deren Bedürfnisse angemessen einzugehen.
    Hilft aber alles nichts, denn schulisch wird sie einen Hauptschulabschluss erreichen und somit noch sehr weit von der Chance auf eine angemessene Ausbildung ins Berufsleben starten müssen.

     
  18. 17. ???

    @ 15. jb

    Entschuldigung, da habe ich mich unzureichend ausgedrückt ………. mit den Medikamenten meinte ich nun nicht diese Residenz speziell, sondern allgemein in der Medizin.

    Natürlich nur, was vom Arzt verordnet wird ……….. und woher haben die Ärzte die Informationen über Medikamente?

    Bitte, machen Sie sich um mich keine Sorgen, ich habe auch in diesem Bereich unentgeltlich mit besten Ergebnissen meine professionellen, theoretischen, praktischen und schriftlichen Arbeiten (auch bestimmte Forschungsarbeiten) abgelegt. 🙂

    Man soll nie aufhören zu lernen, um den Mitmenschen unentgeltlich auf dem aktuellen Stand helfen zu können.
    Nicht jeder Mensch hat die finanziellen Möglichkeiten, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

     
  19. 16. jean baptiste

    @4. Andreas Bulkens
    wenn Ihre Tochter das wirklich will, und gute Leistungen vorweisen kann, auch da gibt es genügend Möglichkeiten, sich entsprechend zu verwirklichen.
    Von ambulantem Pflegedienst über Pflegedienstleitung bis hin zum Prüfer beim MDK

     
  20. 15. jean baptiste

    @12. ???
    Sie sind gerne eingeladen, tägliches Gedächtnistraining mit den Bewohnern zu machen. Unentgeldlich natürlich.
    Aber lassen Sie mich raten, dafür fehlt Ihnen die Zeit 🙂 🙂 ):- .

    Was ihre angesprochenen Medikamente betrifft, da lege ich meine Hand ins Feuer, dass dort nichts, aber auch wirklich gar nichts verabreicht wird, was nicht von einem Arzt verordnet wurde.

     
  21. 14. jean baptiste

    @13. Chewgum
    klar besteht ein grosser Unterschied zwischen der Betreuungdassistenz und dem Pflegepersonal.
    Und wenn es nur das Gehalt ist.
    Pflegepersonal ist überall so gewollt, dass die Damen (und Herren) jederzeit überall eine neue Stelle angeboten bekommen.
    Wann für den einzelnen der Punkt erreicht ist, sich nach etwas anderem umzuschauen, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
    Bei den Betreuuungsassistenten sieht das anders aus, die Entlohnung reicht eh nicht, um davon existieren zu können, bei denen spielt vielmehr der soziale und menschliche Aspekt, Gutes zu tun und sich gesellschaftlich nützlich zu machen.
    Deshalb sind es auch die, die klagen.
    Wenn ihr Anwalt auch nur einigermassen taugt, hat er denen vorher klar erklärt, dass der Gang zum Gericht keine Aussicht auf Erfolg haben kann, je mehr ziert es sie, ihr spärliches Geld trotzdem in die Waagschale zu werfen, und wenn der Anwalt auch nur einen Hauch von Sozialgefühl hat, wird er ihnen irgendwie entgegenkommen.

     
  22. 13. Chewgum

    Man muss unterscheiden zwischen dem Pflegepersonal und den Betreuungsassistentinnen. Leider klagt das Pflegepersonal selten vor Gericht.

     
  23. 12. ???

    @ 8. jean baptiste

    Ihre angeführte leidliche Situation der älteren Dame hat aber nichts mit der Benennung der Wohngruppe zu tun, sondern mit dem eigentlich täglichen Gedächtnistraining und regelmäßigen Bewohnerführungen durch die Einrichtung, um auch die sozialen Kontakte untereinander zu fördern.

    Aber das Positive dabei ist, dass die Dame den Namen der WG wusste!

    Leider werden auch anstelle von menschlicher Fürsorge und Gesundheitsförderung für die, dort lebenden Menschen, immer mehr unnötige Medikamente mit Nebenwirkungen eingesetzt.

    Ein ganzer Pharmazietrakt mit allen möglichen Nebenangeboten, hat seit langer Zeit die Themen Demenz sowie Diabetes als äußerst lukrativen Gewinn erkannt.

    Hoffentlich kommt es hier nicht so weit, wie in China, dass Roboter mit menschlichem Aussehen, eingesetzt werden.

    Aber auch das Pflegepersonal sollte gerade auch in Bezug auf Gesprächsbereitschaft weltoffen und empathisch sein.

    Diese Situation, dass soziale Tätigkeiten für Menschen, auch wenn sie bezahlt werden, vor Gericht erscheinen, lässt mich auch schon darüber nachdenken, ob die pflegenden Menschen nur ihren Job machen, oder ob das eine Tätigkeit mit Herz ist, die die betroffenen, hilfesuchenden Menschen brauchen?

     
  24. 11. Martin Fingerhut

    Aus meiner Erfahrung mit solchen und ähnlichen Einrichtungen,
    die ich über mehrere JahrZehnte eingesammelt habe,
    haben die pflegenden Menschen in der Stiftung auf jeden Fall Lob und Dank verdient.
    Sie leisten vorbildliches !

    Von den Leistungen der Verwaltung in der ev. Stiftung bekomme ich zu wenig mit,
    um mir ein Urteil bilden zu können.

    Verwundert haben mich die neuen Namen für die Stationen.
    Ich bilde mir ein, noch nicht verAlzheimert zu sein,
    doch FantasieGrotesken wie “ am Teich “ kann ich nur unter PR-Rummel abtun.

    Wer der Besucher kann sich schon zusammenReimen,
    warum die Station, die er sucht, vielleicht gerade einen RosenGarten vorgaukelt,
    und ob die Kastanie – die ohneHin längst abgesäbelt wurde – vielleicht in der Etage über diesen Rosen schwebt oder sonstWo.

    Falls eine Station im EG “ an den MüllTonnen “ getauft würde,
    käme das der Realität wohl näher.
    und vor allem :
    Die ganzen FantasieSchönFärbereien könnten dann auch gleich in selbige Tonnen versenkt werden,
    wo sie hingehören.

     
  25. 10. jean baptiste

    @3. Chewgum
    Sind sie schon einmal aktuell und vor 5 Jahren in der Stiftung gewesen ?
    Mit dem Wechsel des Heimleiters ist vieles schlagartig schlechter geworden, auch die Personalsituation, aber raten Sie einmal, weshalb damals mehrere Angestellte gegangen sind !
    „Der Heimleiter hatte offenbar das grundsätzliche Funktionieren des Heims mehr im Blick“
    er hat aus einem gut funktionierendem Betrieb eine Heimstätte von Misstrauen und sich Vorsehen gemacht, und das ohne zwingenden Grund.

     
  26. 9. jean baptiste

    @4. Andreas Bulkens
    „die Betreuungskräfte wurden allerdings ebenso offensichtlich nicht ausreichend beraten oder waren uneinsichtig“
    Ich sehe das eher als Verzweiflungstat.
    Wenn Vorstand , Beirat und der Syndikus ihre moralische Pflichten bezüglich der Betreuung des ganzen Hauses, von Personal bis Bewohnern nicht wahrnehmen, was bleiben dann noch für Möglichkeiten ?

    „wäre es vielleicht hilfreich die Seniorinnen und Senioren wie auch deren Angehörige in Gespräche mit einzubeziehen“
    die Bewohner sollte man da völlig ´rauslassen. Die müssen oder haben viel zu grosse Angst vor Repressalien.
    Selbst wenn diese Ängste nicht real sind, spielen diese bei alten Leuten und ihren Angehörigen eine reale Rolle.

     
  27. 8. jean baptiste

    @7. ??? schrieb :“Wenn Namen für Wohngruppen vergeben werden, sollte das eigentlich auch ein kleiner Inhalt für das wichtige, tägliche Gedächtnistraining sein“.
    Ja klar, und am besten benennt man diese WG`s monatlich um, sonst hält das Training ja nicht lange an.

    Mal im Ernst, wenn Sie alt sind und Alzheimer ihnen grosse Probleme bereiten, stehen Sie dann darauf zu warten, dass Sie im falschen Trakt landen und nicht mehr weiterwissen?
    Habe ich selbst erlebt, die Dame konnte fehlerfrei benennen, in welchem Trakt sie zuhause war, nur, die alten Bezeichnungen waren ja wohlweisslich entfernt worden.

     
  28. 7. ???

    Die verschiedenen, wichtigen Dokumentationen nehmen auch sehr viel Zeit in Anspruch, die dann wiederum bei der verbleibenden Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner fehlt.

    Aber diese Personalsparmaßnahmen, zu Lasten der zu betreuenden Menschen, gibt es mittlerweile eigentlich in jeder Seniorenresidenz.

    Wenn Namen für Wohngruppen vergeben werden, sollte das eigentlich auch ein kleiner Inhalt für das wichtige, tägliche Gedächtnistraining sein.

     
  29. 6. von Woanders

    Ja die Stiftung und ihre Leitung.
    Ich durfte diesen Menschen, so möchte ich diesen eigentlich gar nicht bezeichnen, einst kennenlernen. Große Sympathie konnte ich nie entwickeln und es gibt sehr wenige Individuen,auf deren Bekanntschaft ich ähnlich gern verzichtet hätte. Ja, rechtlich mag diese Person sich immer absichern, mindestens einmal nicht gut genug, denn billig wurde der Vergleich ja nicht ;-), aber moralisch und empathisch ist man bei dieser Person eher am unteren Ende unterwegs.

    Ja, diese Stiftung war einmal ein Hort der Glückseeligkeit, für alle Menschen die damit zu tun hatten, für Menschen die dort wohnen und für Menschen die dort arbeiten. Leider ist nach einem Wechsel jeglicher Respekt vor den Menschen, die dort arbeiten, jede menschlichkeit, abhanden gekommen.

    Von aussen betrachtet scheinen solcherlei Dinge wohl, sagen wir eine Art schlechte Angewohnheit zu sein. Erst etwas gegen jede Zustimmung, gegen jedes Verständnis beschließen und dann für ein paar Wochen Urlaub machen. Die PDL kann das ja dann ausbaden und verantworten….

    Lustig finde ich auch folgendes, ich zitiere aus obigem Artikel: „Als die Veränderung auf der Teamsitzung angekündigt worden sei, habe es auch keinen Widerspruch gegeben. Dass man sich nun vor Gericht begegne, darüber sei sein Mandant „verwundert“.“ Mit ein wenig, einem Mindestmaß an Empathie, wäre der Mandant sicher selbst drauf gekommen…..

    Man kann empathie auch lernen, ich vermute diese ist ausbaufähig. Die Stiftung und die Leitung aber wird sicher einen guten Plan haben die qualität des Hauses weiter zu steigern.

    Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies meine ganz eigene Meinung ist, welche wenig objektiv ist, da ich subjektiv, sagen wir eine starke Verbindung in Richtung Stiftung habe. Und möchte jedem empfehlen sich selbst ein Bild über die qualität des Hauses zu machen.

     
  30. 5. Escorial grün

    Anwälte verdienen gutes Geld mit den Konflikten, die in Altenheimen, Krankenhäusern und anderen Institutionen im Gesundheitssektor, leider sehr oft unter kirchlicher Führung, nicht lösungsorientiert kommuniziert werden.
    Traurig und wohl nur die Spitze des Eisberges.

     
  31. 4. Andreas Bulkens

    Schade. Über das Thema Pflegeheime und betreutes Wohnen in Kleve habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken gemacht. Unsere Tochter strebt in die Richtung Pflege/Betreuung.
    Was die Richterin offensichtlich hinreichend dargelegt hat stimmt wohl, die Betreuungskräfte wurden allerdings ebenso offensichtlich nicht ausreichend beraten oder waren uneinsichtig.
    In aller Regel sucht man ja zunächst das Gespräch, ggf. wird ein Mediator eingeschaltet.
    Eigentlich vollkommen klar, dass der Arbeitgeber weisungsbefugt ist – aber so die Betreuungskräfte nicht alleine dastehen, wäre es vielleicht hilfreich die Seniorinnen und Senioren wie auch deren Angehörige in Gespräche mit einzubeziehen … letzten Endes sollten die zahlenden Kunden und deren Wünsche doch im Vordergrund stehen?
    „Kostenträger“…naja, da wird doch mit Sicherheit auch ordentlich bei den Kundinnen und Kunden und/oder deren Angehörigen zusätzlich kassiert?

     
  32. 3. Chewgum

    Das Hauptproblem ist Personalmangel. Der Heimleiter hatte offenbar das grundsätzliche Funktionieren des Heims mehr im Blick als die Bedürfnisse der Betreuungsassistentinnen.

     
  33. 2. Guenther Hoffmann

    Da hat das „Adlon“ unter den Pflegeheimen ja ordentlich Federn gelassen.Ist das Klima einmal so vergiftet wird Frust und Ärger auch u.U. unbewusst auf die Bewohner übertragen. Der gute Ruf ist jetzt erstmal dahin.

     
  34. 1. jean baptiste

    Tja, der Krug geht halt so lange zu Wasser bis er bricht.
    Die Richterin ist eine kluge Frau, das Gespräch zu suchen ist in den meisten Fällen das richtige Mittel der Wahl.
    Nur, Heimleiter Holger de Lange hat in seiner bisherigen Karriere in der evangelischen Stiftung ein Händchen dafür, Entscheidungen zu treffen, die ihm selbst plausibel und wünschenswert erscheinen, die aber in Wirklichkeit nicht im Sinne der Bewohner sind und auch keinen Rückhalt erfahren .
    Ich kann aus langjähriger Erfahrung berichten und kann mich noch gut an seine erste durchschlagende Neuerung erinnern.
    Die Wohngruppen, vor Amtsantritt von H. de Lange einfach numerisch angedeutet und in den Köpfen der Bewohner fest eingeprägt, mussten unbedingt in Namen wie WG an der Sonnenuhr, WG an den Kastanien und WG am Rosengarten umbenannt werden. Das soll sich ein alter Mensch erst einmal merken.
    Hierfür für viel Geld neue Hinweisschilder fertigen zu lassen, das war im Budget kein Problem, aber als einmal ein Geschirrspüler vor Altersschwäche seinen Dienst aufgab, war zur Ersatzbeschaffung kein Geld vorhanden.
    In einem „normalen“ Haushalt mag das ja hinderlich sein, in einem Altersheim aber bedeutet das halt, daß die gesetzliche Vorgabe , das Geschirr mit wenigstens 80 Grad zu spülen und damit keimfrei zu machen, nicht erreicht wurde. Der Zustand bestand mehrere Wochen, weil Herr de Lange erst eimal in Urlaub ging.

    Eine Pflegerin, die ihren Hund (Tessa) mit in den Dienst bringen durfte, und unter den Bewohnern alleine durch seine blosse Anwesenheit viel Freude verbreitete , bekam aus heiterem Himmel mehrere Abmahnungen ud musste schlussendlich den Hund daheim lassen.

    In sofern wundert es mich nicht, dass die jetztige Massnahme im Nachteil der Bewohner auch wieder mit viel Ignoranz durchgedrückt wird.
    Irgendwie bröckelt Stück für Stück die Empathie bei der Pflege ab, die gerade die ev. Stiftung auszeichnete.
    Dass man von Seiten des Vorstands und der Heimleitung einen solchen Konflikt in Gerichtsebene und Öffentlichkeit zieht, macht doch offen deutlich, dass der gute Wille der Pflegekräfte Stück für Stück frustriert wird und man seine charitative Aufgabe nicht erkennt.
    Mädels von der Pflege, macht weiter so, wenigstens die Bewohner wirden´s Euch danken.