Corona im Ameland-Ferienlager: 12 Fälle, 55 Personen in Quarantäne

Auf Ausbrlicke wie diese müssen die Kinder aus Bedburg-Hau verzichten

(Aktualisiert) 13 neue Corona-Fälle meldet der Kreis Kleve heute, zum ersten Mal seit Wochen ein zweistelliger Zuwachs bei der Zahl der erfassten Infektionen. Doch zwölf dieser Fälle gehen auf das Konto des Bedburg-Hauer Ameland-Ferienlagers, das bereits abgebrochen wurde.

Nachdem ein Kind über Symptome geklagt hatten, waren bei Selbsttests auf der Insel bereits fünf Jungen positiv getestet worden. Die Lagerleitung entschied sich daraufhin, die Ferienfreizeit auf der westfriesischen Insel sofort abzubrechen, auch das Mädchen-Ferienlager, welches sich an das der Jungen angeschlossen hätte, wurde umgehend abgesagt. Die fünf positiv getesten Kinder wurden in einem VW-Bus getrennt von den anderen Kindern nach Hause gebracht. Doch die nunmehr zwölf positiv getesteten Teilnehmer zeigen, dass das Virus sich schon weiter verreitet hatte. (Die Schnelltests erfassen die ersten Tage einer Infektion nicht.)

„Die Kinder haben acht tolle Tage gehabt. Sie haben gestrahlt und gelacht. Dieses Ende tut natürlich weh“, sagte der Bedburg-Hauer Bürgermeister Stephan Reinders, der das Lager gemeinsam mit Sebastian Müller leitet in einem Interview mit der Rheinischen Post. Reinders ist zur Zeit mit fünf weiteren doppelt geimpften Bedburg-Hauern auf der Insel, um das Lager abzubauen, aufzuräumen, zu reinigen und zu desinfizieren. Am Freitag wird der Lastwagen bepackt, die Rückkehr nach Kleve ist für Samstag geplant.

Noch getestet wird, ob in dem Lager die hochansteckende Delta-Variante grassierte. Für 55 Personen, also alle, die im Zusammenhang mit der Ferienmaßnahme standen, wurde eine eine Quarantäne angeordnet. Diese Zahl wäre sogar noch höher, wenn nicht zahlreiche Eltern bereits durch eine Schutzimpfung immunisiert wären.

„Erfreulicherweise sind uns bislang aus dem Ferienlager Bedburg-Hau keine schweren Krankheitsverläufe bekannt. Und zum Glück sind die Infektionszahlen momentan bei uns im Kreis Kleve und in Deutschland generell auf einem sehr niedrigen Niveau“, sagt Landrätin Silke Gorißen. „Ich appelliere an alle, die sich impfen lassen können, dies auch zu tun. Endlich stehen uns ausreichend Impfstoff und freie Kapazitäten in den Impfzentren zur Verfügung.“

Auf der Insel selbst wurden am Anfang der Woche 17 Neuinfektionen gemeldet. Daraus lässt sich also – absurderweise, weil auf 100.000 Menschen hochgerechnet, während die Insel nur 3600 Einwohner hat – eine Inzidenz von 780 errechnen. Anders ausgedrückt: Ein Fall führt zu einer Inzidenz von rund 30. Infektionsherd auf Ameland waren offenbar die Diskotheken auf der Insel, die aber nunmehr wieder geschlossen sind, seit Premier Mark Rutte die offenbar etwas voreiligen Lockerungen wieder zurücknehmen musste. Derzeit beträgt die Inzidenz in den Niederlanden insgesamt 343 (aktuelle Zahlen hier)! Allein auf einem Festival in Utrecht infizierten sich mehr als tausend Menschen (obwohl die Veranstalter beteuerten, alle Auflagen eingehalten zu haben).

Der Anstieg gleich hinter der Grenze in Verbindung mit dem schwungartig angestiegenen Grenztourismus bereitet den Verantwortlichen im Kreis Kleve einige Sorgen. Am Wochenende war beispielsweise auch zu beobachten, dass Niederländer, die nicht mehr in die heimische Gastronomie durften, auf Lokale in Kleve auswichen.

Immerhin: Die Angebote, sich ohne Termin impfen zu lassen, werden gut angenommen. Gestern ließen sich 350 Menschen im Impfzentrum einen Schuss verpassen, die meisten von ihnen junge Erwachsene.

Deutlicher Unterschied

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32 Kommentare

  1. 22

    @20. Auditor
    Die von Ihnen angedeuteten angeblichen Parallelen zur NS-Diktatur sind geschmacklos. Sie suggerieren, dass Ungeimpfte der gleichen Art von Verfolgung ausgesetzt werden k

     
  2. 12

    @Opti: Schon mal auf die Idee gekommen, das Kidis das Virus mit nach Hause bringen und in den Rest der Welt tragen?

    „Alles halb so schlimm“

    Bei so einem Spruch – mit

     
  3. 10

    Mmuuuh, den behauptetetn deutlichen Unterschied in den beiden Diagrammen sehe ich nur in den Amplituden, mmuuuh Faktor zwei. Aber die Muster sind doch sehr

     
  4. 3

    @1. Jens-Uwe Habedank
    Wahlkampf und aus Fehlern lernen widerspricht sich. Letzteres ist zu langfristig um im Wahlkampf n