Corona: 3 Grafiken, die wenig Freude machen

Gut sieht anders aus: Wieder steiler Anstieg
Hoch die Kurve: Der höchste Tagesanstieg im Februar – gerade eben
Abwärtstrend nicht mehr vorhanden: 224 neue Fälle in einer Woche
Die verstörendste aller Grafiken: Erhebliche Diskrepanz zwischen Herdenimmunität (blaue Linie) und der Zahl der bisher Geimpften/Erkrankten

Die aktuelle Coronalage stellt sich aus Sicht des kleveblog-Datenzentrums alles andere als erfreulich dar: Die Fallzahlen pro Tag und pro Woche steigen, und, was noch schlimmer wiegt, ein Blick auf das grundsätzliche Geschehen macht deutlich, welche Lücke derzeit noch zwischen den Wünschen der Politik und den tatsächlichen Zahlen klafft. Grundsätzlich bestreben die Verantwortlichen, so schnell wie möglich die Herdenimmunität durch die Impfungen zu erreichen. Die liegt, so ganz genau lässt sich das nicht beziffern, bei 70 bis 90 Prozent der Gesamtbevölkerung. kleveblog hat also der Einfachheit halber mal 80 Prozent genommen, also die Mitte. Das sind bei den 311.420 Einwohnern des Kreises Kleve ziemlich genau eine Viertel Million Menschen (in der Grafik die blaue Linie). In die Differenz zwischen der Gesamteinwohnerzahl und der Herdenschranke gehören natürlich auch die ca. zwölf Prozent der Einwohner, die sich einer Impfung verweigern. Sie werden von der Herdenimmunität profitieren. Von unten nähern sich nun diesem Idealzustand die Menschen an, die entweder erkrankt sind (blaue Fläche) oder bereits eine Impfung erhalten haben (orangefarbene Fläche). Man sieht: Die Lücke dazwischen ist gewaltig. Gut möglich, dass die Kurve in den kommenden Wochen deutlich steiler ansteigt – und auch zu hoffen. Aber vor uns liegt noch ein Kraftakt, der noch einige Wochen (Monate?) beanspruchen wird. Und das ist die Gewissheit nach einem Wochenende, das uns gezeigt hat, wie sehr wir alle nach draußen und beisammen lechzen, was natürlich im direkten Widerspruch zu allem steht, was nötig ist, um das Geschehen in den Griff zu bekommen.

12 Kommentare

  1. Wir werden wohl den steinigen Weg gehen müssen, koste es was es wolle. Das Virus hat uns zumindest in einer Hinsicht schon besiegt. Wir haben die Solidarität aufgekündigt. Jeder sieht zu wie er klarkommt.

     
  2. Transparenz schafft Vertrauen. Gibt es eigentlich irgendwo Daten, wieviel Impfdosen dem Kreis Kleve geliefert wurden, wieviel davon an Erstimpfungen und an 2 Impfungen verabreicht wurden? Welche Gruppen wurden aus welchen Gründen geimpft? Berufliche Gründe, über 80 Jahre alt, Pflegeheimbewohner, Medizinische Gründe. Die Impfprioritäten stehen auch ständig zur Diskusion. Schulen und Kitas öffnen und dann überlegen ob man Lehrer und Betreuer bevorzugt impft, ist schon eine abenteuerliche Reihenfolge. Der langsame Impffortschritt bringt weitere Gefahren mit sich.

     
  3. Wie wird sich wohl die Öffnung der Schulen auswirken? Laut einer Untersuchung der TU Berlin steckt ein infizierter Schüler der Oberstufe auch mit Maske in einem halbgefülltem Klassenraum 2.9 weitere Schüler an. Die ansteckenderen Varianten sind dabei noch nicht berücksichtigt.
    https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2021-02/schuloeffnungen-corona-lockdown-infektionszahlen-hygienemassnahmen-neuinfektionen
    Wie sieht es aus wenn der Raum zu zweidrittel besetzt ist und der Schüler am Tag in bis zu 5 Kursen sitzt? 3 x 5 macht 15… Und zu Hause geht der Spaß weiter. Solange es noch keine sinnvolle Teststrategie gibt halte ich das für ein gefährliches Experiment. Warum nicht wenigstens die Oberstufenschüler jeden 2. Tag daheim lassen, so wie die Grundschüler auch? Das würde die Ansteckungsmöglichkeiten erheblich verringern.

     
  4. Bei dem Leid und den Nöten um mich herum würde ich am liebsten allen Mäuse schenken, fürchte aber dass das nicht viel hilft 😿

    Aber ich wünsche Euch allen von ganzem Katerherzen Gesundheit und Zuversicht!

    🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀🐀

    😺

     
  5. @rd ich hab eine Idee für die Tafel. An der Wand eine Schiene direkt unter der Decke montieren und bodenlange einfarbige Gardinen dran hängen. Den Ursprung vom Koordinatenkreuz in der Ecke links unten mit einem Stift oder einem Stück Zeichenkohle auf der Gardine markieren. Die y-Achse am linken Rand nach oben einzeichnen. Bei einer Deckenhöhe von geschätzt mindestens 2,5 Metern ist die y-Achse dann etwa 2,5 mal höher als bei der Tafel (geschätzte Höhe von der Tafel: 1m). Bis also die Decke zu Hilfe genommen werden muss, müsste schon der worst case eingetreten sein und dann hätten wir vermutlich auch andere Sorgen als die Maßstabsgetreue Aufzeichnung der „Coronakurve“. Die Zeitachse (x-Achse) kann ungefähr doppelt so lang wie das Stück Wand zwischen Tür und der Ecke sein, also ein bisschen länger als die Tafel selbst und dann das doppelte davon. Der Trick ist nun, dass die Zeit-Achse sich stauchen lässt. Bereiche auf der Zeitachse respektive Gardine, die schon länger zurückliegen oder noch etwas weiter in der Zukunft liegen, werden gestaucht und der aktuelle Bereich auf der Gardine mit der jüngeren Vergangenheit, Gegenwart und der näheren Zukunft wird auseinandergezogen und straff gespannt, so dass die Gardine eine glatte Wandfläche bildet. In diesem straff gespannten Stück der Gardine wird die Kurve (der aktuelle Teil des Graphs) gezeichnet. Links und rechts davon sind die zusammengerafften (gestauchten) Bereiche der Gardine. Dann eine einfache Dachlatte oder ähnliches als mobile y-Achse mit entsprechender Teilung verwenden und schon steht der Langzeitaufzeichnung der „Coronakurve“ nicht mehr im Wege. Wenn die Gardine „voll“ ist, einfach eine neue Gardine aufhängen und von vorne anfangen. Die vollgezeichneten Gardinen können bestimmt bei ebay-Kleinanzeigen o.ä. gewinnbringend als Unikate verkauft werden.

    Post scriptum: ähm, hoffe mal die Produktion von Unikat-Gardinen hält sich in Grenzen.

     
    1. Vielleicht ist das ja hilfreich: Ich habe ein Dashboard mit Kennzahlen, Grafiken und Tabellen für die Kommunen des Kreises erstellt, erreichbar unter: stammen.shinyapps.io/Corona_Kreis_Kleve
      Die einzelnen Boxen mit Informationen, Diagrammen oder Datentabellen lassen sich einfach ein- und ausklappen. Und bei den Grafiken kann man die Wertebereiche der x- und y-Achsen anpassen. Alles beruht auf den Daten der Pressemitteilungen des Kreises.

       
      1. @HvDirforth Das könnte rd‘s Tafelproblem lösen. Wobei einem machmal Probleme eine Eingebung schenken. So wie rd‘s Einfall mit der graphischen Darstellung des „Durch-die-Decke-gehens“ der Pandemie-Kennwerte. Hätte rd seine „Corona-Kurve“ auf die Wand einer großen Industriehalle gesprüht, wären die Werte wohl kaum bis an die Decke und darüber hinaus gewachsen, sondern hätten sich im unteren Drittel der Wand befunden. Wäre damit die Dramatik dem Betrachter so eindringlich vermittelt worden? Ich wage zu behaupten nein.

         
        1. Ich finde ja auch, dass das “Tafelbild” den Ernst der Lage sehr deutlich darstellt. Gleichzeitig stößt eine analoge Darstellungsform hier offensichtlich an ihre Grenzen. Eine gute und konstruktive Idee habe ich spontan leider nicht. Und ich fürchte, es werden noch einige Wochen hinzukommen…

           
    2. Like. Irgendeine Lösung muss her. Eine Woche passt noch drauf. Als das Werk begonnen wurde, hatte ich mir nicht vorstellen können, dass C Ende Februar 2021 noch eine Rolle spielt.

       
  6. Am einfachsten wäre ja, ein neues, angepasstes Koordinatensystem zu erstellen und die Werte neu einzutragen. Vielleicht auch erst ab Januar 2021…

     
  7. @ rd 24. Februar 2021 um 00:22 Uhr
    ( https://www.kleveblog.de/corona-3-grafiken-die-wenig-freude-machen/#comment-424836 )
    ‘### Irgendeine Lösung muss her. Eine Woche passt noch drauf. ###

    Schlag nach bei KleveBlog,
    denn da steht’s längst drin :

    “### ### ###”
    https://www.kleveblog.de/coronakurve-2021-nr-1/#comment-418273
    4. Martin Fingerhut persönlich
    Am 7. Januar 2021 um 18:57 Uhr

    der Raum nach rechts reicht nur bis ca. Mitte Februar.

    na und ?
    Dann geht’s halt um die Ecke rum weiter !
    “### ### ###”

    Zu befürchten ist,
    daß die Kurve überm Hasen bleiben wird.

    “###” dass C Ende Februar 2021 noch eine Rolle spielt. “###”
    Programmierer wissen’s schon lange :
    Nach C kommt C++

     

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