Kleve richtet Landesgartenschau 2029 aus – die schönste Entscheidung seit Johann Moritz von Nassau-Siegen

Landesgartenschau: Jetzt muss angepackt werden

Es schien fast so, als habe Zeus, der Gott des Blitzes, des Donners und des Regens, auf diesen Augenblick gewartet, um mit einem ergiebigen Schwall der Göttin Demeter, zuständig für die Fruchtbarkeit des Bodens, zu signalisieren, dass diese Entscheidung, die Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen am Freitagvormittag im Klever Rathaus verkündete, eine gute war. Beschlossen wurde, dass die Landesgartenschau 2029 in Kleve stattfinden wird.

Historischer Augenblick (Foto: Stadt Kleve)

Ein historischer Tag für Kleve also, und man darf sicher sein, dass der Name Wolfgang Gebing für immer verknüpft sein wird mit dem Wort Landesgartenschau, auch wenn zwischen dem heute kulturellen Großereignis noch eine Kommunalwahl liegt (2025) und somit nicht einmal sicher ist, ob der Bürgermeister zur Eröffnung der Schau noch mit der Heckenschere das Band der Eröffnung zerschneiden wird oder ob schon einen Nachfolger oder gar eine Nachfolgerin mit der repräsentativen Aufgabe betraut sein wird.

Die Freude über den Zuschlag jedoch wird das nicht trüben, es ist womöglich so, dass spätere Generationen den Namen unseres Bürgermeisters in einem Atemzug nennen mit Johann Moritz von Nassau-Siegen. Der Fürst hatte als preußischer Statthalter in Kleve im 17. Jahrhundert nach den Verheerungen des 30-jährigen Krieges eine erste Garteneuphorie in Kleve ausgelöst. Diesmal gilt es – Stand April 2024 – kein Gemetzel zu verarbeiten, oder aber genau genommen ein viel größeres,  global ablaufendes Desaster: die Klimakatastrophe.

Die Bewerbung der Stadt Kleve stand unter dem Motto „Stadt Land Wasser“, und dieser Wahlspruch weist zumindest in Ansätzen darauf hin, dass Stein und Natur gründlicher miteinander versöhnt werden sollen als mit ein paar Geranienampeln in der Fußgängerzone, wenn auch in Zukunft in der Stadt ein lebenswertes Umfeld vorherrschen sollte. Man darf gespannt sein, welche Ideen insbesondere zur Begrünung innerstädtischer Räume präsentiert werden.

Mit Rasenmähen allein ist es nicht getan

Die Bewertungskommission gelangte nach der Besichtigung der Stadt Mitte April zu der folgenden Einschätzung: „Kleve hat die Bewertungskommission davon überzeugt, dass das Konzept für die LAGA 2029 eine sehr gute Möglichkeit ist, die Ziele der Stadt Kleve für die künftige Stadtentwicklung zu erreichen und weiterzuentwickeln. Besonders hervorzuheben sind hier die Stärkung und Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, der lokalen Wirtschaft und der Landwirtschaft, der Ausbau der touristischen Infrastruktur, die Vernetzung der verschiedenen Landschaftsräume über den Spoykanal, dessen Anbindung an die Innenstadt (Stadt am Wasser) und die Stärkung des Hochschulstandortes. Die Landesgartenschau wird so zum verbindenden Element für eine grüne Stadtentwicklung, in der vorhandene Gegensätze thematisch und räumlich verzahnt werden.“

Traktoren und Flaneure in friedlicher Eintracht: So stellt sich die Stadt Kleve die Verzahnung vor (Grafik: Stadt Kleve)

Die Erwähnung des Spoykanals scheint von keiner Sachkenntnis getrübt, jedenfalls ist die Wasserstraße bekanntlich seit ca. einem Jahrzehnt eine Sackgasse, und die Schleuse soll abgerissen werden. Aber wer weiß, was sich da noch tut, fünf Jahre bis zur Schau sind allerdings noch eine lange Zeit, vor dem Großereignis erleben die Menschen neben den Kommunalwahlen noch zwei Fußball-Europameisterschaften, zwei Olympische Spiele, eine Fußballweltmeisterschaft sowie eine Bundestagswahl, um nur die wichtigsten Ereignisse zu nennen. Die Natur allerdings steht der Hektik menschlicher Zeiterfassung ohnehin relativ gleichgültig gegenüber.

Einige Stimmen zu der Entscheidung (wird noch ergänzt):

Bürgermeister Wolfgang Gebing:

„Durch die Ausrichtung der Landesgartenschau werden wir in Kleve schaffen, was bleibt und unsere Heimat an die Herausforderungen der Zukunft anpassen. Unter dem Motto „Stadt – Land – Wasser“ möchten wir nicht nur die Innenstadt, den Spoykanal und den Kermisdahl aufwerten, sondern auch idyllische Gartenanlagen in den Galleien schaffen, die einzigartige Topografie der Stadt Kleve unterstreichen sowie die Zukunft der Landwirtschaft erkunden. Mit der Hochschule Rhein-Waal haben wir für diese Aufgaben einen starken Partner an unserer Seite, der uns auch im Bewerbungsprozess stets tatkräftig zur Seite stand. Ich danke der Ministerin Frau Gorißen und der Bewertungskommission für das entgegengebrachte Vertrauen. Ganz ausdrücklich möchte ich mich bei den Kolleginnen und Kollegen hier im Rathaus sowie der Hochschule Rhein-Waal bedanken, die in den vergangenen Monaten den gesamten Prozess unablässig, engagiert und mit viel Leidenschaft begleitet haben. Von den ersten Projektskizzen über konkrete Planungen bis zum tatsächlichen Bewerbungsprozess konnte die Idee einer Landesgartenschau in Kleve nur durch die hervorragende Arbeit dieser Personen Gestalt annehmen. Dank dieses eingespielten Teams werden wir der Öffentlichkeit in fünf Jahren eine malerische LAGA 2029 in Kleve präsentieren können!“

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen: „Die Stadt Kleve konnte die unabhängige Bewertungskommission mit ihrem Konzept ‚Stadt – Land – Wasser‘ überzeugen und richtet im Jahr 2029 die Landesgartenschau aus – ich gratuliere herzlich! Ich wünsche nun gutes Gelingen bei den fortlaufenden Schritten. Landesgartenschauen zeigen hervorragende Möglichkeiten auf, um die Lebensqualität in unseren Städten und Regionen weiter zu verbessern und den Ausbau der grünen Infrastruktur zu fördern. Mein Dank geht außerdem an die Stadt Steinfurt für ihre ebenfalls engagierte Kandidatur.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Herzlichen Glückwunsch an die Schwanenstadt Kleve. Es ist bemerkenswert zu sehen, wie allein die Bewerbungen eine Vielzahl positiver Entwicklungen vor Ort angestoßen haben. Gartenschauen beschleunigen die Stadtentwicklung maßgeblich: Durch sie wird nicht nur das Erscheinungsbild der Städte weiter aufgewertet, sondern sie stärken auch das Gemeinschafts- und Heimatgefühl der Menschen in den jeweiligen Kommunen und Regionen.“

Dr. Volkhard Wille (Landtagsabgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen): „Ich gratuliere der Stadt Kleve herzlich zur Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahr 2029. Das ist ein großer Erfolg für unsere Schwanenstadt, auf den wir stolz sein können. Für die nun anstehende Planung und Organisation wünsche ich allen Beteiligten gutes Gelingen und viel Erfolg.“

Udo Weinrich, Fraktionsvorsitzender der „Offenen Klever“ (OK): „Die Offenen Klever gratulieren der Stadtverwaltung Kleve zu diesem Erfolg, den sich insbesondere die Mitarbeiter/innen im Rathaus verdient haben, die innerhalb kürzester Zeit ein Bewerbungskonzept erarbeitet hatten. Dass Kleve den Zuschlag für die Landesgartenschau 2029 erhalten hat, hat die Offenen Klever überrascht. Dass diese Vergabe durch ein einstimmiges Votum einer unabhängigen Kommission erfolgt ist, macht unsere Überraschung noch größer. Obwohl nicht nur die „Offenen Klever“ den Bewerbungsunterlagen einen erheblichen Verbesserungsbedarf bescheinigt hatten, hat es für Kleve gereicht. Das müssen wir anerkennen und tun es selbstverständlich auch. Nachdem der Jubel im Rathaus verflogen ist, wird es darum gehen, die in der Bewerbungsbroschüre enthaltenen Maßnahmen zügig anzugehen. Es gilt, den hehren Worten realpolitische Taten folgen zu lassen. Dazu gehört auch die Beteiligung des Rates an der Umsetzung der Vergabeentscheidung. Das könnte durch Einrichtung eines besonderen Ausschusses geschehen, in dem Kompetenzen und Zuständigkeiten gebündelt werden. Dabei dürfen die Alltagsaufgaben und -probleme, die sich einer Stadt stellen, nicht durch das Projekt „Landesgartenschau 2029“ aus den Augen verloren werden! Darauf zu achten, wird insbesondere Aufgabe der politischen Kräfte im Rat der Stadt sein, die sich gegen eine Bewerbung der Stadt entschieden hatten. Die Offenen Klever wollen daran mitarbeiten, dass die Landesgartenschau 2029 zum Anlass genommen wird, Kleve klimaneutral und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Imagefilm der Stadt Kleve zur Bewerbung

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31 Kommentare

  1. 31

    Wer mich kennt, der weiss, dass ich auch die Größe besitze, Fehler einzugestehen und Richtigstellung auszuführen. So wurde mir durch den Hinweis von Volker Rascho die Bewerbungsbroschüre für die LAGA 2029 heute Morgen zu Kenntnis gebracht, mit dessen Ausführungen die kritischen Inhalte in meinem Kommentar Nr. 14 widerlegt wurden. Darüber bin ich froh, dass meine Kritik in diesem Fall der Besucherprognose unbegründet bleibt.

     
  2. 30

    @29 Vielen Dank für den Link. Die Bewerbungsbroschüre gibt genau die Antworten auf meine kritischen Ansätze.

    Meine beschriebene Vorgehensweise bezüglich der Besucherprognosen mit Hilfe des Instruments der Isochronen pp wurde tatsächlich angewandt. Ich „reite“ darauf deshalb so herum, weil ich seinerzeit als Vorsitzender des Schleusen-Fördervereins Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. Immer wieder von der Stadt Kleve eingefordert hatte, dieses Instrument zu verwenden, um das Potenzial der motorisierten Freizeitschifffahrt für Kleve zu ergründen.

    Das Instrument macht sehr schön deutlich, wie gross die Potenziale der Zielgruppen sind. Es erschließt sich mir nicht, warum die Stadt Kleve das bei der Schleuse verweigert hatte und alle Wirtschaftlichkeitsprognosrn auf die veralteten und nicht repräsentativen Schleusungszahlen von vor 2013 abstellte.

     
  3. 28

    Und schon geht in den Print-Medien der Fraktionen das Hauen und Stechen los:

    Georg Hiob (CDU) erklärt, „total begeistert“ über den Zuschlag zu sein. „Und es gibt ein klares Ziel: Bis 2029 müssen wir fertig sein“, so der Fraktionsvorsitzende. Die Tagesordnung für den Rat zu ändern, sei aber nicht notwendig. Und ,an müsse der Stadt schon die Zeit lassen, sich nach der Entscheidung pro Kleve erst einmal auch zu sammeln. „Immerhin standen die Chancen 50/50“, so Hiob. Auf die Frage ob die Verwaltung ausreichend Personal für das Großprojekt hat? „Aus meiner Sicht geht das nur, wenn Hilfe hinzukommt, wenn Experten mit ins Boot geholt werden“.

    Die Fraktion der Offenen Klever (OK) beglückwünscht die Mitarbeiter der Stadtverwaltung – macht aber auch Druck. „Es gilt, den hehren Worten realpolitische Taten folgen zu lassen“, sagt Fraktionschef Udo Weinrich. „Wir wollen nicht, dass dieses Projekt vor die Wand fährt. Daher braucht es jetzt umgehend ein hohes Tempo. Der Bürgermeister hat versprochen, die Politik eng einzubeziehen. Da werden wir ihn nun beim Wort nehmen“, sagt Weinrich. Er könne nicht verstehen, weshalb das Thema Landesgartenschau nicht auf der Tagesordnung des Rates am jetzigen Mittwoch steht. „Dabei braucht es Fleisch am Knochen. Wir wollen wissen: Wie gehen wir jetzt vor? Eigentlich müsste die Verwaltung jetzt die Schublade öffnen und einen Plan präsentieren“, so der Fraktionschef.

    FDP-Fraktionschef Daniel Rütter sagt, dass er überrascht gewesen sei, dass Kleve den Zuschlag bekommen hat. Und: „Wir sind davon überzeugt, dass Kleve eigentlich genug zu tun hat. Doch man muss die Situation nun annehmen und das Beste daraus machen. Aber klar ist auch: Die Rechnung für die Gartenschau dürfen nicht höhere Grund- und Gewebesteuersätze sein.“ Seine Fraktion sei skeptisch, denn: „Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind begrenzt, und die Stadtspitze berichtet immer wieder, dass die Mitarbeiter im Rathaus überlastet seien. Da fragen wir uns schon, wie dieser Mehraufwand gestemmt werden soll?

    SPD-Chef Christian Nitsch setzt die Verwaltung unter Druck: „Die Stadt muss jetzt liefern.“ Teile seiner Fraktion hätten nicht etwa deshalb gegen die Landesgartenschau gestimmt, weil die Idee schlecht sei. Sondern: „Ich bezweifle, ob die Verwaltung unter diesem Bürgermeister in der Lage ist, diese historische Chance effektiv zu nutzen.“ Die Stadt müsse nun erklären, wie sie die Landesgartenschau personell stemmen will, wie die Bürger beteiligt werden und wie die Politiker transparent miteinbezogen werden sollen. „Wir sollten vor der politischen Sommerpause Klarheit haben, wie das weitere Verfahren ausschaut“, so der Sozialdemokrat.

    Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) gelte es nun zunächst einmal, die ensprechende Gesellschaft zu gründen. „Wir sollten nun einen Schritt nach dem anderen gehen. Es sei auch nicht problematisch, die Prozesse in der Laga-Gesellschaft zu kontrollieren. Transparenz kann man herbeiführen, indem man immer wieder nachfragt“, so Meyer-Wilmes. Bei den Grünen überwiege die Freude: „Dieser Zuschlag bedeutet einen Aufbruch. Zumal ich den Eindruck habe, dass auch die Bürgerschaft begeistert ist und sich einbringt.“

     
  4. 26

    @25 Volker Racho

    Vielen Dank für den erklärenden Hinweis. Die Broschüre habe ich in der Tat noch gar nicht gesehen. Wo wird sie denn publiziert?

     
  5. 25

    @ 14 hplecker:

    Ich empfehle die Lektüre der Bewerbungsbroschüre. Hinsichtlich der Marktanalysen und Besucherprognosen insbesondere die Seite 96. Insgesamt übrigens 172 Seiten auf denen sich die meisten Ihrer Anmerkungen und Fragen beantworten.

     
  6. 24

    @23 Würde sagen, damit ist nicht die Bewertungskommission gemeint…

    Welche Frage haben Sie bei ChatGPT eingegeben?

     
  7. 23

    „In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2029 in Kleve das dafür zuständige Gremium die Landesgartenschau-Gesellschaft Nordrhein-Westfalen mbH (LGS NRW). Diese Gesellschaft wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt und koordiniert. Das Landwirtschaftsministerium spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Landesgartenschau oft auch Themen wie Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz sowie regionale Entwicklung und Tourismus umfasst. Es arbeitet eng mit anderen Ministerien und Behörden zusammen, um eine erfolgreiche Durchführung der Landesgartenschau zu gewährleisten und die Ziele des jeweiligen Projekts zu erreichen.“ ( Chat GPT )

    na ja, so ganz unabhängig???

     
  8. 22

    @21 Steinfurt ist ja sehr nett, aber Kleve ist da doch repräsentativer für eine LAGA… fand dann wohl die unabhängige Bewertungskommission (11 Expertinnen und Experten der Fachrichtungen Landschaftsarchitektur, Gartenbau, Städtebau, Tourismus und Naturschutz).

     
  9. 21

    Ob denn wohl die Entscheidung zugunsten von Kleve auch gefallen wäre, wenn es keinen Klüngel Gorißen, Gebing, CDU etc. gegeben hätte????

     
  10. 20

    Tipp:
    Diejenigen, die den Spoykanal, in Höhe Hochschule, für Flaschen und anderes Entsorgungsgut als Mülldeponie benutzen, sollten auch wieder dazu „bemüht“ werden, diese chaotischen Verschmutzungen wieder zu entfernen!!!

     
  11. 17

    Das schönste was ein Bürgermeister hinterlassen kann, ist sich ein Denkmal zu setzen!
    So, oder so ähnlich heißt es doch, wenn auch in einem anderen Bezug. Mir wäre lieber gewesen wenn man sich dieses Denkmal mit der Anbindung an den Rhein gesetzt hätte! Andere Städte wären froh um ein solches Potential. Schade das der Koekkoekplatz soweit davon entfernt liegt, dann gäbe es Hoffnung!
    Ich brauche keine LAGA und erst recht keine die vom Klever Ring bis in den Galleien stattfindet und das Wasser in einer Sackgasse endet. Dereinzige der davon profitiert ist der Landwirt dem dieses Areal gehört! Mir reichen die Rapsfelder mit Blick auf die Schwanenburg!
    Und welche Vorstellung hat die Verwaltung auf einmal wo dieser ganze Elan zur Planung und Umsetzung kommen soll, wo Kleve doch bekannt ist für Ihre Schnelligkeit??
    Vermutlich wird von dem erwirtschaftetem Überschuß des Kämmerers ein hochdosiertes Medikament gekauft, dass neben der Zeiterfassung ausliegt und täglich von jedem Mitarbeiter der Verwaltung eingenommen werden muss!? Dann dürften die knapp fünf Jahre bis zur LAGA gerade ausreichen!
    Wer hält denn die Flächen nach der LAGA instand, wo die USK jetzt schon an ihren Grenzen stößt?
    Da nutzt ein weiterer Trupp von fünf Mann für Grünfächen wenig!
    Ich lasse mich einfach überraschen! Vielleicht fällt da doch noch das ein oder andere Milliöhnchen für ein bedeutendes Bauwerk ab? Das wer doch was, sich ein Doppeldenkmal zu setzen! Grandios!

     
  12. 16

    Warum legt man sich bei dem „LAGA-Gebiet“ überhaupt fest? Es ist eine LandesGartenschau da sollte mehr bei rauskommen als „nur“ ein besseres Wohnumfeld für die Fußgängerzone. Ich finde das Kleve sehr viel mehr Potenzial zu bieten hätte. Mein Traum wäre: Einen Bogen vom Sternbuschbad über den Kermisdahl, dann die Fußgängerzone (Stadthallenumfeld) die Spoy entlang, Hochschule mit deutlich vergrößertem botanischem Garten, dann hinüber zum Tweestrom um die dortigen ehem. Baggerlöcher anzubinden. Das Potential des Tier/Forstgartens mit der Umgebung Kupferner Knopf-Tiergartenwald wird gar nicht beachtet (Siehe China-Lights) es bräuchte einen deutlich besseren Rad/Fuß-wege ausbau. Warum sollte eine LAGA nur das unmittelbare Stadtinnere aufwerten? Zu Kleve gehören auch andere Ortsteile die dörflicher gelegen sind. Aber ja, die Kosten und Besitzangelegenheiten mal nicht einbezogen. Ein Traum halt.

     
  13. 15

    @8 + 13: Die Schleuse Brienen liegt überhaupt nicht im Plsngebiet der zukünftigen LAGA 2029. Im Plangebiet befindet sich nur der Teil des Spoykanals, für den die Stadt Kleve resp. Die Stadtwerke Kleve die Unterhaltungspflicht besitzt, also vom Kermisdahl (Woucesterbrücke) bis zum Wendehafen schräg gegenüber des alten Bunkers an der Briener Straße. Der restliche Teil des Spoykanals, für den das WSA Rhein verantwortlich zeichnet einschließlich Schleuse ist nicht Teil des Plangebietes der LAGA.

    Es ist bis zum bevorstehenden (längst überfälligen) Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf weiterhin offen, ob zumindest das Oberhaupt der Schleuse, nämlich jener Teil, der ausserhalb der Deischschutzzonen I + II liegt, als Denkmal erhalten bleiben muss. Wenn die LAGA entsprechend den Erwartungen der Planer tatsächlich eine hohe Zahl an Touristen anlocken wird, wie von der Stadt prophezeit und wovon auszugehen ist, dann würde ein solches Denkmal durchaus eine touristische Bereicherung neben dem ehrwürdigen Johanna-Sebus-Denkmal sein.

    Den Glauben daran, dass es gelingen wird, durch die LAGA oder unmittelbar danach wieder eine schiffbare Verbindung zwischen dem Rhein und der Stadt Kleve zu ertüchtigen, habe ich bisweilen nicht.

     
  14. 14

    In der NRZ ist ein Interview mit dem Bürgermeister Wolfgang Gebing zu lesen, der die Glückwünsche für den Zuschlag entgegen nahm und von sprudelnen Touristenzahlen schwärmt. Das grundsätzlich gut und richtig, aber wer mich kennt, weiss, dass darauf ein „aber“ folgt:

    Ich bin mir sicher, dass die LAGA 2029 Touristen anziehen wird. Offenbar unklar ist jedoch bei der Antragstellern, wie groß das Einzugsgebiet ist, aus dem die pot. Gäste stammen werden. Während man früher auf der Karte mit dem Zirkel einen Radius und dadurch eine Kreisfläche gezeichnet hatte, bei dem Kleve der Mittelpunkt war, die dann Auskunft über das Flächen-Einzugsgebiet gab, geht man da heute deutlich genauer vor: Heute bestimmt man, welche Anreisedauer die Menschen für eine LAGA in Kauf nehmen, z.B. 1,5 Stunden, 2 oder gar drei oder mehr. Mithilfe von Computern legt man dann keinen Kreis mehr um Kleve, sondern eine sogenannte Isochrone. Sie umschließt dann eine Fläche, die beispielsweise alle Orte einfasst, von denen man maximal 1,5 Stunden Anreisedauer nach Kleve hat. Anhand von Einwohnerstatistiken lässt sich dann ermitteln, wie viele Menschen mit welcher Demographie innerhalb dieser Isochrone leben. Zieht man nun die Parameter der Besucherstatistiken vergangener LAGAs hinzu, kann rechnerisch prognostiziert werden, wie gross die Zahl der Besucher sein könnte. Ich bezweifle, dass genau dieses Instrument von den Planern der LAGA 2029 benutzt wurde. Ein Instrument, dass für Touristiker Gang und Gäbe ist.

    Leider vermisse ich die Aussage des Bürgermeisters, dass die LAGA 2029 nicht nur eine Verbesserung der touristischen Situation anstrebe, sondern auch eine Verbesserung der Lebensqualität der eigenen Einwohner Kleves. Denn eine LAGA sollte m.E. auch das Selbstbildnis und die Akzeptanz der eigenen Einwohner für ihre eigenen Heimatstadt fördern. Leider kein Wort davon zu lesen in dem NRZ-Interview.

    Ich betone, dass meine Kritik nichts mit „kaputt reden“ zu tun hat. Vielmehr soll meine Kritik als konstruktiv verstanden werden. Denn ich freue mich auf das Projekt und bin gespannt und fände es sehr schade, wenn es in großen Teilen unserer Gesellschaft keine Akzeptanz findet, nur weil wichtige kommunikative Dinge nicht richtig laufen. Kleves Verwaltung und Politik wurde in den letzten Jahren immer wieder für die schlechte Kommunikation kritisiert – manchmal tatsächlich sogar zurecht. Ich habe es selbst erfahren. Der Eindruck der Hinterzimmerpolitik wird dadurch genährt. Das sollte bei der LAGA 2029 unbedingt vermieden werden.

    Ansonsten von mir an dieser Stelle ein fettes Dankeschön an der Planer und Macher der Bewerbung um dieses Projekt und herzlichen Glückwunsch nicht nur dem Bürgermeister, sondern allen Klevern und Kleverinnen für diesen Erfolg. Jetzt sollten wir alle das beste draus machen und uns gemeinsam den Erfolg erarbeiten.

     
  15. 12

    7.) ☝? Wie schön ! +- unberührte Natur in der Klever Mitte , ? da muss den Nabu ? ? ? doch das Herz aufgehen ? … also bitte weiterhin unberührt lassen . ?

     
  16. 11

    Als sich der Schleusen- und Spoykanal-Förderverein Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V. Anfang des Jahres 2020 gegründet hatte, hat er sich nicht nur auf die Fahne geschrieben, sondern auch in die Satzung, dass er alle Maßnahmen zur Inwertsetzung des Spoykanals und den Erhalt der Schleuse Brienen fördern werde. Die schiffbare Wiederöffnung der Verbindung zwischen Spoykanal und Griethausener Altrhein war das erklärte Ziel. Die Stadt Kleve beriet und diskutierte über den Neubau einer Sportbootschleuse als Ersatz für die inzwischen marodierte denkmalgeschützte Schleuse.
    Der Verein resp. die Vereinsmitglieder haben zu keiner Zeit behauptet, dass sich ein solches Neubauprojekt, das nicht unerhebliche Kosten verursachen würde, wirtschaftlich positiv rechnen ließe. Stattdessen war alle Argumentation ergebnisoffen. Der Verein warb unermüdlich bei allen Entscheidungsträgern der Klever Verwaltung und Politik darum, eine Potenzialanalyse in Auftrag zu geben und daraus eine Rentabilitätsprognose zu erstellen. Erst mit Ausarbeitung dieser Ergebnisse könnte eine Aussage darüber gemacht werden, ob sich eine solche Mammutinvestition für Kleve rechnen werde. Leider haben sich die mehrheitlichen politischen Kräfte sowie die Verwaltung gegen eine solche eigentlich unumgängliche Vorgehensweise gesperrt und das Projekt Neubau einer Sportbootschleuse weiter abgelehnt.
    Kurz darauf keimte die Idee einer LAGA 2029 auf. Vordergründig wurde die nicht unerhebliche Förderkulisse vorgetragen, die ein solches Projekt bringen würde. Nicht desto trotz muss die Stadt Kleve nicht unerhebliche Summen aus eigenen Mitteln aufbringen. Und auch hier wäre eine Rentabilitätsprognose zweckdienlich. Auch hier wurde dieses Instrument nicht vorgebracht. Stattdessen werden Prognosen über die Zahl der zu erwartenden Besucher abgegeben und zwar lapidar aus einem Vergleich mit den vergangenen Landesgartenschauen anderenorts. Eine professionelle Potentialanalyse sieht anders aus als es die Stadt Kleve gemacht hat.
    Ich will hier die Kritik nicht in den Vordergrund stellen. Ich will mit dieser Kritik lediglich zum Ausdruck bringen, dass wir uns heute immer noch an einem Punkt befinden, an dem keinerlei Aussage über Verlust oder Gewinn durch die LAGA 2029 zu erwarten ist. Die verantwortlichen Planer haben es auch hier versäumt, nachvollziehbare Prognosen zu erstellen. Wer heute behauptet, dass das Projekt für Kleve ein wirtschaftlicher Erfolg sein wird, tapert ebenso im Dunkeln wie derjenige, der heute behauptet, das Projekt würde Verluste für die Stadt einfahren.
    Ich hoffe, dass es ein positives Ergebnis bringt und würde mich freuen, wenn viele KleverInnen sich mit dafür einsetzen, dass es ein positives Event wird. Nur auf die Stadt zu schimpfen wäre auf jeden Fall der falsche Weg.

     
  17. 10

    Mmuuuh, RD, was ist dran an der seit gestern in Kleve mmuuuhtmaßlich gewhistleblowten Vermmuuuhtung, dass Kleveblog vorzeitig zur LAGA (endlich) einen Fanshop einrichten wird? Zu Beginn vermmuuuhtlich mit Gartenartikeln, mmuuuh zur LAGA-gerechten grüne Weiden-, Vorgarten- und RD-Hinterhausgartengestaltung? Vermmuuuhtlich gar mit Gartenzwergen, mmuuuh, als mmuuuhtmaßlich KI-gefakte Zwillinge von BM G., Prof. G., Bauer Sch., Ruderin de G. und Vereinvorsitzender S.-L.? Für EUR 49,99.- das Stück, mmuuuh, aber für nur EUR 222,22 für alle Fünfe? Mmuuuh, ab wann und wo, bitte, kann ich auf https://www.kleveblog.de den Bestelllink finden?

     
  18. 9

    Habe schon mehrere Orte vor und nach einer Bundes- oder Landesgartenschau besucht und die Erfahrung gemacht, dass so eine Gartenschau – bei guter Planung – eine nachhaltige Bereicherung für den jeweiligen Ort war. Und das Geld dafür wird sich, auch in Kleve, schon finden.

     
  19. 8

    Besteht in diesem Zusammenhang nun doch noch Hoffnung auf einen Erhalt der Schleuse (Stadt-Land-Fluß)?

     
  20. 7

    @4 Sch… auf alle, die bis 2029 noch meckern werden

    Und ran an den eigenen Garten!

    Wir könnten als Erstes mal mit ein paar Freiwilligen bei rd anrücken… er braucht nur Kaffee bereit zu stellen und fährt dann am besten übers Wochenende weg ?

     
  21. 6

    Die Landesgartenschau macht Kleve schöner… Es erinnert an den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, auch wenn der ein kleinerer Rahmen war/ist (gibt’s den noch?)

    Eine LAGA ist ein bisschen wie ein Nationalpark-Status – ein Dach, unter dem vieles möglich wird, was ansonsten nicht ginge.

    So, und jetzt noch der Reichswald…

    #Heimatregion

     
  22. 5

    Vorschlag ! ☝? Venezianische Gondola auf Kermisdahl + Spoy Kanal mit passendem jodelndem Gondolieri Personal ? wäre sicher ein schönes Highlight … oder ? ?

     
  23. 4

    Endlich! Mein Flehen hat Gehör gefunden!

    Scheiss auf die Kohle, denn dies wird, sofern nicht wieder eine lieblose Aufgabenerfüllungssparvariante hingerotzt wird, für Kleve und die Region in allen Kategorien eine nachhaltige Bereicherung darstellen.

     
  24. 3

    Da hat Kleve ja einiges vor.
    Der größte Anteil der Gelder soll in die Fußgängerzone fließen, dem „Sorgenkind des Rathauses“. Bis da etwas passiert ist das letzte Inhabergeführte Geschäft verschwunden und die Attraktivität der Einkaufsmeile völlig dahin.
    Aber es gibt ja noch genug andere Projekte die es bis 2029 im Rahmen der Vorbereitungen zu stemmen gibt.
    Da wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg mit. Kleve hätte es wirklich verdient.

     
  25. 1

    Bleibt nur zu hoffen, dass alles gut durchdacht ist und sich der Erfolg auch einstellt. Ansonsten haben die Klever Bürger ein großes Loch im Portemonnaie! Als Klever Bürger drücke ich dann mal fest beide Daumen.