Schleuse Brienen: Die Geisterinspektion

rd | 07. September 2018, 11:26 | 7 Kommentare
Sandsäcke und ein Lastkahn auf dem Trockenen: Schleuse Brienen

Die Schleuse Brienen ist seit Jahren außer Betrieb, lediglich zur Rettung von ein paar tausend Fischen wurden die Tore im vergangenen Sommer mal einen Spalt breit geöffnet. Zur Zeit bietet das Bauwerk einen Anblick, der an einem Katastrophenfilm erinnert – ein Lastkahn liegt auf dem Trockenen, dazu, ebenfalls auf dem schlammigen Grund der Anlage, einige Dutzend Sandsäcke.

Doch wer denkt, dies sei nur das Vorspiel zur endgültigen Abwrackung, sieht sich getäuscht. Wir leben in Deutschland, dem Land des TÜVs und der zumindest symbolischen Einhaltung von Gesetzen, und da gibt es eine Vorschrift, die für Schleusenbauwerke, auch wenn sie nicht genutzt werden, im Zeitraum von sechs Jahren eine Inspektion vorschreibt. Diese wird zurzeit vorgenommen, danach ist die Schleuse Brienen – nun wieder amtlich beglaubigt – nicht betriebsbereit.

Sie wird auch nie wieder ihre Tore öffnen, denn im Zuge der Inspektion installierten die Arbeiter vor dem äußeren Tor auch dem Hochwasserschutz – und diese Metallwand ist nicht zu öffnen und wird auch nicht wieder entfernt.

Da die Schleuse im übrigen auch Teil der Wasserhaltung zwischen Rhein und Niederung ist, hat die Inspektion natürlich auch eine Berechtigung. Gleiches gilt für den Lastkahn auf dem Trockenen und die Sandsäcke: Sie dienen dazu, den Druck auf den Boden des Bauwerks, der sonst durch das Wasser entsteht, für die Zeit der Inspektion auszugleichen.

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  1. 7. Klaus

    @6. JJ
    „Was plant die Stadt Kleve?“

    Man redet solange darüber, bis der Deichverband die alte Schleuse abgerissen hat und den neuen Deich ohne Schleuse gebaut hat. Und dann ist es halt zu spät;-). Dann sind die Schleuse und die Fördermittel weg. Genau wie mit den Fördermitteln für energetisches Bauen für die GesamtRealSchule Hoffmannallee seinerzeit. Typisch Kleve halt. Mit Northing ist nichts besser geworden,

     
  2. 6. Joseph Johann

    Seit Planung und Bau der Rheinbrücke Kleve – Emmerich musste mit Auswirkungen auf Schleuse, Kanal und Hafen Kleve gerechnet werden. Nach der Einweihung der Rheinbrücke im Jahre 1965 verlagerte sich der Umschlag von Splitten, Heizöl, Kraftstoffen, Rohstoffe für die Union, Getreide und anderes nach Emmerich oder entfiel ganz wegen Produktionsaufgabe oder deren Verlagerung. Notwendige Massnahmen wurden versäumt. Heute sind sicher riesige Geldsummen erforderlich, um der Situation Herr zu werden. Was plant die Stadt Kleve? Oder geschieht weitere 50 Jahre nichts?

     
  3. 5. Lohengräm

    Ganz schön tief das Ding…..!

     
  4. 4. Husky

    Man könnte das ding ja auch jetzt einfach Zuschütten, braucht ja niemand mehr

     
  5. 3. Niederrheinstier

    @1 und 2
    Mmmuuuh, und nicht den Bypass-Kanal in der Schleuse (im Bild verläuft der links hinter der Mauer oberhalb der Stufe recht weit unten) vergessen, mmuuuuh. Mit diesem Bypass-Kanal konnten bis zur Schließung die meisten Schleusungen ohne die Hilfe von Pumpen, sondern durch simple Ausnutzung der Wasserstandsunterschiede zwischen Altrhein und Spoykanal sowie Schleusenkammer durchgeführt werden, mmuuuuh. Jetzt wird da noch quasi energiekostenlos der Wasserstand im Spoykanal mit geregelt, mmmuuuh. Denn wenn es stark regnet (oder die mehr als 55000 Milchkühe im Kreis Kleve gleichzeitig (Nitrat-) Wasser lassen, dann steigt der Wasserstand im Spoykanal innerhalb von einer Stunde um bis zu 20 cm, mmuuuuh. Ist ein solch günstiges, sehr energieeffizientes und daher umweltfreundliches System in dem Deichneubauprojekt vorgesehen, mmuuuh. Oder müssen zukünftig die großen Elektropumpen viel häufiger laufen, und dabei viel mehr Strom verbrauchen als bisher, mmuuuuh???

     
  6. 2. J.-U. Habedank

    Da ist ein Fehler passiert: Die jährlichen Instandhaltungs-/Betriebskosten wurden mit 750 TDE (statt 70 TDE) genannt…

     
  7. 1. J.-U. Habedank

    Wasmich beim Thema Schleuse, heute morgen aus 1. Hand der Verwaltung in öffentlicher Veranstaltung erfahren, völlig konsterniert ist folgende Denkweise ( der Stadtverwaltung):
    – Einer Investition von 20 Mio oder mehr ( bei Kauf und Inbetriebnahme der Schleuse durch die Stadt) folgen ca. 70 TDM Euro an jährlicher Unterhaltung.
    – Es wurde der Vergleich, ohne Zahlen ( die lagen für mich bei echten ca. 180.000 Euro, da die Stadtwerke ca. 200.000 kalk. Kosten dazu anführten) mit der Fähre Schanz bemüht – das hat man ja schon nicht stemmen können…
    – Gleichwohl setze man sich aber mit allen Möglichkeiten für mindestens den Neubau einer (Sportboot)Schleuse ein; dies aus touristischen Gründen, „Kleve am Wasser“ und nicht zuletzt der Hubbrücke bei der HSRW. Hier müsse man nur noch abbilden können das Geld dafür zusammen zu kriegen durch Fördertöpfe, Änderung der Zuschuss-Regelungen usw. DA passiert auf jeden Fall etwas, DAS ist versprochen..!

    Zwar bemüht man einerseits das Schicksal der Fähre Schanz – war aber nicht in der Lage und Willens diese für den 111. Teil der Aufwendungen einer (Sportboot) Schleuse am Laufen zu halten und hat somit einen ganzen Stadtteil damit infrastrukturell kastriert.
    Den touristischen Gedanken versteh‘ ich – den gab‘ und gibt es aber auch bei der Fähre Schanz!? Allerdings hat man diesen lediglich bekundet, wenn‘ s paßt. Was nicht paßte war, dass mich hunderte Male FietserInnen auf’m Deich nach den Fährzeiten ansprachen ( worüber es erst mal gar keine, später dann auf der unteren Innenseite des Deiches – was kein Deichfietser erkennen vermag – Info gab) und ratlos da standen…

    Weitere Verwirrung: Vor ein paar Wochen hatte ich in Halle, Wettin und Umgebund zu tun; alles an der Saale in Sachsen-Anhalt…
    Allein in/ um Wettin gibt’s 3 ( drei!) Fähren zwischen je
    20 und 30 Tonnen Belastbarkeit, gleichwohl es auch Brücken über die Saale gibt. Ein PKW mit 2 Personen kostet im Einzelticket 1,80 Euro, Kinder 20 Cent – und das scheint sich wohl zu rechnen. Fährzeiten von 05h bis 22h auf Bedarf. Monats- und Jahrestickets kosten dann noch einen Bruchteil…
    Zudem gibt es noch – abgestimmt mit den Fähren – Schifffahrt auf der Saale; von X nach Y und zurück mit Pause wo man einen Imbiss einnehmen kann, sich informieren kann über Land und Leute…
    WARUM geht das an der Saale und im Klever Land ist man diesbezüglich im Stadium eines Vor-Schwellenlandes???
    Bevor Vorurteile aufkommen: Diese o.e. Fähren an der Saale werden nicht aus’m Soli oder so bezahlt, das Personal wird normal bezahlt. Drum herum verdienen auch noch Leute.
    Aufgefallen ist noch, dass i.d.R. an den Fähranliegern mindestens ein Imbiss mit Außenplätzen am Wasser ist, wo Radwanderer und Eingeborene mal für eine Schorle, ein Bierchen oder eine Currywurst o.Ä. einkehren.
    Zugegeben – die Fähren scheinen dem Fließgewässer angepasst zu sein, also kein irrsinniger Fehlkauf á la Rauer. (…)