Kölner Architekten planen Kellener Gymnasium

rd | 02. Oktober 2019, 12:45 | 50 Kommentare
Kann sich noch jemand daran erinnern? Die Anfänge des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ca. 1969/70 in Pavillons (Foto: Website KAG/Frau Klett)

Der Neubau des Konrad-Adenauer-Gymnasiums wird von Architekten aus Köln geplant. Die sic architekten gmbh aus dem Kölner Stadtteil Kalk erhielt im Zuge der europaweiten Ausschreibung des Projekts den Zuschlag, das vierzügige Gymnasium sowie eine Sporthalle und die Außenanlagen zu entwerfen. Dies vermeldet das Unternehmen auf seiner Website, weitere Auskünfte waren nach Auskunft einer Sprecherin des Büros „zeitlich nicht möglich“.

Die Anfänge der sic architekten gmbh liegen 36 Jahre zurück, seit 1992 führt Dipl.-Ing. Michael N. Neuendorff das Unternehmen, das auch eine Repräsentanz in China unterhält. Zu den Auftraggebern des Büros zählen viele Kommunen aus dem Rheinland (z. B. die Städte Köln und Bonn) und auch Einrichtungen wie das ZDF und die Universität Köln. Für die Planung der Außenanlagen holten die Kölner ein Unternehmen aus Essen, die DTP Landschaftsarchitekten GmbH, mit ins Boot. Die beiden Unternehmen bildeten eine Bietergemeinschaft. Vier weitere Anbieter nahmen an dem Verfahren teil, kamen aber nicht zum Zuge. Der an sic/DTP vergebene Planungsauftrag hat ein Volumen von rund 3,3 Millionen Euro, die Gesamtkosten des Vorhabens sollen sich auf rund 31 Millionen Euro belaufen.

Die neue Schule soll etwa dort errichtet werden, wo in den vergangenen Tagen noch das Oktoberfestzelt stand, und für 880 Schüler ausgelegt sein. Die Gebäude sollen eine Bruttogrundfläche von 14.355 Quadratmeter haben, wovon 2880 Quadratmeter auf die Dreifach-Sporthalle (mit Tribüne) entfallen. Aus den Ausschreibungsunterlagen geht hervor, dass das Gymnasium spätestens zum 31. März 2024 fertiggestellt sein soll, vom Schuljahr 2024/25 an könnten die neuen Räume also erstmals genutzt werden.

Anfang 2017 hatte der Rat der Stadt die Verwaltung beauftragt, den Neubau des Gymnasiums in die Wege zu leiten. Das bisherige Gebäude am Köstersweg, knapp 50 Jahre alt, erschien nicht mehr sanierungsfähig. Als neuen Standort hatte die Verwaltung das verkehrsgünstig gelegene Gelände nordöstlich der Bahnlinie auserkoren. Die CDU wollte das Projekt damals schon 2021/22 fertiggestellt wissen, was jedoch utopisch war.

Im Gegensatz zu früheren Ausschreibungen der Stadt, bei denen es schon mal kräftig rumpelte, liefen die Vergabeverfahren für das neue Konrad-Adenauer-Gymnasium reibungslos. Bereits am 2. Juli erfolgte der Abschluss. Zwei weitere, ebenfalls mit der Schule zusammenhängende Planungsverfahren, konnten Ende August vergeben werden.



Der nächste Coup: Zevens kauft Schulte-zur-Wißen-Immobilie

rd | 01. Oktober 2019, 11:25 | 11 Kommentare
Und noch ein Gebäude: Bernd Zevens sicherte sich ein bekanntes Geschäftshaus in der Kavarinerstraße (Grafik: Esther Mols/Ausschnitt aus Cover Der KLEVER, Ausgabe 2-2019)

(Mit Material aus der Titelgeschichte des Magazins Der KLEVER)

Die Janssen Immobilien GmbH aus Goch bietet das Geschäftshaus an, auf dem Webportal Immoscout24 wird Maurice Zevens als Ansprechpartner genannt. In dem Inserat heißt es: „Sie möchten sich den Traum vom eigenen Ladengeschäft in Kleve erfüllen oder eine Filiale am Niederrhein eröffnen? Mit diesem Objekt bringen Sie Ihre Geschäftsidee direkt ins Zentrum! In der Karavinerstraße, einer der wichtigsten Straßen der Klever Fußgängerzone gelegen, sind Ihnen Tausende Passanten Tag für Tag garantiert. Ob Modegeschäft oder Dienstleister – auf 276 Quadratmetern haben Sie genügend Raum, Ihre Business-Ideen auszuleben und Ihre neuen Kunden in einem einzigartigen Ambiente zu empfangen.“ Der Mietpreis werde auf Anfrage mitgeteilt. 

Das Gebäude, um das es in diesem Inserat geht, ist die Heimat eines alteingesessenen Betriebs, des Herrenausstatters Ulrich Schulte zur Wißen. Und der Vermieter ist auch eine bekannte Klever Größe: Bernd Zevens hat das markante Haus eingangs der Kavarinerstraße gekauft. Er kann es nicht lassen!

Dabei dachten manche Menschen aus seinem Umfeld, der umtriebige Unternehmer werde nun kürzer treten, er seine Zevens Verwaltungsstiftung am 8. August vergangenen Jahres anerkannt bekam, schließlich hatte er in den vergangenen Jahrzehnten auch schon genug bewegt. Zudem gab es auch erfreuliche Nachrichten privater Natur, da kann sich der Fokus schon mal verändern.

Nicht aber bei Zevens, mittlerweile 71 Jahre alt. „Ich kann zehnmal sagen: Ich mache nichts mehr. Die Leute werden mir ohnehin nicht glauben“, sagte er einmal. Weiter, immer weiter. Zevens: „Alles, was ich verdiene, investiere ich wieder.“ 

In diesem Sommer griff er wieder zu. Als Zevens davon hörte, dass die Immobilie des Herrenausstatters Ulrich Schulte zur Wissen zum Verkauf stand, zögerte er keine Sekunde. Zevens besichtigte das Objekt (das heißt, er ging einmal um das Gebäude), hob den Daumen und besiegelte nach kosmetischen Korrekturen am Preis das Geschäft. Da kann es mitunter länger dauern, bis Ulrich Schulte zur Wißen einen Herrenanzug verkauft hat.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses gehören dem Investor nun diverse Immobilien: das Bürogebäude, in dem die Deutsche Bank und neuerdings auch ein Teil der Hochschulverwaltung ansässig sind, das Bekleidungshaus Mensing und nun auch das Haus des traditionsreichen Einzelhändlers. Wenn Zevens nun auch noch den Zuschlag für die Bebauung des Minoritenplatzes erhielte, wäre das Rathaus eingekesselt. Sonja Northing sollte über eine Versorgung aus der Luft ernsthaft nachdenken.

Ulrich Schulte zur Wißen: Nach 42 Jahren ist an der bisherigen Adresse Schluss

Gegenüber kleveblog sagte Ulrich Schulte zur Wißen: „Zum 31. Januar 2020 ist Schluss, nachdem ich 42 Jahre lang fast jeden Tag im Geschäft gestanden habe. Die Übergabe der Immobilie erfolgt am 1. Februar.“ Schulte zur Wißen hatte den Verkauf seit längerem ins Auge gefasst und für sich eine Liste mit möglichen Käufern gemacht. Darunter eben auch Bernd Zevens.

Dem Klever Kaufmann erscheint der Zeitpunkt der Veräußerung ideal. „Ich hätte das Geschäft auch noch fünf Jahre weiterführen können, doch grundsätzliche Entwicklung im Handel sehe ich nicht allzu optimistisch.“ Der Onlinehandel floriert, und gleich hinter der Grenze geplante Großprojekte wie das Outlet-Center in Zevenaar werden die Situation für die Einzelhändler in Kleve nicht einfacher machen. „Dass ich das Haus jetzt verkaufen konnte, war ein Glücksfall“, so Schulte zur Wißen. „Ich bin froh, dass das Haus in der Hand eines Klevers bleibt.“

Ulrich Schulte zur Wißen selbst ist derzeit mit der Renovierung eines anderen Hauses in der Kavarinerstraße beschäftigt. Dort hatte der Herrenausstatter ursprünglich seinen Sitz. „Vielleicht mache ich dort geschäftlich weiter“, so der Kaufmann. 

Zevens Monopoly-Portfolio besteht mittlerweile aus der halben Stadt: 2018 erhielt er den Zuschlag für das Deutsche-Bank-Gebäude an der Herzogstraße. 2016 verleibte er sich den Ratskrug in Materborn ein, damit die Gaststätte dort weitergeführt werden konnte. 2015 gingen die beiden Mensing-Bekleidungshäuser (Herzogstraße, Kavarinerstraße) in seinen Besitz über. 2013 kaufte Zevens für 2 Millionen Euro das bekannte Lokal Schweizerhaus und ließ nach dessen Abriss dort Wohnungen bauen. 2012 hatte Zevens in der Klever Innenstadt die Kaufhof-Immobilie übernommen. Jetzt Schulte zur Wißen, und kein Ende in Sicht…

Die Anfänge des Bekleidungshauses Schulte zur Wißen in der Kavarinerstraße
Neue Mieter gesucht, Preis auf Anfrage




Kommen 5 Inder zum Oktoberfest, oder: München, pass auf!

rd | 30. September 2019, 16:20 | 7 Kommentare
Indien wird Augen machen

Das KLEVER Oktoberfest mit seinen insgesamt vier Sauftagen ist Vergangenheit, die Wahrscheinlichkeit, dass einem nachts um eins in der Innenstadt schlangenlinienlaufende Lederhosenträger begegnen, sinkt wieder gegen Null. Die schönste Geschichte zur der diesjährigen, nunmehr siebten Auflage der Bayernkopie im Flachland stammt von der Einreisekontrolle am Düsseldorfer Flughafen, wo in der vorvergangenen Woche fünf Männer aus Indien ihre Dokumente vorlegten. Auf die Frage des Beamten, wohin die Reise denn gehen sollte, antworteten diese voller Vorfreude: „Zum Oktoberfest!“ Der Grenzpolizist erwiderte: „Ah, dann geht es noch weiter nach München?“ Worauf einer der Inder entgegnete: „Nein, nach Kleve!“

NACH KLEVE?!?! WTF?!

Lederhosen hatten sie noch nicht (und das Accessoire einen Tag vor dem Festzeltbesuch in Kleve zu kaufen, dürfte eine selbst für einen Inder nicht zu bewältigende Improvisationsaufgabe gewesen sein). Doch ob dieses Vorhaben gelungen ist, dürfte bei dieser Geschichte das kleinste aller Rätsel sein.

Das größte ist: Wie kommen die fünf Inder auf Kleve? Nun ist Deutschland aus indischer Perspektive nicht mehr als ein Land, das auf einem Globus abgekürzt geschrieben werden muss, weil es sonst nicht in die Umrisse passt. Da könnte Kleve vielleicht schon mal als „in der Nähe von München“ durchgehen. Andererseits: Hat der Mann vielleicht einfach nur „Oktoberfest Tickets“ (oder, um genau zu sein: Oktoberfest टिकट) gegoogelt, und als erstes die Klever Seite angezeigt worden? (Dann sollte  Verantwortliche für die Klever Website ein fürstliches Zusatzhonorar verlangen.)

Oder hat er nach den Preisen geschaut (Tischreservierung Pschorr-Bräurösl 359,–  bis 1017,– €, Kleve Ticket p. P. 29,90 €) und sich für das günstigere Angebot entschieden? Haben die fünf Inder die bayerische Kulisse vermisst und sich etwas über die Melange aus Industrieruinen, Wohnmobilstellplatz und Bahnhofsvolk gewundert, oder reichten der Anblick des bayerntümelnden Festzelts in der Pampa sowie der von ein paar tausend Dirndln? Halten sie fortan das Kleffse Platt für das bayerische Idiom? Werden sie, wenn sie wieder zu Hause angelangt sind, ihren Verwandten und Bekannten von diesem Oktoberfest als dem Original erzählt haben? Wenn ja, dann kann München sich warm anziehen… (und Kleve hätte nach der Hochschule einen zweiten Attraktionspunkt für Menschen aus Indien).


Gebäude an der Grabenstraße können wieder bezogen werden

rd | 27. September 2019, 13:48 | 2 Kommentare
Mieter dürfen wieder rein: Wohngebäude an der Grabenstraße

75 % Happy End: Drei der am Mittwochabend geräumten Gebäude in der Unterstadt können wieder bezogen werden, teilte die Stadt Kleve soeben mit.

Am Mit hatte die Stadt Kleve festgestellt, dass Häuser auf der Graben- und Bahnhofstraße ohne vorherige Bauabnahme bezogen wurden. Bei einer Ortsbesichtigung traten in den Gebäuden massive brandschutztechnische Mängel zutage. Betroffen waren Rettungswege und unsachgemäße Gas- und Elektroleitungen. Aufgrund der Gefährdung musste die Nutzung unmittelbar untersagt werden. 

Die Eigentümer wurden aufgefordert, die Mängel schnellstmöglich zu beheben, damit eine Abnahme erfolgen kann und die Häuser wieder bewohnt werden dürfen. 

Aktuell konnten die brandschutztechnischen Mängel in drei Gebäuden behoben und die Elektro- und Gasleitungen fachgerecht verlegt werden. Die erforderlichen Nachweise der Fachfirmen über die ausgeführten Arbeiten wurden vorgelegt. Eine Freigabe zum Bezug dieser Gebäude ist für heute ab 18 Uhr erteilt. Die betroffenen Mieter werden von den Eigentümern informiert.