Vorschau 2020: Rammstein in Nimwegen (86 Euro, natürlich binnen Minuten ausverkauft)

rd | 08. Juli 2019, 13:20 | 12 Kommentare

Schon jetzt steht fest: Das Kulturereignis des kommenden Jahres in Kleve findet in Nimwegen statt. Was aber nicht schlimm ist, es dürfte bis Kleve zu hören und zu sehen sein: Die Musikcombo Rammstein, erfolgreichstes Exportprodukt des Landes seit Goethe, gastiert am 24. Juni 2020 um 19 Uhr im Goffertpark Nimwegen. Die Show ist pyrotechnisch und musikalisch anspruchsvoll, um es mal milde auszudrücken. Der Sänger geht mit einem Flammenwerfer auf sein Bandmitglied los, ein Lied behandelt in seinen Versen den berühmten Fall des Kannibalen Armin M. Das alles ist nicht jedermanns Geschmack, aber Rammstein ist auf jeden Fall unique und weltberühmt. 

Wer das Glück hatte, aus Kleve zu stammen und eines der Tickets zu ergattern, kann also mit dem Rad oder dem Schnellbus 58 zu einem Weltereignis fahren, wann hat man das schon mal? Viele dürfte es allerdings nicht sein, die ganze Europe Stadium Tour war binnen weniger Stunden ausverkauft (von wenigen Plätzen in Osteuropa einmal abgesehen), nachdem der Vorverkauf am Freitag Vormittag gestartet war.

  Eine schöne Würdigung der Bühnenshow und der (auch textlich) bemerkenswerten Songs findet sich im britischen Guardian (die Zeitung ist halt einfach so gut, dass einem die Tränen kommen, wenn man sie mit deutschen Blättern vergleicht). Hier der Link: Rammstein: pure panto from German shock rockers 



Glückwunsch! Dr. Naderer führt künftig den NABU NRW

rd | 07. Juli 2019, 18:55 | 15 Kommentare
Neue Aufgabe: Dr. Heide Naderer führt den NABU NRW (Foto: NABU)

Neue Aufgabe für Dr. Heide Naderer: Die 54-jährige Politologin, zuletzt Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, führt künftig den Umweltverband NABU in Nordrhein-Westfalen, eine Organisation mit mehr als 90.000 Mitgliedern, die sich auf vielfältige Weise für den Natur- und Umweltschutz engagiert. Naderer wurde von 200 Delegierten in Kreuztal (Sauerland) gewählt und folgt auf den langjährigen Vorsitzenden Josef Tumbrinck, der nach 23 Jahren an der Spitze des Landesverbandes ins Bundesumweltministerium wechselte. Sie setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch.

Heide Naderer, leidenschaftliche Hobby-Imkerin, engagiert sich seit vielen Jahren für den Umweltschutz, auch an der Hochschule Rhein-Waal sorgte sie dafür, dass Aspekte der Nachhaltigkeit vorangetrieben wurden. Mitglied beim NABU ist Naderer seit 1980, als die Organisation noch Deutscher Bund für Vogelschutz hieß. Naderer kündigte an, „mit voller Kraft und gemeinsam mit der großen Nabu-Familie für ein Nordrhein-Westfalen zu kämpfen, in dem der Naturschutz einen hohen Stellenwert“ habe. 

Der NABU NRW ist der größte Umweltverband in Nordrhein-Westfalen. Seit mehr als 100 Jahren engagieren sich NABU-Aktive in heute mehr als 50 selbstständigen Kreis- und Stadtverbänden landesweit für Mensch und Natur. Mit praktischer Landschaftspflege und Artenschutzprojekten, Bildungsangeboten für Kinder oder Stellungnahmen zu bedeutenden Eingriffen in die Natur setzt sich der NABU für eine intakte Umwelt ein. Dabei setzt der NABU NRW auf eine starke Basis und die Kompetenz seiner Spezialisten in den Fachausschüssen.



Hochschule: Die, die durchkamen

rd | 05. Juli 2019, 17:51 | 12 Kommentare
Glückwunsch! 

Dass die meisten Studierenden an der Hochschule Rhein-Waal ihr Studium nicht ordnungsgemäß zu Ende bringen, ändert nichts daran, dass natürlich die, die es nach Jahren mehr oder minder anstrengenden Lernens geschafft haben, Bachelor oder gar Master zu werden, sich über den Erfolg ihrer Mühen freuen dürfen – 684 junge Frauen und Männer, so listet es die Hochschule in ihrer Pressemitteilung auf, wurden zum Abschluss des Semesters mit den Abschlüssen versehen und durften, so das aus Amerika abgeguckte Ritual, ihre Hüte in die Luft werfen. Auch kleveblog gratuliert natürlich und wünscht den jungen Absolventen viel Glück für ihre weitere akademische oder beginnende berufliche Laufbahn.

(Und bevor jetzt alle anfangen nachzurechnen: Im akademischen Jahr 2018 gab es hochschulweit insgesamt 907 Abschlüsse (699 Bachelor, 208 Master). Es ist allerdings nicht klar inwieweit Absolventen aus dem Wintersemester 18/19 in die heute veröffentlichte Zahl von 684 Absolventen eingeschlossen sind (oder eben nicht), aber das lässt sich sicherlich herausfinden.)


1389 Tage ohne Freibad, und es werden nur noch elf mehr

rd | 02. Juli 2019, 17:52 | 2 Kommentare
Wirkt wie ein abstraktes Gemälde: Das Sternbuschbad aus großer Höhe, kurz vor der Eröffnung (Foto: Torsten Barthel)

Am 12. September 2015 konnten sich die Klever Bürger zum letzten Mal auf den Liegewiesen des Sternbuschbades aalen, die schier endlosen weiten eines 50-Meter-Beckens auskosten, allen Mut zusammen nehmen und vom 10-Meter-Turm springen. (Am 13. September 2015 war das Bad dann noch für Hunde geöffnet.) Es folgten, den heutigen Tag eingerechnet, 1389 Tage, an denen der Klever notgedrungen nach Goch oder Emmerich ausweichen musste, um in den Genuss eines öffentlichen Freibads zu kommen. Tage, an denen Baggerseen erkundet wurden oder, wenngleich dies nur die schwache Ahnung des originalen Erlebnisses ist, beim Discounter erstandene Pools im Garten platziert wurden. Doch nur noch weitere elf Tage muss auf dieses Sommervergnügen ersten Ranges in den Grenzen der Stadt verzichtet werden, dann, nach insgesamt knapp vierjähriger Bauzeit, hat Kleve wieder ein Freibad. Und zwar ein schönes!

Aus der Luft, von Torsten Barthel mit einer Drohne aus großer Höhe fotografiert, präsentiert sich das Gelände ebenso jungfräulich wie einladend. Gut erkennbar ist allerdings der große Wermutstropfen für die Fraktion der Bahnenschwimmer – von den ehemals acht 50-Meter-Bahnen sind gerade einmal anderthalb übrig geblieben. Den Rest des ehemaligen Olympiabeckens eroberte zu einem guten Teil eine Spaßbadelandschaft, die Planschern reichlich Gelegenheit zur Zerstreuung bietet.

Der Sprungturm ist auch verkleinert, die Frage ist allerdings, ob nicht auch fünf Meter Mut ausreichen, um die Damen- oder Herrenwelt zu bezirzen. Mut, so die Meinung des Autors, lässt sich ohnehin schlecht quantifizieren. Gut zu sehen ist überdies, dass dem Rasen noch ein paar Tage des ungestörten Wachstums ganz gut zu Gesicht stehen. An vielen Stellen scheint das Erdreich durch.

Am 14. Juli, zu Beginn der Sommerferien, sollte die Bodenbedeckung strapazierfähig genug zu sein, um den Ansturm von Badegästen, die nach einem Jahrhundertsommer ohne Freibad auf Entzug sind, standzuhalten. Sie werden eine Anlage vorfinden, die, mitten im Wald gelegen, zu den schönsten im Lande gehört!