Mehr Vielfalt, mehr Gründer, weniger Leerstand: Mit einem neuen Förderprogramm setzt die Wirtschaft, Tourismus & Marketing GmbH Stadt Kleve (WTM) ein klares Zeichen für eine lebendige und zukunftsfähige Innenstadt. Ziel des Programms ist es, eigentümergeführte Einzelhandelsbetriebe gezielt bei der Neueröffnung oder Neuansiedlung in der Klever Innenstadt zu unterstützen und damit den innerstädtischen Branchenmix nachhaltig zu stärken.
Derzeit präsentiert sich die Innenstadt dem Besucher nicht in Bestform, um es einmal diplomatisch auszudrücken. In den Fußgängerzonen Große Straße, Hagsche Straße und Kavarinerstraße erblicken Passanten allerorten leere Ladenlokale, auch wenn diese teilweise genutzt werden – beispielsweise von der Kulturinitiative Aorta, oder aber auch zusätzlicher Schauraum, wie es Kotters in der Kavarinerstraße macht. Dass zum Jahresende Kiesow Bags & Travel den Geschäftsbetrieb eingestellt hat, war der letzte in einer Kette von Einschlägen, die auch schon die Namen Hopmans und Rexing (in diesem Fall allerdings nur als Möbelhändler) von der Bildfläche hat verschwinden lassen. Was neu kommt, sind vor allem körpernahe Dienstleistungen. Zuletzt eröffnete im ehemaligen Schuhhaus Kürvers ein weiterer Barber-Shop, der ca. zehnte.
„Ein vielfältiger, inhabergeführter Einzelhandel ist ein zentraler Baustein für die Attraktivität unserer Innenstadt“, betont Verena Rohde, Geschäftsführerin und Wirtschaftsförderin der WTM. „Mit dem Förderprogramm schaffen wir einen konkreten Anreiz für neue Ladenkonzepte, beseitigen Leerstände und stärken Kleve als Einkaufs- und Aufenthaltsort.“
Das Förderprogramm richtet sich an Personen, die einen Einzelhandelsbetrieb mit sogenannten zentrenrelevanten Sortimenten neu eröffnen oder ansiedeln möchten. Dazu zählen unter anderem Bekleidung, Schuhe, Bücher, Spielwaren, Schmuck, Sportartikel, Einrichtungszubehör oder auch Fahrräder. Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe sind hingegen von der Förderung ausgeschlossen.
Kern des Programms ist ein pauschaler Zuschuss, der unter anderem für Mietkosten, Einrichtung, erste Warenbestände, Modernisierungen oder Marketingmaßnahmen eingesetzt werden kann. Die Förderung wird für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten gewährt und orientiert sich an der Größe der Verkaufsfläche. Damit will die WTM Kleve insbesondere Existenzgründungen erleichtern und den Schritt in ein eigenes Ladenlokal attraktiver machen. Citymanager Tobias Nelke: „Wir möchten gezielt Menschen ansprechen, die mit einer eigenen Idee den Schritt in die Innenstadt wagen. Neue, individuelle Geschäfte sorgen für mehr Vielfalt, mehr Frequenz und letztlich für mehr Aufenthaltsqualität.“
Gefördert werden ausschließlich Betriebe, die sich innerhalb des klar abgegrenzten Fördergebiets in der Innenstadt (Herzogstraße, Kavarinerstraße, Große Straße, Gasthausstraße und Hagsche Straße) ansiedeln und einen neuen Mietvertrag mit einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren abschließen. Ziel ist es, bestehende Leerstände abzubauen und zugleich neue Leerstände frühzeitig zu vermeiden.
Mit dem Förderprogramm verfolgt die WTM Kleve mehrere strategische Ziele: die Stärkung der Innenstadt als zentralen Versorgungsbereich, den dauerhaften Erhalt eines attraktiven Warenangebots sowie die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze im Einzelhandel. Gleichzeitig soll das Programm dazu beitragen, Kleve als lebendigen Standort für inhabergeführte Geschäfte weiter zu profilieren. „Die Innenstadt lebt von engagierten Betreiberinnen und Betreibern, die ihre Ideen einbringen und Verantwortung für ihren Standort übernehmen“, sagt die Geschäftsführerin der WTM Kleve. „Dieses Engagement möchten wir mit dem Förderprogramm ausdrücklich unterstützen.“ Interessierte Gründer können sich direkt an den Citymanager Tobias Nelke wenden.
Förderhöhe:
Verkaufsfläche bis 100 m²: 2.280 Euro pro Jahr
Verkaufsfläche über 100 m²: 3.000 Euro pro Jahr
Förderdauer: maximal 12 Monate
Antragstellung: formlos per E-Mail an nelke@wtm-kleve.de oder info@wtm-kleve.de


@9 Marco
Gewerbesteuer zahlt man nur wenn man überhaupt erst Gewinne erzielt. Hohe Vorauszahlungen hat man als Existenzgründer zumindest hier nicht. Ihre Informationen hierzu sind falsch.
Grundsätzlich bin ich bei Ihnen. Unsere Gesellschaft verwaltet sich tot. Verwaltungsdenken und Unternehmertum, hier prallen Welten aufeinander und ich befürchte bzw. zum Glück, geht es uns allen noch so gut , dass sich hier wenig bis gar nichts ändern wird.
Die Wirtschaftsförderung ist übrigens auch öffentlicher Dienst und Verwaltung. Businessfrühstück und 200€ Mietkostenzuschuss aber für maximal 10 Jungunternehmer … wahnsinnig innovativ oder für die Leute die mit Ironie nichts anfangen können: lächerlich.
Meine Erfahrungen mit Herrn Dr. Rasch und seiner Nachfolgerin, deren Namen ich aus Selbstschutzgründen verdrängt habe: KATASTROPHE. Ersatzlos streichen und die geschätzte Mio die uns die 4 oder 5? Planstellen + Büro und Fuhrpark und sonstiges kosten einsparen.
Ich glaube nicht, dass wir die Kurve noch kriegen. Aktuelle Umfrage, unter 14-24 jährigen: „Ein sicherer Job, weniger Stress, öffentlicher Dienst: Für viele junge Menschen in Deutschland klingt das attraktiver als eine Karriere in der Privatwirtschaft.“
Wenn ich mir mit 14 schon Gedanken darüber mache, wie ich möglichst stressfrei bis zur Rente komme… wer soll denn für den Ruck in der Gesellschaft sorgen?
Und nein nein, diese Zustandsbeschreibung ist definitiv NICHT als Kritik an jungen Menschen gemeint, was auf deren Schultern abgeladen wird ist schon heftig. Wenn man nur Krise kennt, Klima-Flüchtlinge-Rente, zwischendurch noch zur Bundeswehr und kriegstüchtig werden, eine alternden Gesellschaft pflegen und natürlich noch Kinder in die Welt setzen damit es weiter geht…… ja Leute, kein Wunder, dass bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dann der sichere und vermeintlich sorgenfrei Job in den Vordergrund rückt. Also liebe Elterngeneration, stoppt das jammern und erklärt euren Sprösslingen dass wir ein Land der Dichter und Denker, der Ingenieure und Facharbeiter sind und das es Hoffnung gibt… AMEN!
Kann und will sich eine Stadt ein attraktive, lebendige Innenstadt leisten? Diese Frage gehört an den Anfang aller Überlegungen. Die Kosten, verteilt auf die 3 Jahre, dürften bei über 1 Mio. € liegen. Es ist, meine Meinung, mit bis zu 3.000 € pro Jahr und Ladenlokal nie mehr als nur Symbolpolitik erreicht. Und eine Frage zu sogenannten Förderung ist sicher erlaubt: Wie realitätsfern und in 1990 ist jene?
Ich komme zum Denkfehler: Mehr Läden (Vielfalt) führen zu mehr Frequenz u. Aufenthaltsqualität.
Richtig für Kleve wäre eher: Anlässe führen zu mehr Aufenthaltsdauer und – optional zu Konsum.
Das, was richtig wäre, klingt nur auf dem ersten Blick nicht nach höheren Umsätzen. Doch dahinter steckt die vermeintlich bittere Wahrheit: Innenstädte funktionieren immer seltener als Einkaufsorte! Der Einzelhandel kann im Kern nur noch als Folge anderer Entwicklungen längerfristig bestehen. In dem Zusammenhang geht es um vier Bereiche, damit der Einzelhandel besser funktionieren kann:
• soziale Räume
• Produktionsorte
• Erlebnis- und Identifikationsräume
• temporäre Nutzungssysteme
Soziale Räume
Beispiele: Mehrgenerationen-Treff (Vormittags Seniorenangebote. Nachmittags Schüler & Studierende. Abends Vorträge / Kurse.), Elterncafé – in Kombi mit Hausaufgabenhilfe.
Produktionsorte
Offene Werkstatt / Repair Hub (Fahrrad, Elektronik, Textil – ergänzt durch Kurse), Keramik, Holz, Leder, Siebdruck, Kunst, Pasta, Schokolade, Brot – Produktion vorne sichtbar, Verkauf hinten
Erlebnis- und Identifikationsräume
Geschichten-Raum (lokale Geschichte, Migration, Industrie, Vereine). Lesungen, Singer-Songwriter, Poetry, Themenwochen, Firmen-Storytelling), Spielwaren mit einem Spielraum
Temporäre Nutzungssysteme
Pop-up-Zyklen (6–12 Wochen) – Gründer testen Ideen ohne Langzeitvertrag. Außerdem hilfreich: Themenmonate – zu den vier Jahreszeiten (Kreativ, frische Produkte aus der Region zur Erntezeit), Kunst oder zu speziellen Anlässen wie LAGA, Karneval, EM und WM.
Wer wirklich will und kann, geht vielleicht wie folgt vor:
Bausteine (Investitionen)
• Miet- und Leerstandsfonds (Risikoübernahme)
• Fit-out-Fonds (Umbau, Einrichtung, Sichtbarkeit)
• Frequenzprogramm (Events, Aktionen, gemeinsames Marketing)
• Zentrales Backoffice (Kasse, Online, Beratung, Koordination)
Mietmodell für Gründer:
• Monate 1–3: mietfrei
• Monate 4–6: 30 % Marktmiete
• Monate 7–12: 60 % Marktmiete oder Umsatzbeteiligung
• Mindestlaufzeit Konzepte: 12–18 Monate
• Ziel: Übergang in reguläre Mietverhältnisse
Ganz wichtig: Nicht branchenspezifisch, sondern nutzungsorientiert vorgehen:
• Hybridkonzepte (Showroom + Werkstatt + Event)
• Reparatur, Manufaktur, Bildung, Kultur + Kommerz
• Regionale Produzenten mit Publikumsbezug
Ausgeschlossen: reine Durchlauf-Dienstleistungen ohne Aufenthaltswirkung.
Auch bei funktionierender Innenstadt müsste die Stadt wahrscheinlich immer zubuttern.
Will Kleve wirklich? Kann Kleve? Ich denke, mehr als Symbolpolitik wird nicht kommen. Zur LAGA ein paar Bäumchen, Blümchen und Strecken, die wie für Rentner gemacht sein werden.
Wichtig:
Die Landesgartenschau 2029 ist keine Gartenausstellung – sie ist vermutlich die letzte große Chance für die Innenstadt. Kleve wird 2029 im Fokus des Landes NRW stehen. Diese Aufmerksamkeit kann entweder:
• für Spazierwege, Bäume, Beete und temporäre Dekorationen genutzt werden
oder
• als Testfeld für eine neue Innenstadtlogik mit Bäumen und Beeten.
Wenn die Innenstadt weiterhin nur als Einkaufsort gedacht wird, wird die LAGA verpuffen. Wenn die Stadt Kleve ihre Innenstadt langfristig stabilisieren will, meine ich, muss sie zuerst eine Grundsatzentscheidung treffen und die Chance LAGA besser:
Wollen wir die Innenstadt aktiv gestalten – oder nur den Leerstand (irgendwie hilflos) verwalten?
Ist der Zug (Chance LAGA) schon abgefahren? Spazierweg am Wasser? Ernsthaft? Meine Güte!
@ 9 )
Ich meinte im Gesamtzusammenhang, dass einige nicht bezahlen müssen. Aber egal..
Das Problem ist natürlich die Bürokratie, insbesondere solche Vorschriften zur Nachhaltig und so was. Versuchen Sie mal einen Campingplatz zu eröffnen..
“ Mietvertrag mit mindestens zwei Jahren “
Die ganzen Tücken der Immobile der Unternehmer oft erst im Laufe der Zeit. Für ein Existenzgründer wäre es sinnvoll, wenn er in der Hinsicht flexibel bleibt. Aber im gewerblichen Bereich macht das ja auch kaum ein Vermieter,
@8
§ 19 GewStG – Vorauszahlungen – dejure.org
Es gibt da natürlich einige Faktoren, nicht jeder hat diese zu entrichten. Aber letztendlich liegt die Entscheidung wohl beim Finanzamt und diese Entscheidung muss weder realistisch, noch logisch sein. Papier ist in diesem Land ja sehr geduldig und wenn die Stadt bei 20 Millionen Euro Schulden dringend Geld braucht, dann hat auch der kleine Gründer im ersten Monat schon plötzlich prognostizierte 1,5 Millionen Euro an Einnahmen (Sarkasmus), welche bereits vorab zu versteuern sind. PS: Bin kein Unternehmer … Ich fände es klasse, wenn man endlich mal auch arbeitssuchenden ein Angebot machen könnte, diese Unternehmer zu unterstützen, in dem diese ggf. auch in Teilzeit sich einbringen. Wir verschwenden in diesem Land so viel an Potenzial.
@ Marco )
‚ Gewerbesteuer vorher abdrücken..‘
Wo soll das denn stehen ?
Das beflügelt wahrscheinlich wieder die, die sich mit einer „tollen Geschäftsidee“ verwirklichen wollen und deren Laden dann nach einigen Wochen schließt, weil „es ja doch ziemlich viel ist“ oder man keine Ahnung von Geschäftsführung (Buchführung, Einkauf usw.) hat oder einfach die Kunden wegbleiben. Gab’s in Kleve ja schon öfter. Daher stimme ich @1 zu, erstmal kostenfrei Räumlichkeiten für einen befristeten Zeitraum zur Verfügung stellen und dann „schau’n wir mal“
@4 Bei einer Förderung kann man wohl eher nicht von einer Finanzierung sprechen, sondern einer Förderung, also Teilfinanzierung, ein Zuschuss. Das unternehmerische Risiko verbleibt letztlich beim Unternehmer. Der Förderer entscheidet über den Zuschuss nach „pflichtgemäßem Ermessen“, d.h. nach meiner Interpretation, dass der Förderer die Erfolgsaussichten des Unternehmens abschätzt.
Wie ist es bei dieser Förderkulisse einentlich mit dem Verbot der Doppelförderung?
Man kann nicht erwarten, dass andere die eigenen Geschäftsideen finanzieren. Dann kommt jeder mit einer halbgaren Idee um die Ecke. Solche Läden gibt es schon genug.
Wenn man schon diese Förderung (formloser Antrag) abtut, hat man keine weitere verdient.
Richtig, @Marco – und leider typisch für die Region Niederrhein, in der „Wirtschaftsförderungen“ es vielleicht besser bei Grünkohl oder Unternehmerfrühstück belassen. Der Vorsitzende eines Vereins (Hochschule), R. B., hat in einem Podcast zu den Themen Unternehmertum, Wachstum & Bürokratie sehr treffend erläutert, warum sich Existenzgründung (ohne viel Kapital u. in D’Schland) selten lohnt.
Der Wille ist da 😀.
Doch die Förderhöhe macht einem das Risiko nun wirklich nicht schmackhaft 🍽️😟.
Nettes Beibrot 🥖, aber in meinen Augen keine wirkliche Unterstützung.
Vollkommen falsche Herangehensweise. Ihr wollt etwas „neues“? Dann vermietet die Räume kostenfrei, so dass der Firmengründer erstmal testen kann, ob der Laden überhaupt läuft. Ich verstehe nicht, warum in diesem Land alles so kompliziert sein muss. Stellt 5 Container nebeneinander auf, lässt Leute dort eine neue Idee an den Mann bringen, ohne zusätzliche Kosten. Und wenn das Ding läuft kann man immer noch anfangen sich groß in Unkosten zu stürzen. Warum muss es in diesem Land immer direkt zu beginn mit immensen Kosten anfangen? Wer die nicht aufbringen kann, der kann hier auch nichts umsetzen. Alleine schon die überbordende Bürokratie frisst mehrerere Tausend Euro mit den Auflagen, bis dann überhaupt mal irgendwann vielleicht Geld reinkommt. Und die Gewerbesteuer soll man ja auch schon im Voraus abdrücken, noch bevor der Laden überhaupt das erste mal geöffnet hatte. So wird das nichts! Warum stellt man z.B. nicht auch direkt Inventar bereit, wie z.B. Regale und Kassensystem? Das kann erstmal frei benutzt werden und später ausgetauscht, oder übernommen werden. Es wird so viel entsorgt und weggeschmissen in diesem Land. Stellt ein paar Arbeitssuchende ein, die Bock auf Handwerken / restaurieren / Aufbereiten haben. Weniger Geld in Bürokratie, mehr in die Umsetzung.