Modern Concerts der Stadt Kleve (1978-1986)

rd | 05. Juni 2013, 00:48 | 20 Kommentare
Namen sind Nachrichten (Foto © Eugen Schreiner)

Namen sind Nachrichten (Foto © Eugen Schreiner)

Immer wieder gibt es Kritiker, die sagen, kleveblog sei im Grunde wie Prostatabeschwerden – eine Veranstaltung verbitterter alter Männer, die tief in sich einen Schmerz tragen. Dem ist an dieser Stelle ausnahmsweise einmal vorbehaltlos zuzustimmen. Oben abgebildet, siehst du, geschätzter Leser, das Programm einer Veranstaltungsreihe, mit der die heute 50 oder 60 Jahre alten Klever groß geworden sind. Sie hieß „Modern Concerts der Stadt Kleve“ und war das Steckenpferd des früheren Kulturdezernenten Helmut Schreiner. Die Liste der Namen lässt in der Tat einen Schmerz entstehen, einen Verlustschmerz, um genau zu sein. Aus heutiger Sicht sollte unsereins tatsächlich weinen, damals weder zu Klaus Doldinger (22.11.1978) noch zu Grobschnitt (29.04.1983) gegangen zu sein (weil unwissend). schlimmer aber noch ist das Gefühl, dass etwas vergleichbares, gerne auch mit den erratischen Zügen der „Modern Concerts“ heute nicht einmal ansatzweise in Sicht ist.

Der Aufstellung konnte ich entnehmen, dass mein erstes „echtes“ Konzert (der Auftritt von ein paar Klassenkameraden unter einem Bandnamen, den ich längst vergessen habe, zählte nicht, und „Mösenhead“ war später) der Auftritt der niederländischen Bend „Golden Earring“ am 29. Mai 1983 in der Stadthalle war. Ich war unerfahren und stellte mich direkt vor die Lautsprecher. Danach konnte ich etwa drei Tage lang nichts mehr hören. „Radar Love“ war’s wert. Nach dem Ende des Konzerts versank ich übrigens nicht im Drogensumpf, sondern rief vom Münztelefon im Foyer der Stadthalle aus meinen Vater an, der mich dann abholte und nach Hause brachte.

Die Liste ist übrigens ein Fundstück auf der Facebook-Seite „Du kommst aus Kleve, wenn…“, Auf der sich immer wieder mal echte Schätze finden. Der Mann, der es gepostet hatte, heißt Eugen Schreiner – weshalb ich ihn fragte, ob da eine verwandtschaftliche Beziehung besteht. Er antwortete mir, dass Helmut Schreiner sein Bruder sei, und dass diese Aufstellung einem Buch entnommen sein, von dem es nur zwei Exemplare gebe. Das zweite habe Helmut Schreiner dem damaligen Stadtdirektor Dr. Schröer zu dessen Verabschiedung geschenkt. Und, so sagte er, er freue sich, dass der Name seines Bruders auch nach so langer Zeit noch mit Kleve verbunden werde.

Für alle, die jetzt einen Flashback bekommen, hier noch ein Klassiker:

Einen Kommentar schreiben





20 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 20. Rainer

    Hallo, ich bin noch im Besitz von raren Kassettenrekorderaufnahmen von ‚Mösenhead‘. Übrigens war das nicht der Name dieser Popgruppe, sie hießen ‚mösenhead feat. TJ‘, der Schlagzeuger und manchmal Bassist fand den Namen scheisse

     
  2. 19. Eugen Schreiner

    @ noelpaenz – Sorry, aber aus ihrem Kommentar spricht soviel Unwissenheit, daß es sich nicht lohnt weiter darauf einzugehen.

     
  3. 18. noelpaenz

    @ Eugen Schreiner – Da ihr Bruder Angestellter / Beamter bei der Stadt Kleve im Fachbereich Kultur tätig war, ist es sicherlich ein leichtes gewesen über 8 Jahre hinaus Steuergelder zu verbraten und an irgendwelche Adressen und Tel-Nr. von Musikgruppen zu kommen als dies einem Privatlamm – zumindest zur damaligen Zeit – möglich war.

     
  4. 17. Ge.Org

    Es ist immer wieder erstaunlich, festzustellen, Andre, dass man von den Niederländern viel lernen kann, nicht nur im Bereich Infrastruktur, sondern auch, oder vor allem im Bereich Kultur & Jugendarbeit.

    Und, für die kühlen Rechner und deren Exceltabellen bleibt auch etwas übrig, weil sich diese Investitionen langfristig problemlos amortisieren, eher jedenfalls – um bei den aktuellen Themen zu bleiben – als der hektische Verkauf von Flächen z.B. auf dem Minoritenplatz.

     
  5. 16. Eugen Schreiner

    @ K-H. Stoffels
    So wie`s aussieht hat Helmut Schreiner auch ohne Ihre Adressen und Telefonnummern einiger Bands über einen Zeitraum von über 8 Jahren die Stadhalle mit seiner Konzertreihe stets äußerst gut gefüllt.

     
  6. 15. Andre Gerritzen

    @Georg
    Man braucht gar nicht nach Ulft. In Nijmegen gibt es das Doornroosje (www.doornroosje.nl)
    Die stellen ein unglaubliches Programm auf die Beine, aber die haben auch ein ganz anderes Budget und ein paar festangestellte Mitarbeiter. Gerade bekommen sie einen vollständig neues Gebäude am Bahnhof gebaut.
    (http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150223546567483.312534.223023867482&type=3)

    In Holland wird sowas ganz anders gefördert als bei uns.
    Vor 3-4 Jahren war ich mal mit dem Leiter des JuCa Am Brink(Emmerich) im Nijmegen unterwegs, weil wir uns wegen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem PAN (http://www.stichtingpan.nl) und dem GoEmRad/förderBand-Wettbewerb mit dem PAN treffen wollten.
    Da ganze war leider kurzfristig abgesagt worden, aber die Absage ist bei uns nicht richtig angekommen und wir standen also zum Termin vor der Tür. Das Interessante war das im PAN mindestens 4 Mitarbeiter mit eigenen Büros saßen und unsere Ansprechpartner aber nicht im Haus waren. Die haben uns dann zum Staddijk geschickt, weil dort ein Mitarbeiter war der bescheid wusste. Im Staddijk saßen dann wieder 4 Leute in einem Büro und einer Platz war leer, weil der Mitarbeiter gerade in Australien war.
    Fazit: In 3 Stunden sind wir in Nijmegen in 2 Einrichtungen auf 10 Mitarbeiter getroffen, die sich mit dem Thema Kultur & Jugendarbeit beschäftigen. Und Einrichtungen wie das Doornroosje, das Merlyn, Maddogs usw haben ja dann auch noch eigene Mitarbeiter, so das sich die Frage stellt wieviele Menschen da in dem Bereich wohl arbeiten.
    Da sieht man das sowas drüben einen ganz anderen Stellenwert hat. Wieviele sind es in Kleve?

    Jetzt fällt mir das Logo in Ahaus ein.
    Auch sehr interessant. Dort ist vor etlichen Jahren am Bahnhof mitten in der Stadt ein modernes Jugendzentrum gebaut worden(Großes Cafe/Konzert-Saal/Disco-Saal/Küche/Backstageräume etc), aber das hat in den ersten Jahren wohl ziemlich gefloppt. Dann ist irgend jemand auf die Idee gekommen, da mal alles anders zu machen.
    Das Gebäude ist jetzt an einen Gastronomen vermietet, der das Ding betreibt aber bestimmte Regeln beachten muss.
    Mittag bis frühen Abend wird das ganze als Jugendcafé betrieben. Kein Alkohol, kein Rauchen (inzwischen ja überall verboten), günstige Getränke und kleine Küche damit z.B. Schüler Mittags was zu Essen & Trinken kaufen können.
    Irgendwann am frühen Abend ist dann Schluss mit Schüler-Café. Alle raus und das Café wir zur normalen Gaststätte.
    Im Saal werden neben Teenie-Discos dann auch richtige Parties und Konzerte veranstaltet.
    Bestimmte Sachen, wie Teenie-Disco & Konzerte werden von der Stadt bezuschusst und der Party- und Kneipenbetrieb ist dann die Einnahmequelle des Pächters. Da spielen dann auch schon mal angesagtere Bands, weil das wohl die Stadt mir ihren Mitteln im Hintergrund mitmischt.
    War mal vor 10 Jahren da und habe mich vor einem Konzert mit dem Pächter unterhalten. Hörte sich sehr interessant an.

     
  7. 14. Karl-Heinz Stoffels

    Ohne die Tätigkeiten eines Helmut Schreiner, der seinerzeit bei der Stadt Kleve im Fachbereich Kultur für eben jenes Sachgebiet zuständig war, fragt man sich doch „..wer hat denn vor dieser Zeit Konzerte oder Veranstaltungen getätigt, wenn nicht die Stadt Kleve?“ Wer konnte aus dem vollen schöpfen ohne das es an sein Portemonnaie ging?
    Ich erinnere mich ganz schwach an einige Leute, außer meiner Wenigkeit, die sich gerade in Sachen damaliger moderner Musik hervor getan haben. Leider habe ich die Namen vergessen. Für mich jedenfalls steht fest, dass meine letzte von mir durchgezogene Rockveranstaltung mit der besten Deutschen Band „birth control“ am 28.03.1976 in der Stadthalle für mich mit einem Desaster endete. Die gesamte Veranstaltung ging auf meine Kappe, ohne Sponsoren etc., alles musste finanziell geregelt sein. Da bei dem Konzert einiges in der Halle zu Bruch ging, das Gericht mir aber die Schäden nicht anlasten konnte, zog die Stadt Kleve als Kläger gegen mich die Anzeige zurück. Mir wurde jedoch mündlich ein Hausverbot erteilt. Hatte und habe aber schon Jahre vorher und nach der Veranstaltung in der Stadthalle entspr. Rockkonzerte für die Jugend organisiert. So waren die „scorpions“ , „franz k“ ; „ELOY“ und viele andere im Jugendheim in Kellen zu Gast. Leider habe ich vor einigen Jahren die Prozessakte und die Verträge mit den Bands vernichtet, war ja Schnee von gestern.
    Nach meinem Hallenverbot kontaktierte mich Helmut Schreiner mit der Bitte, ob ich ihm nicht die Adressen und Telefon Nummern der Bands überlassen möchte, was ich mit einem leichten Lächeln abgetan habe.

     
  8. 13. Martin Fingerhut

    @ 12. Ge.Org :
    Zur SchwanenBurg hat Herr Posdena beim „StadtSpazierGang“ einiges interessantes berichtet :
    http://www.kleveblog.de/2013/03/ein-stadtspaziergang-viel-zu-lernen/

     
  9. 12. Ge.Org

    @Andre, neulich prüfte ich die Webseite von „IQ“, ob und wo die denn Konzerte in Europa geben. Neben entfernteren Zielen in Deutschland gab es noch einen Veranstaltungsort in den Niederlanden. Google-Maps verriet mir dann, dass es in Ulft, direkt um die Ecke, in der Cultuurfabriek stattfinden sollte. Ich natürlich direkt mit fünf Freunden (ohne Timmy dem Hund) da hin, und, was soll man sagen, ich war noch nie dort, aber das was die dort aufgebaut haben, in Ulft, ist schon mehr als beachtlich!

    http://www.drucultuurfabriek.nl/home

    Die Frage ist, ob man in der Nähe zu Ulft ähnliches überhaupt hier etablieren kann?
    Nächste Frage, wie die das in Ulft hin bekommen haben, wie wird das dort finanziert? Dahinter verbirgt sich offenbar eine Stiftung. Kann man davon in Kleve lernen und ähnliches realisieren oder ist das utopisch?

    Vielleicht ist der Link zur Cultuurfabriek auch eine Anregung für die unter Besucherschwund Erstarrten, die Verantwortlichen des Schloss Moyland…

    Weiterhin bin ich davon überzeugt, dass der Veranstaltungsort eine große Rolle spielt. Ob ich Salut Salon, Nils Petter Molvaer oder Grobschnitt im „Radhaus“ oder im Schloss Moyland oder sogar in der Schwanenburg (was ist mit dem Kasten eigentlich los? Immer noch abgegossene Plastikmammutknochen im Turm und dieses Landgericht drumherum?) spielen lasse, ändert die Besucherzahlen erheblich, davon bin ich überzeugt.

     
  10. 11. Private Dancer

    @ andre gerritzen
    1000 Dollar…für Nirvana 1991!?
    Schade, dann hätte Kleve wenigstens den „Smells like Teen spirit“, denn es nie mehr bekommt!!!

    In Nimwegen sind damals schon Pearl Jam,Guns and Roses,Cult,Chilli Peppers,Monster Magnet usw. etc.pp aufgetreten!
    Aber das ist halt Nimwegen!
    Im Radhaus waren damals noch „Prong , und die Bates“!
    Aber ich gebe dir auch recht,dass Klever Publikun ist schlimmer wie ein Minenfeld…nicht kalkulierbar!

     
  11. 10. rd

    @André Was ihr macht, ist sehr gut & lobenswert! Ich weiß auch, welche guten Namen ihr zu Gast hattet, als sie noch keiner kannte. Weiter so!

     
  12. 9. Andre Gerritzen

    Wo jetzt das Stichwort „Radhaus & Konzerte“ gefallen ist melde ich mich dann auch mal zu Wort.

    Das Klever Publikum ist wirklich schwer ein zu schätzen, daher kann man besser ohne die Klever Planen. 😉
    Da habe ich so einige seltsame Erfahrungen gemacht.
    Ein schönes Beispiel ist das Exilia-Konzert 2004. Die Band war damals mit „Stop Playling God“ in den Charts, ständig auf 1Live & Viva/MTV zu hören. Einer ihrer Songs war die Titelmusik für die aktuelle Cobra11-Staffel und ein Song war auch die Titelmusik bei irgendeinen Aktion PC-Game. In der Radhaus-Disco haben auch immer 30-40 Leute bei „Stop Playing God“ getanzt. Also schon etwas bekannter.
    An dem Abend waren 280 Gäste im Radhaus. Dabei würde ich sagen, so 30-40 Klever/Gocher/Emmericher, aber keiner den oben erwähnten Tänzer war da und der Rest war von weiter weg her angereist. Besonders interessant, die 5 Autos aus Aachen!
    Der Parkplatz stand voll mit exotischen Nummernschildern.
    Das ganze war bei vielen anderen Konzerten ähnlich. Die Klever sind dort regelmäßig in der Minderheit.
    Bei The Fume & Bambix vor 2 Wochen waren es 38 Gäste und das waren richtig gute Bands. Die wenigen Leute die dort waren, waren auch schwer beeindruckt.
    The Fume haben ihre Deutschland-Tour in Kleve beendet (Berlin, Weimar, Dresden, Frankfurt, Köln, Kleve) und haben zuletzt in ihrer Heimat Schweden in Hallen vor mehreren Tausend Leuten gespielt. Von denen wird man bestimmt noch mehr hören.
    Bambix sind seid 25 Jahren unterwegs, haben 7 CD auf dem Markt, waren jetzt das 3.Mal im Radhaus (1993, 2004) und kamen gerade von ihrer 3. Brasilientour zurück, wo sie auch ziemlich erfolgreich sind.

    Vielleicht jetzt mal was zu den Problemen in der Stadthalle ein Konzert zu organisieren.
    Nach dem Umbau bin ich leider noch nicht im Saal der Stadthalle, sondern nur 1 Mal im Foyer gewesen, aber ich gehe mal davon aus das dort keine Konzertbeleuchtung und Konzert-PA installiert sind. Also muss das Material dazu gemietet werden und es muss zu der Saalgröße passen.
    Die GEMA-Gebühren werden nach m²-Zahl und Eintrittspreis bestimmt. Da schätze ich mal ganz optimistisch. Die GEMA will immer mehr haben.
    Ich habe mal vor ca 15 Jahren gehört das die Miete 900,-DM betragen soll. Rechne das mal in Euro um. In der Hoffnung das Toilettenpersonal & anschließende Reinigung im Preis enthalten sind, sonst kommen die Kosten auch noch dazu.

    PA + Aufbau + Techniker: 1000,-
    Licht + Aufbau + Techniker: 1000,-
    Gema: 250,-
    Miete: 450,-

    Summe „Materialkosten“: ca. 2700,-

    Dazu kommt dann noch Veranstalterhaftpflichtversicherung. Hängt auch von der Größe ab.
    KSK (Künstlersozialkasse) ist irgendwas um die 4,5% der Gage.

    Bis Ende der 90´er war die Gastronomie wohl noch fest vergeben, das heißt der Getränkeverkauf durfte nicht vom Veranstalter durchgeführt werden, sondern ich glaube vom Pächter des Restaurant unten. Wie es aktuell geregelt ist, weiß ich leider nicht.
    War auf jeden Fall sehr ungünstig, da diese Einnahmequelle zur Finanzierung des Konzertes weg gefallen ist.

    Ist die Gastronomie frei, kommt dann noch Aufbau + Personal für den Ausschank dazu. Das wird dann aber über den Verkauf finanziert wenn genügend Leute kommen und die Cola nicht 4,- kostet.
    Da fällt mir gerade noch die Getränkekonzession ein. Keine Ahnung wie die das in der Stadthalle geregelt ist.
    Wenn man Pech hat muss man die auch noch bezahlen.

    Habe jetzt alles ganz grob geschätzt, aber man ist ganz schnell über bei 3000,- ohne das die Band bezahlt ist.
    Ein gute, erfolgreiche Band die Publikum zieht will auch ein paar Euro haben und da geht es dann bei 3000,- am unteren Ende los.
    Die Band will auch was Essen, trinken, schlafen.
    Schwups. Sind es 6500,-€

    Dann habe ich mal von jemanden der sowas professionell in Köln macht gehört:“ In der Regel gibt man bei so einem Event 20% für Werbung aus, damit die Leute überhaupt kommen und das Geld auch wieder reinkommt.“
    1300,- drauf =7800,-

    Bei einer Band mit 3000,- Gage kann man bis 15,- Eintritt nehmen.
    7800,- / 15,- = 520 Gäste
    Ob dann eine 3000,- Band für 15,- auch 520 Gäste anlocken kann ist die Frage.
    Mit Getränkeverkauf braucht man vielleicht nur 420 Gäste um die Kosten zu decken.
    Wie gesagt. Alles ganz grob geschätzt und viele Umstände die die Kosten heben oder senken können sind mir nicht bekannt.

    Für einen kommerziellen Veranstalter sehr riskant und die meisten Nicht-kommerziellen haben dafür nicht das Budget, Personal & Erfahrung.

    Wenn die Stadt jetzt sagen würde wir verzichten unter bestimmten Bedingungen auf die Miete, die Konzession, die GEMA läuft über die Stadt und die Gastronomie ist frei, dann könnte ich mir Bands wie H-Blockx, Silbermond, Guano Apes, Christina Stürmer, Sportfreunde Stiller oder ähnliches in der Stadthalle Kleve vorstellen. Da findet sich doch bestimmt ein Veranstalter in Kleve (Wink mit dem Zaunpfahl 😉 )

    Wieder zurück zum Radhaus. Dort sind die ganzen Kostenpunkte im Haus fest vorhanden.
    – Fest installierte Bühnenbeleuchtung
    – Haus eigene Bühnen-PA
    – GEMA-Vertrag
    – Gastronomie
    – ehrenamtliches Personal
    – Konzession
    – Versicherung
    – Werbung (siehe unten)
    Die Kapazität ist mit max. 425 Besuchern dann auch etwas begrenzt, so das die oben genannten Bands natürlich nicht möglich sind da sie eine bestimmte Gage fordern und die kann man mit 425 Stehplätzen nicht finanzieren.
    Manchmal gelingen so Glücksgriffe wie Guano Apes, Die Happy, Silbermond, Emill Bulls oder Die Kassierer, aber mit den begrenzten Platz/Budget ist eben in Kleve nicht immer möglich.
    Deshalb sind im Radhaus auch Bands wie Nirvana, Die Fantastischen 4, HIM & Reamon nicht aufgetreten. 1000$ waren 1991 zuviel für den Verein, sonst würde jetzt ein Nirvana-Plakat im Radhaus hängen!!!

    P.S.
    MIKE & THE MECHANICS mit Mike Rutherford von GENESIS sind gerade auf Tour und noch buchbar. Habe Freitag eine E-Mail von der Konzert-Agentur bekommen. Wer also noch ganz Spontan ein Konzert in der Stadthalle organisieren will, kann mich ja nach den Kontaktdaten fragen.

    ### Werbung ###
    Am Samstag ab 22:00 spielen im Radhaus-Café die beiden Indie-Rock Gruppen THE FOUS & THE GREAT FAULTS
    Eintritt Frei – Organisiert wird das ganze von KEIN PLATZ FÜR KONZERTE
    http://www.facebook.com/events/185250918291764/
    ###

    Und jetzt noch ein paar alte Videos aus der Stadthalle
    http://www.youtube.com/watch?v=qHmsRJbOg5w
    http://www.youtube.com/watch?v=T75GN3OsJDk
    http://www.youtube.com/watch?v=wHWtkaqGa_M
    http://www.youtube.com/watch?v=bIwVxbOQ0RM

     
  13. 8. Schue.-

    Auch ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod muss die Klever Kulturszene nüchtern analysieren: Ein Helmut Schreiner lässt sich nicht ersetzen. Gut gemachtes „Made in Kleve“ gab es damals schon …

     
  14. 7. Clevere Konzerte in Kleve

    ich war bei beiden (Grobschnitt und Earing).Heute höre ich noch Razzai gerne (von Grobschnitt).Da fällt mir aber was anderes ein!
    Warum nicht ne schöne Konzerthalle auf dem Minoplatz (für 1000-1500 Besucher),statt dem Klotz!
    Dort könnten dann kleine Classic Konzerte, plus Deutscher Indie etc.pp spielen!
    Die olle Stadthalle könnte weg/man abreißen lassen und dort samt Parkplatz mit Garagen ein Einkaufszentrum entstehen lassen!

     
  15. 6. ModernConcertsGänger

    Danke für diesen Blog. Beim studieren der Liste stelle ich fest, dass ich als damals Jugendlicher ein recht aktiver Konzertgänger war. Es hat immer sehr großen Spaß gemacht. Ob zu Anfang mit der Beatles Revival Band oder später bei Golden Earring und Earth & Fire aus den Niederlanden oder auch das gefühlte vierstündige Konzert von Grobschnitt bis hin zu Wolf Maahn. Das eine oder andere Ticket hängt glaube ich sogar noch im Partykeller.

    Das größte Konzert war für mich jedoch der Abend mit Alexis Korner. Denn abgesehen von einem erstklassigen Blueskonzert habe ich „den“ Mann live erlebt, der die bedeutende Einflussgröße für die Gründung von Gruppen wie z.B. den Rolling Stones und Cream war.

    Eine solche Musiklegende nach Kleve geholt zu haben – Chapeau Helmut Schreiner!

    Leider haben beide gemein in 80er Jahren gestorben zu sein. Bei Alexis Korner ein sehr großer Verlust für die Blueswelt. Und im Fall von Helmut Schreiner hat sich für die Kulturwelt in Kleve eine Lücke aufgetan, die bis heute nicht geschlossen werden konnte.

     
  16. 5. Husky

    Möglich wär das Sicherlich, nur es gibt ein dickes Problem mit Kleve, die Zuschauerzahlen sind nicht Kalkulierbar, es spielen richtig gute Bands im Radhaus und anderen Lokalitäten und es kommen vielleicht (!) mit Glück soviele Leute das man da mit +/- rausgeht, ganz selten hat man dann Konzerte mit Gewinn, die aber den Verlust der anderen mittragen (mit glück).

    Gerade erst vor ein Paar Wochen mit The Fume/Bambix erlebt, da waren gefühlt 30 Leute. Bei den Kassierern ein paar Wochen vorher war es voll, aber die kann man schlecht alle 3 Wochen kommen lassen.

    Das letzte mal in der Stadthalle war ich bei den Prinzen, da waren vielleicht wenns hochkommt ~100 Leute, da passen 800 rein. Man könnte ja z.b. Die Ärzte mal wieder Buchen, dann wär die Halle zwar voll aber sicher nicht mit Klevern

     
  17. 4. vom Schüler

    Golden Earring… die älteste Rockband der Welt… fast 50 Bühnejahre auf dem Buckel und sie spielen immer noch –
    jedes Jahr auch in Nijmegen. Wenn man die zahlreichen Klever bei diesen Konzerten dort sieht, fragt man sich warum das in Kleve nicht mal wieder möglich wäre?.. (gibt leider keinen Helmut Schreiner mehr).
    @2: war als Jungspund damals auch in der Stadthalle … nicht nur „Radar Love“ war genial… sie spielten ihre bekannten Hits (Buddy Joe, Vanilla Queen, Weekend love…) und auch die neuen Stücke des damaligen Albums „Cut“… und… „Twilight Zone“ kann es heute immer noch mit den Hits der Bon Jovis dieser Welt aufnehmen …

     
  18. 3. Ge.Org

    Damals, zum Grobschnitt Konzert, spielte die legendäre Klever Jazzrock-Band „Aha mit Gebläse“ (Werner, Du solltest wieder Saxophon spielen!) mit so prägnanten Titeln wie „Pommes, Bier und fette Weiber“ oder „Frank der Punk (nee, neee, der ist nicht krank)“, was schon eine Auszeichnung war.

    Grobschnitt führte m.W. nach 1976 Rockpommel’s Land bis zur Reunion 2006 nicht live auf. Grobschnitt war dafür bekannt, dass sie extrem lange spielten. Zweieinhalb Stunden waren keine Seltenheit. So gibt es die schöne Geschichte eines Konzertes, das bis Mitternacht ging und ein Ordnungsamt in irgend einer Stadt das Konzert um zwölf stoppen wollte. Grobschnitt bot an, nur noch ein Lied spielen zu wollen, was man ihnen dann gestattete. Es folgte „Solar Music“, mitunter, da immer wieder neu improvisiert, ein über eine Stunde dauernder Titel, der auch in Kleve gespielt wurde (meine damalige Freundin vor mir im Arm, 10m mittig vor der Bühne = Idealposition)…

    http://www.youtube.com/watch?v=2I9SMg6qMwM

    Bei dem von mir geposteten Video sind die Szenen ab ca. 23:20 zu beachten. Hier werden mit einer Flex Metallblöcke bearbeitet, mit entsprechendem Funkenflug. Dies soll, seinerzeit in der Stadthalle auch aufgeführt, dazu geführt haben, dass Verantwortliche der Stadt sagten: „Wenn wir dass gewusst hätten… hätten die hier niemals spielen dürfen“. Wir waren um so mehr stolz, dabei gewesen zu sein…

     
  19. 2. Norbert Lamers

    Hallo Ralf, bei Golden Earring war ich auch dabei, damals noch mit schulterlangen Haaren, wobei „Radar Love“ m.E. das einzige Vernünftige war, was die insgesamt auf die Beine brachten.

    Im übrigen: KONZERT (?) mit von der Lippe????? So was gab es?

     
  20. 1. Fragender

    Mein erstes Konzert in der Stadthalle: 12.05.1984 – Jürgen von der Lippe! Zusammen mit einem Klassenkameraden und dessen Mutter. Ist mir im Nachhinein aber ein bißchen peinlich…