Kann jetzt auch hängen bleiben

rd | 07. Februar 2019, 15:05 | 14 Kommentare
Die Form bestimmt den Inhalt

Wenn die Partei sich so um Deutschland kümmert wie um den Plakatständer vor der eigenen Geschäftsstelle an der Lindenallee in Kleve, dann muss man sich Sorgen um unsere Heimat machen!

Der Februar ist schon weit vorangeschritten, doch in der Halterung unter dem Parteilogo hängt immer noch das Stockfoto einer in warmes Licht getauchten Kirche in einer verschneiten Berglandschaft. Wir merken: Es stimmt nichts. Wobei wir bereit sind zu verzeihen, dass die Verantwortlichen sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, ein Bild einer niederrheinischen Winterlandschaft herauszusuchen („schickt die Zentral ein Berlin halt irgendein Plakat, hängen wir das mal auf“). Aber offenbar hat, und wir schreiben mittlerweile den 7. Februar, noch niemand, der die Zentrale der Partei der Lindenallee aufgesucht hat, daran Anstoß genommen, dass mittlerweile das Weihnachtsfest knapp anderthalb Monate zurückliegt, und auch für Neujahrswünsche ist es kurz vor Karneval eigentlich ein bisschen spät. Lebt die CDU in einer eigenen Zeit? Losgelöst von den Empfindungen der Menschen, die auf dem Bürgersteig entlang gehen und verwundert auf die Weihnachtswünsche blicken?

Noch bedenklicher aber stimmt der verrapsackte Zustand des Plakats. Die bei der Anschaffung vermutlich als super-schick empfundene und den modernen Charakter der Volkspartei unterstreichende Konstruktion aus zwei Glasscheiben, zwischen denen das Plakat gehalten wird, ist anfällig für Feuchtigkeit. Ich meine mich zu erinnern, dass ich bereits vor Jahren ein Bild der Kanzlerin veröffentlicht habe, die außerordentlich faltig und unvorteilhaft aussah, was aber lediglich daran lag, dass das Papier feucht geworden war und Wellen gezogen hatte.

Seitdem gingen ungezählte Plakate den Weg des Verderbens, und die Christdemokraten nahmen den Verfall der Botschaften mit einer staunenswerten Indolenz hin. An der Lindenallee wird offenbar einem Konservativismus gehuldigt, der vor jedweden Eingriffen in die Schöpfung zurückscheut. Der Herr gibt’s, der Herr nimmt’s. Gewählt werden sie ja ohnehin, warum also etwas tun? Aber würdest du, lieber Leser, dir von denen ein Auto reparieren lassen?

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14 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 14. ???

    Es gibt ein neues Plakat ….

     
  2. 13. Joseph Johann

    Wann macht da mal einer die Fenster auf, Licht an, und fegt den Pofalla-Mief raus. Nach der nächsten Wahl wird das Gejammere wieder groß sein.

     
  3. 12. ???

    Wäre dieser Plakathalter mit Plakat von irgendeinem anderen Menschen, würde man es als “Kunst” betrachten …….. und mit Signatur, teuer bezahlen ……….. 😉

     
  4. 11. ???

    Ich denke, dass Herr Daute, egal ob und hinter welchen Fenstern er beherbergt ist, immer die richtigen Durch- und Ein- und Ausblicke hat.
    Das macht den kleveblog erst richtig spannend!

     
  5. 10. Star

    @5
    Was für eine schönes Angebot, Herrn Daute bei der Reinigung seiner Fenster zu helfen: wegen der schönen Schreibe und damit er auch – weiterhin, das ist schon richtig! – den Durchblick behält; sonst würde man Kleveblog ja nicht lesen…

     
  6. 9. Auditor

    Wenn die Partei sich so um den Plakatständer kümmert wie um Deutschland, dann hat sie schon das Fundament abgegraben und wird ihn in Kürze umtreten.

     
  7. 8. Martin Fingerhut

    Ist zu erkennen, für welches “neue” Jahr die GlückWünsche gedacht waren ?

    In Kleve geschieht doch alles 50 Jahre später,
    also könnten sie für 1969 sein.

    Das Jahr der 1. MondLandung.

    Dann handelt es sich bestimmt um GravisationsWellen …

     
  8. 7. Niederrheinstier

    @Prüfstelle
    Mmmuuuuh, Prüfstelle, mmuuuuh! Sie haben in Ihrer Aufzählung vergessen zu erwähnen, dass vor dem Haus von Herrn Daute auch schon seit längerem nicht mehr automatisch gekehrt wird, mmuuuuh. Siehe hier, mmmuuuuh:
    https://www.kleveblog.de/prof-meijer-an-hochschule-ihr-wusstet-es-doch/#comment-303511

     
  9. 6. rd

    @Prüfstelle Das ist Milchglas.

     
  10. 5. Prüfstelle für verdummungsgefährdende Medien

    Neulich lief ich am Hause von Herrn Daute vorbei. Die Fensterscheiben schienen mit schon längere Zeit nicht mehr geputzt worden zu sein. Ich frage Sie, liebe Leser: Hat ein “Journalist”, der die Pflege seiner Fenster so vernachlässigt, noch den nötigen Durchblick? Würden Sie von ihm eine Zeitung kaufen? Herje, gibt es denn gerade etwa nichts über die Hochschule zu berichten oder ist es schon wieder an der Zeit, den Wahlkampf für Frau Northing zu eröffnen? Props gehen raus an RaDau für die schöne Schreibe, aber das wars auch schon.

     
  11. 4. Guenther Hoffmann

    Contenance….CDU ? Der Kreis Kleve hat der deutschen Nation doch wohl reichlich feinstes, kompetentes, fachliches
    unerreichtes 👏👏 Personal geliefert. 🚆🚅 … 👍 🤣🤣 🍺 Da sollte mann nicht so kleinlich sein.

     
  12. 3. KlePeter

    Vollkommen falsch interpretiert. Die CehDehUuh ist Ihrer Zeit weit voraus. Ich denke, schon bald wird es bei Aldi auch die ersten Spekulatius im Regal geben …

     
  13. 2. otto

    Eine Reminiszenz an “Donald Profalla” kann nur so aussehen und an einen ständigen -Fort-schritt
    erinnern.

    Also es passt, oder?

     
  14. 1. Klaus

    Weihnachten endet an Mariä Lichtmess (2. Februar). 5 Tage Verspätung sollte man tolerant ertragen.

    Viel nerviger finde ich wenn die Wahlplakate Wochen nach der Wahl noch die Umwelt verschandeln.
    Ende Mai ist es wieder so weit.