Der Dunst der Stunde: Auch ganz schön

Höre ich da ein Gedicht?

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13 Kommentare

  1. 13

    ja Bravo, ihr (ein zwei drei) gebildeten Literaten.
    eigentlich hatte ich die Lösung jae schon versteckt, cheval pourri vom saarländischen Oskar, stand für schimmligen Reiter und Fontaine , was eigentlich (een goede verstaander heeft maar een half woord nodig) zum Schimmelreiter, Fontane, und damit in Poesie zu Goethe und Erlkönig führen müsste.
    Traurig, dass bei niemandem (?????) mehr ein Trigger anschlägt.
    Bei rd`s alter Bildungsstätte wurde sowas noch vermittelt.

     
  2. 12

    Schwanenburg im Nebel

    Ein Schleier legt sich um des alten Burgturms Pracht
    Der wie Prometheus strebet in den hohen Himmel
    Zu greifen gold’ner Himmelskörper Licht in schöner Nacht!
    Ein eis’ger Nebel doch das silberne Gewimmel

    Der tausend Sternenaugen lässt ermatten, wie ein altes Sediment…
    Grau umfliesst den Bergfried, schwarz das Firmament,
    Die Lebenskraft wird schwach,die Seelen zittern,
    Die Tiere fliehen, da – von Menschen unbemerkt – sie wittern

    Wie unsichtbar sich öffnet zu der schaur’gen Stund‘
    Ein Seelentor, wo flüstert unser Ahnen Tausendmund.
    Kein Toter ist gestorben und im Schatten vom Gemäuer,
    Verschlossen durch den Nebel ungeheuer,

    Der toten Klever Herzen leben fort: ja feiern, lachen
    Und singen, tanzen, dass – auf Erden unerhört – es krachen
    Die Mauern in des Nebels Schauer, oh wie nah die Ewigkeit
    Rückt nun zu meinem Herz, bis steht die Erdenzeit!

    Berlin, den 15.11.2021

     
  3. 11

    Güldener Schwan im dichten Nebel,
    angestrahlt von neuem Licht,
    schwerelos, doch fest verbunden,
    mit der Tradition des Cliffs.

    Ein Ritter, einst geliebt von holder Maid,
    erst inniglich – doch bald gab’s Streit,
    Wissensdurst, verbotene Fragen,
    besonders nervten ihn die Blagen.

    Ihm schwant, dass wird ihn dauerplagen,
    er muss der holden Maid entsagen.
    Elyas spannt den Vogel ein,
    Sein Weg: erst Kermisdahl dann Rhein.

    Im Dunst verschwunden ist der holde Recke,
    verlassen hat er Weib und Brut,
    was bleibt ist eine schöne Sage,
    ein Brunnen und ne Frau in Wut.

    Erdacht und niedergeschrieben vom Quartierchen

     
  4. 9

    @7, Hesse? Dann hat der vielleicht eine ähnliche Idee gehabt? Bügeln steigert die Kreativität! Der depressive Spinner Hesse hat doch beispielsweise schon bei der Niederschrift zum s.g. „Steppenwolf“ den Namen von John Kays Steppenwolf verwendet!

     
  5. 8

    Melusine!

    Kraweel, Kraweel!
    Taubtrüber Ginst am Musenhain!
    Trübtauber Hain am Musenginst!
    Kraweel, Kraweel!

     
  6. 7

    @2 Messerjocke Sie haben das Gedicht von Hermann Hesse ohne Nennung des Verfassers gepostet.

    No Go.

     
  7. 6

    @5 Messerjocke „aber das ist doch irgendwo abgeschrieben“
    Dr. le Rond d`Alembert heisst ja nicht von und zu Guteberg und auch nicht Giffey. Wo denken Sie hin.
    Wikiplag würde bei 3 Worten niemals ansprechen.
    Was Ihnen da so im Kopf herumschwirrt ist der cheval pourri vom saarländischen Oskar .

     
  8. 4

    @2 Messerjocke “ mir spontan beim Bügeln eingefallen“
    Jetzt weiss ich, weshalb mir meist keine Gedichte kommen, ich bügle nämlich nicht, achte beim Kauf auch immer auf no iron.

    Trotzdem:

    Die Burg ist weg, wo ist sie hin,
    ich hab sie gestern noch gesehn,
    schuld ist das Nass, nicht in Kompakt,
    in Schwaden ist es nun verpackt,
    und durch die Wand erscheint der Schwan,
    doch der ist nicht echt,
    verschwunden ist er wie die Burg,
    weil Elsa hat ihm ein Leids getan.

    November 2021
    Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

     
  9. 2

    Das ist mir spontan beim Bügeln eingefallen:

    Im Nebel

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den andern,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.