Bäckerei Derks: Schicksalsschlag leitete die Schieflage ein

Café der Bäckerei Derks an der Hagschen Straße

Am Tag nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens lief der Betrieb in der Kranenburger Bäckerei Derks und den Filialen wie gewohnt weiter. Am Dienstag Mittag machte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Peter C. Minuth, der am Montag vom Amtsgericht Kleve eingesetzt worden war, erstmals ein Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Danach entschied er, das Geschäft weiterlaufen zu lassen. Den Lieferanten sicherte der Jurist aus Düsseldorf zu, dass ihre Rechnungen beglichen werden. Und auch den rund hundert Mitarbeitern in der Großbäckerei und in dem Dutzend Filialen in Kranenburg, Kleve und Goch konnte die gute Nachricht überbracht werden, dass die Gehälter erst einmal weitergezahlt werden.

Offenbar war in den Tagen vor der Insolvenzeröffnung klar geworden, dass es nicht möglich war, weiter die Löhne zu bezahlen, weshalb der Geschäftsführung kein anderer Ausweg blieb, als den bitteren Gang zum Amtsgericht anzutreten. Ob das Kranenburger Traditionsunternehmen eigenständig weiter tätig sein kann oder verkauft und dann möglicherweise zerschlagen wird, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit alles andere als rosig.

Zu den Ursachen für die Insolvenz sagte Peter C. Minuth nur, dass die Schieflage in Zusammenhang mit dem Schicksalsschlag stehe, der die Eignerfamilie im vergangenen Jahr ereilt habe. Firmenchef André Derks war am 29. September des vergangenen Jahres nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Er führte das Unternehmen, das 1938 von seinem Großvater Gerhard Derks und dessen Frau Maria gegründet worden war, in dritter Generation. Das ursprünglich nur in Kranenburg ansässige Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren nach Westen und Osten expandiert. Insbesondere die ab Mitte der Achtzigerjahre in Nimwegen und Arnheim eröffneten Filialen („Der deutsche Bäcker“) hatten für Aufsehen gesorgt.

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2 Kommentare

  1. 2

    Mir tun alle Beteiligten sehr leid. Das Herzblut von Gerd hat die Firma groß gemacht. Ich erinnere mich noch an den Bau der Backstube am Drüller Weg, nachdem die Kakao-Fabrik abgebrochen wurde. Dieser Duft an jedem Morgen auf dem Weg zu Schule…

    André ging leider viel zu früh, seine Frau hat erdrückende Sorgen. Gerd kann leider nicht mehr, obwohl er sicherlich möchte, seine liebe Frau schafft das nicht.

    Ich wünsche dem Unternehmen das Allerbeste und ein Fortbestehen, denn Bäckereien wie die Eure, prägten für mich DEN Bäcker und nicht den Knopfdruck beim Discounter.

    Alles Gute, den größten Erfolg und bleibt uns bitte erhalten.

     
  2. 1

    Man muss dazu vielleicht sagen, dass André Derks lange noch mit seinem Vater Gerd Derks, der das Filialnetz aufgebaut hat, zusammengearbeitet hatte, bis der Vater schwer erkrankte. Diese Unterstützung fiel dann komplett aus, ebenso die der Frau des Vaters, die sich nun um ihren Mann kümmern musste. Andrés Frau hat sich, obwohl nicht aus der Branche, immer nach Kräften eingebracht, hat aber auch ein Kind zu versorgen. Es hieß immer, sie wolle den Betrieb auf jeden Fall weiter führen. Aber das war vielleicht alles zu viel.