2.1., oder: Der Scheibenwischer als Ereignisschranke

rd | 02. Januar 2012, 16:51 | 21 Kommentare

5 Euro, bitte!


Da will unsereins 2012 optimistisch und gut gelaunt an die Dinge herangehen, und mehr oder minder die erste Neuerung, derer er angesichtig wird, ist die, dass die geschätzten Servicekräfte zur Überwachung des ruhenden Verkehrs keine orangefarbenen Kärtchen mehr verteilen, sondern individuell erstellte Ausdrucke mit allerlei Informationen, die die Welt nicht braucht, z. B. das überaus verbraucherfreundliche: »Zeuge 22«. Soso, in Kleve können also Zahlen Zeugenaussagen machen. Was aber auch irgendwie stimmt. Ich sage nur: 6, setzen!

(Der erste Beitrag des neuen Jahres, und gleich wieder dieser negative Ton! Aber was ist von einer Verwaltung zu halten, die sich mit solchen Neuerungen beschäftigt? Wo genau ist der Mehrwert für den Bürger? Vom Strichcode, der demnächst an den Mülltonnen angebracht wird, gar nicht erst zu reden. Was soll der Quatsch?)

Ach ja, und ich bin nicht selbst betroffen, der Zorn ist also gerecht.

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21 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 21. Tom

    @ rd: Das Problem “gestohlener” Mülltonnen war in einigen Kommunen ein Problem. Anwohner haben ihre 240L Tonnen als gestohlen gemeldet und sich eine neue 120l oder 80l Tonne liefern lassen, diese dann entsorgt und weiterhin die 240 befüllt und leeren lassen!
    Der Barcodeaufkleber ist ein rein passives System und ist zu befürworten. Die Nachteile der Verwiegung sind hinlänglich dargestellt und dem ist zuzustimmen, hierfür wären dann aber wesentlich komplexere Systeme notwendig die sich in der Anschaffung für den Entsorger nicht rentieren.

     
  2. 20. Grabenolvi

    Die Barcodes auf den Mülltonnen sind sicher für eine spätere Wiegung des Restmülls. Der Müll wird dann, wie in Geldern schon Jahre üblich, nach Kilogramm abgerechnet. Das zwingt einen schon zu einer konsequenten Mülltrennung. Lustig wird´s für Familien mit Kleinkindern: Es gibt für Windeln extra Windelsäcke, die man am Wertstoffhof kaufen kann und auch dort wieder abgibt.Das ist umgerechnet günstiger als eine Entsorgung in der Tonne. Man erkennt dann im Hochsommer immer sehr leicht die Familienväter, die samstags zum Wertstoffhof fahren: Blasses Gesicht, blau angelaufene Lippen (wegen stark reduzierter Atemfrequenz), alle nur erdenklichen Seitenscheiben im Auto runtergekurbelt…Nehmen Sie Rücksicht, wenn Sie solche Fahrzeuge sehen, der Fahrer ist nicht etwa betrunken… Aber vielleicht hat Kleve ja noch eine Schonfrist (in der man seine Kinder “trocken bekommen” sollte).

     
  3. 19. ralf.daute

    @Tom Gut möglich, dass ich in einer anderen Welt unterwegs bin, aber das Problem gestohlener und heimlich befüllter Mülltonnen scheint mir keines zu sein, das irgendwie relevant ist.

     
  4. 18. RumsdieKuh4Ever

    @Bedburg-Hauer Bürger

    Man könnte auch die Parkschein-Automaten mit einem Lesegerät ausstatten. Dann wäre es möglich das Knöllchen sofort zu bezahlen (ein Rabatt von 5% wirkt Wunder…). Oder die Stadt bietet nach dreimaligen Verstoss ein Prepaid-Konto (1x Falschparken pro Quartal gratis) beziehungsweise die Teilnahme am Lastschriftverfahren, welches zu zweimaligem kostenlosem Falschparken im halbem Jahr berechtigt und zudem die Zusendung eines Buches über das segensreiche Wirken unserer fantastischen meisterbürgerlichen Stadtspitze beinhaltet.

     
  5. 17. Tom

    Wie wäre es zum einen mit vernünftig Parken und zum anderen seine Schuld auch mal eingestehen. Ich habe auch schon selten dumme Parkverstösse begangen und stehe dazu. Wer Zeuge 22 ist erfährt man durch einfache Nachfrage beim BürgerSERVICE (der seinen namen tatsächlich auch verdient!!!).
    Zu den PASSIVEN Transpondern (auch Barcode genannt) Was das soll?? Ganz einfach! Es stehen keine “gestohlenen” Mülltonnen mehr zur leerung an der Straße für die die Allgemeinheit zahlt! Mit PASSIVEN Transpondern gibt es im Kreisgebiet sehr gute Erfahrungen, während aktive (so mit Müllverwiegung usw.) eher Nachteile brachte und weitestgehend abgeschafft wurde.

     
  6. 16. dickschaedel

    seh ich auch so wie Malwassag wer Müll trennt und spart sollte auch weniger zahlen und wer seinen Müll auf die Strasse schmeisst 100€

     
  7. 15. speedy

    VORANKÜNDIGUNG:

    Ich gründe die “Mülltonnenbewachungs GmbH & Co KG”

    Jeden Fremdnutzer werden wir mittels Videoüberwachung der Justiz zuführen.

    Des Weiteren stellen wir, natürlich kostenlos, gläserne Mülltonnen mit Neidfaktor eins zur Verfügung.
    Schließlich soll der Nachbar sehen können, welch wertvolle Sachen sie entsorgen.

    Sobald mir der Kreis den Kreditantrag bewilligt hat, mülle ich los.

    Bis neulich*

    @R.D.
    * muss ich das als Zitat (Volker Pispers) kennzeichnen ?

     
  8. 14. ralf.daute

    @Bedburg-Hauer Bürger Das Anschreiben an den Bürger wird es weiterhin geben. (Muss ja, denn wer garantiert die Zustellung?)

     
  9. 13. Der Laie

    @ Meiner Einer
    ja den gibt es zum Glück noch, der kontrolliert bevorzugt
    die Haushalte die ohne Biotonne auskommen wollen, ihre Rasen- und sonstigen Bioabfälle dann aber auf den Friedhöfen oder davor entsorgen.

    Wenn diese netten Mitbürger nicht bald zur Einsicht kommen,
    könnten bald noch einige Hilfssheriffs dazu kommen.

     
  10. 12. tut nichts zur Sache

    Wie das mit der mengenbezogenen Müllberechnung funktioniert, kann man sich doch in anderen Gemeinden schon lange anschauen:
    – der brave Bürger übt sich in Müllreduzierung, so dass die Einnahmen überraschenderweise zurückgehen
    – der nicht so brave Bürger entsorgt den Müll in der Landschaft, was zusätzliche Kosten für die Beseitigung verursacht.

    Die Folge: Die Kalkulation geht vorne und hinten nicht auf, die Gebühren müssen daher erhöht werden. Die braven und nicht so braven Bürger werden kreativer bezüglich…..

     
  11. 11. Bedburg-Hauer Bürger

    KOSTENERSPARNIS!
    Keine orangfarbene Mitteilungen, keine zusätzliche Anschreiben an den Halter, spart Material und Personalkosten.
    Somit bleibt Geld für den Bürger übrig, hier ist der Mehrwert (so die Theorie).
    Was in Wahrheit mit den eingesparten Geld passiert????
    Vielleicht fließt es ja in die Gesamtschule?

     
  12. 10. KlePeter

    Was ist daran so schlecht, wenn die Müllmenge der Verbraucher kontrolliert wird?
    Allein deshalb, weil die Ressourcen unseres Planeten endlich sind, ist es doch erstrebenswert, alle Möglichkeiten der Müllreduzierung zu nutzen. Und sei es, dass diejenigen, die es immer noch nicht kapiert haben, über den Preis zur Mülltrennung und -vermeidung gebracht werden.
    Nur deshalb darauf zu verzichten, weil Mitmenschen mit krimineller Energie Vermeidungsstrategien (Müll in die Landschaft entsorgen)entwickeln, ist der falche Ansatz.

     
  13. 9. clavinius

    Als ordentlicher Bürger habe ich mal von einem Anhänger runtergefallene Stücke einer Rigibsplatte in meiner Mülltonne getan damit nicht die gesamte Straße versaut wird.
    Meine Mülltonne wurde darauf hin nicht geleert. Auf Anfrage hin wurde mir Mitgeteilt, dass Bauschutt nicht im Hausmüll gehört.Nachdem ich auf den Sachverhalt hingewiesen habe wurden mir billige Ausreden unterstellt. Erst als ich mit Leserbriefen drohte wurde mir versichert, dass meine Mülltonne nachträglich geleert wird. Tatsächlich wurde sie auch ein paar Stunden später geleert.
    Moral von der Geschichte: Nochmals lasse ich solchen Müll liegen, damit mein Hausmüll nicht noch gründlicher Durchsucht wird.

     
  14. 8. Meiner Einer

    @ RD

    Wenn du schon gegen die Verwaltung argumentierst, dass dein persönlicher Müllverbrauch keinen etwas angeht, wie kommentierst du dann die Abwassergebühren, die aufgrund deines Wasserverbrauches von den Stadtwerken an die Verwaltung gemeldet werden? Du bist als Bürger doch sowieso gläsern… Aber denk daran: Du bist nicht allein.

    Gibt es den Müllsheriff in Bedburg-Hau eigentlich noch?

     
  15. 7. Rainer Hoymann

    … und am Ende liegt wieder der Müll im Wald und auf der Wiese.

     
  16. 6. ralf.daute

    @Malwassag Ja, und da kommen wir wieder vom Kleinen ins Grundsätzliche. Erstens geht es die Verwaltung rein gar nichts an, wie viel Müll jemand produziert. Zweitens wird dann natürlich über kurz oder lang die Abrechnung nach Gewicht kommen (auch wenn das jetzt noch dementiert wird), und so erzieht man sich Bürger, die schon beim Müll anfangen die Verwaltung zu betuppen. Sehr ist vergleichsweise fortschrittliche Gemeinwesen wie zum Beispiel das von Basel sind noch nicht auf eine solche Idee gekommen. Dort muss der Bürger nur kommunale Müllsäcke kaufen (nur solche werden abgeholt) – und das war’s. Aber man kann sich das Leben natürlich auch gerne schwerer machen…

     
  17. 5. MalWasSag

    Also das mit den Barcodes geschieht nicht ohne Hintergrund.
    Es wird kommen das die Müllgebühren nach Gewicht abgerechnet werden. So wird bei jedem leeren die Mülltonne gleichzeitig gewogen und das Gewicht auf den entsprechenden Haushalt gebucht.

     
  18. 4. Messerjocke

    Es handelt sich um einen Ereignishorizont und nicht um eine Ereignisschranke!

    Ein Ereignishorizont ist ja eine Grenzfläche in der Raumzeit, für die gilt, dass Ereignisse jenseits dieser Grenzfläche prinzipiell nicht sichtbar für Beobachter sind, die sich diesseits der Grenzfläche befinden.

    Der Ereignishorizont bildet also eine Grenze für Informationen und (jetzt kommt’s!) auch für kausale Zusammenhänge.

    Eine Grenze für Informationen und kausale Zusammenhänge? Wem kommt das bekannt vor? Richtig, wir befinden uns in Kleve. Das ist sozusagen der Beweis.

    Zugegeben, es hat auch etwas mit Schwarzen Löchern zu tun, aber wo bitte schön ist ein, wenn nicht sogar das Schwarze Loch, wenn nicht in Kleve?

    Ich versuche trotzdem einen kausalen Zusammenhang herzustellen: Das ist alles nur Stadtmarketing!

    Stimmt’s?

     
  19. 3. Jens-Uwe Habedank

    KLE-MH 859, ist das richtig? Na – dann recherchieren wir mal….
    Wen kann man fragen was die Umstellung kostet/ gekostet hat?
    Und – die Sache mit den Barcode-Labeln auf den Mülltonne ist ja wohl eh der reinste Unsinn – es sei denn man will den gläsernen Bürger noch transparenter machen!?

    Zurück zu den Ausdrucken: Lasst uns eine Datei erstellen, wer Zeuge XY ist, hier also z.B. “Zeuge 22”!

     
  20. 2. dickschaedel

    geht ganz einfach – Strom sparen – Auto mal abmelden – alle Dinge die der Stadt Geld bringen unterlassen, die 5€ bar bei der Stadtkasse auf den Tisch legen, man hat ja kein Konto, Einsprüche einlegen und auch mal ein faueles Ei aus dem Fenster fallen lassen wenn Theos Brigade läuft – huch Treffer! wofür brauchen wir eine Hebebrücke? aber auch mal an die eigene Nase packen und das Auto in der Garage lassen und mit dem Rad einkaufen und den Jeep zum Eier holen verkaufen.

     
  21. 1. Brickfield

    ist es nicht der zweite Blog im neuen Jahr!? 😉