Bier-Akademie, Wunderbar, Küchenkraut, Finy’s – – – Abriss!

rd | 09. Februar 2017, 15:11 | 6 Kommentare
Fin-de-siecle-Stimmung

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Kein Herd, nirgends

Kein Herd, nirgends

(Jetzt auch mit Hinweis auf „Bier-Akademie“) Das Gebäude ist bereits entkernt, die Abrissbagger sind bestellt: Eine der gastronomischen Adressen in der Stadt mit einer großen Tradition, das Gebäude an der Ecke Stechbahn/Backermatt, wird in wenigen Tagen Geschichte sein. „Wir bauen dort ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten“, so Jochen Koenen von Zevens Grundbesitz.

Das Gebäude gehört zum reichhaltigen Portfolio des Unternehmens von Bernd Zevens. „Wir haben am Mittwoch die Baugenehmigung erhalten“, berichtet Koenen. In vier bis sechs Wochen sollen die Arbeiten an dem neuen Haus beginnen.

Lange Jahre war das Erdgeschoss der Immobilie an der strategisch günstig gelegenen Ecke in Innenstadtnähe gastronomisch genutzt worden. Die Geschichte begann mit der „Bier-Akademie“ von Willi Lünendonk, der zuvor das „Downtown“ (am Opschlag) und das „PX“ (im XOX-Gelände) betrieben hatte.

Viele Klever werden sich noch gerne an den Nachfolgebetrieb der „Bier-Akademie“ erinnern, die „Wunderbar“. Matthias Braun führte das Lokal in einer formvollendeten Mischung aus Genie und Wahnsinn. Unvergessen, wie er Gästen einmal eine besondere Delikatesse anbot: „Ich habe noch Austern. Gestern war Dr. XY da, die sind übrig geblieben.“

Später betrieb der sehr selbstbewusste Koch Ralf Horst Tronnier an gleicher Stelle sein ambitioniertes Restaurant „Küchenkraut“, das den Klevern gehobene Küche zu ebensolchen Preisen bot, allerdings waren die als Zutat mitgelieferten Launen des Inhabers dem Geschäft nicht immer zuträglich.

Es folgten einige Jahre, in denen Josephine Heselmann (ehemals „Schwarzer Ritter“) in der Immobilie ihr Restaurant „Finy’s“ erfolgreich leitete. Nachdem sie den Betrieb Ende 2014 aufgab, fand sich kein neuer Mieter mehr. Daraufhin fiel die Entscheidung zum Abriss.

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6 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 6. M.R.

    Das Küchenkraut war das einzig gute Restaurant in Kleve,seitdem Tronnier weg ist gibt es auch nichts gutes mehr und warum? Weil Klever nur eines möchten, einen vollen Teller,egal wie klein der Teller oder qualitativ minderwertig das Essen darauf ist…und das bitte zum supersparpreis,aber trotzdem frisch,keine Fertigprodukte und keine Massentierhaltung unterstützend…werdet endlich wach und legt die Engstirnigkeit ab,dann müsst ihr auch nicht mehr jammern,weil in Kleve alles ausstirbt…

     
  2. 5. A.L früher M

    Zum Thema Küchenkraut möchte ich, als geborene Kleverin sagen: was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
    Engstirnig und stur wird alles Neue erstmal gekonnt in der Luft zerrissen.
    Gehobene Küche zu völlig gerechtfertigten Preisen. Wer gutes, frisches Essen mag, wird solch einen Preis gerne zahlen.
    Zu den Launen von Herrn Tronnier möchte ich mich nicht äußern. Nur soviel: entweder man liebt oder man hasst ihn. Lernen könnte man eine Menge von ihm. In der Küche und wann es manchmal besser ist, den Mund zu halten 😉
    In einer größeren Stadt würde sich kein Mensch über solche Preise aufregen.

     
  3. 4. jean baptiste

    @2. Wolfgang look

    wer Finy ( Josephine Heselmann) nicht kennt darf sich das gerne so erklären.

     
  4. 3. gm

    Früher, Gaststätte „Hertzner“, zum Muschelnessen……lecker, lecker. Lang ist es her.

     
  5. 2. Wolfgang look

    Finy s kommt wohl von lateinisch finis, also immer mehr finis cliviae

     
  6. 1. jean baptiste

    Das Gebäude hat noch eine weitere Bedeutung für Kleve.
    Josef Mooren, ein bedeutender Landschaftsmaler , Restaurator , und echte kleefse Jong (am Hasenberg geboren)
    http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/manches-bild-blieb-ungemalt-id11664956.html
    hat dort (ich meine im 1. Stock) Jahrzehntelang, bis er wegen völliger Erblindung ins Altersheim musste, gelebt und nach Aufgabe seines Ateliers auch noch gemalt.

    Vielleicht ist es ja der Zevens Latifundien möglich, beim Neubau eine irgendwie geartete Erinnerung an diesen Künstler mit in die Aussenhaut des Gebäudes zu integrieren.
    Dabei denke ich nicht an eine schnöde Messingplatte.

    Kleve hat ja einfach ein Händchen dafür, seine überaus zahlreichen (heute würde man sagen VIP-) bedeutenden Einwohner einfach in der Versenkung verschwinden zu lassen.