Hinter Keeken

rd | 21. August 2016, 09:12 | 9 Kommentare
„Raum für Gedanken“, so hat der Fotograf dieses verstörende Bild einer Sitzgruppe hinter Keeken genannt

„Raum für Gedanken“, so hat der Fotograf dieses verstörende Bild einer Sitzgruppe hinter Keeken genannt



Fragwürdig? Preisskat in der Begegnungsstätte

rd | 20. August 2016, 22:20 | 10 Kommentare
Vor der Telefonzelle bei H&M (ist das wirklich nioch eine Telefonzelle?)

Vor der Telefonzelle bei H&M (ist das wirklich nioch eine Telefonzelle?)

Da weiß man gar nicht, was man sagen soll. Ist man gerührt, dass es so etwas noch gibt? Wie erklärt man „so etwas“? Welche Gewinne winken (ein Schinken?)? Ist die Begegnungsstätte denn der richtige Rahmen für diese Veranstaltung? Gehört ein Preisskat nicht in den (ehemals verrauchten) Saal einer Dorfgaststätte? Gibt es überhaupt noch funktionierende Dorfgaststätten? Darf andererseits bei Preisskat zum „gepflegten Pils“ gegriffen werden? Es ist ja kein Turnierskat, da wäre das verpönt (schönes Wort, selten geworden). Dürfen die Spieler „Contra!“ und „Re!“ sagen? Wird mit Ramsch gespielt? Darf beim Ramsch, wenn Grand Hand gespielt wird, contra gegeben werden? So gesehen, ein kleiner Handzettel, der viele Fragen aufwirft. Gutes Blatt den Spielern!



Heute ist…

rd | 20. August 2016, 06:54 | 5 Kommentare
Im Laufe der Zeit eine konstante Größe: Kiosk am Mittelweg (Plakatgestaltung: Jasmin Kruse)

Im Laufe der Zeit eine konstante Größe: Kiosk am Mittelweg (Plakatgestaltung: Jasmin Kruse)

Im Ruhrgebiet vermutlich der wichtigste Feiertag, hier in Kleve nur von untergeordneter Bedeutung: Heute, am 20. August, wird der „Tag der Trinkhallen“ zelebriert – stilecht vermutlich mit einer Halbliterflasche Pils. Jasmin Kruse, Studierende der Fachrichtung „Kommunikation und Design“ an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort, hat dazu nach längerer Recherche und unter Zuhilfenahme der Büttenrednerin Petra Rinke, die fürs Plattdeutsche zuständig war, ein Plakat gestaltet, das die Anfänge des Trinkhallenwesens in Kleve am Mittelweg zeigt. Eine schöne Arbeit!


Was Sie schon immer über Tomate-Mozzarella-Brote wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten

rd | 19. August 2016, 16:08 | 3 Kommentare
Dieses Bild scheint zu schreien: Nimm mich!

Dieses Bild scheint zu schreien: Nimm mich!

Die gastronomische Entwicklung unserer Stadt schreitet so rasant voran, dass nicht alles sofort bemerkt wird. Zum Beispiel eine kleine Entdeckung in der Oberstadt: Bereits seit dem 6. Juli geöffnet hat das Bistro mystic Garden an der Hagschen Straße 51, gleich neben dem von Britta Pauels geführten Schönheitssalon (heute sagt man allerdings: Beauty Hair Spa) gleichen Namens.

Die Verwandtschaft ist gewollt, denn beide mystic Garden-Gewerke setzen, anders als der Name vermuten lässt, nicht auf geheimnisvolle Rezepte fürs äußere und innere Wohlbefinden, sondern auf die Kraft des Natürlichen. Für den kosmetischen Teil mögen das andere erkunden, beim kulinarischen Teil, der von Corinna Pulmann geführt wird, kann ich nunmehr aus eigener Erfahrung sprechen. Obwohl, viel Worte sind da gar nicht zu verlieren: Das oben abgebildete Gericht, es handelt sich laut Karte um eine Mozzarella/Tomate/Rucola/Pesto/Pinienkern-Stulle zum Preis von vier Euro, spricht schon für sich. Es schmeckte genauso frisch und herzhaft, wie es die Fotografie hoffentlich zu vermitteln vermag.

Corinna Pulmann bietet nur vegetarische und teilweise auch vegane Speisen an, was sicherlich einerseits in jungen Kreisen (Studenten) Anklang findet und darüber hinaus auch Zuspruch bei denjenigen Klevern, die die Schnitzelphase des Lebens hinter sich gelassen haben. In der aktuellen Wochenkarte des Bistros finden sich die folgenden Angebote: Falafel-Burger; mediterraner Nudelsalat; vegane (!!) Currywurst (muss ich mal probieren) und Spinat-Strudel. Die Preise bewegen sich zwischen sechs und acht Euro. Öffnungszeiten dienstags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 15 Uhr. Gerne weiterempfehlen.

Link: Mystic Garden auf Facebook


Lust auf Singen? Auf den „Messias“? Im Original (also Englisch)?

rd | 18. August 2016, 11:49 | 1 Kommentar

Sommerfest, Fahrradtouren, Stadt- und Künstleratelierführungen, Kochen und offenes Singen – das war das Sommerprogramm der Städtischen Singgemeinde – „und es war sehr schön“, so Berhardine Büscher-Kahl, Sprecherin der Singgemeinde.

Nun darf auch der Kehlkopf wieder trainiert werden: Die Städtische Singgemeinde Kleve setzt die Probenarbeit am „Messias“ von Georg-Friedrich Händel fort; am Montag, 22.08.2016, um 20 Uhr wird die Arbeit am nächsten Konzert wieder aufgenommen.

Das Werk wird in der englischen Originalsprache aufgeführt. Der Einstieg für interessierte Sängerinnen und Sänger (Studenten?) ist auch jetzt noch möglich. Die Proben finden jeden Montag mit Ausnahme der Ferien im Pfarrsaal der Stiftskirche, Kapitelstraße 8, 47533 Kleve statt. Die Aufführungen des Konzerts sind am 7. und 8. Januar 2017 geplant.


In der Tat!

rd | 17. August 2016, 23:28 | 5 Kommentare
Auch keineswegs der „klassische“ Wolkenkratzer

Auch keineswegs der „klassische“ Wolkenkratzer

Was immer der Verfasser der Überschriften von Sparkassen-Immobilienangeboten beim Texten an bewusstseinserweiternden Substanzen zu sich nimmt – es wirkt! Für die Feinschmecker unter meinen Lesern sei noch auf die Anführungszeichen um das Wort klassisch hingewiesen, die ja nochmals negierend wirken (das Wembley-„Tor“, z.B.). Wir erfreuen uns also an einer Doppelhaushälfte, die nicht nicht klassisch ist – und somit vielleicht doch schon wieder klassisch. Vielleicht handelt es sich um das geheime Schicksal aller Bewohner klassischer Doppelhaushälften, das gerade ihre eigene (der eigenen Einschätzung nach) keinesfalls klassisch, wohl aber „klassisch“ ist. Womöglich möchte der unbekannte Verfasser in letzter Konsequenz andeuten, dass auch das freistehende Einfamilienhaus im Grunde nichts anderes ist als eine Doppelhaushälfte, nur halt keine klassische. Kann es sein, dass das ganze Leben eine „Doppelhaushälfte“ ist? Aber was ist das für 1 Leben?


Waldschlösschen: Der Wok-Schock

rd | 16. August 2016, 14:07 | 13 Kommentare
Flatterband versperrt den Eingang, keine Besserung in Sicht: aldschlössc en

Flatterband versperrt den Eingang, keine Besserung in Sicht: aldschlössc en

Irgendwann Ende vergangenen Jahres muss Norbert Switon noch gedacht haben, endlich laufe es richtig gut für ihn. Danach ging alles schief.

Switon gehört das Restaurant Waldschlösschen am Rande des Tiergartenwaldes in Donsbrüggen. Zu besseren Tagen eines der beliebtesten Ausflugslokale der Stadt, weithin geschätzt für seine Wildspezialitäten. Doch Switon wollte die hundertjährige Tradition des Waldschlösschens nicht fortführen und suchte nach Möglichkeiten, die Immobilie zu vermieten oder (lieber noch) zu verkaufen. Lange vergebens. Dann fand sich erst ein Pächter aus dem Raum Heinsberg, und wenig später – schlecht für den Pächter, gut für Switon – sogar eine Familie aus China, die aus dem Betrieb ein Chinarestaurant machte und konkrete Kaufabsichten äußerte.

Ende Dezember eröffnete das Lokal, vier knallrote chinesische Schriftzeichen rechts vom althergebrachten Namen dokumentierten den Neuanfang. Dann kam der 29. Januar. In den Abendstunden vergaß der Koch einen Wok auf dem Gasherd. Die Hitzenentwicklung entzündete die Dunstabzugshaube, die Küche fing Feuer, die Flammen breiteten sich rasant aus und loderten schon eine Stunde später meterhoch aus dem Dachstuhl. Die Feuerwehr löschte den Brand, die Polizei nahm ihre Ermittlungen auf und kam zu dem Schluss, dass weder eine absichtliche noch eine fahrlässige Brandstiftung vorliege. Eine Verkettung unglücklicher Umstände also.

Wie unglücklich, bekommt Switon nun zu spüren. Denn die Versicherung hat noch nicht gezahlt. Switon: „Noch werden Verhandlungen geführt. Es ist noch nichts entschieden, aber die Ansprüche wurden erst einmal abgeschmettert.“ Die Frage ist, ob nicht die Chinesen in Haftung genommen werden können. Allerdings müsste man dazu wissen, wo sie abgeblieben sind. Das aber weiß niemand. „Die sind unbekannt verzogen“, so der Immobilienbesitzer. „Jetzt stehe ich mit dem ganzen Schaden da.“

Als wäre das nicht schon ärgerlich genug, meldete sich nach dem Brand auch noch der Wirt aus Heinsberg, dem das Etablissement ursprünglich zur Pacht angedient worden war. Offenbar waren die Verhandlungen mit dem Mann sehr weit gediehen, als die Chinesen plötzlich doch noch zum Zuge kamen. Der Mann aus Heinsberg klagte jedenfalls vor dem Landgericht Kleve auf Vertragserfüllung. Zur entscheidenden Verhandlung erschien Switon nicht, sodass das Gericht ein Versäumnisurteil ergehen ließ. Ergebnis: Der Pächter aus Heinsberg hat das Recht, als Gastronom ins Waldschlösschen einzuziehen. Switon kann das nicht ermöglichen, es drohen womöglich sogar Regressforderungen.

Die Bilanz, knapp ein Jahr später: ein immer noch in Trümmern liegendes Restaurant, ein verschwundener Kaufinteressent, eine zahlungsunwillige Versicherung und ein streitbarer Pächter. Es ist nicht gut gelaufen. „Ich bin sehr verärgert“, so Switon.


Danke, Erich „Kontenangse“ Billion für 34 aufregende Jahre!

rd | 12. August 2016, 16:46 | 3 Kommentare
Mit diesem Foto verabschiedet sich der 1. FC Kleve von seinem langjährigen Stadionsprecher Erich Billion

Mit diesem Foto verabschiedet sich der 1. FC Kleve von seinem langjährigen Stadionsprecher Erich Billion

Beim ersten Meisterschaftsspiel des 1. FC Kleve am Sonntag gegen Rot-Weiß Oberhausen II (Anpfiff 15 Uhr) wird in der Halbzeitpause eine Ära zu Ende gehen: Stadionsprecher Erich Billion wird nach 34 Jahren verabschiedet! Allein deshalb sollte man schon kommen. Es lässt sich nicht anders sagen, wenn einer alle Höhen und Tiefen in diesem Verein miterlebt und mit durchlitten hat, dann er.

Billions Meisterleistung aus mehr als 500 kommentierten Spielen, die ewig Bestand haben wird und die nach ihm wohl kein Stadionsprecher mehr erreichen wird, war die Ansage an unerzogene Schlachtenbummler aus dem Ruhrgebiet: „Sie befinden sich hier in einem Fußballstadion und nicht in einer Nahkampfarena. Bewahren Sie die Contenance!“, wobei das Wort satt niederrheinisch „Kontenangse“ ausgesprochen wurde. Die Ansage war gewissermaßen ein lexikalischer Wasserwerfer – die verwirrten Fans aus bildungsfernen Milieus überlegten lange, was mit dieser Formulierung wohl gemeint war, womit die geforderte Haltung sich von selbst einstellte.

Billions Nachfolger heißen Fischer und Budde: Ab dieser Saison werden Ralf Fischer (bekannt von „Sport vor Ort“ (Antenne Niederrhein) sowie Tobias Budde (Redakteur bei NTV) die Spiele in der Volksbank-Arena moderieren.


Interessanter Entwurf für eine neue Stadtbücherei

rd | 12. August 2016, 16:07 | 30 Kommentare

Die gegenwärtige Behausung unserer Stadtbücherei ist bestenfalls mit dem Wort „Mängelexemplar“ zu beschreiben, es handelt sich um einen wenig attraktiven Altbau an der Wasserstraße, in dem viele Regale herumstehen. Insofern ist es lobenswert und ein schönes Beispiel von proaktivem Handeln, dass die ReppCo-Architekten einen Entwurf ins Internet gestellt haben. Die ungefragt erstellte Animation zeigt eine interessante Möglichkeit auf, die Stadtbücherei neu zu platzieren und gehörig aufzuwerten (wie es sich für eine Kulturnation gehören sollte). Der Standort des Entwurfs ist heute ein Leerstand, der ehemalige Drunkemühle-Supermarkt. Die Immobilie befindet sich im Besitz der Familie Hammer, mit der natürlich vorher gesprochen werden müsste…


Kleingeldabschaffung: Beerdigung erster Klasse (durch die FAZ)

rd | 12. August 2016, 15:20 | 6 Kommentare
Die Klever Lösung: Ab in die Tonne!

Die Klever Lösung: Ab in die Tonne!

Womöglich waren die Schlagzeilen, die Ute Marks für ihre Aktion, in Kleve so zu tun, als werde das Kleingeld abgeschafft, das Bewerbungsschreiben für die neue Stelle bei der Dortmunder Agentur „Stadt und Handel“, die sie seit wenigen Wochen innehat. Wenn immer sie versucht haben sollte, etwas Bleibendes jenseits der Schlagzeilenproduktion zu erreichen – es war für die Katz’.

Das aber muss zur Abwechslung nicht einmal deine Lieblings-Website, lieber Leser, schreiben (wir erinnern uns, es gab immer eine gewisse Skepsis hier). Die Beerdigung erster Klasse besorgt heute eine überregionale Tageszeitung. In der FAZ berichtet Christian Siedelbiedel unter der Überschrift „Kleingeldabschaffung ohne Durchschlagskraft“, dass selbst Marks die Gefahr sehe, dass ihr Projekt einschlafe, wenn nicht regelmäßig dafür getrommelt werde. Aber wer trommelt noch dafür?

Die Aufsteller zur Aktion („Verehrte Kunden, wir runden!“) sind längst verschwunden, in den Bäckereien wird längst wieder centgenau herausgegeben. Andere Städte sind, anders als von den Initiatoren angekündigt, auch nicht dem Klever Beispiel gefolgt. Jetzt soll am 1. September ein runder Tisch (abgerundet oder aufgerundet?) diskutieren, wie es mit der Kleingeld-Aktion weitergehen soll.

Hier der Link zum Artikel aus Frankfurt: Kleingeldabschaffung ohne Durchschlagskraft (FAZ)