Sparkasse: Erster Luftangriff auf Volksbank

rd | 22. Mai 2018, 16:06 | keine Kommentare
Nur Sekunden nach diesem Foto prasselten hochexplosive Lombardsätze auf den  Verwaltungssitz der Volksbank

Nur Sekunden nach diesem Foto prasselten hochexplosive Lombardsätze auf den Verwaltungssitz der Volksbank

Was zu viel ist, ist zu viel! Unmittelbar, nachdem die Volksbank Kleverland in der Lokalpresse verbreiten ließ, erneut als „Beste Bank vor Ort“ ausgezeichnet worden zu sein, riss den Verantwortlichen in der Vorstandsetage der Sparkasse Rhein-Maas die Zinsschnur. In einer geheimen Sitzung wurden Vergeltungsmaßnahmen beschlossen und am Freitag vor Pfingsten in einer in der deutschen Finanzgeschichte beispiellosen Aktion umgesetzt: Der Luftkreuzer HZZ Willi Heuvens zoggelte zunächst betont unauffällig im Klever Luftraum umher, bevor er gegen 14:30 Uhr geradewegs Kurs auf die Zentrale der Volksbank am Spoykanal nahm und mehrere Lombardsätze abwarf. Die heftigen Zinsexplosionen waren bis in die Oberstadt zu hören und legten das Gebäude in Trümmer, auch die gut sortierte Weinhandlung – ein Bild der Verheerung. „Es sah aus wie nach einer Geldautomatensprengung – nur größer“, so Augenzeugen.

PS. Wussten Sie schon, dass der Begriff „vor Ort“ dem Bergbau entstammt und ursprünglich einen Standort unter Tage, an dem eine Strecke endet oder Kohle am Flöz abgebaut wird, bezeichnet? Erst später schaffte es der Begriff an die Oberfläche und verdrängte die Wendung „am Ort [des Geschehens] sein“.



„Zeit für Neues“ – Saturn-Geschäftsführer Max-Ingo Festing hört auf!

rd | 17. Mai 2018, 23:10 | 8 Kommentare
Saturn-Geschäftsführer Max Ingo Festing: „Wir müssen uns committen“

Saturn-Geschäftsführer Max Ingo Festing: „Trennung auf eigenen Wunsch“

Er brannte für Saturn, doch diese Flamme ist, so scheint es, erloschen: Max-Ingo Festing, langjähriger Geschäftsführer des Klever Saturn-Elektronikmarktes, hört auf!

Die Gerüchte über den Abgang kursierten seit einigen Tagen in der Stadt, jetzt bestätigte der Kaufmann sie gegenüber kleveblog. „Das stimmt“, so Festing. Er habe sich „auf eigenen Wunsch“ zu diesem Schritt entschlossen. Es sei „Zeit für Neues, erst einmal Altes beenden“. Weitere Mitteilungen zu den Gründen zu der abrupten Trennung von dem Konzern, in dem er er fast sein gesamtes berufliches Leben verbracht hat, machte er nicht.

Für die Klever Kaufmannschaft dürfte die Nachricht ein mittelschweres Erdbeben darstellen. Als Festing vor zehn Jahren nach Kleve kam, galt er vielen als Manager eines Großkonzerns, dem am Schicksal des lokalen Handels wenig gelegen sei. In seinen Jahren in der Stadt bewies er jedoch das genaue Gegenteil – mit wachen Augen verfolgte er die Umbrüche des Handels, und stets war er in vorderer Reihe mit dabei, wenn diskutiert wurde, wie die Stadt und ihre Kaufleute darauf reagieren können. Eine Zeitlang war er sogar – gemeinsam mit dem damaligen Kaufhof-Chef Johannes Hülsmann – Vorsitzender des Klever City Netzwerks.

Zuletzt zu sehen war Festings Engagement vor einigen Monaten, als die Händler sich im Blauen Salon der Stadthalle zu einem Runden Tisch versammelt hatten und darüber sprachen, wie man sich angesichts der Agonie, die das Klever City Netzwerk zuletzt befallen hatte und zu dessen Auflösung führte, neu organisieren könnte. Einer der Wortführer war Festing, und nicht zuletzt ihm das zu verdanken, dass die Runde in relativer Aufbruchstimmung auseinanderging (Runder Tisch des Einzelhandels: Eine „Vollkatastrophe“ hinter sich lassen, Liebe und Visionen suchen).

In seinem Elektronikmarkt ließ Festing nichts unversucht, auf die Herausforderungen, die das Internet dem stationären Handel bereitet, zu reagieren. Der Markt wurde erst vor zwei Jahren im großen Maßstab umgebaut und neu sortiert, zudem sorgte Festing dafür, dass die Verkaufsmannschaft größer und vielfältiger wurde.

Wie es für Festing persönlich weitergeht, steht offenbar noch nicht fest. Zu hoffen bleibt, dass sein Fachwissen und sein Mut, Dinge anzupacken, Kleve erhalten bleiben.



Sternbusch in Stahlgewittern: Stadtwerke streiten mit Beckenbauer, Qualitätsmängel befürchtet

rd | 14. Mai 2018, 18:34 | 9 Kommentare
Waldarbeiten (Foto: Torsten Barthel)

Drohnenkulisse: Die Bauarbeiten am Sternbuschbad in einer frühen Phase, als vom Stahlbecken noch nichts zu sehen war (Foto: Torsten Barthel)

Mitarbeiter von 40 Firmen wirbeln derzeit im Sternbusch, damit das neue Freizeitbad termingerecht in der zweiten Jahreshälfte eröffnet werden kann. Unter anderem sind einige Spezialisten damit beschäftigt, das neue Außenbecken zu montieren. Das Mammutprojekt liegt zwar im Zeitplan, doch kurz vor Fertigstellung des Bassins ist ein brisanter Streit entbrannt – mit möglicherweise gravierenden Folgen. Es geht um die Qualität des Edelstahls, aus dem das Becken gefertigt ist. Nachdem die Stadtwerke eine eigene Messung der Metallqualität vorgenommen hatten, musste Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, feststellen: „Wir haben Abweichungen im Edelstahl.“

„Edelstahlbecken sind heute state of the art“, so Hoffmann. Die Stadtwerke Kleve, unter deren Federführung das 20-Millionen-Euro-Projekt am Stadtrand von Kleve steht, hatten dieser Variante den Vorzug gegeben, weil der Wartungsaufwand deutlich geringer ist. Bekanntlich setzte die Witterung dem Vorgängerbecken mit seiner gefliesten Hülle so zu, dass jeweils zu Beginn der Schwimmsaison ein Handwerksbetrieb gut damit beschäftigt war, schadhafte Kacheln auszutauschen.

Beim Edelstahl entfällt diese alljährliche Reparaturaktion. Dafür aber muss der Stahl eine besondere Güte aufweisen, um den Belastungen eines Schwimmbadbetriebs dauerhaft standzuhalten (Chlor, Pipi). Dafür werden dem Eisen einige zusätzliche Elemente beigefügt, um ihm besondere Eigenschaften zu verleihen, am wichtigsten darunter natürlich die Korrosionsbeständigkeit. Die Kontrollmessung der Stadtwerke am Metall ergab nun, dass die beiden chemischen Elemente Chrom und Molybdän nicht in der Menge, die laut Spezifikation verlangt wird, vorhanden sind. Allerdings hatte der Lieferant andere Werte präsentiert. Das Unternehmen lässt die Metallsegmente auch unverdrossen weiter einbauen.

Doch die Stadtwerke nehmen das Problem nicht auf die leichte Schulter. In Verhandlungen mit dem Lieferanten einigte man sich zunächst auf eine weitere Messung des Beckenmaterials durch einen unabhängigen Experten. Hoffmann: „wir haben uns als neutralen Gutachter die Bundesanstalt für Materialprüfung aus Berlin ausgesucht.“

Von diesem Gutachten wird abhängig sein, wie es weitergeht. „Es wird vermutlich keine schnelle Lösung geben“, sagt Hoffmann. „Natürlich hofft niemand, dass das Becken wieder ausgebaut werden muss.“ Das wäre die schlimmste Variante, die natürlich erhebliche Verzögerungen nach sich ziehen würde.

Möglicherweise lösen die Messungen auch eine kostspielige Kettenreaktion aus, denn wenn sich die Messungen der Stadtwerke bestätigen, muss die Frage beantwortet werden, wer für die mindere Qualität des Stahls verantwortlich ist – hat da jemand (absichtlich?) die falsche Qualität bestellt, um Kosten zu sparen, oder hat der Stahlhersteller einfach (absichtlich?) ein anderes Material geliefert?

Die geplante Eröffnung des Hallenbades ist von dieser Entwicklung nicht berührt. Sie soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen (ob jedoch noch im Sommer, kann jetzt nicht sicher gesagt werden). Die Inbetriebnahme des Außenbereichs war ohnehin erst für die kommende Saison geplant, derzeit sieht das Gelände aufgrund der regen Bautätigkeit Hoffmann zufolge ohnehin noch aus „wie eine Mondlandschaft“.

Info Edelstahlbecken: Der standardmäßig für Beckenauskleidungen eingesetzte nichtrostende Stahl ist zurzeit der Werkstoff 1.4404. Dabei handelt es sich um einen austenitischen rostfreien Stahl mit ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit. Laut DVGW-Arbeitsblatt W541 (Grundlage für die Anforderungen an Rohre aus nichtrostenden Stählen für die Trinkwasser-Hausinstallation) wird der Stahlwerkstoff 1.4401 (neben 1.4571) am häufigsten eingesetzt. Es handelt sich hier um einen Chrom-Nickel-Stahl mit Molybdänzusatz. Dieser Stahl ist gut kalt umformbar (biegen, stanzen, tiefziehen), allerdings nicht leicht zerspanbar. Wegen seiner starken Verfestigung bedarf es entsprechender Werkzeuge. Eine starke Verformung kann den Stahl etwas magnetisieren. Wird der Stahl bei Temperaturen zwischen 500 °C und 900 °C gehalten, können sich Chromkarbide in den Korngrenzen ausscheiden, was die Beständigkeit gegenüber interkristalliner Korrosion katastrophal verschlechtern kann. Ein Lösungsglühen ist dann nötig, um die Karbide aufzulösen, gefolgt von einem raschen Abschrecken, um jegliche neue Ausscheidung zu verhindern. Ein Abschrecken nach einer thermischen Behandlung wird in jedem Fall empfohlen. Dieser Stahl ist mit allen gängigen Methoden leicht schweißbar, mit Ausnahme der Sauerstoff-Acetylen Flamme. Nach dem Schweißen sollte ein Lösungsglühen mit anschließendem Abschrecken erfolgen, um das Risiko einer interkristallinen Korrosion auszuschließen.

Info Legierungselement Chrom: Chrom senkt als Legierungselement in Eisen die kritische Abkühlgeschwindigkeit, steigert Verschleißfestigkeit, Warmfestigkeit Zunderbeständigkeit. Es erhöht die Zugfestigkeit, da es als Carbidbilder wirkt. Da es ab einem Massegehalt von 12,2% die Korrosionsbeständigkeit steigert, wird es zu Herstellung von Edelstahl verwendet (V2A, V4A). Außerdem wirkt es ferritstabilisierend und schnürt das γ-Gebiet ein. Chrom hat eine nachteilige Wirkung, indem es die Kerbschlagarbeit und Schweißeignung verringert. Es senkt die Wärmeleitfähigkeit und die elektrische Leitfähigkeit. Chrom verschiebt den Punkt S (Eutektoid) im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm weiter nach oben in den Bereich höherer Temperatur und den Punkt E nach oben links in den Bereich höherer Temperatur und geringeren Kohlenstoffgehalts.

Info Legierungselement Molybdän: Molybdän verbessert in Eisen-Legierung die Härtbarkeit, Zugfestigkeit und Schweißbarkeit. Negativ ist, dass der Haltepunkt A1 leicht nach oben verschoben wird. Außerdem senkt Molybdän die Schmiedbarkeit und Dehnbarkeit. Molybdän verschiebt den Punkt S (Eutektoid) im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm weiter nach oben in den Bereich höherer Temperatur und den Punkt E nach oben links in den Bereich höherer Temperatur und geringeren Kohlenstoffgehalts.


Reichswalder Katholiken ohne Gotteshaus: Herz-Jesu-Kirche wegen Einsturzgefahr gesperrt

rd | 14. Mai 2018, 15:41 | 9 Kommentare
Pittoresk, aber mürbe: Herz-Jesu-Kirche, Reichswalde

Pittoresk, aber mürbe: Herz-Jesu-Kirche, Reichswalde

Gott führt keine Statikberechnungen durch, er ist die Statik, sagt man. Aber genügt das den irdischen Vorschriften?

Wenn Gläubige den Blick nach oben richten, erwarten Sie in der Regel, dass ihnen göttlicher Beistand zuteil wird – und nicht, dass ihnen das Dach der Kirche entgegenkommt. Das aber wäre offenbar in der Herz-Jesu-Kirche in Reichswalde eine reale Gefahr geworden, weshalb die Pfarrgemeinde Zur Heiligen Familie sich nun entschieden hat, das 1956 errichtete Gotteshaus im Zentrum des Klever Ortsteils ab sofort zu schließen! Hier die Pressemitteilung der Gemeinde:

Herz-Jesu-Kirche Reichswalde: Statikproblem der Dachkonstruktion führt zur vorläufigen Sperrung

Ein aktuelles Gutachten eines unabhängigen Statikbüros sowie eine Ende der letzten Woche eingegangene Empfehlung des Generalvikariates, die der Kirchenvorstand erbeten hatte, hat die Verantwortlichen der Kirchengemeinde Zur Hl. Familie in Kleve Materborn/Reichwalde zu der schmerzlichen Entscheidung gedrängt, die Herz-Jesu-Kirche in Reichswalde bis auf Weiteres aufgrund eines Statikproblems der Holzdachkonstruktion für die Nutzung sperren zu lassen. Die Behebung des Problems wird laut Gutachten nur mit einem größeren Aufwand möglich sein. Zeitnah wird der Kirchenvorstand mit dem Generalvikariat die weiteren Schritte besprechen.

Die Gottesdienste in der Woche finden ab Montag, 14.5.2018, zunächst im Pfarrheim Reichswalde statt. Der Pfarreirat wird sich kurzfristig verständigen, ob die Gottesdienste am Sonntag und Sondergottesdienste ebenfalls im Pfarrheim stattfinden können oder eine andere Lösung sinnvoller ist. Die Gemeinde wird in den nächsten Tagen darüber informiert. Die Verantwortlichen bitten aufgrund der nun von den zuständigen Stellen bestätigten offensichtlichen Gefahr und des Risikos um Verständnis für diese Entscheidung.