Dieter Dormann, 1956-2018

rd | 15. Februar 2018, 19:27 | keine Kommentare
Dieter Dormann (Foto: Rheinische Post)

Dieter Dormann (Foto: Rheinische Post)

Es gibt in der deutschen Sprache das selten genutzte Wort „unprätentiös“, das ein Auftreten beschreibt, welches zurückhaltend und ruhig ist. Dieter Dormann war im besten Sinne des Wortes ein unprätentiöser Mensch, so war er schon, als er Mitte der achtziger Jahre zur Lokalredaktion der Rheinischen Post stieß, schon damals rauchend und vorzugsweise Strickpullover tragend, und so ist er Zeit seines Lebens geblieben, zuletzt beispielsweise, wenn er zu einer Zigarettenpause vor die Redaktion trat (auch das meistens im Pullover), und dort, am Hasenberg, einer kleinen Unterhaltung nicht abgeneigt war, auch dann nicht, als die Krankheit schon ihr Zerstörungswerk begonnen hatte.

Lakonisch, so wie es seine Art war, erzählte er von seiner Operation und von bevorstehenden Behandlungen, die jedoch gegen einen übermächtigen Gegner nur das Ziel haben konnten, ihm Zeit abzuringen. Gut anderthalb Jahre nach der Diagnose Gehirntumor, die ihn zu Beginn eines Italien-Urlaubs ereilte, starb Dieter Dormann nun im Alter von 61 Jahren. Der Journalismus in Kleve verliert einen besonnenen Vertreter seines Fachs, einen Mann, der noch die Gabe hatte zuzuhören und der das Staunen nie verlernte. (Beides sehr wichtig im Beruf des Journalismus.)

Nach seinen Anfängen in der Klever Lokalredaktion absolvierte Dieter Dormann, der eigentlich Lehrer werden wollte, aber in Jahrgängen mit zu vielen Absolventen keine Aussicht auf eine Stelle hatte, ein Volontariat in der Hauptredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf und war danach viele Jahre für den Reiseteil zuständig, später dann auch für die Reportage-Seite der Zeitung. Vor gut einem Jahrzehnt kehrte er auch beruflich in seine niederrheinischen Heimat zurück und arbeitete wieder in der Redaktion, in der seine Laufbahn begann. Dieter Dormann lebte mit seiner Frau in Keeken in einem ländlichen Idylle und träumte davon, im Ruhestand, der bereits in Sichtweite zu sein schien, wieder mehr zu reisen. Das war ihm nicht mehr vergönnt.

„Dieter Dormann redete nicht viel. Wenn er aber etwas sagte, dann hatte es Gewicht“, schrieb die Rheinische Post in ihrem Nachruf auf den Kollegen. „Er sprach bedacht, mit Hintergrund und klarer Meinung. Er war für die Redaktion wichtig, weil er offen und ehrlich Notwendiges in die redaktionsinterne Diskussion einbrachte. Er hatte viel Verständnis für die jungen Kollegen. Er verstand sich als ihr Mentor.“ Sein ehemaliger Kollege Christian Breuer ergänzte auf Facebook: „Ich habe ihn als einen Kollegen kennengelernt, der mit einem einzelnen hörbaren Atemzug, einem kurzen Nicken oder Stirnrunzeln und einem angedeuteten Lächeln sehr viel mehr sagen konnte als die meisten Menschen in einer langen Erklärung.“

Das ist gut und richtig beobachtet und soll an dieser Stelle nur um einen Kniff des Lokaljournalismus ergänzt werden, den ich von Dieter Dormann lernte und nie vergessen habe – den großzügigen Einsatz des Wortes „stolz“. Wenn Dieter Dormann von der Einweihung eines neuen Feuerwehrgerätehauses oder von der Eröffnung einer Kaninchenzüchterausstellung in die Redaktion zurückkehrte, fand sich mit großer Zuverlässigkeit in den von ihm verfassten Beiträgen das besagte Wort: „Mit Stolz blickte der Löschzugführer auf den Neubau.“ Oder: „Stolz präsentierte der Züchter den prämierten Deutschen Widder.“

Man mag das für eine Petitesse halten, aber die Wortwahl bezeugte, dass Dieter Dormann auch dem vermeintlich Kleinen und Nebensächlichen mit Achtung und Respekt begegnete und die Gefühle der Menschen, über die er schrieb, aufnahm. In diesem Sinne können die Redakteure der Rheinischen Post stolz sein, einen Kollegen wie Dieter Dormann in ihren Reihen gehabt zu haben.



Wird Kleve bald Bienotop?

rd | 14. Februar 2018, 11:56 | 41 Kommentare
Im Landeanflug: Biene (Apis mellifera)

Im Landeanflug: Biene (Apis mellifera)

Ich denke, also bien ich!

Der Verein Gemeinschaftsgärten Essbares Kleverland e.V. möchte aufrufen, angesichts des zunehmenden Bienensterbens die Lebensbedingungen für diese lebenswichtige Tierart zu verbessern. Er hat dazu einen Bürgerantrag an den zuständigen Ausschuss der Stadt Kleve gerichtet. Nach dem Vorbild in der Nachbargemeinde Bedburg-Hau sollen die Stadt Kleve bzw. die Umweltbetriebe USK ein Konzept erarbeiten, dem zunehmenden Bienensterben entgegenzuwirken. Dies könne durch bienenfreundliche Anpflanzungen auf stadteigenen Grundstücken und in stadteigenen Blumenkübeln geschehen, aber auch durch die Bereitstellung von Fördermittel für landwirtschaftliche Flächen und private Gärten. Ein geeignetes Mittel, so Mitinitiatorin Barbara Pauls, könnte auch die kostenlose Abgabe von Blühmischungen (insektenfreundliche Samenmischungen in kleinen Tütchen) sein, wie es die Stadt Geldern in der Vergangenheit bereits praktizierte.

Der Vereinsvorsitzende Jürgen Ramisch erinnert, dass eine bienen- und insektenfreundliche Orientierung von Anfang an ein Eckpfeiler der Vereinsarbeit gewesen sei. So habe der Verein bereits in der Vergangenheit Bienen-Hotels aufgestellt oder Totholzpyramiden errichtet. „Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian und anderes mehr haben sich in unserer Arbeit als zuverlässige und mehrjährige Kräuter- und Bienenweide erwiesen. Außerdem bieten sie einen besonderen Blickfang,“ so Jürgen Ramisch. „Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass bienen- und insektenfreundliche Anpflanzungen nicht nur den Bienen nützen, sondern auch dem Menschen.“

Der Verein, der den Gemeinschaftsgarten an der Herzogbrücke betreibt, ist sich bewusst, dass nicht nur die Stadt, sondern möglichst viele Bürger sich an bienenfreundlichen Aktionen beteiligen. Das kann in privaten Gärten sein oder auf dem Balkon, auf begrünten Dächern oder Garagen. „Auch die Landwirte sind gefragt!“ so Thomas Velten vom Vereinsvorstand. Er freut sich über das gute Beispiel in Huisberden, wo die Ortsbauernschaft signalisiert hat, sich beispielweise durch Blühstreifen an den Ackerrändern an Maßnahmen zum Insekten- und Vogelschutz zu beteiligen.

Der Verein selber möchte in Kürze den Imker Marco Janßen, Mitideengeber der Aktion „Bienenfreundliche Kommune“ zum Vortrag einladen. Dazu wird der Verein gesondert einladen. Der Antrag des Vereins wird am 6. März um 17 Uhr im Ausschuss für Bürgeranträge der Stadt Kleve beraten. Die öffentliche Sitzung findet im Raum 1.29 des Rathauses statt.



Schwanenfunker ehren kleveblog

rd | 11. Februar 2018, 20:52 | 13 Kommentare
Diskurs am Büdchen über kleveblog (Foto: Schwanenfunker/Markus Decker)

Diskurs am Büdchen über kleveblog (Foto: Schwanenfunker/Markus Decker)

Ganz, ganz lang ist’s her, da hatte ich diese Veranstaltung hier einmal „meinen Privatkarneval“ genannt. Aber, so scheint der Gang der Dinge, dieser Privatkarneval ist plötzlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen – oder wie sonst ist es zu verstehen, wenn auf den Sitzungen der Karnevalsgesellschaft Schwanenfunker die Inhalte von kleveblog und der Betreiber persönlich zum Thema werden? Ich würde sagen: Betrachten wir’s mal als Ritterschlag!

Für alle, die nicht bei den Sitzungen waren, vermutlich also die meisten meiner Leser, hier die Passage aus der Nummer, die am Büdchen am Mittelweg spielt, zum Nachlesen:

Mörtel:: Stemmt..selbst den Kratzmirsak

Schnüppi: Katzmirzak

Mörtel: Oder so …..än den Ralf Flaute

Ingo: Ralf Daute

Mörtel: Leck min doch de Söck ……. Den van Kleve Blog men ek…… den fällt ok nex mehr in

Schnüppi: was den Daute kann nex mehr schrieweöver den kapitalistischen Klassenfeind?

Ingo: Er könnte schon, macht er aber nicht mehr

Schnüppi: Än waröm freet den op ene ker Kreide?

Ingo: Tja er ist doch jetzt Kneipier, Autor und Verleger von der Zeitschrift

der Klever

Schnüppi: Ja än… än wat hit dat?

Mörtel: Denkt doch es nor gej Schlaumeier den es jetzt Unternehmer

…än wat mot enen Unternehmer maake?

Schnüppi: Ja Umsatz natürlich!

Ingo: Genau …….so wie wir bei dir

Mörtel: Super Ingo…… än desweges gilt ok för Herrn Daute

Ingo: Beiße nicht die Hand die dich füttert!

Schnüppi: Geli sit flees twe schlaumeiers……


Lustiges kleveblog-Karnevalsrätsel

rd | 10. Februar 2018, 14:01 | 27 Kommentare
Nahaufnahme aus der Tiergartenstraße

Nahaufnahme aus der Tiergartenstraße (Foto: B. Pauls)

Die Frage aber lautet: Welcher Geheimdienst ist hier zu sehen?

(Die Lösung steht mittlerweile in verschiedenen Kommentaren – kleveblog hat die findigsten Leser der Welt!)


Können Karnevalsdekorationen auch traurig sein?

rd | 10. Februar 2018, 11:56 | 1 Kommentar
Ja. (Realisierung: Sparkasse Kleve)

Ja. (Realisierung: Sparkasse Kleve)


Unnötigerweise fast verblutet

rd | 09. Februar 2018, 14:03 | 9 Kommentare
Leidvolles Geschehen vor der Chemiefabrik: Blick nach Emmerich

Leidvolles Geschehen vor der Chemiefabrik: Blick nach Emmerich

Als Richter Jürgen Ruby von dem Zeugen wissen wollte, wie er heute über das Geschehen vom Juli des vergangenen Jahres an der Rheinpromenade denkt, fiel diesem nur ein Wort ein: „Unnötig.“ Die Ereignisse hätten den stattlichen Mann fast das Leben gekostet, nur eine fünfstündigen Operation im Emmericher Krankenhaus verhinderte, dass er an den Folgen mehrerer Stichverletzungen verblutete. Und, diese Ereignisse, die fast tödlich endeten, waren in der Tat – unnötig.

Unnötig aber ist keine juristische Kategorie, und so muss das Schwurgericht am Landgericht Kleve unter Vorsitz von Richter Ruby versuchen, das richtige Strafmaß für die Tat zu finden. Versuchter Totschlag und schwere Körperverletzung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit, meint die Staatsanwaltschaft.

Mehrere Verhandlungstage sind angesetzt, auf der Anklagebank sitzt Oksana Ö., 45 Jahre alt. Daran, dass sie zugestochen hat, gibt es keinen Zweifel: Sie selbst ließ das Tatgeschehen, so weit sich erinnert, von ihrer Anwältin Zimmermann vortragen, und sie beteuerte mehrfach, dass es ihr „unendlich leid“ tue. „Ich wollte ihn nicht verletzen. Wahrscheinlich habe ich meinen besten Freund für immer verloren.“

Bevor Oksana, eine gebürtige Ukrainerin, in der Klever Schwanenburg schilderte, wie die Dinge in der lauen Sommernacht eskalierten, blickte sie – mehrfach von Weinkrämpfen geschüttelt – auf ihr Leben zurück. Tierärztin wollte sie in ihrer Heimat werden, sie begann wohl auch ein Studium, fand es aber ekelhaft, Frösche zu sezieren. So landete sie als Arbeiterin in einer Fabrik.

Sie siedelte Deutschland über, heiratete einen Kurden, „aber die Ehe war nicht das Richtige“. Er eröffnete eine Gaststätte, sie putzte und kellnerte. „Ich musste erdulden viel“, sagte sie. Dann lernte sie in dem Lokal einen jüngeren Mann kennen, der sie vor die Entscheidung stellte: „Ich oder dein grausames Leben.“ Sie zog aus.

Das Leben aber blieb grausam. Oksana Ö. verfiel dem Alkohol, ihre in der Ukraine gebliebene Tochter versuchte den Niedergang aufzuhalten: „Mama, du wirst schäbig aussehen!“ Die Mutter jedoch hatte sich schon aufgegeben: „Ist doch schon passiert.“
Zu den Motiven des Konsums von Alkohol, Cannabis und Beruhigungstabletten gefragt, antwortete die Angeklagte: „Ich wollte mich ausschalten. Nicht denken, Hauptsache aus.“

Nach einem Streit mit dem Lebensgefährten rief Oksana ihren Kumpel S. an. Die beiden verabredeten sich an einem abgelegenen Plätzchen am Rhein in der Nähe der Chemiefabrik. S. hatte sich dort bereits mit einem angelnden Freund getroffen; Oksana sollte hinzukommen und dort in entspannter Atmosphäre ihr Herz ausschütten.

Sie hatte allerdings zuvor schon ihren Mix aus Alkohol, Cannabis und Beruhigungstabletten konsumiert. S. hatte noch zwei Sixpacks Bier, zwei Flaschen Rotwein und eine Flasche Erdbeerbowle mitgebracht. Zunächst verlief der Abend wie geplant, dann aber echauffierte Oksana sich über ihren Hund Miro, der aus ihrer Sicht ungehorsam war und schleuderte das Tier wutentbrannt ins Gebüsch.

S. schritt ein, Oksana zertrümmerte eine Weinflasche und stieß den Flaschenstumpf in Richtung ihres Bekannten. S. gelang es noch, seinen Arm zum Schutz hochzureißen, so dass die Flasche über eine Länge von 25 Zentimetern den Arm aufschnitt und eine Schlagader traf.

Stark blutend rannte S. davon, geriet in einem Brombeergestrüpp ins Stolpern und stürzte. Oksana holte ihn ein und stach noch zweimal in den Rücken, ehe der Anglerfreund sie fortriss und erste Hilfe leistete. Oksana rieb sich unterdessen mit Blut aus der Blutlache ein, leckte sich die Finger ab und machte Liebesbekundungen.

Vor Gericht erweckte S. den Eindruck, die Tat mittlerweile gut verarbeitet zu haben. Allerdings schlafe er nachts manchmal unruhig. Die Angeklagte betrachtete die Ereignisse als Wendepunkt in ihrem Leben: „Ich habe angefangen, mich selbst zu zerstören. Jetzt werde ich kämpfen, arbeiten, so dass ich mehr Geld in die Ukraine schicken kann, und ich werde ins Fitnessstudio gehen. Ich werde nie wieder Alkohol trinken.“ Ihrem Opfer schenkte sie am Ende des ersten Verhandlungstages das Neue Testament.

Der Prozess wird am 14. Februar um zehn Uhr mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt.


(ggf.) Barbara

rd | 08. Februar 2018, 09:51 | 60 Kommentare
Schicksalhafte Notiz

Schicksalhafte Notiz

Wenn das eigene Schicksal (beruflich) dem Namen in Gestalt einer in Klammern gesetzten Abkürzung aus drei Buchstaben vorangestellt wird: Notiz zum Koalitionsvertrag mit der geplanten Besetzung verschiedener Ministerien. Gegebenenfalls also bleibt Barbara Hendricks Umweltministerin. Vielleicht aber auch nicht.


Klever Gastronomen feiern große Koalitionsparty

rd | 07. Februar 2018, 18:22 | 18 Kommentare
Wir feiern, ihr zahlt!

Wir feiern, ihr zahlt!


Frauen, die Männern über die Schulter schauen dürfen

rd | 07. Februar 2018, 11:19 | 16 Kommentare
Landrat Spreen, Minister Pinkwart, Präsidentin Naderer und weitere Vertreter der Region NiederRhein. Was aber sagt uns dieses Foto?

Landrat Spreen, Minister Pinkwart, Präsidentin Naderer und weitere Vertreter der Region NiederRhein. Was aber sagt uns dieses Foto? (Foto: HSRW)

Auf den ersten Blick ein ganz normales Pressefoto, man kennt ähnliche Aufnahmen von Weltwirtschaftsgipfeln oder EU-Ministerpräsidententreffen, „Familienfoto“ nennen es die Journalisten. Das Bild zeigt die 20 Mitglieder des Lenkungsausschusses der Region NiederRhein, und natürlich stehen der Herr Minister und der Herr Landrat und ein paar andere Wichtigs in der ersten Reihe, und, immerhin, auch zwei Frauen, darunter die Gastgeberin des Treffens, Dr. Heide Naderer, Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal. Passenderweise bietet die Einrichtung den Studiengang „Gender & Diversity“ an. In Informationen zu diesem Studiengang heißt es: „Gender – die Konstruktion von Geschlecht und Geschlechterverhältnisse – kann als ein zentraler Mechanismus in der Herstellung von gesellschaftlicher Wirklichkeit gelten.“

Frauenköpfe wie Epauletten: Gender & Diversity live

Frauenköpfe wie Epauletten: Gender & Diversity live

Die gesellschaftliche Wirklichkeit lässt sich auch auf diesem Foto ablesen, insbesondere wenn man auf die Feinheiten achtet. Von den 20 Personen auf dem Bild sind 15 Männer und nur fünf Frauen. Frauen in Führungspositionen sind in der Region NiederRhein wohl eher noch die Ausnahme. Und wir sind hier nicht in Afghanistan!

Obwohl zwei Frauen in der ersten Reihe stehen und eine sogar – als Gastgeberin – recht zentral, weist ein kleines Detail der Inszenierung dann doch darauf hin, wie die gesellschaftliche Wirklichkeit tatsächlich aussieht: Bei Landrat Wolfgang Spreen und dem Herrn links neben ihm, dessen Name ein schlauer Kommentator sicherlich noch nachreichen wird, wird den Frauen die Rolle zugewiesen, über die Schulter des starken Mannes schauen zu dürfen. Ihre Köpfe wirken wie die Epauletten auf alten Militäruniformen, die bekanntlich eine rein dekorative Funktion hatten. Was aber sagt uns das?

PS. Von Diversity sollten wir gar nicht erst anfangen. Der Studiengang scheint wirklich nötig zu sein.


Noch mehr heiße City-News

rd | 06. Februar 2018, 17:45 | 4 Kommentare
Gottheit als Massenware: Bei Xenos gibt es Buddhas für 22,99 Euro. Im Zuge der Übernahme der Kette durch den Non-Food-Discounter TeDi findet zwar ein Ausverkauf des bisherigen Sortiments statt, allerdings sind die Buddhas noch nicht im Preis herabgesetzt.

Gottheit als Massenware: Bei Xenos gibt es Buddhas für 22,99 Euro. Im Zuge der Übernahme der Kette durch den Non-Food-Discounter TeDi findet zwar ein Ausverkauf des bisherigen Sortiments statt, allerdings sind die Buddhas noch nicht im Preis herabgesetzt.

Kleves schönster Carport: ein ehemaliger Supermarkt

Kleves schönster Carport: ein ehemaliger Supermarkt

Wie immer gilt bei Sonderangeboten: Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen!

Wie immer gilt bei Sonderangeboten: Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen!

Kürzlich kam in den Kommentaren dieses Angebots der Vorschlag auf, zur Belebung der Innenstadt möge dort doch ein Geschäft für Intimwerkzeugbedarf eröffnen. Einen Handwerksbetrieb dieser Art gibt es bereits seit vielen Jahren an der Ecke Heldstraße/Kavarinerstraße, aber zentral geht anders. Doch, o staune, du Klever Fußgängerzonenbesucher!, heimlich, still und leise hat ein alteingesessener Händler dieser Lücke bereits erkannt – und Werkzeug zum Befüllen derselbigen ins Angebot aufgenommen: Bei DM gibt es Dildos! Unter diesem Aspekt gewinnt der alte Slogan des Drogisten („Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“) eine ganz neue Bedeutung. Eine Inspektion ergab: Es gibt vier Modelle, von 19,99 Euro bis 44,99 Euro teuer. Der Preisunterschied scheint sich in erster Linie nach der Größe zu richten – was aber sagt dir das, lieber museumsgeschädigter Mann?! Ist das fair? Welches Zerrbild der männlichen Sexualität wird damit bedient?

Unterdessen hält die Abwanderungsbewegung von der Hagschen Straße an: Unitymedia verlässt seinen Miniladen gegenüber der Neuen Mitte und bietet in Kürze sein immaterielles Sortiment im ehemaligen Weltbild-Ladenlokal in der Großen Straße an. Zum Glück für die Gegend oberhalb des Fischmarkts hat immerhin das Café Luna im Eingang der Neuen Mitte eröffnet, und der Friseur Hair Vision (Wasserstraße) hat ebenfalls seinen Umzug in die Neue Mitte/Stechbahn ins Auge gefasst.

Umgewöhnen muss sich der klassische Plunderkäufer in der Unterstadt: Xenos ist schon jetzt TeDi, noch aber werden von den Mitarbeiterinnen, die schon eine TeDi-ID haben, die alten Sachen aus Holland verhökert, zum Beispiel Buddhas, Kopfkissen und Kommoden. Bald aber wird die Filiale kurzzeitig geschlossen und danach im Glanze des TeDi-Corporate-Designs wiedereröffnet. Wie das aussieht, lässt sich schon eingangs der Hoffmannallee sehen: Die dortige TeDi-Filiale ist in eiliger Nachtarbeit renoviert worden – und sieht jetzt eigentlich aus wie immer. Sonderangebote in Grabbeltischen. Ende vergangenen Jahres hatte das Dortmunder Unternehmen TeDi bekannt gegeben, die 63 deutschen Filialen der Kette Xenos von der niederländischen Blokker Holding erworben zu haben. Nicht, um die Filialen fortzuführen, sondern um in den Besitz der Innenstadtlagen zu gelangen.

Neue Nutzung der Drunkemühle-Filiale: Das Vordach des Eingangs wird jetzt als Carport genutzt. Damit hat die Innenstadt ein Leerstands-Problem auf elegante Weise gelöst.

In Kürze: Griechische Eisdiele kurz vor der Eröffnung +++ Nichts Neues in Sachen Cafe Lust +++ Vero Moda schließt wegen Umbau +++ Yocarlo heißt jetzt tatsächlich Yoli, mit nur selten verwendeter Jugendstil-Schrifttype +++ Wäschehaus Ketelaer wieder mit dem sinnlichsten aller denkbaren Schaufenster – achten Sie auf Sonderangebote (Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen)!