kleveblog wünscht: Frohe Ostern!

rd | 21. April 2019, 12:39 | 7 Kommentare
Jetzt mit Online-Eiersuche!

Mögen alle Leser die Muße haben, den Festtag im Kreise der Liebsten im milden Licht der üppig strahlenden Frühlingssonne freudvoll zu genießen!

(Am Dienstag geht es hier weiter, unter anderem mit der kürzesten Tempo-20-Zone im Klever Stadtgebiet…)



Müssen Grundschüler wissen, was Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe sind? Besser nicht.

rd | 18. April 2019, 10:38 | 27 Kommentare
In den Pausen gibt es frische Luft für die Schüler in der Grundschule An den Linden

Vermutlich wissen nicht einmal die meisten Leser, worum es sich bei Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen handelt. Abgekürzt werden diese chemischen Verbindungen PAK genannt, was wir der Einfachheit halber hier fortan auch nutzen werden. PAK sind organische Verbindungen, die aus mindestens zwei aromatischen Ringsystemen (daher: polyzyklisch) bestehen, die auf einer Ebene liegen. Bei aromatischen Kohlenwasserstoffen ist π-Elektronensystem delokalisiert, die schnell schwirrenden Kleinstteilchen, die famoserweise auch Wellencharakter haben, lassen sich also nicht mehr eindeutig einem Atom zuordnen. Benzol ist der einfachste aromatische Kohlenwasserstoff, die Delokalisation wird in der Strukturformel durch einen Kreis im Sechseck, zu dem die sechs Kohlenstoffatome angeordnet sind, dargestellt.

Nimmt man nun zwei Benzolatome und lässt sie ganz eng miteinander kuscheln, anellieren sie, wie der freudlose Chemiker das nennt. (Anelius stammt aus dem Lateinischen und bedeutet kleiner Ring.) Die Reaktion wird auch Kondensation, im Englischen auch Fusion genannt, und im Endeffekt führt sie dazu, dass an der Fügestelle die beiden Ringe sich eine Atombindung teilen.

Was heißt das konkret? Benzol besteht aus sechs Kohlenstoff- und sechs Wasserstoffatomen, Naphtalin aber, der einfachste PAK, der durch die Anellierung zweier Benzolatome entsteht, hat nicht zweimal zwölf Atome der beiden Sorten, sondern zehn Kohlenstoff- und acht Wasserstoffatome. Etwas vereinfacht lässt sich hier von einem chemischen Legobaukasten sprechen – man kann alles und jedes irgendwie zusammenfügen. Leider entstehen dabei auch Stoffe, nämlich die PAK, die im menschlichen Körper zu Epoxiden oxidiert werden, und diese Epoxide wiederum knabbern das menschliche Erbgut an. Es kann Krebs entstehen.

Blöderweise sind wir Menschen allerorten von PAK umgeben. Sie sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl. Der bei der Verkokung von Steinkohle anfallende Teer enthält hohe Anteile an PAK. Daher ist seine Verwendung im Straßenbau und z. B. als Dachpappe seit 1984 verboten. Mit Steinkohleteer behandelte Produkte, z. B. teergebundener Asphalt aus der Zeit vor 1984, Teerpappe oder Teerimprägnierungen (für Telegrafenmasten oder Eisenbahnschwellen), enthalten daher viel PAK. Führt man die Destillation von Erdöl schonend durch, entstehen nur geringste Mengen an PAK. In Otto- und Dieselkraftstoff bzw. Heizöl findet man Spuren von PAK. Auch kommen PAK in Tabakrauch und geräuchertem, gegrilltem und gebratenem Fleisch vor. An verkehrsreichen Straßen können sich PAK auch im Hausstaub anreichern. PAK sind ein wichtiger Bestandteil interstellarer Materie und werden mit den Methoden der Infrarotastronomie in vielen Gebieten unserer Milchstraße und anderer Galaxien nachgewiesen.

Nachgewiesen wurden PAK nun nicht nur in anderen Sternensystemen, sondern auch in einem Klassenzimmer der Grundschule An den Linden in Kleve. Das löste Sorgen aus. Darüber berichtet die Stadt Kleve sehr ausführlich in der folgenden Pressemitteilung:

Die Stadtverwaltung, die Schulleitung sowie die Elternschaft sind sich einig, dass die Gesundheit der Kinder und der Lehrer höchste Priorität hat. Aus diesem Grund wurde die im Anschluss an die Sanierungsarbeiten in der Grundschule „An den Linden“ mitgeteilte Geruchsbelästigung in einem Klassenraum unverzüglich durch Raumluftmessungen geprüft. Hierbei ergab sich eine PAK-Belastung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) in Höhe von 18 mg/m³. Dieser Wert lag unterhalb des kritischen, gesundheitsgefährdenden Schwellenwertes von 30 mg/m³ Luft, jedoch über dem unteren Schwellenwert von 10 mg/m³. Der von der Stadt Kleve beauftragte Gutachter empfahl daraufhin, Vorsorgemaßnahmen durchzuführen, die eine bessere Lüftung und Reinigung vorsahen. Diese Maßnahmen wurden in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve umgesetzt. Der Vergabe- und Betriebsausschuss der Stadt Kleve wurde vom Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer informiert.

Die PAK-Belastung ist auf die frühere Verwendung eines teerhaltigen ausdünstenden Parkettklebers, der durch die Oberflächenbehandlung des Parketts im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen in die Raumluft abgegeben wurde, zurückzuführen. Um kurzfristig eine wesentliche Verbesserung herbeizuführen, wurde bereits in den letzten Tagen eine zusätzliche Versiegelung auf das Parkett aufgebracht. Des Weiteren wurden die Randbereiche abgedichtet. Im Laufe dieser Woche werden sowohl in dem bereits genannten Klassenraum als auch in weiteren Klassenräumen erneut Raumluftmessungen erfolgen. Es wird geprüft, ob die vorgenannten Maßnahmen ausreichen, um den unteren Grenzwert zu unterschreiten. Die Ergebnisse werden in circa zwei bis drei Wochen nach der Messung vorliegen. Derzeit werden bereits verschiedene Sanierungsmöglichkeiten geprüft, die im nächsten Vergabe- und Betriebsausschuss am 07.05.2019 vorgestellt und erörtert werden sollen.

Überrascht zeigt sich die Verwaltung über den veröffentlichten Offenen Brief der Schulpflegschaft der Grundschule „An den Linden“. Der Schulleitung liegt das Ergebnis des von der Stadt Kleve unmittelbar in Auftrag gegebenen Gutachtens vor. Die Schulpflegschaft wurde ebenfalls von der Verwaltung unmittelbar über alle Sachstände informiert. Zusätzlich wurden in einer Sondersitzung die Mitglieder der Schulkonferenz über den aktuellen Stand sowie über die weiteren Schritte durch den Technischen Beigeordneten Herrn Rauer und Technischen Leiter des Gebäudemanagements Herrn Raith ausführlich informiert. Die im Offenen Brief geforderten Maßnahmen sind z.T. bereits veranlasst und weitere Untersuchungen sind bereits zugesagt worden. Laut Gutachten und Einschätzung des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve konnte keine akute Gefährdung festgestellt werden.

Gleichwohl ist die Besorgnis der Eltern und Lehrer verständlich und nachvollziehbar. Die Stadt wird alle Maßnahmen ergreifen, die für das Wohl der Kinder und des Lehrpersonals notwendig sind. Ob eventuell weitere städtische Objekte betroffen sind, wird ebenfalls überprüft.

Das Gutachten kann beim Schulleiter oder dem Gebäudemanagement der Stadt Kleve auf Wunsch eingesehen werden.

Sobald weitere Ergebnisse vorliegen, werden diese zeitnah veröffentlicht.



Wird Kleve bald ein einziger Asia-Imbiss?

rd | 16. April 2019, 12:33 | 13 Kommentare
Entwurf für neuen Eingang zur Hoffmannallee 

Stehen bald eingangs der Hoffmannallee rote Säulen und Löwenstatuen? Fest steht: Das kulinarische Angebot der Straße wird immer asiatischer – und das der ganzen Stadt ebenfalls.

(Aktualisierter Artikel aus dem Magazin Der KLEVER) Generalüberholung in der Unterstadt: Im vergangenen Jahr hatte der Niederländer André Haverkort seiner „Tapas Lounge“ angesichts der grassierenden Leidenschaft, Lokale Lounge zu nennen, einen neuen Namen gegeben: Pura Vida nennt sich das Lokal am Opschlag seitdem. In den vergangenen Wochen nun startete der Gastronom einen Umbau, der zugleich das inbsondere für die zahlreichen Stammgäste völlig überraschende Ende des gastronomischen Juwels in der Unterstadt bedeutet: Künftig wird an gleicher Stelle ein vietnamesisches Restaurant seine Spezialitäten anbieten, eine Filiale einer in Duisburg ansässigen Kette. 

Damit liegt nun auch der Opschlag in einem generellen Trend, der die gesamte Stadt erfasst hat: Kleve scheint ein einziger, gigantischer Asia-Imbiss zu werden. Denn auch die Oberstadt – gemeint ist alles jenseits der Kreuzung am Markt Linde – entwickelt sich in gastronomischer Hinsicht multikulturell. Die Hoffmannallee verläuft zwar geographisch gesehen in Richtung Süden, die Ausrichtung der Küchen hingegen wird immer östlicher.

Zum Bestand gezählt werden dürfen schon das Restaurant Cömce (anatolische Küche) sowie, zwei Häuser weiter gelegen, das Apolinia (polnische Küche). Dazwischen behauptet sich wacker das Noodle House, das chinesische Küche offeriert (z.B. gebratene Nudeln). Nach vorübergehendem Ausfall infolge eines Küchenbrandes ist auch Lin’s Wok wieder im Geschäft, und, wie der Name des Kochgefäßes schon anzeigt, gibt es auch dort chinesische Küche (z.B. gebratene Nudeln).

In unmittelbarer Nachbarschaft hat nun auch Happy Vinh eröffnet, ein von Vinh Nguyen und seinen Eltern betriebener asiatischer Imbiss, der ebenfalls Küche aus dem fernen Osten vorhält (z.B. gebratene Nudeln). Obwohl vietnamesischer Provenienz, fehlen auf der Speisekarte die berühmten Pho-Bo-Reisnudelsuppen, aber das wird sich hoffentlich noch ändern.

Zur Osterweiterung hat auch das Cömce beigetragen. Das nebenstehende Ladenlokal, lange Heimat eines Versicherungsmaklers, beherbergt nun einen türkischen Bäcker. Gegenüber, ehemals Haus Bergmann, trägt eine neue Shisha-Bar zur Veröstlichung der Hoffmannallee bei, nebenan bietet das Restaurant Fujijama japanische Küche.

Gewissermaßen die letzten Hüter des Westens auf der Straße sind das Schnellrestaurant McDonald’s (EOC), die bewährte Pizzeria Sisi und sowie das geschätzte Eiscafé Cortina, das in diesen Tagen sein 25-jähriges Bestehen feierte. Herzlichen Glückwunsch!


Klever Frühjahrskontemplation: Wir schafen das!

rd | 13. April 2019, 10:03 | 62 Kommentare
Schafe auf den Galleien vor der Silhouette von Schwanenburg und Stiftskirche – geht’s noch niederrheinisch-klevischer? (Foto: Thomas Velten)