Schock an der Hochschule Rhein-Waal: Präsidentin Dr. Heide Naderer bietet Rücktritt an!

rd | 24. April 2018, 19:00 | keine Kommentare
Gute Laune beim Betrachten der aktuellen Zahlen: Dr. Heide Naderer

Dr. Heide Naderer bei einer Pressekonferenz im November vergangenen Jahres

Eine Schockwelle ging am Dienstag durch die Hochschule Rhein-Waal, nur in drei oder vier Büros in der Fakultät Technologie und Bionik dürfte ein Gefühl überwogen haben, das vielleicht am besten mit diabolischer Freude umschrieben werden könnte.

Die Nachricht, die das Beben auslöste, betraf die Präsidentin. Dr. Heide Naderer, seit Mai 2015 an der Spitze der Hochschule, hat nach Informationen von kleveblog dem Vorsitzenden des Hochschulrates, Prof. Dr. Aloys Krieg, und dem Gremium selbst ihren Rücktritt angeboten. Intern finden nun Gespräche statt, wie es weitergehen soll. Gabriele Stegers, Pressesprecherin der Hochschule, bestätigte, dass es das Angebot gegeben habe. Und weiter: „Details zu einem – möglichen – Rücktritt sind noch zu klären.“

Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass die Präsidentin drei Jahre vor Ablauf ihrer Amtszeit aufhört, wäre dies ein schwerer Schlag für das Ansehen der jungen Hochschule. Die war zwar unter der Gründungspräsidentin Professor Dr. Marie-Louise Klotz explosionsartig gewachsen, doch deren impulsiver Führungsstil und ein merkwürdiges Patronagesystem, bei dem beispielsweise ein Repräsentant der Hochschule in Bangladesch mit mehr als 6000 Euro im Monat versorgt wurde, führten dazu, dass die HSRW in Fachkreisen eher belächelt wurde. Büro und Akten waren nicht die Stärke von Klotz, lieber jettete sie durch die Welt und zog beim Pubcrawl mit den Erstsemestern von Kneipe zu Kneipe.

Alle waren sie da

Denkwürdige Abstimmung

Am Ende hatten sich in der Hochschule so viele Widerstände gegen die Gründungspräsidentin angesammelt, dass sie trotz beachtlicher Unterstützung durch lokale Prominenz und durch ihre Kumpel in der Hochschule nicht zur ersten ordentlichen Präsidentin gewählt wurde. Ihre Gegenkandidatin Dr. Heide Naderer, zuvor Kanzlerin an der Filmhochschule Babelsberg, erhielt eine Stimme mehr. Schon dieses Abstimmungsergebnis zeigte, wie zerrissen die Hochschule im Inneren war.

Naderer trat an, das zu ändern, und wer sie im täglichen Umgang erlebt, merkt, dass es ihr nicht um irgendwelche Animositäten aus der Vergangenheit geht, sondern um die Sache. Die promovierte Politikwissenschaftlerin stammt aus Kamp-Lintfort, sie hat in New York gearbeitet und für die RWTH Aachen, eine der besten Hochschulen Deutschlands, die Internationalisierung vorangetrieben. Sie spricht fließend Englisch, insgesamt also die besten Voraussetzungen, um eine Hochschule mit mehreren tausend Studenten aus hundert Ländern zu führen.

Engagiert ging Naderer ihre Aufgabe an, und ihre unbefangene Art kam an – zumindest bei denen, die im Mittelpunkt stehen sollten: den Studenten. Gerade erst bescheinigten ihr Studenten auf der ASTA-Facebook-Seite nach einem Gespräch, „extremely supportive“ gewesen zu sein, also äußerst unterstützend. Es mutet fast wie eine Ironie der Geschichte an, dass diese Studenten, die mit ihren Problemen bei der Präsidentin um Gehör baten, aus der Fakultät Technologie und Bionik kamen – ausgerechnet also in der Abteilung der Hochschule, in der die erbittertsten Gegner der Präsidentin sitzen, läuft es offenbar nicht rund.

„Extremely supportive“: Was Studenten von der Präsidentin halten

„Extremely supportive“: Was Studenten von der Präsidentin halten

Naderers Mammutaufgabe war (und ist) es, der Hochschule eine bessere innere Struktur und eine Richtung zu geben. In dieser Hinsicht war der unter Mitwirkung der ganzen Hochschule erstellte Hochschulentwicklungsplan, der im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ein Meisterstück. Man konnte den Eindruck gewinnen, die Hochschule bewege sich – endlich – in ruhigeres Fahrwasser. Dazu passt auch, dass Anfang April – ebenfalls endlich – der neue Kanzler, Michael Strotkemper, vorgestellt werden konnte. „Kanzler der Einheit nimmt Arbeit auf“, überschrieb kleveblog den Artikel damals.

Allein, verschiedene Vorgänge sind öffentlich dokumentiert, die zeigen, dass es offenbar eine Clique in der Hochschule gibt, der es weniger um die Sache als um eigene Pfründe geht. Am offensichtlichen wurde das destruktive Vorgehen im Februar 2017, als eine Gruppe von Professoren die Wahl eines neuen Kanzlers mit fadenscheinigen Argumenten torpedierte. Die Intrige sollte dazu führen, dass Karsten Koppetsch, ein Verwaltungsmitarbeiter, der sich 2014 bei der Präsidentenwahl vergebens für Klotz ins Zeug gelegt hatte, das Kanzleramt erhält – und nicht der Wunschkandidat der Findungskommission. Koppetsch ist zudem ein Buddy der beiden Technologie-und-Bionik-Professoren Dr. Torsten Brandt und Dr. Dirk Untiedt, war für die beiden in deren Unternehmen Scientific Freshers als Geschäftsführer tätig. Als er auch nach der Demontage des ersten Kandidaten keine Chance auf den Posten mehr sah, kündigte er und ist nun Chef der Umweltbetriebe der Stadt Kleve.

Das arglistige Spiel vertrieb jedoch Professor Dr. Gerard Meijer, einen der angesehensten Wissenschaftler des Landes, Kleve. Er war der Vorsitzende der Findungskommission gewesen. Nach dieser Brüskierung legte er sein Amt als Vorsitzender des Hochschulrats nieder.

Die Botschaft aus dem Hintergrund war klar: Niemand soll unsere Kreise stören. Niemand. Meijer störte, und Naderer störte auch.

Das Professoren-Duo Brandt/Untiedt musste zudem erleben, wie die Hochschule Aachen deren Privatspielplatz Scientific Freshers anging. Pro Jahr erhielten rund 80 (zumeist) Chinesen für eine Gebühr von 17.000 Euro bei den Scientific Freshers eine Express-Ausbildung, die ihnen einen Hochschulzugang sicherte. Kleve war gewissermaßen ein Franchisenehmer der Aachener Hochschule. Das lukrative Zusatzbusiness war den Professoren noch von Klotz zugeschanzt worden, nun mussten sie erleben, dass das Geschäftsmodell keinen Rückhalt mehr fand und sich umorientieren. Für die Versorgung der Hochschule mit Studenten waren die Scientific Freshers ohnehin bedeutungslos, deren Zahl stieg auch in der Ära Naderer weiter, so dass diese im vergangenen Jahr sogar die „Grenzen des Wachstums“ verkünden musste.

An Versuchen, die Gräben zu überbrücken, mangelte es in den vergangenen Monaten nicht. Doch die alten Seilschaften setzen offenbar darauf, die amtierende Chefin zu zermürben. Das Angebot der Präsidentin, ihr Amt niederzulegen, lässt befürchten, dass sie mit diesem Vorhaben auf einem guten Weg sind. Für die Hochschule ist es, das darf vermutet werden, ein Weg in Abgründe.



So schön ist der neue Netto!

rd | 24. April 2018, 17:11 | 3 Kommentare
Der Preis wird zweitrangig: Der neue Netto-Markt an der Linde präsentiert sich schön wie nie

Der Preis wird zweitrangig: Der neue Netto-Markt an der Linde präsentiert sich schön wie nie

Böden in edler Granitoptik, dazu das bewährte rot-gelbe Farbenspiel und großformatige Fotos von Tomaten etwa dort, wo die Tomaten stehen: So elegant und beschwingt wie noch nie präsentiert sich der Netto-Discount an der Linde. Besucher bekamen nicht nur zehn Prozent auf alles, wie die Hinweisschilder verkündeten, sondern zudem an der Kasse auch Bröckskes. Da frohlockt das Discountbesucherherz! Die Getränkeabteilung wurde vom Mittelgang nach hinten links verlegt, eine wichtige Information für die Freunde der flüssigen Nahrungsaufnahme. Und an den Kassen leuchten den Besuchern holographisch aufgehübschte Informationen, welche Bezahlstation nun besetzt ist, oder, was wahrscheinlicher ist, welche nicht. Die Mitarbeiter an der Kasse freuen sich über deutlich sensitivere Touchscreens, da macht das Eintippen der Beträge gleich doppelt so viel Spaß. kleveblog meint: eine gelungene Rundumerneuerung, die Aldi alt aussehen lässt.



Arden erklärt Vietnamkrieg: „Dieses Ladenlokal darf ohne Gerichtsvollzieher nicht mehr betreten werden“

rd | 23. April 2018, 16:22 | 12 Kommentare
Verschlossen: Asia@Home

Verschlossen: Asia@Home (Foto: FW)

Die verspielte Schriftart, nach meinem Dafürhalten Lucida Calligraphy, täuscht etwas über den rüden Charakter der Botschaft hinweg (Foto: FW)

Die verspielte Schriftart, nach meinem Dafürhalten Lucida Calligraphy, täuscht etwas über den rüden Charakter der Botschaft hinweg (Foto: FW)

Damals überwog die Freude über die neue Dunstabzugshaube: Anna Ngan Pham (glücklich) mit Ente (gleich kross)

Damals überwog die Freude über die neue Dunstabzugshaube: Anna Ngan Pham (glücklich) mit Ente (gleich kross) (Archivfoto aus dem Jahr 2013)

Good Friend werden diese Vertragsparteien wohl nicht mehr: Das Restaurant Asia@Home, lange unter dem Namen Good Friend bekannt, und von der Vietnamesin Anna Ngan Pham betrieben, überraschte seine treuen Gäste am Sonntag – das Lokal war geschlossen, allerdings in einem derart geschlossenen Zustand, dass eine Wiedereröffnung undenkbar erscheint.

Die Betreiberin befindet sich derzeit in Urlaub, allerdings waren die Öffnungszeiten in jüngerer Vergangenheit auch nicht gerade das, was mit dem Wort kontinuierlich am besten beschrieben wird.

Doch die vorübergehende Absenz von Anna Ngan Pham nutzte der Vermieter, Arden-Immobilien, nun offenbar für einen Überraschungsangriff. Die Schaufenster wurden von innen mit Packpapier verklebt, und im Eingang prangt ein Schild, das eine unmissverständliche (wenn auch rechtlich mehr als zweifelhafte) Sprache spricht. Mit dem Absender „Arden-Immobilien“ wird verkündet: „Dieses Ladenlokal darf ohne Gerichtsvollzieher nicht mehr betreten werden. Sollten Zuwiderhandlungen vorgenommen werden, machen Sie sich strafbar.“ Schon eine kurze Analyse macht deutlich, dass das Unternehmen „Arden-Immobilien“ wohl nicht als Gericht fungiert, somit ist die Entscheidung über eine Strafbarkeit wohl nicht in der Hand der Geschäftsführung.

Allerdings wird in Kleve erzählt, dass es einen Interessenten für das Objekt (in bester Gastrolage) gibt, und zwar aus bester Gastronomiesippe Kleves. In der Familie von Josef Kavcic, der lange das Restaurant und Hotel „Zur Post“ an der Hagschen Straße betrieben hat und nun in Geldern den ehemaligen „Rheinischen Hof“ als Steakhaus „El Rancho“ weiterführt, soll Interesse an dem Gebäude bestehen – spannende Wochen am Opschlag stehen uns bevor, das ist sicher.


Da wirft man mal einmal daneben…

rd | 23. April 2018, 11:46 | 6 Kommentare
… und steht gleich in der Zeitung

… und steht gleich in der Zeitung