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BedburgerTrocken, oder: Ein Tag für’n Arsch

Das BedburgerNass, das Hallenbad in Bedburg-Hau, wird nicht saniert, sondern trockengelegt. Das beschloss der Rat der Gemeinde gestern mit den Stimmen der CDU und FDP, also mit einer deutlichen Mehrheit von 17:10. Zuvor gab es Demonstranten, einen dann plötzlich doch nicht mehr interessierten Investor und einen Bürgermeister Peter Driessen, der sich für den Erhalt des Bades ausgesprochen hatte. Allein, es nützte nichts. Hier der Schluss des RP-Artikels zum Thema:

Driessen hatte zuvor erklärt, er halte den Erhalt des Bades nicht nur für wünschenswert, sondern auch für wirtschaftlich vertretbar. Das hatte auch Winfried Krüger (Grüne) unterstrichen. Für Ratsherr Günther van Meegen geht der Tag – sollte er zum Aus für das Bad führen – als historisch in die Analen ein.

Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen: Der Tag war für’n Arsch.

(Matthias, es heißt Annalen!)

ralf.daute - 27. Januar 2012 |
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Kleve zum Durchdrehen

Eine Runde Kleve, Fischmarkt

Johannes Köring aus Bedburg-Hau, der – so glaube ich – früher mit mir um 7.23 Uhr im Bus der Linie 56 von Bedburg-Hau nach Kleve gefahren ist, hat sich gestern in die Klever Innenstadt gestellt und sechs wirklich beeindruckende Panaromaaufnahmen der Klever City gemacht, die meinen zahlreichen Lesern in der Ferne einen Rundumeindruck bieten, warum Kleve manchmal auch eine Stadt zum Durchdrehen sein kann und die sich meines Erachtens überdies für ethnologische Tiefenbetrachtungen unter allen möglichen Aspekten anbieten. Hier die Links zu den Bildern (evtl. etwas längere Ladezeiten, dafür aber gestochen scharf):

Große Straße/Herzogstraße

Große Straße/Ecke Kaufhof

Fischmarkt unten

Fischmarkt oben

Spoy/Opschlag

Bahnhof Kleve

Ein herzliches Dankeschön an den Fotografen!

ralf.daute - 25. Januar 2012 |
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Flughafen Weeze: EU leitet Prüfverfahren ein

»Die Europäische Kommission wird untersuchen, ob die zwischen Behörden und den Flughäfen Niederrhein-Weeze, Altenburg-Nobitz(beide in Deutschland), Pau (Frankreich) und Västerås (Schweden) getroffenen Finanzierungsvereinbarungen sowie die zwischen diesen Flughäfen und einigen sie anfliegenden Luftfahrtgesellschaften Preisnachlass- und Marketingvereinbarungen den EU-Beihilfevorschriften entsprechen.« So beginnt eine Pressemitteilung der EU-Kommission vom heutigen Tage, die an der Nassauer Allee für neue Blutstürze gesorgt haben dürfte. Das Verfahren werde ergebnisoffen geführt.

Zu Weeze wird das Folgende konkret ausgeführt:

Niederrhein-Weeze ist ein Regionalflughafen in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Duisburg. Es steht zu vermuten, dass er in den letzten zehn Jahren verschiedene Darlehen und Zuschüsse zu nicht marktüblichen Bedingungen erhalten hat. Er befindet sich zudem in finanziellen Schwierigkeiten, und der Flugbetrieb scheint auf öffentliche Unterstützung angewiesen zu sein. Die Kommission hat daher Zweifel daran, dass die Behörden den Grundsatz des marktwirtschaftlich handelnden Kapitalgebers befolgt haben und dass der Flughafen unter Marktbedingungen betriebsfähig wäre.

Dreams are my reality… –– Aufwachen, Herr Landrat!

Hier zum Download das gesamte Dokument: IP-12-44_DE

ralf.daute - 25. Januar 2012 |
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Gerichtsbericht: Totschlag, versuchter

Vor dem Landgericht Kleve wird zurzeit gegen eine 45 Jahre alte Frau aus Rheinberg verhandelt, die ihren Ehemann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben soll. Ich bin für die Rheinische Post vor Ort. Der Prozess offenbart Szenen einer ruinösen Ehe – interessant ist jedoch nicht der voyeuristische Einblick, sondern das darin zum Ausdruck kommende Sozialdrama. Da der Text aber nur in der Moerser Lokalausgabe erscheint, hier für alle anderen Interessierten der Bericht…

ralf.daute - 25. Januar 2012 |
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Bedburg-Hau, was ist denn da schon wieder los?

Da soll noch einer durchblicken! Klar ist, dass viele Bürger in Bedburg-Hau wünschen, dass sie ihr Hallenbad auch weiterhin nutzen können, um Bahnen zu ziehen oder Wassergymnastik zu betreiben. Es muss allerdings saniert werden, und das kostet viel Geld, sehr viel Geld – mindestens 1, 5 Millionen Euro. Vor der Hauptausschusssitzung am vergangenen Mittwoch demonstrierten 150 Bürger dafür, dass das »Bedburger Nass« erhalten bleibt – die erste Protestkundgebung in der Gemeinde seit 1988.

Dann kam die Sitzung selbst, und dort kam im nichtöffentlichen Teil das Thema zur Sprache. Allerdings nahm die Diskussion das fraktionslose Ratsmitglied Günter van Meegen so mit, dass er Teile davon öffentlich machte (siehe hier). Kern der Sache: Bürgermeister Peter Driessen sei von CDU und FDP dazu gedrängt worden, die Entscheidung zu vertagen, um die Uneinigkeit innerhalb der CDU zu verkleistern. Es fällt das Wort Nötigung.

Postwendend kontern aber CDU und FDP mit einer gemeinsamen Pressemitteilung (siehe hier), in der sie kundtun, es sei der Wunsch des Bürgermeisters gewesen, die Angelegenheit zu verschieben. Beide Fraktionen seien verärgert, weil »der Bürgermeister vollkommen überraschend den Ratsmitgliedern im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzung am vergangenen Donnerstag erklärte, bereits seit November 2011 Gespräche mit einem möglichen Investor zu führen«. Vom Bürgermeister gehe der klare Wunsch aus, in der Ratssitzung am 26.01.2012 nicht über die Sanierung des Hallenbades zu entscheiden, bis eine Antwort des möglichen Investors vorliege.

Womöglich sollte man doch einmal in Erwägung ziehen, den vor Monaten hier vorgeschlagenen Slogan für Bedburg-Hau zu realisieren…

ralf.daute - 22. Januar 2012 |
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Bekommen hier irgendwelche Leute günstiger Gas oder Strom von Stadtwerken? Nein.

In den (nicht alle veröffentlichten) Kommentaren zur Geschichte über 67.000-Euro-Rechnung der Stadtwerke Kleve wurde mehrfach behauptet, es gebe für »Freunde« besondere Tarife. Leser Tom fragte beispielsweise: »Ist es eigentlich richtig das es Gas-Privatkunden gibt, die aufgrund ihrer juristischen Fachkenntnisse bei der Geschäftsführung zur Privataudienz eingeladen wurden um Sonderlieferverträge abzuschließen (inklusive einer Stillschweigevereinbarung über die Geschäftsgebaren der Stadtwerke)?« Einige weitere Äußerungen, die juristische Implikationen hätten nach sich ziehen können, habe ich lieber gar nicht erst veröffentlicht.

Aber ich habe bei Rolf Hoffmann nachgefragt, ob das stimmt. Wer wenig Zeit hat, hier die zusammenfassende Antwort: Nein.

Für alle anderen Leser hier die sechs Fragen beantwortet von Jörg Schunkert, Leiter Marketing und Vertrieb:

  1. Kommen auch die Mitglieder des Aufsichtsrates in den Genuss eines vergünstigten Tarifs (z. B. eines Mitarbeitertarifs)? Nein.
  2. Wenn ja, wie viele Personen machen von dieser Regelung Gebrauch? Entfällt.
  3. Wenn ja, seit wann gibt es diese Regelung und warum wurde sie eingeführt? Entfällt.
  4. Wenn ja, ist dies eine Vorgehensweise, die sich mit der anderer Stadtwerke deckt? Entfällt.
  5. Gibt es weitere Personen oder Personengruppen, die Vergünstigungen erhalten, die über das Tarifgefüge hinausgehen? Sämtliche Privatkunden werden nach dem gültigen Allgemeinen Tarif beliefert.
  6. Wenn ja, warum? Entfällt.

kleveblog dankt für die eindeutigen Antworten!

ralf.daute - 20. Januar 2012 |
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Zwei auf dem Holzweg (noch ein interessantes Schwanenburgfoto)

Platziert man das Modell auf seinem Schreibtisch, könnte man dahinter gut in Deckung gehen – und wüsste trotzdem immer, wie spät es ist

Die Zahl der interessanten Schwanenburgfotos schwillt an wie der Rhein nach drei Wochen Tauwetter. Diesmal sehen wir an der Seite von Bürgermeister Theo Brauer den Klever Bürger Otto Elsner. Er brachte eine Laubsägearbeit mit, an der er 400 Stunden gearbeitet hat – eine detailgetreue Nachbildung der Schwanenburg. Die Uhr funktioniert, die Beleuchtung ebenfalls. Theodor Brauer: »Ich bin fasziniert von der Lichtgestaltung und der präzisen Ausführung. Vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit diese Schwanenburg in einem anderen Rahmen zu präsentieren.«

Was nun, Herr Elsner? »Bis Ende März werde ich der Stadtverwaltung ein Modell der Schleuse Brienen angefertigt haben – dann sehen sie Mitarbeiter sie auch mal!«

Danke, Herr Elsner!

ralf.daute - 20. Januar 2012 |
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Wir haben den Kanal noch lange nicht voll

Schleusenbau 1908/1909 in Brienen

Die Schleuse Brienen, eines der 7 Klever Weltwunder. Ein gefühltes UNESCO-Weltkulturerbe, möchte man meinen. Natürlich war auch ich schon mal drin, damals beim Krabbelgruppenausflug der Familienbildungsstätte nach Millingen. Jetzt plant Bernd Zevens, der visionäre Unternehmer aus unserer Mitte, vor seinem Hotelneubau am Ende des Spoykanals eine prächtige Marina, sodass zu den Standards der Klever Alltagsgeräusche auch schon bald das Klackern der Takelage gegen die Masten der Yachten gehören könnte.

Doch werden wir diese Erkennungsmelodie einer prosperierenden Kreisstadt auch tatsächlich vernehmen können? Werden die Gäste des Hotels auf eine spiegelnde Wasserfläche blicken, in der sich der Neubau der Volksbank Kleverland spiegelt? Oder blicken sie in eine düstere Modergrube aus Schlick und Schlamm?

Die Gefahr besteht. Denn die Bundesanstalt Wasserbau ist mit der Prüfung der Schleuse Brienen beauftragt – und schon jetzt zeichnet sich ab, dass das 103 Jahre alte Bauwerk so marode ist, dass Millionen investiert werden müssten, um es zu retten. »Der bauliche Zustand ist einfach nicht mehr ausreichend. Es gibt Risse, Abrostungen, das Tor ist teilweise durchlässig geworden und es gab bereits Verschiebungen durch die Pfähle, auf die die Schleuse vor über 100 Jahren gebaut wurde und die mit der Zeit nachgegeben haben«, sagt Bernd Schönfelder, Pressesprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Duisburg-Rhein (hier der Link zum Artikel in der Rheinischen Post). Auch an den Toren gebe es immer mehr Probleme. »Das bleibt nicht aus; die Tore sind Ende der 40-er Jahre erbaut worden. Die maximale Lebensdauer ist mittlerweile erreicht«, so der Ingenieur.

Eine Sanierung kostet Millionen, was sonst. Und die will der Bund, der für die Schleuse verantwortlich ist, nicht unbedingt bezahlen (trotz unseres Einflüsterers Ronald Pofalla in höchsten Kreisen), denn der Spoykanal wird von Frachtschiffen nicht mehr genutzt. Im März kommt der Schleusen-TÜV, und der hatte dem Bauwerk schon bei der letzten Prüfung vor sechs Jahren erhebliche Mängel attestiert – die aktuelle Prüfung wird vermutlich das Ende der Anlage besiegeln.

Ein historischer Rückblick:

  • 1647/48 stellt Johann Moritz von Nassau dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm mehrfach dar, welche Vorteile ein Kanal mit Schleuse für Kleve hat.
  • 1657/58 wird die Schleuse komplett als Zimmermannskonstruktion gebaut. Kosten: 2600 Taler, davon bezahlt die preußische Regierung 2000.
  • 1688-93 wird die Schleuse in Massivbauweise neu erbaut.
  • 100 Jahre herrscht relative Ruhe an der Schleusenfront, doch beim Hochwasser 1809 (Johanna Sebus!) droht sie zu bersten. Die Stadt Kleve hat kein Geld für einen Neubau und packt sie in dicke Mauern – damit ist der Kanal wie vor 1658 wieder ein Siel.
  • Nachdem der ehemalige Regierungspräsident von Bodelschwingh Finanzminister in Berlin wird, bekommen die Bemühungen um einen Neubau neuen Schwung – 1843 sichert Preußen die Finanzierung zu, auch kann der Spoykanal verieft werden.
  • 1846 Fertigstellung der Schleuse.
  • 1907 bis 1910 wird neben der heutigen alten eine neue Schleuse von der Reichswasserstraßenverwaltung erbaut. Im Zusammenhang mit den vorhergegangenen Deichbauten bekommt die Schleuse 1933 höhere Kammermauern und neue Tore, so dass 1000-t-Schiffe den Kanal bis zum höchsten, für die Schifffahrt noch nutzbaren Rheinwasserstand erreichen können.

Noch mehr Infos auf heimat-kleve.de. Hier der Link zur Seite über den Spoykanal

ralf.daute - 19. Januar 2012 |
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Besser geht’s nicht

Da möchte man mit Diebels (ca. 1990) einstimmen: Ein schöner Tag, die Welt steht still…

(Thx an Eva für diese unglaubliche Aufnahme!)

ralf.daute - 18. Januar 2012 |
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Clever Gas? 66.935 € für fünf Monate, neuer Abschlag 25.969 € monatlich

Alle Ventile geöffnet?

Wenn die Stadtwerke Kleve vorhaben, die Bevölkerungszahlen durch das gezielte Auslösen von Herzinfarkten zu senken – dann ist ihnen dieses Projekt mit der Aussendung der Jahresabrechnungen 2011 zweifelsohne meisterlich gelungen. Oben der Ausschnitt der wahnwitzigen Rechnung für einen Kunden aus Kranenburg, der vier Monate und 22 Tage seine 45 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung mit Gas aus Kleve heizte. Das kostet – in seinem Fall exakt 66.935,13 € Euro, also gut 461 € pro Tag, und es handelte sich noch um die wärmsten Monate des Jahres. Dem Kunden sei allerdings auch empfohlen, selbst bei sibirischen Verhältnissen das Heizen lieber ganz bleiben zu lassen, angesichts einer mit der Rechnung ebenfalls in Aussicht gestellten monatlichen Abschlagszahlung in Höhe von 25.969 €! Da lässt sich kaum gegenanarbeiten…

Sicherlich werden die Stadtwerke Kleve gleich morgen früh hier anrufen und den »bedauerlichen« Fehler erklären, vielleicht hat der Ableser eine 1 mit einer 9 verwechselt, oder irgendwas ist um drei Dezimalstellen verrutscht oder was auch immer – aber dieser adrenalinspendende Vorfall sollte uns allen Mahnung sein, einen genauen Blick auf das zu werfen, was die Stadtwerke gestern an die meisten Haushalte der Region versandt haben.

ralf.daute - 17. Januar 2012 |
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