Hochschule: Kommt Klotz zurück (als Professorin)?

rd | 22. Juli 2016, 17:46 | 6 Kommentare
Baldiges Wiedersehen an der Klappbrücke? Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, umringt vom damaligen Bürgermeister Theo Brauer, Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und Landrat Wolfgang Spreen (Foto: HRW)

Baldiges Wiedersehen an der Klappbrücke? Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, umringt vom damaligen Bürgermeister Theo Brauer, Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und Landrat Wolfgang Spreen (Foto: HRW)

Anfang Juli hat bei der Cognos AG ein neuer Vorstand die Arbeit aufgenommen, darüber informierte das Hamburger Unternehmen in einer ausführlichen Pressemitteilung. Im vierten Absatz heißt es wörtlich:

„Dr. [Matthias] Afting übernimmt neben der Sprecherfunktion im Vorstand auch die Leitung des Bereichs Health & Science und in dieser Funktion den Vorsitz im Aufsichtsrat der LUNEX-University sowie die Geschäftsführung der Hochschule Fresenius gem. GmbH.“

Moment mal! Die Leitung des Bereichs Health & Science? Den Vorsitz im Aufsichtsrat der LUNEX-University? Die Geschäftsführung der Hochschule Fresenius? Sind das nicht exakt die Positionen, die einst, das ist noch gar nicht so lange her, die frühere Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, Prof. Dr. Marie-Louise Klotz eingenommen hatte?

Yep.

In der Pressemitteilung heißt es, dass die Frau, die kurzzeitig auch als Klever Bürgermeisterkandidatin im Gespräch war, ihr Vorstandsmandat und die damit verbundenen Ämter niedergelegt habe. Es folgt eine gefährliche Floskel: „Der Aufsichtsrat bedauert diese Entwicklung und wünscht Frau Prof. Dr. Klotz auf ihrem weiteren Weg und für ihre persönlichen Ziele alles Gute für die Zukunft.“

Liegt diese Zukunft in Kleve?

Bekanntlich hat sich die frühere Präsidentin nur beurlauben lassen und könnte nun an den Niederrhein zurückkehren und eine Lehrtätigkeit aufnehmen. Das wäre eine sehr sentimentale Situation. Andererseits wäre es für die neue Präsidentin, die seit ihrer Wahl die Geschäfte mit sicherer Hand in einen ruhigeres Fahrwasser gelenkt hat, die schöne Möglichkeit, von Angesicht zu Angesicht mit ihrer Vorgängerin über einige interessante Vertragsgestaltungen zu sprechen. Dazu in der nächsten Woche mehr auf Ihrer Lieblings-Website!

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Hier die Pressemitteilung der Cognos AG im Wortlaut: Neuer Vorstand formiert sich



Free Willy1.000.000 in der Briener Schleuse

rd | 22. Juli 2016, 17:15 | 2 Kommentare

Die hellen Strich sind Fische

Die hellen Striche sind Fische

Fast ist man geneigt, laut zu rufen: „Frau Bundesministerin, reißen Sie die Tore ein!“

Seit vielen Monaten ist die Schleuse in Brienen, die älteste noch erhaltene in Deutschland, wegen Baufälligkeit geschlossen. Diese Ruhe hat dazu geführt, dass zwischen den ersten beiden Toren ein beispielloses Naturwunder zu beobachten ist – offenbar weitestgehend ungestört von natürlichen Feinden haben sich dort Fische explosionsartig vermehrt. Wer den Schwarm oder die Schwärme betrachtet, fragt sich, wo überhaupt noch Platz zum Schwimmen ist.

Der Schleusenwärter berichtet, dass er in dem Becken auch schon einen Hecht gesehen hat, doch dessen Jagdtrieb dürfte weitestgehend erlahmt sein – er muss nur sein Maul aufsperren, und schon kann er hunderte oder tausende Fische verspeisen. Kormorane können nicht zupacken, weil in der Schleusenkammern der Luftraum zu eng für den Wiederaufstieg ist. Die Frage ist, wann die Fischvermehrung in eine ökologische Minikatastrophe mündet. Aber vielleicht lässt sich das Schleusentor auch einmal öffnen…



Letzte Warnung für Autohaus Leiting

rd | 22. Juli 2016, 16:28 | 2 Kommentare

Vorbildlicher Umgang mit Kundendaten

Vorbildlicher Umgang mit Kundendaten

[Aktueller Hinweis: Der Chef rief mich an und teilte mit, die richtige Nummer werde unverzüglich eingespeichert. Die Welt ist also wieder ein Stück besser geworden.] Vermutlich gibt es kaum einen Menschen, der besser über die Geschäfte des Autohauses Leiting, Bocholt/Kleve, Bescheid weiß als ich. Gerade eben hat zum Beispiel eine gewisse S., Name und Arbeitgeber der Redaktion bekannt, einen „KH74RS Ataca XCELLENCE 2.0 TDI 4Drive 140 kW DSG“ in der Farbe „2Y2Y Nevada Weiss“ bestellt. Solche Informationen erhalte ich seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit, weil meine Faxnummer (970320) der des Autohauses (9707320) ähnelt und offenbar falsch eingespeichert ist. Ein Hinweis, das doch bitte etwas gewisserhafter zu handhaben, landete offenbar im Nirwana. Wenn aber der Geschäftsführung des Autohauses Leiting tatsächlich etwas an ihren Kunden liegen sollte, würde ich empfehlen, diesen Fehler jetzt ein für alle Mal abzustellen. Es reicht!


Kirmesfeuerwerk hoch zehn

rd | 20. Juli 2016, 18:23 | 12 Kommentare

Kleiner Hinweis für alle, die am vergangenen Sonntag das stimmungsvolle Feuerwerk zum Abschluss der Klever Kirmes gesehen haben: Es geht auch anders. Das Video unten zeigt das Feuerwerk zum Auftakt der 100. Vierdaagse, eigenen Angaben zufolge „Party of the year“, am Sonntagabend, und nicht, wie einige fälschlicherweise vermuteten, am Dienstagabend von der Waal aus in den gelderländischen Nachthimmel abgefeuert. Nicht von schlechten Eltern:


Stadtradeln aktuell: Eine bewachte Garage für 4500 Räder (doch, das gibt’s!)

rd | 16. Juli 2016, 13:06 | 19 Kommentare

Seit knapp drei Wochen verzichte ich als so genannter „Stadtradelstar“ aufs Auto – hier meine persönliche Zwischenbilanz (ist auch in der NRZ erschienen):

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Verzicht wiegt schwer. Nicht Auto zu fahren heißt, die Wochenendeinkäufe auf dem Markt und in den umliegenden Geschäften in den Rucksack zu packen, in Tüten zu stopfen und dann versuchen, das Fahrrad in eine einigermaßen stabile Position zu bringen, um den Heimweg antreten zu können. 15,4 Kilogramm, das ergibt eine Messung zu Hause, lassen sich so transportieren – eine Kiste Bier allerdings nicht. Dafür gibt es noch keine Lösung, außer der, kleinere Mengen zu erwerben und diese dann, wegen des geringeren Gewichts, vorzugsweise auch in Dosen.

Auch der Öko-Lifestyle ringt einem Gewissenskonflikte ab.

An sich scheint es ja eine nette Idee, mitten im Hochsommer drei Wochen lang nur Rad zu fahren. Da dieser Hochsommer allerdings am Niederrhein stattfindet, bescherten mir Regenschauern auch gleich dreimal das unvergleichliche Gefühl, völlig durchnässt an irgendwelchen Zielen anzukommen. Das kannte ich seit Schülertagen nicht mehr, weil im Zweifel bei unsicherer Wetterlage das Auto genommen wurde. Der VW Golf ist jetzt bei meinem Sohn in Berlin, also selbst wenn ich in Versuchung komme – keine Chance.

Überlebenstipp 1: Die niederländische Website buienradar.nl, und da die 3-Stunden-Vorschau der zu erwartenden Regengüsse (Kleve ist als westlichster Zipfel Deutschlands mit drauf). Sehr präzise und ungemein hilfreich bei Planungen.

Kilometer um Kilometer kurbele ich herunter, in der ersten Woche vorzugsweise in meiner Stadt, die sich ja seit kurzem offiziell als „fahrradfreundlich“ bezeichnen darf. Es gibt ein paar Übergänge, an denen Radler Vorfahrt haben (Briener Straße), verbreiterte Spuren für Radfahrer vor Ampeln (Römerstraße) und die vielfache Erlaubnis, Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung befahren zu dürfen – beispielsweise direkt vor meiner Haustür am Grünen Heideberg. Doch da fängt der Ärger schon an: Kommt einem ein Auto entgegen, wird es sehr eng – und böse Autofahrerblicke schießen einem entgegen.

An den Ampeln muss ich mal Knöpfchen drücken und mal nicht, mal gibt es zusätzliche Ampeln für Radfahrer und mal nicht, und wer aus Kleve kommend die Uedemer Straße in Richtung Sternbusch überqueren will, kann unter Umständen zu einer Wartezeit von 3 Minuten und 27 Sekunden gezwungen sein – eine Zeit, in der der Radfahrer exakt 102 Autos den Kreuzungsbereich passieren sieht.

Fahrradfreundlich?

Mal gibt es Radwege und mal nicht, mal gibt es Radwege, die exakt fünf Meter lang sind (Flutstraße/Ecke Sommerdeich). Wer denkt sich so etwas aus? Fahrrad-Folter sind auch die – gefühlt – gerade mal DIN-A4-Blatt-breiten Radwege auf der Nassauerallee und der Hoffmannallee. Das Schöne am Radfahren ist ja, dass man nicht in einer blechernen Einzelzelle sitzt, sondern mit eventuellen Mitfahrern sprechen kann. Das aber ist auf diesen Wegen unmöglich.

Fünf Meter Spezialradweg an der Flutstraße

Fünf Meter Spezialradweg an der Flutstraße

Ähnlich ärgerlich ist der Radweg am Industriegebiet: Die Übergänge zu den Verkehrsinseln sind Felgenkiller erster Güte, und die Tatsache, dass die Radwege gegenüber der Straße etwas zurückversetzt sind, macht die Radler anfällig für Autofahrer, die in Feierabendlaune vom Arbeitsplatz nach Hause preschen.

Überlebenstipp 2: Unbedingt erst Blickkontakt mit den Autofahrern aufnehmen, bevor man in die Kreuzung einfährt.

Fahrradfreundlich?

Interessanterweise ist bei den Unternehmen im Industriegebiet in aller Regel auch nicht mehr vorgesehen, dass jemand mit dem Rad vorfährt. Suchen Sie mal Fahrradständer!

Fahrradfreundlich?

Die Bilanz der ersten Woche: Das wesentliche Element der Fahrradfreundlichkeit in Kleve sind derzeit die Baustellen, die den Autoverkehr zu den Stoßzeiten lahmlegen. Einmal bin ich gegen halb fünf die Nassauerallee entlang geradelt und habe innerhalb von anderthalb Minuten 60 Autos überholt. Überraschenderweise habe ich während der 99,4 Kilometer der ersten Woche auch keine brenzlige Situation erlebt – was Mut machte, in größeren Maßstäben zu denken.

Deshalb die Ziele der zweiten Woche: Goch, Kevelaer, Arnheim, Nimwegen. Die beiden deutschen Städte haben jeweils ein negatives Highlight: Der Radweg an der Kalkarer Straße in Goch ist ein schlechter Witz aus kein Radweg, zugeparktem Radweg und postkartenbreitem Radweg – wer immer das geplant hat, sollte verklagt werden.

Wer wiederum Kevelaer über die Bahnstraße in Richtung Kleve verlässt, erlebt, dass der Radweg erst einmal unauffindbar ist und erst in Höhe der Shell-Tankstelle wieder auftaucht. Der Weg führt durch ein Gewerbegebiet und erweckt nicht den Eindruck einer Streckenführung, bei deren Planung irgendeine Art von Gehirn im Spiel war.

Der Tipp für weitere Strecken: Nie die schnellste Strecke wählen, die Google vorschlägt, sondern eine der in der Regel nur unwesentlich längeren Varianten, und der Radler wird belohnt mit einsamen, oftmals autofreien Strecken durch nie zuvor wahrgenommene Landschaften.

Google rechnet auch vor, dass eine schöne Strecke nach Arnheim (über Millingen und Doornenburg) gerade mal 35 Kilometer misst, also bei normalem Tempo nicht einmal zwei Stunden Fahrzeit. Über die John-Frost-Brücke gelange ich in die Stadt und wähne mich im Paradies. Die Umsicht, mit der knapp hinter der Grenze die Belange der Radfahrer berücksichtigt werden, ist atemberaubend.

Kreisverkehr  – aber nur für Radler

Kreisverkehr – aber nur für Radler

Das fängt schon beim ersten Kreisverkehr an: Die Radwege sind von den Autostraßen komplett abgetrennt, es gibt sogar einen eigenen Kreisverkehr für Radfahrer. An Baustellen, an denen der Deutsche allenfalls ein „Radfahrer absteigen!“-Schild erwartet, sind flexible Hartgummimatten verlegt, damit Bürgersteigkanten kein Hindernis darstellen. Die Krönung aber ist der neue Hauptbahnhof. Es gibt eine bewachte Tiefgarage – nur für Radfahrer! Fassungsvermögen: 4500 Fahrräder!

Bewachte (!) Tiefgarage (!) für 4500 (!) Räder in Arnheim

Bewachte (!) Tiefgarage (!) für 4500 (!) Räder in Arnheim

Als der Wächter mir das erzählt, muss ich an die jüngste Klever Ratssitzung denken, als der Bürger Burkhard Daams der Verwaltung vorrechnete, dass von den geplanten 250 Fahrradständern am Klever Bahnhof nur 80 tatsächlich gebaut worden sind, was aber, so die Auskunft der Verwaltung, „im Moment ausreicht“. Vielleicht ist es aber auch so, dass das Angebot die Nachfrage lenkt.

Fahrradhighway gen Nimwegen

Fahrradhighway gen Nimwegen

Von Arnheim noch Nimwegen (16 Kilometer) führt eine Art Fahrradautobahn, die dem Radfahrer lediglich eine Handvoll Unterbrechungen abnötigt – ich kann ich nicht entsinnen, irgendwo im weit weniger dicht bevölkerten Kreisgebiet etwas Vergleichbares befahren zu haben.

Mein Fazit nach gut drei Wochen und 420 Kilometern: Sieht man einmal von dem Problem des Kasten Biers und den Unbilden des Wetters ab, ist in Kleve der Verzicht auf das Auto eine befreiende Angelegenheit. Blickt man aber über die Grenze und schaut, was noch alles möglich ist, kommen einem die Tränen.

Ach ja, der Online-Rechner der Aktion „Stadtradeln“ sagt mir, dass ich unserem Planeten rund 60 Kilogramm Kohlendioxid-Emissionen erspart (im Vergleich zum Autofahren). Auch das wiegt schwer.


Rauchsäule über Hasselt, Feuer im Gewerbegebiet

rd | 16. Juli 2016, 00:01 | keine Kommentare
Weithin sichtbar: Rauchsäule in Hasselt

Weithin sichtbar: Rauchsäule in Hasselt

[Update – Polizeibericht] Aus bisher nicht bekannter Ursache kam es am Freitag, 15.07.16, gegen 22:35 Uhr, in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb zu einem Brand. In einer Halle gelagertes Kunststoffmaterial war in Brand geraten. Die Halle brannte in kompletter Ausdehnung. Zwei angrenzende Industriegebäude wurden leicht in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Feuerwehr waren Verhaltensregeln an die Bevölkerung über Regionalmedien ausgegeben worden. Nach Messungen der Feuerwehr entstanden jedoch keine gefährlichen Gase. Nach Beendigung der Löscharbeiten wurden Ermittlungen der Brandursache eingeleitet, welche derzeit noch andauern. +++ Hier der Bericht von Günter van Meegen: Die Halle der Technische Kunststoffe (Plast) im Hasselter Gewerbegebiet steht in Flammen. Der Brand, der gegen 22 Uhr ausgebrochen sein muss, verursachte eine weithin sichtbare Rauchsäule, die über Hasselt zieht. Neben der Halle befindet sich ein Reifenservice mit Lager. Alle Wehren aus Bedburg-Hau sind im Einsatz. Über Schäden, Gefährdungen und Ursachen liegen noch keine Erkenntnisse vor.


Nizza: „Ein Anschlag auf all unsere Werte“

rd | 15. Juli 2016, 22:17 | 8 Kommentare

Vor zwei Wochen: Nina Kiesow und Susanne Rexing vor dem Gebäude der IHK in Nizza

Vor zwei Wochen: Nina Kiesow und Susanne Rexing vor dem Gebäude der Handelskammer („Chambre de commerce“) in Nizza

Erneut macht ein Terror-Anschlag in Frankreich die Menschen in der ganzen Welt fassungslos, diesmal forderte die Amokfahrt eines Mannes im Lastwagen an der Promenade in Nizza mehr als 80 Todesopfer. Die Menschen hatten sich dort zu Tausenden versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern, bei dem es auch um die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geht.

Plötzlich ist der Terror wieder ganz nah. Die beiden Klever Geschäftsfrauen Nina Kiesow und Susanne Rexing können es vermutlich noch besser verstehen, denn sie waren erst vor zwei Wochen in Nizza. Es gibt ein Foto, das die beiden zeigt, wie sie unbeschwert vor dem Gebäude der IHK in Nizza posieren. Die Aufnahme entstand anlässlich eines Treffens der Vereinigung Zonta, einem Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen, in der sich die beiden Kleverinnen engagieren.

„Bei unserem Zonta-Treffen fiel die starke Präsenz von schwer bewaffneten Soldaten im Stadtbild auf, aufgrund der EM“, so Susanne Rexing. „Wir erlebten den Autokorso der Fußballfans auf der Promenade des Anglais, nachdem Frankreich am 3. Juli das Spiel gewonnen hatte. Wir waren auf Höhe des Hotels Negresco, dort wo der Attentäter mit der Beschleunigung begann. Es muss schrecklich gewesen sein. Es ist ein Anschlag auf all unsere Werte. Ich bin fassungslos.“ Nina Kiesow ergänzt: „Genau das ging mir sofort durch den Kopf: Wir standen am Hotel Negresco inmitten der jubelnden Franzosen nach dem gewonnenen Halbfinale. Es hätte uns genauso treffen können. Aber wir dürfen uns unsere weltoffene Lebensweise nicht zerstören lassen.“


Klever Kirmes, wie sie keiner kennt…

rd | 15. Juli 2016, 11:59 | keine Kommentare
Warum nicht mal morgens um kurz nach acht über die Kirmes schlendern? (Foto: Helga Diekhöfer)

Warum nicht mal morgens um kurz nach acht über die Kirmes schlendern? (Foto: Helga Diekhöfer)


Arbeitsplätze hart an der Grenze (aber dahinter)

rd | 14. Juli 2016, 19:51 | 17 Kommentare

Platz für 600 Arbeitsplätze (Foto: Arvato)

Platz für bald 600 Arbeitsplätze (Foto: Arvato)

In Kleve, der alten Residenzstadt, hat man sich seit einigen Jahren achselzuckend daran gewöhnt, dass die großen Arbeitgeber keine kommerziell orientierten mehr sind. Hoffmann und Union sind Vergangenheit, die meisten Arbeitsstellen bieten Krankenhäuser (Klever, LVR) und Kreisverwaltung.

Dafür tut sich gleich hinter der Grenze Großes: Der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Logistikdienstleister arvato SCM Solutions betreibt für Kunden aus den Branchen Hightech und Konsumgüter ein neues Logistikzentrum gleich hinter der Grenze in Gennep.

Das 30.000-Quadratmeter-Gebäude ist von der A 57/A 77 aus gut zu sehen – es ist fast so groß wie der Medline-Standort an der Klever Umgehungsstraße. Im Frühjahr wurde der Betrieb aufgenommen, derzeit arbeiten rund 300 Frauen und Männer in Gennep. Rund 60 Mitarbeiter, also etwa 20 Prozent, pendeln aus Deutschland zu dem neuen Logistik-Standort. Bei den 300 Arbeitsplätzen soll es allerdings nicht bleiben: Eine Erweiterung des Verteilzentrums um zusätzliche 40.0000 Quadratmeter ist in der Planung, am Ende sollen dort 600 Menschen arbeiten.

Aus der Sicht des Konzerns bietet der gewählte Standort in Nord-Limburg erstklassige Infrastruktur-/Verkehrsanbindungen, die die Niederlande mit Deutschland und dem Rest von Europa verbinden. Kurze Distanzen zu inländischen Verschiffungsterminals und zum Schienenverkehr kommen multimodalen Transportlösungen zugute.

Andreas Barth, President Hightech & Entertainment bei arvato SCM Solutions, erklärt: „Viele unserer internationalen Kunden verlangen nach einem zentralisierten Logistiklager in Europa, von wo aus Produkte Just-in-Time individualisiert und distribuiert werden können, um lokale Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse zu bedienen. Die Niederlande sind ein idealer geografischer Standort mit einer exzellenten Infrastruktur und sehr gut ausgebildeten Arbeitskräften.”

„Dies ist der dritte niederländische Standort, der von arvato SCM Solutions errichtet wird. Gemeinsam mit unseren Kunden befinden wir uns seit einigen Jahren auf einem steten Wachstumskurs. Mit diesem strategischen Investment erweitern wir unsere globale Präsenz, mit den Niederlanden als strategischem Tor nach Europa”, so Martijn Nielen, Director Hightech & Entertainment Niederlande bei arvato SCM Solutions.


Dieses obskure Objekt der Begierde im Kurhaus

rd | 14. Juli 2016, 17:37 | keine Kommentare

Nicht Beuys: Angela Molina (Foto: Luis Buñuel)

Nicht Beuys: Angela Molina (Foto: Luis Buñuel)

Was macht eigentlich Angela Molina? Das letzte, was ich von ihr gehört habe, war, dass sie mit dem spanischen Regisseur Luis Buñuel einen Film gedreht hat, „Dieses obskure Objekt der Begierde“, der dann vermutlich Anfang der Achtzigerjahre montags um 23 Uhr nach den Tagesthemen in der ARD ausgestrahlt wurde, wo ich ihn vermutlich erstmals gesehen habe, und damit auch erstmals Angela Molina, für die ich vermutlich mehr Augen hatte als für den großartigen Fernando Rey, der ebenfalls in dem Streifen mitspielte. Eine kurze Google-Recherche ergibt: Die gute Dame ist heute 61 Jahre alt und hat seit 1977 in folgenden Filmen mitgespielt:

  • 1978: Stau (L’ingorgo – una storia impossibile) – Regie: Luigi Comencini
  • 1980: Kaltgestellt – Regie: Bernhard Sinkel
  • 1982: Die Augen, der Mund – Regie: Marco Bellocchio
  • 1982: Dämonen im Garten – Regie: Manuel Gutiérrez Aragón
  • 1983: Dies rigorose Leben – Regie: Vadim Glowna
  • 1983: Die schöne Otero (La Bella Otero) – Regie: José María Sánchez
  • 1986: Camorra – Regie: Lina Wertmüller
  • 1986: Streets of Gold – Regie: Joe Roth
  • 1989: Die Dinge der Liebe (Las cosas del querer) – Regie: Jaime Chávarri
  • 1991: Der Mann, der seinen Schatten verlor – Regie: Alain Tanner
  • 1991: Prinzessin Fantaghiro – Regie: Lamberto Bava
  • 1992: 1492 – Die Eroberung des Paradieses (1492: Conquest of Paradise) – Regie: Ridley Scott
  • 1997: Live Flesh – Mit Haut und Haar (Carne Trémula) – Regie: Pedro Almodóvar
  • 1997: Sin Querer – Zeit der Flamingos – Regie: Ciro Cappellari
  • 1998: Das letzte Kino der Welt (El viento se llevó lo qué) – Regie: Alejandro Agresti
  • 2000: Das Meer (El mar) – Regie: Agustí Villaronga
  • 2001: Annas Sommer – Regie: Jeanine Meerapfel
  • 2004: Nero – Die dunkle Seite der Macht – Regie: Paul Marcus
  • 2006: Die Unbekannte (La Sconosciuta) – Regie: Giuseppe Tornatore
  • 2006: Der Karton (La caja) – Regie: JC Falcon
  • 2007: Das Haus der Lerchen (La masseria delle allodole) – Regie: Paolo und Vittorio Taviani
  • 2008: Tagebuch einer Nymphomanin (Diario de una ninfómana) – Regie: Christian Molina
  • 2009: Zerrissene Umarmungen (Los abrazos rotos) – Regie: Pedro Almodóvar
  • 2009: L’Onore e il rispetto – Regie: Salvatore Samperi und Luigi Parisi
  • 2009: Baarìa – Regie: Giuseppe Tornatore
  • 2009: Barberousse (Barbarossa) – Regie: Renzo Martinelli
  • 2010: Dein Weg (The Way) – Regie: Emilio Estevez
  • 2010: Neon Flesh (Carne de Neón) – Regie: Paco Cabezas
  • 2011: Erinnerung an meine traurigen Huren (Memoria de Mis Putas Tristes) – Regie: Henning Carlsen
  • 2012: Blancanieves
  • 2013: Anna Karénina (Miniserie, Folge 1–2)
  • 2014: Den Menschen so fern (Loin des hommes) – Regie: David Oelhoffen
  • 2014: Murieron por encima sus posibilidades – Regie: Isaki Lacuesta
  • 2016: Tini: Violettas Zukunft (Tini: El gran cambio de Violetta)

Angela Molina ist also zweifellos eine Große ihres Fachs, und ich freue mich, Sie heute Abend nach 30 Jahren wieder zu sehen – und zwar im Museum Kurhaus, wo im Rahmen einer vierteiligen Reihe „Begehren und verwehren“ neben diesem Streifen drei weitere Klassiker gezeigt werden:

  • 21. Juli: Caravaggio (Derek Jarman)
  • 28. Juli: Eisenstein in Guanajuato (Peter Greenaway)
  • 4. August: Fitzcarraldo (Werner Herzog)

Die Filme beginnen jeweils um 21 Uhr, der Eintritt beträgt sieben Euro (für Mitglieder des Freundeskreises ermäßigt fünf Euro). Heute sicherlich der gute Abschluss nach einer fröhlichen Kirmesrunde.

Achtung! Es gibt kein Popcorn!