„Betreff: Man sieht sich ;)“: Astrid Vogell verlässt Klever Kaufhof

rd | 24. September 2018, 01:12 | 3 Kommentare
Neue Herausforderung: Astrid Vogell

Mit dem „Betreff: Man sieht sich;)“ versandte die Klever Kaufhof-Chefin am Samstag eine E-Mail an zahlreiche Mitstreiter aus der Geschäftswelt – und gab darin ihren überraschenden Abschied vom Kaufhof bekannt. Sie bleibe weiterhin in Kleve und freue sich ab November auf eine neue berufliche Herausforderung…

„Es hat mir immer sehr viel Freude gemacht, mit euch quer zu denken, zu diskutieren und Dinge für unsere Stadt voranzutreiben“, heißt es in der Mail. Das kam bei ihren Gesprächspartnern auch so an – beispielsweise an jenem denkwürdigen Abend, an dem das Klever City Netzwerk seine Selbstauflösung einleitete und die Geschäftsleute zugleich darüber diskutierten, wie eine Händlerorganisation in Zukunft aussehen könnte. Astrid Vogell war es, die den Abend souverän moderierte und dabei half, den aufgelaufenen Missmut hinter sich zu lassen und konstruktiv in die Zukunft zu blicken. 

Vogell bleibt noch bis zum verkaufsoffenen Sonntag am Ende des Monats. Ab dem 10. Oktober wird Annette Kraska vom Kaufhof in Wesel die Aufgaben in Kleve übernehmen.

Die Rotation der Chefs des Klever  Kaufhauses läuft seit 2013 recht hochtourig. Bis dahin stand Herbert Wetzels 23 Jahre am Stück an der Spitze der Filiale – für die heutige, hektische Geschäftswelt eine Ewigkeit. Seine Nachfolgerin wurde Natalie Pallapies aus Witten, die jedoch nach kurzer Zeit von Johannes Hülsmann abgelöst wurde. Hülsmann war zusammen mit Max Ingo Festing, damals noch Saturn-Chef, auch kurzzeitig Leiter des Klever City Netzwerks. Doch dann zog es ihn nach Rostock. Für ihn kam im Oktober 2015 Astrid Vogell. 



Fatale Mutprobe: Kalkarer (19) stürzt auf dem Union-Gelände von Baukran in den Tod

rd | 20. September 2018, 11:18 | 15 Kommentare
Schauplatz des tödlichen Unfalls in der Nacht: Baukran an der van-den-Bergh-Straße

Gegen Mitternacht betraten zwei junge Männer aus Kalkar die Baustelle an der van-den-Bergh-Straße. Dort sprachen sie dem Alkohol zu, bevor sie ihre Idee verwirklichten, eine Mutprobe zu vollführen. Ihr Plan: den etwa 40 Meter hohen Baukran auf dem Gelände zu erklettern und sich dann vom Ausleger abzuseilen. Doch die waghalsige Aktion endete für einen der beiden 19 Jahre alten Männer tödlich: Nachdem die beiden Freunde auf der Plattform eine Leitung durchtrennt hatten, wollte einer der 19-Jährigen an dem in die Tiefe hängenden Stück hinunterhangeln. Dabei überschätzte er seine Kräfte, sodass er das Seil nicht mehr fassen konnte und aus großer Höhe in die Tiefe stürzte. Er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. 

Nachstehend die Meldung der Polizei im Wortlaut: „Mittwoch, 19.09.2018, 23:53 Uhr, betraten zwei 19-Jährige aus Kalkar den Baustellenbereich an der van-den-Bergh-Straße. Auf dem Gelände konsumierten sie Alkohol und kletterten anschließend auf einen dortig sich befindlichen Baukran. In einer Höhe von ca. 40 m bestiegen sie eine Plattform und trennten Industrieleitungen des Krans. An diesen hangelte sich einer der Beiden herab. Als seine Kräfte nachließen stürzte zu Boden und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Beamte der Kriminalpolizei nahmen die Ermittlungen auf. Die Angehörigen wurden durch Beamte des Opferschutzes der KPB Kleve betreut.“



Der Methusalem-Komplex: Wird die Hochschule „Eberhards Bastelstube“?

rd | 19. September 2018, 17:27 | 10 Kommentare
„Markenzeichen gepflegter Schnauzbart und freundliches Lächeln“ (WAZ): Prof. Eberhard Menzel, hier bei der Verabschiedung vor drei Jahren an der Hochschule Ruhr-West. Links von ihm seine Nachfolgerin Gudrun Stockmanns. Damals befand sie, Menzel habe ihr die Hochschule „auf dem Silbertablett“ serviert. Nach nur drei Jahren warf sie allerdings das Handtuch (Foto Emig/HRW)

Ein Mann, der drei Jahre vor der Rente steht, holt einen Mann, der seit drei Jahren in Rente ist – sieht so die nähere Zukunft der Hochschule Rhein-Waal aus? Willkommen im Methusalem-Komplex! Professor Aloys Krieg von der RWTH Aachen, 62 Jahre alt und Vorsitzender des Hochschulrates der HSRW, sprach in Interviews mehrfach von einer „Interimslösung“ für die Leitung der Hochschule in Kleve und Kamp-Lintfort, mit der man rechtliches „Neuland“ zu betreten gedenke.

Wie dieses „Neuland“ in Fleisch und Blut aussehen könnte, wurde in den vergangenen Wochen im Präsidiumsgebäude auf dem Campus in Kleve deutlich: Dort wurde in verschiedenen Büros Professor Eberhard Menzel, 68 Jahre alt und ehemaliger Präsident der Hochschule Ruhr-West, gesichtet – eine Erscheinung, die nur erklärbar ist, wenn der rüstige Rentner als Interimspräsident geholt werden soll.

Wer aber ist Eberhard Menzel?

Was Marie-Louise Klotz für Kleve und Kamp-Lintfort war, war Eberhard Menzel für Mülheim an der Ruhr und Bottrop – der Präsident einer der 2009 von der damaligen CDU-FDP-Landesregierung neu gegründeten Hochschulen. 2015 endete seine sechsjährige Amtszeit mit dem Erreichen der Altersgrenze, Dudelsackspieler brachten dem bekennenden Schottland-Fan auf der Abschiedsfeier das Steiger-Lied als Ständchen, und Menzel sagte: „Mit dem Abschied vom aktiven Arbeitsleben werde ich einen wichtigen Teil hinter mir lassen. Gleichzeitig ist der Abschied aber auch ein Tor in eine neue Welt, die wunderbare Möglichkeiten in sich birgt.“

Die neue Welt, die wunderbare Möglichkeiten in sich birgt, sollte unter anderem „Eberhards Bastelstube“ werden, ein Projekt, mit dem der Maschinenbauer junge Menschen für Technik begeistern wollte. Nun sieht es so aus, als werde die Hochschule Rhein-Waal „Eberhards Bastelstube“. Doch die jungen Menschen, die dort sind, bedürfen wohl keiner großen zusätzlichen Begeisterung für Technik mehr, denn sonst wären sie wohl kaum aus allen Teilen der Welt angereist, um Mechanical Engineering zu studieren.

Vielleicht aber kann der alte Mann das Personal der Hochschule für irgendwas begeistern. Im Internet finden sich Bilder, die Menzel zeigen, wie er Torten anschneidet und Grillwürstchen wendet. Die WAZ schreibt über ihn: „Markenzeichen mag auch sein freundliches Lächeln unter dem gepflegten Schnauzbart sein.“ Ein Gute-Laune-Opa gewissermaßen, und vielleicht ist es diese Art der fröhlichen Entintellektualisierung, nach der die junge Hochschule am Niederrhein nach drei Jahren angestrengten Nachdenkens so gelechzt hatte. Etwa so, wie man sich früher auf dem Gymnasium nach zwei Doppelstunden Mathe und Chemie auf den Grundkurs Pädagogik in der fünften und sechsten Stunde gefreut hatte.

Da allerdings der rechtliche Status des Engagements von Menzel noch – vorsichtig ausgedrückt – in einer Grauzone liegt, fragte kleveblog die Leitung der Hochschule, was der gute Mann augenblicklich in Kleve mache. Hier der Text im Wortlaut:

Seit Anfang des Monats wird häufig Herr Prof. Eberhard Menzel, vormals Präsident der HRW, in der HSRW gesehen. Da ich nicht annehme, dass er nur zum Kaffeetrinken nach Kleve fährt, ergeben sich einige Fragen, um deren zeitnahe Beantwortung ich die aktuelle Leitung der Hochschule – wer immer das sein mag (Krieg, Hauck, Präsidium) – bitte:

1) Welche Tätigkeiten verrichtet Herr Menzel?

2) Wer hat ihn dazu beauftragt?

3) Auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte die Beauftragung?

4) Gibt es möglicherweise eine Perspektive für diese Tätigkeit – z. B. eine zukünftige Interimspräsidentschaft?

5) Sind diese Schritte mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft abgestimmt, zumal insbesondere die von Herrn Krieg angestrebte Interimspräsidentschaft ja im Gesetz nicht vorgesehen und von ihm selbst als „Neuland“ bezeichnet worden ist?

Die Leitung der Hochschule ließ antworten, dass man gerne bereit sei, die Fragen zu beantworten – allerdings erst in zwei Wochen. Wir legen es uns mal auf Termin. 

In der Abenddämmerung seines Berufslebens: Prof. Krieg

Warum nicht mal einen Radweg ruinieren?

rd | 18. September 2018, 16:17 | 14 Kommentare
Drususdeich: Kleine Körner tragen dich und dein E-Bike sanft aus der Kurve

Kleve steht bekanntlich in den internationalen Statistiken zum Rollsplittverbrauch je Einwohner weit oben. Eben mal kurz nicht hingeschaut, und zack, hat wieder eine Straße eine Lastwagenladung des Zeugs abgekriegt, und niemand weiß, wozu es nütze sein könnte. Rollsplitt ist das Gold der Umweltbetriebe, und sie geben es großzügig heraus.

Soweit ich die Logik des Einsatzes verstanden habe, wird das Zeug auf eine Straße gekippt, und es fährt sich dann, im Laufe von einer oder zwei Wochen, durch das Gewicht der darauf fahrenden Autos fest.

Was aber, wenn auf der Straße so gut wie keine Autos fahren?? Weil sie zum Teil sogar dafür gesperrt ist? Die Stadt hat das Experiment gewagt – und damit in den letzten Ausläufern der diesjährigen Radfahrsaison eine der beliebtesten Ausflugsstraßen nahezu unpassierbar gemacht! Der Drususdeich, der sich sanft durch die Niederung von Rindern nach Düffelward schlängelt, links und rechts an Weiden und Kolken vorbeiführend, erfreut sich seit wenigen Tagen eines zentimeterdicken Belags aus Rollsplitt. Der Radfahrer wird auf Schritttempo heruntergebremst – und selbst dann müssten E-Bike-Fahrer mit ihren ungleich trägeren Gefährten permanent befürchten, dass es sie aus der Kurve hinausträgt.

kleveblog schlägt vor: Der für die Aktion Verantwortliche sollte die Gelegenheit erhalten, einen Tag mit einem E-Bike auf dem Drususdeich hin und her zu fahren.