Wer wird neuer Wirtschaftsförderer?

rd | 09. September 2011, 12:01 | 11 Kommentare

Es gibt wohl kaum einen kommunalen Posten, der so mythenumrankt ist wie der eines Wirtschaftsförderers. Nähme man das Personaltableau eines Asterix-Comics, fiele ihm wohl die Rolle des Miraculix zu: Ein heimlich wirkender Mensch, der mit Zauberkräften dafür sorgt, dass sich Unternehmen genau hier ansiedeln und nicht fünf Kilometer weiter südlich oder östlich. Lange Zeit war in Kleve ein Herr Neswadba dafür zuständig, der in einer kleinen Einliegerwohnung unter der Stadthalle residierte. Dann kam Herr Röhrl, denn es nun aber in die freie Wirtschaft zog. Und nun? Vakanz!

Sie zu füllen, hat die Stadt ein Szenario ersonnen, bei dem nichts dem Zufall überlassen bleibt: Um aus den nun noch zehn übrig gebliebenen Bewerbungen (von ehemals 40, kein bekannter Klever Name dabei) Mr. oder Mrs. Right herauszufiltern, wurde eine Kommission gebildet. Schon George Bernard Shaw wusste über Kommissionen zu sagen: »Hätte man bei der Erschaffung der Welt eine Kommission eingesetzt, dann wäre sie heute noch nicht fertig.« Die Klever Auswahlkommission will ihre Mission bis Mitte Oktober erfüllt haben. Sie besteht aus Vertretern der vier Fraktionen, dem Verwaltungsvorstand (Brauer, Rauer, Haas) sowie einer externen Beraterin, die gestern alle Beteiligten darauf einstimmte, wie wichtig es ist, strategisch vorzugehen. Und zwar, indem zunächst Vorstellungsgespräche geführt werden und die dann noch übrig gebliebenen Kandidaten einer neuzeitlichen Stufe der Vorhölle ausgesetzt werden – einem Assessment-Center. Das sind so Sandkastenspiele für Kandidaten unter simulierten Stressbedingungen.

Interessanterweise findet sich auf der aktuellen Bewerberliste (noch) nicht der Name von Charmaine Haswell, die vielen Insidern als die geeignete Kandidatin galt (sie war die Assistentin von Rudolf Röhrl und führt die Gesellschaft zurzeit kommissarisch). Aber vielleicht bleibt auch nach dem rasiermesserscharfen Assessmentmassaker kein Kandidat mehr übrig, sodass diese Lösung allen Beteiligten plötzlich wie ein Geschenk des Himmels erscheinen wird.

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11 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 11. Der Lokal-Horst

    Wie sollten Herrn Heuvens ein passendes Geburtstageschenk machen.

    “Wählen Sie unsere Besten!

    Wer ist für Ihre Stadt besonders wichtig? Wer hat am meisten in Ihrem Ort bewegt? Wer hat den Namen der Stadt in ganz Deutschland bekannt gemacht?

    Machen Sie jetzt mit bei der Wahl “unserer Besten”.
    Unser wichtigstes Anliegen ist es, an bedeutende Personen zu erinnern. Dies können lebende Personen oder bereits verstorbene Persönlichkeiten sein. Wir sind neugierig auf Ihre Vorschläge! Schreiben Sie uns, wer den Titel Ihrer Meinung nach verdient hat und warum.

    http://www.rp-online.de/unsere-besten/kleve

     
  2. 10. Killerplautze

    Messerjocke

    Der gesuchte Begriff lautet Sternhagelvoll-Zeichen!

     
  3. 9. Messerjocke

    Willi, Geburtstag? Jungfrau, Erdzeichen! Das erklärt einiges…

    Es ist sowieso der Moment gekommen, in einer Zeit sich zuspitzender Probleme, die Themen methodischer anzugehen.

    Welche Sternzeichen und Aszendenten haben die Protagonisten des Niederrheindramas eigentlich? Eins kennen wir nun, das von Willi, bis auf den Aszendenten, aber was ist beispielsweise mit:

    Mom?
    Landrat?
    Bürgermeister?
    Vorsitzende der Ratsfraktionen?
    Verwaltungsspitzen?
    … ?
    Jens-Uwe?

    Wer kann hier helfen?

     
  4. 8. Killerplautze

    Willi hatte gestern Geburtstag? Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

    @Günter
    Ich will Willi aber als Stadtplaner!

     
  5. 7. Günter

    Ich schlage Willy Heuwens vor. Er wurde zwar gestern schon 60, aber ist noch geistig und körperlich sehr fit. Auch sein gutes Verhältnis zum Bürgermeister Theo Brauer und zu dem Sparkassen Vorsitzenden Rudi van Zoggel kann sich für die Wirtschaft nur von Vorteil erweisen.

     
  6. 6. Killerplautze

    Die Sssuckunffts-Werkstatt tagte und….es wurde deutlich, dass Stadt und Marketing externen Sachverstand a la Heinz Sack nicht gebrauchen können und wollen wenn es um das Bohren dicker Bretter, hier die Festsetzung von Prioritäten geht. Haas, Tuschi und Theo verstehen den WiFö als iregendwie nachgeordneten Befehlsempfänger, welcher als allererstes die überragenden Interessen der Bespassungstante zu berücksichtigen hat.

    So wird das nichts!

    Da kann man sich das ganze Verfahren direkt sparen und die WiFö als Halbtagsstelle dem KleMarketendering zuschlagen.

    Offensichtlich steht das Stadtmarketing unter Naturschutz, obwohl es reichlich Ansatz zur Kritik gibt.
    Nicht zuletzt deswegen wird von Haas bereits mit dem Stadtrat (Experten-Gremium!) gedroht, damit die Klever Unternehmer ja nicht zu sehr aufmucken und sich einmischen.

    Meine Prognose lautet, dass der/die Neue an der Spitze der WiFö kein Bein auf den Boden bekommen wird.

    http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/aufgaben-klarer-verteilen-1.1820786

    http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/das-handlungskonzept-1.1820785

     
  7. 5. smart alec

    @ Geförderer

    >Haswell ist DIE Lösung, denn Sie ist die einzige, die in dem Laden gearbeitet hat.

     
  8. 4. Neme der Redaktion bekannt

    Nicht dass am Ende Brauer, Rauer und Haas von der Beraterin zu hören bekommen

    “Ihr seid gefeuert”

     
  9. 3. Jens-Uwe Habedank

    Im Grunde genommen wäre die ganze Geschichte nicht spruchreif – es gibt einen (Bürger-)Antrag, die Ausschreibung zurück zu nehmen; Ganz so wie es Hr. Haas seinerzeit wollte: “Es kann nur einen geben..:”
    Über besagten Antrag wird am 26. September befunden – das Ergebnis, der Ablehnung, aber schon seit Wochen mehr oder weniger direkt kommuniziert.
    “Früher” gab man sich wenigstens noch die Mühe den Schein zu wahren…Heute ist “Made in Kleve”.

     
  10. 2. Eni

    @ Geförderter

    Ich habe in der Vergangenheit Herrn Röhrl als freundlichen, verbindlichen und engagierten Ansprechpartner kennengelernt. Alle Anfragen und Rückfragen wurden zeitnah und kompetent beantwortet. Gut, dafür ist er auch Geschäftsführer gewesen, um verschiedene Aufgaben an seine Mitarbeiter zu delegieren, er muss ja nicht alles selber machen (sonst bräuchte er das Personal ja nicht). Soweit ich weiß, ist Frau Haswell vor allem für die Gewerbeflächen und Bausachen zuständig. Diese Aufgabe macht sie meiner Erfahrung nach ebenfalls mit großem Einsatz. Und PR-Termine gehören nun mal zum Geschäft eines Wirtschaftsförders dazu, auch das hat Herr Röhrl recht gut verstanden.

     
  11. 1. Geförderter

    Haswell ist DIE Lösung, denn Sie ist die einzige, die in dem Laden gearbeitet hat. Zitat Röhrl: “Vielen Dank, um alles weitere kümmert sich Frau Haswell”. Vor dem Erfolg hat der Liebe Gott noch den Schweiß gesetzt und nicht PR-Termine.