Was vom Tage übrigblieb: Die Schlotte-Protokolle

rd | 29. Januar 2016, 16:32 | 7 Kommentare

Meine persönliche Lieblingsgeschichte – ganz ohne große Worte: Die Reinigungskette Schlotte schließt neun ihrer zehn Betriebe zum Ende des Monats, nur das Geschäft in Xanten wird noch weitergeführt. Doch im Geschäft hängen noch zahlreiche Kleidungsstücke. Gereinigt, und dann vergessen. Jedes Stück Textil zugleich auch der Stoff für eine Geschichte (im Kopf). Hier eine Auswahl dessen, was Klever in die Reinigung gaben und dann nicht wieder zurück haben wollten:

(Mit Dank an Herrn Schlotte und seine sehr freundliche und hilfsbereite Mitarbeiterin!)

Für die Dame mit Stil: elegante Jacke, zurzeit herrenlos

Für die Dame mit Stil: elegante Jacke, zurzeit herrenlos

Paisley, gestreift, uni – Krawatten ohne zugehörigen Träger

Paisley, gestreift, uni – Krawatten ohne zugehörigen Träger

Maßanzug einer Herrenschneiderei aus Essen – feiner Zwirn ohne Hirn

Maßanzug einer Herrenschneiderei aus Essen – feiner Zwirn ohne Hirn

Yes! Schlichter Hoodie im Kik-Style, fein gereinigt, bereit fürs Kernwasserwunderland

Yes! Schlichter Hoodie im Kik-Style, fein gereinigt, bereit fürs Kernwasserwunderland

Anflüge von Chanel, abgehangen

Anflüge von Chanel, abgehangen

Großer Auftritt: Warum die Besitzerin das Kleid nach der letzten Nutzung nicht abholte? Ruinierter Abend?

Großer Auftritt: Warum die Besitzerin das Kleid nach der letzten Nutzung nicht abholte? Ruinierter Abend?

Dieses Kleid, so die Angestellte, sollte ein Andenken an die verstorbene Oma sein. Hinterher war Oma doch nicht so wichtig

Dieses Kleid, so die Angestellte, sollte ein Andenken an die verstorbene Oma sein. Hinterher war Oma doch nicht so wichtig

Abendkleid mit Einblicksmöglichkeiten

Abendkleid mit Einblicksmöglichkeiten

Tischwäsche: Nun sind die Rotweinflecken endlich raus, und dann?

Tischwäsche: Nun sind die Rotweinflecken endlich raus, und dann?

Nach dem Oktoberfest in der Reinigung versenkt? Feines Dirndl, Herrn Brüderle tät's gefallen

Nach dem Oktoberfest in der Reinigung versenkt? Feines Dirndl, Herrn Brüderle tät’s gefallen

Für den hemdsärmeligen Auftritt: Wer gibt fünf Oberhemden weg und holt sie nicht wieder ab?

Für den hemdsärmeligen Auftritt: Wer gibt fünf Oberhemden weg und holt sie nicht wieder ab?

Einen Kommentar schreiben





7 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 7. otto

    @6.rd,

    stelle doch bitte ein Bild von Dir in den Blog!

    Die Nappa-Lederhose mit dem dahinter baumelnden Halsbinder
    dürfte für einige ebenfalls von Interesse sein.

     
  2. 6. rd

    @R K H Die werden jetzt eingelagert. Aber der Abzug passt dir nicht (mir hingehen saß er wie angegossen), die Hemden waren outdated.

     
  3. 5. R K H

    Hallo,
    Kann man die Sachen noch erwerben?
    Ich hätte dann gern diesen zerknitterten Anzug, diesen beige goldenen Fummel und die drei Hemden

     
  4. 4. vorhanden

    wegelagerer…

     
  5. 3. Günter Hoffmann

    Diese Bilder haben schon was melancholisches…. aber bei Männern z. B., Mode Trends kommen nach max. ca. 30/40 Jahren wieder, Klamotten aufbewahren ?.. na ja…nur…wer trägt schon gerne das was er vor Jahren getragen hat…. und da hatten wir , Nyltest Hemden ,Dackel Kragen und Schlag Hosen …ansonsten… Männer Mode immer „still in Style“…. da macht man eigentlich nie was verkehrt, außer,evtl. Jogging Hosen,… oder ?…..na ja.

     
  6. 2. irip

    Wenn die Fotos jetzt noch in schwarz-weiss wären, könnte man noch besser die Traurigkeit der dahinterliegenden Geschichte von Herrn Schlotte sehen.
    Dank MiloG und sonstigen Auflagen keinen Nachfolger zu finden ist schon sehr traurig. Für uns war Herr Schlotte mit seinem Unternehmen immer ein freundlicher, aufrichtiger Geschäftspartner vom alten Schlag der seine Geschäfte geliebt und gelebt hat.
    Jetzt müssen wir mal schauen, wie wir unsere Weste wieder weiss bekommen ;-))

     
  7. 1. laloba

    Das erinnert daran, dass die Dinge bleiben, wenn man geht, wohin auch immer, und nicht wieder kommt … das hat irgendwie etwas Tragisches … mich überkam kurz der Gedanke, ob man die zurückgebliebenen Kleidungsstücke nicht erwerben kann … nur um dem Ganzen das Tragische zu nehmen … was auch wieder sinnlos ist …