Was sagen schon Sterne? Nudelpampe tut’s auch

rd | 08. Februar 2012, 13:03 | 31 Kommentare

Schicke Hülle für ungelernte Nudelkräfte und servile Engel

»Was sagen schon Sterne – es muss top sein!« (B. Zevens, Top-Unternehmer)

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Wenn selbst eine 5-Minuten-Terrine wie Haute Cuisine erscheint, wenn drei Minuten Wartezeit bei McDonald’s zu lang sind, ja dann – herzlich willkommen in der Welt der gehobenen Hotellerie nach den Vorstellungen eines Bernd Zevens. Gestern stellte seine Rilano-Gruppe auf einer Pressekonferenz die Pläne für das neue Hotel am Spoykanal vor, und das Zitat oben ruft in Erinnerung, wie der Unternehmer am 3. Februar 2011, also fast auf den Tag genau vor einem Jahr, seine Pläne für das Areal im Beisein des Bürgermeisters umschrieb: »Es muss top sein!«

Helmut Vehreschild schildert in der Rheinischen Post auch mehr oder weniger euphorisch, wie da konsequent ein großer Wille herrliche Wirklichkeit wird. Andreas Gebbink, NRZ, war auf derselben Pressekonferenz, und seinen Schilderungen zufolge müssten einem Menschen mit Restbeständen von Geschmack und Kultur die Tränen kommen. Hier die Liste der gastronomischen Grausamkeiten:

  • Im Restaurant »Mamma Minuti« sollen die Gäste höchstens 1 Minute und 43 Sekunden auf ihr Essen warten – da müssen sich die Nudeln ganz schön beeilen, wenn sie al dente werden wollen.
  • Das Motto des neuen Restaurants, das keinesfalls einen Fast-Food-Charakter annehmen soll: »Stay stylish!«
  • Zitat NRZ: Anspruchsvoll soll die Küche nicht daherkommen. Dies sei auch dem Umstand geschuldet, dass man als Hotel kaum noch gute Köche bekomme, so die Begründung von (Holger) Behrens (Chef der Rilano-Gruppe). Fürs Nudelkochen benötige man eben keine prima Kochausbildung, ungelernte Kräfte werden im Mamma Minute hinterm Tresen stehen.
  • In einem nur abends geöffneten Restaurant »Vitello« werde es »Steaks vom Grill und Seafood« geben.
  • Zitat NRZ: Technisch werden die Zimmer auf dem neuesten Stand sein, mit Fernsehern, »die keine Fernseher sind, sondern Kommunikationstools mit dem Gast«.
  • Zitat NRZ: Ein guter Service verstehe sich von selbst: »Sie werden von einem Rilano-Angel begrüßt«, kündigt Behrens an.

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»Was sagen schon Sterne – es muss top sein!« (B. Zevens, Top-Unternehmer)

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31 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 31. Rainer Hoymann

    Das “Ding” ist totally oversized:
    http://www.heimat-kleve.de/geschichte/unterstadt/2012.03.27_unterstadt/2012.03.27_unterstadt_montage01.jpg

     
  2. 30. GottSeiDankKeinKlever

    Liebe Klever!
    Bin ich froh das ich diese hässliche Sch** nur sehen muss wenn ich mein Lieblingsnudel-Lokal “Goodfriend.” aufsuche. Ihr lasst euch echt jeden Mist aufquatschen. . . .

     
  3. 29. Rainer Hoymann

    @rollmops

    Zum 75jährigen Geburtstag von Dieter Wieland:

     
  4. 28. rollmops

    Ich sehe da noch mindestens 50 qm freie Fläche vor dem Hotel.Da könnten noch mindestens 500 Studenten-Wohnungen untergebracht werden!

     
  5. 27. dickschaedel

    Kleve 2020 am Spoykanal mit 30.ooo Studenten
    http://www.bilderhoster.net/img.php?id=9sbd7skk.jpg

     
  6. 26. Jens-Uwe Habedank

    @Günther: Das wäre zu einfach, die Klever als “nöllpenze” zu pauschalieren. Da steckt ja auch eine erfahrene und erlebte Entwicklung hinter. Ich denke, gegen Mom Zevens haben die wenigsten was persönlich. Die Vielfalt städtischen Lebens mit Disco, Hotel, Einkaufscenter etc. war jedoch vor dem großen Wirken des MZ etwas breiter als heut zu Tage. Vielleicht verbesserungswürdig, entwickelbar und dynamisch gewollt – aber diese Vielfalt gegen das Einerlei in “Momhattan” einzutauschen, macht Kleve verwechselbar, eintönig und fast steril.
    Hier leben die Menschen, hier verbringen sie ihre Freizeit, gehen einkaufen uvm. Von daher halte ich es für ganz natürlich, dass sie sich genau dazu äußern statt zum Berliner Hauptbahnhof o.Ä..
    Ob nun Rathaus, Spoykanal, Opschlag und vieles Andere: Stets wird der Bevölkerung der “große Wurf” verkauft; und wenn man mal hinter die Kulissen, in die Details, blickt, stellt sich sehr schnell heraus dass es a) oft nur warme Luft ist und b)nur die Interessen einiger weniger bedient.
    Soll doch jeder sein Hotel und so viele Hotels bauen, wie er mag. Dieses aber stets vom rathäuslichen Dreigestirn als “großen Wurf für Kleve” deklarieren zu lassen – das machen die Klever schon lange nicht mehr mit…

     
  7. 25. Persil - Materborner im Exil !

    Das Gebäude hat Ähnlichkeit mit der havarierten Costa Concordia….warum setzt man sowas ins Rollen, wenn kein gepflegtes Fachpersonal zum Einsatz kommt?…ich hätte mich über eine kreative Küche zu bester Qualität gefreut (ich rede hier nicht von Gänseeiern und Zuckerrüben…)aber es scheint ja so, als ob es in Kleverland nur noch Metzger gibt, die “fettes” Essen zu 1.50 anbieten. Aber bei den täglichen “Nach-Kochshows und Kneipen-Sanierungssendungen im TV haben wohl selbst Unwissende die Ahnung eines Spitzenkochs. Mahlzeit.

    Gruss aus Sankt Moritz.

    http://www.stmoritz-gourmetfestival.ch/

     
  8. 24. RumsdieKuh4Ever

    @Beobachter, Günther

    Heute erfreut uns das Hofjournal mit einer weiteren Folge aus der beliebten Serie: “Neues aus der Nietenbude”

    http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/rathaus-bau-wieder-voellig-offen-1.2714695

    Am Samstag ist Rathaus-Sturm. Somit ergibt sich für das Volk eine prima Gelegenheit den König und seine Minister richtig auszulachen.

     
  9. 23. Günther

    Ich bin kein Klever! Bin ein Zugezogener! Mir ist aufgefallen, das die Klever richtige Nörgeler sind. Wie sagt ihr? Nöllpenze. Nun wartet doch mal ab bis der Neubau steht! Ich glaube, das es eine Bereicherung für Kleve wird. Überlegt doch mal! Hätten wir in Kleve nicht diesen risikofreudigen Unternehmer Mom Zevens, wir hätten kein großes Kino, keine “Sportpalast”, keine Disco, keine EOCenter, kein Hotel Cleve. Freut euch doch mal einfach auf das neue Hotel!

     
  10. 22. Beobachter

    … vielleicht noch eine MOM Statue auf der Herzogbrücke, zum Vorbeiflanieren und Bewundern – am besten noch den The daneben, Arm in Arm …

    … nein, nein, ihr habt das verkehrt verstanden, das Wort “arm” wurde bewusst groß geschrieben – aber klein passt´s auch 😉

     
  11. 21. Killerplautze

    @Günther

    Da trifft es sich ja gut, dass Ralf schon einen Artikel zum Thema Bürgermeister Zevens verfasst hat. Vielleicht kramt die dazu gehörige Grafik noch einmal raus.

    https://www.kleveblog.de/2008/12/bz-der-neue-stern-am-klever-pressehimmel/#comments

     
  12. 20. Günther

    Ich sehe schon Mom Zevens von seiner Suite aus dem Volke zu winken. Ich bin dafür, das er Bürgermeister wird. Wenn er den Auftrag für das Rathaus bekommen hätte, würden wir schon in 2 Monaten Richtfest feiern. Und jetzt ist es so, das der Baubeginn bestimmt erst im nächsten Jahre erfolgen wird.

     
  13. 19. Exkleverin

    @ Kellner
    die großen Bäume entspringen einer schöneren Zeit, aber nur in der Phantasie derjenigen, die meinen, Kleve wird auf diese Weise schöner… 😀

     
  14. 18. dickschaedel

    der Blog wird dem angeglichen – alles Rose

     
  15. 17. Antibrain

    @ Rainer Hoymann
    😀 Der alte Fritz war in seiner Meinung gegenüber Kleve und Umgebung nie um Diplomatie bemüht. Ich glaube sogar, dass er mal gesagt haben soll, dass am Niederrhein die dämlichsten Bauern von ganz Preussen wohnen würden. Und das ist, wenn man das allgemeine Bild des Bauern aus dieser Zeit kennt, nicht sehr schmeichelhaft, geradezu eine doppelte Beleidigung.

    Aber wie gut, dass diese Zeit vorbei ist, wir auf tolle Schulen und Bildungsinfrastruktur zurückgreifen können, eine super laufende Hochschule haben, alle gut ausgebildeten Leute von nah und fern, angelockt von der HS Rhein-Waal, unbedingt in Kleve bleiben wollen und die schwächsten Kinder in dieser Kommune, durch Förderung und Inklusion, am ganzen teilhaben dürfen.

    Gerkrönt und begleitet von einer kompetenten Stadtverwaltung, die vom alten Fritz sofort nach Berlin verlegt werden würde, da sie zu gut für die Provinz ist.

    Auf das sich das Auge des kunstsinnigen Monarchen an neuen Bauten und innovativen Dingen erfreuen kann.

    So… Jetzt hab ich hab genug gemotzt 😉 …und vom eigentlichen Thema bin ich auch abgekommen. Sorry

     
  16. 16. Rainer Hoymann

    @ Antibrain
    Sie sprechen mir aus der Seele!
    Es gibt nicht mehr viel zu retten und ich schließe mich Joseph Beuys an, der bei einem Spaziergang durch die Große Straße angesichts der Leistungen des Klever Wiederaufbaus gesagt haben soll: alles wieder abreißen!

    Schuld ist Friederich der Große :-):
    „Taugt er was, soll er in Berlin eingesetzt werden, taugt er nichts, soll er nach Kleve“

     
  17. 15. Günther

    Hat das nicht der Stararchitekt aus Kalkar geplant?

     
  18. 14. Antibrain

    @ L.Seerden – Beim Betrachten dieses Bildes könnt ich heulen! Aus Kleve könnte man so viel machen. Geschichte, wie Lage der Stadt sind doch Ansätze, die einem wie auf dem goldenen Tablett Serviert werden. Rekonstruktion und etwas mehr Ausbau der Möglichkeiten in Richtung Naherholungsgebiet wären ein toller Anfang. Das fänden nicht nur unsere niederländischen Nachbarn “leuk”, ohne die der Einzelhandel in Kleve echt n Problem hätte. Aber das ist ein anderes Thema…

    Also das die Bauvorhaben aus der Zevens Ecke allesamt laute Schüsse in den Ofen sind, müsste doch der letzte Stadtratsabgeordnete mal kapiert haben.

    Ich möchte hier auch mal an das alte Kino erinnern, was ganz ganz früher das Rathaus von Kleve war. Es wurde abgerissen für einen X-Beliebigen H&M Bunker mit qualitativ schlechter Kleidung von der Stange. Systematisch wird Geschichte kaputt gemacht. Und wofür? für den Profit!

    Was muss noch passieren, bis sich der ein oder Andere im Stadtrat mal sagt: “Also irgendwas läuft hier falsch.”

     
  19. 13. L.Seerden

    @Antibrain, Ge.Org

    Das stand vorher anstelle des Klinkerbunkers

    http://www.heimat-kleve.de/strassennamen/herzogstrasse/fotos_historisch/04.jpg

    Ein für allemal aus und vorbei. 🙁

     
  20. 12. Antibrain

    Au Mann !!!

    Das hat in meiner Heimatstadt wohl Tradition. In diesem Sinne…

    Hang the DJ !! ;))

     
  21. 11. Ge.Org

    Ich empfehle das noch zum Nachtisch:

    http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/kleve-aufgewuehlt-woolworth-kommt-1.2708209

     
  22. 10. Antibrain

    Viva La Zevens!

    Und wieder einmal beglückt uns der oben genannte Herr mit einem Bauvorhaben. Leider habe ich die Befürchtung, dass nachdem das Interesse für neues verschwunden ist, die Stadt einen weiteren untoten “Magneten” hinzubekommt. Ich bezweifel, dass es nicht endet wie die neue Mitte.

    Langsam hab ich auch das Gefühl, dass die Verantwortlichen hier in dieser Stadt nicht wissen was da so vor sich geht. Also auf Nachhaltigkeit achtet hier keiner. Stellt euch bitte mal die “Klötze”, die die Hauptschule Rhein-Waal beherbergen und dieses Hotel in 10 oder 20 Jahren vor. Sie werden bestimmt den Charme versprühen, den wir alle von Plattenbausiedlungen aus Berlin-Marzahn kennen. Aber Honni fänds bestimmt schön.

    Und nun zur Gastronomieplanung. Das, was ich da gelesen habe, ist eine Gewaltandrohung an Geschmacksnerven. Da kommt weder ein Koch, noch ein Student. Es ist eher ein Grund wieder zu gehen!

    Durch solche Vorhaben wird in Kleve eher was zerstört, als verbessert.

     
  23. 9. KlePeter

    @Jeckes Moers: Wenn ich die Grafik richtig deute, wandeln die Fußgänger über die Herzog-Brücke. Daher dürfte die Wasserfläche schlicht und einfach der Spoykanal sein.

     
  24. 8. Jeckes Moers

    Ist die Wasserfläche(?) links im Bild dann die Marina. Gibt’s nicht irgendwo eine Draufsicht?

     
  25. 7. Schüsterken

    Kann man aus dem Klotz zur Not noch ein Rathaus machen? Schlafen und Rathaus liegt ja nah bei einander.

     
  26. 6. Beobachter

    Ganz schön abgehoben …

    … im doppelten Wortsinne 😉

    “Der Bernd” hat Engel und Sterne – der muss schon ganz oben sein …

     
  27. 5. Exilant

    omg

    Wieso tut man sowas? Wieso verbrennt man so viel Geld? Oder sind das wieder Förder(/Steuer)gelder, die da die Spoy entlang ins ewige Nirvana fließen?

    Kann sich irgend ein Mensch mit auch nur 1% Realitätssinn vorstellen, dass das was wird?!

     
  28. 4. dickschaedel

    Sieht aus wie der Arsch eines Betonkatamarans, na ja erhält Arbeitsplätze und in 20 Jahren kommt LOOKS Bagger
    die Studenten kommen alle aus den Emiraten

     
  29. 3. Kellner

    Woher kommen die großen Bäume im Hintergrund? Durch das neue Hotel wurde eine schöne Grünfläche dem Erdboden gleich gemacht.

    Einen Campus für die neuen Studenten kann ich auch nicht wirklich erkennen. Vielleicht wird die Klever “Spanische Treppe” zum Audimax der zukünftige Aufenthaltshalt der Studenten.

    Es ist schade, dass auch der Opschlag keine attraktive Zone zum Verweilen geworden ist.

    Nicht nur gastronomische Grausamkeiten stehen bevor. Durch welche Maßnahmen wird die Stadt Kleve attraktiv für Studenten? Sicherlich nicht mit einem Angebot, welches Holger Behrens sich gut vorstellen kann: “dass neben Geschäftsleuten auch Studenten der benachbarten Hochschule mittags die Systemgastronomie aufsuchen”.

     
  30. 2. einfachich

    was würden wir klever nur machen ohne den ach so innovativen bernd zevens ???

    er schenkte uns eine grosse diskothek, ein grosses modernes hotel ach und ja den clever stolz hat er uns ja auch erhalten (haben wollen und nicht können weil kein exquisiter unternehmer)…

    frage mich ja nur, wenn das bestehende hotel in die jahre gekommen ist, warum ein nitsch dann meint es wäre aber noch gut genug für alte menschen…sagt ja schon einiges über dessen ansichten aus …

    vielleicht sollten wir eine strasse nach ihm, dem grossen gönner der stadt kleve bernd zevens benennen…vorzugsweise eine sackgasse…!?!

     
  31. 1. Der Laie

    Wettbewerb fördert die kreativität, wenn jedoch nur ein Bruchteil der Ankündigung des geplanten Angebotes der Mensa
    zutrifft,dürfte es schwer werden das Lokal mit Studenten zu füllen.

    http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/mensa-mit-dachterrasse-id6327635.html

    Es sei denn, man (Mom)lockt unsere niederländichen Freunde, mit kostenlosen Parkplätzen und Kaffee bis zum umfallen.